“Populist sein oder nicht sein, das ist hier die Frage” – so könnte man in grober Verfälschung eines bekannten Zitats die neueste Folge der “Dresdner Gespräche” des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah auch bezeichnen. Denn die vier Teilnehmer am Tisch – ein Tscheche, ein Pole, ein Österreicher und ein Deutscher – sind sich nicht ganz einig darüber, inwieweit man als Rechtspolitiker auch Rechtspopulist sein kann und will.

Schließlich sei Politik eben eine eigene Sphäre, in der man ohne eine eigene Ideologie nicht weiter kommen würde, wie der Gastgeber bereits früh im Gesprächsverlauf anmerkt. Dem Populismus, also der Ausrichtung der Politik entlang der Gefühlslage des Wählers, liege aber eine gewisse Antiideologie zu Grunde und das sei Teil des Problems. So, grob verkürzt, die eine Position im Streit um das P-Wort.

Der Außenpolitikexperte der Jungen Alternative und gebürtige Pole Tomasz Fröhlich will das nicht gelten lassen. Populismus sei eher eine Stilfrage, ein mitunter derbes “Aussprechen wie es ist” und das gefalle eben vor allen den Leuten, die auch ideologisch einer gewissen rechten Ideologie folgen würden. In Polen etwa, wo die Regierungspartei PiS zwar außenpolitisch eine stark transatlantische Schlagseite hat, aber innenpolitisch durchaus konservative, rechte Thesen mit populistischem Nachdruck vertritt. Der Populismus als reine Stilfrage?

Auch der zweite Osteuropäer, der gebürtige Tscheche Antonin Brousek, weist darauf hin, dass in seinem Heimatland die Bürger eine Zuspitzung bei politischen Themen bevorzugen: “Sagen was ist”. Eine Eigenschaft, die der Abgeordnete im Berliner Landesparlament auch in Berlin in die Politik bringen will.

Doch ganz so einfach will der Moderator, der dieses mal deutlich souveräner auftritt als in den bisherigen beiden Folgen, die Gruppe nicht aus der Populismusdebatte entlassen. Dem Volk aufs Maul schauen, dagegen sei ja nichts zu sagen – aber müsse man vox populi nicht auch mit dem eigenen Wertegerüst abgleichen, um nicht letztlich in die Beliebigkeit zu rutschen?

Ein gutes Stichwort für den österreichischen Journalisten und Aktivisten Michael Scharfmüller, denn er hat in der Vergangenheit auch den reinen Populismus einer FPÖ unter Hans Christian Strache kritisiert. Für eine klare Stellungnahme dazu müsse man natürlich die FPÖ selber fragen, aber für ihn gehe es ohne ein ideologisches Grundgerüst eben nicht.

Eine interessante Debatte, die vor allem von der guten Qualität ihrer Teilnehmer profitiert. Es hätte auch die zigste Sendung voller alter Phrasen werden können, stattdessen ist ein spannender Blick über Grenzen und vor allem den eigenen Tellerrand entstanden.

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18 KOMMENTARE

  1. Bärbock hatte heute bei der EU Putin gedroht, dem werden die Knie schlottern vor Angst,
    wenn das Handtaschenbattalion von Lambrecht auftaucht, einfach Irre, wie sich die Bärbock einführt

  2. Gegen hochgebildete Universalgenies wie Roth, Göring-Eckardt und Baerbock ist der Populist intellektuell hoffnungslos unterlegen.
    Studienabschlüsse in MINT-Fächern sind nur soziale Konstrukte und nichts weiter als gesellschaftlich wertloser Ausdruck des unterdrückenden Patriarchats durch den alten weißen Mann.

  3. Ideologie ist nicht gleich Ideologie. Das ist das eine. Das andere ist, wenn man seine Ideologie, der man anhängt, auf andere projeziert resp. ihnen aufzwingt, oder nicht. Diese Frage, ob man Populist sein wil, oder nicht, kann nur der jeweilige Politiker beantworten, für sich, nicht für die Wähler.

  4. Pöbel-Ralle wie er leibt und lebt! Herrlich!

    .
    „Ein Genuss! Servus TV-Sendung Klartext: Alice Weidel (AfD) vs. Stinkstiefel Ralf Stegner (SPD)

    In der Servus TV-Sendung „Klartext“ am Dienstag (7.12.2021) diskutierten die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner zum Thema: Cornona-Impfung – erst Pflicht, dann Zwang?“

    https://politikstube.com/ein-genuss-servus-tv-sendung-klartext-alice-weidel-afd-vs-stinkstiefel-ralf-stegner-spd/

  5. Freue mich auf den Tag wenn der Kobold nach Saudi Arabien reist und sich dort für die freie Religionsausübung der Christen einsetzt.

  6. Obwohl servus der einzigste deutschsprachige Sender ist, den man noch anschauen kann, aber Pöbel-Ralle ist immer ein Grund um- oder besser auszuschalten.

  7. Populist ist ein Politiker, der für komplizierte Probleme angeblich einfache Lösungen anbietet, die aber am Ende nicht funktionieren können. Solche Politiker findet man in allen Lagern. InsbesoSndere bei Wahkämpfen findet man sie besoinders häufig. Sie scheitern in der Regel jedoch immer an der Realität.

  8. …wo die Regierungspartei PiS zwar außenpolitisch eine stark transatlantische Schlagseite hat,…“ 

    Was soll denn dieser antiamerikanische Seitenhieb auf dem einstmals nordamerikanischen PI-News schon wieder…???

  9. Luise59 18:45
    Die machen sogar noch Feuerwerk in den Hinterhöfen.
    Polizei stürmt los. Die letzten Minuten, sind echt toll.
    In Berlin wären schon die Knüppel gezückt.

  10. aus aktuellem Anlass

    eben um 20.17 Uhr sagte der Berliner Bürgrmeister Müller im Welt TV, bei der Live PK …. Zitat ,

    unzweifelhaft die Impfpflicht wird kommen

  11. @ francomacorisano 9. Dezember 2021 at 19:25

    „…wo die Regierungspartei PiS zwar außenpolitisch eine stark transatlantische Schlagseite hat,…“

    Was soll denn dieser antiamerikanische Seitenhieb auf dem einstmals nordamerikanischen PI-News schon wieder…???

    PI-News ist und war nie „nordamerikanisch“. Wir sind kein Bestandteil Amerikas. „Pro-amerikanisch“ ist etwas anderes und verbietet nicht, gewisse Entwicklungen wie die aus der Richtung „Transatlantikbrücke“ und Co., die uns schaden und unserer Freiheit und Souveränität abträglich sind, zu kritisieren oder ganz abzulehnen.

  12. Was soll denn schlimm am Populismus sein? Das Wort sagt etwas von Volksnähe aus. So sehe ich da keine Probleme.

  13. Solange gewaltaffine Landnehmer aus dem Orient und
    Afrika hier eindringen, um unseren von uns für uns geschaffenen
    Sozialtopf zu leeren, werde ich mich als Populist betätigen.

    Man kann es gar nicht oft genug betonen, notfalls mit drastischen
    Bemerkungen, daß wir diese unerwünschten Mitesser hier nicht
    haben und alimentieren wollen.

    Statt auf die Wanderschaft in fremde Länder zu gehen, um dort ohne
    Arbeit zu existieren, sollten sie besser im Heimatland in die Hände
    spucken und ihre Länder in blühende Oasen zu verwandeln.

    Dazu bedarf es aber auch den Willen zu körperlicher Arbeit, und der
    scheint bei diesen Fremden nicht besonders ausgeprâgt !!!!!!!!!!!

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