Nouripour (Grüne) darf nicht mehr in die USA

Omid Nouripour (Foto), grüner Bundestagsabgeordneter aus Hessen, darf keinen Urlaub mehr in den USA machen. 40 US-Bundesstaaten hatte er auf Kosten des deutschen Steuerzahlers schon bereist, wie der Spiegel beeindruckt vermeldet. Damit ist jetzt Schluss. Mitgebracht hatte der iranische Laien-Professor den Amerikanern stets sein profundes Wissen über Meinungsfreiheit und Demokratie in Deutschland, das in einem eigenen Beitrag auf PI – Omid erklärt uns die Meinungsfreiheit – schon eine angemessene Würdigung erfuhr.

Er wurde so zum Vorbild für Angela Merkel, die sich nach der Wahl von Trump ebenfalls als Dozentin aufbaute und den Amerikanern erklärte, welche Werte ihr Präsident einzuhalten hätte, damit sie zu einer Zusammenarbeit bereit wäre.

Nouripour konnte und kann allerdings noch mehr als deutsche Menschenrechte. Er ist darüber hinaus Experte und Dozent für Islam, wie er richtig gemeint und zu vermitteln ist. Bis Februar 2014 saß Nouripour mehrere Jahre lang im Beirat des „Forums für interkulturellen DiaLÜG Dialog e. V.“, dessen Ehrenvorsitzender der islamische Prediger Fethullah Gülen ist.

Auf solche Nachhilfe deutscher Besserwisser in Sachen Islam legt die amerikanische Administration nun keinen Wert mehr. Vielmehr hat man dort mit gesundem Menschenverstand und Blick auf die islamischen Länder in dieser Welt festgestellt, dass man Faschismus auch in anderen als den klassischen Erscheinungsweisen – nicht braucht.

Deshalb hatte Trump ein Einreiseverbot für Muslime verhängt, das nun auch den Grünen Nouripour mit erfassen wird. Weder seine zweite, die deutsche Staatsangehörigkeit noch sein Diplomatenpass als Mitglied des deutschen Bundestages werden ihn davor bewahren, von Regelungen amerikanischen Rechtes erfasst zu werden. Nouripour kann sein gesammeltes Fachwissen in Sachen Demokratie, Menschenrechte und Islam nicht mehr in den zehn Bundesstaaten unterbringen, die ihm in seiner Reisesammlung noch fehlen. Das tut weh. Er richtete deshalb im Spiegel einen Appell an die deutsche Regierung:

„An mir sieht man, wie absurd Trumps Einreisestopp ist“, sagte der Grünen-Politiker SPIEGEL ONLINE. Deutschland solle darauf drängen, dass der US-Präsident seine Entscheidung zurücknimmt, fordert Nouripour.

Damit rennt der Iraner bei Merkel offene Türen ein. Die Kanzlerette ließ jetzt verlautbaren, dass sie Trumps Einreiseverbot für falsch hält. Sie habe ihm ihr „Bedauern“ über die Entscheidung im Telefonat am Samstag mitgeteilt.