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DEMO FÜR ALLE: Großer Video- und Fotobericht

aufmacherIn der baden-württembergischen Landeshauptstadt demonstrierten am 28. Juni 2014 über 1000 Menschen eindrucksvoll für Ehe und Familie, gegen die Gender-Ideologie und Sexualisierung der Kinder. Es ist die bereits vierte Demonstration dieser Art in Stuttgart, die aus den Protesten gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung erwachsen ist. PI berichtete hier, hier und hier. Der zu Beginn der Veranstaltung einsetzende Regen tat der guten Stimmung unter den Kundgebungsteilnehmern keinen Abbruch.

(Von PI-Stuttgart)

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Hedwig v.BeverfoerdeEs sprachen auf dem Schillerplatz zwischen Stiftskirche und „Altem Schloss“ mehrere Redner aus Politik, Gesellschaft und von Familienverbänden. Auch einige Grußworte wurden verlesen. Die Kundgebung eröffnete die Initiatorin von „DEMO FÜR ALLE“, Hedwig von Beverfoerde (Foto).

birgit_kelleAls erste Rednerin sprach die bekannte Publizistin, Journalistin und 4-fache (!) Mutter, Birgit Kelle (Foto). Sie forderte, die Lufthoheit über den Kinderbetten nicht kampflos aufzugeben. Sie sprach sich dagegen aus, dass das Erziehungsrecht der Eltern immer weiter zurückgedrängt wird. „Widerstand lohnt sich“, so Kelle. Sie appellierte an alle, den Protest über Stuttgart hinaus ins ganze Land zu tragen. Sie betonte, dass auch dem christlichen Glauben gegenüber Toleranz und Respekt gezeigt werden müsse.

Guillaume GotAls nächstes sprach Guillaume Got (Foto), Koordinator Deutschland La Manif Pour Tous. Er betonte das Recht der Kinder auf einen Vater und eine Mutter und die Möglichkeit der Erziehung von Seiten der Eltern. Er berichtete aus Frankreich und über die dortigen Auswüchse der Gender-Ideologie.

 

Hubert GindertProf. Hubert Gindert (Foto) vom Forum Deutscher Katholiken, richtete deutliche Worte an die Adresse des grünen Ministerpräsidenten Kretschmann: „Sie können diesen Kulturkampf mit der Gender-Ideologie nicht gewinnen, weil er gegen die Natur, gegen die Vernunft und gegen Gott ist“. Er forderte, den Bildungsplan nicht nur zu verändern, sondern ganz zurück zu nehmen.

Eckhard KuhlaEckhard Kuhla (Foto) von Agens e.V. sprach davon, aus Unwissenden Betroffene machen zu müssen. „Wir brauchen nicht nur ein Stuttgart, nicht nur zwei Stuttgarts, sondern viele bundesweite Stuttgarts“, „Es gab ein „Stuttgart 21“, lasst uns hier in Stuttgart ein „Eltern 21“schaffen!“, schloss er seine mitreißende Rede.

Karl-Christian HausmannKarl-Christian Hausmann (Foto), stellv. Kreisvorsitzender der CDU-Stuttgart und Mitinitiator des Arbeitskreises Familie in der CDU Stuttgart: „Die Umbenennung der Leitprinzipien in Leitperspektiven ist zumindest der Versuch eines ersten Schrittes zu einem Neustart –er droht aber eine bloße Aufhübschung zu sein: In der Anhörung wurde uns aufgezeigt, dass in den neu benannten Leitperspektiven circa 90 Prozent des ursprünglichen Textes der Leitprinzipien beibehalten sind.“ An den politischen Gegner gerichtet sprach er Klartext: „Wir sind weder rechts noch extrem -wir sind die Mitte der Gesellschaft und die Stimme der ganz großen Mehrheit der Bevölkerung. Nur wer ganz, ganz links steht, dem erscheint auch die Mitte noch rechts“.

Köksal ErogluKöksal Eroglu (Foto) von der islamischen M.I.H.R. Foundation sprach auch von Werten, Familie und Verantwortung. Er betonte aber auch seine private islamische Sicht der Dinge und definierte eine „Abrahamitische Ökumene“ indem er von „Heiligen Büchern“, der Bibel und dem Koran sprach, wo „Gott“ von der Familie Abrahams berichtet. Auf der Seite der MIHR-Stiftung wird diese Einstellung und Weiteres klar ersichtlich. Es wird dort von deren Ziel gesprochen: „Alle Menschen und Religionen zu vereinen“. Ein weiterer Punkt ist dort die „Ergebung gegenüber Allah“ und dem „zurückführen der Menschen zu Allah“. Weiter heißt es, dass der Islam die einzige Religion des Universums sei. Es wird von den „Ergebenen des „Propheten“ Mohammed“ gesprochen usw…

Außerdem ist ein weiteres Ziel und das Selbstverständnis der MIHR-Stiftung: „DIE MIHR STIFTUNG IST EINE BRÜCKE DER TÜRKEI UND DES ISLAM DIE ZUR ZUKUNFT FÜHRT“, so nachzulesen auf einer Seite der Stiftung, deren Hauptsitz in Ankara ist. In Deutschland ist ihr Sitz in Waiblingen (B.-W.).

Eine Anmerkung zum Bündnis mit der islamischen M.I.H.R-Stiftung: Der Blick auf Werte allein versperrt unter Umständen die Sicht auf das Fundament. Man muss sich bei partiellen Gemeinsamkeiten auch die Frage stellen, was beim Gegenüber sonst noch Platz hat und mit im „Angebot“ steht und was für Türen man unter Umständen aufstößt!

Wer mitlaufen will, weil er das Gefühl hat in Teilen die gleichen Werte zu vertreten, dann muss man das einem Menschen nicht verwehren. Eine Plattform, um islamische Sichtweisen zu vertreten, sollte Muslimen aber unter keinen Umständen gegeben werden. Es ist schon grotesk, wenn einerseits auf der Bühne vom „heiligen Koran“ gesprochen wird wo andererseits in eben dem selben Buch gegen Juden, Christen und Andersdenkende gehetzt wird, mit Auswirkungen, wie wir sie heute im Irak, Syrien und anderen Teilen der Welt beobachten können.

Im weiteren Verlauf der Kundgebung wurden Grußworte verlesen. Dr. Bernd Kölmel von der AfD-Stuttgart sprach von Augenwischerei, den Bildungsplan lediglich um ein Jahr verschoben zu haben. Dies ziele nur darauf ab, den Protesten die Spitze zu nehmen. An die Bürger gerichtet lautete sein Appel: „Nehmt euer Recht auf Meinungsäußerung wahr – lasst euch nichts vormachen!“. „Setzt euch für euer Mitbestimmungsrecht ein – auch wenn die Herrschenden eine formale Bürgerbeteiligung nur nach Gutdünken zulassen.“

Weiters ließ Josef Dichgans von der CDL-BW ein Grußwort ausrichten. Er wies auf die herausragende Rolle der Familie für den Staat hin. Daraus leitete er ab, dass die Familie auch besonders gefördert und geschützt werden müsse.

Hans Christian FrommHans Christian Fromm (Foto) von der „Initiative Schützt unsere Kinder“ und Hauptinitiator der ersten Demo gegen den „Bildungsplan 2015“ verlass ein Grußwort von Erzpriester Ilya Limberger. Limberger beruft sich auf das Grundgesetz und betont den Schutz der Familie. Das sich Kinder in die Gefühlswelt und in Rollenspielen, in andere Geschlechter hineinversetzen sollen, kritisiert er scharf.

gabriele_kubyGabriele Kuby (Foto) wurde kurzfristig das Mikrofon gereicht. Sie sprach gewohnt engagiert. Angesichts der demografischen Lage, forderte sie die Politik auf, die Familie zu fördern. Sie forderte die Anwesenden auf, über Gender aufzuklären, mit den Menschen zu sprechen. „Auf unserer Seite sind die starken Kräfte: die Vernunft, die Natur und Gott“, schloss Kuby ihre spontane Rede.

Im Anschluss an die Reden und Grußworte startete der Demozug durch die Stuttgarter Innenstadt. Bei Sonnenschein ging es vom Schillerplatz vorbei am „Neuen Schloss“, durch den Schlossgarten, bis vor das Stuttgarter Staattheater.

Hier der Demozug im Video:

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Direkt am Startpunkt der Demoroute vor dem „Alten Schloss“, versuchten linksradikale Gegendemonstranten die Gitter niederzureißen.

Direkt unter den ausgebreiteten Armen der Christusstatuen-Kopie formierte sich die Gewalt.

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Eine unbeteiligte Person wurde durch einen Böller verletzt. Außerdem wurde im weiteren Verlauf ein parkendes Auto beschädigt und über 100 Gegendemonstranten in Gewahrsam genommen. Zwischen 800 und 1000 Polizei-Beamte waren im Einsatz um die Meinungsfreiheit zu garantieren.

Wie die Gegenseite Meinungsfreiheit interpretierte zeigt folgendes Bild.

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Hier einige Plakate der Gegendemonstranten:

Er sieht wohl überall Nazis.

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Er wollte auch irgendetwas damit sagen:

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Vorbei am „Neuen Schloss“:

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Im Hintergrund die Stuttgarter Stiftskirche, Ausgangspunkt der Demo.

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Viele Familien mit ihren Kindern nahmen an der Demo teil.

Plakate der Demonstranten:

Im Schlossgarten ging es noch am See vorbei.

Vor dem Staatstheater sammelten sich alle.

Auch die Gegendemonstranten hatten noch einmal ihren Auftritt und gingen teilweise durch den trüben See um doch noch wahrgenommen zu werden.

Dank der Polizei, die großartige Arbeit leistete und sich gegenüber der vorangegangenen Demo noch einmal steigern konnte, ging der großangekündigte Gegen-Protest nicht nur sinnbildlich baden.

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Als Gruß und Aufforderung an die Landesregierung endlich den Bildungsplan zurück zu nehmen, stiegen die zahlreichen zuvor verteilten roten und blauen Luftballons in den Himmel.

Zum Abschluss skandierte die Menge jetzt schon zum vierten Mal: „Wir kommen wieder!“ Für die Zeit nach den Sommerferien wurde bereits die nächste Demo angekündigt.

Wer sich die Reden im Ganzen ansehen möchte hat im folgenden Video die Möglichkeit dazu. Zu Anfang des Videos ist auch das Anrennen linker Gegendemonstranten gegen die Absperrgitter zu sehen:

Presseberichte: