Am 8. Januar 2012 starb der liberale Publizist Roland Baader, der einen treuen Fanclub hatte. Das aktuelle ef-Magazin widmet ihm faktisch das ganze Heft, was etwas übertrieben erscheint. Viel besser sind Baaders eigene Texte. Kurz vor seinem Tod gab er ein letztes Interview, aus dem wir den letzten aktuellen Abschnitt dokumentieren. Es geht um unsere nicht allzuferne Zukunft. Vor allem die letzte Antwort hat es in sich:

ef: Es gibt Umfragen in Deutschland, die aussagen, dass sich die Bürger eher mehr statt weniger Steuern wünschen. Woher kommt diese Lust der Bürger darauf, ihr halbes Arbeitsleben für den Staat zu arbeiten?

Baader: Die Staatsgläubigkeit ist ein uraltes Phänomen. Ebenso der Neid und die Trägheit. Rund Dreiviertel der Bevölkerung ist in irgendeiner Weise direkt oder indirekt vom Wohlfahrtsstaat abhängig. Sie wissen oder ahnen, dass Steuerkürzungen oder sinkende Staatsverschuldung ihre Privilegien und Almosen gefährden. Also sind sie dagegen. Außerdem hoffen sie, dass die Umverteilung von oben nach unten hei hohen Steuern besser funktioniert als bei niedrigen. Hinzu kommt, dass nur ganz wenige Bürger verstehen, wie Markt und Kapitalismus ihr Leben verbessert und sie vor dem Hungertod und der Knechtschaft bewahrt haben. Die meisten verstehen nicht, dass die Volkswirtschaft ein biologisches System ist und kein mechanisches. Also halten sie alles für machbar und wollen, dass die politischen Macher das notwendige Geld dafür bekommen. Ein schrecklicher Irrtum. Der Staat kann kein Problem dauerhaft lösen, er ist das Problem.

ef: Sie haben die amerikanische Bankenkrise vorausgesehen. Nun sehen Sie auch Europa vor einem Wirtschaftscrash. Gibt es keine Rettung mehr?

Baader: Nein. Der „point of no return”, der Zeitpunkt, an dem noch eine Umkehr möglich war, ist schon lange überschritten. Nur mit der genannten Parallelwährung könnte wenigstens das Schlimmste gemildert werden, sofern es sich um echte private Marktwährungen handeln würde, am besten auf Basis von Gold und Silber – und voller Haftung der Emittenten.

ef: Abschließend: Was kommt nach dem großen Crash?

Baader: Eine Währungsreform zu Lasten der Bürger. Jeder sogenannte „Staatsbankrott” ist in Wahrheit ein Bürgerbankrott, denn der Staat hat kein eigenes Geld. Wahrscheinlich kommen auch Bürgerkriege oder ein großer Ablenkungskrieg sowie eine Explosion der Kriminalität, große Aufstände und totalitäre Maßnahmen, Enteignungen großen Stils, marodierende Banden, der Aufstieg von diktatorischen Radikalinskis und ein Gefängnisstaat mit Polizei und Militär als Schergen der politischen Zampanos. Ganz zu schweigen von Hungersnöten, Lebensmittelkarten und jahrelangem Dahinsiechen der Volkswirtschaften.
Die einzig mögliche Rettung wäre: Den Markt alles bereinigen lassen, eine große Depression durchstehen, und dann die Marktwirtschaft wieder ungestört von Politik ihre Arbeit machen zu lassen. Denn nur Marktwirtschaft ist gleichbedeutend mit Freiwilligkeit und Frieden, mit gesichertem Eigentum und Wohlstand – also mit persönlicher Freiheit.

Wer sieht das außer Baader (und mir) auch so?

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83 KOMMENTARE

  1. Den Ansichten, die in eigentümlich frei geäußert werden, pflichte ich größtenteils bei, so auch in diesem Fall. Nur den Texten Lion Edlers, die den Islam verniedlichend darstellen, kann ich nichts abgewinnen.

  2. Ich sehe das genau so wie Roland Baader, schon seit geraumer Zeit.

    Es ist aber sicherlich auch in Zukunft eine Minderheitsmeinung, denn es widerspricht den Gepflogenheiten der Herde.

  3. Rund Dreiviertel der Bevölkerung ist in irgendeiner Weise direkt oder indirekt vom Wohlfahrtsstaat abhängig.

    Bei uns in CH sind wir vielleicht noch nicht ganz soweit, aber wenn mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten vom Wohlfahrtstaat abhängig ist, so ist keine bürgerliche Politik mehr zu machen.

    Das Ergebnis linker Politik ist eine immer höhere Staatsquote und damit einhergehend eine höhere Staatsabhängigkeit und damit ein Austrocknen der bürgerlichen Wählerschaft.

  4. Nachrufe auf Roland Baader hat man bezeichnender Weise, praktisch nur in non-MSN’s lesen können.
    Sein freies und liberales Gedankengut, ist bei der herrschenden Schicht nicht beliebt.

  5. (Hat da jemand meine Bemerkung von vor ein paar Tagen aufgegriffen?)

    @kewil

    Wie stehst du zum Gewaltmonopol des Staates? Ist das eine Aufgabe, die man privatisieren sollte?

    Weiterhin:
    Das mit der Banken-/Finanzkrise hören wir seit mehr als 10 Jahren. Auch Budde hat in seinem Buch Heiliges Reich – Republik – Monarchie vom baldigen Untergang unserer Gesellschaft geredet. Nichts ist seitdem untergegangen – der Wahnsinn (Gender, Islamisierung, Euro/Europa) geht vermehrt weiter.

    Gold und Silber wird man dann verbieten, wenn es die einfachen Menschen am meisten brauchen werden. So wie es Roosevelt (bei Gold) getan hat.

    Natürlich müssen wir zurück zur Marktwirtschaft – zur sozialen Marktwirtschaft und nicht zum Manchester-Liberalismus-Kapitalismus!

    Das bedeutet aber auch weniger Subventionen für die Industrie – und deren Geschrei kann ich mir schon lebhaft vorstellen. Denn auch dort will man nicht mehr ohne die staatliche Umverteilung wirtschaften müssen!

  6. Die Libertären meinen aber leider auch, sie hätte den Stein der Waisen gefunden und bei Heilslehren aller Art, gilt es einen Schuss Skepsis walten zu lassen.

    Ceteris paribus ist ja alles soooo logisch – die Welt ist aber nicht ceteris paribus und die Handelnden der „Marktwirtschaft“ oder auch des „Kapitalismus“ wollen, frei nach Nietzsche, wie alle Lust, Ewigkeit, sprich, sie tendieren zu Kartellen, Oligopolen, Monopolen, Sklavenwirtschaft etc. …

    Als konservativer, der den Menschen als „Mängelwesen“ auffasst, kann ich daher der Faszination, die dieser Lehre ausgeht, nicht ganz folgen – allerdings: Mein Konservativismus geht nicht zu einer blinden Staatsgläubigkeit. Der Staat ist als Menschenwerk genauso Mängelbehaftet, wie der Mensch selber und bedarf daher Kontrollen und Selbstregulierungsmechanismen, wie sei ein liberaler Rechtsstaat kennt – hier bin ich dann wieder bei den Liberalen.

    B.t.w.: Wenn alle Arbeitnehmer ihr volles Gehalt Brutto einschließlich Arbeitgeberabteilen überwiesen bekommen würden und dann selber dafür sorgen müssten, dass Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an den Staat abgeführt werden, dann gäbe es sehr schnell einen echten Volksaufstand und Dinge wie Hartz IV gäbe es auch nicht – schon gar nicht für Ausländer …

  7. In Neuseeland haben sie vor ein paar Jahren von heute auf morgen alle Subventionen in der Landwirtschaft eingestellt. Im Vorfeld gab es ein großes Geschrei. Nur ein paar Monate später hatte sich alles wieder beruhigt und die Preise waren so, als hätte es nie eine Krise gegeben.

  8. off-topic:

    Gestern meldete der WDR in den 20-Uhr-Nachrichten, dass zu den von der CDU zur Wahl des BRD-Präsidenten entsandten Vertretern neben Alice Schwarzer auch die, so der WDR wörtlich, Türkin Mevlüde Genc aus Solingen gehört.

    Wow!

    Eine Türkin darf zur Bundesversammlung? Ist das zulässig?

    Danke, CDU. Ich weiss schon, warum ich euch schon lange nicht mehr wähle.

  9. Wer kennt einen islamkritischen Anwalt mit dem Spezialgebiet „Hochseerecht“. Bitte dringend weiterleiten – er soll sich an PI-wenden oder an mich. Ich möchte Staatenlosen und sonstigen Gewaltverbrechern einen Hochseekahn bauen.
    Rendite etwa 6,5%

  10. Ich habe das Heft und ich finde es ganz und gar nicht übertrieben. Baaders eigene Schriften sind gut erhältlich und stehen für sich selbst, die muß man nicht nochmal in einer Zeitschrift abdrucken. Baader sollte zur Pflichtlektüre an den Schulen gehören, aber das bleibt wohl noch für lange Zeit ein Traum.

  11. Ergänzung: (Bezug auf „soziale Marktwirtschaft) Weil eben auch wieder nur durch Besteuerung, also durch staatliche Intervention ermöglicht.

  12. In Europa geht der Trend dahin, das eine immer größere Schicht Normalverdiener durch Abgaben in die Transferempfängerschaft gezwungen und damit abhängig wird. Dem „Politiker“ verschafft dies das notwendige Gefühl, Millionen armer Menschen zu helfen und nicht müde zu werden, nur dies zu wollen, die „soziale Gerechtigkeit“. Auf der anderen Seite entwickelt die Industrie den notwendigen Respekt vor den Volksvertretern, sie mit allerlei Vergünstigungen und Geschenken zu umgarnen, da nur wer sich Steuerschlupflöcher, Staatsaufträge und Subventionen erschleicht, dauerhaft im „Wettbewerb“ behauptet und bevor man sich versieht, gehört der Staat wieder ganz den Parteien.

    Wer auf Freiheit und Eigenverantwortung steht, hat einen schweren Stand.

  13. Ich kenne Baader durch die Achse des Guten. ef beziehe ich seit zwei Monaten im Abo. Sehr empfehlenswert. Über diese Quellen stößt man auf interessante Literatur, die einem (auch ökonomisch) die Augen weit öffnet.

    Ja, ich sehe das auch so.

  14. #12 Pro West (26. Feb 2012 21:06)

    Warum war die soziale Marktwirtschaft in Deutschland so erfolgreich?

  15. Weil es eine Liberalisierung im Gegensatz zum vorherigen System gab. Der Sozialstaat war nicht so sehr ausgebaut, Familie war wichtig, Steuern waren auch noch nicht im großen Stil verschwendet worden. Dies änderte sich aber nach und nach. Wie damals bei Bismarck der die Sozialversicherungen auf Druck der Linken hat einführen lassen. Ist aber auch egal, jedwede Intervention des Staats in den Marktmechanismus sorgt für eine Nichtfunktion. Daran geht aber der Staat kaputt, nicht die Marktprinzipien. Warum haben sozialistische Staaten solange überlebt ? Weil man graue und schwarze Märkte duldete.

  16. Ich freue mich, dass PI sich mit diesem Beitrag zu libertären Positionen bekennt. Wem ökonomisch rechte Sichtweisen gefallen und das sollte man mit Blick auf die jüngere menschliche Entwicklung seit der Industrialisierung, dem kann ich nur das Buch von Johan Norberg „Das kapitalistische Manifest“ empfehlen. Ist zwar schon etwas älter( etwa 10 Jahren), gibt aber einen Überblick über die ökonomische Entwicklung bis 2002. Vor allen Dingen räumt das Buch mit vielen linken Mythen hinsichtlich Afrika und Kolonien auf.

    Schöner Artikel, zumal sich auf PI im Kommentarbereich in der Vergangenheit zunehmend falsche ökonomisch linke Sichtweisen eingeschlichen haben.

    Wer Wohlstand schaffen will, braucht ökonomischen Liberalismus und Marktwirtschaft.

  17. Das man sowas überhaupt noch irgend wo lesen kann, tut richtig gut.
    In den MSM hört man nur Staat, Staat, Staat, Staat…….

  18. Die BRD ist, wie die EU ja auch, eine gigantische Umverteilungs- und Subventionsmaschinerie, die von einem Heer an Beamten bedient und erhalten werden muss. Unsere Steuern- und Abgabenlast wäre minimal, würden wir radikal sämtliche Subventionen,Vergünstigungen, Ausnahmeregelungen….auf ein Minimum reduzieren.

    Dennoch kann ich folgenden Satz nicht unterstützen:

    „Denn nur Marktwirtschaft ist gleichbedeutend mit Freiwilligkeit und Frieden, mit gesichertem Eigentum und Wohlstand – also mit persönlicher Freiheit.“

    Marktwirtschaft gleichbedeutend mit Frieden? Im Sozialismus, auch im gemäßigten deutschen, beruft man sich auch immer auf den (sozialen) Frieden.

    Keine menschliche Ideologie bringt uns dauerhaften Frieden und Freiheit. Auch nicht die Marktwirtschaft!

    eragon

  19. Ergänzung: Natürlich ist die Marktwirtschaft keine Ideologie…der Glaube daran, also der Liberalismus, aber durchaus.

  20. Hallo?Aber gerade der Regelbefreite Finanzmarkt hat uns die Letzten Krisen eingebrockt.
    Der Markt regelt alles sollte sich eigenlich erledigt haben.

  21. OT

    Betrifft geregelte Zuwanderung.
    Bitte voten!

    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/ql?cms_idIdea=1713

    Leute, Entschuldigt bitte das ich und einige Gleichgesinnte hier des öfteren werben. Aber wie wir gesehen und auch gehört haben, wird die Reihenfolge was vorne liegt, von anderen bestimmt.
    Also sollten, nein, müssen wir mehrere Positionen, die unsere Interessen vertreten, ganz vorne haben.
    Wir würden uns auch um weitere Unterstützung sehr freuen.
    Danke für euer Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daddy

  22. Wer sieht das außer mir (uns) genau so?

    Marktwirtschaft – haben wir die Falsche?
    Der Herr Baader, hier nur kurz zitiert, äußerte, man solle die Marktwirtschaft ohne politischen Eingriff die Märkte regulieren lassen.
    Wie wenig politischen Eingriff meint er?
    Die sogenannte freie Marktwirtschaft meint er hoffentlich nicht – sie ist ein gescheitertes Modell und wird üblicherweise kurz skizziert mit dem Vergleich des freien Fuchses im freien Hühnerstall.
    Gelenkte Marktwirtschaft (Planwirtschaft) ist auch nur eine Sackgasse (mir fehlt hier der Platz für Erläuterungen und ich möchte Ihre geneigten Leser nicht langweilen).
    Welche Marktwirtschaftsform haben wir momentan:
    Die rheinische Marktwirtschaft (soziale Marktwirtschaft) – kein gutes System – schauen Sie sich nur um!
    Ja, welches System denn dann?
    Das Problem ist kein Problem des Systems der Marktwirtschaft!
    Jedes der genannten Modelle könnte funktionieren – das Problem liegt im Währungssystem und in der Politik!
    Laßt uns also über unser Währungssysteme und Finanzreformen reden und nicht über Marktwirtschaft.
    Folgende zwei Punkte müssen Grundlage jeder Währung sein: das Währungssystem muss wertbasiert sein und darf keine „Schuldengeneratoren“ aufweisen.
    Also – weg vom Papiergeld; Verbot staatlicher Schulden; brutale Komplettreform des Bankensystems!
    Viele haben sich nie mit Wirtschaft beschäftigt und können womöglich wenig mit dem anfangen, was ich versucht habe, ohne viele Fremdworte und Fachausdrücke hier darzustellen: wir hätten wieder Silber und Gold als Zahlungsmittel – das würde auch für die Banken gelten. Die Banken dürften nur das Geld verleihen, was sie selber haben.
    Und Ja – es gäbe Zinsen.
    Zinsen würden fast ausnahmslos als Steuern abgeführt werden müssen.
    Ich spreche mich also, aufgrund meiner Erfahrungen mit dem menschlichen Charakter, für eine komplette, brutale Umstellung des Währungssystems aus (Ja – mit Zwangsenteignungen, mit Kapitalgrenzen und sogar mit staatlich kontrollierten Wachstumsbremsen!).
    Beim Marktwirtschaftssystem wäre ich für eine Planwirtschaft, für Landreformen und – um Deutschlands Stärken wieder voll auszufahren und im deutschen Interesse wieder auf allen Vorteilen zu bestehen – für Protektionismus!
    Das würde eine EU-Teilnahme jetziger Prägung definitiv ausschließen und amerikanischen Interessen frontal vor den Kopf stossen.
    (Mich bitte in Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge nicht als Kommunisten bezeichnen – ich habe die Welt nicht gemacht.
    Als ich geboren wurde, war alles schon eingerichtet – ich bin nur Beobachter und sage, was ich sehe in emotionslosem und unbefangenem Stil!)

  23. Selbst die,die es nicht wissen, spüren, daß er Recht hat.

    Die jetzige Rentnergeneration ab jahrgang 1930 hat den Krieg nicht mehr als Erwachsene miterlebt und ist im Aufschwung größenwahnsinnig geworden und hat hemmungslos auf Kosten der kommenden Generationen gelebt und lebt noch heute hemmungslos auf unsere Kosten und damit meine ich nicht die Verlierer, dei es auch in jener Generation gab und die am Existenzminimum leben.

    Der Finanzirrsinn, den wir jetzt erleben ist nur das furiose Finale dieses Größenwahns.

    http://www.youtube.com/watch?v=ZpeMb5zGgkI

    Es wird wohl gelingen, diesen Irrsinn nochmal zu stabilisieren, aber dann sind alle Töpfe leer und der nächste Schock.

    Nachdem Kohl die Wiedervereinigung durch die verweigerte Rückgabe der durch die Russen enteigeneten Grundstücke in der DDR finanzierte, verpfändet Merkel nun zur Griechenlandrettung die deutschen Lebensversicherungen, wie uns HW-Sinn erklärt, indem die Versicherer durch billiges Geld gereizt werden sich im Anleihenschrott zu engagieren und wenn die Versicherer eines Tages z.B. zum Auszahlen der Lebensversicherungen Geld brauchen, werden sie in die Keller gehen und sehen, daß dort nicht einlösbare Forderungen liegen:

    „Das Ganze wird, öffentlich kaum bemerkt, unterstützt durch die Target-Verbindlichkeiten der Bundesbank. Sie haben aufgedeckt, welche enormen Haftungsrisiken hier über den Zahlungsverkehr im sogenannten Target-System zwischen den Notenbanken des Euroraums entstanden sind. Die Bundesbank hat seit Ausbruch der Finanzkrise 500 Milliarden Euro Forderungen gegen die Notenbanken der Euro-Wackelkandidaten aufgehäuft. Wie erklären Sie das Target-Problem dem Laien?

    Wir haben Überschüsse im Außenhandel mit den südlichen Euro-Staaten, und diese sind bezahlt worden mit selbst gedrucktem Geld. Normalerweise hat der deutsche Überschuss sein Pendant in Vermögenswerten dieser Länder, die man erwirbt. In den letzten vier Jahren war das aber nicht der Fall, da unsere Kunden die Waren mit selbstgedrucktem Geld bezahlt haben. Im Süden liefen die Druckerpressen heiß und haben die Kreditvergabe unserer Banken ersetzt. Die haben ihr Geld bei der Bundesbank angelegt, und die Bundesbank hat eine Target-Forderung gegen das EZB-System bekommen. Wir haben also marktgängige Schuldtitel gegen Target-Forderungen ersetzt. Diese Forderungen werden nur mit einem Prozent Zins bedient, das ist weniger als der Inflationsausgleich.

    Wo liegen die Risiken?

    Wir können die Forderungen nie fällig stellen. Wenn wir alt und gebrechlich sind und unsere Lebensversicherungspolicen ausgezahlt haben wollen, kann die Bundesbank nicht zurückzahlen, weil sie selbst ihre Forderungen nicht eintreiben kann. Zerbricht der Euro, haben wir im Übrigen eine Forderung gegen ein System, das es nicht mehr gibt. Die Target-Forderungen haben Deutschland erpressbar gemacht, denn jeder weiß, dass wir 500 Milliarden Euro verlieren, wenn der Euro zerbricht. Also müssen wir ihn unter allen Umständen retten. Die Summe könnte übrigens nochmal dramatisch wachsen, weil die EZB die Menge der akzeptierten Sicherheiten für solche Refinanzierungskredite um 500 Milliarden Euro ausweiten will. Diese Kredite werden praktisch ausschließlich zur weiteren Aktivierung der Druckerpresse im Süden verwendet werden. Heute besteht schon die Hälfte des deutschen Nettoauslandsvermögens aus Forderungen der Bundesbank gegen das EZB-System. Geht es nach dem Willen der EZB, könnte die andere Hälfte bald auch noch weg sein.“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/im-gespraech-oekonom-hans-werner-sinn-wir-sitzen-in-der-falle-11653095.html

    Was kann man tun?

    In den Schützenverein gehen, was die Politiker wohl wissentlich warum, immer schwerer machen werden.

  24. Ich stimme voll zu!
    Auch wenn es nach Horror klingt… – einzige Hoffnung, die ich habe, ist, dass es ja „immer anders kommt, als man denkt“.

    Habe von Baader zwar nur „Die belogene Generation“(1999) gelesen, aber das überzeugte mich vollends!
    Wer Verantwortung und Ernsthaftigkeit schätzt, wird von Baader nicht enttäuscht.

    Ein großer Ökonom, ein großer Verlust- weil wir nur noch von Idioten regiert werden!

  25. Ich sehe das natürlich auch ähnlich, wobei Baader in seiner Antwort auf die letzte Frage natürlich nicht auf die aktuellen weltpolitischen Besonderheiten – insbesondere die Fragen zu den Themen Islamisierung, Migration und Ressourcen – eingeht, die das Gesicht der Gesamtgemengelage entscheidend (mit)prägen.

  26. Ich sehe das absolute genauso. Dummerweise ist die Mehrheit der Leute die ich kenne zu indoktriniert um sich überhaupt damit zu befassen und das dann zu erkennen. Denn schlicht zu sagen die sind zu doof stimmt eben einfach nicht.

    Das Problem ist nur, dass viele einfach ihre eigenen Probleme haben und sich nicht damit befassen wollen oder können. Und dann gibs da natürlich noch die Gläubigen… Die dann dauernd mit Grundrecht auf anständiges Leben durch Grundeinkommen lamentieren. Furchtbar. Wohlstand entsteht durch Leistung, nicht durch Geschenke.

  27. #29 steuben
    Nein, den Markt hat man sich eben nicht selbst regeln lassen. Und Schuldige sitzen eher bei den von Regierung gelenkten Zentralbanken und politische Einmischung ist ein weiterer Faktor der benannt werden muss.

  28. Ich bin überzeugter Marktfetischist.
    Ich bin überzeugt, ein Volk ist nur so viel wert wie seine Unternehmer.
    Ein ganzes Stück danach kommen dann die Wissenschaftler.
    Die kann man aber auch von außerhalb holen, wie die USA nach 45 oder die Chinesen zZ. beweisen.

  29. @ #3 dummer deutscher Michel:

    eigentümich frei ist (abgesehen von dem bescheuerten Titel) eine sehr empfehlenswerte Publikation.

    „Eigentümlich“ stammt von Eigentum. Ursprünglich meint das Wort keineswegs „sonderbar“ oder „merkwürdig“ – jedenfalls nicht in einem abwertenden Sinne.
    Für ein liberales Magazin ist „eigentümlich frei“ ein durchaus treffender Titel, wie ich finde.

  30. Stimme Baader voll zu, man wundert sich, warum so wenige sich trauen, die Transferunion die gegen alle vorangegangenen Vertraege verstoesst nicht offen anzugreifen.

    Nur harte Massnahmen, d.h. volle Selbstverantwortung der Pleitelaender fuer den angerichteten Staaten, gemeinsam mit den Banken die genau wussten was in Griechenland zu erwarten ist, ansonsten aendert sich nichts.

    Natuerlich raus aus den Euro werfen,

    Deutschland wird ohne den Austritt aus dem Euro nur noch als Zahlmeister missbraucht, hat im sozialistischen Bruessel nicht viel zu melden.

  31. Das mit den Zusammenbruch sehe ich auch so.
    Möglich auch, dass man ein Wirtschaftssystem schaffen kann, dass enormen Wohlstand generiert und nicht crasht. Aber auch in diesem System wird ein ganz hoher Prozentsatz dann im Elend leben. Aber für die Leistungsfähigen mag das besser sein.

    Dass es nach dem Krieg lange Zeit Wohlstand für fast Alle gab, lag nicht an einer konsequenten Umsetzung marktwirtschaftlicher Prinzipien, sondern daran dass die Märkte lange Zeit nicht gesättigt waren, dass es keine globalisierten Märkte gab, keine Automatisierung und viel harte Knochenarbeit auch für weniger Qualifizierte.

  32. Die einzig mögliche Rettung wäre: Den Markt alles bereinigen lassen….

    Wo bitte gibt es denn noch den „Markt“?

    Wenn heute von „Markt“ die Rede ist, dann ist das ein durch und durch korrumpiertes System aus Wirtschaft, Medien und Politik. Das libertäre Ideal, moralbasiert, das Grundvoraussetzung für „Markt“ ist, gibt es nicht mehr.

  33. Das Schweizer Gratisblatt 20min durchbricht gerade jede moralische Grenze nach unten.

    Somalische Piraten sollte man bitte nicht behindern, weil es den lieben Somalis nützt:

    http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/Piraterie-bringt-Somalia-einen-Wirtschaftsboom-17042578

    Dabei hat man auch keinerlei Hemmungen sich über die Geiseln lustig zu machen und behauptet frech, die Piraten würden ihre Gefangenen besonders nett und fürsorglich behandeln.

    Eehemalige Geiseln berichten dagegen von Wasser- und Nahrungsentzug, Prügel Scheinhinrichtungen und anderen Foltermethoden, um größtmöglichen Druck auf die Reedereien auszuüben und die Lösegeldzahlungen zu beschleunigen.

    Liest man den Artikel genauer wird einiges klar:

    Es wird ein Bild von Somalia gezeichnet, dass sich deutlich am Sozialistischen Ideal orientiert.

    Nach dem Marxismus, Leniniosmus, Stalinismus und Maoismus, verheißt nun der Islamismus das Paradies auf Erden.

  34. 1/2 OT zum Thema Steuern:

    Hier wird versucht, den letzten Cent aus den Sportschützen und Jägern herauszuholen!

    Ihr könnt aktiv werden bei der Petition gegen geplante Waffensteuer in Bremen

    Gegen die in Bremen geplante Waffensteuer ist jetzt auf den Internseiten der Bremischen Bürgerschaft eine Petition eingerichtet worden.

    Auf Initiative der SPD-Fraktion, die im Bremer Senat zusammen mit den Grünen die Mehrheit bildet, soll es eine neue Waffensteuer geben. 300 Euro pro Waffe und Jahr will man von jedem legalen Waffenbesitzer einsammeln. Unterm Strich träumt SPD-Fraktionschef Björn Tschöpe von drei Millionen Euro zusätzlichem Steueraufkommen pro Jahr. Medienwirksamer Nebeneffekt: Man wolle die Zahl gefährlicher Waffen reduzieren, um Amokläufe zu erschweren.

    Gegen die Absichten der Regierungskoalition haben Jäger und Sportschützen jetzt die Petition auf der Internetseite der Bremischen Bürgerschaft eingerichtet, die der Deutsche Jagdschutzverband unterstützt. Als legale Waffenbesitzer unter Generalverdacht gestellt, sehen sie in der beabsichtigten Steuer eine unzulässige Belastung. Zwar will man Polizeiwaffen und Waffen, die für die Jagd benötigt werden, nicht besteuern, doch viele Jäger mit mehreren Waffen befürchten, trotzdem zur Kasse gebeten zu werden. Für die Bremer Sportschützen wäre die neue Steuer ein Desaster.

    Die Landesjägerschaft Bremen hat bereits angekündigt, gegen die Einführung dieser Steuer zu klagen und notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht zu gehen. Ein einschlägiges Gutachten aus dem Jahr 2010, von dem Verwaltungsrechtsexperten Professor Dr. Johannes Dietlein verfasst, kommt zu dem Schluss, dass eine kommunale Waffensteuer unzulässig ist.
    Noch bis zum 23. März kann sich jeder unter dem folgenden Link an der Petition gegen die Einführung einer Waffensteuer in Bremen beteiligen.

    https://petition.bremische-buergerschaft.de/index.php?n=petitionsdetails&s=1&c=date_insert&d=DESC&b=0&l=10&searchstring=&pID=389

  35. Der Gewinner ist immer ein Teil der Lösung , der Verlierer immer ein Teil des Problems also schon vergessen Thesenpapier gegen die Islamisierung da findet ihr Lösungen weitermachen nicht jammern

  36. #29 steuben (26. Feb 2012 21:31)

    Ganz genau. Die Liberalen hier tun geradezu so, als ob alles reglementiert wäre.

    Dabei hat man den Finanzmarkt ab ca. 1998 MASSIVST dereglementiert. Deshalb auch die diversen „Blasen“.

    Natürlich gab es auch ökonomischen Unfug: den Euro z.B.

    Und auf die Frage, warum der immer wieder genannte Zusammenbruch IMMER noch nicht stattgefunden hat, geht von denen hier keiner ein!

    So sprudeln die Firmengewinne wieder, wie uns die hohen Dividenden der DAX-Aktienwerte zeigen. Ist das nicht eine Folge des staatlichen Eingreifens? Oder eine Folge, trotz des staatlichen Eingreifens?

  37. Roland Baader war ein ganz Großer. Traurig, dass gleich zu Beginn dieses Jahres die eindrucksvollsten Vorbilder sterben. 🙁

  38. #49 Hokkaido
    Doch darauf ist man eingegangen. Und das staatliche Eingreifen als Ursache für Unternehmensgewinne mit verantwortlich zu machen ist schon abenteuerlich. Selbst wenn dies stimmen würde, ist das kein freier Markt mehr, warum, weil reiche Unternehmer mit Politikern gemeinsame Sache machen und gesetzliche Hürden setzen um lästige kleine Konkurrenten fern zu halten. Das ist kein freier Markt, kein Kapitalismus, sondern Staatskapitalismus. Trennung von Staat und Wirtschaft ist so wichtig wie die Trennung Staat und Kirche.

  39. Mit Einschränkungen sehe ich das auch so.

    Zum Beispiel muss per Gesetz regulierend eingegriffen werden, wenn verantwortungslose! Unternehmer die Menge der Arbeitsuchenden ausnutzen, um die Löhne zu drücken.

    Leben und leben lassen.

  40. #31 loherian und anderen Kommentatoren

    Laut Baader haben wir eine zu ca. 70% sozialistische Marktwirtschaft. Auch die sog. freien radikalen Märkte sind mit ihren Blasen nur die Auswüchse genau dieses Systems. Eine sehr interessante Thematik und ich kann nur jedem empfehlen, sich damit einmal auseinander zu setzen.

    Als Einstieg empfehle ich u.a. das letzte Buch von Günter Ederer: „Träum weiter Deutschland. Politisch korrekt gegen die Wand.“ Und natürlich die Schriften von Baader von dem es auch ein Podcast-Interview bei iTunes gibt.

  41. #54 proWest

    Und das staatliche Eingreifen als Ursache für Unternehmensgewinne mit verantwortlich zu machen ist schon abenteuerlich.

    Was staatliche Subventionen anrichten können, sieht man seit Jahrzehnten bei den EU-Agrarsubventionen, die immer noch mehr als 40% des EU Budgets ausmachen. Aktueller: Der Zusammenbruch der Deutschen Solarindustrie -> eigentlich als Zukunftstechnologie und Ersatz für die inzwischen ins Ausland abgewanderte Atomindustrie hochsubventioniert, ist so fett und träge geworden, das sie wesentliche Trends verschlafen hat und mit dem Kürzen der Subventionen wieder zusammen bricht. Die noch vorhandenen Patente werden die Konkurrenten aufkaufen, die es im wesentlichen ohne Subventionen schafften.

    Bei einer Staatsquote von über 70% und der vorhandenen Regelungsdichte ist jeder, der Deutschland noch als Kapitalistisch betrachtet, eher ideologisch angehaucht.

    Was die Dax-Werte angeht, diese multinationalen Unternehmen erwirtschaften längst den größten Teil ihrer Gewinne im Ausland, von einigen Ausnahmen abgesehen. Daher verfügen sie auch über erhebliches Druckpotential bezüglich der Standortdiskussion, anders als der inzwischen erstickende Mittelstand. Derweil steigt die Auswanderung besonders junger und qualifizierter Fachkräfte.

  42. #12 Hokkaido

    Türkin Mevlüde Genc aus Solingen

    Das ist eine Verwandte der Brandopfer von Solingen. Laut Wiki hat sie einen deutschen Pass.

  43. #47 Salander
    Ich habe die Petition schon gezeichnet und auch alle erreichbaren Betroffenen um Unterstützung gebeten. Hier in NRW wird der Aufruf auch per Schneeballsystem verteilt.

  44. #62 HKS (27. Feb 2012 00:49)

    Ja sehr gut, danke für die Info. Als ich das in den N24-Nachrichten hörte, bin ich fast rückwärts umgefallen. Das geht auch an die Polizeisportvereine, oder?

  45. @ Salander
    Ich habe das auch nur über Umwege gehört. Der eigentliche Grund sind wohl weniger die Steuereinnahmen, sondern viel eher der Umstand, dass Rot-Grün keine Waffen im gemeinen Volk haben will. In Stuttgart war ja so etwas angeblich auch schon mal angedacht und ließ sich offenbar nicht durchsetzen. Vielleicht sind das auch nur erste Testballons von Rot-Grün für den großen Anlauf nach einer für die Linksfraktion gewonnenen BT-Wahl 2013.

  46. Oh Gott, man soll ja nicht schlecht über Tote reden, aber diese unsäglich Freier-Markt-Verherrlichung, der Markt macht alles heile, „Umverteilung von oben nach unten“, etc ist an Dämlichkeit und Platitüden kaum zu überbieten.

    Jetzt wird mir wieder von irgendeinem um die Ohren gehauen, ich sei ein Soze und ein Linkes U-Boot etc…
    Ist mir echt Wumpe, bin ich halt Links, aber so einem Unsinn kann ich einfach nicht mehr hören.
    Aber glaubt ihr mal weiter den Status-Quo Advokaten… Kälber, Schlächter, …

  47. #64 HKS (27. Feb 2012 01:08)

    Ja, die Entwaffnung der Einheimischen wird sich langsam aber sicher durchsetzen. Du weisst ja sicher warum.

    Kleine-Hartlage, Kapitel Demographische Expansion:

    „Dabei hatte die Verschiebung des demographischen Gleichgewichts nicht nur eine
    quantitative, sondern auch eine qualitative Komponente. Es kam also zunächst nicht
    unbedingt darauf an, dass die Araber eine Mehrheit bildeten. Es genügte, dass es ihnen – und normalerweise nur ihnen! – erlaubt war, Waffen zu tragen. Dieser schlichte Umstand
    verschaffte ihnen auch als einer Minderheit, so sie nur flächendeckend vertreten war, die
    Schlüsselposition zur Kontrolle des Raumes. Er stellte sicher, dass die Muslime stets die
    Partei waren, die das letzte Wort behielt.“

    Viele Grüße aus Köln

  48. Der Markt wird sich nicht allein bereinigen, das ist ein völliger Irrglaube. Der Grundgedanke der Plutokratie ist doch die Versklavung des Proletariates. Und wenn dem nicht politisch oder militärisch Grenzen gesetzt werden, wird sich daran auch nichts ändern, denn all Jene, die übermäßig an dem Untergang verdienen, sind doch bestrebt, in absehbarer Zeit wieder einen Untergang herbeizuführen, um abermals abzukassieren.

    Genau dieses Phänomen beobachtet man doch auch an den Börsen. Glaubt ihr, in den letzten 2 Jahren hat sich da wirklich was geändert? Wohl kaum, außer Konjunkturpaketen für in Not geratene Bänker hat sich da wenig geändert. Was diese Sozialisierung von Verlusten mit Freiheit zu tun haben soll, während Gewinne ungehindert privatisiert werden, leuchtet mir nicht ein. Das ist Versklavung, Volksverdummung und Betrug in gigantischem Umfang, doch aber niemals der Garant für ewigen Massenwohlstand.

    Kapitalfaschismus wird auf Dauer niemals friedlich verlaufen. In diesem Punkt muss ich dem Autor wohl zustimmen. Das hat aber nichts mit der aktuellen Krise, sondern mit dem Wesen des Kapitalismus an sich zu tun.

  49. Die einzig mögliche Rettung wäre: Den Markt alles bereinigen lassen, eine große Depression durchstehen, und dann die Marktwirtschaft wieder ungestört von Politik ihre Arbeit machen zu lassen.

    DASS DER MARKT ALLES SELBST REGELN KANN, IST EINE ILLUSION, die spätestens in den 30-ern widerlegt wurde. Die große Depression, die von entfesselten Märkten verursacht wurde, überlebten die westlichen Länder nur durch massive Eingriffe des Staates.

    EINE ANDERE ILLUSION, die von der Geschichte widerlegt wurde, IST, DASS DER STAAT ALLES REGELN KANN (Sozialismus).

    Diese zwei Illusionen leben jedoch in vielen Köpfen weiter. Teilweise weil sie einfach und schön sind, teilweise, weil man aus ihnen Profit schlagen kann. So verlang die Wirtschaft, wenn es um Gewinne und Manger-Gehälter geht, volle Freiheit. Wenn es aber um Verluste und Subventionen geht, dann wird gerne nach dem Staat gerufen.

    DIE ERFAHRUNG ZEIGT, DASS NUR MISCHFORMEN AUS MARKT UND STAAT ERFOLGREICH SIND (wie etwa „soziale Marktwirtschaft“). Die richtige Balance immer wieder zu finden, ist natürlich nicht leicht. Aber es war nie leicht, gut zu wirtschaften.

    Was die Finanz-/Schuldenkrise anbelangt. Hier sehen wir auf eine Seite eine wild gewordene Finanzwirtschaft, die sich von der Realwirtschaft losgelöst hat (ihr Umsatz übersteigt um mehrfaches den Umsatz der Realwirtschaft). Auf der anderen Seite – die europäische Staaten, die ökonomische Realität bekämpfen (Euro und seine Rettung).

    Das es nicht gut gehen kann, ist klar.
    ES GILT, UNTER NEUEN BEDINGUNGEN WIEDER DIE RICHTIGE BALANCE ZU FINDEN.

  50. Rund Dreiviertel der Bevölkerung ist in irgendeiner Weise direkt oder indirekt vom Wohlfahrtsstaat abhängig. Sie wissen oder ahnen, dass Steuerkürzungen oder sinkende Staatsverschuldung ihre Privilegien und Almosen gefährden. Also sind sie dagegen. Außerdem hoffen sie, dass die Umverteilung von oben nach unten bei hohen Steuern besser funktioniert als bei niedrigen. Hinzu kommt, dass nur ganz wenige Bürger verstehen, wie Markt und Kapitalismus ihr Leben verbessert und sie vor dem Hungertod und der Knechtschaft bewahrt haben.

    Ganz schön wirr. Der erste Satz widerspricht den letzen.

    Dass rund Dreiviertel der Bevölkerung in irgendeiner Weise vom Wohlfahrtsstaat abhängig
    ist, ist dem wild gewordenen Kapitalismus zu verdanken. Der Kapitalismus exportiert Arbeitsplätze und importiert Billigarbeiter aus der ganzen Welt, um Löhne zu drücken.

    „Dass nur ganz wenige Bürger verstehen, wie Markt und Kapitalismus ihr Leben verbessert“ – die Ursache dafür ist, dass es nur ganz wenige Bürger gibt, deren Leben sich verbessert hat, nämlich 10% der Bevölkerung, die 61 % des Vermögens besitzen.

    Das Leben hat sich in den letzen Jahrzehnten eindeutig verschlechtert.
    Und dafür müssen wir noch dankbar sein?

  51. Wahrscheinlich kommen auch Bürgerkriege oder ein großer Ablenkungskrieg sowie eine Explosion der Kriminalität, große Aufstände und totalitäre Maßnahmen, Enteignungen großen Stils, marodierende Banden, der Aufstieg von diktatorischen Radikalinskis und ein Gefängnisstaat mit Polizei und Militär als Schergen der politischen Zampanos. Ganz zu schweigen von Hungersnöten, Lebensmittelkarten und jahrelangem Dahinsiechen der Volkswirtschaften.

    Ich glaube, PI soll langsam aufhören, Angst und Schrecken zu verbreiten.
    Angst paralysiert den Willen.

    Besser wäre es, sich auf konstruktive Sachen zu konzentrieren.
    Z.B. was man tun kann (es gab letzter Zeit erfreulicherweise zwei gute Artikel dazu).

    Über Krise kann man auch konstruktiv sprechen: wie man sich für mögliche Krisen vorbereitet, wie man sich verteidigt und in der Krise überlebt.
    Und was danach kommt.

  52. Der freie Markt, bedeutet freien Kapitalsmus,
    den Teufel mit dem Belzebub austreiben.
    Wenn dann die soziale Marktwirtschaft, gernige Regularien müssen sein, dazu ist der Mensch zu schlecht.

  53. @#68 Lepanto

    Das Leben hat sich in den letzen Jahrzehnten eindeutig verschlechtert.
    Und dafür müssen wir noch dankbar sein?

    Müssen müssen Sie gar nichts. Die Frage ist jedoch, ob es nicht klug wäre, sich der richtigen Zusammenhänge bewusst zu werden. Zum einen haben wir keine reine Marktwirtschaft – über 70% des Sozialproduktes gehen entweder direkt an den Fiskus oder sind durch ihn gelenkt. Die restlichen 30% sind zudem durch Gängelungen und Regulierungen aller Art alles andere als freiwirtschaftlich verwendbar. Und Sie geben dem „wildgewordenem“ Kapitalismus die Schuld für Unbill aller Art? Geht‘s noch?

    Auch der „großen Depression“ gingen massive Staatseingriffe voraus, welche diese auslösten. Der „New Deal“ sorgte dann auch gleich dafür, dass der Marktwirtschaft die Möglichkeit genommen wurde, das Staatsversagen zu korrigieren.

    Dass Mischformen nicht stabil sind, ist 1. schon lange theoretisch bewiesen worden z.B. in „Die Gemeinwirtschaft“ (von Mises) und 2. durch die Erfahrung – alles was von Mises voraussagte, ist eingetreten: Immer größer werdende Staatsquote, immer größerer Schuldenberg, immer größere Gängelungen und immer größere Inflationierung des Geldes – welches im Übrigen auch kein Marktgeld mehr ist, sondern ungedecktes Luftgeld. Zudem ein immer größer werdendes Heer von Staatsabhängigen, das Sozialsystem züchtet sein Klientel wie vorhergesagt selber, anstatt sich selber überflüssig zu machen.

    Das Problem sind nicht die Politiker – die sind nur die Symptome in einer Demokratie. Das Problem ist das an Idiotie grenzende Unverständnis des Pöbels selbst in Bezug auf einfachste ökonomische Zusammenhänge, z.B., dass Reichtum kein Nullsummenspiel ist und ich zwar gewaltsam den „bösen“ Reichen ihr Geld nehmen kann, dies jedoch in wenigen Wochen verfrühstückt ist und dann keines mehr nachkommt, denn es ist eben NICHT so, dass die Armen arm sind, weil die Reichen reich sind – genauso wenig wie ich nicht deshalb so langsam laufen kann, weil ein olympischer Hundertmeterläufer schneller ist als ich.

    Zudem ist es keineswegs ein Widerspruch, dass ein Großteil der Bevölkerung vom Staat (sprich Nachbarn) abhängig ist und ebenfalls ein Großteil nicht begriffen hat, dass der gesamte Wohlstand seinen Ursprung hat in der Wirtschaft. Was wir hier machen ist Stallviehhaltung von Menschen, welchen durch Typen wie Sie, Lepanto, jeder Eigenantrieb und jeder Funken Selbstwertgefühl ausgetrieben wurde, wobei die eigene Trägheit durch den Verweis auf den „bösen entfesselten Markt“ und „die Reichen“ noch zementiert wurde.

    IMMER hat der „entfesselte Markt“ deutlich mehr Hunger gestillt und Armut verringert, als alle Sozialschranzen und Umverteiler oder „Herz-Jesu- Sozialisten“ zusammen, ob Hanse oder Manchesterliberalismus, welcher die Armut lediglich vorfand und bekämpfte – nicht schuf! In jener „ausbeuterischen“ Zeit verdreifachte sich die Kaufkraft des einfachen Arbeiters in wenigen Jahrzehnten – ganz ohne Sozialpolitiker oder gewerkschaftliche Erpressungen, schlicht durch Arbeitsteilung und Angebot und Nachfrage. Zudem war auch die ursprüngliche „soziale Marktwirtschaft“ eine „Freie Marktwirtschaft“. Erhard sagte selber „Soziale Marktwirtschaft“ bedeutet, dass die Marktwirtschaft bereits sozial ist – nicht, dass sie erst sozial gemacht werden muss. Menschen, welche bedürftig waren, wurden dann angemessen unterstützt – in den Markt wurde im Vergleich zu heute fast nicht eingegriffen. Das war erst eine Erfindung der Siebziger Jahre, wo die “Soziale Marktwirtschaft” durch Samtpfotensozialisten wie Sie umgewidmet wurde.

    @#70 woggl

    Wenn dann die soziale Marktwirtschaft, gernige Regularien müssen sein, dazu ist der Mensch zu schlecht.

    Gerade wenn Sie glauben, dass der Mensch zu schlecht ist, sollte man ihm doch nicht die politische Macht innerhalb eines interventionistischen Systems geben – oder was sind für Staatsgläubige wie Sie Politiker? Engel?

    Die Regulierungen, dass ich pleite gehe wenn ich die Bedürfnisse meiner Kunden nicht hinreichend befriedige oder falsch wirtschafte, dass mir der Magen knurren wird, wenn ich zu faul bin, morgens mich zur Arbeit zu bewegen, dass mir von meinem Nächsten nur dann FREIWILLIG geholfen wird, wenn ich nicht nur ein faules Schwein bin, sondern es mir wirklich dreckig geht usw. sind doch alle vorhanden, wofür brauchen Sie dafür den Staat?

  54. #68 Lepanto (27. Feb 2012 02:58)

    Das Leben hat sich in den letzen Jahrzehnten eindeutig verschlechtert.
    Und dafür müssen wir noch dankbar sein?

    Meine Lebenserfahrung ist: Mit diesem unreflektierten Gerede sind sie nicht allein. So denken viele Leute. Wahrscheinlich die meisten. In Wirklichkeit geht es den Menschen immer besser.

    Meine Großeltern wussten noch was Hunger ist, das waren hochbescheidene Leute. Die heutige westliche Gesellschaft ist da ganz anders. Von Bescheidenheit keine Spur mehr. Immer mehr, mehr, mehr. Mit nichts ist man zufrieden. Gehen sie doch zurück in die 80er, 70er oder 50er, wenn das Leben in den letzten Jahrzehnten angeblich schlechter wurde.

    Aber sie dürfen nichts mitnehmen: Keinen medizinischen Fortschritt, keinen PC, kein Internet, kein Cellphone, nichts. Generell keine Erfindung, die nach sagen wir mal 1985 gemacht wurde.

    Ich weiß noch unser erster Fernseher: Mein Vater hat ihn damals von unserem gesamtem Ersparten gekauft. Eine ganz kleine Kiste, schwarz-weiß, zwei Programme. Ich hatte eine Hose und eine Hemd für die Werktage, und das gleiche noch einmal für Sonntag. Sein „Kinderzimmer“ musste man sich mit drei Geschwistern teilen. Alle Zimmer waren unbeheizt. Bis auf das Wohnzimmer. Dort stand der Ofen.

    Ich wette, dass sie noch nicht einmal die 60er Jahre bewusst erlebt haben. Sonst würden sie hier nicht so einen hanebüchenen Unsinn schreiben.

  55. #8 Hokkaido (26. Feb 2012 20:50)

    nix für ungut. entweder markt oder befehl.
    soetwas wie „soziale marktwirtschaft“ gibt es nicht.
    da der markt per se sozial ist.

    subventioniert wird immer das falsche.

  56. #74 weber, oder so (27. Feb 2012 08:37)

    „Der Markt ist per se sozial.“

    Das ist die größte Lachnummer des Jahres. Denn es widerspricht dem, was ein vernünftiger Unternehmer tut: Die Kosten um jeden Preis zu senken.

    Denk mal drüber nach.

  57. Sozialstaat und Fiskalstaat bilden eine eingeschworende Gemeinschaft. Ihr Alibi, das ‚Soziale‘ und seine Finanzierung, ist ein destruktives Prinzip, kein konstruktives, wie unablässig behauptet wird.

    Es zersetzt die konstruktivsten Kräfte des Menschen: die Eigeninitiative, die Eigenverantwortung und den freiwilligen Altruismus; und es nährt seine destruktivsten Triebe: das Machtstreben, die Habgier und den Neid (Roland Baader, RIP, Fauler Zauber, S. 133).

    Meine Lieblingswerke:
    * Fauler Zauber – Schein und Wirklichkeit des Sozialstaats
    * Freiheitsfunken, Aphoristische Impfungen, Lichtschlag Verlag

    In Ewigkeit verbunden, Eichsfeld

    „Wenn ich das, was aus offiziellen Kirchenämtern verlautet, für bare Glaubensmünze nehmen würde oder müsste, so hätte ich meiner Kirche schon lange den Rücken gekehrt“ (Baader, in: Mehr als man glaubt, S. 257)

  58. @#75 Hokkaido

    Das ist die größte Lachnummer des Jahres. Denn es widerspricht dem, was ein vernünftiger Unternehmer tut: Die Kosten um jeden Preis zu senken.

    Denk mal drüber nach.

    Das ist das Sozialste, was ein Unternehmer überhaupt tun kann, für sich, den Arbeitnehmer und den Kunden.

    Denk mal drüber nach.

  59. #77 Pantau
    >Das ist das Sozialste,…

    Eben, und es wird noch viel sozialer …

    Die Massen der Konsumenten bestimmen über den Kapitaleinsatz. Nur wenn die Kapitaleigentümer in Produktionsanlagen oder Dienstleistungen investieren, mit welcher die Bedürfnisse der großen Bevölkerungsmehrheit befriedigt werden, kann sich das Kapital verzinsen und erhalten, alles andere Kapital erbringt Verluste und geht verloren. „Im Kapitalismus ist die ganze Bevölkerung der eigentliche Herr des Kapitals, der bestimmt, wo und wie es eingesetzt wird – ganz egal, wem es physisch oder juristisch gehört“ (Baader, Die belogene Generation, S. 134).

  60. Der Staat ist der Götze der Gottlosen.

    Lieber Vater Staat.
    Deine Herrschaft komme.
    Dein Wille geschehe – auf der Erde auf jeden Fall.
    Unser täglich Brot gib` uns heute.
    Und vergib uns, dass wir die Steuern nicht gerne zahlen.
    Denn Du hast die Macht, bist herrlich und kümmerst Dich um alles – bis in alle Ewigkeit.
    Amen.

    Oder doch nicht?

  61. Wer nur auf seinen Vorteil im Diesseits bedacht ist, dem macht es nichts aus, anderen auf der Tasche zu liegen. Es hat im Grunde – im Diesseits – nur Vorteile.

    Wer gehört denn noch zu denjenigen, die aus Aufrichtigkeit allein arbeiten, um für die Bedürfnisse ihrer Familie und ihres eigenen Betriebes selbst aufzukommen – auch wenn es einfachere Möglichkeiten gäbe?

    Wer hat dieses Ehrgefühl noch beziehungsweise den Willen auf diese Weise Vorbild zu sein – weil er mit einer Belohnung in der jenseitigen Welt für seinen aufrichtigen Lebenswandel rechnet?

    Die deutsche Arbeitsethik hatte viel mit Pietismus zu tun. Doch die Grundlage ist weg, geblieben ist eine bedeutungslose Hülle, die immer mehr auf eigene Vorteilsnahme hin ausgerichtet ist. Das wäre den Pietisten nie in den Sinn gekommen.

  62. Wie wahr. In einigen Monaten, vielleicht auch einem Jahr, wird es kein Hartz IV und Co. mehr geben. Die ganze Kulturbereicherer werden raubend und plündernd durch die Städte ziehen.
    Das könnte nun einerseits eine Chance sein, sich ihrer zu entledigen (denn viele werden wohl lieber arm in der warmen Heimat sein als arm hier im kalten Norden), die ganzen korrupten Volkszertreter aus Berlin zu jagen und ein neues Sytem ausfzubauen.
    Irgendwie muss es weitergehen und irgendwie WIRD es weitergehen.

  63. #78 Eichsfelder (27. Feb 2012 10:06)

    Wieso werden dann die wirklich grossen Gewinne nicht in der Produktion und in der Förderung von Rohstoffen, sondern bei den Banken gemacht?

    Die Banken, die mit Rechenprogrammen Millisekunden-Trading durchführen, während der normale Anleger das nicht kann?

    „Der Staat ist der Götze der Gottlosen.“

    Und für die Marktliberalen ist das Kapital ihr Götze.

  64. @#82 Hokkaido

    Wieso werden dann die wirklich grossen Gewinne nicht in der Produktion und in der Förderung von Rohstoffen, sondern bei den Banken gemacht?

    Das liegt am nichtkapitalistischen Luftgeldsystem.

    Und für die Marktliberalen ist das Kapital ihr Götze.

    Nein. Die Freiheit. Ein Fremdwort für Büttelnaturen wie Sie.

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