Zehn Jahre Haft für Sven Lau?

lauDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Anklage wegen „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ gegen den berüchtigten, radikalen Salafistenprediger Sven Lau (35, Foto) zugelassen und am Mittwoch den Termin für den Prozessauftakt bekannt gegeben. Demnach wird die Hauptverhandlung am 6. September beginnen. Bis Mitte Januar 2017 sind für den Prozess 29 Verhandlungstage angesetzt. Bislang schien Lau bezüglich anderer Straftaten Immunität zu genießen. Ob sich das jetzt ändern wird, werden wir sehen.

(Von Verena B., Bonn)

Der Generalbundesanwalt wirft dem 35-jährigen ehemaligen Feuerwehrmann und katholischen Familienvater Lau vor, als verlängerter Arm der IS-nahen Jamwa Mitglieder angeworben und illegal Nachtsichtgeräte beschafft zu haben. So steht Lau unter dem Verdacht, „eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf“ zu sein. Er selbst soll 2013 nach Syrien gereist sein. Der Mönchengladbacher hatte mit Gleichgesinnten außerdem als „Scharia-Polizei“ in mehreren deutschen Städten patrouilliert, so auch in Bonn. Sollte sich der Vorwurf der IS-Unterstützung bestätigen, drohen ihm zehn Jahre Haft.

Für die salafistische Szene spielt es überhaupt keine Rolle, sollte Lau zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Wegen Religionsfreiheit und Toleranz auch für potenzielle und aktive Koran-Terroristen sind die „LIES“-Stände weiterhin erlaubt, die auch ohne Lau zurechtkommen. Zum 24. September 2014 hatte der Prediger der Wahren Religion und Sozialhilfebetrüger Abou Nagie offenbar problemlos eine Lies! GmbH mit dem Mindestkapital von 25.000 € in Köln angemeldet. Der Verfassungsschutz-Sprecher Bodo W. Becker sagte zur Koranverteilung der Salafisten, dass es sich um eine Propagandaaktion handle und der Koran nur als Vehikel diene. Ziel sei es vielmehr, Anhänger zu rekrutieren. Im November 2013 berichtete der hessische Innenminister Boris Rhein über wiederholte Anwerbungen von Kämpfern für den Bürgerkrieg in Syrien, die in direktem Zusammenhang mit den Koranverteilungen stünden und insbesondere an Schulen erfolgten. Als weiteres attraktives Betätigungsfeld zur Anwerbung von potenziellen Gotteskriegern nutzen die Salafisten jetzt auch die riesigen muslimischen Ressourcen in den Flüchtlingsheimen. Dort suchen viele Männer einen gut bezahlten Job, den sie in Deutschland nicht bekommen können. Wenn sich ein Gotteskrieger ins Paradies sprengt, erhält die Familie darüber hinaus in der Regel eine hohe finanzielle Belohnung. Bekanntlich ist es das Ziel der Koranterroristen, die ganze Welt zu unterjochen und die Ungläubigen auszurotten.