SobeckAlexander von Sobeck, der als TV-Journalist in Paris arbeitet, folgt Heinrich Heine und erörtert kurzweilig „französische Zustände“. Wohin steuert Sarkozy? Jenseits des Rheins, wo europäische Illusionen zerbrachen, weil Paris gegen die Verfassung der EU optierte, blüht nationales Selbstbewusstsein. Keine Popularität genießt die Brüsseler Kommission. Viele Franzosen beklagen, „dass ein bürokratischer Wasserkopf das Schicksal der Bürger“ lenkt.

Sie favorisieren „eine Zusammenarbeit unabhängiger Staaten“. Kaum jemand will den türkischen Halbmond in der EU sehen.

Energisch definiert Frankreich seine Interessen und betont die „glorreiche“ Vergangenheit. Selten wurden eigene Kolonialverbrechen thematisiert; der Begriff „Algerienkrieg“ blieb lange verpönt. Deshalb ignorierte man, welche Probleme die Zuwanderung aus ehemaligen französischen Kolonien hervorruft.

Der Kritik an „Europa“ entspricht es, innere bürokratische Gängelung zu bekämpfen. Leichtfüßig improvisieren die Erben der Gallier, kaufen „auf Pump“, genießen eine 35-Stunden-Woche oder feiern krank.

Andererseits sind Dienstleistungen oft miserabel; zahlreiche Krankenhäuser bröckeln. Die politische Klasse, Frucht elitärer Hochschulen, ist kastenartig separiert, der Realität entfremdet, und halbfeudale „Klientelsysteme“ vernetzen einen bürgerlichen Neuadel.

Auch das Regierungssystem der 5. Republik ähnelt absolutistischen Zeiten. Der mächtige Präsident thront über instabilen Parteien. Wie einem Monarchen assistieren ihm „Handlanger“ genannte Premierminister. Unter Chirac erstarrte Frankreich, während Immigration und Arbeitslosigkeit zunahmen.

Der Multikulturalismus scheiterte völlig. Einwanderer maghrebinischer Herkunft leben isoliert. In Pariser Vorstädten toben Bürgerkriege, die koloniale Kämpfe fortsetzen, deren „Brutalität“ unseren Nachbarn tief erschüttert. Sarkozy, vormals Innenminister, missglückte es, das Debakel zu bewältigen.

Bei 8,7 % liege die allgemeine Arbeitslosigkeit relativ niedrig. Dennoch hat jeder vierte Jugendliche keine Stelle. Sobeck empfiehlt, weniger zu streiken, „Vollkasko-Ansprüche“ aufzugeben, öffentliche Betriebe zu privatisieren, die er für „Dinosaurier“ hält, der Globalisierung alle Tore zu öffnen. Ob diese simpel gestrickte Rosskur demokratische Legitimation benötige, fragt er nicht.

Zwar vergreise auch Frankreich, aber seit kurzem erzielt die Geburtenrate, staatlich massiv gefördert, europäische Spitzenwerte. Ab dem dritten Kind zahlen Familien keine Steuern mehr. Können wir davon lernen?

Sarkozy tendiert eher nach London und Washington. Das Verhältnis zu Deutschland werde er lockern und Frankreich „mit sich selbst“ beschäftigen.

(Buchbesprechung von Dr. Rolf Helfert)

» Alexander von Sobeck, Ist Frankreich noch zu retten? Hinter den Kulissen der Grande Nation, Propyläen, Berlin 2007, 368 Seiten, 19,95 Euro.

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48 KOMMENTARE

  1. Es zeichnet sich langsam ab, dass Sarkozy Bush ablöst. Für die Zeitungen ist Bush-Bashing nicht mehr so interessant, da er ja bald kein Präsident mehr ist. Aber Sarkozy hat noch seine gesamte Dienstzeit vor sich. Da gibt es halt jetzt fröhliches Sarkozy-Bashing.

    Tja, der gallische Hahn will einfach nicht so wie der deutsche Michel.

    Das Geschäft mit Libyen ärgert die Deutschen, obwohl Siemens zu 34% an der französischen Firma beteiligt ist. Dabei macht Deutschland reichlich Geschäfte mit dem Iran. Darüber regen sich die hiesigen Zeitungen aber nicht auf.

  2. Kaum jemand will den türkischen Halbmond in der EU sehen.

    Das ist nicht nur in Frankreich so!
    In Deutschland dürfen das jedoch nicht die Bürger entscheiden sondern es entscheidet noch das bürgerferne Establishement.

    Der Multikulturalismus scheiterte völlig.

    Auch das ist nicht nur in Frankreich so. In Deutschland hängen die „Kulturbereicherer“ jedoch noch bequem in der bequemeren sozialen Hängematte und das Establishemet hällt verdeckend die Hand über die Probleme.
    Deshalb brennen hier auch noch weniger Autos.

  3. In Frankreich bewegt sich wenigstens etwas. Und französische Politiker sind i.d.R. auch deutlich gebildeter als die heutigen deutschen.

  4. Das Geschäft mit Libyen ärgert die Deutschen, obwohl Siemens zu 34% an der französischen Firma beteiligt ist. Dabei macht Deutschland reichlich Geschäfte mit dem Iran. Darüber regen sich die hiesigen Zeitungen aber nicht auf.

    Das ist ein Rechter Schlag auf die deutschen Linke Dumfbacken.
    Die Deutsche Politiker sind sauer, weil Sarkozy allein auftritt und handelt, ohne die „Genehmigung“ unseren Roten Politiker.

    Die Sonne geht im Westen auf!!!!
    Wird das Ende der EU- Diktatur sein? HOFFENTLICH!
    Der Westen wird sich nach USA orientieren und den Freunden der deutsche Kommunisten- den Chinesen und den Russen, die KALTE Schulter zeigen.

  5. Die Antwort Sarkozy- Lybien ist- Claudia ist im Nordirak, bei ihren Terroristen…..pardon, den Menschen zu helfen.. 🙂

  6. # 1 spy:

    „Sarkozy tendiert eher nach London und Washington.“

    Hinsichtlich Washington finde es es okay, jedoch nicht hinsichtlich London. Die Briten hätten ich aus der EU schon längst rausgeworfen. Die machen doch nur Probleme.

    Übrigens wurde u.a. die EU-Verfassung auch von den Moslems torpediert. Das sagen uns natürlich unsere Dhimmi-Politiker nicht.

  7. 7 Karolinger (31. Jul 2007 18:08)

    # 1 spy:

    “Sarkozy tendiert eher nach London und Washington.”

    Hinsichtlich Washington finde es es okay, jedoch nicht hinsichtlich London. Die Briten hätten ich aus der EU schon längst rausgeworfen. Die machen doch nur Probleme.

    ….und ich habe kein Problem damit, die können ruhig die EU zerütteln- ich bin für die EWG.

    Die Engländer sind immer den USA treue geblieben und das meinte ich.
    Die wurden mir unsymphathisch durch die Klima-Hysteria – aber das ist ganz andere Thema.

  8. Keine Steuern ab dem 3. Kind?
    Dann aber hoffentlich nur für echte Franzosen und nicht die Muslimlägehennen….

  9. @6 spy
    Ja, Claudia war in Kurdistan und hat mal das Richtige sagt:

    „Also, ich muss Ihnen nun sagen, wir erleben hier eine stabile Sicherheitslage. Erbil, Suleymaniyah, das sind Millionenstädte, das sind lebendige Städte, und man sieht, wie der Wiederaufbau und auch die Demokratisierung schon vorangeschritten ist. Und ich muss Ihnen sagen, ich verstehe überhaupt nicht, warum die Bundesrepublik Deutschland ökonomisch, diplomatisch, kulturell oder politisch hier nicht anwesend ist.“

    Es ist halt nicht alles Chaos im Irak. Und so eine positive Aussage ist selten, da man sich in deutschen Zeitungen doch heimlich freut, wenn die Amerikaner scheitern im Irak, schon gar nicht darf es der böse Bush schaffen.

    Nun ja, Claudia Roth, ein blindes Huhn findet halt auch mal ein Korn.

  10. Ab dem dritten Kind zahlen Familien keine Steuern mehr. Können wir davon lernen?

    Selbverständlich. Großer Irrtum zu glauben, daß finanzielle Anreize nicht zu mehr Geburten führen würden. So viele Geburten zusätzlich brauchen wir in Wahrheit gar nicht. Es müßte nur jede 2. Frau 1 Kind mehr bekommen.

    Die französische Regelung hat zudem den Vorteil, daß Mohammedaner davon nicht profitieren, weil die meisten ohnehin keine Steuern zahlen.

    Wie man die Steuererleichterungen finanziert? Durch die Ausweisung von integrationsunwilligen, kriminellen und arbeitsscheuen Mohammedanern.

  11. Ab dem dritten Kind keine Steuern mehr? Dieses dritte Kind ist ein mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % ein Verschnittener. Auf diese Weise wird ausschließlich Quantität nicht aber Qualität erzeugt. Horden analphabetischer Muselmanen werden demnächst die Straßen und Plätze besetzen, und die letzten verbliebenen Echt-Franzosen, wird man ihn Zoos besichtigen dürfen. Schild am Gitter. Die Ungläubigen bitte nicht füttern !

  12. „Sarkozy tendiert eher nach London und Washington. Das Verhältnis zu Deutschland werde er lockern und Frankreich „mit sich selbst“ beschäftigen.“

    Ich habe Frankreichs Politik nie verstanden.

    Im zweiten Weltkrieg glänzte es durch mangelnde Abwehrbereitschaft gegen den Nationalsozialismus, das Vichy-Regime war schnell aufgestellt, der grosse De Gaulle stichelte ein wenig, aber fleissig gegen dasselbe und vermutlich ist es nur ihm und seinen Getreuen zu verdanken, dass Frankreich nicht den kriegsverlierern zugeordnet worden ist.

    Nach 1945 dann wieder das alte Bild des nationalistischen Frankreichs und etliche Ego-Trips der Regierung De Gaulle.

    Auch zu Zeiten der EWG und EG dasselbe Bild, Deutschland schwächen und Kontakte zu Polen und Rumnänien pflegen, so dachte man. Deutschland als Melkkuh der europäischen Vereinigung und Frankreich als Netto-Empfänger. Das war prima und es ist immer noch so.

    Antiamerikanismus prägte weiterhin das Frankreich-Bild, egal ob Bürgerliche (Chirac, s’Estaing oder Sarkozy) oder Linke (Mitterand) den Präsidenten stellten.

    Irrationale aussenpolitische Entscheidungen und der grosse, fast megaloman zu nennende, Anspruch Frankreichs sind nun schon seit vielen Jahrzehnten auszuhalten. Ändern wird sich da nichts.

  13. #12 Lulli

    Deutschland als Melkkuh der europäischen Vereinigung und Frankreich als Netto-Empfänger. Das war prima und es ist immer noch so.

    Das sehe ich nicht ganz so. Schröder wollte Europa kaufen und sie an die Russen verticken.
    Er hat auch verstanden die andere Länder mit Geld anzulocken.
    Wer gibt sich soviel Mühe die EU zasammenzuhalten und warum?
    Hast du Schröders Traum Achse- Berlin, Moskaw, Paris- vergessen?
    Unter dem Deckmantel der EU sollte hier einen neuen Ostblock entstehen, egal was es kostet.
    Viele Menschen im Westen sind aber dagegen und deshalb wollen die EU-Politiker, meist die Deutsche, die diktatorische Verfassung schnell durchsetzen.

  14. # spy

    Ein Diskussion bezüglich der EU werde ich mit Ihnen nicht anfangen. Ich jedenfalls will eine EU als wirtschaftliche und militärische Weltmacht, unabhängig von den USA. Das bin ich meinen Kindern schuldig

  15. Große Unterschiede zu Deutschland scheinen nach Sobeck dann ja wohl nicht zu bestehen. Ich finde es positiv, wenn Frankreich und überhaupt die EU Länder sich erstmal „um sich selbst“ kümmern. Gerade in Zeiten von Globalisierung ist die Gefahr des Überdrehens sehr groß und daher ist ein „in sich gehen“ wichtig zur Regeneration. Mir scheint, als wenn sich Sarkozy außenpolitisch auf die Spuren eines Herrn Zapatero begibt. Jedenfalls scheinen diese Länder an einer neuen Nähe zu ihren ehemaligen Kolonien zu stricken.

  16. @#15 Karolinger# spy

    Ein Diskussion bezüglich der EU werde ich mit Ihnen nicht anfangen. Ich jedenfalls will eine EU als wirtschaftliche und militärische Weltmacht, unabhängig von den USA. Das bin ich meinen Kindern schuldig

    Da brauchst du dich auch nicht zu beschwerden, dass Deutschland eine Melkkuh ist, die Frage ist nur wie lange kann das durchhalten.
    Erwartes du, dass die andere Länder wegen des Geldes, hörig den Deutschen werden? Wir haben z.B. in OstenDeutschland 1,4 Billionen€ reingepumpt, dafür haben wir nicht mal einen Dank bekommen. Warum erwartest du dann dies von den anderen Ländern?

    EU als politische und wirtschaftliche Weltmacht?
    Träume schön weiter.
    Europa war/ist und wird die grösste Provinz der Welt bleiben. Jeder Europäer der etwas taugt und Grosses leistet wandert in die USA aus.

    Ich bin gegen die EU, bzw. gegen die diktatorische EU- Verfassung- und das bin ich meinen Kindern schuldig.

  17. @spy:

    Wie bist Du denn drauf?
    Die EU ist doch nicht diktatorisch aufgestellt.
    Und was bitte hatte Gazprom-Gerd vor? Europa an Russland zu verkaufen?

  18. Bislang hat sich noch keiner die Frage gestellt, warum Frankreich als einziges EU-Mitglied (nun ja, das kleine Österreich wird uns nicht retten können) gegen den Beitritt der Türkei ist. Dass Frankreich das einzige Land mit Weitblick sein soll, dem Europa am Herzen liegt, nein, an diese doch arg einfältige Erklärung glaube ich nicht.

    Frankreich hat nur wenige Türken im Land, eine drohende Einwanderungswelle hat vor allem Deutschland zu befürchten. Paris tut nichts ohne Hintergedanken. Vielmehr denke ich fürchtet die politische Elite in Frankreich, ein Beitritt der Türkei ließe eine Achse Berlin-Ankara entstehen, die beiden einwohnerstärksten Länder – verbunden durch Millionen von in Deutschland lebenden Türken – könnten sich zusammentun. Frankreich müßte zurückstehen, französische Interessen gerieten in eine deutsch-türkische Zange. Das Lieblingsprojekt aller französischen Regierungen, die Schaffung einer Mittelmeer-Union mit Algerien und Frankreich als zentrale Anker, könnte sich Paris abschminken. Frankreich hat all die letzten Jahre mit Argwohn und Eifersucht die Süd-Ost-Erweiterung der EU mitgetragen, die die Franzosen als in erster Linie den deutschen Interessen dienlich ansehen. Die EU wurde mit den Neumitgliedern sehr viel „ostischer“, was Frankreich naturgemäß keine Ruhe läßt. Weder Deutschland und noch viel weniger die Türkei haben ein Interesse, mit einer Maghreb-Union den Fokus zurück in den Südwesten zu verlagern.

    Die Türkei ist auch das Land, das in beiden Weltkriegen eher auf Seiten Deutschlands stand. Frankreich stand immer auf der Seite der Araber. Türken und Araber sind sich wie man weiß in herzlicher Abneigung verbunden. Das sollte man nie vergessen, die Franzosen denken viel mehr in historischen Zusammenhängen als wir. Im Balkankrieg der 90er Jahre konnte man schließlich auch sehen, wie sich vergessen geglaubte Bündnisse zweier Weltkriege revitalisierten. Frankreich ist mit Sicherheit nicht aus edlen Motiven heraus gegen einen Beitritt der Türkei.

  19. @19 Lulli

    Unsere 68-er haben kaum die Grenzöffnung erwartet um auf dem Schoss der Kommunisten zu landen.

    Die EU-Verfassung ge­fährdet das parlamentarische System. Es beruhe auf einer Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. In der EU sei hingegen keine Gewaltenteilung verankert. Dort entscheiden die EU-Kommission und die Regierungsmitglieder der EU-Einzelstaaten, und die Parlamente der Staaten haben sich danach zu richten.

    ‘3. Die Bestimmungen des Artikels 2 der Charta (2) entsprechen den Bestimmungen der genannten Artikel der EMRK und des Zusatzprotokolls. Sie haben nach Artikel 52 Absatz 3 der Charta (3) die gleiche Bedeutung und Tragweite. So müssen die in der EMRK enthaltenen “Negativdefinitionen” auch als Teil der Charta betrachtet werden:

    a) Artikel 2 Absatz 2 EMRK:

    “Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um

    a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;

    b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;

    c) einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen”.

    b) Artikel 2 des Protokolls Nr. 6 zur EMRK:

    “Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden …’.

  20. @malefiz

    Ich würde eher sagen, Frankreich hat durch die Ablehnung der Türkei wenig zu verlieren, weil eben nur wenige Türken in Frankreich leben.

    Außerdem, jedes europäische Land ist gegen den Türkeibeitritt. Die Bevölkerungen sowieso, und alle rechten Volksparteien auch. Österreich ist eines der wenigen Länder, wo auch die Sozialisten dagegen sind.

  21. @ #19 Lulli

    Die EU ist doch nicht diktatorisch aufgestellt.

    Was bitte ist an der EU demokratisch? Wer ist Herr im Haus? Etwa das EU-Parlament? Hat das EU-Parlament Initiativrecht? Es ist allenfalls mitentscheidend.

    Will man ein Gesetzesvorhaben am Bundestag vorbei durchziehen, kungelt man in Brüssel oder Straßburg eine Richtlinie aus, die hier dann Gesetzesrang hat und vom Bundestag nur noch abgenickt wird.

    Und das soll durch eine Verfassung zementiert werden?

    Als die Mitglieder des Bundestags den ersten EU-Verfassungsentwurf ratifiziert haben, standen sie alle unten und haben sich gefreut, weil sie ach so tolle Europäer sind. Danach wurden einige von ihnen von einem TV-Team, welch Zumutung, befragt, ob sie wüßten, was sie abgenickt haben. Das Resultat war niederschmetternd.

  22. Wie dem auch sei- die Franzosen wollen keine Demokratie, sondern die Republik.
    Die deutsche Politiker wollen auch keine Demokratie, sondern die sozialistische Diktatur.
    Zwei Mächte stossen auf einander und daran wird die EU scheitern- ein riesiger Erfolg für die EU- Kritiker- sich anlehnen und geniessen.

  23. #7 Karolinger

    Übrigens wurde u.a. die EU-Verfassung auch von den Moslems torpediert.

    Gibt es dazu irgendeinen Link?

  24. Weiss jemand, wieviel Sozialhilfe eine durchschnittlicher Migrant in Frankreich bekommt?

  25. @egon #22

    Okay, man muss unterscheiden zwischen den Regierungen und der Meinung im Volk. Die Bürger selbst sind deutlich gegen einen Beitritt, die Regierungen allesamt dafür (Merkel doch inzwischen auch, so lauwarm wie sie das Thema behandelt). Bei Sarkozy bin ich mir alles andere als sicher, dass der bei seiner bislang eingenommen Haltung bleibt. Sarkozy wurde mir ohnehin viel zu sehr hochgejubelt. Hier wird es noch reichlich Ernüchterung geben.

    Wenn sie kaum was zu verlieren hätten, könnte Frankreich der Beitritt der Türkei relativ egal sein. Ist es aber nicht. Meines Erachtens hat das mit den französischen Eifersüchteleien zu tun und mit dem Algerien-Projekt, das sonst perdu wäre. Sarkozy jettet doch in den wenigen Wochen seitdem er im Amt ist unentwegt an die südliche Mittelmeerküste. Einer Anbindung des Maghreb an Europa hat er schon mehrmals das Wort geredet.

  26. Das mit dem Maghreb ist schon sehr undurchsichtig. Natürlich haben die Franzosen ihre Interessen.

    Worum es hauptsächlich geht ist allerdings die Immigration. Und die will niemand, auch die Franzosen nicht. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß Sarkozy darauf hinarbeitet einen Teil der Nordafrikaner wieder in ihre Heimat rückzuführen. Womöglich verlangen Gaddafi & Co etwas dafür, zB Wirtschaftshilfe.

    Sarkozy kommt mir auch etwas manisch vor. Ein bischen wie Möllemann und Haider. Jede Woche muß ein neuer Wirbel gemacht werden.

  27. hmmm … Frankreich und die nordafrikanische Immigration

    Ich glaube, es war De Gaulle (der sicherlich damit keine Einzelmeinung vertrat), der meinte, Frankreich wäre 1940 (oder war’s 1870/1871?) auch deshalb so handstreichartig besiegt worden, weil Deutschland mehr Einwohner hatte. Frankreich arbeitet sehr erfolgreich daran Deutschland in der Einwohnerzahl in gar nicht so ferner Zukunft zu überholen. Ich bin mir nicht so sicher, ob die afrikanische Immigration nicht doch von den französischen Eliten bewußt vorangetrieben wird.

    Eigentlich wäre die Person Sarkozy, das französische Nein zum Türkei-Beitritt und was eigentlich dahintersteckt, ein schönes Thema für Gudrun. Die könnte da mal etwas Licht ins Dunkel bringen 😉

    Leider macht sie sich hier etwas rar.

  28. Wie geil ist das mit dem 3. Kind…

    Die autochthonen Großfamilien werden wohl daraus Nutzen ziehen.

    Oder vielleicht die 20 köpfige Inzuchtbrut aus Pakistan?
    Dazu noch 500 krankenversicherte Dorfmitglieder, sind ja alle genetisch verwandt.
    Upps, noch nicht mal GB ist so beknackt und zahlt für Neandertaler alle Arztkosten.

  29. Es ist so krank.
    Wir bezahlen für unseren Untergang.
    Da mache ich nicht mit und behalte mein Geld lieber für mich und kauf mir Waffen.

  30. @ Mistkerl

    Denkfehler! Die Mohammedaner arbeiten seltener, verdienen weniger, und profitieren daher viel weniger vom Steuererlaß nach dem 3. Kind.

    Ähnliches probiert Deutschland beim Elterngeld, welches natürlich auch abhängig vom Einkommen ist.

    Zusätzlich wäre es noch angebracht Kinderkrippen und Kindergärten auszubauen, was auch wiederum den Wünschen besserverdienender Frauen entspricht. Mohammedanerinnen brauchen keinen Kindergarten und Kinderkrippen, und profitieren daher auch nicht. Es sei denn sie arbeiten wie die Deutschen, dann schaut´s allerdings mit der Integration auch besser aus.

  31. @Egon

    Praxisgebühr…
    5000€ pro Quartal, sauber.
    Mindesttarif, Krankenkasse 130.000/Monat.
    Und dieses beschauliche Dörflein ist nur eins von Tausenden.

    Und ich darf 3000€ bezahlen, weil ich eine Kieferoperation hatte, obwohl ich KK-Beiträge bezahlt habe.

    Einem ganzen Dorf wird ein feines Gebiss spendiert, während bei langjährigen Einzahlern alles minutiös abgerechnet wird, auch wenn es sich nur um 2 Zähne handelt.

  32. „Frankreich hat nur wenige Türken im Land, eine drohende Einwanderungswelle hat vor allem Deutschland zu befürchten. Paris tut nichts ohne Hintergedanken. Vielmehr denke ich fürchtet die politische Elite in Frankreich, ein Beitritt der Türkei ließe eine Achse Berlin-Ankara entstehen, die beiden einwohnerstärksten Länder – verbunden durch Millionen von in Deutschland lebenden Türken – könnten sich zusammentun.“ – Malefiz

    So sehe ich das auch. Frankreich denkt immer sehr national und macht dabei immer wieder schlimme Denkfehler. Leider.

  33. @Max Emanuel:
    „Was bitte ist an der EU demokratisch?“

    Nun, es werden doch die üblichen demokratischen Institutionen geschaffen, letztlich soll eine bspw. mit den vereinigten Staaten vergleichbare (ich schrieb _vergleichbar_ nicht identisch oder ähnlich) Struktur entstehen.

    Der Födereralismus soll dann in etwa „EU-Land-Bundesland/Provinz-Gemeinde“ aufgestellt werden.

    Dass man bei diesem Plan nicht jedes noch so kleine Mitgliedsland zu jedem Punkt um ein Wählervotum bitten lassen kann, sollte klar sein.

    Ob dieses Ziel erstrebenswert ist? Ob es erreichbar ist?

    Keine Ahnung, aber die Bemühungen laufen im grossen und ganzen demokratisch ab.

    Spricht irgendwas gegen eine solche Struktur? – Klar, aber überwiegen die Nachteile?

  34. @spy:
    Ich sehe da keinen Kommunismus, der die EU zwangsläufig mit sich bringen soll, wie Du schreibst. Die zitierten Paragraphen kann ich auch nicht in einen Zusammenhang bringen.

    Klar, es besteht die Gefahr, dass ein überbürokratisierter Moloch entsteht, der undemokratische Tendenzen entwickelt und vielleicht auch nicht tragfähig ist.

    Glaube aber nicht, dass es dazu kommt. Die EU hat – alles in allem – eine deutlich positive Entwicklung gebracht.

  35. #36 Lulli (31. Jul 2007 22:46)

    @spy:
    Ich sehe da keinen Kommunismus, der die EU zwangsläufig mit sich bringen soll, wie Du schreibst. Die zitierten Paragraphen kann ich auch nicht in einen Zusammenhang bringen.

    Solltest du auch nicht.Man kann auch keinen Blinden zum Sehen zwingen.
    Träume weiter von einer starken EU- Weltmacht.

  36. # 37 spy,

    zwecklos mit Ihnen zu diskutieren. Sie verstehen noch nicht einmal die einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhänge.

  37. @ #35 Lulli

    Nun, es werden doch die üblichen demokratischen Institutionen geschaffen, letztlich soll eine bspw. mit den vereinigten Staaten vergleichbare (ich schrieb _vergleichbar_ nicht identisch oder ähnlich) Struktur entstehen.

    Ich wiederhole meine Frage: Wer ist in diesem qua EU-Verfassung zu zementierendem Gebilde Herr im Haus? Das Parlament als Vertreterin aller EU-Bürger? Oder der Ministerrat? Wo übersehe ich die Demokratie?

  38. Sakorzy ist ein Europäer im aristokratischen Sinne (seine Familie stammt vom ungarischen Adel ab). Seine Vorstellungen von Europa entsprechen dem von de Gaulle und Adenauer. Er will kein Multi-Kulti Europa wie es die 68iger Knallköpfe a la Cohn-Bendit im Kopf haben.

  39. 38 Karolinger (31. Jul 2007 23:35)

    # 37 spy,

    zwecklos mit Ihnen zu diskutieren. Sie verstehen noch nicht einmal die einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhänge.

    Haben wir über Wirtschaft diskutiert?
    Oder willst du einfach beleidigen.

  40. # 41 spy,

    neben mangelndem wirtschaftlichen Sachverstand erkennen Sie auch die politischen Zusammenhänge nicht.

    Bitte informieren Sie sich erst, bevor Sie einfach darauf losreden!

  41. # karolinger
    In Ihrer europaverliebtheit übersehen Sie wohl ganz, daß die EU ein totalitäres Bürokratiemonster ist, wie es sich G. Orwells nicht vorstellen konnte. Beispiel: Sprachregelung = Neusprech, PC = Gedankenkontrolle usw. Vieleicht fällt Ihnen etwas Gutes ein, um mir erklären zu können, wie die EG- Kommission demokratisch legitimiert sein soll. Im übrigen denke ich, daß herabwürdigungen anderer Teilnehmer an diesem Blogg nicht dienlich sind.

  42. @Morgenstern

    Die Dinge die du in Der EU so bemängelst sind natürlich in den USA viel besser. Da gibts keine totale Überwachung usw. lol

  43. weiterdenker: In Frankreich bewegt sich wenigstens etwas. Und französische Politiker sind i.d.R. auch deutlich gebildeter als die heutigen deutschen.
    ===========================================

    im Gegensatz dazu ist die Mehrheit der deutschen Politstrizzis strunzdumm, zumindest Pisa Bodensatz. Die elitären Kaderschulen in France sind sicher nicht unproblematisch, produzieren aber fachliche Qualität auf höchstem Niveau.
    Die Geburtenrate ist bei den autochthonen Franzosen höher als bei uns, die Massenproduktion wird aber von den „Beutefranzosen“ erledig. Daraus reslultiert eine wuchernde Verwahrlosung der Städte und größeren Orte. Die Fähigkeit sich mit Islam und Moslemgewalt auseinanderzusetzen ist noch geringer als in der BRD. Linkes Geschwafel und Gutlinggejaule ist auch dort Mode.
    Fazit: Wir gehen zusammen unter.

  44. # 43 morgenstern,

    wissen Sie ich bin kein Morgenstern. Ihre Äußerungen bezüglich der EU fehlt jegliches Fundament. Informieren Sie sich erst über die EU bevor Sie einfach darauf losplappern.

    Im übrigen empfehle ich Ihnen den Zeitungsartikel von Will Hutton vom The Observer:

    „United we stand“

    Ein vereintes Europa sei ein gutes Beispiel für Zivilisation – ein weitaus besseres als die USA, meint Will Hutton

  45. @Karolinger

    Es ist natürlich klar, dass die EU-Länder, die von den Netto-Einzahlern profitieren, der EU positiv gesonnen sind.

    Irland, Spanien, Portugal usw. , waren alle Problembären, jetzt haben sie ähnliche Löhne oder sogar höhere Löhne als in Deutschland, trotzdem wird weiter kräftig reingepumpt.
    Deutschland wird arm gemacht, um andere reich zu machen.
    Ich stelle mal die These auf, dass andere Länder, die einstmals profitierten von der deutschen Großzügigkeit und jetzt reicher sind, Deutschland die lange Nase zeigen würden, wenn Deutschland mal Kohle bräuchte.

    Man sollte die EU nicht mit der EG verwechseln.

  46. Frankreich ist zu retten……

    Einer der Wege ist der hier:

    Frankreich wird nach libyschen Angaben Panzerabwehr-Raketen vom Typ „Milan“ nach Libyen liefern. „Das ist das erste Waffengeschäft zwischen Libyen und einem Land des Westens“, sagte der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi, Saif al-Islam.
    Frankreich hat die Details des Militärabkommens nicht bekannt gegeben. Islam bezeichnete es als bahnbrechend: „Vor allem sieht das Abkommen natürlich Militärmanöver vor. Dann werden wir aus Frankreich Panzerabwehr-Raketen vom Typ „Milan“ im Wert von 100 Millionen Euro kaufen.“ Außerdem sehe der Vertrag ein Projekt zur Herstellung und Wartung von Militärausrüstungen vor.

    Quelle: KStA vom 01.08.07, 16:36h

    Panzerabwehr-Raketen für Libyen

    Also alles wie gehabt, solange der € rollt ist alles i.O., oder?

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