DSCF1000aDaß Thailand in letzter Zeit irgendwie „unruhig“ ist, hat sich schon nach Europa herumgesprochen, wobei die wenigsten die Hintergründe auch nur ansatzweise werden einordnen können. Das gelingt nicht einmal allen Thais selber. Soviel steht aber fest: das Land des Lächelns, sonst eher als eine der erogenen Urlaubszonen der Welt bekannt, hat schwerste, dauerhafte politische Unruhen. Mäßig informiert durch oberflächliche, üblicherweise von Agenturen Vorgekautes hinterherplappernde Qualitätsmedien hat sich bei uns in Europa das einfarbige Bild einer Art Dauer-Klassenkampfs in der öffentlichen Meinung geformt. Ein Grund, lieber einmal vor Ort selber nach dem Rechten zu sehen.

(Eine PI-Reportage mit Photos aus Bangkok von Mr. Merkava)

Am Demokratiedenkmal mitten in Bangkok halten zigtausende Demonstranten gegen die nur noch kommissarische Regierung der Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, jüngste Schwester des ehemaligen, nach einer Verurteilung u.a. wegen Korruption ins Ausland geflüchteten Ministerpräsidenten und Dollar-Milliardärs Thaksin Shinawatra, ihren volksfestartigen, aber sehr ernst gemeinten Protest ab:

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Ein immerhin ehemaliger Minister, Parteichef und Abgeordneter, Suthep Thaugsuban ist nun der Führer des People’s Democratic Reform Committee (PDRC) geworden, der zusammen mit seinen Anhängern fordert, daß die ziemlich sicher ferngesteuerte Regierung der Thaksin-Schwester abtritt (s.a. „Affaire Amnestiegesetz“) und vor Neuwahlen erst einmal das gesamte politische System sozusagen runderneuert werden müsse – durch einen vom hochverehrten, aber schwer kranken König einzusetzenden Volksrat:

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Warum das? Viele, gerade auch die bürgerlichen, gebildeteren Menschen in Thailands Städten meinen, daß die Thaksin-Sippe Thailand als Familieneigentum betrachtet und mit staatlichen und eigenen Geldern Provinzfürsten, Polizeiführer und über teure Prekariatsgeschenke (u.a. die „Reispreis-Festschreibung“) sowie unter Ausnutzung der Autoritätshörigkeit – gepaart mit kleinen Handgeldern an die einfacheren Menschen auf dem unterentwickelten Land – Wahlergebnisse beliebig kaufen kann. Sozusagen der Staat als Beute:

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Von der Regierung, die – nicht ungeschickt – das Parlament aufgelöst und Neuwahlen angesetzt hat, werden natürlich andere Gruppen unterstützt, insbesondere die sog. Rothemden (Redshirts – korrekt: United Front for Democracy against Dictatorship – UDD), die von der amtierenden Regierung mehr oder weniger dezent finanziert, oder auch härter ausgedrückt, gekauft werden.

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Eine verfahrene Kiste, die nun am 13. Januar 2014 in einem Showdown per „Shutdown“, einer Totalblockade der Stadt Bangkok münden soll:

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Erstaunlich ist in der Tat, daß bei der bereits wochenlangen Okkupation des Platzes um das Demokratiedenkmal herum die Thai zäh durchhalten wollen, daß es eine gute, angeblich aus Spenden finanzierte Camping-Infrastruktur gibt und sage und schreibe keinen einzigen Uniformierten – aus früheren katastrophalen Einsätzen der Polizei gegen Demonstranten hat die noch amtierende Premierministerin Yingluck anscheinend gelernt. Es wird zwar gedroht, aber außer dem Einpacken der Regierungsgebäude in Stacheldraht sind von den angeblich 20.000 zusammengezogenen Polizisten und Militärs wirklich keine weit und breit zu sehen:

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Sie sind aber nur momentan nicht zu sehen, denn in der thailändischen Politik hat es immer wieder Militärputsche gegeben, wenn die dortige Führung die politische Lage für unerträglich hielt; das könnte sich jederzeit vor oder nach dem 13. Januar, dem Tag des angekündigten „Shutdowns“, durchaus so entwickeln. Eine große Bewegung von Fahrzeugen und Waffen in Richtung Hauptstadt „für die jährliche Militärparade“ im Januar ist da auch nicht gerade Gerüchte mildernd:

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Unterdessen läuft der Rotlicht-Amüsierbetrieb in den Hotspot Areas Bangkoks (Nana, Patpong, Soi Cowboy) unverdrossen weiter:

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Zur journalistisch-feministisch-kämpferischen Schuld- und Männerbezichtigungslegende „alter-dickbäuchiger-westlicher-Mann-kauft-zarte-mandeläugige-Thai-Unschuld“ vielleicht an anderer Stelle einmal mehr und Differenzierteres.

Mehr angezogen als im Nana-Plaza Complex, aber deutlich weniger anziehend ist die Entwicklung in der muslimisch-orientalischen Enklave, nämlich in einem Gebiet um die Sukhumvit-Geschäftsstraße in Bangkok herum. Dort hat sich aus der von den schon immer zahlreichen arabischen Sextouristen (die übrigens bei den Thaimädchen trotz Geldscheinregens hinter vorgehaltener Hand geäußert mehr als unbeliebt sind) genutzten Hotel- und sonstigen touristischen Infrastruktur, die anscheinend dauerhafte Etablierung eines arabisch-moslemischen Viertels entwickelt:

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Und obgleich es die moslemischen Separatisten im Süden des Landes auch in Thailand häufig krachen lassen, sind die Thais so mit ihren eigenen innenpolitischen Auseinandersetzungen beschäftigt, daß die Moslems im Süden durchaus die lachenden Dritten werden können, weil den Thai – als Buddhisten sowieso erhöht phlegmatisch-leidensfähig – nun noch mehr die Kraft fehlt, sich auf die wirkliche Bedrohung zu konzentrieren:

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Als Europäer hat man da in der Tat eine Art Déjà-vu…

UPDATE 1 vom 11. Januar 2014: Nicht an einen „Rosa Elephanten“ denken!? Niemand denkt an einen Militärputsch in Thailand, sagt der Oberbefehlshaber der Armee.

UPDATE 2 vom 13. Januar 2014: Bangkok-Shutdown-Demonstrationen verlaufen bisher friedlich

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15 KOMMENTARE

  1. Erst einmal das Wichtigste vorweg : Korrupt sind beide politischen Lager. Die stehen sich da in nichts nach.
    Die Reis-Preis Festschreibung hat auch seine Vorteile : Nämlich daß die Reisbauern im Norden und vor allen Dingen im Nordosten ( die Mädchen in Pattaya, Phuket, Ko Samui finanzieren dort den bescheidenen Wohlstand der Eltern bzw. Großeltern ) ein halbwegs gesichertes Einkommen haben wenngleich sie mit Reisanbau niemals auf den sprichwörtlichen grünen Zweig kommen und nicht alle Thais nach Bangkok strömen.

    Dies haben Thaksin / Yinluck gut hingekriegt.
    Suthep kann machen was er will : Die meisten Thais haben ihr Herz im Norden / Nordosten auch wenn sie in BKK oder in den Touristengebieten arbeiten und die wählen Thaksin / Yinluck oder wer auch immer von der Partei dort sitzt.

    Ich würde niemals meine Hand ins Feuer legen daß es da nicht bald wieder losgeht mit den Unruhen und einigen dt. Rentnern, die nach dem Verfall des € gegen den recht stabilen THB ohnehin schon Probleme haben, dürften inzwischen Fracksausen bekommen haben.

    In der Tat wird das Muslim Problem im Süden von allen Regierungen bis auf Thaksin selber erheblich unterschätzt. Thailand = LOS ( Land of Smile ) ? Das war einmal. Mich zieht es da auch aus anderen Gründen nicht mehr hin.

  2. Etwas Informationen.

    Der jetzige König hat in der Schweiz studiert.

    Sein Vater hat ihn mal besucht.

    Als sein Domizil hatte er damals den Ort

    Bodman am Bodensee ausgesucht.

    Es gibt sogar noch Bilder wie er mit seiner

    Kutsche durch Bodman fährt.

    Dies zur Geschichte.

    +++++

    Die Thailänder sollen schauen, dass sie die

    Gefahr im Süden in Griff bekommen.

    +++++

    Ansonsten ist dieses Land sehr korrupt.

  3. khap!

    leider, leider unterschätzen die meisten thais die gefahr aus dem süden. sie sind da ähnlich ahnungslos wie viele schafe dieser republik.

    eins noch:

    Nämlich daß die Reisbauern im Norden und vor allen Dingen im Nordosten ( die Mädchen in Pattaya, Phuket, Ko Samui finanzieren dort den bescheidenen Wohlstand der Eltern bzw. Großeltern ) ein halbwegs gesichertes Einkommen haben wenngleich sie mit Reisanbau niemals auf den sprichwörtlichen grünen Zweig kommen und nicht alle Thais nach Bangkok strömen.

    absolut korrekt.

  4. Mr. Merkava…….

    Der Islam ist wohl ihre weit mehr ihr stärke wie Thailand.
    Erläutern wir hier mal einige Punkte aus ihrem Artikel.

    Zitat:

    nach einer Verurteilung u.a. wegen Korruption ins Ausland geflüchteten Ministerpräsidenten und Dollar-Milliardärs Thaksin Shinawatra,

    ,
    Der ehemalige Regierungschef Thaksin wurde bislang nur in einem einzigen Fall verurteilt, und dass in einem Prozess den wirklich informierte Kreise als rein politisch motiviert betrachten. Die Justiz die in Thailand streng Monarchietreu, trotzdem brauchte sie Jahre um ihn zu verurteilen. Zudem geschah das nicht wegen Korruption, sondern wegen „Begünstigung“ im Amt.
    Um Thaksin zu jagen wurde unter den Militärs extra eine Anti-Korruptions-Kommission erstellt, die allerdings nicht mehr fand als eben den Rajadapisek Fall.

    Zudem, vergessen wir nicht was Thailand ist und bedenken wir das dort keiner der mächtigen die heute gegen Thaksin Poltern nicht Korrupt ist. J a gerade Suthep Thaigsuban der Anführer der PDRC wurde einst damit beauftragt im Süden Thailands Regierungsland an arme Bauern zu verteilen.
    Naja, was soll ich sagen, 3/4 davon landeten zu günstigen Preisen im Besitz reicher Leute aus dem Umfeld von Suthep Thaugsuban. Das ist Thailand und dort alltäglich. Dagegen ist das Urteil gegen Thaksin geradezu ein Hohn.
    Das Gericht befand Thaksin schuldig, weil er seine Unterschrift unter einen Landkaufvertrag seiner Frau setzte, die ein Grundstück (Rajadapisek) ersteigerte, welches einer Kommune gehörte, der gegenüber theoretisch die Regierung hätte weisungsberechtigt sein können.
    Tatsache ist, die Frau Thaksins, ….. übrigens jede verheiratete Frau in Thailand kann nur Land erwerben wenn ihr Ehemann die Erlaubnis dazu gibt, also Potjaman Shinawatra gab an dieser öffentlichen Versteigerung das höchste Gebot ab und erhielt den Zuschlag. Auch im Nachgang dieser Versteigerung gabs keinerlei Beschwerden gegen Potjaman Thaksin und das Landgeschäft.

    Erst die Gerichte unter der Junta die Thaksin 2006 gestürzt hatte, fanden sich plötzlich willfährige Staatsanwälte die ein Verfahren wegen dieses „Formfehlers“ der Familie Shinawatra anstrengten.

    Das führte dazu, dass man grosse Teile seines Vermögens von Thaksin beschlagnahmte. Es waren um die 2 Milliarden Dollar. Demgegenüber stand aber nur eine Verurteilung wegen Begünstigung im Amt, in der keinerlei Schaden für jemanden entstand.

    Mit der beschlagnahme von ca. 60% den Vermögens von Thaksin hofften die Richter der Militärjunta das sie den Widerstandsgeist Thaksins lähmen könnten. Denn der war im Ausland und gab nicht auf.

    Nun ja, wieso sollte ein regulär gewählter PM von Thailand einer Militärjunta freiwillig weichen.
    In Thailand wurde übrigens seit 1932 mindestens 18 mal geputscht.
    Und immer waren es die Demokraten, ( Democrat-Party ) die Partei die heute von Abhisit Veljajva geleitet wird, die diese Putsche guthiessen, sich an ihnen beteiligten und hernach die eingesetzten Regierungsmitglieder stellten. Die DP ist keineswegs eine Demokratische Partei, sondern in Thailand sind sie die Verteidiger der Monarchie und Immer auch Verbündete der Generäle die schon so oft putschten.

    Thaksin wurde übrigens mit Mehrheiten und ja sogar einmal mit dem absoluten Mehr gewählt.
    Er war der erste in der Geschichte Thailands der eine Amtszeit überstand und sogar mehrmals gewählt wurde.
    Wer hier nun behauptet das sein nur wegen dem kauf von Wählerstimmen möglich gewesen, der beleidigt die Menschen in Thailand die Thaksin 3-mal und seine Schwester 2011 …..1-mal gewählt haben, aufs schlimmste.

    Sogenannter Stimmenkauf wurde in Thailand immer betrieben, aber nur wenn die Partei Thaksins dessen beschuldigt wurde, wurde seine Partei auch aufgelöst. Die Democrat-Party erlitt das Schicksal jedoch nie, denn das ist in Thailand nur für Parteien vorgesehen die dem Monarchistischen Establishment nicht zusagen. Die Vertreter der DP wurden bei Hinterzimmergesprächen dabei gefilmt, wie sie mit den Richtern konferierten um der an sich zwingenden Auflösung zu entgehen. Das als Folge der illegalen und gerichtlich erwiesenen Parteispendenaffaire über jene 256 Millionen Baht ( TPI-Polene Fall ).
    Die Monarchistischen Oberrichter Thailands setzten sich stattdessen mir der DP zusammen und konstruierten einen Ausweg. Das ist Korruption schlimmster Sorte.

    Einer der darin involvierten ist Suthep Thaigsuban, und der wurde in Thailand vor Gericht angeklagt wegen der Morde auf den Strassen Bangkoks, ich rede von den Protesten gegen die angewählte Regierung Abhisit, die Neuwahlen ablehnte und es vorzog dafür die Demonstranten von der Arme zusammenschiessen zu lassen, was über 90 Todesopfer zur Folge hatte.

    Vergessen wir nicht, dieser Abhisit der heute mit seiner Partei die PDRC unterstützt, der war es auch welcher ins Amt kam weil die PAD oder einfach die ( gelben ) damals die Demission der gewählten Regierung erzwangen, und zwar mit der Besetzung der Regierungsgebäude und der Flughäfen in Thailand.
    Das ist per internationaler Definition übrigens Terrorismus.

    Die Regierung der Phuea-Thai, also der Nachfolgepartei von Thaksins TRT musste aufgeben weil die Armee daneben stand und den Schutz der Flughäfen verweigerte.
    Das war eine Art passiver Widerstand der Armee und recht eigentlich auch eine klare Befehlsverweigerung, denn sie liessen die Flughafenbesetzungen ganz einfach zu.

    Ich mag Merkel nicht, aber ich anerkenne das sie gewählt wurde.

    Das ist Demokratie.

  5. Ach Du Schande Mr. Merkava.

    Ein immerhin ehemaliger Minister, Parteichef und Abgeordneter, Suthep Thaugsuban ist nun der Führer des People’s Democratic Reform Committee (PDRC) geworden, der zusammen mit seinen Anhängern fordert, daß die ziemlich sicher ferngesteuerte Regierung der Thaksin-Schwester abtritt (s.a. „Affaire Amnestiegesetz“) und vor Neuwahlen erst einmal das gesamte politische System sozusagen runderneuert werden müsse – durch einen vom hochverehrten, aber schwer kranken König einzusetzenden Volksrat:

    ,

    )))))) Ferngesteuert. ((((((
    Tatsache ist, das das Volk in Thailand die Schwester Thaksins, ( Yingluck Shinawatra ) im Bewusstsein wählte, das sie Thaksins Schwester ist. Gerade das hatte ihr den Wahlsieg gebracht.
    Thaksin ist bei den Wählern in Thailand nach wie vor Mehrheitsfähig, ja geradezu ein Markenzeichen.
    Das Thaksin sie aus dem Exil heraus berät, das wussten alle die sie wählten.

    2005 kurz vor dem Putsch gegen ihn wurde Thaksin mit 2/3 Mehrheit gewählt.
    Das heisst korrekt, seine Parteien-Koalition wurde gewählt, denn in Thailand bestimmt das Parlament den PM.

    Diese Runderneuerung des politischen Systems wie das Suthep anstrebt, heisst im Klartext…..

    Entmachtung des Stimmbürgers, weil der nicht die wählt die das Monarchistische Establishment der Superreichen in Bangkok dafür als geeignet erachtet. Auch Suthep ist so ein Oligarch. ( Stichwort Palmoelkartell im Süden Thalands )

    Dann heisst es Diktatur, den es soll ein Volksrat ernannt werden, nicht gewählt. Ernennen wollen den „gute Leute“, und das heisst im Klartext, dass ein Teil von den Generälen vorgeschlagen wird, ein Teil vom Politikern der Demokraten, ein Teil von reichen und mächtigen Leuten in Thailand und das ganze würde dann durch den Kronrat abgesegnet werden, mittels Unterschrift vom König selber.

    Alles natürlich gute Leute im Sinn des Erfinders Thaugsuban….(((((-:

    Bhumipol Aduliyadei ist ja ein König, der alle Putsche seit 1947 abgesegnet hat und dabei auf ein Vermögen von 35 Milliarden Dollar kam. Ein Schelm wer böses dabei denkt…(((-:

    Dieser Volksrat im Namen des Königs soll die Verfassung, ……die heutige von 2007 wurde ja bereits von den Generälen des letzten Putsches stark antidemokratisch abgefasst, nochmals so umschreiben das wenn irgendwie möglich, nicht mehr die Mehrheit der Wähler einen Thaksin wählen kann.

    Eine Demokratie ohne Respekt vor dem Wählervotum also, was ist das ….???

    Nur eben, der König kann fast gar nichts mehr, denn er ist altersschwach und geistig stark angeschlagen. Er kann nur noch etwas Unterschreiben was andere im vorlegen.
    Und einer dieser Leute die ihm gerne was vorlegen wollen, so einer ist dann eben auch ein Suthep Thaigsuban.

    Dieser Suthep steht in BKK aber unter Mordanklage weil er es war der als Innenminister die Niederschlagung der Proteste 2010 zu verantworten hat bei der die Armee Scharfschützen einsetzte, 110-tausend Schuss Munition verschoss, über 90 Menschen tötete und mehr als 2000 verwundete.

    Ich frage mich, geht es hier wirklich um Demokratie oder nicht doch um das zukünftige Wohlergehen eines Suthep…??? Denn diese Mordanklagen würden natürlich vom neuen Volkskomitee als erstes vom Tisch gewischt werden.

  6. Man kann den Thais vorwerfen, was man will. Und sicher sind sie (des lieben Geldes willen) viel zu unkritisch gegenüber den Kulturbereicheren in Bangkok. Aber erstens mal sind die Thais mit ihrer Kultur völlig zufrieden und werden sich niemals „bereichern“ lassen. Und zweitens wird die Polizei (anders als unsere weichgespülten Kuschel-Ordnungshüter) mit äusserster Härte gegen Muslim-Terror vorgehen. Sprich: im Vergleich zu Doitschelan, dass ja wohl schon von einigen Turkvölkern als Moslemprovinz angesehen wird, werden sie sich ab einem gewissen Punkt an Thailand die Zähne ausbeissen. Da ist dann auch nichts mehr mit „Land des Lächelns“ – sondern dann gibts die klare Kante!

  7. Merkava………….

    Ich lesse gerne Pi, aber was Du hier schreibst ist…………..

    – aus früheren katastrophalen Einsätzen der Polizei gegen Demonstranten hat die noch amtierende Premierministerin Yingluck anscheinend gelernt. Es wird zwar gedroht, aber außer dem Einpacken der Regierungsgebäude in Stacheldraht sind von den angeblich 20.000 zusammengezogenen Polizisten und Militärs wirklich keine weit und breit zu sehen:

    ,

    Wo gabs denn früher bedenkliche Polizeieinsätze…:???

    Ja, ich kann mich noch besinnen, das die Amee der Polizei 2010 Tränengasgranaten lieferte die derart stark geladen waren, dass sie Demonstranten schwer verletzen konnten.
    Die kamen aus China waren überlagert und die Armee wusste vermutlich um deren Sprengkraft. Den wenn China so was einsetzt, ist denen ein Toter mehr oder weniger wohl egal. Und warum ist in einem Land die Armee mit Tränengas bewaffnet…???

    Die Polizei n Thailand hält sich meist recht vorbildlich zurück, was diese sogar bei einer Demo durch Polizisten selber scharf kritisierten, denn sie fühlen sich stark handicapiert wenn sie etwas gegen aggressive Demonstranten unternehmen sollen aber nichts dürfen.

    Die Regierung hat immer recht Vorbildlich versucht keine Opfer zu erzeugen, denn diese Opfer will ein Suthep nämlich gerne haben. Nur mittels Eskalation kann er noch einen Umsturz erzwingen. Eskalation heisst in Thailand aber, das sie ihre eigenen Leute opfern damit etwas ins Rollen kommt.

    Zitat Merkava:
    )))))) sind aber nur momentan nicht zu sehen, denn in der thailändischen Politik hat es immer wieder Militärputsche gegeben, wenn die dortige Führung die politische Lage für unerträglich hielt; das könnte sich jederzeit vor oder nach dem 13. Januar, dem Tag des angekündigten „Shutdowns“, durchaus so entwickeln. (((((
    Genau damit sprechen wir das Problem nämlich an.

    ….Wenn die dortige Führung die politische Lage für unerträglich hielt, gabs immer einen Putsch.

    Nur, wann darf sich eine Armee eigentlich anmassen zu Putschen, oder wann eine unterlegene Opposition wie die Democrat-Party die noch nie eine Wahl gewinnen konnte, wer weggeputscht werden darf….???

    Die Führung, wer ist das in einer Demokratie mit einem König als repräsentativem Staatsoberhaupt, also einer konstitutionellen Monarchie…???

    Also ich meine das Volk ist da der Souverän und nicht einmal der König kann sich dem wiedersetzen.

    Könnte er das, wäre es nämlich eine absolute Monarchie.

    Also was ermächtigt da eine Führung wie auch immer die geartet sein soll, eine gewählte Regierung zu stürzen….?

    In einer Demokratie wartet man die nächsten Wahlen ab und dann wird neu entschieden wen das Volk will.

    Aber genau da liegt doch das Problem, die Menschen in Thailand wollen nicht diejenigen, welche das Establishment haben möchte, also putscht man.

    Auch Suthep müsste seiner Partei ein Programnahelegen mit dem er Wahlen gewinnen kann, aber das kann die DP nicht, sie will lieber durch Putsch und ohne Mühen an die Macht gelangen.

    Suthep der Zögling der DP soll ihr dazu das Terrain ebnen.

    Stimmenkauf gabs in Thailand immer seit es Wahlen gibt.

    Das wurde praktiziert in dem man dem Wähler 200 Baht in die Hand drückte, also 6 Euro. Oder man zahlte ihnen etwas für die heimfahrt aufs Land wo sie in ihrer Heimatgemeinde wählen konnten.
    So eine heimfahrt ist bei einem Mindestlohn von gerade mal 8 Euro pro Tag eine teure Sache.
    Also, aufs Hausbuch in dem die Familienmitglieder eingetragen sind, gabs pro Person 1-200 Baht damit die auch zur Wahl gingen und hoffentlich den edlen Spender auch wählten. Hoffentlich….!!!!
    7-8-10 Personen konnten sich so einen Pickup mieten und zur Wahl fahren.
    Das Reissubventionsprogramm aber zählte da nicht dazu. Denn das führt zwar auch dazu das die Bauern im Isaan die Phuea-Thai wählen, denn so ist das in der Demokratie, da wählt man den der was für die Menschen tut. Ansonsten dürfte ja keine ehrliche Regierung mehr irgendwas tun, sie könnte dafür ja gewählt werden was wiederum Stimmenkauf wäre…..(((-:

    Nein, der Reis in Thailand wird vornehmlich von kleinen und mittleren Familien-Betrieben angebaut, was aber dazu führt das sie wenig Konkurrenzfähig sind. Die Reisbauen wurden in Thailand Jahrhunderte immer Stiefmütterlich behandelt, die heutige schlechte Konkurrenzfähigkeit ist auch eine Folge davon. Auch die Regierungen der DOP haben sich nie wirklich um dieses Problem gekümmert.
    Damit die Bauern, die auf dem Weltmarkt nicht bestehen können, nun nicht in scharen das Land verlassen und in die Städte ziehen, wo sie nur das arme Industrieproletariat vergrössern würden, gibts eine Reissubvention. Damit hält man die Bauern auf dem Land wo sie dem Staat mehr nutzen als in den Slums der Städte.

    Wenn das nun nur Stimmenkauf ist, ja dann sollte man in Deutschland Hatz-4 sofort abschaffen, denn die wählen vornehmlich Linksparteien.

  8. Auch, wenn man viel zu scrollen hat – ein immer wieder interessanter Bericht – Dank an Mr. Merkava!

    Und die wenigen kommentare sind mehr quali- als quantitativ.

    Auch wenn man nicht über den Tellerrand reisen kann, gucken kann man so schon ohne MSM….

  9. die Friedrich-Naumann-Stiftung unterstützte die Demokratie in Thailand indem die Demokratische Partei (DP) die bei den Wahlen niemals gewinnen würden laut eigener Aussage des Herrn Suthep. Und deswegen der Protestführer Suthep die Wahlen abschaffen möchte, bekam immer fleißig Geld von diese Stiftung.
    Ein Beispiel für problematische Unterstützung
    http://blogs.urz.uni-halle.de/wahlen/2013/10/ist-das-liberal-die-naumann-stiftung-und-staatsstreiche/
    liberaler Kräfte ist Thailand: “Dort
    kooperiert die Organisation schon lange mit der Democrat Party, die traditionell die Interessen der in Bangkok herrschenden Eliten vertritt und sich bislang stets als zuverlässig liberal und prowestlich erwiesen hat. Kritisch wurde die Lage, als 2001 der Milliardär Thaksin Shinawatra an die Regierung gekommen war und sich im Laufe der Zeit – auch aufgrund von Sozialprogrammen, die ihm bei Wahlen die Mehrheit sicherten – mit den alten Eliten überwarf.

    Zu FDP-Zeiten war Herr Jürgen Koppelin der Thailandexperte.
    http://www.deutschlandradiokultur.de/die-cdu-wollte-uns-eigentlich-gar-nicht.1008.de.html?dram:article_id=262706
    aus dem Interview mit FDP-Jürgen Koppelin:
    Brink: Was sind Ihre Pläne? Kann man nach 23 Jahren einfach so aufhören?

    Koppelin: Nein. Aber nicht in Politik, das hatte ich vorher immer schon gesagt. Ich bin sehr engagiert in Thailand, auch durch die Freundschaft mit dem thailändischen Königshaus. Ich werde Vorlesungen in Bangkok an einer großen Universität halten, das habe ich in der Vergangenheit schon ein bisschen gemacht.

  10. Ich verbringe jährlich mehrere Monate in Thailand, bin auch momentan hier, seit über einem Monat.
    Ich habe hier mittlerweile sehr viele Freunde, in Bangkok, auf den südlichen Inseln, vom Isaan etc.
    Kein einziger von ihnen ist den Roten zugetan. Die meisten plädieren für die Gelbhemden, schon allein des Königs wegen. Der Rest verhält sich neutral und findet, dass diese Proteste den Thai generell schaden, bekennen sich aber definitiv nicht zu den Roten und Thaksin.
    Ich selbst sehe das ähnlich. Natürlich sind beide korrupt, natürlich haben beide massiv Dreck am Stecken.
    Es gibt im Netz dazu einen schönen Artikel, der die Dinge beleuchtet wie sie wirklich sind „Warum Demokratie nicht immer das non-pls-ultra ist“, oder so ähnlich.

    Zu den Muslimen.
    Ich zähle einige Thai-Muslime zu meinen besten Freunden hier. Sie sind Thailand und dem König gegenüber 100% loyal und würden für ihr Land ihr Leben geben.
    Soweit ich das beurteilen kann, steht für sie Thailand und der König an allererster Stelle, der Islam steht weiter hinten.
    Zumindest viele der hier lebenden Muslime darf man meiner Meinung nach nicht mit den Arabern, oder den Muslimen die nach Europa einwandern gleichsetzen.

    Dennoch, sollten die Unruhen durch Muslime hier zunehmen, Thai und Thailand zu Schaden kommen, so werden sich die Thai gnadenlos zur Wehr setzen. Niemals werden sie zulassen, dass ihr Land überfremdet wird, o.Ä.
    Viele buddhistische Thai, die ich kenne, hegen bereits jetzt einen gewissen Groll gegen Muslime und beäugen sie generell äußerst kritisch.
    Zurecht, selbstverständlich.
    Aber wie gesagt, ich kenne auch einige, die (zumindest meiner Ansicht nach) bedingungslose Patrioten sind.

  11. Xy
    Vielen Dank für Deinen wirklich ausführlichen Bericht. Ich sehe die Dinge ähnlich. Im Augenblick, ich bin gerade hier, interessiert das Thais nur dahingehend, dass ich sie von den Streiks betroffen sind.

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