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AKP-Wahlsieg: Türken wollen islamisiert werden

erdoganOffiziell ist die Türkei immer noch ein laizistischer Staat. In Wahrheit arbeiten Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und seine religiös-konservative AKP vehement an der Islamisierung des Landes. Viele, vor allem junge Türken, haben darüber im vergangenen Jahr bei den Unruhen anlässlich der ausschreitenden Demonstrationen zum Erhalt des Gezi-Parks ihrem Unmut Luft gemacht. Nun aber scheint es so, dass die Anhänger der Trennung von Staat und Kirche, die modernen, westlich eingestellten Türken längst die Minderheit im Land sind. Erdogan darf nach den Kommunalwahlen am Wochenende einen großen Sieg feiern. Nach Auszählung von mehr als 92 Prozent der Stimmen liegt die AKP bei 44 Prozent und hat gegenüber 2009 noch zugelegt. Erdogan feiert und droht.

(Von L.S.Gabriel)

Die größte Oppositionspartei, die säkular-kemalistische CHP, liegt bei nur 29 Prozent. Weder die abgehörten Telefongespräche Erdogans, die seine Korruption belegten, noch die Sperre von Twitter und Youtube haben dazu geführt, dass genug Menschen erkennen, wie das Land unter seiner Führung zu einer Religionsdiktatur und einem korrupten Sultanat verkommt. Auch die Wiedereinführung der Religionspolizei mit lokalen Kussverboten an öffentlichen Plätzen brachte nicht genug Menschen dazu, über den fatalen Kurs nachzudenken, den Erdogan für die Türkei eingeschlagen hat. Immer mehr staatliche Schulen werden in Koranschulen umgewandelt. Und Erdogan droht seinen Gegnern nun.

Welt online berichtet:

„Das Volk hat heute die hinterhältigen Pläne und unmoralischen Fallen durchkreuzt. Diejenigen, die die Türkei angegriffen haben, wurden enttäuscht“, rief Erdogan seinen Anhängern vor dem Sitz der AKP in Ankara zu.

„Es wird keinen Staat im Staate geben, die Stunde ist gekommen, sie zu beseitigen“, fügte der 60-jährige Regierungschef in unverhohlener Anspielung auf den islamischen Prediger Fethullah Gülen und dessen Anhänger hinzu. Die Menge schwenkte Fahnen und rief Parolen wie „Die Türkei ist stolz auf dich“ und „Gott ist groß“.

Ja, „Allahu akbar“ – unter dem Schlachtruf des Islams werden sich künftig wohl auch weiter die Entscheidungen im Land zusammenfassen lassen. Damit die nächsten Generationen auch richtig auf Linie gebracht werden, arbeitet Erdogan massiv daran, Kinder schon von klein auf zu indoktrinieren. Die Umstrukturierung des Bildungswesens schreitet rasch voran.

Die strengen, nach islamischen Regeln geführten Koranschulen, ersetzen schon in vielen Regionen vollkommen die staatlichen Schulen. Gab es davor nur zwei Stunden Religionsunterricht pro Woche, so sind es nun bis zu zehn Stunden, in denen sich die Kinder mit dem Koran, seiner Auslegung und dem Propheten Mohammed beschäftigen müssen. Leider sehen viele zwar nicht islamistisch geprägte aber doch konservative Eltern in diesen streng geführten „Bildungseinrichtungen“ ihre Kinder vermeintlich sicherer aufgehoben, als an offenen staatlichen Schulen. Und so gibt es eben für viele Schüler künftig mehr Koran und wesentlich weniger Mathematik oder Physik.

Frei nach dem Motto: „Hirn raus – Koran rein“ werden so in den kommenden Jahren immer mehr junge Menschen auf den islamdiktatorischen Weltherrschaftskurs ihres Führers einschwenken. Und jene, die sich nicht vom System Islam vereinnahmen lassen wollen, werden wohl den Weg in andere Länder suchen.

Hier der ZDF-Bericht über die Islamisierung der Schulen: