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Universität Dresden macht mobil gegen Pegida

Linksfaschist Eric HattkeDer Studentenrat der Technischen Universität Dresden macht mobil gegen die nächste Pegida-Demo am 8. Dezember in Dresden. Der Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Studienrats, Eric Hattke (Foto), schickte heute eine Email an alle Studenten der TU Dresden mit der Aufforderung, am kommenden Montag am Sternmarsch der Gegendemo in die Altstadt teilzunehmen. Wir veröffentlichen nachfolgend die Email im Wortlaut.


Betreff: Demonstration „Open Your Mind – Stop Racism!“
Datum: Fri, 5 Dec 2014 08:23:59 +0100
Von: Eric Hattke – Referent fuer Oeffentlichkeitsarbeit des StuRa der TU Dresden
Antwort an: Eric Hattke
Organisation: Studentenrat der Technischen Universitaet Dresden
An: Studenten-Verteiler

Liebe Studierende,

wir moechten euch mit dieser Mail auf eine beunruhigende Entwicklung in Dresden aufmerksam machen und euch zum Engagement fuer eine weltoffene Gesellschaft aufrufen. Gelegenheit dazu gibt es am

Montag, den 08.12. ab 17:00 Uhr mit der Demonstration „Open Your Mind – Stop Racism!“

Seit einigen Wochen finden jeden Montagabend in der Dresdner Altstadt
Demonstrationen unter dem Titel PEGIDA („Patriotische Europäer gegen
Islamisierung des Abendlandes“) statt. Die sogenannten Spaziergaenge mit bis zu 5000 Teilnehmenden richten sich vorgeblich gegen die Zuwanderung von Menschen aus dem „arabischen Raum“, aber auch allgemein gegen Asylsuchende und deren Unterstuetzende.

PEGIDA missbraucht dabei die Tradition der Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR: der damalige Ruf „Wir sind das Volk“ – nach Freiheit und einem Deutschland ohne Mauer – erschallt nun, um fuer eine abschottende europaeische Migrationspolitik zu werben.

In den Reden der PEGIDA wird vor einer angeblichen Islamisierung Europas gewarnt, ohne genau zu sagen, wo diese denn zu finden sei. Tatsaechlich gibt es keinerlei Belege fuer solch eine Veraenderung. In Sachsen beispielsweise betraegt der Anteil an Muslimen und Muslima nur 0,4 Prozent! Weiterhin fordert PEGIDA ein haerteres Durchgreifen der staatlichen Organe gegen religioesen „Radikalismus“. Was damit gemeint ist, bleibt im Dunkeln. Der beabsichtigte Effekt: eine generell islamfeindliche Stimmung, die sich letzliche gegen alle Menschen richtet, welche als glaeubige Muslime wahrgenommen werden.

Weiterhin wird bei den Kundgebungen vor eine Unterwanderung der eigenen Kultur gewarnt, womit man auf ethnopluralistische Argumentationsmuster zurueckgreift. Die Begrifflichkeit „Kultur“ loest – genau wie bei den Ideologien der „Neuen Rechten“ – die Rede von verschiedenen „Rassen“ ab, die fremdenfeindlichen Forderungen und die dahinter stehenden rassistischen Ressentiments bleiben allerdings die gleichen.

Unsicherheiten und latente Angst vor dem Unbekannten und Fremden werden durch die PEGIDA genutzt und verstaerkt, um Hass und Widerstand gegen Gefluechtete zu schueren; gegen genau die Menschen, die unsere Hilfe und Unterstuetzung am noetigsten brauchen.

Es draengt sich das Bild auf, dass PEGIDA Auslaender unter Generalverdacht stellt und Asyl in Deutschland praktisch unmoeglich machen will. Auch wenn sie bei ihrem Protest immer wieder zu Friedfertigkeit mahnen ist offensichtlich, dass die vertretenen Inhalte keineswegs friedlich sind. So fordern sie unter anderem eine Aufstockung polizeilicher Mittel, die die Forderungen der PEGIDA durchsetzen soll – auch gewaltvoll. Natuerlich machen die PEGIDA-Demonstrant_innen sich in der Oeffentlichkeit nicht selbst die Haende schmutzig, sie delegieren dies weiter an eine hoehere Ebene: Behoerden und Polizei. Was PEGIDA fordert und unterstuetzt, ist und bleibt Gewalt gegen Menschen.

Bislang richten sich die Forderungen der PEGIDA in erster Linie gegen Gefluechtete. Doch die Beitraege und Kommentare auf der Facebookseite machen deutlich, dass dies nur der Anfang ist und sich der Hass nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen Alles richtet, was von ihren Anhaenger_innen als „undeutsch“ empfunden wird.

Fuer uns ist klar: wir duerfen dabei nicht tatenlos zusehen! Gerade unter den Studierenden an unserer Hochschule gibt es viele, die nicht in das enge Weltbild dieser neuen „patriotischen Bewegung“ passen. Wir tragen Verantwortung dafuer, dass sie sich in Dresden willkommen fuehlen und keine Diskriminierungen befuerchten muessen. Auslaendische und deutsche Studierende und Wissenschaftler_innen sind unabhaengig von Religion und Herkunft fester Bestandteil des Campuslebens.

Dieses internationale, interkulturelle Miteinander ist kein Problem, sondern eine Bereicherung fuer uns alle!

Gleich nach den ersten Pegida-Aktionen haben antirassistische und antifaschistische Gruppen zum Protest aufgerufen, auch die Religionsgemeinschaften haben sich gegen die PEGIDA positioniert. Gerade angesichts des immer groesseren Zulaufes bei den Rechten Kraeften ist jedoch eine breite Unterstuetzung der Zivilgesellschaft gefordert, fuer ein menschliches Miteinander, gegen das Verbreiten von rassistischen Parolen!

Dazu wird es am Montag den 08.12. einen Sternmarsch in die Altstadt geben.

Der StuRa und die Fachschaftsraete rufen dazu auf, sich 17:00 Uhr dem Demonstrationszug am Fritz-Foerster-Platz aus anzuschließen. Gegen 18:30 Uhr werden wir mit den anderen Demos zu einer grossen Abschlusskundgebung zusammen stoßen.

Zeigt, dass nicht ganz Dresden so denkt, wie PEGIDA! Kommt am Montag zur Demo, beteiligt euch an anderen weltoffenen Aktionen und informiert eure Kommiliton_innen.

Open Your Mind – Stop Racism!

Studentenrat der TU Dresden

Diese Mail wurde gemaess der Mitteilung des Rektors 2/2009 an Studierende der TU Dresden durch das ZIH versandt. Fuer den Inhalt der Mail ist der Autor verantwortlich.

Autor: Eric Hattke, Referent fuer Oeffentlichkeitsarbeit des StuRa der TU Dresden
Institution: Studentenrat der Technischen Universitaet Dresden
E-Mail: eric.hattke@stura.tu-dresden.de


Einen kleinen Teilerfolg hat das linke Bündnis vor der achten Pegida schon errungen: Am kommenden Montag verzichtet die Bürgerinitiative auf einen Spaziergang und veranstaltet nur eine Kundgebung. Sie reagiere damit auf die Einwände der Unternehmer in der Dresdner City.