Auch Buschkowsky gegen Sarrazin

Auch der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky reiht sich in die Reihen der Sarrazinkritiker ein und schwingt die Nazikeule. Dabei vergisst er ganz, dass die SPD ihn auch gerne los wäre. Die Financial Times Deutschland (FTD) empfiehlt derweil, sich keinesfalls inhaltlich mit Sarrazin auseinanderzusetzen.

Denn dabei können seine Kritiker nur verlieren. Die FTD will ihn lieber beruflich vernichten und bedauert, dass Axel Weber ihn nicht einfach aus der Bundesbank entlassen kann:

Wahrscheinlich wäre es das Beste, man könnte Thilo Sarrazins eifernden Tonfall ignorieren und einfach dazu übergehen, seine Thesen inhaltlich zu debattieren. Doch das wäre verfehlt.

Inhaltlich darf nicht sein, keinesfalls. Also muss Sarrazin zum Schweigen gebracht werden. Das geht erfahrungsgemäß am besten mit der Nazikeule, die mindestens geschwungen werden muss.

Die unglückliche, politisch jedoch durchaus beabsichtigte Konstruktion des Bundesbankgesetzes hindert seinen Chef Axel Weber daran, das zu tun, was ein verantwortungsbewusster Vorgesetzter in dieser Lage eigentlich tun müsste: den Mann entlassen, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.

Derweil wird eifrig um die Probleme herumgeeiert:

Selbst wenn man Sarrazin zugesteht, dass manche seiner Thesen durchaus sinnvolle Denkanstöße liefern, dass er auf 400 Buchseiten die eine oder andere Wahrheit ausspricht, die manche nicht laut zu sagen wagen – selbst dann bleibt er für die Bundesbank ein Problem.

Die „sinnvollen Denkanstöße“ zu benennen, dazu fehlt der FTD aber der Mut. Oder ist es die Angst vor der inhaltlichen Auseinandersetzung? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen, ist, dass die Kanzlerin und viele Kritiker das Buch wohl bereits vor dessen Veröffentlichung gelesen haben. Sonst könnten sie es ja nicht so scharf attackieren.

Aber, um auf Buschkowsky zurückzukommen: Dass Türken, Araber, Moslems gerne innerhalb der Familie heiraten, ist bekannt. Dass ihre Nachkommen überproportional häufig an Behinderungen leiden, auch. Die Probleme der Inzucht kennt nicht nur jeder Mediziner. Sie zu leugnen, ist unehrlich. Und gerne wird auch verschwiegen, dass Türkischstämmige, wie etwa die Islamkritikerin Necla Kelek, Sarrazin Recht geben. Aber natürlich wissen es Leute wie Volker Beck oder Frank Henkel (CDU Berlin) besser. Und wie weit die Menschen aus dem Volk von ihren „Vertretern“ bereits entfernt sind, beweisen die Kommentare unter allen Artikeln zum Thema.

Auch die ehemalige Landesbishöfin Käßmann hat sich zwischenzeitlich wie erwartet geäußert – nicht inhaltlich natürlich. Wie auch?

Es gibt aber auch positive Ausnahmen:

» BILD: Post von Wagner – Lieber Herr Sarrazin…
» FAZ: Der übliche Prozess
» Dresdner Neue Nachrichten: Deutschland braucht Einwanderungsdebatte

(Spürnase: Philosoph / Karikatur: Wiedenroth)