TV-Tipp: Dirty Henry bei Dirty Harry

Das wird sicher unterhaltsam, wenn Publizist und Buchautor Henryk M. Broder und Politikwissenschaftler und Autor Hamed Abdel-Samad heute Abend um 23 Uhr (ARD, Livestream) zu Gast bei Harald Schmidt sein werden, um dort etwas Werbung für ihre neue politische Reportage „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari!“ (vom 7. November an sonntags um 23.35 Uhr im Ersten, hier ein Trailer) zu machen. JETZT mit Video zur Sendung!

Mit Sketch:




Jüdische Kulturwochen in Stuttgart eröffnet

Die Eröffnungsveranstaltung der Jüdischen Kulturwochen im Großen Sitzungssaal vom Stuttgarter Rathaus am Dienstag erlebte ich mit gemischten Gefühlen. Meine Motivation dabei zu sein war, dass ich den Journalisten Ulrich W. Sahm (Foto r. mit Mikro) hören konnte, der als Nahostkorrespondent von Israelnetz.com, n-tv, CNN usw. bekannt ist und der einen Tag zuvor einen hervorragenden Vortrag in Reutlingen hielt.

(Von Grundgesetzwatch)

Die angekündigte Ester Shapira musste die Podiumsdiskussion bedauerlicherweise absagen. Zusammengefasst werden die weiteren Veranstaltungen während der nächsten zwei Wochen sicher Klasse werden. Allerdings musste ich bei der Eröffnungsveranstaltung manches Mal kräftig schlucken, waren doch die Veranstalter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) und manch Andere stark linkslastig und einiges darf nicht unwidersprochen bleiben.

Die Eröffnungsrede der IRGW-Vorstandsprecherin Barbara Traub riss mich bei einem Stichwort aus der Lethargie. Unter den vielen Ehrengästen, die sie namentlich begrüßte, war auch Mustafa Ari, der türkische Generalkonsul in Stuttgart. Nach der nächsten Rednerin, der Bürgermeisterin von Stuttgart, Susanne Eisenmann, trat die Staatsrätin für interkulturellen und interreligiösen Dialog in BW, Frau Regina Ammicht Quinn (Foto oben links), an den Rednerpult. Ihre Gästeliste, die sie ausdrücklich namentlich begrüßte, war zwar wesentlich kürzer, aber der türkische Generalkonsul war auch dabei. Mir fiel deshalb die Kinnlade auf den Boden, weil derselbige drei Tage zuvor in die Stuttgarter Zeitung einen Leserbrief setzte, wo er in der altbekannten türkischen Weise den Genozid an den Armeniern in Frage stellte mit der Formulierung, „türkische und armenische Aufzeichnungen würden sich widersprechen, man brauche eine zuverlässige und objektive Informationsgrundlage“ und auf eine einzurichtende Unterkommission hinwies, auf welche die Türkei und Armenien sich geeinigt haben. Wie das Ergebnis von den vielen Kommissionen dazu bis heute aussieht, ist hinreichend bekannt, die Kommentare von Erdogan dazu genauso und es bedarf keiner näheren Erläuterung hier.

Hier der Leserbrief:

Der Ursprungstext in der Zeitung damals lautete sehr knapp:

Ein historischer Tag, weit hinten in der Türkei: armenische Christen feierten am 19. September einen Gottesdienst in der Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Akdamarinsel im Vansee – den ersten seit 115 Jahren, seit jenen Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich 1895, auf die zwanzig Jahre später die gezielte Massentötung und -vertreibung gefolgt war, die Ankara bis heute nicht als Völkermord anerkennt….[ ]

Danach hielt Charlotte Knobloch eine kurze Rede, in der sie sich unter Anderem beklagte, dass der Anschlag auf die Mainzer Synagoge zu wenig Beachtung in den Medien und der Bevölkerung erhalten habe. Einer Äußerung zu dem vermutlichen Täterkreis enthielt sie sich erstaunlicherweise. Ich vermute, dass sie einfach aus Erfahrung nicht um die Erkenntnis kam, dass auch Täter mit einer gewissen Religion solch verabscheuungswürdige Verbrechen begehen und begangen haben.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Jüdisches Leben in Deutschland“ mit dem Moderator Micha Guttmann waren folgende Podiumsteilnehmer dabei: Hans-Jakob Ginsburg, Redakteur bei der Wirtschaftswoche, Ulrich Sahm, Tel Aviv, Elvira Grözinger, Berlin und Tamas Ungavari, Budapest.

Interessant war das Gespräch mit dem Moderator Guttmann und seinem Duzfreund, Hans-Jakob Ginsburg. Zuerst regte er sich auf, dass es jüdische Islamkritiker in nicht unbeträchtlicher Zahl gibt. Als nächstes resümierte er über türkischstämmige Ministerinnen in Deutschland, bekam flugs die Kurve mit der Forderung, dass auch mal die zwei höchsten Staatsämter in Israel mit Arabern und Juden besetzt werden sollen und forderte auch von Netanjahu einen Ministerposten für einen israelischen Araber. Da erhielt er allerdings den geballten Unmut vom Publikum zu hören, da nicht nur ein arabischstämmiger Minister in Israel regiert, sondern arabischstämmige Israelis auch in den höchsten Gerichten vertreten sind und auch bei den diplomatischen Auslandsvertretungen einzelne in höchsten Positionen sind. Diesen Flop seiner Polemik brachte Ginsburg so aus dem Konzept, dass er sich zusammenhangslos in Rage redete über einen ehemaligen Berliner Finanzsenator, den er gleich darauf mit Namen nannte, und dann Sarrazin wortwörtlich als einen schmutzigen Rassisten bezeichnete. Eine nähere Erläuterung zu der Beschimpfung machte er nicht. Erstaunlicherweise – oder ist dies überhaupt erstaunlich – wurde er nicht vom Moderator (dieses Wort stammt von „moderat“ ab) Guttmann zurückgepfiffen. Im Gegensatz dazu war Ulrich W. Sahm ein erfreulicher Lichtblick in der Diskussion. Übrigens wurde gemeinsam auf dem Podium beklagt, dass sich Juden in manchen deutschen Städten nicht in dem typischen jüdischen Outfit bewegen können, allerdings wurde elegant umschifft, welche Personengruppe dafür verantwortlich ist.

(Leider hatte meine Videoaufzeichnung der Veranstaltung eine inakzeptable Tonqualität, so dass ich Ausschnitte der Podiumsdiskussion nicht veröffentlichen kann)




Geheimdienst: „Links viel gefährlicher als rechts“

Dass die politische Mitte sowie das rechte Spektrum notwendig zu einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft dazugehören, diese Binsenweisheit versucht man uns in einem bereits langwährenden Umerziehungsprozess auszutreiben. Die wahrhaft Anständigen wie Sarrazin werden nach Zwischenrufen umgehend skandalisiert in einem Land, das politisch eine beispiellose Linksdrift hinter sich hat. Die Mechanismen, die dabei eine Rolle spielen, sind uns allen bekannt, obwohl man häufig gar nicht so kriminell denken kann, wie die politischen Mechanismen in Wahrheit funktionieren.

Aus den Niederlanden erreicht uns in diesem Zusammenhang ein Bericht des Inlandsgeheimdienstes AIVD, der ohne Umschweife und ohne ideologischen Betrug die wahren politischen Abläufe benennt, die den demokratischen Staat substantiell gefährden.

Da die grundlegenden Verhältnisse in den Niederlanden und in Deutschland die gleichen sein dürften, hier die Übersetzung des entsprechenden Artikels aus dem TELEGRAAF vom 3.11.2010:

„Links viel gefährlicher als rechts“

Die Bedrohung, die von Rechtsextremisten ausgeht, ist fast verschwunden. Dies sagt der Allgemeine Informations- und Sicherheitsdienst (AIVD, niederländischer Geheimdienst) in einem gestern präsentierten Bericht. Dagegen kommt die echte Bedrohung von linksextremen Organisationen wie der Anti-Faschistischen Aktion (AFA) und dem Kollektiv Anti-Faschistisches und -Kapitalistisches Archiv (KAFKA), so der Geheimdienst. Laut dem Dienst benutzen diese linken Clubs Methoden, die „die demokratische Rechtsordnung verletzen“.

Der Geheimdienst stuft AFA und KAFKA rundherum als gefährlich ein: „AFA ist bereit, das Recht gegen Rassismus und Faschismus in die eigene Hand zu nehmen, sei es mit oder ohne gewalttätige Konfrontationen. So kommt AFA in Aktion, wo der Staat ‚versäumt aufzutreten‘, indem beispielsweise rechtsextremistische Manifestationen geduldet werden. Wenn solche Demonstrationen stattfinden, tritt AFA regelmäßig selbst mit Gewalt auf oder lässt andere das tun. Diese Gewalt wird dann rechten Demonstranten in die Schuhe geschoben und von AFA als Argument gebraucht, um Demonstrationen verbieten zu lassen“, so der AIVD.

Eine bekannte Taktik der Linksextremisten ist das Aufwiegeln ausländischer Jugendlicher, um rechte Demonstrationen gewalttätig zu stören, wie der Geheimdienst schon früher wissen ließ. Auch werden örtliche Politiker unter Druck gesetzt, rechte Demonstrationen zu verbieten.

Die Forschungsgruppe KAFKA wird vom Geheimdienst als dubios eingeschätzt: „Die Gruppe strebt zusammen mit AFA danach, alles, was als rechts angesehen wird, aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Bei diesem antidemokratischen Streben gebrauchen beide Gruppierungen undemokratische Methoden wie Gewalt, Anstiftung zur Gewalt, Einschüchterung und das Verbergen der eigenen Identität und der wahren Absichten.“

Dass die wirkliche Bedrohung, die aus der rechten Ecke kommt, viel kleiner als oft gedacht ist, rührt laut Geheimdienst von dem Bild her, das AFA und KAFKA kultivieren. Laut dem Dienst übertreiben sie bewusst die Gefahr des Rechtsextremismus.

„Sie führen ihr Existenzrecht zurück auf die Bedrohung, die davon ausgeht, und kultivieren das Bild, dass diese groß ist und wächst“, so das AIVD, der das Bild nachdrücklich bestreitet. Die Anzahl aktiver Rechtsextremisten fällt, wie aus AIVD-Statistiken hervorgeht. Vor drei Jahren wurde ihre Anzahl noch auf 600 geschätzt, inzwischen liegt ihre Anzahl bei weniger als 300.

Anfang des Jahres informierte der Geheimdienst in einem Brief alle Bürgermeister über die Praktiken von AFA, die unter falschen Vorwänden versucht, lokale Verwaltungen dazu zu zwingen, Parteiversammlungen von in ihren Augen „rechten“ Parteien zu verbieten. „Wenn AFA Kenntnis erhält von einer durch Rechte geplanten Demonstration, tritt man an Gemeinden und Saalbetreiber heran und warnt vor materiellem Schaden, der die Folge derartiger Demonstrationen sein könnte. Schaden ist jedoch in der Regel die Folge der Gegendemonstrationen von AFA“, so der Geheimdienst.

(Text und Übersetzung: Andreas F. / Foto oben: AFA-Aufmarsch in Maastricht 2009)




Die Auferstehung des sozialistischen Terrors

Die mutmaßlichen Mitglieder der 'Zellen des Feuers' (v.l.n.r.): Alexandros Mitrousis, Michael Nikolopoulos, Georgios Karagiannidis, Georgios Nikolopoulos, Ntamiano BolanoBomben, Bomben, überall Bomben. Jemen, Irak, Afghanistan, aus solchen Länder kennt man das. Aber Griechenland? Moment mal! Ist das nicht eine der Wiegen westlicher Kultur? Die Entwicklung ist beängstigend, denn sie zeigt, wie schnell Extremismus gedeiht, wird er auf dem fruchtbaren Boden einer von Armut bedrohten Gesellschaft ausgesät.

(Kommentar von Frank Furter)

Paketbombe ans Bundeskanzleramt – das ist wirklich eine bemerkenswerte Art und Weise, sich für Milliarden Deutscher Steuergelder zu bedanken. Tatsächlich erscheint die Vorgehensweise der Absender aus dem griechischen linksextremen Millieu derart weltfremd und widersinnig, dass man geneigt wäre, zu fragen, ob diese Herrschaften einen nicht unerheblichen Zeitraum ihres Lebens unter dem bereichernden Einfluss islamischer Hassprediger verbracht haben. Allerdings darf man unterstellen, dass in dem Fall die Bombe von besserer Qualität gewesen wäre. Denn was Terrorismus angeht ist Europa ein Entwicklungsland. Staatsbankrott? Lächerlich! Man nehme Afghanistan, Pakistan, oder den Irak: Bürgerkriege, Attentate, Gemetzel und Plündereien. Da muss ein griechischer Anarchist ja geradezu platzen vor Neid.

Aber keine Sorge. Die europäische Linke ist auf dem Vormarsch. Heute Griechenland, morgen der ganze Kontinent. Tatsächlich stellt sich im Zuge der Globalisierung zunehmend die Frage, in welche Richtung dieser Prozess eigentlich verläuft. Ist die Welt im letzten Jahrzehnt friedlicher und wohlständiger geworden? Hat sie sich uns, den einst führenden Nationen des Westens angenähert? Oder droht uns nicht eher das Gegenteil, dass jene Missstände, die anderswo allgegenwärtig sind, im Zuge der Globalisierung auch hierzulande Einzug erhalten?

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte. Da passt es gerade gut ins Bild, dass heute über die Nachrichtenagenturen die Meldung verbreitet wird, Chinas Staatschef Hu Jintao habe den US Präsidenten Barack Obama als mächtigsten Mann der Welt abgelöst. Das kann selbst den schärfsten Obama-Kritiker nicht erfreuen: ein sozialistischer Diktator als mächtigster Mann der Welt. Ist das nicht genau jenes Schreckensszenario, von dem der Westen glaubte, es sei mit dem Fall der Sowjetunion verhindert worden?

Von wegen. Zwar darf man unterstellen, dass die Macher der Forbes Liste wirtschaftlichen Faktoren beim Erstellen ihres Rankings mehr Bedeutung zukommen lassen, als zum Beispiel militärischen. Und Gott sei dank, militärisch sind die USA nach wie vor die unumstrittene Weltmacht, und wohl die einzige in der Geschichte, die ihre Macht nicht missbräuchlich angewandt hat, um zu versuchen, den Rest der Menschheit zu unterwerfen – ein Umstand, der gerne beiseite gedrängt wird, wenn Westenhasser von bösem amerikanischen Imperialismus faseln. Doch ändert dies nichts an der Tendenz, die absehbar ist: 20 Jahre nach Fall des Kommunismus erleben jene Irrlehren, auf denen die Unrechtsstaaten des letzten Jahrhunderts gebaut waren, eine beängstigende Renaissance.

Und im Schatten der gemässigten Vertreter sozialistischen Gedankenguts wuchern ihre extremistischen Glaubensbrüder, und befinden sich unlängst „An der Schwelle zu einem neuen Linksterrorismus“. So lautet die Überschrift eines lesenswerten Welt-Online Artikels von Günther Lachmann, der die Paketbombe im Kanzleramt zum Anlass nimmt, einen genaueren Blick auf die linksextreme Szene in Europa zu werfen.

Noch ist nicht klar, wer die Paketbombe an das Bundeskanzleramt geschickt hat. Da sie in Griechenland aufgegeben wurde, verdächtigen Sicherheitskreise jene Linksextremisten, die auch für die an verschiedene Botschaften in Athen versandten Briefbomben verantwortlich gemacht werden. Die Polizei verhaftete mehrere Verdächtige.

Ihre Motivation speist sich aus einer zunehmend europakritischen und kapitalismusfeindlichen Haltung in der griechischen Gesellschaft, in deren Folge sich auch die Stimmung gegenüber Deutschland verschlechtert. Angela Merkels Vorschlag, die EU solle hoch verschuldeten Defizitsündern wie Griechenland künftig die Stimmrechte entziehen, führte zu heftigen Reaktionen. Die als „linksliberal“ geltende Tageszeitung „To Ethnos“ titelte dazu: „Merkel macht die EU zu Dachau“. Das Blatt nannte den Vorschlag „gruselig“ und forderte „die Völker Europas“ dazu auf, den „Deutschen des vierten Reiches“ entgegenzutreten.

Das zeigt, wie aufgeheizt die Debatte in Griechenland ist, und „lässt erahnen, welche Emotionen das Thema in den Reihen der Linksextremisten hervorruft“. Tatsächlich wäre man an dieser Stelle ausnahmsweise geneigt, einem anderen Volk ein kleines bisschen mehr von jener political correctness zu wünschen, mit der die Menschen hierzulande geradezu inflationär belästigt werden. Schliesslich sind Begriffe wie „Dachau“ und „Viertes Reich“ in diesem Zusammenhang nicht nur dumm und unpassend, sondern schlicht und ergreifend beleidigend gegenüber einem Land, das auf der anderen Seite offensichtlich als gut genug dazu empfunden wird, seine Steuergelder zum Sanieren des heruntergewirtschafteten griechischen Staatshaushaltes zur Verfügung zu stellen.

Eine solche Sichtweise jedoch würde ein Gespür für Verhältnismässigkeit erfordern, dass in Griechenland scheinber selbst Vertretern populärer Medien abhanden gekommen ist. Wenn jedoch schon dort solche Töne angeschlagen werden, wie mag dann erst die Stimmung im Volk sein – vor allem unter den extremen Vertretern desselben?

Viellecht ist Griechenland uns dahingehend einfach nur einen Schritt vorraus. Schliesslich hat das Land seinen Staatsbankrott bereits hinter sich – unser steht uns noch bevor, wenn der explodierende Sozialapparat und die ausufernde Verschuldung nicht bald mit Ernsthaftigkeit bekämpft werden. Das lässt vermuten, dass die „bürgerkriegsähnlichen Zustände“, die Udo Ulfkotte in seinem Buch „Vorsicht Bürgerkrieg“ 2009 beschrieb, schon eher eintreten könnten, als es manch einer hierzulande für möglich hält. Denn am Anfang einer politischen Extremisierung steht nur allzu oft elementarer Wohlstandsverlust mit damit einher gehenden Bildungsdefiziten – die wiederum den Wohlstandsverlust beschleunigen, was wiederum die Bildungsdefiziite erhöht. Ein Teufelskreis, den unser Land – das wissen wir nicht erst seit Sarrazin – längst beschritten hat.

Und gerade dieser Teufelskreis erhöht spürbar und stetig den Einfluss politischer Extremisten. Selbst aus den Zuständen in der muslimischen Welt könnte man pauschal ableiten, dass Radikalismus und Terrorismus umso stärker vertreten sind, je ärmer eine jeweilige Region ist. Tatsächlich befruchtet der Islam selber den dargestellten Teufelskreis nicht nur mit Unmengen hasserfüllter und faschistischer Ideologie, sondern zudem mit einer geradezu Gottbefohlenen Bildungsferne; mutmasslich einer der entscheidenden Gründe, warum Terrorimus auf muslimischem Nährboden nicht nur wächst, sondern wuchert, kaum dass ihn jemand ausgesät hat.

Auch die Menschen im Westen sind nicht vollkommen frei von derart irrsinnigen Denk- und Verhaltensweisen. IRA und ETA mögen noch (von aussen) schwer erklärbare lokale Erscheinungen sein, die in regionaler Geschichte begründet sind. Doch linker Terror, wie ihn Deutschland beispielsweise seit Ende der 1960er Jahre und bis in die späten 80er hinein erlebt hat, waren in mancher Hinsicht durchaus von einer ähnlichen Gestalt wie jener der fundamentalen Muslime: im Zentrum steht die aberwitzige und – objektiv gesehen – lächerliche Überzeugung, Vertreter der einzig wahren Weltanschauung auf Erden zu sein, mit dem Auftrag beseelt, die ganze Menschheit mit dem Geschenk der perfekten Gesellschaft zu beglücken – koste es was es wolle.

Dieser Auftrag, der einer elemtaren weltbildlichen Verblendung gleichkommt, eint jene Linken Extremisten – nicht nur mit Muslimen, sondern mit allen, deren Hass sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richtet, die der Westen entwickelt hat. Kein Wunder also, wenn Günther Lachmann im folgenden beschreibt, mit wem und was heutzutage unter Extermisten gemeinsame Sache gemacht wird.

„Die Welt hat sich geändert, und der Extremismus hat sich ihr angepasst“ schrieb Moreau 2004. Damals verwies er auf einen im italienischen Assisi tagenden „antiimperialistischen Kongress“ hin, der die internationale Vernetzung des militanten Linksextremismus sehr gut veranschaulicht. „Dort versammeln sich nicht nur militante Linksextremisten jeder erdenklichen Richtung – von Maoisten über Trotzkisten bis zu Anarchisten, um nur einige zu nennen“, so Moreau. „Anwesend sind auch Unterstützer des bewaffneten Widerstandes im Irak und in Palästina, islamistische Fundamentalisten, rechtsextreme Negationisten (Leugner des Holocaust) und schließlich gewaltorientierte Globalisierungsgegner.“ Diese Mischung erscheine selbst ihm recht überraschend, doch umreiße sie die künftige Geographie des Linksextremismus. „Unter dem Banner des Antiamerikanismus, des Antizionismus und des Antiimperialismus ist er mit allen extremistischen Strömungen verbündet, oder er sucht bei ihnen politische Bündnispartner“, schreibt Moreau. In Folge dieser internationalen Verflechtung seien etwa auch die griechischen Kommunisten oder etwa die italienische „Rifondazione Comunista“ in Deutschland aktiv. Zu anderen werde der Kontakt über das Internet gehalten.

Getragen werde dieser neue Linksextremismus von einem neuen intellektuellen Reflexionsprozess. Der Untergang des kommunistischen Blocks sei „erkennbar verdaut“. „Eine neue Analyse der Welt und ihrer Ordnung ist im Gange (…) Der Austausch von Ideen, Texten und Kritiken erfolgt sehr schnell, da die Übersetzungen durch engagierte Mitglieder und Sympathisanten vorgenommen werden“, schrieb Moreau, nicht ahnend, dass kurze Zeit später die Finanzkrise über die Welt hereinbrechen und so der Auferstehung revolutionär-marxistischer Ideen den roten Teppich ausrollen würde.

Umso erschreckender, dass Moreaus Erkenntnisse, die hier zitiert werden, quasi schon wieder veraltet sind, und der „Finanzkrise“ wegen die Situation heuer eher noch bedrohlicher ist. So wird also der „Kapitalismus“ des Westens und seine grosse Krise schlimmstenfalls zum Brandhelfer für das Wiedererstarken jener politischen Ideologien, gegen deren real existierendes Erscheinungsbild hiesige Wirtschaftskrisen wie goldene Blütezeiten erscheinen.

Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ebenjene Krise ihren Ursprung längst nicht nur in kapitalistischer Gier und marktwirtschaftlichem Scheitern hat. So stand beispielsweise am Anfang von Subprime der „Community Reinvestment Act“ der US-Demokraten um Bill Clinton, deren nobles sozialpolitisches Ziel es war, jedem Amerikaner sein Eigenheim zu finanzieren; notfalls eben auf Pump. Abgewickelt wurde diese sozialpolitische Doktrin von staatseigenen Banken und Baufinanzierern – wahrlich alles andere als typisch kapitalistische Unternehmensformen. Noch eklatanter stellte sich die Lage in Griechenland dar, wo die vom Staat gewährten Leistungen über Jahre hinweg in keinem angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Wertschöpfung standen. Tatsächlich war die Krise bei näherer Betrachtung nicht nur eine Banken-, Finanz- oder Kapitalismuskrise; in ihrem Kern war sie zu aller erst eine Schuldenkrise, und nicht selten war Sozialpolitik der Ursprung jener Schulden.

Die Gesellschaften des Westens, allen voran die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik, sind nicht rein kapitalistisch, wie es aus Kreisen linker Extremisten gerne dargestellt wird. Sie sind unlängst eine Mischform, auf der stetigen Suche nach Ausgewogenheit. Und irrwitzigerweise sind es vornehmlich die sozialen Elemente westlicher Staatsstrukturen, die am Anfang der jüngsten Krisen standen – in den USA, und in Griechenland sowieso. Auch hierzulande droht bald der Kollaps, nicht wegen Banken oder Unternehmen, sondern wegen einer ausufernden Transfermenthalität, die leistungsfeindliche Anreize setzt, und schlussendlich Verarmung und Verdummung fördert.

Es ist fünf vor Zwölf! Die Paketbombe im Kanzleramt war nicht nur eine Warnung, man möge die Sicherheitsstandards überdenken. Sie war auch eine Warnung, man möge die Zukunft dieses Landes überdenken. Sie zeigt, wohin die politische Reise geht, sollten auch hierzulande die Menschen elementar von Armut bedroht sein. Denn je grösser der Wohstandsverlust unserer Gesellschaft, desto stärker wird der Zulauf zu politischen Extremisten jedweder Coleur. Sollte es in Deutschland zu einem Kollaps griechischen Ausmasses kommen, gäbe es niemanden in der EU, der diesen mit seinen Steuermilliarden aufzufangen im Stande wäre. Im Gegenteil, ein solches Szenario könnte der Startpunkt sein, für ein neues Kapitel der Geschichte – mutmasslich ein düsteres.

Denn die Verlockung der „revolutionär-marxistischen“ Idee hat das Potential, der „Islam des Westens“ zu werden. Dazu braucht es keinen Gott, oder Allah; alles was es dazu braucht, ist geistige und materielle Armut, dann kommen die selbsternannten Propheten, Befreier und Revolutionäre schon von ganz alleine.

(Foto oben: Die mutmaßlichen Mitglieder der „Zellen des Feuers“, v.l.n.r.: Alexandros Mitrousis, Michael Nikolopoulos, Georgios Karagiannidis, Georgios Nikolopoulos, Ntamiano Bolano)




Berner Polizei will Koranverbrennung verhindern

Titus Leo PanakalDie Berner Kantonspolizei hat erklärt, die für morgen 17.30 Uhr geplante Koran- und Bibelverbrennung wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Verstoß gegen die im Strafgesetzbuch verankerte Glaubens- und Kultusfreiheit verhindern zu wollen. Dies, obwohl die hinduistischen Bibel- und Koranverbrenner notfalls für ihre Sache zu „Märtyrern“ werden wollen (PI berichtete).

20 Minuten berichtet:

Der Kantonspolizei Bern liegt kein Gesuch für einen Anlass oder eine Veranstaltung vor. „Wir halten uns aber für alle Fälle bereit“, sagt Mediensprecher Michael Fichter.

Denn das Verbrennen von Bibeln und Koranen verstößt gegen den Artikel 261 im Strafgesetzbuch – die Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit. „Das gefährdet die öffentliche Sicherheit und wird von uns nicht toleriert“, so Fichter.

Der Hauptinitiant der Verbrennungsaktion, Titus Leo Panakal (Foto), behauptet Bibel und Koran enthielten gewalttätige Verse, pornografische Geschichten und Inzest-Texte. Beide Bücher seien des Teufels und müssten verbrannt werden. Bereits 2007 machte Pankanal mit einer Protestaktion auf dem St. Petersplatz im Vatikan von sich reden.

Titus Panakal und sein Vater sind übrigens beide zum Hinduismus heimgekehrte Ex-Christen, die sich schon länger damit beschäftigen, Hass-Literatur gegen das Christen- und Judentum zu verfassen. Der Islam ist als Feindbild neu hinzugekommen.




Moslemführer: „Der Koran ist voll von Krieg“

Anjem ChoudaryWenn es Anjem Choudary (Foto) nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Der Führer der islamischen Gruppe „Islam for UK“ bevorzugt eine klare Sprache, die sich wohltuend von der Taqiyya der hiesigen Verbandssprecher wie Aiman Mazyek, Bekir Alboga & Co. abhebt. Im Februar dieses Jahres reiste der CBN Terrorismus-Korrespondent Erick Stakelbeck nach London, um verschiedene Interviews mit britischen islamischen Repräsentanten zu führen. Ganz besonders interessant gestaltete sich das Gespräch mit Anjem Choudary, das jetzt in einer deutschen Übersetzung vorliegt.

Anklicken, zurücklehnen – und genießen:

Solch unverblümte und realgetreue Darstellungen des Islam würde man sich auch hierzulande wünschen. Aber leider gibt es bei uns nur wenige eines Schlages wie Abu Hamza alias Pierre Vogel, die Klartext reden. Die meisten anderen, und das ist viel gefährlicher, sind gerissen genug, um die Wahrheit konsequent zu verschleiern. Die Mazyeks und Albogas wissen genau, was Gutmenschenohren hören wollen, und so liefern sie die vernebelnden Sprachschablonen am Fließband. Aber ihre Flunkereien werden immer deutlicher von der Lebenswirklichkeit auf den Straßen und in den Schulen dieses Landes eingeholt. Die Zeit tickt unaufhaltsam für das Erwachen des gesunden Menschenverstandes…

(Text: byzanz / Spürnasen: Dorothee & Micha, PI-Gruppe Stuttgart)




Das Kreuz der Antifa mit der Meinungsfreiheit

Das Kreuz der Antifa mit der MeinungsfreiheitAm 30. Oktober fand in München der alljährlich von der Vereinigung EuroProLife organisierte Gebetszug “1000 Kreuze für das Leben” statt. Die Gegendemo dazu lieferte wieder einmal einen hervorragenden Anschauungsunterricht, was sich linke Störtrupps alles einfallen lassen, um Andersdenkende zu terrorisieren.

Es ist ja schon wahrlich eine Frechheit, auf einer Demonstration die Meinung zu vertreten, es sei besser, ein Kind auszutragen, als es vorher abzutreiben. Der Gipfel der Unverschämtheit ist es jedoch, wenn eine solche Meinung auch noch von Katholiken geäußert wird, die einen Großteil der Teilnehmer stellten und zu denen sich auch der Autor dieses Artikels bekennt.

Doch eine Vertreterin der Münchener PI-Gruppe zeigte, dass man nicht Mitglied einer Kirche sein muss, um für den Schutz des Lebens einzutreten. An die Adresse unserer atheistischen und agnostischen Leser sei gesagt, dass es mir fernliegt, wie auch den meisten anderen Mitgliedern meiner Kirche, Andersdenkenden unsere ethischen Grundsätze mit staatlichen Gesetzen oder gar mit Gewalt – was oft auf dasselbe hinausläuft – aufzwingen zu wollen. Aber in Sachen Abtreibung können neben ethischen auch logische Argumente ins Feld geführt werden.

Die 1000 Kreuze stehen für die tausend Abtreibungen, die pro Tag in unserem Land durchgeführt werden. Um nicht in den Verdacht zu geraten, christlich-fundamentalistische Positionen zu vertreten, will ich hier einmal ethisch-religiöse Argumente außen vor lassen und es mit dem gesunden Menschenverstand versuchen. Legen wir auch bei den Abtreibungskliniken eine Fünftagewoche zugrunde, kommen wir pro Woche auf 5000 Abtreibungen, was sich jeden Monat auf ca. 20.000 summiert. Dies ist die Einwohnerzahl einer Kleinstadt. Diese Tatsache ist sicherlich zu berücksichtigen, wenn man nach den Gründen unserer demographischen Probleme sucht, die wohl der Hauptbestandteil der islamischen Bedrohung unseres Landes wie auch der gesamten westlichen Welt sind. Außerdem gehört der Wunsch nach Nachkommen wohl zu den natürlichsten Instinkten, weshalb die Propagierung der Abtreibung nicht nur religiösen Geboten, sondern auch der menschlichen Natur widerspricht.

Im Aufruf zu der Veranstaltung heißt es:

Wir können nicht schweigend zusehen, wenn unschuldige Babys im Mutterschoß getötet werden, weil die Mutter der Meinung ist, „mein Bauch gehört mir“. Wenn das Kind unter ihrem Herzen reden könnte, würde es sagen: „Und mein Leib gehört mir, Mama! Bitte lass mich leben! Ich bin doch auf Dich angewiesen, um überleben zu können. Mama, ich flehe Dich an: bitte bring mich zur Welt und nicht um!“ Kinder müssen sterben, die geliebt werden möchten, die leben wollen, die einen Platz in unserer Gesellschaft brauchen, die dem Leben ihrer Eltern Sinn geben würden und mit ihren einzigartigen, unverwechselbaren Talenten und Fähigkeiten zum Gemeinwohl der gesamten Bevölkerung beigetragen hätten. Deutschland wird nur eine Zukunft haben, wenn wir eine Kultur des Lebens aufbauen, anstatt Menschenleben massenhaft zu zerstören.

Doch wie immer man zur Abtreibung stehen mag: Für einen Demokraten sollte es selbstverständlich sein, dass die vom Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit auch für deren Gegner gilt. Ein Freund aus Spanien äußerte sich dann auch erstaunt darüber, dass in Deutschland Abtreibungsgegner ihre Meinung nur unter massivem Polizeischutz äußern können.

Teilnehmer, die bereits im vergangenen Jahr bei dieser Veranstaltung waren, meinten zwar, dass die Anzahl der Gegendemonstranten abgenommen hatte. Aber sie verstanden es durchaus, ihre geringe Zahl durch Lautstärke wettzumachen und unterstrichen dies mit einer Ausstaffierung, die sie wohl für originell und kreativ hielten.

Den Vogel schoss ein „Teufel“ ab, dessen mittlere Spitze seines Dreizacks ein Präservativ zierte und dies in unsere Richtung fuchtelte. Ein Tag vor Halloween war seine Kostümierung zumindest der Saison angemessen. Die Tatsache, dass ein Mensch, der sonst wohl Ansichten vertritt, die wir hier eher als “gutmenschlich” bezeichnen, im Kostüm des Bösen schlechthin auftritt, entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie.

Ansonsten wiesen die Parolen, mit denen uns die Gegendemonstranten bedachten, den üblichen Einfallsreichtum auf. Es ist nur erstaunlich, dass sie ihre „Werte“ gegenüber Muslimen nie vertreten. In diesem Fall gilt für diese Heuchler und Doppelmoralisten wohl das Prinzip der kulturellen Rücksichtnahme und Toleranz.

Als musikalisches Rahmenprogramm bot man ein Trillerpfeifenkonzert undefinierbarer Tonart, jedoch mit einer Hingabe vorgetragen, die auf virtuose Beherrschung des Instrumentes schließen ließ. Die völlig durchgeistigten Botschaften, die man uns mit auf den Weg gab, lauteten: “Ob Kinder oder keine, entscheiden Frauen alleine”, “Kein, Gott, kein Staat, kein Patriarchat“, “Christen ans Kreuz!“, “Faschopack” und das in diesen Kreisen obligatorische sowie besonders originelle: “Nazis raus.”

Aus Respekt vor der Bitte der Veranstalter, im Gebet zu bleiben und sich nicht von den Gegendemonstranten provozieren zu lassen, verzichtete ich darauf, dies genauso zu beantworten wie am 3. Oktober 2009 in Berlin.

Einige schwenkten auch die Regenbogenfahne der Homosexuellenbewegung, was die Frage aufwarf, wie gleichgeschlechtlicher Sex wohl zu einer Situation führen kann, die eine Abtreibung nötig macht. Aber Logik ist wohl nicht die starke Seite unserer revolutionären Freunde. Ein Argument für die Abtreibung allerdings war fast im Stande, auch hartgesottene Katholiken wie mich für die Abtreibung zu begeistern:

“Eure Kinder werden so wie wir!”

Dieser Spruch wurde von seiner durchschlagenden Überzeugungskraft nur von Eiern übertroffen, die man nach uns warf.

Die Münchner Polizei unterband, wie man es von ihr gewohnt ist, jede Form von Gewalttätigkeit bereits im Ansatz.

Einer der Gegendemonstranten schnappte sich in einem unbeobachteten Moment ein Holzkreuz und zeigte anschließend, was in ihm so alles an unausgelebten Trieben schlummert:

Vom Recht auf Filmen und Fotografieren einer öffentlichen Veranstaltung halten diese Gesellen offensichtlich auch nichts:

Angesichts dieser linken Meinungsguerilla mit ihren hochintellektuellen Argumentationsketten und ganz besonderen Verhaltensweisen muss man fast bedauern, dass deren Eltern offensichtlich nichts von Verhütung hielten…

Video der Veranstaltung:

(Text: Florian Euring „La Valette“ / Fotos: Roland Heinrich / Kamera & Videoschnitt: Manfred Schwaller – PI-Gruppe München)




Integrationsgipfel: Polizist macht den Sarrazin

Christian Horn (r.) mit Angela MerkelDa Thilo Sarrazin nicht zum vierten Integrationsgipfel eingeladen wurde, musste ein Berliner Polizist in die Bresche springen, um Volkes Stimme zu vertreten. Und das tat der 47-jährige Hauptkommissar Christian Horn (Foto) anscheinend so überzeugend, dass Bundeskanzlerin Merkel ihn von den 120 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, öffentlichem Leben und Migrantenorganisationen nach drei Stunden Diskussion namentlich hervorhob.

BILD berichtet:

[…] Dabei hatte Horn nur von seinem Job erzählt – als stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe Integration und Migration in Kreuzberg und Neukölln.

Ganz ruhig berichtete der Polizist den rund 120 Gipfelgästen – u.a. Innenminister Thomas de Maizière, Familienministerin Ursula von der Leyen (beide CDU), NRW-Chefin Hannelore Kraft (SPD), DGB-Chef Michael Sommer – von seinen Erfahrungen. Und sprach Klartext:

– Klartext Gewalt: „Viele Kinder mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund wachsen mit Gewalterfahrungen auf, vor allem in den eigenen Familien … Nicht verwunderlich, dass viele von ihnen Gewalt als völlig legitimes Mittel der Kommunikation ansehen. … Körperliche Gewalt bis hin zur schweren oder gefährlichen Körperverletzung – ganz zu schweigen von verbaler oder psychischer Gewalt – ist keine Seltenheit.“

– Klartext Kriminalität: „Auch Erpressungen und Nötigungen sind an Schulen nahezu an der Tagesordnung; selbst Fälle regelrechter Versklavung von Mitschülern sind uns bekannt geworden. Diese Gewalt richtet sich gegen Mitschüler ebenso wie gelegentlich gegen Lehrer und Lehrerinnen.“
Der Kriminalhauptkommissar schildert ein Erlebnis an einer Grundschule in Kreuzberg: Zwei Kinder aus arabischen Großfamilien schlagen einen deutsch-türkischen Mitschüler dermaßen zusammen, dass der Junge lebenslange Gehörschäden davonträgt.
Später gelingt es erst durch gemeinsame Überzeugungsarbeit von Polizei und einem Migrantenverein, die Väter der beiden Täter zum Erscheinen bei der mehrfach anberaumten Schulkonferenz zu bewegen. Als sie sehen, dass überwiegend Frauen im Raum sind (Schulleiterin, Klassenlehrerin, Polizistin), wollen sie ihn sofort wieder verlassen – denn da seien ja nur „Weiber“. Sie gehen nur deshalb nicht, weil der anwesende männliche Polizist sie „eindringlich und lautstark“ auffordert, „gefälligst zu bleiben“. Den vereinbarten Maßnahmen der Schule stimmen sie nur „widerwillig“ zu.

– Klartext Verharmlosung: Gewaltvorfälle würden in der Familie oft verharmlost oder nicht aufgearbeitet. „In einem uns bekannt gewordenen Fall bestand die elterliche ‚Aufarbeitung‘ darin, dass das Kind zur Bestrafung zu Hause eine Tracht Prügel bekam.“

– Klartext Frauen: Muslimische Schüler und auch ihre Eltern erkennen die Autorität von weiblichem Lehrpersonal oft nur „mangelhaft“ an.

– Klartext Deutschenfeindlichkeit und Antisemitismus: Nahezu wöchentlich, manchmal täglich, gebe es Fälle von Rassismus – insbesondere bei Kindern arabischer Prägung. „Angefangen von der ‚Deutschenfeindlichkeit‘, die wir an einigen Schulen tatsächlich feststellen müssen, reicht das Spektrum bis hin zu noch häufigeren antisemitischen Äußerungen seitens muslimischer Schüler. Nicht selten offen während des Unterrichts.“ Dem Staat Israel werde das Existenzrecht abgesprochen.

– Klartext Islam: „Der Islam wird als Rechtfertigung oder gar Begründung für Antisemitismus, Gewalt oder Verunglimpfungen gegenüber vermeintlich ungläubigen oder solchen Personen herangezogen, die nach eigener Auffassung keine guten Muslime seien.“ Diesen Schülern müsse klargemacht werden, „dass sie den Islam gelinde gesagt völlig falsch bzw. gar nicht verstanden haben“.

– Klartext Jugendarbeit: Unerlässlich seien Kommunikation und Netzwerkarbeit aller beteiligten Stellen „ohne Eitelkeit und Konkurrenzdenken“, so Horn. Einige Jugendliche „driften ab in kriminelle Milieus, andere gehen der breit angelegten Jugendarbeit einiger skeptisch zu betrachtender Moscheevereine auf den Leim“. Schulen böten hingegen die einzigartige Chance, Integration voranzutreiben.

Gut zehn Minuten sprach Polizeihauptkommissar Horn – und erntete sehr viel Beifall. Kanzlerin Merkel lobte: „Was Herr Horn erzählt hat, ist die Lebensrealität vieler Menschen, wir dürfen uns davon nicht entfernen. Wir müssen die Themen benennen, damit sie nicht von Rattenfängern benannt werden.“

Wen sie damit wohl gemeint hat?