heroindealer.jpgAm Freitag konnte man im Berlin-Teil des Tagesspiegels einen schier unglaublich erscheinenden Artikel lesen, den PI-Leser Alabama zu einem spontanen Gastbeitrag für diesen Blog veranlasste. Es geht darin um einen 14-jährigen libanesischen Drogendealer in Berlin-Pankow, der trotz mehrerer Festnahmen immer wieder freigelassen werden musste, da er noch nicht strafmündig ist. Der Aufenthalt in einem Heim gefiel ihm nicht, also darf er seitdem auf Kosten der Steuerzahlen ohne Aufsicht (!) in der Pension Luisenstadt in Berlin-Mitte, einem schicken Jugendhotel, logieren. Ist ja auch praktischer für ihn: In der Nähe des Hotels befinden sich mit dem Matrix und dem Sage Club zwei der angesagtesten Clubs der Berliner Szene – ein geradezu ideales Terrain für einen jungen Heroindealer, der nicht bestraft werden darf.

Der Tagesspiegel berichtet:

Kriminell, strafunmündig, ohne Betreuung – nach diesem Prinzip überlässt das Jugendamt Pankow einige minderjährige Asylbewerber, die ohne Eltern in Deutschland leben, sich selbst. Zum Beispiel einen 14-jährigen Libanesen, der am Montag zum wiederholten Mal bei einem Deal mit harten Drogen festgenommen wurde – aber sofort wieder freikam, weil er strafunmündig ist. Der Junge lebt seit eineinhalb Jahren ohne Betreuer in der Pension Luisenstadt in Mitte, einem Jugendhotel. Der 14-Jährige bekommt Leistungen für Asylbewerber. Sozialarbeiter kümmern sich nicht mehr um ihn. Dafür seien sie nicht zuständig, heißt es.

Im Hotel lebt er. Von wem wohl finanziert? Zusätzlich noch etwas Handgeld vom Steuerzahler, der Junge soll schließlich haben, was er zum Leben braucht. Extraverdienste kann er sich gerne und ungeahndet durch Drogenverkauf erwerben.

Strafunmündig ist man doch mit 14, oder sehe ich da etwas falsch? Oder darf man den Armen, nur weil er Flüchtling ist, nicht vor Gericht bringen? Muss er sich etwa auch nicht an die hier geltenden Gesetze halten? Er hatte – zweifelsohne – eine schwierige Kindheit, muss man da nicht auch mal über solche harmlosen Delikte wie Drogenhandel hinwegsehen können?

Ein gutes Gefühl, dass der Junge da draußen weiter rumläuft, wo man sich auch manchmal selbst aufhält, und Drogen vertickt. Er kann das schließlich sorglos tun, da gegen ihn nicht vorgegangen wird. Wenn er das erwartete Geld nicht bekommt, schlägt er sicherlich auch mal zu, warum auch nicht, wenn es ungeahndet bleibt.

Vorher war der Junge, der ohne Eltern nach Deutschland flüchtete, in einem Heim untergebracht. „Dort hat er sich bewusst jeder Hilfe entzogen, nur selten dort übernachtet“, sagt Lutz Kopischke, Fachdienstleiter Kindschaftsrecht beim Jugendamt Pankow. Der Junge habe deutlich gesagt, dass er keine Betreuung wolle. Deshalb habe ihn der zuständige Sozialarbeiter in der Pension untergebracht.

Nein, das ist kein Scherz. Anstatt ihm klarzumachen, dass er im Heim zu übernachten und sich an die für alle geltenden Regeln zu halten hat, werden ihm Sonderrechte in Form eines unbefristeten Luxusaufenthalts in einer Pension eingeräumt. Der Sozialarbeiter hat sich diesem Wunsch gerne gebeugt. Ich denke: Ob der Junge Betreuung wünscht oder nicht, hat nicht er zu entscheiden!

Dass der Junge mit Drogendeals seinen Lebensunterhalt verdient, wussten Jugendamt und Sozialarbeiter schon lange. Der Libanese sei einer von mehreren Fällen, sagte Kopischke. Für einen anderen Jugendlichen in einer ähnlichen Situation wie der Libanese klagt das Jugendamt Pankow gerade gegen das Sozialamt: Das strich dem Jungen die Leistungen für Asylbewerber. Der Grund: Er habe ein „verschleiertes Einkommen“ – bei einer Verhaftung fand die Polizei eine größere Summe Bargeld, vermutlich aus einem Drogendeal.

Nett wie sich das Bezirksamt da einsetzt. Der Junge muss laut Jugendamt schließlich auch weiter "Leistungen" erhalten, obwohl er doch mit seinem Drogeneinkommen auch ganz gut klarzukommen scheint.

Es sei ihre eigene Entscheidung, kriminell zu werden, sagt Kopischke. Mehr als Hilfe und Heimunterbringung anzubieten, könne das Jugendamt nicht tun.

Das ist ja großzügig, es als normale Lebensoption anzusehen, kriminell zu werden. Nicht etwa, dass dieses auch geahndet werden könnte. Durch Law-and-Order-Politik. Durch akute Drohung der Abschiebung. Durch Haft. Durch Kürzung aller Leistungen und des Hotelaufenthaltes. Aber nein, man kann den Jungen doch nicht allein lassen; eine "Heimunterbrinung" muss man ihm schon anbieten, und wenn die ihm nicht gut genug ist, da er sich dort an Regeln halten müsste, na – dann gehts eben ab ins Hotel. Auf Staatskosten.

Der Leiter der Abteilung Jugend und Familie bei der Senatsverwaltung, Wolfgang Penkert, wirft dem Jugendamt dagegen ein Pflichtversäumnis vor: „Wir sind verpflichtet, uns angemessen um sie zu kümmern, auch wenn das schwierig ist.“ Zum Beispiel in einer speziellen Einrichtung.

Oder den oben erwähnten Alternativen. Schade, dass niemand an diese Alternative denkt. Ich erwarte auch vergeblich einen Aufschrei der Politiker, die solch absurde Vorgänge ebenso missbilligen wie ich. Vergeblich wahrscheinlich, weil es davon kaum welche gibt. Im übrigen bin ich mir auch bewusst, dass obige Kommentare (laut Gutmenschen) von mir rassistisch, einseitig, pauschal, dumm und absolut kontraproduktiv für das friedliche Zusammenleben der multikulturellen Gesellschaft sein werden. Aber damit kann ich leben!

Noch ein Gedanke zum Abschluss (der ist allerdings Spekulation): Vielleicht ist der Junge ja gar nicht aus dem Libanon, sondern behauptet es nur. In dieses Land kann ja bekanntlich nicht abgeschoben werden, weil es sich weigert, seine kriminellen Landsleute wieder aufzunehmen. Auf Grund dessen kommen z.B. viele Türken auf die Idee, ihren Pass verschwinden zu lassen und sich als Libanesen auszugeben. Ist der Junge evtl auf die selbe Idee gekommen?

(Gastbeitrag von Alabama)

image_pdfimage_print

 

Comments are closed.