Pirincci – Eklat mit Ansage!

mopodeNachdem die erste Welle der Empörung auf allen Seiten verflogen ist – von Schmierenblättern wie der Hamburger Morgenpost mal abgesehen, die heute mit einem Hitlerbärtchen-Bild von Akif Pirincci aufmacht -, wird es Zeit für die nüchternen Betrachtungen des Sachverhaltes. Genau den Tenor seiner Dresdner Rede hat Pirincci im Vorfeld angekündigt, und nun hat ihn selbst die PEGIDA-Orga nicht verstanden. Was das eigentliche Dilemma ist.

(Von Mpig)

Heute werde ich anläßlich des einjährigen Bestehens von PEGIDA in Dresden auftreten und einen hübschen Text vorlesen, der in Sachen Wutrede in diesem Lande Maßstäbe setzen wird. Es wird um die Verbrechen gehen, die man diesem Volk gegenwärtig antut. Man erwartet bis zu 30.000 Leute, ich glaube, daß es mehr werden. Ach, Herr Staatsanwalt, bitte immer den Gesamtzusammenhang sehen und sich keine Wort-Rosinen rauspicken. So doof bin ich nämlich auch nicht …

Gruß und Kuß!

Euer kleiner Akif

Und so kam es dann auch, und die Medien und Politiker pickten sich die Rosinen raus.

Hier noch einmal der inhärente Ausschnitt der Rede von Akif Pirincci:

Im Grunde hat er mit diesem einen Satz deutsche Historie chronologisch in die Gegenwart gespiegelt, in der bereits einmal Leute sozial geächtet („Kauft nicht bei Juden!“), dann vertrieben (Emmigration 1933 bis 1940) und letztlich vernichtet wurden (Holocaust).

Nun lässt sich über diesen Vergleich trefflich streiten, ich selbst finde ihn pietätlos, und dennoch kann man die Parallelen in den Eskalationsstufen nicht verleugnen, denn der Kasseler Regierungspräsident Dr. Lübcke ist ja wahrlich nicht der erste Politiker, der derartige Aussagen trifft, wie auch hier im Kommentarbereich immer massiver für Auswanderung geworben wird. Wir sind also in der 2. Eskalationsstufe.

Das Dilemma

PEGIDA ist eigentlich eine Bewegung aus dem normalen (auch normal gebildeten) Bürgertum, eine Graswurzelbewegung mit enormen Zulauf. Irgendwann, als die Bühne größer wurde, brauchte man auch intellektuelle Mitstreiter, um das Publikum zu vergrößern, und diese Rolle übernimmt z.B. ein Götz Kubitschek, der übrigens in der Sezession eine treffsichere Analyse zum Fall Pirincci verfasst hat (Achtung – Lektüre nicht fehlinterpretieren). Für eine richtige Jubiläumsfeier brauchte man nur noch Feuerwerk, und das lieferte Pirincci.

Feuerwerk war es auch, nur hatten die Gäste eben etwas Seichteres erwartet, aber Wunderkerzen hat Akif nicht im Angebot hat. Augen auf bei der Partnerwahl. Nichts an seiner Rede ist (in einem Rechtsstaat) justitiabel, allenfalls war sie nicht gesellschaftsfähig, und dennoch war sie auf fäkalische Art von intellektuellem Tiefgang.

Übrigens hat Björn Höcke ein ähnliches Problem. Der Intellektuelle versucht sich mit einfachen Botschaften und Gesten dem einfachen Bürger zu nähern, was mitunter, wie bei Jauch am Sonntag gesehen, einer gewissen Komik nicht entbehrte.

Es sind eben alles authentische Personen und keine geleckten Medien- oder Politprofis.

Die Lösung

Es gibt kein Wunderrezept und alle Flügel dieser Bewegung müssen noch ihren richtigen Takt finden. Im Moment will jeder noch selber am Höchsten fliegen, auch eine Junge Freiheit unter Dieter Stein. Aber wenn sie ihrem Herzen treu bleiben, werden sie mit der Zeit zueinander finden und erst dann wird sich ein mächtiger Adler gen Himmel erheben.

Götz Kubitschek kann hier eine wichtige, integrierende Rolle einnehmen, möge er hier zu gegebener Zeit eine glückliche Hand haben.

Es liegt an den deuschen Patrioten, ob eine dritte Eskalationsstufe über uns hereinbrechen wird! Die Zukunft wird es zeigen, die Geschichte über uns richten!

PS: Heute DEMO 19 Uhr auf dem Domplatz in Erfurt mit Petry und Höcke.