Dänemark: Nach Karikaturen- jetzt Hühnerstreit?

Dänische HühnerDas dänische Außenministerium und die Hühnerbranche arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, Dänemarks Millionen-Export in die arabische Welt zu retten. Grund dafür sind Gerüchte, die nach einem Bericht des Senders TV2 entstanden, wonach dänische Hühnererzeugnisse mit Schweinefleisch-Protein gefüllt seien.

Die saudische Zeitung Al Watan schrieb daraufhin, dass die dänischen Hähnchen mit Schweinefleisch-Protein gefüllt sind. Angeblich basiert die Information auf der Grundlage des TV2-Berichts „Operation X: gepumpte Hühner.“

„Das ist hochgradige Desinformation“, sagte Rose-Geflügel Direktor Per V. Møller zum Dagbladet Holstebro-Struer. Laut Handelsattaché Sigurd Andersen von der dänischen Botschaft in Riad schrieb die arabischsprachige Zeitung, dass 40 Prozent aller Hühner auf dem dänischen Markt Schweinefleisch und Wasser enthalten, aber Sigurd Andersen dementierte sofort den Al-Watan Artikel, es würde sich um „total falsche Angaben“ handeln und die Information/Übersetzung spiegele in keiner Weise wieder, was tatsächlich in der Sendung von TV2 gesagt wurde.

In englischer Sprache erklärt die dänische Botschaft nun den arabischen Medien, dass der Fernseh-Bericht zu sagen versuchte, dass es möglich ist, Wasser und Salz in solchen Mengen beizufügen, dass bis zu 40 Prozent von jedem Hähnchenfilet aus Wasser und Salz bestehen könnte.

„Parallel dazu hat die Sendung versucht zu erklären, dass auch Schweine-Protein als Zusatzstoff benutzt werden könnte. Aber das Programm unterließ/vergaß es zu sagen, dass dieser Prozess nicht in dänischen Schlachtereien angewendet wird“, schreibt die dänische Botschaft in Kontakt mit dem Handelsregister arabischen Medien.

(Quelle: Dagbladet Holstebro-Struer, Übersetzung: Jutta S.)




Frankfurter Allgemeine Qualitätszeitung

Qualitätszeitung FAZ
(Karikatur: Götz Wiedenroth)

» PI: Die FAZ verkauft ihr Gewissen




Unmenschliche Strafe für Vergewaltigungsopfer

staatsbesuch

Der Islam, von grünen Menschenrechtsverhöhnern gern als „Religion des Friedens“ angepriesen, zeigt seine gemeine Fratze besonders deutlich dort, wo seine Lehren am eifrigsten befolgt werden. Zum Beispiel im Iran oder in Saudi-Arabien, wo der Koran Staatsverfassung und die islamische Sharia Strafgesetz sind (Foto: Der saudische Folterknecht zu Gast bei Freundinnen).

Aus Saudi-Arabien berichtet der Blick:

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat eine 23-jährige Frau zu einem Jahr Gefängnis und 100 Peitschenhieben verurteilt. Grund: Sie wollte nach einer Massenvergewaltigung ihr Kind abtreiben.

Die junge Araberin stieg in der saudi-arabischen Hafenstadt Jeddah zu einem Unbekannten ins Auto der ihr eine kostenlose Fahrt versprochen hatte.

Wie die «Saudi Gazette» berichtet, stiegen nach wenigen Minuten vier Freunde des Mannes in den Wagen – und zwangen die 23-Jährige zu Sex. Nach Aussage des Fahrers habe die Tortur die ganze Nacht gedauert.

Durch die Vergewaltigung wurde die Frau schwanger und wollte das Kind im König-Fahd-Spital abtreiben. Dort wurde sie, im zweiten Monat schwanger, aber verhaftet.

Das Gericht in Jeddah verurteilte sie nun am Samstag zu 1 Jahr Gefängnis und 100 Peitschenhieben. Die Gefängnisstrafe hat sie bereits angetreten. Ausgepeitscht werde sie aber erst nach der Geburt ihres Kindes.

(Spürnase: Andreas)




Offener Brief an Michel Friedman

Mrs Rosa Gillibrand aus Brüssel, die früher Friedman hieß und jetzt wieder verheiratet ist, ist die Witwe eines jüdischen Arztes aus Wien, der während der Nazizeit nach England geflüchtet ist und während des Krieges den Großteil seiner Verwandtschaft in der Schoah verloren hat. In ihrem Brief erörtert sie, wie sie die Piusbruderschaft wahrnimmt und erklärt, warum Michel Friedman (Foto) als säkularer Jude den Papst nicht auf die Weise hätte angreifen dürfen, wie er es getan hat.

Lieber Doktor Friedman

Ich habe den Namen Friedman immer mit Stolz getragen. Ich bin Katholikin und erhielt den Namen Friedman durch Heirat. Der Name war mir so teuer, dass ich meinem Pass mit dem Namen Friedman noch vier Jahre lang behielt, nachdem mein Mann gestorben war, weil es mir als Ehre erschien, als Österreicherin diesen Namen zu tragen. Es ist daher einsichtig, dass ich keine Antisemitin sein kann. Gegenwärtig schreibe ich an einem Buch über die Juden in Linz, Österreich.

Ich schäme mich für das, was Sie in ihreren hoch-emotionalen und wütenden Äußerungen bei der Kerner-Sendung im ZDF gesagt haben. Sie nennen die Bruderschaft St. Pius X. Nazis, Faschisten und Antisemiten. Es scheint mir, dass sie nicht verstehen, worum es bei der ganzen Angelegenheit geht, da ich annehme, dass Sie ein säkularer Jude sind und keine Kenntnisse darüber haben, was in diesem Fall tatsächlich vorgeht. Genauso wie die Deutschen die Juden unter dem Nationalsozialismus ohne Grund angriffen, haben Sie eine Gruppe tiefgläubiger Katholiken grundlos angegriffen und beschuldigt.

Er ist offenkundig, dass für Sie das Zweite Vatikanische Konzil eine Öffnung zur Welt hin bedeutet – Sie sind ein Außenstehender und dies ist eine vereinfachte Sichtweise. Ich, als Innenstehende, habe erfahren, was mit dem katholischen Glauben geschehen ist – die Entfernung alles Symbolischen und Sakralen aus der Liturgie. Was bedeutet das in Wirklichkeit? Ich habe über 20 Jahre lang versucht, mich damit abzufinden und über das Durcheinander in den Rock-Messen, Karnevals-Messen, Clown-Messen, Singsang-Messen, bei denen jeder sich bei der Hand hält, und in den Tanz-Messen hinwegzusehen, bis ich es nicht mehr länger ertragen konnte. Vaticanum II-Messen wurden immer wie banaler, sagten immer weniger aus und wurden je länger je leerer an spirituellem Gehalt, mit einer selbstgebastelten und zurechtgestutzten Rhetorik des Priesters und einer Gemeinde aus fröhlichen Klatschern. Wenn ich Rockmusik hören möchte, würde ich auf ein Rock-Konzert gehen – dafür brauche ich die Kirche nicht.

In meiner Suche nach einer Messe mit Inhalt, wo heilig noch heilig ist und wo Liturgie noch in einer anständigen und würdigen Weise behandelt wird, fand ich durch Zufall die Bruderschaft des Heiligen Petrus. Da diese die meisten liberal-geneigten Bischöfe allerdings mit eiserner Faust niedrig hielten und nur wenige Messen im römischen Ritus erlaubten und da beispielsweise die Bruderschaft des Heiligen Heiligen Petrus in Brüssel wegen der Sturheit des örtlichen Kardinals gar keine Messen feiern darf, fand ich wieder durch Zufall die Bruderschaft St. Pius X., die in Brüssel eine eigene Kirche besitzt, unabhängig von der Gnade und Gunst der Diözesanbischöfe. Die Letzteren wollen ihren säkularen und liberalen Kurs fortsetzen, freudig und frei, trotz der Tatsache, dass ihre Kirchen immer leerer werden.

Meine Religion spielt für Sie eine Rolle – sie hat eine Liturgie, die gemäß Michael Davies, “das Schönste nebst dem Himmel selbst ist.” Ich erwarte kein Verständnis von Ihnen, aber ich erwarte zumindest den Respekt, den Sie orthodoxen Juden entgegenbringen. Die Bruderschaft St. Pius X. einfach mit Dreck zu bewerfen und sie Nazis, Faschisten etc. zu nennen, möchte ich Sie bitten zurückzunehmen. Sie machen diese Aussage einzig auf der Grundlage eines exzentrischen Bischofs, der nebst dem Holocaust noch viele andere Dinge leugnet (9/11, Pearl Harbour) oder sie anders interpretiert haben möchte. Soweit ich weiß, haben ihn die USA deswegen nicht vor Gericht gestellt. Auf jeden Fall versichere ich Ihnen, ich würde, sollte ich ihm hier in Brüssel noch einmal begegnen – er war vor einem Jahr da – mit ihm reden und ihm sagen, dass ich mit einem Juden verheiratet war und das 45 seiner Verwandten umgekommen sind. Das wären dann nach ihm 45 von den 300-400 Tausend, die er genannt hat.

Sie greifen eine Gruppe gläubiger Katholiken an (die selbe Gesinnung und mehr, können sie in ihrem eigenen Glauben finden, unter den orthodoxen Juden, aber über diese schweigen Sie). Als ich meinen Mann nach Stamford Hill in London begleitete – als Arzt musste er eine alte jüdische Dame besuchen, die im Konzentrationslager war – wurde ich dort alles andere als freundlich aufgenommen. Niemand schüttelte mir die Hand, man ließ mich in der Ecke stehen und die Kinder hatten deutlich Angst vor mir (weil ich nicht jüdisch war) und sie versuchten, mir nicht zu nahe zu kommen. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich ihr Umfeld nicht kritisiert, sondern versucht, es mir zu erklären.

Warum bringen Sie nicht die Wahrheit darüber ans Licht, wieso Sie Hass über die Bruderschaft St. Pius X. gießen? Wegen der Karfreitagsfürbitten, die nur einmal jährlich vom Priester auf Latein für die Juden gebetet werden. Übrigens betet der Priester dieses Gebet zusammen mit zehn weiteren Fürbitten. Ich würde es schätzen, wenn Sie auch einmal für uns ungläubige Heiden beten könnten. Oder beten Sie nicht mehr?

Ich sollte dankbar sein.
Mrs Rosa Gillibrand, ehemalige Friedman

Dieser Text erschien in englischer Sprache auf Catholic Church Conservation. Übersetzung PI




CDU-Köln: „Die eigenen Leute“

Pro Köln MahnwacheWenn der Wahltag am Horizont droht, setzt bei manchen Politikern so etwas wie Nachdenken ein. Schließlich beginnt bald der Wahlkampf, und dann heißt es, dem Bürger auf der Straße am Stand Rede und Antwort zu stehen. Hat man es vielleicht doch zu toll getrieben? Haben die Bürger zu viel mitbekommen? In der Kölner CDU heißt das Schreckgespenst Pro Köln. Und im Forum der Kölner CDU verteidigt Moderator Alexander Conrad von der Jungen Union überraschend die Rechtspopulisten vor allzu dreisten Verleumdungen. Schließlich, so Conrad, „stehen uns in Pro-NRW zunehmend die eigenen Leute gegenüber“.

Ausgangspunkt ist die Diskussion um ein Video einer Mahnwache von Pro Köln, verbunden mit den üblichen Warnungen vor einem neuen „33“, das vor der Tür stehe. Dazu Conrad:

Also ich sehe auf dem Video einen dunkelhäutigen Menschen mit kenianischem Migrationshintergrund vor einer Isralischen Flagge, der versucht einem lermenden Mob etwas über seine Erfahrungen mit dem Islam zu erzählen. Und Das findest Du antisemitisch und rassistisch? Wenn Orginalquellen hast, die das ganze anders aussehen lassen, dann her damit. Also beim besten Willen kann ich anhand dieser Quelle nichts von dem erkennen, was Du beschreibst. Ich denke, dass es auch rational nicht zu begründen ist.
Vermutlich gibt es hier für Dich (und Andere) so etwas, wie „gefühlte Nazis“.

(…)

Soweit ich das bisher feststellen kann, ist das von Dir in diesem Punkt gesagte nicht wahr, weil Du nicht versuchst den Dingen inhaltlich auf den Grund zu gehen („Rerum cognoscere causas – die Ursachen der Dinge erkennen“). Somit kannst Du nicht gerecht sein und setzt auf Dauer so auch Deine Freiheit aus Spiel. (Ich stütze mich für Diese Aussage auf eine hinreichende Anzahl von Quellen, sonst würde ich zu so einem sensiblen Thema nichts sagen.) Es liegt mir fern politische Konkurrenten hier zu begünstigen, allerdings müssen demokratische Spielregeln beachtet werden. Es ist nicht so, wie Lenin einst sagte, dass der Zweck die Mittel heilige. Sachlichkeit hat oberste Priorität.

(…)

Die politische Herkunft einiger führender Mitglieder ist sicher ein Anlass genauer hinzusehen. Das ist ganz klar. Allerdings sollte man diesen Punkt nicht überbewerten. Sonst sähe es auch sehr schlecht für Ulla Schmidt und unsere Kanzlerin Angela Merkel aus. Gleichzeitig müsste man dann aber auch erwähnen, dass einige von Ihnen auch eine Unionsvergangenheit haben. Menschen verändern sich auch im Laufe ihres Lebens, sonst hätte ein Herr Fischer auch nicht Außenminister werden können. Wenn man dann allerdings genau hingesehen hat, dann sollte man auch die Fakten angemessen bewerten. Und die sind sehr dünn. Einen Fall der 9 Jahre zurückliegt, über den es widersprüchliche Aussagen gibt, heute noch zu benennen ist wenig hilfreich zur aktuellen Bewertung. Was klar wird ist, dass es seitens einiger Rechtsextremisten gewisse Sympathien für die Pro-Köln gibt. Davon kann man sich distanzieren, aber erwähren kann man sich nicht.

(…)

Wie gesagt, ein genaueres hinsehen war zumindest aus oben genannten Gründen gerechtfertigt. Allerdings ist der Verfassungsschutz nicht in Gänze politisch unabhängig. Somit halte ich eine regelmäßige Erwähnung aus politisch-taktischen Gründen für nicht unwahrscheinlich. Ok, wenn wir schon in die Quellenarbeit einsteigen, dann bitte ordentlich „Butter bei die Fische“. Was genau meinst Du? Wenn sich jemand gegen „Multikulturalismus“ ausspricht, dann ist das nicht gleichzusetzen mit Fremden-, Ausländer- oder Verfassungsfeindlichkeit. Das ist aus meiner Sicht eine Äußerung, die Rahmen einer demokratischen Gesellschaft zulässig sein muss.

(…)

Den Einwand verstehe ich nun überhaupt nicht. Wenn sich jemand gegen „Segregation“ ausspricht, dann spricht er sich aus für eine offene Gesellschaft. Wenn die CDU von einer „Leitkultur“ spricht dann ist damit auch eine Verhinderung der „Segregation“ gemeint.

(…)

Ja, ich bin der Meinung, dass Du hier den Antisemitismus völlig falsch verortet hast. Diese Bewegung ist eindeutig pro Israelisch. Das kann man auch feststellen, wenn man sich Ihr weiteres „konservatives“ Umfeld anschaut. Z.B. Die PI-News.

Es wäre Köln und der Kölner CDU zu wünschen, dass Conrad nicht alleine bleibt, oder am Ende als nächster „Abtrünniger“ die Partei wechselt, sondern sich seine Haltung im Sinne eines demokratischen Umgangs und einer inhaltlichen Diskussion mit dem politischen Gegner durchsetzt. Große Hoffnung dafür gibt es leider nicht.




Aytac G.: „Es war falsch“

Der Gymnasiast Lukas W. wurde nur 16 Jahre alt. Dann wurde er im Februar 2007 von dem Kneipenwirt Aytac G., den er kannte und dem er vertraute wie einem älteren Bruder, mit 45 Tequila zu Tode gesoffen. Nicht nur gab der gewissenlose Kneipier dem Minderjährigen verbotenerweise harte Alkoholika aus und betrog den Jungen, indem er selbst nur Wasser trank. Er ließ den Bewusstlosen dann auch noch liegen und ging seelenruhig nach Hause. Jetzt begann in Berlin der Prozess.

Im Prozess um ein Tequila-Wetttrinken hat der angeklagte Berliner Kneipenwirt Aytac G. die Verantwortung für den Tod eines 16-jährigen Schülers übernommen. „Es war falsch ohne Wenn und Aber“, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung, die die Verteidigerin des 28- jährigen Wirtes zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht vorlas. Er habe nicht mit dem Tod des Jungen gerechnet und ihn auch nicht gewollt. Er bedaure und bereue das Wetttrinken. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Gastwirt Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Der Mann soll Lukas W., Schüler einer neunten Klasse des Zehlendorfer Dreilinden Gymnasiums, bei dem Wetttrinken im Februar 2007 animiert haben, mindestens 45 Tequila zu trinken. Er selbst hatte sich jedoch vorwiegend Wasser eingeschenkt. Der Schüler fiel mit 4,4 Promille Blutalkohol ins Koma und starb sechs Wochen später an der Alkoholvergiftung. In weiteren 173 Fällen soll der Wirt Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt haben. Der Tod des Schülers hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Bei den Ermittlungen hatte Aytac G. noch von einem „tragischen Unglück“ gesprochen.
(…)
Den Ermittlungen zufolge hatte der Wirt am 27. Februar 2007 nicht nur den seltsamen Zweikampf mit dem mehr als zehn Jahre jüngeren Gymnasiasten angenommen, sondern ihn auch noch getäuscht und so letztlich weiter ins Verderben getrieben: Während Lukas W. ein Glas Tequila nach dem anderen in sich hinein schüttete, trank Aytac G. zum überwiegenden Teil nur Wasser.
Unterstützt wurde der Wirt dabei von mehreren jungen Leuten. Einer füllte auf Geheiß des Gastronomen die Gläser, ein anderer führte eine Strichliste und informierte die im Saal versammelten Gäste über die Zwischenstände. Nach etwa 25 Runden soll Lukas W. versehentlich das falsche Glas gegriffen und erstaunt das Wasser zur Kenntnis genommen haben. Doch er blieb arglos und bestand sogar darauf, dass ihn der Wirt auf die Toilette begleitet – um dem Verdacht vorzubeugen, er könne sich dort heimlich übergeben.

Nachdem er knapp 50 Tequila getrunken hatte, sank Lukas W. bewusstlos zusammen und knallte mit dem Kopf auf den Tisch. Das war gegen 4.30 Uhr. Der Wirt soll frohlockt haben: „Ich habe gewonnen.“ Zeugen trugen Lukas W. auf eine Couch und brachten ihn in die stabile Seitenlage. Gegen fünf Uhr soll der Wirt das Lokal verlassen haben, ohne sich weiter um den reglos da liegenden Lukas W. zu kümmern. Kurz darauf schrieb einer der Jugendlichen mit einem Stift auf Lukas W.s Bauch „Du hast verloren!“ Nachdem der sich noch immer nicht regte, kontrollierte eine unruhig gewordene Hilfskellnerin seine Atemtätigkeit und seinen Puls. „Wir können ihn hier nicht liegen lassen“, soll sie gefleht haben, „sonst krepelt der uns noch ab.“
Als kurz darauf das Gesicht von Lukas W. blau anzulaufen begann, wurde schließlich der Rettungsdienst der Feuerwehr informiert. Dieser brachte den mittlerweile ins Koma gefallenen Jungen ins Weddinger Virchow-Klinikum. Er hatte eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 4,4 Promille. Am 29. März 2007, er war aus dem Koma nicht mehr erwacht, verstarb Lukas W. an den Folgen dieser schweren Alkoholvergiftung.

Der Wirt, dem der Tod von Lukas angeblich so leid tut, verkaufte auch danach munter weiter Alkoholika an Kinder und Jugendliche, extra billig, bis das Bezirksamt Charlottenburg seine Kneipe wegen dauernder Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz im April 2007 dicht machte.

Reue sieht anders aus!

(Spürnase: Juris P.)




Pro-Hamas-Demos: Rückendeckung mit Art.5I GG

Die Ratsfrau und Vorsitzende der Wählerinitiative „WIR IN HERTEN e.V.“, Jutta Becker hat am 11. Januar 2009 Strafanzeige gegen den ehemaligen muslimischen FDP-Landtagsabgeordneten Jamal Karsli (Foto) als Veranstalter einer „Solidaritätsbekundung“ für die Hamas in Recklinghausen gestellt. Karsli, der die Existenz einer „zionistischen Lobby in Deutschland“ postuliert, äußerte während der Abschlusskundgebung: „Heute sind wir alle Hamas“. Die Staatsanwältin sieht diese Aussagen von Art.5I GG gedeckt.

Der Abschnitt eins von Grundgesetz Artikel fünf, findet eigenartigerweise immer dann Anwendung, wenn politisch linke oder muslimische Interessen gefährdet sind.

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Auf diese Begründung beruft sich die Staatsanwaltschaft daher auch in diesem Fall, obwohl sich die Hamas als Organisation auf der Terrorliste der EU befindet und ihre Hassreden gegen Israel als befreundeten, demokratischen Staat daher mit gutem Recht zensiert werden könnten, zumal mit solchen „Solidaritätsveranstaltungen“ offener Judenhass propagiert wird.

Insbesondere die Begründung der mit der Angelegenheit beauftragten Staatsanwätlin, dass es sich bei der Äußerung von Jamal Karsli um eine von Art. 5I GG gedeckte Solidaritätsbekundung handelt, die nicht auf konkrete Handlungen der HAMAS im Gazastreifen Bezug nimmt, stellen nach Ansicht von Dr. Tartsch eine mehr als bedenkliche Relativierung des Sachverhaltes dar, die in Zukunft schwerwiegende Folgen haben kann, wenn während antisemtischer Demonstrationen solche Äußerungen mit Hinweis auf diese Einstellungsverfügung nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. Dabei stellt die HAMAS eine seit 2003 auf der Terrorliste der EU verzeichnete Organisation dar, die in ihrer am 18.08.1988 veröffentlichten Charta ausdrücklich in Art.15 den Jihad gegen „die Juden“ als Besatzer Palästinas zur Pflicht der Muslime erklärt und in Art.32 nicht nur offen die Vernichtung Israels im Rahmen eines „Befreiungskampfes“ propagiert, sondern neben der Führung des Jihad gegen den Westen auch die Weiterführung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik in Form einer globalen Shoah anstrebt.

Wer während einer Demonstration, bei der Parolen wie „Israel – Frauenmörder, Israel – Kindermörder“ skandiert werden zur Solidarität mit der HAMAS aufruft, bezieht sich sehr wohl auf tagespolitische Ereignisse und beleidigt damit nicht nur die Opfer von Attentaten der HAMAS, sondern schürt auch vorhandene Ressentiments gegen Juden im In- und Ausland, die sich vermehrt verbalen und körperlichen Attacken von Muslimen ausgesetzt sehen, da sich der eliminatorische Judenhass immer weiter in islamischen Milieus ausbreitet. Die vom BMI im Dezember 2007 veröffentlichte Studie „Muslime in Deutschland“ gibt darüber detailliert Auskunft.

Gerade eine Person wie Jamal Karsli, die in der Vergangenheit ihre Gesinnung deutlich zum Ausdruck gebracht hat, wird durch solche Entscheidungen der StA ermutigt, die Grenzen der Meinungsfreiheit weiter auszutesten, bis die heute schon zu konstatierende Rechtsspaltung durch Teile der Justiz jegliche antisemitische Äußerung unter Straffreiheit stellt.

Dr. Tartsch sieht hier nicht nur die Parteien im Kreis Recklinghausen in der Pflicht, die sich bislang mehr als bedeckt gehalten haben, sondern auch die vorgesetzten Dienstellen der StA Bochum, da die Einstellungsverfügung einer Prüfung unterzogen werden sollte.

Antisemitische Äußerungen sind demnach vom Grundgesetz gedeckt, wie auch sonst nicht unter Zensur fällt, außer natürlich, es kommt von Rechts.

Kontakt:

WIR in Herten e.V.
Vorsitzende Ratsfrau Jutta Becker
ro-becker@versanet.de

» BPE: Denk ich an Deutschland in der Nacht….
» Eussner: Bochum. Staatsanwältin Wenzel in Aktion




Al Kaida und die Pest

Al Kaida und die PestVor zwei Dingen war man bis vor kurzem in Nordafrika sicher: Al Kaida und Pest. Das hat sich jetzt geändert und gibt Anlass zur Sorge. In Algerien gibt es inzwischen Ausbildungslager der islamischen Terrororganisation und ausgerechnet dort tritt jetzt die Pest auf, die bisher in  Nordafrika unbekannt war. Wie fast in der gesamten moslemischen Welt mit Ausnahme des Irak (s. Grafik). Einiges spricht dafür, dass die Seuche keine natürliche Ursache hat, sondern der Erreger, ein Bakterium, beim Experimentieren mit biologischen Waffen freigesetzt wurde.

Die WELT berichtet:

Im Januar hatten algerische Zeitungen berichtet, dass 40 Mitglieder der al-Qaida im Maghreb an der Pest gestorben seien. Weitere Infizierte würden in einem Trainingslager in der Region Tizi Ozou östlich von Algier auf den Tod warten. Eine Theorie über die Ursache der Seuche könnte schreckliches bedeuten.

Algeriens staatliche Stellen haben bisher jeden Kommentar zu den Meldungen verweigert. Interessanterweise haben sich kürzlich 60 Terroristen des alregischen Ablegers der al-Qaida, AQIM, aus der gleichen Region den Behörden gestellt.

Das Lager soll mittlerweile geschlossen sein, und der regionale Kommandeur der AQIM, Abdelmalek Droudkal, soll sich mit seinen angeblich 1000 Kämpfern auf der Flucht befinden. Droudkal wird für den Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Algerien in 2007, bei dem 47 Menschen getötet wurden, verantwortlich gemacht.

Die AQIM stellt eine unmittelbare Bedrohung für Europa dar. Das Bundesinnenministerium (BMI) und der Bundesnachrichtendienst warnen seit Monaten vor Anschlägen durch aus Nordafrika eingeschleusten al-Qaida Terroristen. Algerien liegt dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit deutscher Sicherheitsbehörden.

Einer Untersuchung von Europol zufolge stammten über die Hälfte der im Jahre 2006 in der EU festgenommenen Terrorverdächtigen aus Algerien, Tunesien oder Marokko. Und nach Auskunft des BMI gibt es zwischen den maghrebinischen Islamisten in Deutschland und Nordafrika Reisebewegungen und Kommunikation.

Der Pest waren im 14. Jahrhundert etwa 75 Millionen Menschen in Nordafrika, Asien und Europa zum Opfer gefallen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es heute noch einige tausend Fälle von Pestinfektionen weltweit, die ohne angemessene medizinische Behandlung häufig zum Tod führen.

Was steckt nun hinter der Seuchenmeldung bei al-Qaida? Sollte wirklich die Pest in einem Lager der al-Qaida ausgebrochen sein, so gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten.

Berichten ehemaliger AQIM-Terroristen zufolge herrschen in einigen der Ausbildungslager katastrophale hygienische Zustände. Die Kommandeure würden mit schweren Krankheiten Infizierte sofort isolieren und dann sterben lassen, um eine Epidemie zu verhindern.

Vielleicht haben also die hygienischen Bedingungen vor Ort dazu geführt, dass sich die Bewohner des Terroristencamps mit der Pest infiziert haben.

Oder aber al-Qaida experimentiert mit Pesterregern als biologischem Kampfstoff, und nur durch ein Versehen wurden die Bakterien freigesetzt.

Beides könnte schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Denn einige Dutzend durch Europa reisende entweder selbst mit Pesterregern infizierte oder diese anderweitig verbreitende Terroristen wären eine schwer zu kalkulierende Gefahr. Al-Qaida hat bereits mehrfach auch Deutschland mit „Überraschungen“ gedroht, zuletzt mit Hinweis auf die Bundestagswahlen im Herbst. Auch wenn aufgrund der medizinischen Versorgung wohl nicht mit einer Epidemie zu rechnen wäre, so würden doch Angst und Schrecken verbreitet werden. Und genau darum geht es Osama bin Ladens Truppe.

Fest steht: Bei einer Inkubationszeit von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen wäre die zufällige Einreise eines Pestinfizierten aus Algerien eher unwahrscheinlich. In diesem Falle müsste man wohl vom gezielten Einsatz einer „menschlichen Biobombe“ ausgehen.

(Spürnase: Hauke S.)




GB: Strammen Schrittes nach „1984“

Zu den widerwärtigsten Eigenarten totalitärer Regime aller Art gehört der Einsatz von Kindern gegen die eigenen Eltern. In der DDR ließ man beispielsweise Kinder im Kindergarten eine Uhr zeichnen und wusste dann, ob die Eltern sich brav über die Aktuelle Kamera „informierten“ oder etwa die verbotene Tagesschau anschauten. Mit der aktiven Denunziation der eigenen Eltern, erreicht die Sache in „1984“ ihren traurigen Höhepunkt.

Großbritannien ist auf dem Weg dorthin.

Sie sind jung, militant, denken grün – und manchmal sind sie die Pest. Angefeuert von ihren Lehrern, wollen Kinder ihre Eltern zu besseren Menschen erziehen.

Vergangenen Oktober sah ich, wie meine fünfjährige Tochter Rosa meinen Reisepass durchblättere. Ich hatte ihn auf dem Küchentisch gelegt, weil ich verreisen wollte. Sie mustere das Dokument mit finsterer Miene, was ich zunächst auf den drohenden Ausdruck zurückführte, den ich auf meinem Passbild machte. Tatsächlich aber untersuchte sie mit skeptischem Blick die etlichen Seiten voller roter Stempel, die meine Reisen in die USA dokumentieren. Die darauf folgende Unterhaltung verlief in etwa wie folgt:

„Wie oft bist du schon mit dem Flugzeug nach Amerika geflogen?“
„Ungefähr 40 Mal.“
„Und wie viele Bäume hast Du gepflanzt?“
„Keine Bäume.“
„Das werde ich Miss White erzählen.“
(…)
Miss White ist Rosas Klassenlehrerin. Sie geht in die erste Klasse der St.-Peter-&-St.-Paul’s-Grundschule. Seit sie zur Schule geht, ist Rosa mit Feuereifer am Recyceln und Energie-Sparen. In den vergangenen sechs Monaten musste ich mit meiner dickköpfigen, pausbäckigen Öko-Bürgermeisterin immer wieder über Themen wie Energiesparlampen, Papier-Recycling und Plastiktüten diskutieren, darüber dass man den Wasserhahn zudreht, wenn man sich die Zähne putzt, und über – Flugreisen.

Langsam aber sicher drängt sich mir der Eindruck auf, dass da höhere Mächte am Werk sein müssen. Ich komme mir vor wie in einem geheimen Reeducation-Programm. Kleine Kämpfer für den Umweltschutz werden angewiesen, ihre Eltern durch ständiges Nerven zu mehr Umweltbewusstsein zu erziehen. Ein Freund erzählte mir neulich, in der Klasse seines Sohnes hätten alle Kinder ihre Pausenbrote auf die Herkunft der verwendeten Lebensmittel und die Recycelbarkeit der Verpackung hin untersuchen müssen. Ich kenne Eltern aus Brixton, die sich um ihre Kinder sorgen, weil diese zu Fuß in die Schule gehen sollen und glauben, das sei zu gefährlich.

Miss White ist großartig. Durch sie hat Rosa gelernt, wie man mit Zahlen umgeht und wie man etwas ausspricht. Aber ich allmählich frage ich mich, ob mittlerweile sie bestimmt, welche Tomaten ich esse, wie lange ich unter der Dusche stehe und ob ich mit dem Flugzeug in die USA fliegen kann, weil ich dort beruflich zu tun habe oder nicht. (…) Rosa hat auch das Buch Wie man seine Eltern zu umweltbewussten Menschen erziehen kann von James Russell, in dem es heißt: „Nur du kannst den Erwachsenen Benehmen beibringen, denn nur du kannst ihnen das Leben zur Hölle machen, wenn sie es nicht tun.“ Es schlägt einen Bußgeldkatalog für Umweltsünden vor: 20 Pence für jeden Grad, um den die Raumtemperatur die Marke 20 übersteigt, 10 Pence für jede energieintensive Glühbirne u.s.w. Es ist vielleicht bezeichnend für die verdrehten Zustände in unserer Familie, dass ich meiner Tochter die schwierigeren Passagen des Buches erst vorlesen musste, bevor sie anfing, mich mit ihrem Öko-Terror zu überziehen und Bußgelder zu verhängen.

Ihre Schule hinkt in vielerlei Hinsicht hinterher, in Sachen Umweltschutz haben sie aber mächtig zugelegt, seit sie sich um den Status einer Umwelt-Schule beworben haben. Das Umwelt-Schulen-Programm wurde 1994 nach dem Umweltgipfel von Rio aufgelegt und mittlerweile nehmen 50 Prozent aller britischen Schulen daran teil. Die Kinder überprüfen den Energie- und Wasserverbrauch, sammeln Abfälle oder ziehen in einem Fall sogar ihr eigenes Gemüse und verkaufen es dann auf dem nächsten Markt. Als Auszeichnungen gibt es die bronzene, die silberne und die grüne Flagge.

Die Schule selbst lobt den „Golden Boot Award“ aus, mit dem diejenige Klasse ausgezeichnet wird, in der die meisten Kinder zu Fuß zur Schule kommen. Sie haben ihre eigenen wiederverwendbaren Einkaufstüten gebastelt und versuchen den örtlichen Einzelhandel dazu zu bewegen, ganz auf Plastiktüten zu verzichten.

Was mich an den Kindern aber am meisten erstaunt, ist ihre Fähigkeit zu debattieren und wie selbstbewusst sie die Umwelt-Botschaft nachhause tragen. Die elfjährige Laila besteht darauf, dass zuhause abends nur einmal für alle gekocht wird, um Energie zu sparen. Die achtjährige Rose Bailey nimmt es auf sich und nervt ihren Bruder damit, er solle seine Spielkonsole ausschalten, auch wenn er manchmal nicht auf sie hört und sie einfach auf’s Sofa schmeißt.

Für die Umweltkoordinatorin Morwenna Thomas gibt es bei alledem aber eine politische Linie, die nicht überschritten werden darf.

„Es gibt einen Punkt, an dem umweltbewusstes Denken politische Dimensionen annimmt und damit muss man sehr vorsichtig umgehen. Ich will nicht, dass Kinder ein schlechtes Gewissen haben, nur weil ihre Eltern sich kein Fairtrade-Obst leisten können. Und sie sollten auch kein schlechtes Gewissen haben, weil ihr Schulweg schlicht zu weit ist, um ihn zu Fuß zu gehen. (…) Andrew Sutter, der die britischen Öko-Schulen leitet, berichtet, er habe kürzlich die E-Mail einer frustrierten Mutter erhalten, deren Kind sie vom Staubsaugen abgehalten hatte: „Ihr Kind sagte ihr, sie sauge zuviel und verbrauche dadurch zuviel Strom.
(…)
Frank Furedi, Soziologie-Professor an der Universität von Kent und Autor des bald erscheinenden Buches The End of Education, hat grundsätzlichere Vorbehalte. „Bisher wurden nur in totalitären Gesellschaften Kinder mobilisiert, die eigenen Eltern umzuerziehen. Ich bin im Ungarn des Ostblockes aufgewachsen und weiß noch, wie Kinder angehalten wurden, ihren Lehrern zu erzählen, ob ihre Eltern Rock’n’Roll-Musik hörten.“
(…)
Ich selbst bin in den Siebzigern aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, in der Schule ideologisches Gedankengut vorgesetzt bekommen und mit nach Hause gebracht zu haben. Bei uns schaute man um neun Uhr die Fernseh-Nachrichten. Weltanschauung wurde von oben vermittelt. Für Themen, die das Potenzial hatten, einen Keil zwischen die Generationen zu treiben – nukleare Abrüstung, der Falklandkrieg oder die Anti-Apartheidsbewegung zum Beispiel – wartete ich das Teenageralter ab.
(…)
Rosas Öko-Epiphanie hat sich auf beängstigende Weise mit dem reduktionistischen Denken einer Fünfjährigen zusammengetan. Wenn ich mich in ein Flugzeug setze, töte ich einen Pinguin. Ich gebe zu, ich bin schon oft geflogen. Mir ist klar, dass mein Gegenargument, ich hätte nicht wirklich Spaß am Start oder den Bord-Mahlzeiten ein wenig fadenscheinig daher kommt. Vielleicht werde ich ein paar Bäume pflanzen. Aber neulich ist es soweit gekommen, dass ich im Haus einen Mantel getragen habe, statt die Heizung anzumachen. Dann mulchte ich die Teebeutel vom Vortag in eine braune Recycling-Box und schaltete mein solarbetriebenes Radio an, nur um zu hören, dass eine dritte Landebahn am Flughafen Heathrow gerade beschlossen worden sei. Mich beschlich das Gefühl, Teil eines lächerlichen, scheinheiligen Spiels zu sein. (…) Während unser Premierminister also Atomkraftwerken und zusätzlichen Flughafenlandebahnen grünes Licht erteilt, entfacht sich in den Privathaushalten an Kleinigkeiten ein neo-orwellscher Kampf um die Rettung des Planeten. Rosa ist der Auffassung, eine zweiminütige Dusche bei mittlerer Temperatur sei ökologisch gesehen nicht vertretbar. Ich halte gewisse Wohltaten für unantastbar und ignoriere meine Tochter.

Doch während ich mich summend unter der Dusche einschäume, spüre ich die Anwesenheit einer zweiten Person im Badezimmer. Small Daughter is watching me.




Großbritannien bettelt in Pakistan um Gnade

Die Briten gehen in ihrer vorauseilenden Unterwerfung unter die Herrschaft des Islams bereits soweit, im pakistanischem Fernsehen Werbespots laufen zu lassen, in denen sie die Muslime um Gnade für Britannien bitten. Die Terroristen mögen die Dhimmi-Insel doch um Allahs Willen verschonen. Das Außenministerium hat in das Projekt 400.000 Pfund investiert.

Die Werbekampagne beginnt am kommenden Montag und soll drei Monate lang im pakistanischen Radio sowie den TV-Stationen PTV, Geo TV und Khyber ausgestrahlt werden. Zielgruppe sind Männer zwischen 15-25 Jahren mit sehr schlechter Schulbildung und Anfälligkeiten für islamischen Extremismus. Zentrales Thema der Spots ist „Ich bin der Westen“: Den islamischen Extremisten soll vermittelt werden, dass ihre Lebensweise zu der britischen in keinem Widerspruch steht (weil viele Briten ja eh schon Muslime sind oder sich bis zur Selbstauflösung anpassen).

(Spürnase: Rüdiger W.)




Keine Bewährung für „Busfahrerklatschen“


Ein Jahr und vier Monate muss ein 15-jähriger Intensivtäter in Berlin in den Knast, weil er völlig grundlos einem Busfahrer die Faust ins Gesicht schlug. Seine Heldentat ließ er von seinem 16-jährigen Cousin filmen. Der bekam drei Wochen Dauerarrest.

Der Vorfall hatte sich am 22. Oktober vorigen Jahres nach Mitternacht in einem Schienenersatzbus der U8 beim Halt am Kottbusser Tor zugetragen. Das Gericht war überzeugt, dass der 15-Jährige vorm Aussteigen dem Fahrer aus „Rache“ für einen vorherigen Wortwechsel einen Faustschlag ins Gesicht verpasste und sein Cousin die Aktion filmte. Vor dem Angriff hätten sie den Fahrer noch im „ruhigen Ton“, wie es hieß, angesprochen und ihn damit getäuscht. Dann hätten beide „unter Gelächter“ den Bus verlassen, betonte der Richter. Durch den Schlag erlitt der 46-jährige Fahrer Hämatome und Schnittwunden am Jochbein und der Augenbraue. Seine Brille ging dabei kaputt.

Zwischen dem Busfahrer und dem 15-Jährigen war es beim Einsteigen zu einem verbalen Streit gekommen, weil sich der Jugendliche zunächst geweigert hatte, seine Fahrkarte zu zeigen. Strafverschärfend kam hinzu, dass der 15-Jährige erst am Vortag von einem Amtsrichter wegen Diebstahls und versuchten Raubes zu vier Wochen Dauerarrest verurteilt worden war. „Das ist ein Verhalten, welches das Verständnis des Gerichts sprengt“, sagte der Richter. Eine Bewährungsstrafe für den als Intensivtäter geführten Jugendlichen sei daher nicht mehr möglich. Der 15-Jährige wurde auch bestraft, weil er im November in Untersuchungshaft einen Mithäftling in der Zelle geschlagen hatte.

Findet in Berlin etwa ein Umdenken statt, oder war hier nur zufällig ein strengerer Richter mit der Tat befasst? Noch im Juli hatte eine verständnisvolle Richterin einen „Jugendlichen“, der einem Busfahrer ohne Grund ein Messer in den Rücken gestochen hatten, laufen lassen. Es seien einfach „zu groß geratene Jungs, die unter Alkohol mit ihren Konflikten falsch umgehen würden“. Und um die Opfer-Verhöhnung noch zu vollenden hieß es, die Wunde des Busfahrers sei schließlich problemlos verheilt.

Ach übrigens, von der MORGENPOST erfahren wir, was der TAGESSPIEGEL uns aus volkspädagogischen Gründen vorenthält:

Vier Monate nach dem Vorfall wurden die beiden jugendlichen Araber verurteilt – der Haupttäter zu 16 Monaten Haft ohne Bewährung

Abdullah L. und Yousef I. – danke TAGESSPIEGEL für die umfassende Information!

(Spürnasen: Conny008, Bernhard F. und Juris P.)




Türkei: Mörder der achtjährigen Kardelen gefasst

KardelenDer mutmaßliche Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn, Ali Kur, ist nach Mitternacht im Westen der Türkei verhaftet worden. Laut türkischen Medienberichten soll der Schwiegervater den 29-Jährigen verraten haben. Kur hatte sich in der Ortschaft Didim im Haus einer Tante versteckt. Wie die türkischen Ermittlungsbehörden schon vor der Festnahme ankündigten, wird Ali Kur nicht nach Deutschland ausgeliefert werden. „Wir werden das selbstverständlich respektieren“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn, Horst Rürup.




AntirassistInnen jagen Carol Thatcher

Die Anständigen in Großbritannien haben Witterung aufgenommen und sind auf Menschenjagd. Nein, sie jagen nicht die, ihre Töchter, Schwestern und Ehefrauen mit dem Tod oder dem Land mit Terror drohen. Ziel der Jäger ist Carol Thatcher (Foto), weil sie in einem privaten Gespräch etwas politisch Inkorrektes gesagt hatte (PI berichtete).

Auf wessen Seite die zitierte Zeitung steht, ist klar. Auf Seiten der Anständigen:

Die Tochter von Margaret Thatcher hat in England einen Rassismus-Skandal losgetreten. Wegen Todesdrohungen versteckt sie sich jetzt in Klosters.

Carol Thatcher (55) arbeitete bis vor kurzem als Reporterin für die BBC-Vorabendsendung «The One Show». Ende Januar plauderte sie nach der Sendung mit dem Team über das Australian Open, als sie den dunkelhäutigen Tennisspieler Jo-Wilfried Tsonga als «Golliwog» bezeichnete – ein rassistisches Schimpfwort, das so viel bedeutet wie «Negerpuppe».

Gleich zwei Lügen in einem Absatz. Denn erstens hatte Thatcher gar keinen Namen genannt und zweitens war Galliwog ein Kinderspielzeug, so lange, bis die MoralistInnen die böse Puppe im Antirassismuskampf zur persona non grata erklärten.

Doch da sich die Tochter der «Iron Lady» standhaft weigert, sich für die verbale Entgleisung zu entschuldigen, gehen im Vereinigten Königreich die Wogen wegen des «Golliwog-Gate» immer höher.

Weil sich mittlerweile die Todesdrohungen häufen, ist Thatcher in die Schweiz geflohen: In Klosters wartet sie, bis sich die Lage wieder beruhigt. Gegenüber der «Mail on Sunday» zeigte sich Thatcher weiter uneinsichtig: «Ich bin schockiert über die Reaktionen. Das ist völlig idiotisch und ich will es nur noch vergessen. Das war eine rein private Unterhaltung.»

(Spürnase: Thomas)




Hinterbänkler auf der Pirsch

dschungelSelten genug, dass man im Spiegel noch, wie in guten alten Zeiten, Stories erfährt, die sonst verborgen geblieben wären. Die Geschichte über eine seltsame Allparteienkoalition auf Afrikasafari ist so eine. Nonames aller Parteien, stets in Gefahr, ihren unsicheren Listenplatz bei der nächsten Wahl zu verlieren, bedienen sich reichlich, bevor es zu spät ist. Diesmal geht´s nach Afrika – dem Klima zu Liebe und dem Bürger zur Last. Was man hat, hat man, denn fürs Dschungelcamp (Foto) sind diese Volksvertreter nach ihrer Abwahl  nicht prominent genug. Aber es hat auch seine Vorteile, wenn einen keiner kennt.

Der  SPIEGEL verpetzt das volle Programm:

Es wird kein privater Urlaub sein, der Kotting-Uhl in die Savanne treibt. Die Grünen-Politikerin hat sich im Umweltausschuss des Bundestags für einen Parlamentarier-Trip angemeldet. Zehn Tage, vom 16. bis zum 25. Februar, wollen sieben Umweltpolitiker aller Fraktionen durch Kenia und Tansania reisen.

Der aktuelle Programmentwurf verspricht ein Sightseeing der Extraklasse. Mit ausgedehnten Besuchen in Wildreservaten und Nationalparks scheint die Tour eher eine opulente Vergnügungs- als eine anstrengende Arbeitsreise zu werden.

Theoretisch können Afrika-Besuche deutscher Öko-Experten durchaus sinnvoll sein. Der Kontinent ringt mit vielen Umweltproblemen und leidet besonders unter der globalen Erwärmung.

Aber darauf scheint es der Berliner Reisegruppe weniger anzukommen. Zwar wollen die Abgeordneten als „Teil der offiziellen Delegation“ von Umweltminister Sigmar Gabriel bei einer mehrtägigen Konferenz des Uno-Umweltprogramms (Unep) in Nairobi vorbeischauen. Aber Unep-Chef Achim Steiner, Deutschlands höchster Uno-Vertreter, und Kenias Umweltminister haben leider keine Zeit für die Hinterbänkler. So wird sich der Stopp im Konferenzzentrum auf wenige Stunden beschränken.

Gleich danach, am zweiten Tag, steht ein erster Höhepunkt auf dem Programm: „Besichtigung des Nationalparks Nairobi bzw. Mount Kenya“. Die Abgeordneten können wählen zwischen einer ersten Safari direkt hinter der Stadtgrenze und einem Ausflug zum 140 Kilometer entfernten Bergmassiv. Der Blick auf die von Schnee und Eis bedeckten Zinnen des Mount Kenya oberhalb des tropischen Regenwalds soll atemraubend sein.

Weiter geht’s am Folgetag zum Victoriasee. Im Reiseprogramm wird vor allem die „Übernachtung am See“ hervorgehoben. Die ist bei allen Touristen sehr beliebt. Beim abendlichen Dinner am Ufer versinkt die Sonne, eine glutrote Scheibe. Es sind Momente, von denen Reisende lange schwärmen.

Am nächsten Morgen soll die Truppe unter Leitung der Ausschussvorsitzenden Petra Bierwirth (SPD) zur Expedition in die Masai Mara aufbrechen, Kenias weltbekanntes Naturreservat. Der Termin ist optimal gewählt. Jetzt, in der Trockenzeit, ist die Vegetation nicht sehr üppig, alle Tiere in freier Wildbahn sind fein zu beobachten.

Am 21. Februar beginnt das wohl größte Abenteuer für Kotting-Uhl, den Linken Lutz Heilmann, Cajus Julius Caesar (CDU) und Kollegen: Es warten drei Tage in den Weiten der Serengeti und dem nahe gelegenen Ngorongoro-Krater, inklusive Übernachtung am Manyarasee.

Diese beiden Nationalparks, von Millionen Wildtieren bevölkert, zählen zu den schönsten Flecken der Erde, sind Magnet für Millionen Touristen. 1959 hatte Bernhard Grzimek in seinem Klassiker „Serengeti darf nicht sterben“ prophezeit: „Wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in 50 Jahren das Herz weit werden.“

Die Berliner Volksvertreter sind jedoch nicht nur an der Tierwelt interessiert, sie suchen auch Kontakt zu Einheimischen. Beabsichtigt ist laut Programm ein „Besuch der Masai Kral (Kultur und Tradition der Masai)“ mit „Führung durch das Dorf“, Dolmetscherin Eva Unverdorben aus Berlin soll dabei sein.

Bei solchen Besuchen ergreifen hochgewachsene, rotgewandete Massai-Männer ihren traditionellen Speer und führen den Fremden beeindruckende Luftsprünge vor. Mit Umweltpolitik hat das nur indirekt zu tun.

Am politischen Ertrag dieser Reise scheinen manche Abgeordnete bereits vor dem Abflug zu zweifeln. Auf ihren Internet-Seiten, wo Politiker sonst gern ausführlich mit ihrem vollen Terminkalender prahlen, fehlt von diesem Afrika-Trip fast jede Spur.

Bestenfalls lassen sich irreführende Hinweise finden. So kündigte die FDP-Abgeordnete Angelika Brunkhorst bis vorige Woche ihre Teilnahme an einer „Exkursion des Bundesfachausschusses Umwelt nach Afrika“ an. Im Bundestag, aus dessen Etat die Reise finanziert wird, gibt es dieses Gremium nicht.

Sogar in den Reihen des Parlaments soll die Reise möglichst nicht publik werden. Die Abgeordneten wollen ausdrücklich eine Begegnung mit den Mitgliedern des Haushaltsausschusses vermeiden, die zur gleichen Zeit in Tansania unterwegs sind. Es wäre ja denkbar, dass die Hüter des Bundesetats so erst auf die Riesensafari aufmerksam werden.

(Spürnase: Zdai)




Strategien der Diffamierung

Rüdiger LohlkerEin Musterbeispiel für demagogische Irreführung bietet der Standard-Artikel „Strategien der Skandalisierung“ von Rüdiger Lohlker (Foto), Professor für Orientalistik an der Uni Wien. Lohlker nennt die kritische Auseinandersetzung mit dem Islam Skandalisierung, „skandalisiiert“ aber zugleich die Auseinandersetzung mit Aspekten des Islam, die unvereinbar zu einer freiheitlichen Demokratie stehen.

Er schreibt:

Reale Muslime interessieren kaum (…)

– wenn sie es tun, so kommt man um die Verbrechen der Zwangsehen und Ehrenmorde nicht umhin. Dazu nimmt der Orientalist keine Stellung. Somit überführt er sich selbst in dem Artikel als demjenigen, den Muslime nicht interessieren. Sofern sie nicht angebliches Opfer der bösen österreichischen Gesellschaft werden, sondern der Kultur des Islam und der daraus abgeleiteten Umsetzung von Gesetzen und Normen.

(…) werden im öffentlichen Raum nur bemerkbar mit Kopftuch, mit der Absicht, Moscheen zu bauen.

Lohlker verdreht völlig die Bewertungsmaßstäbe. Er nennt „werden nur bemerkbar durch“ obwohl dieses „nur“ eine penetrante Vereinnahmung und ungefragte Umgestaltung unserer Lebenswelt darstellt, die sich so keine andere kulturelle Gruppierung anmaßt. Und: Wie nimmt man denn sonstige kulturelle Gruppierungen wahr, die ohne Symbole verfassungsfeindlicher Geschlechterapartheid und aggressiver Tempelbauerei auskommen? Lohlker stellt Muslime über andere Personengruppen mit seiner spezifischen Fürsprache. Ein klarer Fall positiver Diskriminierung und somit nicht anders zu verstehen als die Variante von kulturellspezifischem Rassismus.

Zugleich sehen sie sich ins Licht der Medien gestellt – auch das für viele Muslime eine verstörende Erfahrung.

Wenn sich eine kulturelle Gruppe derart ablehnend und aggressiv fordernd gegenüber den Mitmenschen verhält, ergeben sich daraus zwangsläufig Diskussion und Berichterstattung. Das ist elementarer Bestandteil einer funktionierenden Demokratie. Indem Lohlker die Nutzung dieses Grundrechtes suggestiv als etwas verletzendes verbindet, diskreditiert er dieses Grundrecht und seine Inanspruchnahme. Er stellt sich auf die Seite des fundamentalistischen Islam, in dem Islamkritik tabuisiert ist, anstatt an die Muslime zu appellieren, sich unserer menschenrechtlichen Kultur gegenüber zu öffnen und deren Vorteile zu genießen. Lohlker erweckt durch seine Argumentation den Eindruck, dass ihm die humanistischen Errungenschaften unserer Kultur nicht mehr bewußt, oder nicht werthaltig genug sind, vermittelt zu werden. Es stellt sich die Frage nach der Reputation Lohlkers, wenn sich ihm diese für jeden Demokraten doch eigentlich selbstverständliche Ansicht nicht erschließt, und er es in seinem Artikel unterlässt, die Prioritäten gemäß der österreichischen Verfassung zu setzen.

Der zweite Akt beginnt mit der journalistischen Lektüre einer Studie über islamische Religionslehrer in Österreich, die für Aufruhr sorgt. Angesichts von ca. 20 Prozent der darin Befragten, die problematische Ansichten äußern, nur zu verständlich. Die wissenschaftlich saubere Studie legt damit den Finger auf eine Wunde, die an mehreren Orten schwärt (so jetzt auch in Graz). Es mag beruhigen, dass 75-80 Prozent der Befragten mit der Demokratie keine Probleme haben.

Man stelle sich vor, 20 Prozent christlicher Religionslehrer würden vergleichbare verfassungsfeindliche Positionen vertreten. Niemand käme auf die Idee von einer mutwilligen Skandalisierung zu sprechen, wenn darüber debattiert wird. Auch würde niemand lobend erwähnen, daß 75-80 Prozent unproblematische Ansichten vertreten bzw. diese eventuell auch nur zur Schau stellen, denn welche Elemente gibt es denn im Islam überhaupt, die mit den Menschenrechten übereinstimmen? Kaum welche.

Es ist nicht nur bedauerlich, sondern bedrohlich, wenn ein Medium wie der Standard sich für derartig einseitige Darstellungen hergibt, die die Öffentlichkeit in die Irre führen:

Zugleich ist dies aber ein Musterfall für die gängige Verknüpfung von Islam und Terrorismus, die wiederum nur Abwehrreaktionen hervorruft und eine konstruktive Krisenbewältigung blockiert.

Es ist der Autor selbst, der den Islam einseitig und willkürlich mit Terrorismus in Verbindung bringt. Weitaus mehr Menschen, und zwar vorwiegend Muslime, die Lohlker angeblich so am Herzen liegen (oder ist es vielmehr der Islam als Ideologie?), werden Opfer von Ehrenmorden und Zwangsehen. Die Reduktion des Islam auf Terror ist in der Tat völlig deplaziert. Obwohl Terrorismus im Islam ausgeprägt gehäuft auftritt, so gibt es diesen in vielen Kulturen. Zwangsehen und Ehrenmorde sind jedoch Verbrechen, die extremst schwerpunktartig im islamischen Kulturkreis auftreten. Hinzu kommt das teils geradezu bestialische Unrecht der islamischen Rechtssprechung mit Todesfoltern wie Steinigungen, Verstümmelungen wie Amputationen, qualvollen Demütigungen wie Auspeitschungen. Leider versäumt es der „Orientalist“ Lohlker, hierzu Stellung zu beziehen, und diese unmenschlchen, abscheulichen Verbrechen mit der gebotenen Deutlichkeit zu verurteilen, und dabei auch die ethische und juristische Quelle dieser Handlungen nicht auszuklammern.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass dies garnicht das Anliegen dieses Orientalisten ist:

Die akute Krise sollte als Chance begriffen werden, auf allen Seiten einen Neuanfang zu wagen, ohne in die Falle der Verdammung „des Islams“ oder der der Einigelung zu gehen.

Wieder dreht er in unterstellender Weise die Sachverhalte um ins Gegenteil. Als wäre es nicht der fundamentalistische Islam, der sich einigelt, immer dreister Sonderrechte einfordert, verfassungsfeindliche Strukturen wie die Geschlechterapartheid propagierend, ect. Deklassierend unterstellt er dem Anliegen der Bewahrung der Menschenrechte, insbesondere auch für Muslime, in „die Falle der Verdammung“ zu tappen. Als wäre die distanzierende Ablehnung von Verbrechen und Diskriminierung eine Verdammung. Die Suggestion Lohlkers besteht darin, beständig assoziativ positiv besetzte Begriffe zu verwenden, die konträr zu den Inhalten des Bezugsthemas stehen. Er schreckt nicht davor zurück, pro-menschenrechtliche Standpunkte quasi präventiv buchstäblich zu verdammen, wenn man sich nicht seiner Sichtweise anschließt. Diese lautet: „Die akute Krise sollte als Chance begriffen werden, auf allen Seiten einen Neuanfang zu wagen“; was bedeutet, er stellt unsere menschenrechtliche Kultur zur Disposition. Doch darf es bei menschenrechtlichen Fragen ein „aufeinander zugehen“ überhaupt geben? Bedeutet nicht jedes „aufeinander zugehen“ mit einer Ideologie, die derart massiv die Menschenrechte ablehnt wie der Islam, eine Preisgabe der Menschenrechte? Wäre es nicht angebracht, die fundamentalistischen Muslime in Österreich dazu aufzufordern, sich für unsere Kultur zu öffnen? Unserer Kultur endlich den gebührenden Respekt aufgrund ihrer humanistischen Ausrichtung zu zeigen? Die Kopftücher abzulegen und die eigene Kultur der Tugend der Selbstkritik zu unterziehen, dazu einzuladen, den Propheten aufgrund all seiner Gäueltaten und Kriege genauso kritisch zu sehen wie wir es in unserer Kultur z.B. mit den Inquisitoren tun? Doch Lohlker vertritt andere Ideale. Hinter seinem harmlos, ja gradezu einladend klingenden „Neuanfang“ steht nichts anderes als die Forderung des Umbaus unserer menschenrechtlichen Gesellschaft und Kultur, um sie kompatibel mit dem Islam zu gestalten.

» ruediger.lohlker@univie.ac.at