In einem Interview mit Novo erklärt Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer nicht nur den Zusammenhang von Political Correctness und Opfermentalität, sondern auch, warum heute jeder, der gegen das Establishment aufbegehren will, die Linke attackieren muss. Das Interview ist online und darf auf PI nicht fehlen!

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56 KOMMENTARE

  1. #1 Altenburg

    Die sogenannte Rechte ist noch viel schlimmer. Die Springerzeitung verkauft uns die Zuwanderung als Segen und fordert 6 Millionen Fachkräfte aus dem Ausland, um Deutschland zu retten.

    Das sind keine „Rechten“, sondern Neoliberale, die die Interessen der Wirtschaft vertreten. Die Unternehmen wollen billige Arbeitskräfte und deshalb Massenzuwanderung zwecks Lohndrückerei.

  2. # 3 Jackson

    Da fehlt der Zusatz “ die KURZFRISTIGEN “ Interessen. Diese Dummschwätzer vergessen nämlich in ihrem Raffsuchtwahn, daß diese Arbeitssklaven garantiert nie eine neue S-Klasse, eine Miele-Waschmaschine oder sonstige, hochwertige Güter kaufen werden. Der Weg in die Steinzeit hat begonnen. Das Zeitalter der Borsigs, Krupps,Stinnes und wie sie alle hießen, ist schon lange vorbei. Es zählt nur noch der schnelle Gewinn,koste es was es wolle. Und genau das wird uns ins Elend stürzen.

  3. #2 Jackson (07. Jan 2014 09:32)

    Der im PI-Beitrag angegebene Link funktioniert bei mir nicht. Geht das anderen auch so?
    +++++++++++++++++++

    Der Link geht doch.

  4. #1 Altenburg (07. Jan 2014 09:26)
    ++++

    Die BLÖD-Zeitung hat schon immer abwechselnd das Volk im Sinne der Politiker verblödet oder manchmal auch gegen sie aufgewiegelt.

    Wohlwollend kann ich aber feststellen, dass zumindest die FAZ sich immer mehr dazu durchringt, stärker auf die Probleme mit der Zuwanderung einzugehen.

    So hat die FAZ jedenfalls bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass für die Kommunen die zugewanderten Zigeuner sehr wohl ein großes finanzielles und auch gesellschaftliches Problem darstellen.

    Auch dass die Europa-, Bundes- und Landesspolitiker die Zuwanderungsprobleme einfach ignorieren und damit die Kommunalpolitiker alleine lassen, d. h. auf den Kosten sitzen lassen.

    Die Sozialgerichte müssen sich dann mit der Realität auseinandersetzen, die Europa- und Bundespolitiker als Gesetzgeber nicht finanziell geklärt haben.
    Sie haben bestellt, aber die Bezahlung der Sozialhilfe und für andere Integrationsmaßnahmen nicht geregelt!

    Als Beispiel sei gesagt, dass es alleine in Bulgarien ca. 800.000 Zigeuner gibt.
    Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus sind über 50 % der Arbeitsstellen für Zigeuner weggefallen (zumeist für Niedrigsqualifizierte).
    Der Analphabetismus bei Zigeunern ist von 1990 bis heute von 10 auf ca. 30 % angewachsen!
    Die Bildungsarmut und Ausgrenzung wird bei Zigeunern vererbt, wie die FAZ auch richtig feststellt.

    Zukünftig werden also die oben genannten Zigeuner aus Bulgarien fast ausnahmslos versuchen, sich in Slums westdeutscher Städte auf unsere (kommunalen) Kosten anzusiedeln.

    Dazu kommen noch die Zigeuner aus Rumänien und außerdem wollen mehrere Millionen Neger aus Afrika und Islamisten aus aller Welt in unsere Sozialsysteme abtauchen.

    Alles unter dem „Deckmantel“ der Freizügigkeit bei der Arbeitssuche in Europa.

    Nichts gegen die Freizügigkeit und die Zuwanderung von wirklichen Fachleute für unsere Wirtschaft Gesellschaft.

    Aber mit Zigeunern, Negern und arabischen Islamisten ist im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat zu machen!

    Wann begreifen das unsere offensichtlich beschränkten Politiker mit ihrer Sabberei zur „Political Correctness“ endlich!

  5. Die Kategorisierung als „Neoliberale“, wie zuvor unter #3 von Jackson vorgenommen, halte ich allerdings auch für falsch, bedient man sich doch eines linken Kampfbegriffes, der mit die ursprüngliche Bedeutung und Haltung des Neoliberalismus – nicht ohne Absicht – diskreditiert. Es sind Teile der Wirtschaft, denen das Unternehmenswohl so viel mehr bedeutet als die Gesellschaft. Das gibt es auf der Ebene eigentümergeführter Kleinunternehmen, stärker ausgeprägt aber bei multinationalen Konzernen.

    Zurück zum Thema: In Fleischhauers Interview wird die Sarrazin-Debatte noch einmal angesprochen. Dabei wendet er sich dagegen, Sarrazin sei ein Opfer politischer Korrektheit – er habe ja so viele Bücher verkaufen und in so vielen Talkshows auftreten können.

    Dabei blendet er aber aus, dass Sarazzin dort meist mutterseelenallein einer Phalanx aus Gegnern gegenüber saß, die nicht nur die Diskussion recht einseitig zu gestalten suchten, sondern insbesondere den Eindruck erwecken sollten, er würde mit seinen Thesen höchstens von einer verschwindend geringen Minderheit der Gesellschaft unterstützt. Das hat schon viel mehr mit PC zu tun, als Fleischhauer es gelten lassen möchte.

    Noch etwas am Rande des Themas:

    Breite Aufmerksamkeit wäre auch dem Interview des griechischen Außenministers Venizelos in der FAS zu gönnen. Dort spricht er nämlich ganz unverfroren Klartext: Deutschland solle sich zurückhalten und es gäbe nun einmal eine klare Aufteilung in Geber und Nehmer in der EU!

    Auszüge wurden am Samstagabend veröffentlicht und fanden ein empörtes Echo in den Leserkommentaren:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/athen-fordert-kontrolle-der-troika-deutschland-soll-sich-zurueckhalten-12737294.html

    Das ganze Interview wurde am Sonntag dann online gestellt:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/griechenlands-aussenminister-venizelos-unsere-erfolge-sind-beeindruckend-12737382.html

  6. ielleicht bin ich jetzt ignorant aber ich halte das ehrlich gesagt für leicht schwachsinnig… das Problem ist dass sich die Sprache über viele Jahrhunderte hinweg gebildet hat, daher macht sowas eher den Eindruck dass hier eine Gleichstellung offensiv erzwungen werden soll durch orthographische Gebilde die ich für fragwürdig halte.
    Ich präferiere, einfach nur Komplett die männliche Form zu schreiben. Da kommt dann zum Anfang ein kurzer Vermerk “Die männliche Form schließt die weibliche mit ein.”

  7. Ich sehe vor allem die Ursachen des „PC“ in der Frankfurter Schule, die Ideale dieser Ideologie haben die 68er zu 100 % verinnerlicht, übernommen und gelehrt. Die Verankerung der Ideale eines radikalen Multikulturalismus an den Universitäten, und das, was man als ihre politische Polizeigewalt bezeichnen könnte, nämlich die Ideologie der ‚Political Correctness‘, beweisen die Wichtigkeit einiger der Ideen der Frankfurter Schule! David Horowitz, antwortete auf die Frage, was die Mitglieder der Frankfurter Schule – Horkheimer, Adorno, Marcuse – denken würde, wenn sie heute eine der politisch korrekten Universitäten besuchen würden: Ich wette, sie wären ganz aus dem Häuschen. Weil sie plötzlich Götter wären!

    David Joel Horowitz ist ein US-amerikanischer konservativer Publizist und Aktivist. In den 1960er Jahren gehörte er zu den Protagonisten der Neuen Linken in den USA.

  8. #4 Zwiedenk

    Da fehlt der Zusatz ” die KURZFRISTIGEN ” Interessen. Diese Dummschwätzer vergessen nämlich in ihrem Raffsuchtwahn, daß diese Arbeitssklaven garantiert nie eine neue S-Klasse, eine Miele-Waschmaschine oder sonstige, hochwertige Güter kaufen werden.

    Richtig, es geht in der Tat um die kurzfristigen Profitinteressen der Unternehmen. So war das auch bei der Gastarbeiterzuwanderung in den sechziger Jahren. Anstatt in Rationalisierung und Automation zu investieren (was kurzfristig natürlich zu höheren Kosten und damit sinkenden Gewinnen geführt hätte), setzte man lieber auf billige Arbeitskräfte aus dem Ausland. Später wunderten sich deutsche Firmen dann, daß ihre Produktivität deutlich niedriger war als die ausländischer Wettbewerber.

    Die langfristigen Folgen der Massenzuwanderung (Integrationskosten, Soziallasten) wurden dagegen auf die Gesellschaft abgewälzt.

  9. #7 Irgendwer

    Es sind Teile der Wirtschaft, denen das Unternehmenswohl so viel mehr bedeutet als die Gesellschaft. Das gibt es auf der Ebene eigentümergeführter Kleinunternehmen, stärker ausgeprägt aber bei multinationalen Konzernen.

    Ein Unternehmen hat betriebswirtschaftlich die Aufgabe, seine Profite zu maximieren, auch durch Senkung der Arbeitskosten. Diese Zielsetzung ist legitim. Unternehmen in einer Marktwirtschaft sind nicht dem Gemeinwohl verpflichtet. Es ist die Politik, die durch ihre Entscheidungen dafür Sorge tragen muß, daß die Profitinteressen der Unternehmen und die Interessen der Gesellschaft nicht kollidieren, sondern zu einem vernünftigen Ausgleich gebracht werden.

    Wenn aber in der Politik Kräfte dominieren, die nicht zuletzt unter dem Diktat der Globalisierung einseitig die Belange der Wirtschaft im Auge haben – und diese Kräfte fasse ich bewusst negativ konnotiert unter dem „Kampfbegriff“ neoliberal zusammen, ohne damit eine bestimmte Partei im Auge zu haben – dann gerät der Ausgleich zwischen Profitinteressen und Gemeinwohl zu Lasten der breiten Bevölkerung in Gefahr.

  10. Zitat aus dem Interview:

    Und damit kommen wir zur Annahme der Konservativen, dass diese Verbotszonen vom politischen Gegner ständig ausgeweitet würden, um sich so diskursive Geländegewinne zu erschleichen. Das gipfelt dann unweigerlich in der Formulierung: „Das muss man doch noch sagen dürfen“ und den Hinweisen darauf, was man in Deutschland heute angeblich alles nicht sagen darf. Ich muss gestehen, ich kann an dem Punkt nicht ganz folgen.

    Hier unterliegt Herr Fleischhauer dem Irrtum der angeblichen grundgesetzgemäßen Meinungsfreiheit. Was die tatsächlich Wert ist, weiß jeder, der von der offiziellen Linie abweicht. Leider scheint der Autor das Ausmaß der Zensur, Diffamierungen, Beleidigungen und Diskreditierungen bis hin zur gesellschaftlichen und materiellen Vernichtung des Rechtskonservativen sowie die Parallelen zur Diktatur einer DDR nicht völlig erkannt zu haben.

  11. #5 Schweinebacke

    Der Link geht doch.

    Bei mir leider noch immer nicht. Klicke ich den Link an, erscheint die Meldung „Error 400“.

    Vielleicht kann ja mal jemand die Adresse der Seite posten.

  12. #15 Urviech

    Hier unterliegt Herr Fleischhauer dem Irrtum der angeblichen grundgesetzgemäßen Meinungsfreiheit. Was die tatsächlich Wert ist, weiß jeder, der von der offiziellen Linie abweicht.

    Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem, was die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit formaljuristisch zuläßt, und dem, was der linke Mainstream zu tolerieren bereit ist, ohne mit der Faschismuskeule zuzuschlagen.

  13. Der Fleischhauer ist doch eigentlich ein Idiot. Zunächst bemerkt er zurecht, dass öffentliche Debatten immer stärker moralisiert werden und bei Erreichen des einen Ziels ein neues erschaffen wird (z.B. nach der Atomenergie die Zensur in Kinderbüchern). Doch dann kritisiert er Sarrazin, dass dieser sich angeblich in einer Opferrolle sehe und im medialen Diskurs nicht teilnehmen dürfe. Natürlich kommt Sarrazin viel zu kurz! Das ist keine Einbildung und keine Verschwörungstheorie, das ist Fakt.
    Nicht nur, dass er so gut wie nicht im Fernsehen zu sehen ist, man lässt ihn nicht ausreden und versucht ihm die Worte im Mund umzudrehen. Wenn Fleischhauer das noch nicht gemerkt hat, ist er wohl blind.

  14. Es wird immer versucht die USA als gelungenes Beispiel darzustellen, nur vergessen die EU Führer das die Vereinigten Staaten aus Ausiedlern eines ähnlichen Kulturkreises stammen, wie zb. Polen Italienern,Iren, Deutschen, Engländern und Franzosen diese Menschen sind untereinander Kompatibel.
    Auch Europa würde funktionieren wenn es den tasächlich nur Europäer wären die in Europa leben, nun aber Araber,Afrikaner oder Perser aus völlig anderem Kulturkreis mit extrem Negativen Vorurteilen gegenüber uns Europäern hier anzusiedeln und zu hoffen es wird wie in den USA ist an Naivität kaum zu überbieten.

    Wie kann man von jemanden erwarten das er sich hier integriert wenn er in seiner Heimat gelernt hat das die Christen die Todfeinde des Islams sind ?

  15. Habe Fleischhauers „Unter Linken“ mit Genuss gelesen. Dieses Interview fängt auch gut an, dann kommen aber Ansichten zur Sprache, die ich so nicht teilen, ja noch nicht mal für annähernd richtig halten kann.

    Beispiel Sarrazin: Der Mann hat seinen Job verloren, kürzlich wurde sein Haus mit Farbe beschmiert, seine Frau hat ihren Job verloren. In Talkshows war er zwar, aber fast immer einer größeren Kritikergruppe ausgesetzt und unfair behandelt. Die Menschen, die zu seinen Lesungen kamen, wurden angefeindet und angegriffen und mussten beschützt werden.

    Wenn er diese Dinge thematisiert hat, war das kein Opfergejammer, sondern Beschreibung dessen, was ihm passiert ist. Zum Opfer hat er sich nie machen lassen, er hat mit Büchern nachgelegt und sich unfairen Talkshows gestellt.

    Und wenn gefährliche Ideologen wie Genderisten die Sprache verhunzen und ihre Lehre von über hundert Professoren an Unis weiter verbreitet wird, kann man sich auf ein weiteres Umsichgreifen der Political Correctness gefasst machen – siehe neue Ambitionen der EU, um uns Toleranz zu verordnen.

    Enttäuschend, Herr Fleischhauer!

  16. #3 Jackson
    #13 Jackson
    #14 Jackson

    Ziemlich viel uninformierter Vorurteilsbrei! „Die Unternehmer“ sind keineswegs für schrankenlose Zuwanderung. Sie stehen allerdings im internationalen Wettbewerb um gute Mitarbeiter und haben dabei wegen der weltweit bedeutungslosen deutschen Sprache einen erheblichen Standortnachteil. Angesichts des sich abzeichnenden Bildungsnotstandes in unserem Land kann man eine gewisse Verzweiflung der Unternehmer durchaus verstehen. Die internationalen Konzerne mit Standorten in Deutschland haben längst begonnen, andere Standorte weltweit vorzuziehen und dieser Trend könnte sich beschleunigen, zumal die „schrankenlose Einwanderung“ sich geradezu als weiteres Hindernis zum Anwerben von gebildeten Fachkräften entwickelt, denn die Islamisierung Europas mit all ihren Folgen – z.B. der Kriminalität – ist auch in den Ländern nicht unbekannt, aus denen wir vielleicht gerne Einwanderungen nach Deutschland sehen würden.
    Dass in Deutschland „Kräfte in der Politik“ einseitig die Interessen der Wirtschaft im Auge hätten zu Lasten der Interessen der Gesellschaft ist ein weiteres Märchen. Hat „die Wirtschaft“ etwa ein Interesse an der Energiewende? An einem Arbeitsplätze vernichtenden Mindestlohn? An einem Arbeitsrecht zu Lasten der Flexibilität von Unternehmen? An der Genderideologie? Nein, die Politik hat nichts im Sinn als ihre eigenen Klasseninteressen, die Interessen einer bürokratischen Kaste. Insofern sie der Meinung ist, zum Erhalt und zur Sicherung ihrer macht sei es gut, die Unternehmen am langen Zügel laufen zu lassen, so tut sie das. In den letzten jahrzehnten ist jedoch das Gegenteil der Fall: Regulierung und Bürokratisierung, so weit das Auge reicht. Kein Unternehmen, kein Unternehmer ist heute in der Lage, die staatlichen Regulierungen und Auflagen in allen Bereichen vollständig einzuhalten. Damit hat die bürokratische Kaste ein Mittel in der Hand zur Disziplinierung, welches sie gerne nutzt.
    Zuletzt noch einmal zum Anwerbeabkommen mit der Türkei von 1961. Die deutschen Unternehmerverbände wie auch das Wirtschaftministerium hatten Ende der 50er Jahre während der Vorbereitung deutlich gegen dieses Abkommen Stellung bezogen und einen Arbeitskräftebedarf verneint. Das Abkommen ist vom Außenministerium – dem Wunsch oder von mir aus auch dem Druck der Nato nachgebend – durchgedrückt worden. Erst als somit Fakten geschaffen waren, haben Unternehmen sich diese Politik zu eigen gemacht und für ihre Betriebe umgesetzt. Das war hier auf PI ausreichend gut nachzulesen, ist durch wissenschaftliche Arbeiten gut belegt und es ist daher blöd, wenn das Märchen von dem „Anwerbeabkommen im Interesse der Unternehmer“ immer weiter verbreitet wird.

  17. Fleischauer zeigt schön, wie man von der political correctnes leben kann indem man sie affirmativ „kritisiert“.

    Indem er Respektlosigkeit, was ich noch immer mit Pöbelei übersetze, mit unerwünschten Argumenten gleichsetzt,nimmt er die Gedankenkontrolle vor ihren Kritikern in Schutz.

    Den Holocaust und seine Interpretation als Beispiel sinnvoller Meinungskontrolle heranzuziehen, ist für deutsche Leser genau der Punkt, an dem sie geistig erstarren und alles was danach kommt steht dann unter dieser ‚Einsicht in die Notwendigkeit‘.

    Den Holocaust „herunterreden“ – das ist ein Vorwurf, der z.B. Hannah Ahrendt gemacht wurde, deren Eichmannbuch wütende Reaktionen auslöste, die darin gipfelten dass sie verteufelt und geschnitten wurde,dass Diskussionsveranstaltungen belagert und gestört wurden und man beim Nachlesen der damaligen Auseinandersetzung den Eindruck gewinnen muss, Frau Arendt habe „geleugnet“.

    Das „Herunterreden“ bezieht sich also nicht nur auf den Bereich der Opferzahlen, die in Folge der gechichtswissenschaftlichen Forschung sachbezogene Veränderungen erfuhren, sondern auf die zulässige Interpretation des Schreckens, die in ihrer jeweils kanonisierten Form (die Banalität des Bösen ist ja heute ein anerkannter Begriff in der politischen Auseinandersetzung) mit den Mitteln der PC, also der Verleumdung des Kontrahenten,verteidigt wird.

    Daran wird deutlich, wie aus dem Respekt für die Leiden der Opfer, der als verbindlich angenommen werden kann,ein sich ausdehnendes Tabu erwächst, unter dem der Diskurs nicht mehr unter dem Vorzeichen der Wahrheitssuche, sondern der Betätigung jeweils geltender Glaubenssätze stattfindet.

    In vielen im Netz nachzulesenden Texten wird der Ursprung der PC in der kommunistischen Diktatur überzeugend nachgewiesen. PC ist mithin keine Reaktion auf die Schrecken des NS, sondern eine Methode, die auf die Schrecken des NS angewendet wird, um Darstellung und Interpretation der Ereignisse zu kontrollieren.Das betrifft nicht nur Deutschland.

    Fleischhauer stärkstes Argument für die Sinnhaftigkeit der PC Tabus ist, denke ich, auch ein Argument gegen diese Form der Steuerung des Denkens, denn es wird deutlich, dass das Tabu keineswegs nur Pöbeleien und absichtsvolle Gemeinheiten sondern auch die sachlich gerechtfertigte Auseinanderetzung und damit die Suche nach Wahrheit unterdrückt.

  18. Zu Fleischhauer:
    Er mag die PC nicht besonders, aber das wussten wir ja und ist soweit nett. Er leugnet aber, dass die PC wirkt, leugnet, dass Sarrazin in vielen Städten auf Veranstaltungen körperlich angegriffen wurde, dass mehrere Veranstaltungen mit ihm wegen Anschlagsandrohungen der linken Szene abgesagt wurden. Im Ergebnis gibt es gewiss hunderte mögliche Veranstalter, die schon im Vorfeld auf die Ausrichtung von Lesungen oder Vorträgen mit Sarrazin verzichtet haben, um Ärger aus dem Weg zu gehen und um einer gesellschaftlichen Ächtung im intellektuellen Milieu zu entgehen, was besonders für Buchhändler zutreffen wird. Was die Nomenklatura mit Michael Stürzenberger – und einer Reihe anderer – macht, davon schreibt er erst gar nicht.
    Da sind mir Unterberger, Pirinci, Röhl und andere deutlich lieber. Fleischhauer entpuppt sich als netter Plauderer für die nachmittägliche Teerunde (oder die Redaktionskonferenz des Spiegel).

  19. 06. Januar „…Die Rostocker Polizei ermittelt in einem Fall von Kirchenvandalismus. Wie eine Polizeisprecherin am Montag sagte, wurden in der Nacht zum Samstag mehrere Scheiben bei einer neuapostolischen Kirche in der Südstadt eingeworfen…Ermittler hätten unter anderem Steine sowie erste Spuren sichern können. Hinweise zum Motiv seien zunächst nicht erkennbar gewesen…“
    http://www.svz.de/nachrichten/newsticker-nord/unbekannte-werfen-kirchenscheiben-in-rostock-ein-id5350451.html

  20. Links
    steht für
    Verlotterung und
    damit für Selbstaufgabe.
    Und das gilt sowohl individuell
    als auch für die Gesellschaft
    im ganzen. Sarrazin hat
    seim Buch nicht ohne
    Grund den Titel
    DSSA gegeben.

  21. #14 Jackson (07. Jan 2014 10:36)

    Das sehe ich im Grunde sehr ähnlich. Ich rieb mich nur an dem Begriff des Neoliberalismus, da er in seiner eigentlichen und ursprünglichen Form, so wie er in den 1930er Jahren als Gegenentwurf gegen totalitäre Systeme und den Manchester Liberalismus etabliert wurde, ja gerade für einen regulierenden Staat steht. Wenn man so möchte, verfolgte Ludwig Erhardt eine neoliberale Wirtschaftspolitik.

    Leider wird der Begriff inzwischen meist missbräuchlich für alle möglichen Auswüchse verwendet, die mit neoliberalen Vorstellungen eigentlich nichts gemein haben.

  22. Von den Bemühungen der EU eine in Gesetze gegossenen PC europaweit durchzudrücken, hat Fleischhauer natürlich noch nix gehört – hmm.

    Wenn er von Auswüchsen an Universitäten schreibt, die er ins Lächerliche zieht (eine beliebte Methode der Verharmlosung), blendet er aus, dass wissenschaftliche Karrieren vom Grad der Unterwerfung abhängig gemacht werden, den der unter PC arbeitende Intellektuelle zu liefern bereit ist.

    So erzieht man eine speichelleckende geistige Elite, die unfähig ist zu denken und schafft eine Kaste von Systemlingen, die das „Geistesleben“ der Nation, ihre öffentlichen Diskurse, die Politik und damit auch die aufgestellten Regeln und Gesetze der Zukunft bestimmt.

    Außer den gebetsmühlenartigen Texten, die diese Kaste hervorbringt,ist an dieser Entwicklung nichts lächerlich.

    Fleischhauer Opportunimus ist verständlich – jeder muss Kohle machen – aber genau dieses Denken ist es ja, das unsere Welt in den Gefängnisplaneten verwandelt, den sich die Revolutionäre in Frankreich nur in ihren Kühnsten Träumen vorstellen konnten.

  23. F. schleicht wie die Katze um den heissen brei.
    Wer es wagt heutzutage, entgegen des Mainstreams, eine andere Meinung zu vertreten,
    oder zumindest einige Punkte für diskussionswürdig zu erachten, der bekommt die „Keule“.
    Man antwortet nicht mehr einem Argument mit einem Gegenargument!
    Es heisst nicht mehr, den widerlegen wir, sondern, DEN MACHEN WIR FERTIG!

    P.S.: Und was er zu Sarrazin zu sagen hatte, war schlicht erbärmlich.
    Als enfant terrible der Linken geduldet,fürchtet er scheint´s nun doch um seinen Posten.

  24. @32 Tom Fielding ,

    ja, der Sarrazin Teil ist erbärmlich.Er sagt bildlich zu einem Menschen der von einem Mob mit Eiern oder Steinen beworfen wird, stell dich nicht so an, du stehst doch immerhin im Mittelpunkt.

  25. Das Problem mit Fleischhauer ist, dass er die eigene Rolle als ‚Konservativer‘ bei SPON seiner intellektuellen Brillianz zuschreibt.

    Im Grunde gibt er eher den geduldeten Hofnarren, der in einem linksversifften Umfeld umherlaviert.

  26. #23 Eulenspiegel141

    #3 Jackson
    #13 Jackson
    #14 Jackson
    Ziemlich viel uninformierter Vorurteilsbrei!

    Na, da haben wir alle ja noch mal Glück gehabt, daß Sie uns aufklären.

    “Die Unternehmer” sind keineswegs für schrankenlose Zuwanderung. Sie stehen allerdings im internationalen Wettbewerb um gute Mitarbeiter und haben dabei wegen der weltweit bedeutungslosen deutschen Sprache einen erheblichen Standortnachteil.

    Ich habe nicht geschrieben, daß die Arbeitgeber „schrankenlose Zuwanderung“ auch von Armutsmigranten befürworteten, wohl aber Zuwanderung in den Arbeitsmarkt wollen, um ihre Personalkosten zu senken. Den Begriff „schrankenlose Zuwanderung“, den Sie mir hier unterschieben wollen, habe ich nicht verwendet.

    Angesichts des sich abzeichnenden Bildungsnotstandes in unserem Land kann man eine gewisse Verzweiflung der Unternehmer durchaus verstehen.

    Das Problem des Bildungsnotstandes löst man sicherlich nicht durch die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Ländern, in denen das Bildungsniveau oftmals noch niedriger ist als in Deutschland. Notwendig ist eine Wende in der deutschen Bildungspolitik weg von der linken Einheitsbeschulung hin zu einem leistungsgerechten, gegliederten Bildungssystem.

    Dass in Deutschland “Kräfte in der Politik” einseitig die Interessen der Wirtschaft im Auge hätten zu Lasten der Interessen der Gesellschaft ist ein weiteres Märchen. Hat “die Wirtschaft” etwa ein Interesse an der Energiewende? An einem Arbeitsplätze vernichtenden Mindestlohn? An einem Arbeitsrecht zu Lasten der Flexibilität von Unternehmen?

    Meine Aussage bezog sich auf das Thema Zuwanderung, um das es in der obigen Diskussion ging. Was Energiewende und Mindestlohn angeht, so besteht daran in bestimmten Wirtschaftsbranchen durchaus ein Interesse. „Die Wirtschaft“ gibt es da nicht.

    Im übrigen habe ich nicht behauptet, daß die gesamte deutsche Politik einseitig auf die Interessen der Wirtschaft abstellt. Der linke Flügel der SPD tut das sicherlich ebenso wenig wie die Linkspartei. Dennoch ist insgesamt eine Dominanz wirtschaftsfreundlicher Kräfte in Deutschland festzustellen, was speziell in der Zuwanderungspolitik gilt.

    Zuletzt noch einmal zum Anwerbeabkommen mit der Türkei von 1961.

    Ich habe nichts vom Anwerbekommen mit der Türkei geschrieben, sondern generell von der Gastarbeiterzuwanderung gesprochen. Das erste Anwerbekommen wurde bereits 1955 mit Italien geschlossen. 1960 folgten entsprechende Abkommen mit Griechenland und Spanien. Hintergrund war natürlich der Arbeitskräftemangel in den Aufbaujahren der Bundesrepublik, der sich mit dem Mauerbau 1961 noch verschärfte. Deshalb kam es zu weiteren Vereinbarungen mit der Türkei (1961), Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und dem ehemaligen Jugoslawien (1968). Was die Türkei betrifft, so spielten sicherlich auch außenpolitische Erwägungen eine wichtige Rolle. Insgesamt war die Gastarbeiterzuwanderung in den fünfziger und sechziger Jahren aber ökonomisch motiviert. Profiteur war die Industrie, weil Gastarbeiter bereit waren, Jobs anzunehmen, die deutsche Arbeitnehmer wegen der schlechten Arbeitsbedingungen nur zu deutlichen höheren Löhnen akzeptiert hätten. Die Gastarbeiterzuwanderung bewirkte damit umgekehrt eine Senkung des Lohnniveaus jedenfalls im Bereich der ungelernten und geringqualifizierten Tätigkeiten.

    Das Personalkostenmotiv ist auch heute noch die wichtigste Triebfeder für die Forderung der Arbeitgeber nach mehr Zuwanderung, auch wenn der Fokus heute auf den gutqualifizierten Arbeitskräften liegt (die man ebenfalls möglichst billig rekrutieren möchte).

  27. #36 Jackson (07. Jan 2014 12:36)

    >i<"Das Personalkostenmotiv ist auch heute noch die wichtigste Triebfeder für die Forderung der Arbeitgeber nach mehr Zuwanderung, auch wenn der Fokus heute auf den gutqualifizierten Arbeitskräften liegt (die man ebenfalls möglichst billig rekrutieren möchte)."

    Und genau dort zeigt sich, wie absurd angesichts der Realität die Wunschträume der Unternehmen anmuten, da in der überwältigenden Mehrzahl bildungsferne, kulturfremde und archaische integrations- und leistungsunwillige Menschen den Weg ins Sozialparadies Deutschland antreten.
    Und selbst bei den angeblich Qualifizierten wissen alle, was dahintersteckt. Gekaufte Abschlüsse und Titel sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.
    Die Wirtschaft hat allerdings noch weitere Interessen, denn jeder eingewanderte und sozialstaatlich gepamperte Schmarotzer ist ein Verbraucher und potenzieller Endkunde ihrer Produkte.

  28. #36 Jackson

    daß die Arbeitgeber…Zuwanderung in den Arbeitsmarkt wollen, um ihre Personalkosten zu senken

    Genau diese Aussage kritisiere ich. Es ist und bleibt ein Märchen, dass Unternehmer generell Personalkosten senken wollen. Das ist vielleicht so in gesättigten und innovationsfernen Märkten und wird wiederum von der herrschenden Kaste durch ein absurdes Insolvenzrecht gefördert, weil Marktbereinigungen kaum möglich sind. Auf den gesamten Arbeitsmarkt gesehen ist diese Behauptung einfach unwahr. Implizit bestreiten Sie ja, dass es Fachkräftemangel gäbe und da irren Sie gewaltig. Als (kleinerer) Unternehmer weiß ich sehr genau, daß Fachleute fehlen und wenn ich die Rechtschreibfehler in den Bewerbungen von Realschülern und auch Abiturienten lese, wird mir ganz anders.
    Und noch einmal zu den Anwerbungen mit einem Sorry, falls ich Sie nicht immer wörtlich korrekt wiedergebe. Jedoch sind die Anwerbeabkommen mit den europäischen Südländern genau dem gleichen politischen Mechanismus Mechanismus geschuldet wie die spätere mit der Türkei. Die deutsche ökonomische Stärke bei gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern zu Beginn der fünfziger Jahre führte zu politischem Druck seitens der europäischen Mächte gegenüber dem Kriegsverlierer Deutschland, Arbeitslose Südeuropäer in seinen Arbeitsmarkt zu integrieren, um diese Länder von den Kosten – und dem politischen Druck – zu entlasten. Die Unternhmer haben meines Wissens nach zu keiner Zeit um Anwerbungen gebeten, sondern sich jeweils nachträglich in diese Systeme eingefunden.
    Leseempfehlung: Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte

  29. Ich habe anfänglich eigentlich viel von Fleischhauer gehalten. Irgendwann ist dann bei mir die Vermutung hochgekommen, dass er nur die Alibifunktion für Jacob Walser/Augstein, dem Spiegelonline-Paranoiker, sein könnte.

    Das Interview hat meine Vermutung bestätigt. Fleischhauer ist kein Konservativer, er tut nur so, um Walser/Augstein eine Scheinopposition mit einer scheinabweichenden Meinung „entgegenzustellen“.

  30. Das Geschreibsel von Fleischhauer ist ein Sammelsurium von Relativierungen, intellektueller Überheblichkeit und Realitätsferne.

    Er hat nicht den blassesten Dunst davon, welchen Anfeindungen und Repressalien man im privaten und beruflichen Umfeld ausgesetzt sein kann, wenn man solche Themen wie EUdSSR, Asylanten oder Energiewende anspricht.

    Dass man jemanden mit schwarzer Hautfarbe heute nicht mehr als Neger bezeichnet, wenn man ihm gegenüber tritt, das wissen die Leute. Auf diese Empfindlichkeiten nimmt man selbstverständlich Rücksicht.

    Ich weiß das nicht.
    Für mich ist Neger eine völlig wertfreie Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, genauso wie Asiat, Araber, Weißer oder Eskimo.

    Wenn ich in freiwilliger Selbstzensur schon vorher darüber nachdenke, ob mein Gegenüber mich bei der Sprachpolizei anschwärzen könnte, sind wir bei Orwell gelandet.

    Noch absurder wird es, wenn er Sarrazin als Beispiel für funktionierende Meinungsfreiheit in der BRD anspricht (von der Eigenwerbung für sein linkes Käseblatt mal ganz abgesehen).

    Gerade Sarrazin ist ein eigentümlicher Beweisfall. Ein Mann, der 1,5 Millionen Bücher verkauft hat, in jeder relevanten Talkshow des Landes mindestens dreimal aufgetreten ist und der vor Publikation seines Buches einen Vorabdruck in Bild und Spiegel hatte, den beiden publikumsreichsten Organen des Landes, beklagt sich darüber, dass er nicht an der öffentlichen Debatte teilnehmen darf und wird von anderen dafür hochgehalten.

    Sarrazin war für die Medien deshalb interessant, weil die Kontroverse zwischen der gängigen Volksmeinung und der offiziellen Doktrin hohe Umsätze versprach.

    Da es in Deutschland kaum noch echte Neonazis gibt, mußte ein neues Feinbild her. Der neue Unbelehrbare und Ewiggestrige ist jemand, der schrankenlose Invasion, Plünderung der deutschen Sozialsysteme und den Import einer menschenverachtenden Ideologie (Islam) in Frage stellt.

    Das wurde an Sarrazin exemplarisch vorgeführt.
    Man ließ ihn nie zu Wort kommen, die Gutmenschen konnten ihre ellenlangen Statements verbreiten, er wurde lächerlich gemacht.

    Hoffentlich haben die zahlreichen Käufer seiner Bücher diese auch gelesen und verstanden.

  31. Ich bin nicht bereit Fleischhauer in seinem Vermittlungsversuch zwischen linker und rechter Meinungsunterdrückugn zu folgen. Es gibt ganz klar linken faschistoiden Meinungsterror. Und dieser Meinugsterror wird selbstverständlich auch vom Spiegel bei dem Fleischhauer schrieben darf praktiziert. Ich habe vor 12 Jahren der FAZ mehrere hundert Leserbriefe im Klartext geschrieben (nicht ganz so klar wie hier im Blog, ich mußte ja höflich sein) aber nichts ist je veröffentlicht worden. Den Verfassungsschutz den ich fürchtete war aber auch bisher nicht da. Das zeigt ganz klar, dass die Presse spätestens mit echtem Klartext nicht klarkam und nicht klarkommt. Das und den existierenden Meinungsfaschismus verharmlost Fleischhauer, vermutlich weil er eben nicht als Informatiker (was übrigens auch nicht ungefährlich war, wenn man mal offen unter Spießern seine Meinung äußerte), sondern als Publizist leben muß.

  32. Fleischhauer und Jacob Walser/Augstein – der Januskopf des immer mehr Abonnnten verlierenden Spiegels. Dieses Gespann soll Meinungsvielfalt demonstrieren. So wie man im braunen und roten Sozialismus auch seinen Hofnarren hatte, der mal gegen den Wind kotzen durfte.

    Die einzige Sache, die ich ihm hoch anrechne, war, als er den überbezahlten Hetzer Bsirske fragte, wo denn dessen Entschuldigung fuer die von aufgehetzten Demonstranten verletzten Polizisten bleibe und sich damit beinahe einen Faustschlag dieses Typen eingeholt hat.

  33. Fleischauers hat sich mit seinem Buch
    „Unter Linken“ bleibenden Verdienst erworben.
    Auch das obige Interview ist ok, bis auf die Sarazin – Passage.
    Nun wird er hier verrissen.
    Wir sollten froh sein, daß es diesen Mann gibt und endlich aufhören, von ihm zu erwarten,daß er nur Dinge sagt, die uns gefallen.

  34. #39 Eulenspiegel141

    Genau diese Aussage kritisiere ich. Es ist und bleibt ein Märchen, dass Unternehmer generell Personalkosten senken wollen. Das ist vielleicht so in gesättigten und innovationsfernen Märkten (…) Auf den gesamten Arbeitsmarkt gesehen ist diese Behauptung einfach unwahr.

    Daß das Kostenmotiv bei der Anwerbung von Arbeitskräften zumindest eine wichtige Rolle spielt, zeigt u.a. die Tatsache, daß die Gehaltsuntergrenzen für Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland mit Einführung der Blue Card im Jahre 2012 auf Druck der Arbeitgeber deutlich gesenkt wurden. Das Thema ging ja auch durch die Presse.

    Implizit bestreiten Sie ja, dass es Fachkräftemangel gäbe und da irren Sie gewaltig.

    Wenn es tatsächlich einen flächendeckenden Mangel an Fachkräften gäbe, warum stagnieren dann die Einkommen für höher- und hochqualifizierte schon seit Jahren bzw. sind sogar leicht rückläufig? Warum haben es auch hochqualifizierte ältere Arbeitslose in Deutschland immer schwerer, einen neuen Arbeitsplatz zu finden?
    Auch die Bundesagentur für Arbeit spricht lediglich von einem punktuellen Personalmangel in bestimmten Branchen und Regionen, nicht aber von einem bundesweiten Unterangebot an Arbeitskräften.

    Als (kleinerer) Unternehmer weiß ich sehr genau, daß Fachleute fehlen und wenn ich die Rechtschreibfehler in den Bewerbungen von Realschülern und auch Abiturienten lese, wird mir ganz anders.

    Da auch ich mit kleineren Unternehmen z.B. aus dem Handwerk zu tun habe, kenne ich das Problem der unzureichenden Schulbildung vieler Bewerber. Aber wie ich schon geschrieben habe, kann man dieses Problem nicht durch Zuwanderung, sondern nur durch ein besseres Bildungssystem in Deutschland lösen. Gerade wenn es um Rechtschreibkenntnisse geht, sind die bei einem Bewerber aus dem Ausland, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist, auch nicht besser sein als bei einem schlechten deutschen Realschüler.

    Jedoch sind die Anwerbeabkommen mit den europäischen Südländern genau dem gleichen politischen Mechanismus Mechanismus geschuldet wie die spätere mit der Türkei. Die deutsche ökonomische Stärke bei gleichzeitiger hoher Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern zu Beginn der fünfziger Jahre führte zu politischem Druck seitens der europäischen Mächte gegenüber dem Kriegsverlierer Deutschland, Arbeitslose Südeuropäer in seinen Arbeitsmarkt zu integrieren, um diese Länder von den Kosten – und dem politischen Druck – zu entlasten.

    Das mag ein Nebenaspekt gewesen sein, das Hauptmotiv war aber der Arbeitskräftemangel in der deutschen Nachkriegswirtschaft bzw. der Wunsch der Unternehmen, die Personalkosten auf möglichst niedrigem Niveau zu halten.

    Die Unternhmer haben meines Wissens nach zu keiner Zeit um Anwerbungen gebeten, sondern sich jeweils nachträglich in diese Systeme eingefunden.

    Das ist definitiv falsch! Ich empfehle dazu die Lektüre des Buches von Stefan Luft: „Abschied von Multikulti“, der sich ausführlich mit dem Thema Gastarbeiterzuwanderung und ihre ökonomischen Hintergründe befaßt. Nachdem es Mitte der sechziger Jahre trotz Zuwanderung immer schwieriger wurde, unter Gastarbeitern Bewerber für unattraktive, schlecht bezahlte Jobs zu finden, dachte man zeitweise sogar daran, Arbeitskräfte in Nordafrika anzuwerben (die Abkommen wurden auch geschlossen, aber nie umgesetzt). Noch nach dem Anwerbestopp von 1973 forderte die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände Ausnahmeregelungen und zeigt sich sicher, „daß wir nach Überwindung der derzeitigen konjunkturellen Situation die Tore für eine Anwerbung wieder öffnen müssen.“

    Als BDI-Präsident Rodenstock 1982 trotz zwei Millionen Arbeitslosen in Deutschland die Zuwanderung weiterer Gastarbeiter zum Ausgleich von Auftragsspitzen forderte, konterte der damalige Bundeskanzler Schmidt mit dem berühmt gewordenen Satz: „Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze!“

    Die Unternehmen und ihr Interesse an möglichst preiswerten Arbeitskräften waren also die wichtigsten Triebfedern für die Gastarbeiterzuwanderung, die in den fünfziger Jahren begann und bis zum Anwerbestop 1973 andauerte.

  35. Herr Fleischhauer beurteilt es genau:

    „Moralische Abwertung ist das schärfste Schwert, das wir im öffentlichen Sprechen besitzen. Man entzieht sich damit der Notwendigkeit, sich mit dem von anderen Vorgebrachten argumentativ auseinanderzusetzen.“

    Der gesamte politisch-religiöse Zirkus in Deutschland läuft auf moralische Abwertung der Menschen hinaus, die ihre Heimat anderen Moralvorstellungen, islamischen Moralvorstellungen, zur Verfügung gestellt haben. Da dies diktatorisch durch die EU und ihre Schwergen realisiert werden konnte, hat die EU die Moralvorstellungen des Islams übernommen, das heißt, es wird nicht bei Beschneidung, Schächtung, Kindesmissbrauch, Erziehung zu Gewalt, Minderbewertung Andersgläubiger und Nichtgläubiger bleiben. Durch weitere durch die EU geförderte Masseneinwanderung wird der Boden der islamischen Moralvorstellung gefestigt, und die EU wird uns erklären was an der Scharia richtig und an unserer Moralvorstellung eines Grundgesetzes falsch ist. Wenn wir ganz ehrlich sind, wir wären ohne die EU nicht drauf gekommen, dass es außer dem Grundgesetz Moralvorstellungen gibt, die genau dem Grundgesetz entgegenstehen, aber liebenswerte Eigenheiten einer uns „überlegenen politisch-religiösen Diktatur“ sind.
    Eine nette Variante, dass es dem Deutschen nicht so langweilig wird, die wilde Hatz kann beginnen – Moralvorstellungen lassen sich beliebig austauschen, das wusste Hilter schon.

  36. # Wuppertal

    Wenn Fleischhauer sich nicht mehr zum Clown von Augstein/Walser machen würde, könnte man ihm abnehmen, dass er tatsächlich daran interessiert wäre, konservative Ideen zu propagieren. Aber er tut sich dieses Hofnarrentum an und da kann ich mir nicht vorstellen, dass seine Kolumnen mehr als nur Zweckpropaganda sind, die eine angebliche Meinungsvielfalt beim Systemmedium Spiegel sind. Ein wahrlich Konservativer setzt sich mit dem Beschmutzer der Deutschlandfahne nicht mal in ein Bahnabteil und Fleischhauer sitzt mit dem sogar in einer Redaktion.

    Deshalb glaube ich dem seinen Konservatismus nicht.

  37. # handler

    Ja, und was tut Fleischhauer dagegen? Schreibt ein Buch das sich toll liest. Es ist eigentlich ein Buch, das man Jemandem schreibt, dem man damit seine unheilbare Krankheit, von der er nun mal befallen ist beschreibt. Und dieser Leser soll es dann richtig lustig finden und seine unheilbare Krankheit vergessen. Geheilt wird er dadurch allerdings nicht. Es ist nur ein Trostpflaster und ein ziemlich zynisches dazu, damit die Krankheit nicht zu weh tut und weiter ungestört wüten kann.

    Nein, danke.

  38. #48 Jackson

    Das Buch von Stefan Luft ist leider vergriffen und antiquarische schätze ich nicht so sehr. Sein Thema scheint jedoch anders gelagert zu sein als bei Heide Knorz. Letztere stellt anhand der Quellenlage gut dar, dass der Wunsch, die Anregung zu Anwerbemaßnahmen immer von den notleidenden Ländern ausging. Das ist wichtig, weil es in der Debatte um die Einwanderung die Dinge vom Kopf auf die Füße stellen hilft.

    Damit ist nicht gesagt, dass Unternehmer niemals Arbeitskräfte aus fremden Regionen anwerben wollen. Sie wollen manchmal. Das ist manchmal auch absolut berechtigt und ganz im Sinne einer Volkswirtschaft.

    Was mich an Ihrer (warum eigentlich das Sie?) Argumentation stört, ist die Übernahme der marxistischen Position, Unternehmer müssten gesetzmäßig immer die Löhne zu senken trachten. Das ist statistisch wie der Lebenserfahrung zu Folge einfach Quatsch. Tatsächlich ist es überwiegend eine Frage der Position des Unternehmens im Markt, wie ich im ersten Beitrag schon schrieb. Ein Unternehmen wie Karstadt hat sich über Jahrzehnte keine großen Gedanken darüber gemacht, seine Mitarbeiter über dem Branchenschnitt zu bezahlen, bessere Haustarife abzuschließen und Sonderzahlungen zu leisten. Mit der Änderung des Kundenverhaltens im Einzelhandel und stagnierenden oder sinkenden Umsätzen bei in der Regel steigenden, kaum beeinflussbaren Kosten sieht das anders aus. Dann ist der Versuch selbstverständlich, auch die Löhne niedrig zu halten oder zu kürzen, keine Sonderzahlungen zu leisten u.ä., um im Wettbewerb noch bestehen zu können. Funktioniert selten auf Dauer. Und hier kommt wieder ins Spiel, was ich zum Thema Insolvenz schrieb, da ist auch Opel ein gutes Beispiel. Wenn schwächelnde und deshalb Löhne senkende Unternhemen künstlich, mit staatlicher Förderung am Leben erhalten werden, steigt auch der Druck auf die Löhne, und zwar in der gesamten Branche, ganz abgesehen davon, dass Initiative und Menschen für ganz neue Entwicklungen und neue Märkte fehlen, die ganze Dynamik verloren geht.

    Sie haben mit Handwerksbetrieben zu tun? In welcher Funktion? Selbst Teil der bürokratischen Kaste?

    Das Primat der Politik über den Markt, die ausufende Planwirtschaft und Verschuldung sind die Ursache dae malaise, nicht die Reaktionen der Unternehmer und auch nicht die Globalisierung.

  39. Wir haben heute 136 Gender-Professuren in Deutschland

    Boah! Eben: Idiotenland!

    Das funktioniert bei Sarrazin genauso. Er darf sich endlos darüber ausbreiten, was ihm angeblich alles Schlimmes widerfahren ist und das Publikum lauscht andächtig. Der zweite Mehrwert ist die Schuldverlagerung. Nichts ist entlastender als die Annahme, dass man für das eigene Unglück nicht selber die Verantwortung trägt. Wenn Sie zum Beispiel kein Gehör finden oder nicht publiziert werden, dann liegt das dieser Entlastungsstrategie zufolge nicht mehr daran, dass Sie vielleicht Ihre Gedanken nicht klar zu Papier bringen können oder einfach langweilig sind. Nein, es ist das linke Meinungskartell, das Ihren Auftritt vor der Öffentlichkeit sabotiert. Das ist genau die gleiche Figur, wie sie auf der Linken umgekehrt funktioniert. Da ist es dann eben das Patriarchat oder das System, das Sie daran gehindert hat, Ihre Wünsche und Hoffnungen, die Sie für ihr Leben hatten, zu erfüllen.

    Einspruch! So flapsig kann man die gravierenden Eingriffe in die Rede- und Meinungsfreiheit nicht übergehen. Was ist mit den dauernden Lügen in den MSM, dem bewußten Verschleiern der Täterherkunft, dem rigorosen Wegzensieren nicht genehmer Leserbriefe?!

    Und speziell noch mal dies:

    Nein, es ist das linke Meinungskartell, das Ihren Auftritt vor der Öffentlichkeit sabotiert.

    Aber hallo, es gibt einen sehr massiven und konkreten Antifa-Terror! Offenbar sitzt auch Fleischhauer im Elfenbeinturm und kennt die Realität in diesem Land nicht richtig!

    Ich würde niemals jemandem gegenüber ein Wort benutzen, das er als diffamierend empfindet, es sei denn, ich will ihn beleidigen.

    Einspruch! „Diffamierend“ kann ja sehr weit ausgelegt werden – und wird es auch! Und das Schlüsselwort heißt eben „empfinden“. Der eine empfindet dies, der andere das als beleidigend, diffamierend, oder was weiß ich.
    Genau das wurde in # 140 und # 155 hier behandelt:
    http://www.pi-news.net/2014/01/eu-papier-null-toleranz-fuer-andersdenkende/#comments

    Das ist alles längst nicht so harmlos, wie Fleischhauer das sieht. Der soll sich mal zwei Stunden mit Michael Stürzenberger in München an den Stand stellen, der sollte überhaupt mal studieren, was in Münchens Politik und Medien diesbezüglich seit Monaten und Jahren abläuft, nur mal so als Beispiel. – Insgesamt ein enttäuschender Fleischhauer.

    (Diesen Kommentar geschrieben, ohne einen einzigen Vorkommentar gelesen zu haben. Evtl. Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt, wären aber auch nicht unerfreulich.)

  40. Da sind sie ja, die Ähnlichkeiten:

    #7 Irgendwer (07. Jan 2014 10:01)
    (betreffend Sarrazin)
    #15 Urviech (07. Jan 2014 10:38)
    #19 onrop (07. Jan 2014 10:46)
    #22 AtticusFinch (07. Jan 2014 10:58)
    #26 Eulenspiegel141 (07. Jan 2014 11:15)
    #31 JeanJean (07. Jan 2014 11:43)
    #32 Tom Fielding (07. Jan 2014 11:44)

    #40 Vladimir Schmidt (07. Jan 2014 13:49)
    (eine These, über die noch zu diskutieren wäre, könnte was dran sein)

    #41 rene44 (07. Jan 2014 13:56)
    60% der Kommentare haben den Arbeitsmarkt zum Thema.
    Fiel mir auch schon auf. 😉

    #43 Lechfeld (07. Jan 2014 14:51)
    Besondere Zustimmung!

    #45 ingres (07. Jan 2014 15:01)

    Es hat zwar auch Nachteile, weil die Möglichkeit von Wiederholungen besteht, aber manchmal möchte man ganz unbelastet von Vorkommentaren losbrettern. Ist ja auch eine Zeitfrage, in diesem Fall allerdings nicht: wende die Zeit jetzt eben danach auf.

  41. Fleischhauer war mit hier übrigens schon einmal negativ aufgefallen:

    „Für Sarrazin! Für die Freiheit!“ stand auf einem Plakat, als der Autor vor kurzem in der Urania in Berlin seine Thesen präsentierte. Man fragt sich unwillkürlich: Was wird hier eingeklagt? Die Freiheit, unbequeme Wahrheiten auszusprechen? Oder die Freiheit, endlich das herauszuplärren, was man lange nicht sagen durfte, weil es auch gute Gründe für ein Tabu geben kann?

    Es ist mit Rücksicht auf die Vorgaben der politischen Korrektheit aus der Mode gekommen, vom Mob zu reden. Aber es gibt kein besseres Wort für das Publikum, das sich am Freitag vorvergangener Woche in der Urania einfand. Es war ein adrett zurechtgemachter, nach Rasierwasser und Eau de Toilette riechender Mob, ein Angestelltenpöbel, den es kaum auf den Stühlen hielt, sobald die Rede auf „die Politik“, „die Medien“ und „die Ausländer“ kam, und der zischend, johlend und klatschend seiner Aggression freien Lauf ließ. Wer nur zum Zuhören gekommen war, begann sich zwischenzeitlich ernste Sorgen um den armen Deutsch-Iraner zu machen, der als Quotenmuslim auf dem Podium Platz genommen hatte und bei jedem Satz sofort böse Zwischenrufe erntete.

    Wenn sich ein Buchautor eine gesellschaftliche Gruppe vornimmt, ist das eine Sache, wenn sich eine größere Menge anschließt, eine ganz andere. Mit Bürgerlichkeit hat das nichts mehr zu tun.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73892445.html

    Ach, übrigens,
    #43 Lechfeld (07. Jan 2014 14:51)

    Ihr Kommentar ist ja noch viel besser und schärfer als mein # 53. Hätte ich ihn vorher gelesen, hätte ich mir meinen fast ersparen können.

  42. Diese Arroganz und Überheblichkeit gefiel und gefällt mir nicht. Über Arroganz habe ich mich hier vor zwei Tagen ja schon im Zusammenhang mit diesem anderen zum Prätentiösen neigenden Schnösel ausgelassen, dessen Name hier jetzt nicht genannt werden soll und der bis auf weiteres auch nicht mehr von mir zitiert werden wird. Der muß sich jetzt erstmal wieder bewähren, dann hat er vielleicht wieder eine Chance. 🙂

    Fleischhauer hat von seinem ganzen Habitus her ja etwas von einem Snob. Okay, auch hier gilt, was ich schon im Zusammenhang mit Arroganz sagte: so etwas kann durchaus akzeptabel sein, ist oft unterhaltsam und sogar sympathisch, wenn jemand sich das leisten kann, das heißt, wenn er gut und brillant ist. Wenn sein Dünkel dann aber nicht auch von einer gehörigen Portion Selbstironie abgefedert wird, und wenn er auf allzu gehässige Weise auf Kosten „der einfachen Leute“, „des kleinen Mannes“ geht, dann wird es ärgerlich, sehr ärgerlich sogar.

    Und ganz besonders ärgerlich wird es, wenn er damit auch noch dem politischen Gegner in die Hände spielt, wie das beim obigen Fleischhauer der Fall ist.

  43. Da lobe ich mir doch Akif Pirincci. Der hat sein Herz auf dem rechten Fleck („rechts“ hier netterweise in des Wortes doppelter Bedeutung 😉 ) und ist das genaue Gegenteil von blasiert, dünkelhaft, prätentiös, snobistisch etc. Hat aber mindestens ebenso viel in der Birne wie die beiden oben Genannten, ist übrigens auch nicht weniger „gebildet“. Nur läßt es eben nicht auf unangenehme Weise „heraushängen“. Dafür läßt er gern etwas anders „heraushängen“. :mrgreen:

    Dazu zwei wunderbare Zitate des gestern schon im EUdSSR-Gesinnungsdiktatur-Thread gebrachten E. M. Cioran:

    „Es ist Kennzeichen eines reichen Geistes, daß er nicht vor dem Niederen und Trivialen zurückschreckt, jenem Schreckgespenst der `Feinsinnigen`- daher deren Sterilität.“

    „Die feinen Leute sind im Sprachlichen nie schöpferisch. Hingegen bringen es jene fertig, die aus Prahlerei erfinden oder sich in eine emotionsgeladene Flegelei gehen lassen. Das sind elementare Naturen, sie leben auf der Ebene der Wörter. Sollte Sprachgenie etwa ein Privileg verrufener Orte sein? Jedenfalls bedarf es eines Mindestmaßes an Widerlichkeit.“

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