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Soldaten sind Mörder – oder Schlampen

KulturbereichererDie Frage, ob ich aufgrund der tief in unserer Gesellschaft verankerten Ablehnung gegenüber dem Militär meinen Traum, Soldat zu werden, überdenken sollte, stellte sich mir nie. So war ich aus meinem Abiturjahrgang eine der wenigen Personen, die den Wunsch, in der Bundeswehr zu dienen, hegte. Mir war selbstverständlich bewusst, welch strenger Gegenwind für mich wehen würde.

(Gastbeitrag von Schwarzer Kristall zur PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”)

Diffamierungen aus meinem äußerst links-pazifistisch bis kommunistischem Umfeld wurden hingenommen, es war mir wichtiger, meinen Traum zu verwirklichen. Worauf ich mich nicht eingestellt hatte, war mein zukünftiges Verhältnis gegenüber unseren Mitbürgern mit Migrationshintergrund aus dem islamischen „Kultur“kreis.

Der erste Verdacht, dass etwas verkehrt liefe, beschlich mich in der mehr berühmt- als berüchtigten Grundausbildung. Voller Enthusiasmus und mit glänzenden Augen sog ich alles auf, was unser von mir ehrlich hochverehrter Zugführer uns unterrichtete. Doch welch Enttäuschung, kroch dieser auf einmal präventiv zu Kreuze: so entschuldigte sich der gute Mann als erstes vorsorglich dafür, wenn sich durch irgendeine seiner (politisch vollkommen korrekten) Äußerungen einer der anwesenden muslimischen Kameraden in ihren religiösen Gefühlen beleidigt fühle! Ein Schlag ins Gesicht, mein Respekt für diesen Offizier sank erdrutschartig. An dieser Stelle sei erwähnt, dass besagte muslimische Kameraden vollkommen integriert ihren Dienst versahen, bis auf den Verzicht auf Schweinefleisch gab es absolut keine Auffälligkeiten. Dies zu ihrer Verteidigung. Doch die Linie, auf die unsere jungen Offiziere offensichtlich getrimmt werden, zog sich weiter durch meine Ausbildung.

Ein anderer Kamerad, seines Zeichens Oberleutnant und durchaus engagiert dabei, beging den Kardinalfehler, sich in einer Unterrichtspause mit mir auf eine Diskussion über die Verfassungskonformität des Koran einzulassen, nachdem ich vorsichtig kritisierte, was er im Unterricht bezüglich dieses Themas von sich gegeben hatte. Rücksichtsvoll, wie ich war, tat ich dies in der Pause, ich hätte ihn auch vor versammelter Mannschaft auflaufen lassen können. Und wieder wurde ich schwer enttäuscht. Vergewaltigungssure, Anstachelung zu Hass gegenüber Andersgläubigen (dieser Offizier war bekennender Christ!) – nie gehört, das sei doch „Unsinn“. Ich zitierte Sure um Sure, bis er das Totschlagargument darbrachte, es müsse an meiner Übersetzung liegen. Als ich mich erkundigte, von wem denn seine Übersetzung sei, konnte er dies nicht beantworten. Meiner Bitte, sein Exemplar doch mitzubringen, kam er in den nächsten Wochen selbstverständlich nicht nach. Das Gespräch wurde letztlich dahingehend abgewürgt, dass er mich quasi Kraft seines Amtes ruhig stellte. Wenn es an Argumenten fehlt, setzen wir doch einfach auf die gute, alte Hierarchie, um die Untergebenen mundtot zu machen.

Nach diesen Vorkommnissen schraubte ich meine Erwartungshaltung zurück, um weiteren Enttäuschungen vorzubeugen. Ungemach drohte dann von neuer Seite – der, vor der ich die ganze Zeit gewarnt hatte. Die Kaserne meiner Stammeinheit, also der Einheit, in der ich Dienst tue, wenn ich mich nicht auf Lehrgang, im Einsatz oder anderweitig eingespannt befinde, steht in unmittelbarer Nähe einer Moschee. Nun kann ich mir quasi aussuchen, als was ich beschimpft werde, wenn ich nach Dienst die paar Meter zum Supermarkt zurücklegen oder einfach frische Luft schnappen möchte.

Bewege ich mich in Uniform nach draußen, bin ich der Nazi, der Fascho, das volle rechte Programm. Ich sehe mich mit Gruppen von „Südländern“ konfrontiert, und muss mir große Mühe geben, mir mein Unwohlsein nicht anmerken zu lassen, da man nie vorhersagen kann, ob die Herrschaften handgreiflich werden, was mir bis jetzt erspart wurde. Spucken, schimpfen und das Verstellen des Weges bin ich ja schon durch die linken Teile der Bevölkerung gewohnt, die mir allerdings tendenziell eher Begriffe wie „Mörder“, „Kriegstreiber“ oder ähnliches hinterherrufen – in diesen Fällen äußerst spaßig, sich auf Diskussionen einzulassen, da ich mich als durchaus eloquent und politisch gebildet einschätze und schon so manchen Verfassungsfeind einfach totgeredet habe.

Doch zurück zur Wahl meiner Diffamierung. In Uniform bin ich also der Nazi – doch was bin ich, wenn ich mir die Mühe mache, mich in zivil umzukleiden? Sehr naheliegend: dann bin ich die Schlampe, die Hure oder ähnliches. Und das bezieht sich nicht unbedingt darauf, dass ich ob der sommerlichen Temperaturen die Frechheit besitze, etwas Bein, Arm oder gar Bauch zu zeigen, was ich bei einer nicht völlig unansehlichen jungen Frau für vertretbar halte. Nein, ich kann auch im Wintermantel auftreten, ich sehe mich wieder von Gruppen bärtiger Gesellen bevölkert, die mich als ehrlose Schlampe beschimpfen. Kopftuch olé?

Ich bin lieber der Nazi als die Schlampe, es erscheint mir sicherer. Traurig ist Beides. Was mich in diesen Momenten massiv stört, ist aber gar nicht das Gerede, denn ich habe ein dickes Fell. Es ist die Tatsache, dass sicherlich einige dieser Mitbürger über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen – und ich einen Eid geschworen habe, diese Menschen zu beschützen. Und das im äußerten Fall sogar mit meinem Leben. Das ist es, was mich beunruhigt. Und das ist es, was mir manchmal Zweifel verursacht, ob es richtig war, mir diesen Traum zu verwirklichen.

Alle auf PI veröffentlichten Gastbeiträge zur laufenden PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”, küren wir mit dem neuen Buch von Udo Ulfkotte „Vorsicht Bürgerkrieg“. Wir bitten daher alle, deren Beitrag bei uns erschienen ist, uns ihre Anschrift mitzuteilen, damit wir ihnen ihr Buch zustellen können.

Bisher erschienene Beiträge zur PI-Serie:

» Kulturbereicherung von Kleinauf
» Beschimpfungen, Aggressionen und vieles mehr…
» Gefühl, im eigenen Land auf der Flucht zu sein
» Erfahrungen eines Hauptschullehrers
» “Ruhe, ihr deutschen Drecks-Schlampen”
» Kulturbereicherung im Krankenhaus
» Von bereicherten Löwen und grünen Antilopen