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Hübner: Cohn-Bendit gehört nicht in Paulskirche

paulskirche_cohnDer für den 3. Oktober geplante Redeauftritt des Grünen-Politikers Daniel Cohn-Bendit am Tag der Deutschen Einheit in der Paulskirche ist zum Anlass eines Streits geworden. Denn es ist offensichtlich, dass die vom SPD-Oberbürgermeister Peter Feldmann erfolgte Benennung des ehemaligen Aktivisten der außerparlamentarischen 68er-Bewegung als Redner nicht nur eine gezielte Provokation darstellt, sondern auch als ein spätes Dankeschön von Cohn-Bendits Unterstützung für Feldmanns erfolgreiche Kandidatur im Jahr 2012 gewertet werden kann.

(Anmerkungen zu einer aktuellen Kontroverse von Wolfgang Hübner)

Die Frankfurter CDU, so schwächlich und opportunistisch sie auch längst ist, tut sich aufgrund von Mitgliederprotesten etwas schwer mit dieser Auswahl Feldmanns und verweist auf die bekannten pädophilen Sympathien, die Cohn-Bendit in früheren Jahren geäußert und publiziert hat. Allerdings hat die CDU bislang nicht kritisiert, dass der Grünen-Politiker und Multikulti-Ideologe auch aus ganz anderen Gründen denkbar ungeeignet ist, gerade am Tag jener Deutschen Einheit, die er und viele andere seiner politischen Couleur am liebsten nie erlebt hätten, an diesem bedeutenden Ort deutscher Geschichte zu reden.

Die linksgrün-gerichtete Frankfurter Rundschau (FR) hat naturgemäß weniger Probleme mit einem Einheitsredner Cohn-Bendit. In einem ausführlichen Interview, gedruckt in der Ausgabe vom 8. September 2016, gibt sie dem Politiker Gelegenheit, sich zu dem Vorwurf der Pädophilie zu äußern. Cohn-Bendit nutzt gleich am Anfang diese Gelegenheit, um sein eigenes Tun in den Zusammenhang einer epochalen Sittenwende zu bringen: „Einer der Beweggründe unserer Revolte in den 1960er Jahren war der Aufstand gegen eine überkommene Moral. Diese Moral fußte unserer Meinung nach auf einer sexuellen Verklemmtheit bis hin zur sexuellen Repression. Es gab einen Aufstand gegen die autoritäre Erziehung: Die Kinder sollten zu sich selbst finden.“

Damit hat Cohn-Bendit eine erste ideologische Marke gesetzt, um das eigene nun in Verruf geratene Handeln zu legitimieren und moralisch zu überhöhen: „Die Kinder sollten zu sich selbst finden“. Dann wird er in dem Interview auf seine Zeit in der Odenwaldschule angesprochen, die Cohn-Bendit, 1945 geboren, ab 1958 besuchte. Bekanntlich hat die Odenwaldschule wegen massiver pädophiler Vorgänge in den letzten Jahren einen traurigen Ruf bekommen. Der Politiker nutzt die Frage, um auf seine jüdischen Eltern zu sprechen zu kommen und sagt auch, warum er als damals 13-jähriger genau wusste, warum nur dieser Bildungsort für ihn in Frage kam: „Die einzige Schule, wo ich hinwollte, war die Odenwaldschule, weil dort ein Lehrer war, Ernest Jouhy, ein jüdischer Emigrant… Dieser Lehrer war die einzige Vertrauensperson, die ich akzeptiert habe, um in eine deutsche Schule zu gehen. Denn 1958 wollte ich nicht in eine deutsche Schule…“

Merken wir uns an dieser Stelle gut, dass der erst 13-jährige Cohn-Bendit nicht nur schon sehr genau gewusst haben will, welche Schule und aus welchem Grund er diese besuchen wollte, sondern dass er auch keinesfalls auf eine normale deutsche Schule gehen wollte, weil, wie er dem Interviewer bestätigt, Deutschland das Land der Täter war. Es ist also ein geistig sehr frühreifer 13-jähriger, den der Grüne in dem Interview schildert. Inwieweit der Wille seiner Eltern bei der Schulwahl eine Rolle spielte, blendet Cohn-Bendit völlig aus – hatten die bei dieser Entscheidung nicht mitzureden? Immerhin erfahren wir, er habe an der Odenwaldschule keine pädophilen, aber „erste sexuelle Erfahrungen mit Mädchen gemacht“. Gut, dass wir das nun auch wissen.

Nach dem biographischen Vorgeplänkel geht es richtig zur Sache. Der Studienabbrecher und von Frankreich in die deutsche Verbannung geschickte Revoluzzer erzählt, Anfang der siebziger Jahre erst dreieinhalb Jahre in der Frankfurter Uni-Kita und dann dreieinhalb Jahre in einer Krabbelstube gearbeitet zu haben. Cohn-Bendit: „Ich war in einer Phase damals, in der ich permanent provozieren musste.“ Auf die FR-Frage, ob er das auch wollte, antwortet er: „Ich wollte provozieren. Ja. Deshalb habe ich angeberisches Zeug geschrieben, das den Spießbürger provozieren sollte.“

Cohn-Bendit spielt damit auf Passagen in seinem Buch „Der Große Basar“ an, das 1975 in Frankreich erschien. Der Interviewer datiert den Erscheinungstermin fälschlich auf 1971, unwidersprochen von Cohn-Bendit. Das ist insofern keineswegs unwichtig, weil der Autor 1971 mit der Kinderbetreuung weit weniger Erfahrung hatte als vier Jahre später. In dem Buch schildert er neben manch anderem auch, wie er es jetzt selbst formuliert, „angebliche sexuelle Wünsche von Kindern gegenüber Erwachsenen.“

Warum er das tat? „Meine Attitüde war: ich breche Tabus. Und natürlich war die Sexualität von Kindern eines der größten Tabus.“ Und sich selbst entschuldigend fügt Cohn-Bendit hinzu: „Aber ich habe den Tabubruch missbraucht. Ich habe in meinem Geltungsdrang einen Text verfasst, der 40 Jahre später mit Recht unsäglich wirkt.“ Es fällt an dieser Stelle auf, dass dem langjährigen Politiker offenbar noch immer nicht klar ist, wie „unsäglich“ der Text bereits 1975 war.

Der FR-Interviewer, das sei zu dessen Ehre gesagt, lässt nicht locker und erinnert Cohn-Bendit: „Sie haben sich noch 1982 im französischen Fernsehen damit gebrüstet, wie Sie sich von einer Sechsjährigen ausziehen ließen.“ Der damals schon aktive Grünen-Politiker war 1982 kein Pubertierender und auch kein junger Mann mehr, sondern 37 Jahre alt. Wir wissen aus dem Interview, dass er nach eigenen Angaben Anfang/Mitte der siebziger Jahre „in einer Phase“ war, “in der ich permanent provozieren musste“. War er, der bereits 1978 hessischer Innenminister werden wollte, also etliche Jahre später immer noch in dieser Phase?

Cohn-Bendit reagiert lustlos und merklich gereizt auf diese Erinnerung an den Fernsehauftritt von 1982, der dokumentiert ist und noch immer auf YouTube zu sehen ist. Hier seine Replik in dem FR-Interview: „Ja, das war alles in der gleichen Logik. Aber ehrlich gesagt finde ich, dass unser Gespräch redundant wird. Auch Sie, die FR, reduzieren mich mit Ihren Fragen wieder auf diese zwei Seiten beziehungsweise auf diese Provokationen. Ich habe mich des Öfteren dafür öffentlich entschuldigt, mehr kann ich nicht tun. Ich habe diese Scheiße so satt!“

Betrachten wir diese Äußerungen näher. Schon der erste Satz zeugt von größter Verlegenheit. Denn welche Logik bringt einen 37-jährigen hochambitionierten Politiker dazu, 1982 pädophile Praktiken zu propagieren und mit ihnen sogar öffentlich zu prahlen? Die einzige Logik wäre, dass er wie etliche Jahre zuvor bereits in dem 1977 auch auf Deutsch erschienene Buch „Der große Basar“ noch immer Pädophilie, also Sexualität Erwachsener mit Kindern, gut und ausgesprochen lustvoll empfindet. Dann können allerdings ähnliche frühere Äußerungen nicht mehr als Ausrutscher gewertet werden, die mit sehr viel gutem Willen verzeihbar sein könnten.

Cohn-Bendit ist intelligent genug um zu wissen, in dem Interview in eine schwierige Situation geraten zu sein. Folglich geht er zum Gegenangriff über, kritisiert den Fragesteller und ist richtig beleidigt, ausgerechnet von der links-grünen FR mit solch unangenehmen Fragen belästigt zu werden. Und dem Zeitgeist der ebenso billigen wie folgenlosen „Entschuldigungen“ folgend, verweist er auf Reuebekenntnisse, die er allerdings erst ablegte, als er unter öffentlichen Druck wegen der pädophilen Bekenntnisse geraten war. Wie ernsthaft seine „Reue“ tatsächlich zu beurteilen ist, verrät sein gereizter Ausruf: „Ich habe diese Scheiße so satt!“

Das, was Cohn-Bendit „Scheiße“ nennt, sind offensichtlich nicht seine pädophilen „Provokationen“ von früher, sondern das ist die öffentliche Erinnerung daran. Er will damit nicht mehr konfrontiert werden. Das ist aus seiner Sicht auch durchaus verständlich. Aber er hat sich als Berufsloser eine einträgliche politische Karriere und eine sehr auskömmliche Altersversorgung mit Hilfe einer Partei gesichert, die ihren Aufstieg nicht zuletzt der Moralisierung von Politik verdankt. Man stelle sich nur vor, AfD-Politiker hätten in ihrer Vergangenheit dokumentierte pädophile Sympathien erkennen lassen – die Grünen wären bei der öffentlichen Hinrichtung gewiss nicht die faulsten Steinewerfer. So satt Cohn-Bendit „diese Scheiße“ auch haben mag: Frühe Sünden werfen bei so exponierten Figuren wie ihm halt lange Schatten.

In einem gegenüber Cohn-Bendit ausgesprochen wohlmeinenden Artikel in der Rhein-Main-Zeitung der FAZ vom 9. September 2016 mit dem Titel: „Grüner Dani, rotes Tuch, schwarzer Ärger“ schreibt deren Redaktionsleiter Mathias Alexander am Ende seines Textes: „Die Antwort auf die Frage, ob man ihm als Redner zuhören kann, hängt also von der Bereitschaft ab, einem Menschen eine sehr törichte Bemerkung zu verzeihen.“ Damit liegt Alexander allerdings daneben: Der langjährige Europa-Abgeordnete der Grünen und lautstarke Befürworter erfolgloser, aber folgenschwerer westlicher Kriege hat mit seinen mehrfachen, selbst noch mit 37 Jahren gemachten pädophilen Bekenntnissen keine „sehr törichten“, sondern öffentlich strafbare und besonders verachtenswerte sexuelle Vergehen propagiert und verharmlost.

Es spielt keine entscheidende Rolle, ob er damit nur provozieren wollte oder gar selbst solche Praktiken mit anvertrauten Kindern ausgeübt hat, was er vehement bestreitet und wofür es auch keine Zeugenaussagen gibt. Aber Cohn-Bendit hat sich damit moralisch für einen Festvortrag am Tag der Deutschen Einheit in einem national so bedeutsamen Ort wie der Frankfurter Paulskirche disqualifiziert.

Wenn es in Frankfurt und Deutschland auch nur halbwegs vernünftig zuginge, dann hätte ohnehin niemand auf die Idee kommen dürfen, einem politischen Abenteurer und Schwadroneur eine so ehrenvolle Aufgabe zu übertragen. Wer der Einladung von Oberbürgermeister Feldmann am 3. Oktober in die Paulskirche folgt, lässt den Respekt vor der historischen Leistung der Deutschen Einheit vermissen. Den heute 71-jährigen Daniel Cohn-Bendit kann man wegen seiner früheren pädophilen „Tabubrüche“ und „Provokationen“ vielleicht noch immer auf eine moralische Anklagebank setzen. Oder ihm das großzügig verzeihen – das mag jeder selbst entscheiden. Wo er keinesfalls hingehört, das ist der Platz am Rednerpult in der Paulskirche am 3. Oktober 2016, dem Tag der Deutschen Einheit.


Nachtrag: In der Sitzung der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vom 15. September 2016 haben in namentlicher Abstimmung alle Stadtverordneten von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken einen Antrag der AfD-Fraktion abgelehnt, Pädophile in der Paulskirche nicht sprechen zu lassen. In dem Antrag wurde der Name Cohn-Bendit bewusst nicht erwähnt. Folglich haben die Vertreter der genannten Parteien kein Problem damit, dass an diesem traditionsreichen Ort der deutschen Demokratie auch Pädophile ans Rednerpult treten können. Angenommen wurde der Antrag von den sieben anwesenden AfD-Stadtverordneten sowie den drei Stadtverordneten der BFF (Bürger Für Frankfurt), darunter der Verfasser dieses Textes.




Cohn-Bendit soll Festrede zum 3. Oktober halten

cohnDaniel Cohn-Bendit (Foto), ehemaliger Sprecher der Grünen für Haschkekse, Sexorgien und „Schmusen“ mit Kindergartenkindern sieht sich auf seine alten Tage zu Höherem berufen. Cohn-Bendit will zum Tag der Deutschen Einheit in der historischen Paulskirche von Frankfurt was Staatsmännisches sagen, doch davon sind nicht alle Parteien begeistert.

fr-online schreibt:

Die Diskussion über den geplanten Auftritt des Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit (Grüne) bei der Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit hat sich am Wochenende zu einem heftigen Streit zwischen CDU und Grünen ausgewachsen. Der Fraktionschef der Grünen im Römer, Manuel Stock, ging den CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael zu Löwenstein scharf an, weil Löwenstein in der FR von einer „pädophilen Vergangenheit Cohn-Bendits“ gesprochen hatte.

„Die Formulierung einer ,pädophilen Vergangenheit‘ von Dany Cohn-Bendit ist unter der Gürtellinie und ist nicht akzeptabel“, sagte Stock. Cohn-Bendit habe sich „hinlänglich und erschöpfend zu dem Thema geäußert, ihm vorgeworfene Verfehlungen glaubwürdig als haltlos zurückgewiesen und verbale Unschärfen zugestanden und sich dafür mehrfach entschuldigt“.

Davon, wie diese „verbalen Unschärfen“ aussehen, kann sich jeder selbst ein Bild machen, anhand einer Gesprächsrunde mit dem Schriftsteller Paul Guth von 1982, in der der ehemalige Odenwaldschüler Cohn-Bendit seine Art zu leben und seine Auffassung von Pädagogik der Öffentlichkeit vorstellte. Dort zeigte er nicht nur durch seine verbalen Statements, was ihm Kinder wert sind. Die ganze Haltung des grünen Opas zeugt von Überheblichkeit und dem Wunsche, diejenigen lächerlich zu machen, die auch nur verhalten seinen Umgang mit Kindergartenkindern hinterfragen:

Cohn-Bendit: Es gibt Eifersucht, es gibt Treue; es gibt das Überholen davon.. Es gibt sehr wenige Orgien, Herr Guth. Sehr wenige. Desto besser! Oder desto schlimmer; oder schade. Ich weiß es nicht. Ich meine, dass mit den wenigen Orgien, die ich…

Milde Drogen, wir verteidigen das. Haschisch-Küchlein sind fantastisch! Ich habe heute Abend eis gegessen: fantastisch sag ich Ihnen! Ich fühle mich fit entspannt; es geht mir echt gut.

Jetzt arbeite ich mit kleinen Kindern, Paul Guth. Ach was sie mit mir nicht tun!

Paul Guth [?]: Was sind denn alternative Kindergärten?

Cohn-Bendit: Um 9 Uhr morgens gehe ich hin zu meinen acht kleinen Knirpsen zwischen 16 Monaten und zwei Jahren. Ich wasche ihnen den Popo ab, ich kitzle sie, sie kitzeln mich, wir schmusen uns.

Paul Guth: Das muss etwas für Sie sein, sie antasten … Ja, echt; vorausgesetzt, dass es nicht zu viel „Schmusen“ gibt.

Cohn-Bendit: Vorausgesetzt, dass es nicht zu viel „Schmusen“ gibt. Also bitte, Paul Guth, aber nein, das ist lächerlich.

Guth: Sie könnten Ihnen Ideen in den Kopf setzen, mit Ihrem Schmusen.

Frau aus der Zuhörerschaft: Aber warum ihnen keine Ideen in den Kopf setzen?

Cohn-Bendit: Zuerst setze ich ihnen keine Ideen in den Kopf. Wissen Sie. die Sexualität eines Kindes ist etwas Fantastisches. Man muss aufrichtig sein, seriös. Bei den ganz Kleinen ist es etwas anderes, aber bei den Vier- bis Sechsjährigen. Wenn ein kleines 5-jähriges Mädchen beginnt, Sie auszuziehen. Es ist großartig, weil es ein Spiel ist. Es ist ein wahnsinnig erotisches Spiel.

Daniel Cohn-Bendit ist natürlich nicht der Einzige, der sich an früh sexualisierten Kindern begeistern kann. Erika Steinbach zählt weitere Grünen-Mitglieder auf, die ähnliche Auffassungen vertraten:

Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach ging noch weiter: „Bis heute sitzen auch im Bundestag noch immer Grüne, die sich offensiv dafür eingesetzt haben, dass Kindesmissbrauch straffrei gestellt wird: Jürgen Trittin, Volker Beck, Renate Künast.“ Cohn-Bendit sei „als Schüler der Odenwaldschule durch pädophile, kriminelle Lehrer sozialisiert worden“ und habe sich „mehr als eindeutig in Richtung Straffreiheit für Kindesmissbrauch geäußert“.

Dabei ist es wohl auch geblieben, denn Cohn-Bendit hat sich – wie die anderen – nicht vom Bildungsplan in Baden-Württemberg distanziert, zum Beispiel, der den Jüngeren bereits den Umgang mit Sexspielzeug näher bringen soll. Insofern hat er an einem anständigen traditionsreichen Ort deutscher Geschichte wie der Paulskirche nichts verloren und ist in einem Sex-Shop besser aufgehoben.

Trotzdem muss Cohn-Bendit am 3. Oktober nicht leer ausgehen. Die Muslime in Deutschland missbrauchen ja bekanntermaßen unseren Nationalfeiertag als Tag der offenen Tür für ihre Moscheen. Da könnte Cohn-Bendit ja alternativ hingehen und einen Vortrag halten. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem islamischen Thema: „Wie Mann das Herz einer 6-Jährigen gewinnt“ oder „Der verschmuste Prophet. Szenen einer Ehe mit der 9-jährigen Aisha“.

Könnte sein, dass er dort auf eine dankbare aufgeschlossene und aufmerksame Zuhörerschaft trifft. Der Islam gilt als sehr tolerant und kinderlieb. Da sollten sich grüne und muslimische Weltanschauungen sicher schnell näher kommen und sich auf gemeinsame Wurzeln und Werte besinnen können.




Mit gutem Gewissen gewissenlos – Die Moral in der bildungsverarmten Gesellschaft

Die Moral ist in Verruf geraten. Man will davon kein großes Aufhebens mehr machen. Wer die Einhaltung moralisch begründeterer Verhaltensnormen im alltäglichen Umgang einfordert oder auch nur ihre Missachtung beklagt, läuft leicht Gefahr, sich lächerlich zu machen. Bestenfalls wird er noch als ein griesgrämiger Spielverderber, schlimmstenfalls als moralinsaurer Moralapostel angesehen. So oder so ist er dem Vorwurf ausgesetzt, die individuelle Freiheit einschränken zu wollen. Die Kopfnoten auf den Zeugnissen der Schüler, heißt es schon seit Jahren, bedrohten die ungehemmte Entfaltung der Persönlichkeit, weil sie das Verhalten der Kinder nach Maßstäben bewerten, die alle über einem Kamm scheren.

(Von Thomas Rietzschel)

Ganz abgesehen davon, dass das so nie stimmte, wird dabei stets das Wesentliche übersehen. Basiert doch die Freiheit eines jeden auf einem Verhaltenskodex, der das Zusammenleben aller überhaupt erst ermöglicht. Wie sonst sollten wir produktiv kooperieren? Die Wirtschaft, die Politik, die Justiz, alles, was unsere Gesellschaft als solche erhält, wäre ohne diese moralische Übereinkunft undenkbar.

Ihre Verteidiger, die Moralisten der Aufklärung, überragende Denker wie der französische Philosoph Montaigne, der deutsche Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg und auch ihr später Nachfahre Erich Kästner, nun gewiss kein lustfeindlicher Stubenhocker, sie alle wussten: Die Moral ist ein Kulturgut, das wir uns durch Bildung aneignen müssen, Generation für Generation. Dass es eine Moral an sich geben müsste, einen Kodex, der uns gleichsam mitgegeben wäre, wurde immer wieder angenommen, gehofft und gewünscht, bestätigt hat es sich bisher noch nicht.

Zwar war Jean-Jacques Rousseau, von der Nachwelt gern als philosophischer Gewährsmann antiautoritärer Erziehung bemüht, in seiner ersten größeren Abhandlung über den Einfluss der Wissenschaft auf die Läuterung der Sitten 1750 noch davon ausgegangen, dass der Mensch ursprünglich gut sei und das Ziel der Erziehung in der Bewahrung dieser Unschuld bestehen müsse, doch stellte er schon wenig später, in seinem1762 erschienenen »Gesellschaftsvertrag«, fest, dass es des politisch mündigen, das heißt des gebildeten Bürgers bedürfe, um das Gemeinwesen moralisch zu festigen. Nachfolgende Reformpädagogen sind gern wieder hinter diese Erkenntnis zurückgefallen, um einem individualistischen Erziehungsprinzip zu huldigen, bei dem dann oftmals die narzisstische Selbstbestätigung des Erziehers im Vordergrund stand.

Auch die zwischen 1890 und 1930 aufblühende Reformpädagogik war diesem Geist entsprungen; auch die 1910 gegründete Odenwaldschule war ein Projekt des Idealismus. Gegen die herrschende Moral, deren Herleitung aus der christlich-abendländischen Kulturgeschichte zunehmend scheinheilig wirkte, erst recht vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wurde das Ideal einer Moral gesetzt, die dem natürlichen Verlangen des Menschen entsprechen wollte. In diesem Sinn sollten die Schüler zur Selbstverwirklichung ermuntert werden. Ein großes Ziel fürwahr – nur war es erstens weltfremd und zweitens in vielen Fällen auch wieder bloß Ausdruck einer perfiden Scheinheiligkeit, insofern die propagierte Freizügigkeit manchen Lehrern dazu diente, ganz andere Leidenschaften moralisch zu bemänteln, wie wir unterdessen wissen.

Unter dem Leitgedanken »Werde, der du bist« sollte eine Jugend erzogen werden, die dem Wunschbild ihrer Erzieher entsprach. In dem Maße, in dem das egozentrisch orientierte Individuum an Bedeutung gewann, konnte sich ein pädagogischer Reformismus entwickeln, der nachhaltigen Einfluss auf das Kulturgut der Moral gewann, indem er es schlichtweg in Frage stellte. Das soll nicht heißen, dass besser immer alles beim Alten geblieben wäre. Die Rohrstock-Schule des wilhelminischen Kaiserreiches wäre der Zukunft nicht gewachsen gewesen. In den Schulgeschichten des frühen 20.Jahrhunderts, in den Erzählungen von Rilke, Hesse, Musil oder Werfel, sind diese bösen Erfahrungen erschreckend aufgehoben. Allerdings ist diese Literatur auch noch erfüllt vom Glauben an eine Moral, deren Wertvorstellungen sich aus der humanistischen Tradition der bürgerlichen Zivilgesellschaft ergaben. (Weiterlesen auf deutscherarbeitgeberverband.de)


Dr. Thomas Rietzschel, ehemals FAZ Kulturkorrespondent ist heute freier Autor; zuletzt erschienen:

» „Geplünderte Demokratie. Die Geschäfte des politischen Kartells“
» „Die Stunde der Dilettanten. Wie wir uns verschaukeln lassen“




taz-Chefin zensiert Artikel über grüne Pädophilie

Insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren war die linksradikale „taz“ zusammen mit anderen marxistischen Medien wie der „konkret“ Sprachrohr für Pädophile und deren Anliegen – der Legalisierung von Sex mit Kindern. Das war bekannt. Doch auch heute noch stellt sich die ultralinke Tageszeitung offenbar schützend vor pädophile Umtriebe. Ein Artikel, der eigentlich gestern erscheinen und sich kritisch mit der Haltung der Grünen zu Pädophilie befassen sollte, wurde auf Intervention von Chefredakteurin Ines Pohl nicht veröffentlicht. Beobachter vermuten wahltaktische Motive.

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt auf seinem Blog:

Wenn sich die Redaktion der »taz« morgen Vormittag zu ihrer Montagskonferenz trifft, steht ein besondere Thema auf der Tagesordnung: Sie soll über einen Artikel diskutieren, der den Grünen vorwirft, dass Pädophilie in ihrer Ideologie angelegt war. Der Text wäre gestern im Blatt erschienen, wenn Chefredakteurin Ines Pohl das nicht verhindert hätte. Der Vorwurf der »Zensur« steht im Raum — und die Frage, ob die »taz« sich aus wahltaktischen Gründen Angriffe auf die Grünen verkneift.

Das Ressort der Wochenendbeilage »Sonntaz« hatte den Artikel bei Christian Füller bestellt. Füller ist in der »taz« für Bildung zuständig und hat sich in den vergangenen Jahren mit Recherchen und Veröffentlichungen über Kindesmissbrauch profiliert.

Mit großer Wut arbeitet er sich jetzt an den Grünen und ihrem Milieu ab, in dem Päderasten in den 70er und 80er Jahren Verbündete fanden. Den Grünen von heute wirft er vor, die Opfer immer noch zu verraten. (…)

Zu lesen bekamen die Grünen diese Abrechnung nicht: Ines Pohl verhinderte es. Sie wies die Ressortleitung an, den Artikel aus der Wochenendausgabe zu entfernen. Er strotze vor falschen Tatsachenbehauptungen und habe keinen aktuellen Kontext.

Der zweite Punkt lässt sich angesichts der Debatte, die in der vergangenen Woche geführt wurde, schwer nachvollziehen. Aber Pohl blieb auch Belege für die falschen Tatsachenbehauptungen schuldig. »taz«-Justiziar Peter Scheibe hatte den Text freigegeben.

In der Konferenz am Freitag nannte Pohls Stellvertreter Reiner Metzger dann einen anderen Grund, warum Füllers Text nicht erscheinen durfte. Die Öffentlichkeit verfolge sehr genau, wie gerade die »taz« mit der Pädophilie-Geschichte der Grünen umgehe. Metzger wurde so verstanden, dass man sich wenige Wochen vor der Wahl einen solchen Angriff auf die Partei nicht erlauben könne.

Der „taz“-Mitgründer Dietrich Willier selbst hatte während seiner Zeit als Lehrer an der Odenwaldschule mindestens neun Jungen missbraucht.

(Foto oben: Pamphlet eines Pädophilen in der ‚taz‘ vom 16. November 1979)




Sexueller Mißbrauch im „Roten Wien“

Die Stadt Wien wird mit Unterbrechung durch das Dritte Reich seit dem Ende des Ersten Weltkriegs durchgehend von der SPÖ, der sozialistischen (bzw. sozialdemokratischen) Partei Österreichs regiert. Das städtische Kinderheim im Schloß Wilhelminenberg (Foto) bestand zwischen 1948 und 1977. Dort kam es durch Jahrzehnte hindurch zu systematischem sexuellen Kindesmißbrauch.

Erst haben die Grünen und Roten in Deutschland und Österreich lustvoll auf die Pfarrer eingedroschen. Dann kam die Odenwaldschule und Cohn-Bendit. Jetzt stehen die päderastischen Grünen in Deutschland in der der Diskussion. In Österreich ist es dagegen ein Sozi-Kinderheim:

Die städtische Mißbrauchsanstalt des „Roten Wien“ am Wilhelminenberg!
Zu spätes Entsetzen!
Aus dem Endbericht über den Wilhelminenberg!




Videos: Verleihung des Theodor Heuss-Preises

Eine Einsicht der Beteiligten über die Problematik und Aufarbeitung war bei der Verleihung des Theodor Heuss-Preises an Daniel Cohn-Bendit nicht vorhanden. Sie waren zwar in die Enge getrieben, verteidigten ihn jedoch mit einer Vasallentreue. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum der ehemalige Bundespräsident Wulff wegen läppischen 400 Euro alle politischen Ämter niederlegen musste, bei Grünen jedoch wirklich schwerwiegende Vorwürfe schöngeredet, relativiert und bagatellisiert werden.

(Von Werner Sigel)

Gegendemonstranten 3

Vor dem Kleinen Saal im Neuen Schloss protestierten Menschenrechtler gegen die Preisverleihung. Es war nicht nur wie unter anderem von der Schwäbischen Zeitung und SWR behauptet wurde, die „Junge Union“, die eine Gegendemonstration machte (und dem unbegründeten Vorwurf ausgesetzt wurde, sie mache Vorwahlkampf), sondern unter anderem auch diverse Verbände gegen Kindesmissbrauch, Mitglieder der neugegründeten Partei AfD und ein bedauernswertes Opfer der Odenwaldschule. Wolfgang Herles vom ZDF kommentierte Cohn-Bendits Verfehlungen jedoch als einen „mikroskopisch kleinen Fall“.

Gegendemonstranten 1

Vorab, ich habe alle kompletten Reden der Preisverleihung online gestellt und nachfolgend verlinkt, damit sich jeder ein eigenes unverfälschtes Bild der Preisverleihung machen kann. Die Stiftung hatte letztendlich massive Probleme, überhaupt Festredner zu bekommen, zwischenzeitlich abgesagt hatte der Präsident des Verfassungsgerichts Andreas Voßkuhle, Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und zuletzt auch Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Isabell Fezer (FDP).

Ludwig Theodor Heuss

Nach der Begrüßung und schönreden durch Ludwig Theodor Heuss (–>Video) sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Grußwort (–>Video) wörtlich ab 3:37 min:

„Aber es ist doch ein elementarer Unterschied, ob die Irrtümer verbaler Natur sind oder tatsächlich stattgefunden haben. Sie haben nach Aussagen von Dany Cohn-Bendit real nicht stattgefunden und die Eltern der Kinder haben dies bestätigt und ich glaube und vertraue diesen Aussagen von Cohn-Bendit und den Eltern.“

Winfried Kretschmann - Gesine Schwan

Dazu schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung:

Die Stellen sind altbekannt, aber immer noch atemberaubend – und in der Substanz unbeantwortet. […] Interessant ist, dass bislang offenbar niemand Cohn-Bendit danach gefragt hat, was im Kinderladen eigentlich genau passiert ist. Weder Freunde noch professionelle Frager tun das – ein Phänomen, das bei berühmten Persönlichkeiten immer wieder vorkommt. Die Frage „Was hast Du getan?“ oder „Wo haben Sie zurückgestreichelt?“ ist verpönt.

Und entsprechend elegant fallen die Antworten auch aus. „Das war kein Tatsachenbericht, sondern schlechte Literatur“, sagte er der „Zeit“. „Da hat einfach ein Korrektiv in mir nicht funktioniert“, dem „Spiegel“: „Was ich schrieb, war ein großer Fehler. Es tut mir leid.“

Werner Wölfle

In seinem Grußwort nannte es Stuttgarts grüner Bürgermeister Werner Wölfle (–>Video) ab der 1:15 Minute eine „aufgepumpte Empörung“. Es gehe ihnen nicht um einen sorgsamen und verantwortlichen Umgang mit Kindern und die Gründe wären durchsichtig. Es gäbe einen Unterschied zwischen Worten und Taten und dass nicht jeder Körperkontakt mit Kindern gleich als potentionelle Pädophilie ausgelegt werde.

Roger de Weck

In der Laudatio von Roger de Weck (–>Video) ab der 11:20 Minute sprach er von Verleumdung und dass die Kritik nicht erkenntnisorientiert sei und nicht einer besseren Aufarbeitung dienen würde und dass der Hass salonfähig wird. Er sprach von demütigen und stigmatisieren und er kritisierte indirekt die Freiheit des Internets und bezeichnete Internetblogs als Stammtisch und das bessere Argument habe dort keine Chance.

Ludwig Theodor Heuss - Daniel Cohn-Bendit

In seiner anschließenden Dankesrede sagte Cohn-Bendit (Video siehe unten) ab der 5:14 Minute: Mehr als 15 Eltern aus der Universitäts-Kita, in der er gearbeitet habe, hätten damals einen Brief geschrieben und bezeugt, es gab keine Übergriffe an Kindern. Das wäre der berühmte Brief gewesen. Dann erzählt er von einem Interview, das eine Mutter am Donnerstag der taz gegeben habe und so am Freitag in der FAZ zitiert wurde, wie wenn sie es der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gegeben habe. Er meint diesen Artikel der FAS. Wie PI bereits berichtete, zog Thea Vogel darin ihre Entlastung zurück, da ihr Kind in der Krabbelstube im Haus der Freien Schule war, und nicht in der Universitäts-Kita, wo Cohn-Bendit arbeitete.

Rede von Cohn-Bendit:

Jetzt wird es interessant. Es gab also zwei Persilscheine der Eltern laut Cohn-Bendit. Der erste bezog sich auf die Universitäts-Kita, in der Cohn-Bendit arbeitete, mit laut ihm über 15 Unterschriften – ich bitte die Leser dies online zu recherchieren – und einer zweiten Einrichtung der Krabbelstube im Haus der Freien Schule, in der Cohn-Bendit nicht arbeitete, die diesen Freibrief von Thea Vogel ausstellte, der etwa ebensoviel Unterschriften hatte. Bei einer Onlinerecherche fand ich aber kein Interview am Donnerstag zwischen der taz und Thea Vogel. Vielleicht können die Leser bitte weiterhelfen. Jedenfalls hat am Sonntag die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung noch einmal die Feststellung wiederholt, dass Thea Vogel mit ihnen gesprochen habe. So stehen also Behauptung gegen Behauptung.

Was mich auch sehr störte war, dass Cohn-Bendit argumentativ aberwitzige Zusammenhänge konstruiert, die einfach nicht zusammengehören. Er verteidigte ab der 23. Minute seiner Rede sein Engagement für den Bosnieneinsatz der Nato mit der Argumentation, dass die Normandielandung Frieden für Europa gebracht hätte. Es ist jedoch ein elementarer Unterschied, ob man einen berechtigten Krieg gegen eine menschenverachtende Diktatur in Nazideutschland führt, oder gegen ein Land, das uns 50 Jahre wahrheitswidrig als Musterbeispiel eines Vielvölkerstaats vorgegaukelt wurde und es sich nachher herausstellt, dass eine gewisse Bevölkerungsgruppe im wesentlichen nicht integrierbar war und ist. Denn dies war auch das Credo von muslimischen Professoren aus Sarajewo auf einer Tagung, auf der ich war.

Abschließend der Vollständigkeit halber noch einmal die bekannte TV-Sendung von Antenne 2 am 23. April 1982 und die umstrittenen Passagen aus seinem Buch „Der große Basar“:

Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: „Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?“ Wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.

[…] Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet. Es waren alles Kinder von Intellektuellen, von Studenten, also von Leuten, die viel gelesen haben.




Gabel: „Ich werde weiter den Mund aufmachen“

Unter dem Titel „Schwuler Zickenkrieg am Rhein“ berichteten wir vor kurzem über eine Rede des Pro Köln-Politikers Michael Gabel (Foto) bei einer Kundgebung in der Kölner Südstadt in Richtung des Grünen-Politikers Volker Beck. Im Interview mit PI äußert sich der Schauspieler über seine Erfahrungen mit Migranten, seine Vorliebe zu Israel und warum er sich als Schwuler bei Pro Köln sehr gut aufgehoben fühlt.

PI: Herr Gabel, Sie sind schwul und bekennen sich zu Pro NRW – passt das zusammen?

Gabel: In erster Linie bin ich Deutscher, dann eine Laune der Natur und bei Pro, weil ich nicht im globalen Nirwana landen will.

Wie lebt es sich denn so als Schwuler in einer Partei, die – wie jüngst die BILD-Zeitung titelte – „Schwulen-Hetze“ betreibt?

Sehr gut. Es ist mehr wie bei den Churchills: Das Geheimnis ihrer Ehe war, dass sie sich immer erst nach 18 Uhr getroffen haben. Bei Pro kann jeder tun und lassen, was er will. Man bespricht sich nach 18 Uhr auf den Mittwochsrunden. Bei Pro gibt es auch wichtigeres als den Austausch von Körperflüssigkeiten.

Was war der Auslöser für Sie, zur Pro-Bewegung zu gehen?

1. Ich habe den Aufruf zu dem Bürgerbegehren gegen die Großmoschee unterschrieben. Ich finde es wichtig, dass der Bürger bei weitreichenden und tiefgreifenden Beschlüssen sein Votum abgeben darf und gefragt wird. Da ist es mir egal, ob es sich um einen Flughafen, Moschee, Müllverbrennungsanlage oder Masturbation als Schulfach handelt: Die Schweiz ist da ein hehrer Leuchtturm. So habe ich von Pro überhaupt Kenntnis genommen.

2. Ich wurde am CSD 2008 Samstag Nachmittags auf dem Kölner Neumarkt von Moslems angegriffen. Sie schrien einem Schwulenpaar „Scheiß Schwuchteln“ hinterher. Als ich sagte: „Muss das sein, ich schrei ja auch nicht Scheiss Mekka“, schlug man mir ins Gesicht. Köln stellte sich nicht quer. Nein, man schaute weg. Ich hatte recht robuste Fahradschuhe an und hielt die Horde einigermaßen auf Abstand. Irgendwann kam die Straßenbahn. Als ich einstieg, trat mich einer von den Bereicherern von hinten in den Rücken. Vor den Augen eines Familienvaters und seiner zwei kleinen Kinder. Der Mann rannte dem Moslem hinterher und es kam natürlich die Migrantenleier. Jedenfalls lass ich mir von Moslems nicht nochmal sagen, ich sei eine scheiss Schwuchtel und hätte hier nichts zu sagen.

3. Im Dezember 2008 ging ich zum ersten Mal auf eine Demo. Zum Antiislamisierungskongress kam man ja nicht durch. Ich wollte mir selbst ein Bild machen. Die Linken waren sowas von unterirdisch. Alles was ich in der Schule gelernt habe – Gewaltenteilung, Demonstrationsfreiheit, Versammlungsfreiheit – das wird alles ausgehebelt. Mein Gefühl von Gerechtigkeit hat mich zu Pro gebracht.

Sie sind im Vorstand von Pro Köln – welche Aufgaben haben Sie da genau?

Ich bin zum Beisitzer gewählt worden. Jetzt werden die nächsten Treffen zeigen, was für Aufgaben anstehen.

Worin sehen Sie die größten gesellschaftlichen Probleme in unserem Land?

Die Islamisierung und die ungezügelte Masseneinwanderung der Prekariate aus dem Nahen Osten und Afrikas, die Ausbeutung der Mittelschicht durch das Establishment und die völlige Entwissenschaftlichung und Verdummung unserer Gesellschaft durch die Zivilreligion Gutmensch.

Sie gehen zu Pro-Kundgebungen ab und zu mit einer Regenbogen- und mit einer Israel-Fahne. Wie kam Ihre Sympathie zu Israel zustande?

Die Regenbogenfahne habe ich nur einmal mitgenommen, zur Demo an der Großmoschee Karneval 2009. Mittlerweile sage ich mir bezüglich der Schwulen: Wer nicht hören will, muss fühlen. Der ein oder andere Schwule kam in der Fraktion schon vorbei und berichtete über Übergriffe am Aachener Weiher.

Zu Israel: Ich stehe ziemlich auf die Bücher des israelischen Militärhistorikers Martin von Crevland. Politisch unkorrekt, antropologisch versiert und gewürzt mit jüdischem Humor. Als 2009 wieder mal die Hamas durchdrehte, hatte ich einen kleinen Israelbutton am Revers und fuhr abends von einem Drehtag nach Hause, lernte nebenbei Text. Testosteron gesteuerte Türken stiegen mit ihren Sporttaschen ein. Sie setzten sich neben mich und fingen an zu fragen, ob ich Schauspieler sei. Sie erzählten mir, dass der mit dem breitesten Kreuz schon in einem Film mitgespielt hat usw. Als ich ausstieg, haben sie mir Judensau hinterhergebrüllt. Die Menschen in der Straßenbahn schwiegen. Die Tür ging zu und mir blieb nur noch den Stinkefinger zu zeigen.

Soweit ich weiß, gibt es keinen CSD in Istanbul, der Partnerstadt von Köln. Tel Aviv soll für orthodoxe Juden ja das Sodom und Gomorrah sein. Es findet dort jedes Jahr ein großer CSD statt. Feel the difference – Israel.

Als islamkritische Partei warnt Pro NRW immer wieder davor, dass Schwule in islamischen Ländern verfolgt und – wie z.B. im Iran – gehängt werden. Warum erkennen so wenige Schwule, dass die zunehmende Islamisierung Deutschlands schlimme Konsequenzen für sie haben könnte?

Sex and Drugs and Rock’n’Roll, Hedonismus, Narzissmus und die Homo-Lobby lassen ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm entstehen. Andererseits ist ein Bekannter von mir, Heinz, vor zwei Jahren an Aids gestorben. Er kannte in der Szene jeden und alle. Der fand das sowas von geil, dass ich mit der Regenbogenfahne bei Pro auf der Demo an der Venloer Str. stand. Heinz wusste und viele andere wissen, was da auf uns zukommt. Amsterdam ist nicht von ungefähr out für die Community. Und die holländischen Schwulen wählen Geert Wilders. Es ist nur eine Frage der Zeit. Seit Pim Fortuyn ist aber auch klar: Bist du anderer Meinung, kennen die Gutmenschen kein Erbarmen. Es war ein grüner, veganer Umweltschützer, der ihn ermordete. Und die meisten Schwulen leben nur einmal. Sie legen sich lieber, als dass sie aufstehen.

Sie haben in Ihrer Rede in Köln Volker Beck sehr scharf angegriffen. Was genau kritisieren Sie an ihm bzw. seiner Politik?

Volker Beck steht beim schwarzen Block und gibt die schwarze Witwe. Er ist Wolkenkuckucksheim. Er hat jegliche Realität zu den Menschen in diesem Land verloren. In erster Linie benutzt er die Menschenrechte, um Kollektivrechte bzw. Privilegien für seine Lobbygruppe/Minderheit durchzusetzen. Necla Kelek hat dieses Verhalten bereits in Bezug auf die islamische Migrantenlobby kritisiert. Ein Beispiel aus der Stadtarbeitsgemeinschaft. Man möchte bei Bebauungsplänen zuvor gefragt werden, z.B. wenn Spielhallen und Vergnüngsstätten zurückgedrängt werden sollen; daß auch noch ein Bäcker die Mietzahlungen überleben kann; möchten die Homos Sonderrechte. Es wird nicht über sexuelle Befreiung für alle argumentiert, sondern ausschließlich, wir sind anders, wir wollen Sonderrechte und Genehmigungen, weil wir anders sind.

Fakt ist: SEX sells. Man kann mit SEX, Pornographie, Saunen, Clubs, Discos usw. ein Heidengeld machen. Das Standbein der Szene ist der Party- und Sextourismus. Plötzlich ist man auch als Homo Humankapital, das es gilt anzuzapfen und abzuschröpfen. Die Homo-Päpstin Judith Butler hat die Kommerzialisierung des CSD kritisiert. Da war die Homo-Lobby aber not amused.

1789 gingen die Menschen genau deswegen auf die Barrikaden. Sie hatten die Schnauze voll vom Klassen-, Kasten- und Ständewesen. Und heute wird es per Antidiskriminierung wieder eingeführt. Schöne neue Welt.

Volker Beck hat Sie angezeigt – werden Sie sich künftig verbal etwas zurückhalten?

Er hat mich angezeigt. Na und. Wir leben – noch – in einem freien Land. Wenn er meint, als beleidigte Leberwurst kann er die Moslems toppen, muss er es tun. Ich warte ab, was die Kölner Staatsanwaltschaft, die ja vom rot-grünen Justitzministerium weisungsgebunden ist, so findet. Vielleicht werde ich als Schwuler verdonnert. Bei Oscar Wilde, Pier Paolo Pasolini, Jean Genet hats auch nichts genutzt. Ich werde weiter den Mund aufmachen.

… laßt mich auch den Löwen spielen (Shakespeare) – das bin ich meinem Schauspielerberuf schuldig. Der Rest ist Schweigen, kommt erst am Schluss von Hamlet. Dazwischen: es ist etwas faul in Dänemark.

Sie kennen die Kölner Schwulen-Szene sehr gut – sind das alles glühende Anhänger von Volker Beck?

Bei der Eröffnung der Gay Games gab es Buhrufe, als Westerwelle sprach. Das ist von vielen moniert worden. Köln ist nicht nur Volker Beck. Die FDP hat hier auch ein sehr starkes Klientel. In der Stadtarbeitsgemeinschaft sitzen durch die Satzungsänderung von Volker Roters (jetzt beruft der OB die Mitglieder) außschließlich rot-grünes Klientel. Herr Danuser vom Klust, eher ein Realo, hat sich mittlerweile verabschiedet. Manche erkennen die Zeichen der Zeit. Das Geld geht aus und damit auch mancher Homotraum. Volker Beck ist im Moment Opposition. Der kann alles versprechen und muss nichts halten. Das ist Politik.

Wie stehen Sie zur Gleichstellung von Homo-Ehe mit der Ehe zwischen Mann und Frau und zum Thema Homo-Adoption?

Zur Adoption ist zu sagen, dass eine Studie zur Adoption vom Justizministerium erstellt wurde. Vom Reformpädagogen Herrn Henting. Ein guter Freund vom Herrn Becker aus der (H)odenwaldschule. Der Herr Henting hat kein einziges Kind befragt, ob es lieber Papa und Mama hat, oder Elter1 und Elter2. Er befragte nur Homosexuelle. Kinder befragt man zu komplexen Themen wie Kernkraft, Bahnhofsbau, Kampf gegen Rechts. Komischerweise nicht, ob sie Masturbationsunterricht in der Schule haben wollen oder was sie sich für Eltern wünschen. Erstmal die Fragen, die es angeht. Das ist meine Meinung.

Ein Bekannter (schwul) arbeitet im Sozialamt. Die schwererziehbaren Kinder, die er in Pflegefamilien vermittelt, hauen ab, zurück zu ihren Eltern. Es ist egal, ob sie geschlagen oder auf den Strich geschickt werden. Sie wollen zu ihren Eltern. Tragisch: Blut ist dicker als Wasser. Selbst die Replikanten in Blade Runner suchen ihren Vater auf und fragen nach dem Sinn des Lebens. Aber das Wolkenkuckckucksheim Bundestag besteht ja in der Hauptsache aus Kinderlosen, die uns alle als gesellschaftliches Konstrukt verstehen. Gender Wahnsinn.

Zur Ehe: Zu meiner Zeit machte eine Transe den Witz: Warum soll ich heiraten, wenns die Heten nicht mal 2-3 Jahre miteinander aushalten. Ich sehe es eh als Problem, den Bund fürs Leben der Kirche weggenommen zu haben und sie unter staatliche Aufsicht zu stellen. Bis dass der Tod euch scheidet, war mal die Prämisse. Ist schwierig zu verwirklichen, aber erstmal die Option. Die Einführung der Option Scheidung hat das ganze ad Absurdum geführt. Wozu etwas schwören, das man sowieso nicht einhalten will.

Die Homoehe ist eh was für gelangweiltes, gehobenes Bürgertum mit BAT12. Das Bundesverfassungsgericht hat angemahnt, die nichtehelichen Gemeinschaften auch steuerlich gleichzustellen. Da wartet der Bundestag bis auf den Sankt Nimmerleinstag ab. Die wissen ganz genau, dass das dem Fiskus richtig weh tut. Also Vorhang auf für das nächste bürgerliche Trauerspiel: Die Homoehe.

Es ist ein verschwindend geringer Teil von Homosexuellen, die sich verpartnert haben. Es wird ein verschwindend geringer Teil heiraten. Wenn der Globus ein Dorf, dann auch die Kirche darin lassen (Botho Strauss).

Sieht man Sie ab und zu auf CSDs oder lehnen Sie diese Form der Zurschaustellung eher ab?

Meinem Freund zuliebe gehe ich manchmal mit. Der inszenierte Tabubruch geht mir sonst am A… vorbei. Die Homos sind sowas von Mainstream. Überall Cocktails, Umpf Umpf Umpf Musik und unrasierte Jungs, die im Fummel ihre Travestie betreiben. Wer fährt denn übers Jahr A…frei Straßenbahn oder nimmt im Ledergeschirr den Bus? Bei Shakespeare hat die Travestie in seinen Komödien noch etwas Existenzielles. Etwas, das zur Errettung der Welt und zur Heraufbeschwörung der Wahrheit dient. Europa hat fertig.

Zum Schluss: Was wollten Sie den Lesern von PI schon immer mal sagen?

Proud to be Deutsch. Kriegt euren Arsch hoch. Es geht um unser Land und unsere Zukunft. Vielleicht sehen wir uns auf der nächsten Demo. Und über Kewils Beiträge kann ich immer herzlich lachen. Schalömchen vom Hinterlader.

Danke für das Gespräch, Herr Gabel.




Political Correctness und Vulgäratheismus

Die Frankfurter Schule: Horkheimer (v.l.), Adorno (v.r.) und Habermas (h.r. mit Hand im Haar) auf dem Max Weber-Soziologentag im April 1964.Auf diesem Blog, das an vierter Stelle den Untertitel „gegen die Islamisierung Europas“ aufweist, und weil der Islam oftmals als eine Religion wie andere auch angesehen wird, bleibt es konsequenter nicht aus, dass das Transzendentale immer mal wieder Gegenstand von Beiträgen und innerhalb des Kommentarbereichs ist. Wäre dem nicht so, fehlte auch ein nicht unbedeutender Aspekt in der Auseinandersetzung mit dem Islam; insbesondere bei der Frage, ob der wachsende Einfluss des Islam speziell auf die Gesellschaften in großen Bereichen Europas allein auf die millionenfache Anwesenheit von Mohammedanern zurückzuführen ist, oder aber es dafür nicht auch andere Gründe gibt.

(Eine Erwiderung von „Graue Eminenz“ auf den Gastbeitrag von Bert Conrados „Tranzendale Wirrungen“ vom 30. März 2012)

Eine unbestreitbare Tatsache ist, dass sich im besonderen Maße die politische Linke als Fürsprecher des Islams hervortut und so, wie der Mainstream links geprägt ist – was große Teile der sich diesem Mainstream in Teilen anpassenden beiden großen Kirchen mit einschließt – nimmt es wenige Wunder, dass diejenigen, die dem Islam kritisch bis ablehnend gegenüber stehen, generell mit den zentralen Hass- und Feindbezeichnungen der Linken belegt werden: „Rechte“, „Nazis“ und „Rassisten“. Dieser Umstand entbehrt auf den ersten Blick schon dadurch nicht einer gewissen Komik, dass einer der Urväter der Linken; nämlich Karl Marx in „Die Kriegserklärung – Zur Geschichte der orientalischen Frage“ höchstpersönlich über den Islam zu berichten wusste:

Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ‚harby‘, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.

Da nun die marxschen Thesen über das Proletariat und die Bourgeoisie dazu so gar nicht auf die mohammedanische Welt passen wollten, erklärte er dann noch die Mohammedaner im Wesentlichen für „unterentwickelte Völker“, die notfalls im Sinne der Weltrevolution zwangsbeglückt oder notfalls auch physisch ausgerottet werden sollten. Ganz offensichtlich haben die Linken mittlerweile in Bezug auf Marx eine 180°-Wende vollzogen und übersehen dabei noch geflissentlich, dass nun gerade die Nationalsozialisten eine große Affinität zum Islam hatten. Die islamische Umma ist einer „arisch-germanischen“ Gemeinschaft nämlich nicht ganz unähnlich, wiewohl ihr natürlich der naturwissenschaftliche Hintergrund der Rassenlehre an sich fremd ist; die Zweiteilung der Welt in Herrenmenschen und solche, die diesen zu dienen hätten (Dhimmis), ist allerdings schon frappant.

Die linke Kehrtwendung – weg von vielen; wenn auch nicht grundsätzlich; Aktiomen Marx’ – ist eine Folge aus den offensichtlichen Fehlschlüssen, die der Urvater des Kommunismus’ aufgestellt hatte: So passte es überhaupt nicht zu seiner Lehre, dass 1914 mit Ausbruch des ersten Weltkrieges sich nicht etwa das internationale Proletariat gegen das Bürgertum erhob, sondern – teilweise mit Begeisterung – in den Uniformen ihrer Länder gegeneinander in das industrielle Massenabschlachten zog. Zwar keimte bei denen, die in toto an Marx glaubten, wieder noch etwas Hoffnung auf, als sich in Russland 1917 die Bolschewisten an die Macht putschten, doch der Funke der angeblich nun beginnenden Weltrevolution wollte so gar nicht erfolgreich auf den Rest Europas überspringen – auch wenn es in Deutschland 1919 durchaus noch Tendenzen dazu gab und Protagonisten wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg eine Demokratisierung des Reiches mit allen Mitteln inklusive brutaler Gewalt verhindern wollten.

Die mittel- und westeuropäische Linke war danach zum Teil in einer Sinn- und Erklärungskrise und während sich eine Gruppe zu der entstehenden Sowjetunion und Lenin – später Stalin – hingezogen fühlte, der im Kaukasus in reiner, marxscher Logik dem Islam den Garaus machte, suchte eine andere neue Erklärungen; vor Allem aber ein neues Konzept in Ergänzung und Teilkorrektur der Thesen Marx’, wie man das kommunistische Paradies auf Erden errichten könne, denn die stalinsche Variante wollte ihnen – vielleicht verständlicher Weise – nicht allumfassend schmecken. Die Antworten auf die drängenden Fragen, wie es nun weitergehen sollte sowie eine neue Strategie, entwickelte darauf hin die so genannte „Frankfurter Schule„, die während der nationalsozialistischen Diktatur über fast ganz Europa auch ein bis heute andauerndes Gastspiel in den Vereinigten Staaten gab und gibt. Es ist auch exakt die political correctness, gegen die dieser Blog angetreten ist, welche auf diese Gruppe von Denkern und Agitatoren zurückzuführen ist (ein sehenswertes Video dazu gibt es hier). Zusammenfassend ist die in der „Frankfurter Schule“ begründete Doktrin, dass das Scheitern der Weltrevolution 1914/1917/1919 ihre Ursache in der abendländischen Kultur habe und das Proletariat diese derart in sich aufgenommen hätte, dass es nicht das notwendige Klassenbewusstsein entwickeln könnte, um die Revolution zu starten und erfolgreich durchzuführen. Anstelle des Arbeiters, der versagt hätte, müsste eine neue, intellektuelle Schicht treten, die Wegbereiter und Avantgarde der Weltrevolution sein sollte. Deren Zielsetzung ist zunächst die Zerstörung des abendländischen Wertesystems; denn zerstört könne es auch nicht mehr die Arbeiter beeinflussen und ihn vom Revolutionieren abhalten. Das Proletariat müsste also geradezu von diesem Wertesystem „befreit“ werden und bestenfalls dadurch, in dem es von innen heraus vernichtet wird. Die grundsätzliche Ausrichtung ist daher eine Zurückstellung ökonomischen Betrachtungen à la Marx Betrachtungen aber eine Hinwendung zu einer kulturellen Zersetzungsarbeit: Nur wenn das Proletariat frei wäre von abendländischen Moral- und Wertegrundsätzen, wäre es auch bereit für eine kommunistische Weltrevolution.

Um dieses Ziel zu erreichen entwickelte die „Frankfurter Schule“ eine Strategie, die mit Hilfe von einfachen Schlagworten und teilweise absurder Realitätsumdeutung und unter Ausnutzung eines Heers von tumben Mitläufern und Parolenbrüllern sich die Bahn brechen soll. Die Schaffung vermeintlicher Opfergruppen gehört ebenso dazu wie die Erhöhung sowie quasi Seligsprechung allerlei nicht fortpflanzungsgebundener sexueller Praktiken, wie es sich in der Homosexuellen-Bewegung aber auch in den unverhohlenen Kindersexphantasien eines Cohn-Bendit oder Volker Becks ebenso niederschlägt wie in den Vorkommnissen der „Odenwaldschule“, die jüngst ins Licht der Öffentlichkeit gekommen sind. Desweiteren suchte man eine Rückbesinnung auf die Lehre eines Rousseaus, die den „edlen Wilden“ anpries und in Zivilisation, Technik sowie Bildung die Ursache für die Grundübel der Menschheit glaubte, verorten zu können. „Joschka Pfuscher“ hatte in diesem Zusammenhang einen bemerkenswerten Gastbeitrag auf PI geschrieben.

Nun mag man von den Denkern der „Frankfurter Schule“ halten, was man will; so kann man ihnen aber ganz bestimmt nicht einen hohen Bildungsstand und Intelligenz absprechen – auch wenn sie Ersteres nicht unbedingt auch ihrer Gefolgschaft und Fußsoldaten zubilligen wollen. Selbstverständlich war daher den Protagonisten klar, dass eines der Hemmnisse zur „Befreiung“ der Arbeiterklasse nach wie vor das im Okzident tradierte Menschenbild war/ist; und dass dieses vor Allem christlich geprägt ist. Der Gedanke der Gleichberechtigung aller Menschen ist ohne die jüdisch-christliche Grundannahme der Gottesebendildlichkeit des Menschen nicht vorstell- und darstellbar. Ich habe diesen Komplex hier jüngst auf PI unter dem Gesichtspunkt „Demokratie und Islam“ schon einmal ausführlicher dargestellt und verweise einfach mal auf den entsprechenden Beitrag, um eine langatmige Ausführung dazu zu vermeiden.

In so ziemlich allen Werten, die den Arbeiter 1914/1917/1919 von der Weltrevolution abhielten, erkannte die „Frankfurter Schule“ ganz richtig den christlichen Glauben und die mit ihm verbunden Werte, wie sie im Abendland als „natürlich“ empfunden werden. Um diese „Festung“ angehen zu können, wurde eine Taktik des wühlenden Unterminierens alles Christlichen und insbesondere ein – wie ich es nenne – Vulgäratheismus entwickelt. Dieser läuft einher mit der zunehmenden Abschaffung einer gutbürgerlichen Allgemeinbildung und gipfelt etwa in solch idiotischen wie schlicht falschen Vorstellungen, dass die Aufklärung grundsätzlich antireligiös bzw. antichristlich gewesen wäre. Zwar gab es durchaus atheistische Aufklärer, aber es waren nunmal nicht Alle und wohl eher eine Minderheit. Denn den meisten Aufklärern – wie etwa Kant – war sehr bewusst, dass ohne das jüdisch-christliche Menschenbild ein kantscher Imperativ nicht funktioniert und dass die Aufklärung selbst auch nur aufgrund dieses Bildes überhaupt entstehen konnte; es als sine qua non voraussetzt.

Die Strategie der „Frankfurter Schule“ setzt zum Umerziehen der Massen in ihrem Sinne nicht auf eine differenzierte Betrachtung komplexer Zusammenhänge; sondern auf einfache sowie simple Parolen, die durch dauerhafte Wiederholungen eingebläut werden sollen, um das christliche Wertesystem generell zu verunglimpfen. Dabei sind die blödesten Falschbehauptungen ebenso erwünscht, wie ein geifernder und höchst emotionaler Hass. Der Beitrag des Bert Conrados, auf den ich mich hier beziehe, spiegelt das auf eindrucksvolle Weise wider:

Zunächst fällt auf, dass er über den Buddhismus mit einer gewissen Nachsichtigkeit zu berichten weiß – wobei darin wohl eine neumodische Verklärung und eher infantile Sicht liegt, die etwa dem Dalai Lama allenfalls ein müdes Grinsen hervorlocken könnte und etwa den Shinto-Buddhismus mit solchen Dingen wie die Kriegsethik der Samurai einfach mal ignoriert, was möglicher Weise daran liegt, dass das nicht so recht ins selbstgebastelte Bild passt. Wie anders dann aber die Wortwahl, wenn er auf das Christentum zu sprechen kommt: Da ist plötzlich von „Unfug“, „naivsten Gläubigen“, „katastrophal falsch“, „schlicht dumm“ und „Absurditäten“ die Rede; Begrifflichkeiten, die in dieser Häufung und Intensität sich nicht einmal bei der Beschreibung des Islam wiederfinden. Ganz unbewusst (hoffentlich zumindest) zeigt Bert Conrados allein schon in der Emotionalität beim christlichen Glauben, dass sein Atheismus tatsächlich nur ein verkleideter Hass aufs Christentum ist – und (hoffentlich) ebenso unbewusst ist ihm, welch Geistes Kind er realiter ist und vor welchen Karren er sich hat spannen lassen. Äußerst mager fällt dementsprechend dann auch die Begründung dafür aus, dass der Islam mehr einer Ideologie denn den anderen Religionen ähnelt. Sollte der Autor und Erfinder des Wortes „transzendal“ sich nämlich dieser Sache ehrlich annähern, müsste er sich die Frage nach seinem eigenen Weltbild stellen und bei ehrlicher Betrachtung – die nicht nur an der Oberfläche kratzt und ein paar Parolen beinhaltet – würde er wohl auch bei sich selbst um die Prämisse – zumindest in der Auswirkung – des Gottesebendbildlichkeit des Menschen nicht herumkommen.

Solche Beleuchtungen, die in die Tiefe gehen, sind aber beim Vulgäratheismus nicht gefragt; stattdessen ergeht man sich lieber in völlig irrigen Märchen, wie etwa, dass die Kirche die kugelähnliche Gestalt der Erde jahrhundertelang nicht anerkannt hätte. Tatsächlich hat die Kirche dies nie bestritten und auch die Auseinandersetzungen über das heliozentrische Weltbild sind Bert Conrados offensichtlich weitestgehend unbekannt. Würde er nicht unhinterfragt die üblichen vulgäratheistischen Phrasen artig wiederholen und aufsagen, hätte ihm zum Beispiel auffallen können, dass wir heute den Gregorianischen Kalender benutzen. Dieser wurde von katholischen Astronomen berechnet, und seine Exaktheit – die auch heute noch ganz gut funktioniert – ist ohne die Berechnungsgrundlage, dass die Erde um die Sonne kreist, gar nicht möglich gewesen. Dieser Gregorianische Kalender wurde von Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 – also vor Galileis Werken!!! – eingeführt. Wieso nun die katholische Kirche ganz zweifelsfrei das heliozentrische Weltbild selbst anwendete, Galilei aber verbot, darüber zu schreiben, ist ein anderes Thema, das derart vielschichtig ist, dass ein näheres Eingehen darauf hier den Rahmen sprengte.

Es fällt eben bei solchem Unwissen des Gastautors auf, dass er ganz unhinterfragt ewig alte Lügen schlicht weiterverbreitet und eben über Wissen darüber nicht verfügt und offensichtlich auch gar nicht daran interessiert ist, sich welches zuzulegen. Dieser Umstand macht seine Exkursion über die Genesis, der er offenbar nicht als Parabel und Bild in der Lage ist, einzuordnen, direkt komisch und seinen Anspruch auf „Wissenschaftlichkeit“ geradezu grotesk. Überhaupt scheint Bert Conrados reichlich unbeleckte Vorstellungen von wissenschaftlichen „Erkenntnissen“ über die Entstehung des Universums im Allgemeinen und die Entstehung von Leben im Speziellen zu haben. Dass hierbei nämlich „Erkenntnisse“ vorlägen, die das Bild aus der Genesis (wobei es dort genau genommen zwei unterschiedliche Parabeln gibt) widerlegten, ist schlicht Unsinn. Während er also dem Christentum per se die Verbreitung von wissenschaftlich unhaltbarem Aberglauben unterstellt, verhält es sich exakt so, dass dieser Vorwurf auf ihn selbst in Gänze zutreffend ist. Auch seine Unfähigkeit zwischen christlichem Glauben und Kirchenpolitik zu unterscheiden, spricht nicht gerade für eine rationale Herangehensweise an das Thema. Vielmehr vermittelt er den Eindruck, dass sein Atheismus sich im Aufsagen von vorgefertigten Idiotien beschränkt – eben ein primitiver Vulgäratheismus – und, trotz angegliederter aber wenig fundierter Islamkritik als Feigenblatt, realiter nur eine antichristliche Propagandaveranstaltung ist.

Ich will gar nicht behaupten, dass der Gastautor sich bewusst ist, im Sinne der „Frankfurter Schule“ zu agieren und dass seine kruden Thesen und schlichten Falschinformationen eben aus jenem think tank stammen, mit der Zielsetzung der Zerstörung des Abendlandes im Sinne eines kommunistischen Paradieses auf Erden – aber seine „Argumente“ gegen das Christentum stammen eben daher und sollen diesen Zweck ursprünglich erfüllen. Die Strategie der „Frankfurter Schule“ ist es, das abendländische Wertesystem in den Köpfen und Herzen kaputt zu schießen, um es sturmreif zu machen. Die Hofierung des Islams ist dabei letztlich auf der gleichen Linie und es nimmt nicht Wunder, dass die Antifa genauso an der Seite von Mohammedanern randaliert, wie sie im Christentum einen ihrer Erzfeinde zu erkennen glaubt, was schon mal dazu führt, dass Christen von ihr auch gleich noch als „Nazis“ tituliert werden.

Der Siegeszug des Islams in Europa aber scheint den Protagonisten mittlerweile völlig aus der Kontrolle zu laufen und sich zu verselbstständigen. Dass er aber so erfolgreich ist, liegt daran, dass im Geiste der „Frankfurter Schule“ große Teile des Okzidents bereits kaputt gemacht worden sind. Als Verdeutlichung sollen hier mal die viel gescholtenen, amerikanischen Evangelikalen herhalten, die sich gegenüber Islamverstehern ebenso immun erweisen wie gegenüber der Öko- oder Klimareligion und anderer Nonsens- und Zersetzungskampagnen. Dass Bert Conrados diesen gegenüber wahrscheinlich nur blinden Hass und Verachtung empfinden können wird, zeigt nur zu eindeutig, inwiefern er sich – wenn auch nicht beabsichtigt – benutzen lässt.

(Foto oben: Die Frankfurter Schule: Horkheimer (v.l.), Adorno (v.r.) und Habermas (h.r. mit Hand im Haar) auf dem Max Weber-Soziologentag im April 1964)




Vom heiligen Zeitgeist

Als liberaler Katholik von mir an dieser Stelle ein Vorab-Disclaimer: Was ich glaube ist meine Sache und was Sie glauben ist die Ihre. Ich mache niemandem Vorschriften und niemand möge mir Vorschriften machen! Ob Sie an Gott, Allah, das Spaghettimonster, den Klimawandel oder gar nichts glauben wollen, ist Ihnen überlassen.

(Von StresemannClub)

Das zuerst. Eigentlich widerstrebt es mir ja, Selbstverständliches in Form politischer Glaubensbekenntnisse zu wiederholen, aber ich mache es sicherheitshalber: Atheistische Dünnhäutigkeit tritt gerade besonders scharf in den Vordergrund und da geht man lieber auf Nummer sicher.

Atheistische Dünnhäutigkeit, anders kann man das Affentheater des dildoschwingenden und kondomwerfenden Mobs nicht nennen, der in Berlin, Erfurt und Freiburg fröhliche Urständ feiert. Wie gesagt, man kann glauben und nicht glauben, was man möchte, und man darf sich in unserem freien Land auch auf der Straße zum Deppen machen. Aber man muss ja nicht.

Die Ekelhaftigkeiten, die da dargeboten werden, schmerzen manche Christen, aber sie wissen, dass es der Preis einer freien Gesellschaft ist. Bemerkenswert, dass sie überwiegend aus der Ecke kommen, wo man sonst immer schnell den Kotau vor burka- und kopftuchtragenden Fundamentalisten macht, wenn es mal wieder um Schweinfleisch in Schulen, Karikaturen, Minarette und andere Beglückungen aus Nahost geht.

Dort tritt die eigene, vermeintlich aufgeklärte Überlegenheit schnell hinter der eigene Feigheit zurück. Die Verteidigung des Laizismus in Deutschland gegen die katholische Kirche ist in etwa so mutig und hat soviel mit aufständischem Rebellentum zu tun, wie die Verteidigung von Kondomen auf dem CSD. Wenn die ach so fortschrittlichen Atheistenmenschen tatsächlich gegen Unrecht im Namen des Glaubens protestieren wollten, dann sollten sie vor der Iranischen Botschaft oder vor der nächsten Moschee demonstrieren, gegen einen Glauben, dessen radikale Zweige für den Mord an Schwulen und Ehebrecherinnen verantwortlich zeichnen. Aber da niemand gerne Dynamit im Briefkasten hat und da Islamkritik ja etwas für Nazifaschistenchauvinistenrassisten ist, beschränkt man sich auf Papstkritik. Die Katholiken sprengen ihre Gegner ja nicht, sondern beten auch noch für sie.

Die zeitgeistige „Elite“ in Politik und Medien darf assistieren: Der Spiegel druckt den unvermeidlichen Titel (Hitler ist nächste Woche wieder dran.), der Staatsfunk ist dabei und überhaupt jeder Politiker, der mal eine Kirche gesehen hat, darf seine ganz eigene Glaubenslehre verbreiten. Gebetsmühlenhaft werden die immer selben Themen heruntergeleiert. Ein paar Worte dazu:

Missbrauchsskandal

Jeder einzelne Missbrauch von Kindern ist schlimm und muss streng verfolgt werden. Mehr als seine Vorgänger hat Benedikt sich dafür eingesetzt und versucht, zu den Opfern solcher Untaten Brücken zu bauen und Ausgleich zu schaffen.

Fest steht auch, dass es sich um kein katholisches Phänomen handelt: Vielmehr scheinen hierarchische, abgeschlossene Einrichtungen, in denen Erwachsene und Kinder auf engem Raum zusammenleben, einen besonderen Nährboden für Missbrauch zu bilden. Hier muss man besonders wachsam sein. Evangelische Einrichtungen und auch besonders progressive, wie die Odenwaldschule, stehen katholischen Schulen da in nichts nach, es gibt nur nicht so viele davon.

Wie gesagt, jeder Fall ist verabscheuungswürdig und schrecklich und durch nichts zu entschuldigen. Es geht hier aber um individuelles Versagen und nicht um die Kirche als ganzes.

Zölibat

Im selben Atemzug wird üblicherweise das Zölibat genannt. Denn, so die verquere Logik, wer keinen Sex haben dürfe, greife irgendwann auf kleine Kinder zurück. Wissenschaftlich ist das freilich Blödsinn und zeugt auch von einem sehr sehr düsteren Menschenbild.

Ja, Priester sollen nach katholischer Lehre ehelos, in Armut und Gehorsam leben und sich ganz ihrem Dienst an Gott widmen. Kompromisslos.

Wer Familie hat, wird wissen, dass Beruf und Familie kaum unter einen Hut zu bringen sind, ohne dass man Kompromisse eingeht. Das ist normal, aber nach katholischer Lehre für einen Priester, der ja berufen ist, nicht wünschenswert.

Dass hier ein kausaler Zusammenhang zum Priestermangel besteht, ist wahrscheinlich, aber auch kein Grund, einfach jahrhundertealte Traditionen über Bord zu werfen. Die Ansprüche an Gottesdiener sind hoch, man sollte sie nicht senken, nur um ein quantitatives Ziel zu erreichen.

Sexualmoral

Scheinbar das allerwichtigste Thema überhaupt: Jeder soll mit jedem dürfen. Was ja grundsätzlich auch schon erfüllt ist, aber jetzt will man dazu auch noch einen päpstlichen Segen haben. Auch wenn man eigentlich säkular ist, sicher ist sicher.

Auch hier ist klar und wird von niemandem bestritten: Was erwachsene Menschen gemeinsam im Schlafzimmer treiben, ist ihre Sache. Die Kirche aber ist nicht Gesetzgeber, sondern moralische Instanz, die sich zuallererst an ihre Mitglieder richtet.

Sie vertritt eine traditionelle Auffassung von der Ehe, als einen nur durch den Tod zu beendenden Bund. Dafür hat sie ganz England geopfert und sie wird diese Position sicher nicht deshalb räumen, weil ein geschiedener Bundespräsident und der rote Berliner Pöbel das sich wünschen.

In einer Zeit, in der 13jährige „Gangbangs“ veranstalten und Grundschulkinder schon mit Gendererziehung und Masturbationsunterricht an staatliche Zwangsschulen „oversexed“ werden, ist das ein angenehmer Kontrast.

Und eines muss man auch ganz klar sagen: Die Kirche wendet sich nicht von ihren Schäfchen ab. Nicht von den Geschiedenen und nicht von den Schwulen und Lesben. Sie missbilligt zwar deren Lebensstil, bietet ihnen aber Beistand, wie sie das für alle Menschen tut, die nach ihrem Verständnis sündigen. Sie hängt niemanden an Baukräne oder steinigt ihn.

Abtreibung

Im Strafgesetzbuch steht, sie sei rechtswidrig und bliebe in Ausnahmefällen straffrei. Hört man aber unseren „Meinungsmachern“ zu, könnte man meinen sie sei ein Menschenrecht. Ich bin gegen die Tötung von Leben, ich bin gegen die Todesstrafe und bin gegen Abtreibung, außer die Schwangerschaft ist eine Gefahr für die Mutter. Ausnahmslos. Das Recht auf Leben ist das fundamentale Menschenrecht, da gibt es nichts zu relativieren oder abzuwägen.

Niemand kann mit abschließender Gewissheit sagen, wo Leben beginnt. Der vierte Schwangerschaftsmonat ist ein völlig willkürlich festgesetzter Zeitpunkt.

Es gibt andere Meinungen und ich respektiere sie. Aber ich würde mir auch etwas Respekt von der Gegenseite erwarten. Hier bekommt man aber oft nur Hass: Kürzlich fand in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt. Abtreibungsgegner protestierten gegen die hunderttausendfache Tötung von Embryonen in Deutschland.

Wie gesagt, man kann anderer Meinung sein und meinetwegen kann man das auch per Demonstration kundtun. Aber die Gehässigkeit, Geschmacklosigkeit und Militanz der teilweise handgreiflichen Abtreibungsbefürworter lässt doch tief blicken.

Was mich ärgert, ist nicht die andere Meinung. Es ist die Selbstgerechtigkeit und Intoleranz mit der sie vorgebracht wird.

Und es ist auch nicht so, dass man die jungen Mütter mit ihren Sorgen alleine lasse, wie das oft behauptet wird. Gerade die Kirche tut sich mit einer Vielzahl von Hilfen für Mütter in Not hervor.

Und wer mir jetzt das Liberalsein absprechen möchte, dem gebe ich zu bedenken, dass die Ikone der Libertären, Ron Paul, der über 2000 Babies zur Welt brachte und ganz sicher kein evangelikaler Fanatiker ist, sich in seinem letzten Buch „Liberty Defined“ ganz klar gegen Abtreibung ausspricht. Wie auch andere führende Libertäre. Ihm fällt auf, was auch mich immer wieder verwundert: Leute, die für jeden Polizistenmörder, der hingerichtet wird Lichterketten bilden, scheinen gar nicht genug unschuldige und wehrlose Embryonen töten zu können.

Laizismus

Dann ist da noch die Trennung von Kirche und Staat, die ich persönlich auch für wünschenswert halte. Allerdings muss man festhalten, dass sie in Deutschland noch nie konsequent verwirklich wurde und auch im Grundgesetz keinesfalls festgeschrieben ist. Es ist ein inexistenter Verfassungsgrundsatz, der aber umso öfter beschworen wird.

Formell stellt der Papstbesuch da kein Problem dar, kommt er doch als Staatsoberhaupt, wenn auch als Chef eines sehr kleinen Staates. Aber darum geht es wahrscheinlich auch nicht: Warum darf er vor dem Bundestag sprechen und nicht andere? Dass die Frage sich niemand beim Borderline-Diktator Putin stellte, möchte ich gar nicht weiter hinterfragen. Aber heißt Trennung von Staat und Kirche wirklich, dass man dem Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt und immerhin einem guten Viertel aller Deutschen im Bundestag kein Gehör schenken darf?

Zum Thema Kirchensteuer und Staatsleistungen auch noch ein paar Worte, denn auch die Diskussion wird ständig aufgewärmt:

1. Der Papst ist gegen die Kirchensteuer.

2. Die Kosten für das Eintreiben der Kirchensteuer werden von der Kirchensteuer abgezogen.

3. Alle Glaubensgemeinschaften können grundsätzlich Kirchensteuern erheben.

4. Staatsleistungen sind keine Subventionen, sondern Entschädigungen für staatliche Enteignungen. Das Grundgesetz sieht vor, dass sie beendet werden können, indem die Länder eine endgültige Abfindung zahlen („ablösen“), das wäre aber teuer.

Die bemerkenswert offene Aussprache des Papstes gegen das deutsche Kirchensteuersystem ist leider ungehört verhallt. Kein großes Medienecho. Schließlich passt sie ja auch nicht ins Bild vom raffgierigen, halsstarrigen und veränderungsresistenten Mann in Rom.

Am wenigsten haben sie die so genannten progressiven Kräfte innerhalb der Kirchen (ganz ökumenisch) begrüßt. Schließlich hat man es sich bei stattlichem Gehalt, Haushälterin und Dienstwagen ganz bequem eingerichtet.

Ach ja, diese progressiven Kräfte. „Kirche von unten“ und wie sie auch heißen mögen. Sie hätten den Katholizismus gerne ein bisschen protestantischer. Käßmanniger. Wo man Konfirmanden eine zurechtgegenderte „Gerechte Bibel“ überreicht und auch ansonsten alles gut findet, was auch im SPD-Parteivorstand gut ankommt. Der liebe Gott soll da eher eine untergeordnete, allegorische Rolle spielen. „Religiöses Abklingbecken“ nennt das Matthias Mattusek sehr zutreffend im Spiegel dieser Woche. (Der Quotenkatholik durfte ganz hinten unter der Überschrift „Polemik“ auch was sagen.)

Man gibt sich dem Glauben hin, dass eine geschmeidigere Kirche, die nicht sooft aneckt, auch ihre Bänke wieder füllt. Welch ein kolossaler Trugschluss! Die evangelischen Kirchen erodieren geradezu, dagegen ist die Abwanderung bei den Katholiken fast harmlos. Die Menschen suchen im Glauben doch keine Zeitgeistinstitution. Im Gegenteil: Was gestern richtig war, ist nicht schon deshalb falsch, weil es heute unpopulär ist. Deshalb ist auch eine Demokratisierung der Kirche aus katholischer Sicht (Und die ist maßgeblich.) nicht wünschenswert. Wahrheit ist nicht teilbar, über Glauben wird nicht abgestimmt. Und das wäre für mich als Liberalen und Demokraten nur dann ein Problem, wenn die Kirche einen Zwang auf mich ausüben könnte.

Das und ihre globale Ausdehnung hat die Kirche en gros allen zeitgeistigen und weltlichen Versuchungen widerstehen lassen. Wer irdische Himmelreiche erschaffen wollte, musste die Vertreter des göttlichen erstmal ins Gulag/KZ sperren, wie viel einfacher war es da, die Vertreter von „fortschrittlichen“ Landeskirchen ins Boot zu holen, bei allen lobenswerten Ausnahmen.

Und so haben alle Weltveränderer seit Bismarck sich an der alten Kirche gerieben. Sie hat sie alle überlebt und sie ist auch gar nicht so schwach, wie man es ihr unterstellt. Weltweit ist sie am wachsen, sogar dort, wo Christsein mit Lebensgefahr verbunden ist. Dass sie in Deutschland zahlenmäßig auf dem Rückzug ist, kann man zwar nicht übersehen, aber die Summe der Kirchensteuerzahler ist nicht die Größenordnung, in der man Glauben misst, genausowenig wie man durch einen Vermerk auf der Lohnsteuerkarte zum Katholiken wird.

Es ist ja auch kein Wunder, dass 40 Jahre Unterdrückung durch ein atheistisches Regime im einen Teil und gut 40 Jahre Kulturkampf der 68er im anderen Teil Spuren hinterlassen. Die deutschen Kirchenbeamten waren da oft auch zu behäbig und konfliktscheu. Insofern ist das Schrumpfen wahrscheinlich auch ein Gesundungsprozess, wer die Kirchensteuer nur zahlt, weil er seine prächtige Pfarrkirche als Background für Familienfeste braucht, der wird dem Katholizismus nicht weiterhelfen.

Und wer meint, er Glaube zwar an Gott, aber der habe seine Meinung alle paar Jahre ans aktuelle Zeitgeschehen anzupassen, der kann ja immer noch Protestant werden. Da kann er dann mit Margot Käßmann für die heilige Gendergerechtigkeit beten. Da ist dann zwar Kirche und Liturgie nicht so schön wie bei unserer Truppe, aber man kann nicht alles haben.

Zurück zum Papstbesuch. Ich habe eingangs die atheistische Dünnhäutigkeit angesprochen, die mich immer wieder verblüfft. Angeblich rationale und aufgeklärte Zeitgenossen entwickeln einen missionarischen Eifer wenn es um ihren Nichtglauben geht, der manchem Großinquisitor gut zu Gesicht gestanden hätte. Die bloße Anwesenheit von Gläubigen scheint schon Hysterie zu verursachen. Warum eigentlich? Wenn Kirche und der ganze Kram Unfug sind, warum wendet man sich nicht einfach lächelnd ab. Warum sagt man Missionaren an der Tür nicht freundlich, dass man kein Interesse hat? Woher dieser Hass? Ich kann nur spekulieren: Hat man Zweifel am eigenen (Un-) Glauben und will lieber nicht daran erinnert werden? Fühlt man sich unwohl bei dem Gedanken, dass es über den Menschen noch eine höhere Instanz geben könnte? Oder ist man einfach nur das, was man dem anderen vorwirft: Intolerant?

Wenn heute ein strammer Liberaler twittert, dass man den 68ern doch zumindest für den Atheismus dankbar sein muss, dann lässt mich das mit Befremden zurück. Wenn ein anderer meint, Katholizismus und Liberalismus gingen nicht zusammen, dann finde ich das schon fast lächerlich.

Papst Benedikt sprach heute im Bundestag vom Naturrecht, von gottgegebenem, nicht menschengemachtem Recht. Was der Mensch aber nicht gibt, kann er auch nicht nehmen. Das Recht auf ein freies Leben gehört ganz sicher dazu. Immer wenn Menschen geglaubt haben, alles stünde zu ihrer Disposition, hat das schrecklich geendet. Die schlimmsten Mörderbanden des 20. Jahrhunderts waren Vertreter atheistischer Staatsideologien.

Es stünde vermeintlich aufgeklärten und liberalen Menschen gut zu Gesicht, mit Demut zur Kenntnis zu nehmen, dass auch sie nicht im Besitz aller Weisheit sind. Sie müssen keine Katholiken werden. Aber ein wenig Respekt wäre wünschenswert.


(Der Artikel ist im Original erschienen auf dem Blog „Streseman Club – Rechtsliberale in der FDP“)




taz-Gründer Dietrich Willier war Kinderschänder

taz-Gründer Dietrich Willier war Kinderschänder„Er gehörte zu den Gründern der taz und war bis 1989 der Stuttgarter Korrespondent. Aber er verkörperte auch den Geist dieser Gründungszeit, den Charakter des sanften Rebellen, des uneitlen Eigensinnigen, der im Kollektiv die Entfaltung seiner individuellen Möglichkeiten suchte“, schrieb die taz 2009 in einem Nachruf zu Dietrich Willier. Und weiter: „Kinder vor allem gehörten zu seinem Leben.“ Jetzt wurde bekannt: „Didi“, der Linke mit dem „weichen Gemüt“, hat als Lehrer an der Odenwaldschule Kinder missbraucht.

Die taz berichtet über ihren Gründer „Dietrich W.“:

Die Indizien und Belege sind eindeutig: Der Ende der 1970er zu ersten Generation der tazler gehörende Dietrich W. zählt zu den Tätern an der Odenwaldschule. Im Bericht der beiden unabhängigen Gutachterinnen zur Aufklärung, Claudia Burgsmüller und Brigitte Tilmann, werden W. neun betroffene Jungen zugeordnet. Recherchen der taz bestätigen den Verdacht. Dietrich W. hat Kinder missbraucht. Er verführte die Buben, übte sexuelle Gewalt gegen sie aus.

Dietrich W. ist Ende 2009 im Alter von 64 Jahren gestorben. Er berichtete viele Jahre aus Stuttgart für die tageszeitung, häufig über den Prozess gegen Terroristen der „Roten Armee Fraktion“. An der Odenwaldschule arbeitete er von 1969 bis 1972, ehe es zum Bruch mit der Schule kam. „Über einen Kunstlehrer, der auch als häufiger Teilnehmer der Griechenlandreisen der Schule benannt wird“, so steht es im Abschlussbericht, „wird von 3 Altschülern und selbst Betroffenen berichtet; sie waren zur Tatzeit zwischen 12 und 14 Jahre alt.“ Dieser Kunstlehrer ist der spätere taz-Korrespondent. Die von W. missbrauchten Jungen nennen weitere sechs Schüler, die von W. sexuell belästigt wurden.

Ehemalige taz-KollegInnen fallen aus allen Wolken, wenn sie von den Vorwürfen gegen Dietrich W. hören. In einem Nachruf auf ihn hieß es Ende 2009 in der taz, vor allem Kinder hätten zu W.s Leben gehört. „Ich habe nichts von den Vorwürfen geahnt und hätte mir das nicht vorstellen können“, sagte Max Thomas Mehr, einer der Autoren des Nachrufs, am Freitag zur taz. „Sexuelle Übergriffe auf Jungen sind etwas Furchtbares, sie sind nicht zu rechtfertigen.“

Der Journalist W., der später auch für Spiegel, Stern und Zeit schrieb, unter anderem als Kriegsberichterstatter im Kosovo-Krieg, hatte schon vor seiner Zeit als Lehrer an der Odenwaldschule enge Verhältnisse zu Jungen, die er auch sexuell ausnutzte. „Von einem Freund weiß ich, dass er als Kind eine homoerotische Beziehung zu Dietrich W. hatte“, sagte ein Ex-Schüler der taz. „Das war vor der Zeit an der Odenwaldschule.“

An der Schule war es eher ein offenes Geheimnis, dass auch W. zu den pädosexuellen Lehrern gehörte. „Habe ich dir das nie erzählt, dass er jugendliche Liebhaber hatte“, erzählen sich Ex-Schüler des Kunstlehrers, wenn sie heute von den Vorwürfen erfahren. Es habe auch Eifersüchteleien zwischen den Lehrern um die Buben gegeben. Über W. sagt jemand aus seiner Zeit im Odenwald: „Er hat sich immer gerne mit Jungen umgeben, deren Beziehung er philosophisch überhöhte.“ Das griechische Bild von der Knabenliebe und der pädagogische Eros mussten dafür herhalten, die Verhältnisse zu den Jungen zu verbrämen.

Nach bisherigen Informationen soll W. nach seiner Zeit an der Odenwaldschule von seiner Pädosexualität abgerückt sein. Der attraktive Mann habe danach immer nur Beziehungen mit Frauen gehabt, und zwar gleichaltrigen, häufig feministisch eingestellten Partnerinnen. Auch ein ehemaliger Schüler W.s, der in seiner Internatsfamilie gelebt hat, sagte der taz: „Didi war den Frauen zugetan.“ Über die Zeit an der Odenwaldschule sagt er: „Wir alle hatten ein enges Verhältnis damals, etwa zehn Jungs und Mädels waren in einer ,Schulfamilie‘. Aber so etwas wie Belästigung oder Misshandlung – davon habe ich nichts gemerkt.“

W.s journalistischer Weg führte ihn nicht nur in die Gerichtssäle in Stuttgart-Stammheim oder an die Fronten des Balkans, er kümmerte sich später intesiv ums Kinderfernsehen. W. war Mitarbeiter des Südwestrundfunks und gehörte dem Team der Sendung „Tigerentenclub“ an. Er organisierte auch ein Treffen von Kindern und Nobelpreisträgern auf der Insel Mainau. Daraus entstand eine Kinderuniversität – ein Modell, das heute viele Hochschulen pflegen.

Die taz wird sich mit dem Fall weiter intensiv befassen. „Die Verbindungen zwischen Kindesmisshandlern, der deutschen Linken und auch der taz zu der Zeit sind offensichtlich noch nicht ausreichend geklärt“, sagte der stellvertretende Chefredakteur, Reiner Metzger, am Freitag.

Einer von ihnen sitzt im Europaparlament und darf sich trotz seiner eindeutig pädophilen Vergangenheit immer noch als oberstes moralisches Gewissen gerieren…

(Foto oben: Screenshot taz-Nachruf zu Dietrich Willier / Spürnase: Hausener Bub)




Gibt es eine Vererbung von Intelligenz?

Albert EinsteinDurch die heftigen Reaktionen auf Thilo Sarrazins Ausführungen zur Vererbung von Intelligenz angeregt, möchte ich in diesem Betrag versuchen, einmal die Hintergründe für diese diskussionslose Ablehnung beleuchten. Einerseits zum Verständnis der Motive seiner Henker, aber auch um Argumentationshilfen zu geben.

(Von Strelnikow)

Rückblick

Blickt man in die Vergangenheit, so war es bis zur französischen Revolution allgemein anerkannt, dass die Stellung eines Menschen erblich bedingt ist. Wenn es auch den meisten nicht bewusst war, folgten sie doch dem System. Einerseits leitete der Adel daraus seine Vormachtstellung ab, andererseits stabilisierte es das Schichten-, Stände- oder auch Kastenwesen. Vereinfacht gesagt, der Sohn eines Bauern wurde Bauer, der Kaufmannssohn übernahm das Geschäft des Vaters und die nachgeborenen Söhne der Adligen wurden Äbte, Offiziere, Gelehrte. Natürlich konnte der Graf verarmen, der Bauernsohn Karriere im Kloster machen, insgesamt aber war die gesellschaftliche Ordnung recht starr.

Erschüttert wurde das System in Europa, als Napoleons Heere sich anschickten, die Welt zu erobern. Französische Offiziere, die aufgrund ihrer Fähigkeiten und Tüchtigkeit ernannt wurden, schlugen die Armeen der Gegner, der Offiziere oft blasierte, gelangweilte Adlige ohne Fähigkeiten waren. Zusammen mit den bürgerlichen Freiheiten und der Erkenntnis, dass die gesellschaftliche Stellung im Interesse des Gemeinwesens besser nicht von der Herkunft abhängt, brachte nicht nur Europa voran. Es zerstörte auch den unerschütterlichen Glauben an die Vorbestimmtheit eines menschlichen Lebens durch Geburt. Auch in Amerika zeigte sich die Überlegenheit der Tüchtigen, unabhängig von Geburt und Stand. Scheinbar reichte der Wille zum Erfolg und etwas Glück aus, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein.

Der Behaviorismus als Grundlage aktueller Politik

Als Höhepunkt dieser Überlegungen ist das Jahr 1929 zu sehen, als John Broadus Watson die Aussage formulierte:

Give me a dozen healthy infants, well-formed, and my own specified world to bring them up in and I’ll guarantee to take any one at random and train him to become any type of specialist I might select – doctor, lawyer, artist, merchant-chief and, yes, even beggar-man and thief, regardless of his talents, penchants, tendencies, abilities, vocations, and race of his ancestors. I am going beyond my facts and I admit it, but so have the advocates of the contrary and they have been doing it for many thousands of years. [Behaviorism (1930)]

In der deutschen Literatur wird die Aussage oft verkürzt wiedergegeben als:

Gebt mir ein Dutzend Kinder und ich mache aus dem einen einen Pianisten und aus dem anderen einen Verbrecher unabhängig vom Talent, der Fähigkeiten und seiner Herkunft.

Glücklicherweise widersprach das den ethischen Grundsätzen, sonst hätte Watson möglicherweise seine Theorien zu beweisen versucht. Diese Annahme des Neugeborenen als Tabula rasa ist sehr verlockend. Einerseits stützt sie die Idee des amerikanischen Traums, andererseits ist sie aber auch Grundlage kommunistischer Ideen, die zum neuen Menschen führen soll(t)en.

„Erziehung ist alles!“ als Credo ermöglicht scheinbar eine umfassende Veränderung der Gesellschaft. Salopp gesagt, müsse man eigentlich nur die Kinder rechtzeitig den Eltern wegnehmen und schon nach relativ kurzer Zeit, 20 oder 30 Jahre hätte man den neuen Menschen und eine veränderte, bessere und gerechte Gesellschaft ohne Hunger, Not, Unterdrückung und Krieg. Derartige Ansätze sind uns bekannt, von der Napola über das Kloster bis hin zur Odenwaldschule.

Watsons Ansätze wurden diskutiert, entwickelt, verworfen, trugen zu den Lerntheorien bei und sind heute noch in Teilen anerkannt und zum Teil Basis ideologischer Programme. Das Internet gibt dem interessierten Leser dazu genug her, so dass weiterführende Aussagen an dieser Stelle nicht nötig sind.

Der Behaviorismus dominierte in der Psychologie und verwandten Wissenschaften bis in die 70er-Jahre, also zu einer Zeit, als die Grundlagen noch heute gültiger politischer Leitlinien vor allem bei den Grünen entwickelt wurden. Interessanterweise gibt es eine Überscheidung zwischen der 68er-Bewegung und der Endphase der behavioristischen Dominanz. Durch die Verzögerung, welcher die Lehrinhalte an den Universitäten gegenüber der Forschung unterliegen (und die in den 70ern noch weit größer waren), haben heutige Entscheidungsträger noch ein Weltbild vermittelt bekommen, welches in weiten Teilen durch Watson, Skinner und Hull geprägt wurde.

In den letzten 40 Jahren gelangen bahnbrechende Entdeckungen, in der Verhaltensforschung wie auch Intelligenzforschung. Bouchard, McGue et al. konnten ab 1981 eindeutig nachweisen, dass Intelligenz erbliche Anteile hat. Herrnstein und Murray veröffentlichten 1994 eine kontrovers diskutierte Arbeit, „The Bell Curve“. Infolge dessen wurden die Autoren teilweise massiv angefeindet, weil die Ergebnisse nicht dem Gleichheitsbild aller Menschen und Rassen entsprachen. Ein besonders heikler Punkt war die Feststellung, dass Schwarze im Durchschnitt einen um 15 Punkte niedrigeren IQ als Weiße hätten. In den nachfolgenden Auseinandersetzungen kam die APA, der Verband amerikanischer Psychologen, aber zu dem Ergebnis, dass die Intelligenz die erklärungsmächtigste Variable für den Schulerfolg sei.

Die Diskussion darüber, wie groß der erbliche Anteil an der Intelligenz einer Person und wie groß der Einfluss des sozialen Umfeldes ist, ist noch lange nicht beendet. Bis auf wenige, strikte Behavioristen wird aber ein erblicher Anteil an Intelligenz nicht verneint. Zu einer Antwort, wie groß der Anteil sei, wird die Forschung in absehbarer Zeit nicht kommen, da exakte Versuche die ethischen Grenzen weit überschreiten würden.

Gleichheit als politisches Ziel

Nun stellt sich für den Beobachter die Frage, warum Sarrazins Thesen so viel Widerspruch hervorrufen? Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einerseits ist es, wie schon öfter diskutiert, für den Politiker fatal, Misstände zuzugeben, wenn er keine Handlungsmöglichkeiten hat oder der Wille dazu fehlt. Warum aber der Hass und die Niedertracht, mit der Sarrazin von fast allen Gruppen der Öffentlichkeit – Politiker, Sozialforscher, Journalisten, Lobbyisten und Verbandsvertretern – vernichtet werden soll? Vernachlässigt man den Anteil opportunistischer Auftritte, das Heulen mit den Wölfen wider besseren Wissens, so bleibt aber immer noch genug nicht zu erklärender Hass übrig. Die größte Ablehnung schlägt Sarazin aus dem sich selbst links sehenden politischen Umfeld.

Um das zu verstehen, müssen wir einen erneuten Blick in die Geschichte werfen. Basis links-grüner Politik und Ideologie bezieht sich auch heute noch auf Thesen von Marx. 1875 formulierte er in der Kritik des Gothaer Programms im Abschnitt 3:

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

Diese wichtige, und nach meiner Ansicht auch heute noch gültige Aussage, welche Unterschiede zwischen Individuen ausdrücklich anerkennt, wurde in den letzten Jahrzehnten pervertiert. Indem sämtliche Unterschiede zwischen Menschen oder Gruppen negiert wurden, aus dem „alle Menschen sind gleich geboren“ ein Streben zu absoluter Uniformität wird, das aktuell zum Wahnsinn des „Gender Mainstreamig“ führt. Das alte linke Ziel der Gerechtigkeit und Abschaffung der Ungleichheit wurde geopfert zum Zwecke einer Gleichmacherei. Alle haben gleiche Fähigkeiten (müssen sie nur gebrauchen), also haben alle gleiche Bedürfnisse.

Sarrazins Thesen als Störfaktor

Da aber, wie wir alle als naive Wissenschaftler in unserem Bekanntenkreis sehen können, Vererbung von Merkmalen wie auch Intelligenz oder Begabung eine Rolle spielt, dies zudem wissenschaftlich fundiert ist, stellt die öffentlich verkündete Tatsache, dass Menschen eben nicht per se gut sind, dass Menschen auch aufgrund ererbter Fähigkeiten Unterschiedliches zu leisten vermögen, eine Bedrohung der Fundamente links-grüner Ideologie dar. Solange solche Aussagen nur in elitären Kreisen diskutiert werden, im Wissenschaftsteil des Spiegels angerissen werden, sind sie für ein ideologisches Konstrukt relativ ungefährlich. Die Datenüberflutung trägt dazu bei, dass solche Thesen, Wahrheiten oder auch Behauptungen dem Großteil der Bevölkerung verschlossen bleiben.

Jetzt haben wir aber die Situation, dass ein Mann, der mit einer Vorleistung (das Interview im Lettre International) bekannt gemacht hat, bereits Widerspruch im Establishment und Zustimmung in der Bevölkerung geerntet hatte, sämtliche längst bekannten Erkenntnisse sammelt, zusammenfasst und interpretiert. Wie Broder bei Illner so schön formulierte, das ganze kommt als eine Lieferung. Es trifft auf eine alarmierte Bevölkerung, die durch tagtägliche persönliche Erlebnisse, durch eigene Erfahrungen, durch seltene Medienberichte über die wahren Verhältnisse informiert ist und Antworten sowie Lösungen sucht. Die Aussagen zur Vererbung von Intelligenz in Sarrazins Buch mögen vielleicht einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht hundertprozentig standhalten, sie bieten aber Grundlage weiterer Diskussionen und Suche nach neuen Erkenntnissen.

Er verwirft die Illusion des Gleichseins aller Menschen. Die durch Fakten untermauerte Erkenntnis, dass nicht alle Menschen durch Bildung auf ein gleiches Niveau zu heben sind, dass vererbte Faktoren ein gleichartiges Ergebnis ausschließen, nimmt vielen Bemühungen in diesem Bereich die Grundlage und Daseinsberechtigung. Da sich aber links-grüne Politik gerade darauf und auf das Versprechen, anstrengungslos alles erreichen zu können, stützt, würde jedes Anerkennen, jede ehrliche Diskussion zu Sarrazins Thesen die Basis vor allem grüner Politik gefährden. Und nicht nur das, auch die zahllosen Sozialarbeiter, Nachhilfelehrer, Integrationsbeauftragten, der ganze Industriezweig (übrigens eine Wachstumsbranche), die von den Bemühungen um eine (oft vergebliche) Bekämpfung der Mängel in der Unterschicht sehr gut leben können, sehen ihr Lebenswerk und Einkommen gefährdet.

Zusammenfassung

Sarrazin greift faktenbasiert politische Überzeugungen an, die religiösen Überzeugungen sehr ähnlich sind. Entsprechend schrill reagieren die Betroffenen, manch einer würde in einem pakistanischen Lynchmob beim Verbrennen dänischer Flaggen nicht weiter auffallen. Die öffentlichen Reaktionen zeigen ganz klar, dass in den Augen des Establishments Sarrazin schwere Ketzerei betreibt und dafür wird er auch wie ein Ketzer behandelt. Ihm wurde die Möglichkeit eingeräumt, öffentlich zu büßen. Da er die Unterwerfung abgelehnt hat und somit den wahren Glauben gefährdet, ist es zwingend notwendig, ihn auf allen Feldern zu bekämpfen, wirtschaftlich, sozial, beruflich, persönlich.

Die totale Vernichtung, um folgende Häretiker zu warnen.




Video: Prügelnonne und Peniskruzifix in München

Prügelnonne1Am 13.05.2010 (Christi Himmelfahrt) veranstaltete der „Bund für Geistesfreiheit“ München in der bayerischen Landeshauptstadt eine Demonstration, die sich mit den Kindesmissbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen auseinandersetzte. Dabei wollte man an der medialen Aufmerksamkeit für den gleichzeitig stattfindenden Kirchentag partizipieren, wie man im Vorfeld der Demonstration in der Süddeutschen Zeitung nachlesen konnte.

Die SZ – man höre und staune – kündigte völlig ohne Schaum vor dem Mund, sondern mit einem wohlwollenden Unterton diese Demonstration an. Die Süddeutsche tritt für die Freiheit ein, Religion kritisieren zu dürfen. Dazu muss die Kritik allerdings die richtige Religion treffen, um nicht rechtsradikal zu sein. Und so schleppten die Demonstranten neben der „Prügelnonne“ auch noch ein „Peniskruzifix“ durch die Münchner Straßen, um „dem Kirchentag etwas entgegenzusetzen“. Auch das ZDF berichtete angstfrei, ging es doch nicht gegen die Religion des Friedens™.

An der Demonstration, die unter dem Motto FrOHe ProZeSSioN (Schreibweise auf der Einladungskarte, wenn auch nicht auf der Internetseite) stand, nahmen insgesamt ca. 250 Personen teil. Darunter auch Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen innerhalb kirchlicher Einrichtungen, deren Wut und Zorn nur allzu verständlich und berechtigt sind (siehe Video). Sie wurden von Personen begleitet und unterstützt, die den christlichen Glauben bzw. die Amtskirchen allerdings grundsätzlich kritisieren – was ihr demokratisches Recht ist. Dabei ist es selbstverständlich auch zulässig, die vielfachen Unterstützungsleistungen des Staates für die Amtskirchen zu kritisieren und auch auf die anteilige Kostentragung des Kirchentages durch die öffentliche Hand aufzugreifen (Von 26 Mio Gesamtkosten trägt die öffentliche Hand zehn Mio., die Kirche fünf, der Rest ist Sponsoring.)

Wer sich auf der Seite des „Bundes für Geistesfreiheit“ München und Ausrichter der Demonstration umtut, wird feststellen, dass zwar der Eindruck erweckt wird, man widme seine Kritik jeder „dogmatischen Religion und Weltanschauung“. Allerdings ist man augenscheinlich über ein Anrennen gegen die Amtskirchen nicht hinausgekommen. Eine wirklich kritische Auseinandersetzung z.B. mit dem Islam oder auch dem Kommunismus findet sich auf der Internetseite nicht. Sollte es sich beim Islam und Kommunismus nach Ansicht des bfg München etwa nicht um „dogmatische Weltanschauungen“ handeln?

Der Thematik „Christen gegen Juden“ widmet man sich ausführlich bis obsessiv, vermag aber zum Antijudaismus des islamischen Dogmas kein Wort zu sagen. Es ist nun einmal leichter dem toten Hitler „Widerstand“ zu leisten als der Religion des Friedens™.

Hinsichtlich des Islamunterrichts an Berliner Schulen hat der Bund für Geistesfreiheit den Schuss noch nicht gehört. Die „Gedanken“ zum einschlägigen Urteil kann man z.B. angesichts des Berichtes von Necla Kelek aus 2008(!) höchstens als naiv bezeichnen.
Zitat aus dem Bericht Necla Keleks:

Im Schulalltag sieht es dann so aus:

Besonders die muslimischen Kinder, die am Islamunterricht der Islamförderation teilnehmen, werden verhaltensauffällig… Bereits nach wenigen Wochen Unterricht sollen Mädchen ab dem 6. und 7. Lebensjahr Kopftuch tragen, sie würden sich weigern, in der Klasse neben Jungen zu sitzen, und sollen Körperkontakt vermeiden etc. Zur Information: die den Religionsunterricht durchführende Islamförderation Berlin gehört zum Landesverband der IGMG Milli Görüs, die auf Bundesebene im Islamrat organisiert ist

Wie der PI-Gruppe München bekannt wurde, ist innerhalb des „Bundes für Geistesfreiheit“ München Kritik am Islam letztlich unerwünscht. Ansätze von Mitgliedern, den Blick nicht alleine auf das Christentum bzw. die Kirche, sondern auch auf den Islam zu richten, verliefen entweder absichtsvoll im Sande oder erfuhren erfolgreich Widerstand. Daher bleibt es nach außen allein bei der gegen die Amtskirchen gerichteten Bilderstürmerei. Aber intern kommt es nach wie vor zur Kritik an den obszönen dauerexhibitionistischen Darstellungen (siehe Peniskruzifix im Video) sowie an der einseitigen und nicht immer sachlichen Kritik – ja, Feindseligkeit – gegen die beiden Großkirchen bei gleichzeitiger Schonung des als „links“ verklärten Islam.

Dieser wohlfeile „Widerstand“ des bfg München hat natürlich den unschätzbaren Vorteil, ohne jedes Risiko zu sein. Da nimmt man doch gerne die Gelegenheit war, Missbrauchsopfer für seine Zwecke einzuspannen, die Missbräuche an der wahrlich nicht kirchlichen Odenwaldschule in dieser Debatte auszublenden und (allein) gegen die Kirchen zu wettern. Es wäre zu erwarten gewesen, dass man sich – wenn auch nicht unbedingt auf der Demonstration am Rande des Kirchentages – auch mit den Missbrauchsopfern der sogenannten Reformpädagogik eines Gerold Becker beschäftigt. Hierzu scheint man beim bfg München nicht bereit; da müsste Becker schon Bischof sein.

Selbst in einem als Kommentar bezeichneten Artikel des bfg München wird unterstellt, sogar Saudi Arabien habe die Notwendigkeit der Trennung von „Kirche(!) und Staat scheinbar erkannt“, um dann „festzustellen“, dass sich aus Halsstarrigkeit heraus die katholische Kirche nie mit dieser Trennung abgefunden habe. Saudi Arabien wäre nach dieser Sichtweise also früher in der Moderne angekommen als die katholische Kirche. Das spricht nicht für Geistesfreiheit, sondern für Freiheit von Geist.

Bei der Demonstration ist uns nur ein einziger Demonstrant aufgefallen, der sich gleichzeitig auch gegen den Islam (Scharia) wandte. Dies stellt eine Ausnahme dar und spiegelt auch nicht annähernd den Charakter der Demonstration wider. Dennoch wurde es der Vollständigkeit halber dokumentiert.

Im Rahmen der Demonstration konnte man allerdings den Eindruck gewinnen, die Opfer und ihr Leid würden nicht solidarisch thematisiert, sondern als Vehikel zum einem bis zum Hass gesteigerten Kampf gegen das Christentum und insbesondere die (vor allem katholische) Kirche benutzt. Ein – so der Eindruck – zweiter Missbrauch der Opfer.

Eine sachliche Kritik kann einer Demonstration nicht zugesprochen werden, bei der ein Peniskruzifix zur Meinungsäußerung herhalten muss und skandiert wird: „wir wollen keine Christenschweine“! Die betont sexistische Darstellung veranlasste denn auch so manchen Teilnehmer vom „Verein ehemaliger Heimkinder“ die Veranstaltung zu verlassen.

Es fragt sich daher, warum diese „Kritiker“ sehr wohl diese Auswüchse der Institution Kirche aufgreifen, aber zur Kritik am Islam nicht fähig scheinen. Schließlich kann sich bei den Auswüchsen innerhalb der Kirche sich niemand auf Jesus berufen, während die mehr als „fragwürdigen“ Erscheinungsformen des Islam mit Mohamed beginnen.

Dass es auch anders geht, zeigt der bfg Erlangen, der Mina Ahadi zu einem Vortrag (PI berichtete) einlud.

Wann finden also Demonstrationen des Bundes für Geistesfreiheit (München) statt, wenn

-> es zu Ehrenmorden kommt, weil Mädchen und Frauen nicht dem islamisch geprägten Lebensideal entsprechen?

-> diese Ehrenmorde von muslimisch geprägten Schülern verteidigt werden, weil das Opfer eine Hure gewesen und – Gipfel der Verwerflichkeit – wie eine Deutsche herumgelaufen ist?

-> Frauen und Mädchen(!) in Zwangsehen genötigt werden?

-> Frauenhäuser in Bezug zum Bevölkerungsanteil in völlig disproportionalem Ausmaß von Musliminnen aufgesucht werden?

-> Es zu Mord (-anschlägen) kommt, weil jemand für sich die Freiheit des Geistes in Anspruch nimmt und Kritik am Islam übt?

Wir wollen die Liste aus Platz- und Zeitmangel hier vorerst abbrechen.

Festzuhalten bleibt, dass der „Bund für Geistesfreiheit“ München(!) nur dann Kritik übt, wenn dabei kein Mut verlangt wird. Opfer sind aus Sicht des bfg München nur dann solche, wenn dieser Status auf das zweifellos verurteilenswerte Fehlverhalten von Mitarbeitern und (möglichst hochgestellten) Persönlichkeiten der Kirche zurückzuführen ist.

Es ist wie jede Meinungsäußerung auch die Kritik an Auswüchsen und Fehlverhalten innerhalb der Kirche berechtigt. Wer aber gleichzeitig zum ebenfalls religiös begründeten Dogma des Islam und der diesem innewohnenden Lehre zu Gewalt, Frauenunterdrückung und Hass auf andere schweigt, macht sich unglaubwürdig. Für einen Atheisten sollte kein religiöses Dogma sakrosankt sein. Er sollte sich mit seiner Kritik vielmehr jedem repressiveren Dogma kritisch widmen. Schließlich ist – auch wenn dies der bfg München nicht erkennen möchte – der katholischen Kirche im Sinne eines säkularen Staates „der Zahn bereits gezogen“. Dies und die friedliche Toleranz Andersdenkender steht dem Islam (möglicherweise) noch bevor – wenn es je in diesem immer wieder zu seiner Orthodoxie zurückgekehrten Dogma dazu kommen sollte. Aber wer diese Erkenntnis zulässt, kann sich nicht mehr so leicht in seiner Pseudointellektualität und seinem Scheinwiderstand selbstgefällig suhlen.

Wer hierzu Fragen stellen oder Meinungen kundtun möchte, kann sich an den „Bund für Geistesfreiheit“ München wenden: info@bfg-muenchen.de

Anzumerken ist noch, dass niemand der an diesem Artikel Beteiligten Christ ist. Eine „Kirchenagenda“ ist uns daher fremd.

(Text: nockerl, ramma damma / Video: obami / Schnitt: ramma damma / PI-Gruppe München)