In Jordanien annullierte ein Scharia-Gericht die Ehe des ehemaligen Muslims Mohammed Abbad. Begründet wurde die Auflösung damit, dass er den Islam verlassen hat. Der 40-jährige zum Christentum übergetretene Mann floh im März mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern aus Jordanien, nachdem seine Familie von Verwandten eines anderen Konvertiten angegriffen wurde.

Gastbeitrag von Open Doors Schweiz

„Die Ehe ist an das islamische Glaubensbekenntnis gebunden. Wer vom Islam abfällt hat demnach kein Glaubensbekenntnis“,

begründete der Richter Faysal Khreisat. Im jordanischen Strafrecht ist Konversion nicht untersagt; die Verfassung des Landes garantiert Religionsfreiheit ebenso wie das Internationale Bündnis für bürgerliche und politische Rechte. Der Islam jedoch, die offizielle Religion Jordaniens, verbietet den Übertritt zu einer anderen Religion.

Scharia-Gerichte, die in Familienrechtsfällen entscheiden, entziehen Konvertiten beim Abfall vom Islam alle bürgerlichen Rechte.

„Ich kann diesen Fall nicht gewinnen, solange ich dabei bleibe, zum Christentum übergetreten zu sein“,

schrieb Abbad nach Ankunft in einem europäischen Land, wo er Asyl beantragt hat. Abbad und sein zehnjähriger Sohn wurden am 23. März zu Hause angegriffen, als die Verwandten eines anderen Konvertiten, der bei Abbad wohnte, das Haus stürmten. Laut ärztlichem Befund der jordanischen Universitätsklinik erlitt Abbad Kopf- und Brustverletzungen.

Sein Vater hatte Abbad wegen Abfall vom Islam angezeigt und das Sorgerecht für seine Enkelkinder beantragt. Abbad, einer der wenigen Konvertiten aus dem Islam in Jordanien, sei nach eigenen Angaben als junger Mann Christ geworden. Seit 1993, während er als Gastarbeiter im Ausland tätig war, habe er seinen Glauben festigen können und sei darin „gewachsen“.

1994 heiratete Abbad eine Jordanierin aus christlicher Familie, mit der er zwei Kinder hat. Als Abbad im Jahr 2000 nach Jordanien zurückkehrte, behauptete sein Vater, „verdächtige Organisationen“ würden Abbad dafür bezahlen, Christ zu bleiben. Der Vater empfahl dem Rest der Familie, ihn zu meiden. Wie Abbads Vater, glaubten viele Jordanier und auch Regierungsbeamte, ausländische Christen würden Muslime für eine Bekehrung zum Christentum bezahlen, heißt es.

Im November 2006 hat ein Scharia-Gericht in Amman einen Muslim, der zum Christentum übertrat, wegen Abfall vom Glauben verurteilt, seine Ehe annulliert und den Weg bereitet, das Sorgerecht für seine Kinder jemand anderem zu geben. Der Konvertit und seine Familie erhielten Flüchtlingsstatus und leben heute in den USA.

Der Menschenrechtsgruppe „Middle East Concern“ zufolge sind in Jordanien seither mindestens drei weitere Konvertiten zum Christentum der Apostasie angeklagt worden. Von den rund sechs Millionen Einwohnern Jordaniens sind etwa vier Prozent Christen, darunter Orthodoxe, Katholiken und einige Protestanten. Die Zahl der Muslime, die Christen wurden, ist unbekannt. Viele halten ihren Glauben aus Angst vor Repressalien geheim.

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13 KOMMENTARE

  1. Ja, so ist das eben, wenn die Ehe eine reine Glaubenssache ist, da kann die jeweilige Konfession bestimmen, wie das Eherecht aussieht. So läuft das eben ab in Jordanien, Syrien, Israel.

  2. “ …das Sorgerecht für seine Kinder jemand anderem zu geben. Der Konvertit und seine Familie erhielten Flüchtlingsstatus und leben heute in den USA.“

    Hier wird der Sinn der Freiheit ohne Anstrengung offenbar. Und der Sinn des Asylrechtes. Und der Sinn einer Religion, die auf dem Gewissen und der Liebe aufbaut, der Agape und Caritas.

    Religion muß transzendent bleiben, sonst wird sie barbarisch irdisch.

  3. Aus irgendeinem Grunde gilt Jordanien religiös als ziemlich liberales und tolerantes Land. Angeblich dürfen Christen dort Kirchen bauen und die auch bimmeln lassen. Nun zeigt sich wieder mal das das Ganze Fassade war und dieser Wolf aus dem Schafpelz hervorkroch.

  4. Und natürlich tiefstes Schweigen bei jenen, die ständig ob einer „gravierenden Verletzung der Menschenrechte“ aufjaulen, wenn eine Mohammedanerin ihre Verpackung runter nehmen soll, solange sie als Lehrerin im Klassenzimmer steht.

  5. #5 Stalker
    Aegypten oder die Türkei gelten ja auch als liberale Länder.

    Aber man muss einmal Necla Kelek über die Türkei oder die antijüdischen Hetzparolen aus Aegypten hören. Da vergehen einem Hören und Sehen.

  6. Auf eine Ehe die unter islamischen Bedingungen geschlossen wurde darf doch gerne verzichtet werden. Ich war vor einiger Zeit bei der islamischen Hochzeit einer von mir sehr geschätzten Familie anwesend die ich für so fortschrittlich halte wie es mit Islam im Nacken eben möglich ist.

    Fazit: Selbst hier hatte die Braut nichts zu sagen und war im Grunde nur Beisitzerin, die Ehe schlossen der Bräutigam mit dem Brautvater. Von ihr war kein Wort der Zustimmung oder sonstige aktive Handlung notwendig. Meine Stimmung nach der Hochzeit war sehr nachdenklich.

    Soll das Gericht also ruhig diese auf Diskriminierung der Frau ausgerichtete „Ehe“ annulieren, so traurig wird der Mann darüber nicht sein. Wenn er seine Frau liebt wird er sie vor einer säkulären Stelle oder auf christliche Tradition nochmal heiraten, dann basiert die Ehe formel zumindest auf Gleichberechtigung.

  7. Bitte etwas mehr Ernst; es geht hier nicht um Romantik oder Unauflöslichkeiten, sondern um ganz knallhartes weltliches Recht mitsamt seinen Konsequenzen.

    Diese Familie sollte hochoffiziell mit richterlichem Segen auseinandergerissen, die Kinder an Islamfanatiker zur gehirnwäsche und ewigen Entfremdung ausgeliefert werden und die entlassene Frau wäre angesichts der Schande, die Exgattin eines Apostaten zu sein, nicht einmal zur Zwangswiederverheiratung gut, sondern wäre einem Prostituiertendasein ausgeliefert worden (schließlich ist sie ja Christin).

    Um ihre Schreckensherrschaft aufrechtzuerhalten, schrecken Mohammedaner vor keiner Brutalität zurück und verbrämen diese dabei so gekonnt, daß sich dumme Ungläubige nichts arges dabei denken („die solln ma nich so tuhn, die könn doch nochma hajratn, wa?“).

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