Flüchtlinge werden „Bildungsbotschafter“

bildungsbotschafterDer Bonner „Inner Wheel Club“, ist das weibliche Pendant zu den Rotary-Clubs, setzt sich für Obdachlose, Flüchtlingskinder, Kitas und Kultur ein und beschafft das hierfür erforderliche Geld durch phantasievolle Benefizveranstaltungen. Jetzt haben die eifrigen humanitären Damen eine klaffende Lücke im deutschen Bildungssystem entdeckt: „Flüchtlinge“ sollen den Unwissenden ihre „Erfahrungen und Wissen über ihre Flucht und ihr Leben davor und danach“ vermitteln und damit als Multiplikatoren auftreten, sagte Christin Behne (kl. Foto) vom Netzwerk Politikatelier, die kürzlich dankend 2.000 Euro Spendengeld vom Inner Wheel Club entgegennahm.

(Von Verena B., Bonn)

Dieses Netzwerk hat das Projekt „Geflüchtete als Vermittlerinnen und Vermittler von Erfahrungen und Wissen“ ins Leben gerufen. Dabei werden Flüchtlinge als „Bildungsbotschafter“ ausgebildet, damit sie in VHS-Kursen, Schulen oder bei Vereinen über ihre Flucht und ihr Leben davor und danach berichten können. „So können sie in verschiedenen Bildungsinstitutionen als Multiplikatoren auftreten“, freute sich die Samariterin Behne bei der Scheckübergabe im Hotel Bristol.

Der General-Anzeiger berichtet:

„Wir spielen, essen und trinken gerne für einen guten Zweck“, sagte Agathe Bühler vom Vorstand des Inner Wheel Clubs Bonn. Dafür hatten sich Mitglieder mehrerer Bonner Clubs und Gäste Mitte April zum Benefiz-Bridge-Turnier getroffen. Durch das Startgeld und den Verkauf von Kaffee und Kuchen kamen 1907 Euro zusammen. Der Club rundete auf und überreichte am 23. Mai einen symbolischen Scheck über 2000 Euro an Christin Behne und Johanna Wolf vom Netzwerk Politikatelier.

Bühler hat selbst ehrenamtlich auch einige Flüchtlinge gecoacht und weiß, um was es geht: Sie sind bereit, über ihre Erfahrungen zu erzählen, wissen aber oft nicht, wie das geht. Das scheitert nicht nur an Sprachkenntnissen, sondern an zu leiser Stimme oder zu schüchternem Auftreten. „Wenn man die Leute nicht verstehen kann, auch wenn man will, lässt die Konzentration nach.“ Das Training verhelfe ihnen zu einem sicheren Auftreten. Das Pilotprojekt, das das Netzwerk mit Engagement Global, dem Eine-Welt-Netz NRW, der VHS und anderen Partnern durchführt, verlief erfolgreich. Die 2.000 Euro stellen laut Wolf das Startkapital für die Fortsetzung dar. Und die Chancen stünden gut, dass die Stiftung Umwelt und Entwicklung daraus 10.000 Euro mache.

Inner Wheel Bonn-Kreuzberg und der Lions Club Bonn sind unter anderen Förderer des Bonner Instituts für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen (BIM) e.V. Was interkulturelles Lernen bedeutet, hat sich mir bis heute leider nicht erschlossen. Auf einer interkulturellen Veranstaltung im Stadtteil Mehlen baten Konvertitinnen seinerzeit um Verständnis dafür, dass deutsche Kinder im katholisch/salafistischen Kindergarten der Domhofschule den Kopf senken müssen, wenn sie mit muslimischen Kindern sprechen. Den deutschen Mädchen in der (salafistischen) Domhofschule wurde gezeigt, wie man eine Burka/Vollverschleierung anlegt. Darüber, ob im Gegenzug muslimischen Schülerinnen gezeigt wurde, wie man einen Bikini trägt, wurde jedoch nichts bekannt.