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Gegenrede: René Springer hat Recht

Von INXI | Lieber Thomas Böhm (Journalistenwatch), Ihr Artikel über die Aussage von MdB Renè Springer zur Lage im Iran ist leider sehr einseitig und plakativ ausgefallen und negiert die Geschichte des Iran. Der Beitrag ist teilweise inhaltlich falsch und widerspricht sich selbst. Aber dazu später.

Was hat Springer gesagt?

Lieber ein stabiles Mullah-Regime als ein zweites Syrien mit hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen. An diesem Satz ist nichts falsch. Springer verteidigt keinesfalls die Verbrechen der islamischen Mullahs im Iran, er weist lediglich auf den kausalen Zusammenhang mit dem sogenannten Arabischen Frühling hin.

Wir erinnern uns an Libyen und den Irak. Dem libyschen Diktator Gaddafi wurde in Paris noch der rote Teppich ausgerollt – kurz darauf flogen französische Mirage die ersten Angriffe auf das Land, weil die heimischen Widerständler auf dem Rückzug waren. Gaddafi wurde gepfählt, Libyen ist seither instabil.

Der Irak wurde mit der Begründung, er würde Massenvernichtungswaffen produzieren, vernichtet. Eine glatte Lüge, wie man heute weiß. Die sogenannte Weltpolitik hat aus den Folgen nichts gelernt oder besser, nichts lernen wollen. Syrien wäre das nächste Beispiel.

Die Einmischung in die Entwicklung von Regionen und Staaten hat bisher nichts außer Instabilitäten, Elend und Flüchtlingskrise gebracht. So und nicht anders ist das Statement von Springer zu verstehen.

Aber schauen wir auf den Iran heute aktuell. Was geschieht dort? Es geht eben nicht darum, dass Schwule an Kränen hängen oder gar der schiitische Islam in Frage gestellt wird! Es geht – anfangs – darum, dass Studenten die Wirtschaft des Landes in Frage stellen und ihre spätere Teilhabe am Wohlstand einfordern. Das ist völlig legitim. Das System als solches wird aber nicht in Frage gestellt oder gar bekämpft.

Typisch für die Berichterstattung der (westlichen) Presse ist allerdings, dass auf einmal der Begriff „Perser“ wieder salonfähig wird. Quasi das ehemals stolze und große Perserreich, das von den Muslimen erobert wurde und bis heute dagegen ankämpft! Gegen den Islam ankämpft! So suggeriert es sogar Frau Hadjimohamadvali, AfD Saarland.

Auch wenn der Iran das Kernland der Perser ist, wurde dieses Reich bereits im 7. Jahrhundert zum Spielball der Geschichte; der Zoroastrismus wurde durch den Islam ersetzt. Besonders interessant ist allerdings die jüngste Vergangenheit des Landes; so wurde 1979 der Schah in einer Art Revolution gestürzt. Eine Aktion, die vom iranischen Volk ausging und Mullahs sowie Kommunisten gleichermaßen nach oben schwemmte. Selbstredend setze sich der Islam durch und kommunistische Regierungsmitglieder wurden Anfang der 80er-Jahre aussortiert und hingerichtet.

Natürlich ist der Iran eine Diktatur, die es zu kritisieren gilt, lieber Thomas Böhm. Gar keine Frage! Eine islamische Diktatur der Schiiten. Dem gegenüber stehen die Sunniten, wie die Türkei und vor allem das wahabistische Saudi-Arabien.

Nur, was wären denn die Folgen, wenn der Iran im Chaos versinken würde? Natürlich würde sich eine Flüchtlingswelle gen Europa ergießen, die niemals auch nur annähernd irgendwie händelbar sein wird. Ganz abgesehen davon, dass Russland eine solche Entwicklung nicht zulassen kann und würde.

Sich also plakativ und unreflektiert hinter die Demonstranten in Teheran zu stellen, ist doch einigermaßen gefährlich. Gefährlich im Sinne der Stabilität und des Friedens. Nicht nur im Nahen Osten.

Der Islam, gleich welcher Prägung, gehört definitiv weder zu Europa und gleich gar nicht zu Deutschland. Auch dann nicht, wenn angeblich „liberale Strömungen“ herbeigeredet werden.

In diesem Sinne – und als Fazit – gebe ich Springer Recht.

Glück Auf!

Inxi, Landesverband der AfD Sachsen


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