In der Innenstadt von Buenos Aires gab es in diesem Frühjahr eine Art Zeltstadt ehemaliger Soldaten und Mobilisierter des Falkland-Kriegs (in Argentinien „Malvinas“ genannt), die in doppelter Hinsicht zu den Verlierern zählen: nach zähen Kämpfen von britischen Soldaten endgültig aus dem ur-britischen Überseegebiet „Falkland Islands“ nach der kurzzeitig erfolgreichen Invasion wieder vertrieben, waren die überlebenden Soldaten in Argentinien vor 30 Jahren als Verlierer gar nicht willkommen und werden auch heute lieber mit Polizeigewalt aus der Öffentlichkeit entfernt.

(Eine illustrierte Betrachtung zum heutigen 30. Jahrestag der Befreiung mit Photos aus Buenos Aires und von den Falkland Inseln von Mr. Merkava)


Dabei darf man sich allerdings nicht einbilden, daß eine Einsicht in das vor 30 Jahren begangene Unrecht des Überfalls auf eine britische Inselgruppe auch nur mitschwingt: die Argentinier, so freundlich, aufgeschlossen und angenehm sie durchweg in der persönlichen Begegnung sind, haben die fixe Idee, daß ihnen die „Malvinas“, die seit 1833 in legalem britischen Besitz und zu über 90% von Briten bewohnt sind, irgendwie „zustehen“. Seitdem im Gebiet um die Falkland Inseln gute Einkünfte aus Fischereirechten generiert werden und vermutlich bedeutsame Öl- und Gasfunde gemacht wurden, hat die linkspopulistische argentinische Präsidentin Kirchner noch einmal einen Ton zugelegt, um Druck auf britische Firmen in Argentinien und damit natürlich auf die Briten zu machen, ihr Überseegebiet aufzugeben und letztlich die durch und durch britisch fühlende und denkende Bevölkerung im südlichen Atlantik zu verraten.

Am 1. April 1982 gegen 15.30 Uhr erhielt der seinerzeitige Gouverneur der Falklandinseln, Rex Hunt, eine völlig überraschende Depesche aus London, daß eine argentinische Invasion kurz bevorstehe und „er wohl seine Vorkehrungen treffen möchte“.

Obgleich in hoffnungsloser Lage gegen eine riesige argentinische Invasionsstreitmacht von 10 – 15.000 Mann, ließ er die 81 (!) Royal Marines der „Naval Party 8901“ und Matrosen unter dem Kommando von Major Mike Norman „Verteidigungsmaßnahmen“ vorbereiten. Um eine Landung mit Flugzeugen zu verhindern, ließ dieser auf die Startbahn des Flugplatzes von Port Stanley die Fahrzeuge der Feuerwehr stellen. Die flachen Strände nördlich des Flughafens, die für eine Landung geeignet waren, wurden mit einigen Rollen Stacheldraht blockiert. Um 20:15 Uhr teilte der Gouverneur der Inselbevölkerung in einer Ansprache über Rundfunk mit, daß eine argentinische Landung unmittelbar bevorstehe. Seine Erlebnisse von der argentinischen Invasion über seine Evakuierung nach London und die triumphale Rückkehr auf die befreiten Falklandinseln hat Sir Rex Hunt in seinem autobiographischen Buch „My Falkland Days“ einzigartig dargestellt.

Der argentinische Militärdiktator General Leopolo Galtieri hatte das Falkland-Abenteuer hauptsächlich begonnen, um von seinem brutalen Regime durch einen „patriotischen Sieg“ abzulenken. Schwer getäuscht hatte er sich allerdings mehrfach: die britische Premierministerin Margaret Thatcher stellte ihr diplomatisch-defätistisches Außenministerium in die Ecke und nahm auf 12.000 Kilometer Entfernung den militärischen Befreiungskampf gegen die Besetzung der Falklandinseln auf. Weiterhin dachte der amerikanische Präsident Ronald Reagan nicht daran, seine britischen Verbündeten für eine argentinische Militärjunta im Stich zu lassen und schließlich dachten insbesondere die Falkland-Bewohner (freundlich-anerkennender Spitzname: the „Kelpers“ nach dem englischen Wort „kelp“ für Seetang) in der Tat nicht im Traum daran, sich mit einer argentinischen Herrschaft über ihre Übersee-britische Inselheimat abzufinden, sondern betrieben aktiven und passiven Widerstand, wo immer sie konnten.

Am 14. Juni 1982 ergaben sich die eingeschlossenen, vom Nachschub abgeschnittenen, demoralisierten argentinischen Truppen auf den Falklandinseln nach heftigen Kämpfen und großen Verlusten an Mensch und Material auf beiden Seiten den britischen Einheiten bedingungslos.

Seitdem werden „The Baroness“ (Margaret Thatcher) sowie der mutige und umsichtige Gouverneur Sir Rex Hunt, der dann sein ganzes Leben lang den Falklandinseln verbunden geblieben ist, von den „Kelpers“ als Helden verehrt. Jeweils am 10. Januar ist „Thatcher Day“, ein nicht offizieller, aber von den Bewohnern stark beachteter Gedenktag und ein „Thatcher Drive“ ziert die Hauptstadt Stanley dauerhaft zu Ehren der standfesten „Eisernen Lady“.

Ihr und den 253 gefallenen britischen Soldaten und Zivilpersonen, die für die Freiheit und Selbstbestimmung der rund 3000 britischen Inselbewohner im Falkland-Krieg 1982 ihr Leben ließen, haben die Kelpers ihre am 14. Juni 1982 wiedergewonnene Unabhängigkeit zu verdanken.

Speziell am Liberation Day (14.Juni) wird jedes Jahr dieser Gefallenen besonders gedacht und die eigene Unabhängigkeit und der Zusammenhalt mit dem britischen Kernland beschworen, wobei ehrenhafterweise auch Respekt vor den gefallenen Gegnern gezeigt wird.

Heute geht es den Falkland Inseln auch wirtschaftlich gut: Tourismus von Kreuzfahrtschiffen erreicht ungeahnte Höhen; Wolle, Fleisch sowie die Einnahmen aus Fischereirechten und Öl- und Gasbohrungslizenzen haben ein kleines Wirtschaftswunder bewirkt und stärken gleichzeitig das Selbstbewußtsein der Falkland-Briten gegenüber dem Mutterland.

Und der Verzicht auf jedwede Besteuerung des aus dem weit entfernten Mutterland herangeschafften Bieres macht das freitägliche Feiern im Pub um so freudiger.

Obgleich die argentinische Invasion der Falklands nun schon lange zurück liegt, wird man immer noch auf Schritt und Tritt an jene schlimme Zeit erinnert.

Damit sich allerdings auch die Argentinier stets daran erinnern, daß die Falkland-Bewohner weiterhin kompromißlos britisch bleiben möchten und damit sie nicht doch eines Tages wieder auf dumme Gedanken kommen, hat Groß-Britannien die Airforce Base Mount Pleasant kräftig ausgebaut und unterhält dort modernste Kampfflugzeuge, die, neben der Marine, auch immer wieder nachdrücklich Flagge zeigen.

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31 KOMMENTARE

  1. Die Argentinier, so freundlich, aufgeschlossen und angenehm sie durchweg in der persönlichen Begegnung sind, haben die fixe Idee, daß ihnen die „Malvinas“, die seit 1833 in legalem britischen Besitz und zu über 90% von Briten bewohnt sind, irgendwie „zustehen“

    Man schaue sich die Landkarte an. Langeoog gehört übrigens zu Kuba, finde ich. Irgendein legaler Besitz wird sich da schon konstruieren lassen.

  2. Ich finde, die Bio-Briten sollten unbedingt die Falklands verteidigen!

    Immerhin werden sie diese Inseln noch als Rückzugsgebiet benötigen, wenn sie aus Neu-Pakistan (formerly known as Great Britain) vertrieben werden.

  3. Auch OT, aber repley:

    Das grenzt schon an eine Kriegserklärung an uns alle. Jetzt ist es endgültig an der Zeit interne Streitereien zu begraben.

  4. Nach Gruppenvergewaltigung in Berlin: Täter stellen sich der Polizei

    Nachdem die Polizei die Fotos der drei bzw. vier Täter ins Netz stellte, brachen drei der vier feigen arabischen oder türkischen Frauenschänder unter dem Druck zusammen und stellten sich unverzüglich der Polizei.

  5. Wären die Falklands deutsches Überseegebiet, hätten es die politisch-korrekten Feiglinge in Berlin bestimmt sofort aufgegeben und alle Ansprüche für immer an Argentinien abgetreten.
    Wenn man sich das britische Vorgehen mal durchließt, muß man das britische Militär der 80er und die eiserne Lady schon ein bisschen bewundern. Über diese riesigen Entfernungen zu agieren, ist nicht alltäglich und es zeigte mal wieder, das die Briten auf ihre Royal Navy zählen können, wenn es hart auf hart kommt.

  6. #1 Ritter der Schwafelrunde (14. Jun 2012 14:03)

    Hmmm – schwierige Sache. In Patagonien gibt es – kaum bekannt – eine kleine Region, in der nahezu ausschliesslich Nachkommen walisischer Auswanderer wohnen (und dort die walisische Kultur natürlich auch pflegen). Gehört natürlich zu Argentinien.

    Die Argentinier stört das walisische Brauchtum nicht und die Waliser haben noch nie die Idee geäussert, die Region müsste an das UK angeschlossen werden, an ein Heimatland also, das ihre Vorfahren ja seinerzeit freiwillig aufgegeben haben.

    Allerdings gibt es in der Region kein Öl.

    Aus welchem Grund sind die Vorfahren der Falkland-Bewohner eigentlich seinerzeit ausgewandert?

  7. #3 Biker (14. Jun 2012 14:22)

    Geil – diesen Text verbreiten, wo es nur geht!
    Alle Fragen beantwortet… na ja, fast alle!

  8. Die Briten haben die Inseln, die ihnen zweifellos gehören, verteidigt. Bei uns ging man bis in die 70er davon aus, der WP könne sich eine dt. Großstadt wie Hamburg als Faustpfand schnappen. Damals gab es noch genügend 20-jährige, die gekämpft hätten, wie es die Briten taten. Heute vielleicht auch noch.
    Aber heute ist der Feind bereits bei uns eingesickert. Wahrscheinlich sitzt er bereits im Kanzleramt und ist pensionsberechtigt.

  9. Toll, toll, toll und nochmals: toll!

    Vielen Dank für diesen klasse Bericht. Solche Hintergrundartikel würde ich mir noch öfter bei PI wünschen.

    Danke Mr. Merkava!

  10. Großartiger Einsatz unter Thatcher damals! Die Dame hatte noch Eier in der Hose, zu schade, dass sie inzwischen nur noch ein Gemüse ist. Ihre Frisur möge Ihr eine höhere Macht verzeihen!

  11. Also wie können die Argentinier nur so rassistisch sein. Und solche kommunistischen imperialisten-Schweine. Wie kommen die auf die Idee, die hätten auf den Falkland-Inseln irgendwas zu suchen. Dass diese auch geographisch selbstverständlich zu Groß Britannien gehören, sieht doch jede Kind. Die Inseln so Ur-British wie Indien und Hong Kong.

    Ich frage lieber nicht nach der Aussage oder Intention dieses Beitragen 😉

  12. Umgekehrt: Die Briten haben noch immer die „fixe Idee“ im Kopf, dass sie da unten am anderen Ende der Welt was zu suchen hätten, 14.000 Kilometer vom Vereinigten Königreich entfernt. Cristina Fernández de Kirchner, Präsidentin der argentinischen Republik, hat heute eine halbseitige Anzeige in der FAZ:

    „Vor 179 Jahren, am 3. Januar 1833, vertrieb die britische Marine die legitime argentinische Regierung und Bevölkerung der Malwinen. Seit diesem Zeitpunkt fordert Argentinien die Rückgabe in nationalen uind internationalen Foren.

    Seit 1965 wurden von den Vereinten Nationen 39 Resolutionen verabschiedet, die das Vereinigte Königreich und Argentinien auffordern, eine friedliche Lösung zur Beilegung der Streitigkeit auszuhandeln. … Großbritannien hat sich jedes Mal geweigert, die genannten Resolutionen zu erfüllen. (…)

    Wir Argentinier bitten Sie – Bürger und Regierungen der Welt –, den Kolonialismus zu beenden und die Einhaltung der Resolutionen der Vereinten Nationen einzufordern. Wir bitten das Vereinigte Königreich, dem Frieden eine Chance zu geben.“

    Recht hat sie!

  13. @3 biker

    Für einige Kommentaren auf dieser Seite würde man bei PI lebenslang gesperrt…

    Ich lach‘ jetzt noch…

    Westerwaelder

  14. @20 Heta

    Wenigstens sollten Sie erstmal die grundlegenden Dinge zur Geschichte l e s e n! Der Link ist eigentlich nicht zu übersehen gewesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Falklandkrieg

    Und vor allem hüten Sie sich, die Dame als zweite Evita Peron zu sehen:

    „Bei einer telefonischen Umfrage des Real Instituto Elcano werteten 1.000 Befragte die argentinische Präsidentin ab auf das Ansehens-Niveau von Vladimir Putin oder Raul Castro!“

    (im Ergebnis der Enteignung des spanischen Energiekonzerns YPF mit sehr hinterlistigen Methoden)

    Westerwälder

  15. Vielleicht sollte sich PI einmal ueber die argentinische Sicht der Dinge informieren. Die Inseln waren bis 1833 im Besitz des argentinischen Vorlaeuferstaates. Sie hatten einen argentinischen aus Hamburg stammenden Kommandeur und eine indigene/bonarensische Besiedlung. Diese wurde von den Briten gewaltsam vertrieben, wie uebrigens die Briten zweimal Buenos Aires besetzten und zwischenzeitlich besetzten. Die Anglos haben nach wie vor nicht die Zugehoerigkeit Patagoniens zu Argentinien anerkannt. Von daher kommen die begruendeten Ansprueche Argentiniens auf die Malvinas. Die Malvinas wurden auf die Entkolonialisierungsliste gesetzt, es gibt 3 UN-Resolutionen gegen UK die Malvinas zu entkolonialisieren bzw. an Argentinien zurueckzugeben. Weil England die Resolutionen ignorierte, kam es zur Besetzung. Danach gab es auch noch ein UK-Veto (die koennen das ja) gegen den UN-Vorschlag eines Waffenstillstandes. Argentinien erhebt nach wie vor zu Recht Anrecht auf die Malvinas, das ist in der argentinischen Verfassung drin. Der Gipfelt von PI ist, einen Artikel zu schreiben der suggeriert, die Argentinier waeren heute auf Englands Seite. Fakt ist das die Mehrheit der Argentinier hinter dem Malvinas-Einmarsch stand und STEHT. Heute ist uebrigens ganz Lateinamerika hinter Argentinien. Schlechter Artikel dieser von PI. Kommt meine Kritik??


    Lieber Herr Mischling,

    normalerweise kommentiert man als Autor Kommentare von PI-Lesern – und seien sie auch noch so verquer – bei PI nicht, weil jede Meinung
    unter der uns heiligen Flagge der Meinungsfreiheit respektiert wird. Nicht unter diesen heiligen Schutz fallen allerdings grobe Verzerrung, Verdrehung oder gar Fälschung – egal ob Vorsatz oder nur Schlampigkeit bei Lesen und Verarbeiten. Insofern hier noch einmal die ausdrückliche Feststellung, daß es in dem Artikel „Die Falklands – 30. Jahrestag der Befreiung“ keinen einzigen Satz gibt, der auch nur suggerieren würde, daß die Argentinier heute auf Englands Seite stehen würden. Im Gegenteil, in dem Artikel wurde sogar ausdrücklich das Unverständnis betont, daß die Argentinier ihr seinerzeitiges Unrecht nichteinmal ansatzweise einsehen würden. Originalzitat aus dem Artikel:

    Dabei darf man sich allerdings nicht einbilden, daß eine Einsicht in das vor 30 Jahren begangene Unrecht des Überfalls auf eine britische Inselgruppe auch nur mitschwingt: die Argentinier, so freundlich, aufgeschlossen und angenehm sie durchweg in der persönlichen Begegnung sind, haben die fixe Idee, daß ihnen die „Malvinas“, die seit 1833 in legalem britischen Besitz und zu über 90% von Briten bewohnt sind, irgendwie „zustehen“.

    Also, Herr Mischling, den Artikel noch einmal richtig lesen und schon ist der Ärger über die Autoren-Meinung wenigstens um ein Mißverständnis geringer.

    Bleiben Sie uns gewogen!

    Viele PI-Grüße von

    Mr. Merkava (mr.merkava@gmx.net)

  16. Vielleicht kann PI mal die spanische Wikipedia lesen

    http://es.wikipedia.org/wiki/Islas_Malvinas

    http://es.wikipedia.org/wiki/Descubrimiento_de_las_islas_Malvinas

    und sich dann mal ueber die Entwicklungen auf diplomatischer Ebene informieren, da sieht es naemlich besser aus fuer Argentinien als je zuvor weil Argentinien heute von ganz Lateinamerika unterstuetzt wird, selbst Chile. UK hat da nichts zu suchen, die Inseln wurden geraubt, wie im gleichen Zeitraum auch Helgoland und Inseln im Suedpazifik, teilweise wurden dort britische Voelkermorde begangen.

  17. # 23 Der Westerwaelder

    Und weil diese Dame so unbeliebt ist , wurde sie von den Menschen in Argentinien zur Präsidentin gewählt . Die Briten dachten auch nach 1945 das ihnen Helgoland gehört . Auf PI wurde vor geraumer Zeit an die beiden Patrioten erinnert , die in einer riskanten Aktion auf Helgoland die deutsche Fahne gehisst haben . Der letzte Überlebende ist vor kurzer Zeit verstorben .

  18. Immerhin liegen die Falklands 400 km vor der argent. Küste. Wenn sie den Argentiniern wirklich gehören, gehören uns Etsch und Belt, Maas und Memel.

  19. Geschichte der Falkland-Inseln:

    – Durch Amerigo Vespucci entdeckt
    – 1592 « Südliche Davis-Inseln » nach dem englischen Seefahrer John Davis
    – 1594 « Hawkins’s Maiden-Land » nach dem englischen Seefahrer Richard Hawkins
    – 1600 « Sebald-Inseln » nach dem holländischen Seefahrer Sebald Van Weert (so werden sie weiterhin auf manchen holländischen Seekarten bezeichnet)
    – 1690 John Strong benennt sie « Falkland-Inseln » nach seinem Herren Anthony Cary, 5. Vizegraf von Falkland (Südost-Schottland)
    – 1764 Der Franzose Louis Antoine de Bougainville benennt sie « îles Malouines » nach den Seeleuten aus Saint-Malo (Bretagne), die als die ersten Dauersiedler auf den Inseln bekannt sind. Nach kurzer Zeit besiedeln Spanier und Briten zusätzlich die Inseln, ihre Heimatmarinen liefern sich Scharmützeln.
    – 1767 kauft Spanien die « Islas Malvinas » von Frankreich für viel Geld.
    – 1770 Erste Malvinas-Krise: Die Spanier verjagen die Briten militärisch.
    – 1776 macht ein britisches Schiff ein Zwischenstopp und bringt ein Schild mit einer Souveränitätserklärung an.
    – 1816 wird Argentinien unabhängig und „erbt“ die « Malvinas » von Spanien.
    – 1833 erobert Großbritannien die Inseln kampflos und besiedelt sie. Argentinien verzichtet nicht auf sie.
    – 1914 Deutschland verliert die Falklands-Seeschlacht gegen Großbritannien.
    – 1982 Rückeroberung durch die Argentinier.

    Den Rest kennt ihr.

    ########################################

    Was zum Schmunzeln:

    1879 verlor Bolivien den Pazifik-Krieg gegen Chile und damit seinen Zugang zum Meer. Jedoch hat Bolivien seine Ansprüche nie aufgegeben, es existiert weiterhin eine Marineakademie in Bolivien, und die Offiziere träumen nur von einer Rückeroberung. Übungen werden auf Hochgebirgsseen abgehalten.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Bolivian_Naval_Force

    Am 23. März ist jedes Jahr Tag des Meeres, und die bolivianische Bevölkerung demonstriert auf den Straßen gegen Chile mit martialischen Parolen, verbrennt Obstkisten aus Chile etc… Letzteres Land schmunzelt gelangweilt.

  20. Thatcher sehe ich zwiespältig. Zweifellos eine mutige Konservative, die alles für ihr Land geben würde, als Deutscher ist mir ihre Deutschfeindlichkeit schon immer übel aufgestossen.
    Wenn ich so in die Geschichte der Falklands blicke, dann sehe ich, das den Argentiniern die Insel tatsächlich zusteht. Sie wurde von den Spaniern geerbt, die zuvor die Insel legal den Franzosen abgekauft haben. Die Briten wiederum versuchten immer wieder illegal, die Insel unter eigene Kontrolle zu bekommen. Das nach fast 180 Jahren Besetzung nur noch Briten auf den Falklands leben, überrascht nicht wirklich.

  21. @24 pellworm

    Sind wir hier pi?

    Und weil Frau Merkel so beliebt ist, wurde sie zur Bundestänzerin gewählt?

    Zum Thema „Schwarmintelligenz“ von Wählern gibt es hier garantiert viel Diskussionsstoff.

    Ich habe nichts gegen Frau de Kirchner. Argentinische Politik ist mir schlicht egal. Ich habe etwas dagegen, wenn geschichtliche Fakten unreflektiert verdreht werden. Und Heta wieder mal gendergerecht polemisiert…

    Westerwälder

  22. #23 Der Westerwaelder:

    Und vor allem hüten Sie sich, die Dame als zweite Evita Peron zu sehen:

    Manche PI-User haben ein besonderes Talent, in Sätzen Dinge zu lesen, die nicht drinstehen, um daraus dann einen Vorwurf zu basteln, also:

    Ich habe gesagt, dass die Briten da unten nichts zu suchen hätten, dass die argentinische Präsidentin gestern eine Anzeige in der FAZ hatte und habe daraus ein paar Sätze zitiert. Das war’s.

    Und Heta wieder mal gendergerecht polemisiert…

    Sie hamse doch nich alle!

  23. @Heta

    „Heute bin ich gekommen, einen Olivenzweig und die Pistole eines Friedenskämpfers zu überbringen. Lasst den Olivenzweig nicht aus meiner Hand fallen! Ich betone: Lasst den Olivenzweig nicht aus meiner Hand fallen!“

    Helft ihm!

    Die Wiedergabe eines Zitates ist ein Tatsachenbeleg. Im Zusammenhang mit einer Wertung gibt es einen Standpunkt wieder. Beruht dieser Standpunkt (in diesem Fall geschichtlich) auf belastbaren Beweisen, kann ich diesen akzeptieren. Tut er es nicht, ist er polemisch. Dann schreibe ich auch was dazu.

    Oben genanntes Zitat stammt aus der Rede Arafats vor der UNO 1974 – und hätte ich das so wie oben bewertet, wäre mein Standpunkt pro-palästinensisch. Was ich garantiert nicht bin.

    Übrigens musste man Arafat vor der Rede tatsächlich seine Pistole abnehmen…

    Okay, und das gendergerecht habe ich vielleicht überinterpretiert…

    http://www.youtube.com/watch?v=63o8exNK4-Q

    Westerwälder

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