1

Der Würzburger Flaggenspuk: ein Fazit

Das gespenstische Deja-vu einer im NSDAP-Stil abgehaltenen türkischen Nationalbeflaggung der Würzburger Innenstadt vom 11.-13. Mai 2011 kann zu Recht als erster Großversuch der Türkei gesehen werden, den Deutschen die türkische Nationalflagge aufzuzwingen und auszuloten, ob die Deutschen bereits eingeschüchtert genug sind, um die Nationalflagge der Türkei in ihrem Land genauso duldsam hinzunehmen wie sie die Moscheen der Türkei hinnehmen. Dass dieser Versuch an Bürgerprotesten, auch von PI-Lesern, gescheitert ist, ist nur ein Punktsieg: Weder die Türkei noch die deutsche „Bunte Republik“ werden in ihren Bemühungen locker lassen, die Deutschen schrittweise an die Präsenz der türkischen Fahne in Deutschland und die damit verbundenen Ansprüche zu gewöhnen.

(Von Jan Stenner)

Hier einige weitere Hintergründe zur Aktion und ein Fazit:

An der Beflaggung der Würzburger Innenstadt vom 11.-13. Mai 2011 waren drei politische Hauptakteure beteiligt, von denen jeder seine eigenen Schlussfolgerungen aus dem Verlauf dieses Ereignisses ziehen wird:

1. Die Würzburger Bürger und PI

Die Würzburger ließen sich – auch wenn dieser politisch korrekte Videobeitrag der lokalen Tageszeitung Mainpost über den Flaggenspuk das Gegenteil suggerieren soll – den ihnen aufgenötigten Zwangsjubel nicht lange gefallen. Bereits am Vormittag des 12. Mai gingen im Rathaus die ersten Anrufe empörter Bürger ein, die ihrem Zorn über die Beflaggung im NSDAP-Stil und die nationalistische Selbstdarstellung der Türkei in ihrer Stadt Luft machten. Am Nachmittag stieg nach Erscheinen der Meldung bei PI die Zahl der telefonischen Anfragen und Protestschreiben sprunghaft an. Auch von Seiten der Kirche, sonst an Feigheit und Kriechertum gegenüber dem türkischen Nationalismus kaum zu überbieten, dürfte es in Würzburg schüchterne Kritik gegeben haben: Die ersten Fahnen wurden bezeichnenderweise am Dom und vor dem Neumünster abgehängt.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai griffen dann offenbar mehrere Würzburger Bürger zum Filzschrift und schrieben den Satz „Kein türkischer Flaggenkult in Würzburg!“ auf fast 100 Standplakate, die in der Innenstadt als Werbeflächen dienen: eine flächendeckende Antwort auf die flächendeckende Fahnenschau. Als am Freitag morgen Tausende von Würzburgern zum Einkauf in die Innenstadt drängten, war dieser schriftliche Protest nicht zu übersehen: Selbst beim Kaufhof an der Kasse war nun zu hören, wie Kassiererinnen und Kundinnen ihrer Empörung Luft machten. OB Rosenthal zog endgültig die Notbremse und verfügte das Abhängen fast aller Fahnen. Nichts ist einem verlogenen Staat unheimlicher, als wenn friedliche Normalbürger anfangen, die staatliche Propaganda in Frage zu stellen.

Fazit für PI: Politischer Einsatz lohnt sich. Jeder wird gebraucht. Jeder Anruf, jede Email, jedes für andere hörbare und sichtbare Wort ist ein kleiner Beitrag zum großen Ganzen. Und vor Ort Kontakte knüpfen, sich organisieren, in der eigenen Stadt gezielt nach Mitstreitern suchen. Die nächste Flaggenschau kommt bestimmt.

2. Die Türkei, vertreten durch den „Ausländerbeirat“ als verlängerter Arm der türkischen Staatsapparats

Im Zeitalter der „Bunten Republik“ sind zahllose „Ausländerbeiräte“ längst zum Sammelbecken türkischer Rechtsextremisten und Nationalisten verkommen, die sich als verlängerter Arm des türkischen Staatsapparats sehen und Ankara zu Willen sind. Der Würzburger „Ausländerbeirat“ hat seine Mission allerdings höchst stümpferhaft erfüllt. Statt wie üblich zunächst alle deutschen Entscheidungsträger konsequent auf die nationalistisch-türkische Linie einzuschwören und anschließend mit Hilfe der Pressemeute die Würzburger Bevölkerung wochenlang mit Parolen einzuschüchtern, ersuchte man völlig naiv nur die Genehmigung des Ordnungsamts. Ein schwerer taktischer Fehler, da man so dem Würzburger OB den Rückzieher per „Habe-nichts-davon-gewusst“ ermöglichte. Die türkische Regierung in Ankara wird daher aus dem Würzburger Flaggenspuk ihre Konsequenzen ziehen: Sie wird ihre Bemühungen zur Unterwanderung der deutschen Verwaltung verstärken, um ihre Macht künftig noch direkter auszuüben und die Kontrolle über das Geschehen nicht zu verlieren. Und sie wird ihre nächste Flaggenparade in Städten wie Duisburg oder Köln durchführen, wo ihre Profis am Werk sind.

3. Die „Bunte Republik“, vertreten durch das Würzburger Rathaus

Dass das Ordnungsamt der „Bunten Republik“ die nationalistische Selbstdarstellung der Türkei im NS-Stil genehmigte, ist nicht verwunderlich. Die Amtsträger des real extistierenden Multikulturalismus sind keine dummen Leute. Sie wissen genau wie wir, dass ihre Politik der dauerhaften Massenansiedlung türkischer Gastarbeiter eines Tages zwangsläufig in politischer Abhängigkeit von der Türkei münden wird, sprich: der Umwandlung unseres Landes in einen türkischen Vasallenstaat. Der Staat „Bunte Republik“ wird die Deutschen daher schrittweise an die Präsenz der türkischen Nationalflagge in ihrem Land gewöhnen, genau wie er die Deutschen schrittweise an die Präsenz von Moscheen gewöhnt hat. Der vorgeschobene Anlass zur Abhaltung einer Flaggenschau, d.h. die verlogene Jubelfeier für einen angeblichen „50. Jahrestag der Arbeitsmigration“, dürfte daher im Würzburger Rathaus von Anfang an auf größtes Wohlwollen gestoßen sein. Und dass aktuell nach Abhängung von 45 türkischen Fahnen in Würzburg noch fünf deutsche Fahnen scheinbar „gleichberechtigt“ neben fünf türkischen Fahnen hängen, passt ebenfalls genau ins Konzept eines Staates, der seit 50 Jahren daran arbeitet, seine neue Gesellschaft auf einem Fundament von Lügen, Täuschungen, nicht gehaltenen Versprechungen und durch geschicktes Nähren falscher Hoffnungen zu errichten.

PI-Beiträge zum Thema:

» Eine “Reaktion aus dem rechten Milieu”
» Würzburg: Türkische Fahnen abgehängt
» Auf ein Wort, Herr Rosenthal!
» Türkische Beflaggung der Würzburger Innenstadt