boxen.jpgDie Karre steckt tief im Dreck, verfahren in Jahrzehnten politischer und medialer Ignoranz in Verbindung mit Diffamierung und Niederschlagung kritischer Stimmen. Ausbaden müssen es wieder einmal die Bürger, die nicht nur von den direkten Auswirkungen verfehlter Politik massiv betroffen sind, sondern deren Steuergelder nun auch noch dafür verwendet werden sollen, die schlimmsten Auswirkungen zu mildern. Neuköllner Schulen wollen jetzt einen privaten Wachschutz finanzieren, um Schülern und Lehrern das Überleben zu erleichtern.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowski (SPD) ist ein guter Mann, der den Blick für die Realität nicht verloren hat und deshalb bei den Genossen äußerst unbeliebt ist. Sie fallen ihm bei jeder Gelegenheit in den Rücken. Er will jetzt aus der Tatsache, dass er die für Sicherheit seiner Schüler nicht mehr garantieren kann, Konsequenzen ziehen.

Künftig sollen Wachleute „schulfremde Personen“ freundlich aber bestimmt vom Gelände komplimentieren. Das kann auch Eltern treffen, die in Neukölln einen zuweilen rüden Umgangston pflegen.

Schimmang schilderte einen Fall, der ihm vor wenigen Tagen gemeldet wurde. Zwei Eltern beschwerten sich bei der Schulleiterin darüber, dass ihr Kind nicht versetzt werden sollte. Sie bezeichneten die Schule als „Scheißschule“. Die Schulleiterin hakte nach, was damit gemeint sei. Antwort: „Lass dich mal durchficken, du dumme Fotze.“

An derartige verbale Attacken hätten sich die meisten Lehrerinnen und Lehrer inzwischen gewöhnt, sagte Bürgermeister Buschkowsky. „Wir sind es aber nicht gewöhnt, dass sich Lehrer auf dem Schulhof zusammenschlagen lassen müssen“.

Von den jeweils sechs Haupt-, Realschulen und Gymnasien gaben nach einer internen Umfrage der Bezirksverwaltung 17 Schulleiter an, sofort einen Wachdienst an ihre Schule zu beordern, wenn es die Möglichkeit gäbe.

76 Wachschützer will Buschkowski einsetzen, das Geld aus dem eigenen mageren Etat zusammenkratzen. Auf Hilfe der Landesregierung kann er dabei nicht hoffen. Die sieht aus ideologischen Gründen großkotzig über die Sorgen des Bürger im Alltag hinweg:

Buschkowsky hat seine SPD nicht wirklich hinter sich: Während die Bezirkspartei ihn unterstützt, findet der innenpolitische Sprecher Thomas Kleineidam, so schlimm sei es doch gar nicht mit der Gewalt.

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sieht Wachschützer skeptisch, setzt auf Gewaltprävention an Schulen und deren Zusammenarbeit mit dem nächsten Polizeiabschnitt.

Es ist 5 nach 12, aber wehe, jemand handelt! Also: Weiterreden statt Handeln!

(Spürnasen: Frank Sch., Jeremy und Unsere Freiheit)

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