Der Mehrfachmörder und (ehemalige?) RAF-Terrorist Christian Klar hat bekanntlich ein Gnadengesuch auf vorzeitige Haftentlassung beim Bundespräsidenten gestellt. Linke und Grüne sind selbstverständlich begeistert, die Angehörigen der Opfer hingegen entsetzt. Nun hat er in einer eigenartigen Grußbotschaft für die Teilnehmer der von der marxistischen Tageszeitung Junge Welt organisierten Rosa-Luxemburg-Konferenz seiner „Hoffnung auf eine baldige Niederlage der Pläne des Kapitals“ Ausdruck verliehen.

In dem Schreiben, das Klar zum 13. Januar verfasst hatte, das erstmals am 15. Januar veröffentlicht und am 31. Januar ein weiteres Mal in der Jungen Welt abgedruckt wurde, heißt es unter anderem:

wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die propagandistische Vorarbeit leisten dabei Regierungen und große professionelle PR-Agenturen, die Ideologien verbreiten, mit denen alles verherrlicht wird, was den Menschen darauf reduziert, benutzt zu werden.

Trotzdem gilt hier ebenso: »Das geht anders«. Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen? Die spezielle Sache dürfte sein, daß die in Europa ökonomisch gerade abstürzenden großen Gesellschaftsbereiche den chauvinistischen »Rettern« entrissen werden. Sonst wird es nicht möglich sein, die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen.

Es muß immer wieder betont werden: Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, daß die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potentiale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind.

Von „Kraft zum Kämpfen“ redet er noch immer, von Reue dagegen keine Spur. Die Junge Welt spricht von Klar ehrfurchtsvoll wie von einem Widerstandskämpfer und bezeichnet ihn als „ehemaligen Angehörigen der Rote-Armee-Fraktion (RAF), seit 1982 inhaftiert und 1985 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt“. Der Terrorist kommt nicht vor, der Mörder auch nicht. Trotzdem hat Klar bereits ein positives Gutachten bekommen:

Der Freiburger Kriminologe Helmut Kury, der ein für den Gnadenentscheid wichtiges Gutachten verfasst hatte, zeigte sich überrascht von den Äußerungen. „Er hat sich sicherlich nicht genützt damit.“ Jeder normale Bürger werde sagen, Klar sei unverbesserlich. Der Text bewege sich in den RAF-Gedankengängen von damals. „Daraus kann man aber nicht schließen, dass er zu denselben Taten geneigt ist wie damals“, sagte Kury zu „Report Mainz“.

Für Wolfgang Kraushaar vom Institut für Sozialforschung in Hamburg ist das Statement von Klar ein eindeutiges Bekenntnis zum „antiimperialistischen Kampf“.


Video-Quelle: Outcut TV

Auch der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger erkennt die verwendeten „verquasten“ Sätze wieder, die mit denselben Begriffen arbeiten wie früher. Dennoch hält Professor Kury an seinem positiven Gutachten fest. Schließlich könne man daraus, dass Klar noch dieselben Gedankengänge wie damals verfolge, doch nicht automatisch schließen, dass er auch zu denselben Handlungen fähig sei. Nein, Kury, wir glauben auch ganz fest, dass ein guter Kern ganz tief drinnen sogar in Klar steckt. Er konnte sich bloß nicht so gut weiterentwickeln, weil er seit fast 25 Jahren in Haft sitzt.

Der Freiburger Kriminologe Helmut Kury bezeichnete die Äußerungen Klars als «singulär und politisch unklug». Er sei sich allerdings sicher, dass Klar «selbstverständlich nicht mehr zur Gewalt zurückkehren werde». Keinen Zweifel hat Kury am Ergebnis seiner für den Gnadenentscheid wichtigen Studien über den früheren RAF-Terroristen: «Auf mein Gutachten hat die jüngste Stellungnahme Klars keinen Einfluss», sagte Kury der dpa. In seinem umfassenden Gutachten kam Kury zu dem Schluss, dass sich Klar früher oder später bei den Angehörigen der RAF-Opfer entschuldigen werde.

Dazu fehlen einem dann wirklich die Worte. Das sind genau die Gutachter, die auch verurteilte Kinderschänder immer wieder auf Menschenjagd gehen lassen. Widerliche, arrogante Wichtigtuer, denen das Wohl der Allgemeinheit völlig gleichgültig ist. Wenigstens hat Klar es geschafft, die Stimmen, die sich gegen seine Begnadigung aussprechen, zu mehren.

(spital8katz, Gerhard B. und Tom A.)

» Outcut TV: Alles klar, Christian
» Düsseldorf-Blog: Christian Klar: „Den Rechten der Massen wieder Geltung geben“
» Fakten & Fiktionen: Christian Klar – ein eiskalter Killer

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14 KOMMENTARE

  1. Die langen Knastjahre haben ihn nicht reifen lassen.

    Sicher kommt er bald raus, Buch schreiben, Talk-Shows, Stütze ………….

    Wir erhalten den Verbrecher weiter in Lohn und Brot des Staates. *würg*

  2. „Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, daß die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können,…“

    Wenn mir jemand erzählen will, das etwas für etwas reif ist, dann werde ich immer ganz kribbelig. Was, wenn der Reifeprozess dann doch nicht so ist, wie man das erträumt? Darf man dann nachhelfen? Notfalls mit ein bischen Erschiessen oder Einsperren oder Berufsverbot? Darf man?

  3. #2 Ist er er jetzt ein Wiedergeborener ?

    Notfalls mit ein bisschen Erschiessen oder Einsperren oder Berufsverbot? Darf man?

    Einsperren ja – lebenslang. Sollte man.

  4. Tja, Herr Klar, klare Worte, deshalb:
    „Ziehen Sie nicht über Los und auch keine €4.000,- ein. Gehen bzw. bleiben Sie direkt ins bzw. im Gefängnis.“

    Frau Rosa Luxemburg soll ja mal gesagt haben:
    „Die Revolution sagt: ich war, ich bin, ich werde sein!“
    Bei mehrfach lebenslänglich viel Zeit, um zu sein.

    Mmmh, wenn die Worte von Klar offiziell Grund genug sind, um diesen im Knast zu belassen (hoffentlich!), so müßte man eigentlich alle seine Unterstützer … .

  5. Mit dem Spruch von der Hoffnung auf den Niedergang des Kapitals
    hat er sich doch als harmloser Irrer geoutet.

    Sorry, sollte heissen
    hat er sich doch als Irrer geoutet

  6. Der Klar wäre leicht zu demaskieren:
    denn: „Christians Klar-Text: „Hoffen auf Niederlage des Kapitals“

    und was kommt dann ??? Das sozialistische Paradies ?? Hatten wird schon ….

    Diese Frage wird er außerhalb seiner üblichen Phrasen NICHT beantworten können.
    Und alles was an Antwort kommen könnte gab es ja schon mal bis Ende 1991.

    Wenn der in eine Talkshow kommen sollte hoffe ich das es Friedmann ist der den Klar richtig auseiandernimmt.

    Aber was rede ich die EX RAFFIS sind ja alle
    schon ne Art „Superstars“ bei den Hohlköppen mit che Shirt.

    Das wird das wirkliche Problem werden.

    Eine neue Art ASSI RAF 2007 aus Kulturbereicheren linksdummen rechtsdummen usw.

    ca

  7. Warum sollte er sich die Mühe machen, Reue zu zeigen? Er weiß offensichtlich, dass er auch ohne Reue rauskommen und bestens versorgt werden wird.

  8. …wenn Schwerstverbrecher Zeit haben, so `rumzuphilosophieren, muß man einfach feststellen, daß in deutschen Knästen zu wenig gearbeitet wird! Das kann man doch abstellen, oder?

  9. „Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, daß die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können,…“

    Es ist bezeichnent, dass das Geplärre eines kranken Hirns in der kommunistischen Jungen Welt abgedruckt wurde, reflektiert sich darin doch der marxistsche Erlösungsglaube an die historische Notwendigkeit des Sozialismus die selbstverständlich nach wie vor handlungsleitend für die Täter, Kinder und Kindeskinder der SED Tyrannei ist. Die wissen was das kranke Hirn wirklich meint.

    Und die sind auch nicht lernfähig. Sie wollen nicht begreifen, dass die Welt geschichtlich reif dafür ist, endlich die Lehren aus den im hundertmillionenfachen Mord geendeten sozialistischen Experimente zu ziehen.

    Und die Lehre lautet ganz einfach: Erstens Nie wieder und zweitens stoppt die Täter, Kinder und Kindeskinder der SED Tyrannei.

  10. In Italien haben sich die Roten Brigaden neu formiert.

    Christian Klar wittert Morgenluft, eine Rückkehr des roten Terrors unterstützt durch den Iran ist nicht auszuschliessen.

    Ausser der Iran wird schon vorher militärisch gebodigt, diese Hoffnung wird von Tag zu Tag grösser.

  11. Rote Brigaden machen wieder Angst
    Es ist, als werfe die Vergangenheit einen dunklen Schatten über Italien. 500 Spezialfahnder, mit schweren Waffen und schwarzen Kapuzen, greifen in mehreren Städten gleichzeitig zu. Insider sprechen von einer Polizeiaktion, wie sie das Land seit langem nicht mehr gesehen hat. Es geht gegen einen Feind, den viele in Italien längst überwunden glaubten.

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    ROM. Während in Deutschland die ehemalige RAF-Aktivistin Brigitte Mohnhaupt freigelassen werden soll und die Bedrohung durch den Linksterrorismus als überwunden gilt, ist in Italien nach den Erkenntnissen der Fahnder eine „neue Generation“ der kommunistischen Roten Brigaden herangewachsen. 15 Festnahmen in Mailand, Turin und Padua, umfangreiche Waffenfunde, gefälschte Dokumente – das ist die erste Bilanz der Fahnder.

    Mehrere Anschläge sollen geplant gewesen sein, unter anderen gegen Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und den Energieriesen ENI. Innenminister Giuliano Amato ist überzeugt, dass es durch den Zugriff gelungen sei, ein Attentat zu vereiteln – die erste große Aktion hätten die Inhaftierten für Ostern geplant. Schießübungen habe die Gruppe bereits absolviert.

    „Als wäre ein Gespenst zurückgekehrt, das wie völlig aus unserem Leben verbannt hatten“, kommentiert die römische Zeitung „La Repubblica“. Tatsächlich scheint vieles wie ein „Déj? -vu“ aus den „anni di piombo“, den bleiernen 70er Jahren, in Italien: Wie damals erklären sich die Inhaftierten auch diesmal zu „politischen Gefangenen“, die Feinde sind erneut die Vertreter des „kapitalistischen Systems“, vom „bewaffneten Kampf“ und der Mobilisierung der Massen ist die Rede. Diesmal nennt sich die Gruppe „Kommunistische Partei – politisch-militärischer Arm“.

    Was besondere Sorge bereitet: Zahlreiche Verdächtige waren in der kommunistischen Gewerkschaft CGIL aktiv. Gewerkschafter äußern sich in ersten Reaktionen schockiert über diese Unterwanderung. „Wir hätten uns niemals gedacht, dass es derart aggressive Kräfte in unseren Reihen geben könnte.“ Zudem berichten Medien auch von Verbindungen zur Mafia. „Es scheint, als hätten einige der Brigadisten den Schutz der Bosse gesucht.“

    Allerdings sind in der neuen Gegneration nicht nur 20- und 30- Jährige dabei: Anführer sei der 50 Jahre alte Alfredo Davanzo, der schon seit über zehn Jahren gesucht werde. Er sei zwar schon 1998 in Frankreich festgenommen worden, doch die Behörden hätten ihn wieder auf freien Fuß gesetzt. Später sei er illegal nach Italien eingereist. „Chefideologe“ der Gruppe sei der 49-jährige Claudio Latino, ebenfalls seit langem auf der Fahndungsliste – er habe in abgehörten Gesprächen für den Einsatz von Autobomben plädiert. Als Unterschied zur ersten Generation der Brigaden fällt auf: Frauen und Studenten sind stark unterrepräsentiert.

    Allerdings, bei aller Bestürzung über das Wiederaufleben der alten Geister: Wirklich verschwunden war der Spuk in Italien nie. Immer wieder gab es Anschläge, es flogen nicht nur Brandsätze gegen Behörden und Polizeistationen, auch die politische Mordserie konnte nie ganz unterbrochen werden. 1999 etwa wurde in Rom Massimo D‘ Antona, ein Top-Berater im Arbeitsministerium, auf offener Straße erschossen, im Jahr 2002 in Bologna Marco Biagi, ebenfalls ein Regierungsbeamter. Ihre Verbrechen in den Augen der Täter: sie hatten bei Reformen des Arbeitsrechts und des Kündigungsschutzes mitgewirkt.

    Die Roten Terroristen arbeiten schon mit den Erzkapitalisten aus der Mafia zusammen.

    Der Iran mit Chavez und Ortega.

  12. Das Traurige an Klar und Co. ist, dass sie noch nicht einmal konkret sagen können, was sie sich unter einer idealen Welt vorstellen. Es kommt das übliche formalistische Geschwafel, der uralte Sozialismus-Sprech.
    Eigentlich buhlt man nur um Anerkennung und fühlt sich den zu befreienden Dummies haushoch überlegen.
    Typen wie er sind weder sozial noch avantgardistisch oder gar intellektuell. Einfach nur bösartige Narzissten, Herrenmenschen mit rotem Anstrich.
    Banale Mörder.

  13. Und das Allertraurigste ist, mit wem will er die schönere Welt aufbauen, wenn der Angestellte von Siemens, Bayer oder Opa Krauses Bratpfannenfabrik nicht mitmachen will. Und dass er das jemals will, danach sieht es nicht aus.

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