Seit einigen Wochen ist die alteingeführte Marke Hakle-Feucht unter neuem Namen in den Regalen der Einkaufsmärkte zu haben: Cottonelle. Der Nutzen des Produkts Hakle-Feucht respektive Cottonelle ist dabei unverändert geblieben: Unangenehme Reste des Vergangenen werden auf sanfte Weise getilgt. Das könnte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, auf einen originellen Gedanken gebracht haben. Wie man liest, hat sie ein Problem mit der Marke „FDP“- „man würde nicht optimal wahrgenommen“ – deshalb „sei sie offen für eine Umbenennung der Partei“. Es soll schon besprochen und auf offene Ohren gestoßen sein. Soweit der neue Beitrag zur kritischen Aufarbeitung der „unangenehmen Reste des Vergangenen“ einer kaum noch gefragten Partei.

(Von Peter Schmidt, Präsident des DAV)

Viele Kommentatoren haben darauf schon mit Bezug auf die Neupositionierung der Marke Raider – umbenannt 1991 in Twix – reagiert*. Das war hinreichend lustig, trifft aber nicht die Dimension des Vorhabens der FDP, das wir als ernsthaft gemeint einschätzen und von deren Umsetzung wir ausgehen.

Der Vorschlag von Frau Strack-Zimmermann zielt nämlich nicht in Richtung „Neupositionierung“, Rebranding zur optimaleren Wahrnehmung – es ist schlicht und einfach ein „sich verkleiden und unerkannt davonschleichen wollen“.

Dass die Marke FDP tot im Regal liegt, ist zunächst einmal ein Problem der Inhalte, meist mit dem Zusatz: fehlende – und geschuldet den handelnden Personen in den Entscheidungsgremien der Partei. Was diese Partei in den letzten Jahren dargeboten hat, war an Opportunismus, Feigheit und Kleingeist nicht zu überbieten. Eingeknickt in allen Fragen, angefangen bei der Steuervereinfachung, endend bei der überfallartigen Energiewende. Und zu so vielen Fragen, die zentraler „Markenkern“ der FDP hätten sein müssen, nie eine gesellschaftliche Präsenz spüren lassen. Zum Beispiel zum grassierenden Genderwahnsinn.

Nun könnte man sagen, einen Fehltritt kann man verzeihen, wenn nur ehrlich um Verzeihung gebeten würde. Aber nicht einmal das ist bis heute geschehen. Eine aufrichtige Entschuldigung dafür, dass man als Partei tatenlos der ständigen Vergewaltigung des Prinzips der Freiheit und der Subsidiarität zugeschaut – schlimmer noch: sich aktiv an der Schandtat beteiligt – hat, diese Entschuldigung fehlt bis heute. Die FDP ist eine von ungezählten Gruppierungen zur Gleichmacherei dieser Gesellschaft geworden. Gleichheit aber ist der Feind der Freiheit. Und jetzt will man als lustiger lila-Laune-Kasper zurück ins Marionettentheater? Verschont uns. Die Bühne wird schon von vielen, in allen Farben verkleideten, Clowns bespielt.

Inzwischen steht die FDP in den Wahlbefragungen „ganz unten“, abgebrannt und mittellos. Spätestens jetzt, sollte man meinen, könnte man doch getrost die alten Überzeugungen wieder gefahrlos propagieren, zurückkehren zum Markenkern. Aber weit gefehlt. Schwindsüchtige, die sich als das blühende Leben feiern – so ist, nach wie vor, der Auftritt nach außen. Richtig ist aber: die Partei wird in der Öffentlichkeit nicht verzerrt, sondern optimal wahrgenommen, die Außenbetrachtung trifft den Kern: ein Bankrotteur, der alle seine Ideale über Bord geworfen hat um sich an die Macht zu zocken und dabei alles verloren hat. Die FDP kann sich im Kern eben nicht vergleichen mit einer erfolgreichen Marke wie Raider. Eher müsste der Blick zu dem Autohersteller OPEL gehen.

OPEL hat in der Tat unter einer – möglicherweise auch ungerechtfertigten – Minderbewertung im Markt gelitten. Aber man macht heute das Beste, was in einer solchen Lage angeraten ist: man erkennt die Sicht des Kunden an, spricht sie offen aus und reagiert mit umparken im Kopf. Eventuell auch im eigenen. Der Erfolg scheint spürbar.

Was am Niedergang der FDP ganz sicher als Lernprozess bleiben kann ist das falsche Festhalten an dem Etikett liberal. Na klar, jeder weiß es, kommt vom lateinischen … heißt die Freiheit betreffend. Na und. Der Begriff ist so vielen Gehirnwäschen unterzogen worden dass er schon lange selbst nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist. Anfang der Siebziger war er der Inbegriff dafür, den Ausbeutern nicht die Stirn zu bieten. Liberal war jeder, der im Verdacht stand, mit der Bourgeoisie auf Du und Du zu stehen. Dann hat er sich hochgearbeitet bis in linke Ecken hinein – wieviele abstruse Varianten eines Linksliberalismus gibt es heute? Und Tarek Al-Wazir sieht die GRÜNEN sogar als letzte, echte liberale Partei. Der Begriff kann im heutigen Sprachgebrauch also für fast jede menschliche Handlungsweise genutzt werden. Eines ist aber sicher: der Begriff erzeugt kein Bild mehr im Kopf des Zuhörers. Wer Dackel sagt, weiß, dass sein Gegenüber ein Bild im Kopf aufbaut, das den Sprecher verständlich werden lässt. Wer liberal sagt, erzeugt nur diffuse Blasen im Kopf seines Gegenübers. Es geht uns bei dem Begriff wie dem Schüler in Goethes Faust: „Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum“

Wer verbissen ist – genügend sind es – wird an dieser Stelle ein „jetzt erst recht“ ausrufen. Den Begriff wieder „geraderücken“, auf eine lange Missionsreise gehen, sozusagen.

Man kann auch einen anderen Weg gehen: statt einen verschwurbelten Begriff zu reanimieren ein klares Bekenntnis zur Freiheit abgeben. Glücklicherweise heißt die FDP ja auch nicht LDP, sondern hat das Adjektiv frei allem vorangestellt. Zurück zum Markenkern wäre also ganz einfach: die Freiheit, und nichts als die Freiheit, wieder zum Maßstab des Programms, der täglichen Arbeit und der Äußerungen des Personals zu machen.

Die Freiheit macht es uns allen nicht leicht. Täglich sich gegen den Zeitgeist zu stellen, der auf Gleichheit und Subventionsmentalität justiert ist, macht auch der stärksten Psyche zu schaffen. Täglich gegen tausend vermeintliche Gewissheiten anzutreten, erfordert Rückgrat. Wer aber aufrichtig für die Freiheit steht, tut dies aus einer inneren Überzeugung heraus, die unbezwingbar ist.

Dieses Land braucht dringend eine Partei, die mit einer solch tiefen Überzeugung für die Freiheit steht. Durch eine Namensänderung der FDP wird eine solche Partei nicht entstehen.

*Der Claim zur Markteinführung von Raider lautete übrigens „Knusprig im Biß – lang im Genuß“. Das hört sich so gar nicht nach FDP an.


(Der Artikel ist im Original erschienen auf deutscherarbeitgeberverband.de)

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31 KOMMENTARE

  1. Alle haben eins gemeinsam, sie rechnen mit der Blödheit des Volkes. Wie sagt meine Frau immer, der anderthalb laufende Meter: Dont underestimate the power of the dwarfs.

  2. In Amerika sind die „liberals“ die Linken. Und da alles echt Amerikanische mit der Zeit zu uns rüberschwappt, hat die FDP sich auch zu einer Partei der „liberals“ entwickelt. Ist doch nur logisch.

    Die Frage der Wähler: Warum die Kopie, wenn das Original (SPD oder Linke) auch zur Verfügung steht?

  3. Fragt sich, welche Themen die gewendete FDP besetzen will? Die der CDU? Der die GRÜNEN? Der CDU? Die der AfD? Der PIRATEN? Oder die der NPD, der FREIHEIT oder der REPUBLIKANER?

    Das Problem dieser Leute ist doch, daß sie nicht glaubhaft sind. Sie werden nur wahrgenommen als Leute, die um Versorgungsposten willen, ihre Meinung nach dem Wind hängen.

    Die Zeit, als die FDP Züglein ander Regierungswaage gespielt hat, muß jedem FDP-Wähler klargemacht haben, daß diese Leute niemanden vertreten. Nur sich selbst.

    Wenn sie lernen wollen, wie Wende geht, dann sollten sie sich in Erinnerung rufen, wie sich die SED, über SED/PDS, PDS, DIE LINKE/PDS hin zur DIE LINKE transformierte. Von der SED wollte kein Hund mehr einen konochen nehmen. Der Unterschied war aber, da waren Millionen, die gesellschaftlich ausgegrenzt wurden. Die Mitglieder selbst, von denen nach Austrittren nur der harte Kern blieb und dann die Funktionäre des abgewickelten Staates, die keine der „Demokratischen“ Parteien haben wollte.

    Die Situation mit der FDP ist aber eine völlig andere. Sie hat keine Themen, die die Anderen nicht auch anbieten würden. Ist also gänzlich überflüssig. Gewählt wird sie nur noch von Leuten, die sich etwas vormachen.

  4. interessant ist das der Schreiberling vom
    „Deutscher“ „Arbeitgeber“ -Verband mit keinem
    Wort den Euro und die Ausseinandersetzung in der fdp zur Sprache bringt:

    FDP-Mitgliederentscheid
    Knapper Sieg über Euro-Skeptiker
    ,

    Beim FDP-Mitgliederentscheid gegen den Euro-Rettungsfonds ESM haben die Euro-Skeptiker ein Quorum verfehlt. Es gab aber nur eine Mehrheit von rund 2000 Stimmen für den ESM und den Antrag des Parteivorstandes. Ein Punktsieg für Parteichef Rösler.
    16.12.2011

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fdp-mitgliederentscheid-knapper-sieg-ueber-euro-skeptiker-11565818.html

  5. Die Parteivorsitzende Petry kann sich eine Zusammenarbeit mit Grünen und knallroten Linken vorstellen.

    Na, solange es kein Zusammengehen mit der „rechtsradikalen“ UKIP ist …

  6. Dieses Land braucht dringend eine Partei, die mit einer solch tiefen Überzeugung für die Freiheit steht. Durch eine Namensänderung der FDP wird eine solche Partei nicht entstehen.

    Aber wohl endlich mit der Illusion aufgeräumt, daß wir eine hätten, vorausgesetzt sie verzichtet fürderhin auf das lügenhafte Etikett. Bevor Einwände kommen: Die AfD muß sich erst noch beweisen und es besteht durchaus die Gefahr, daß sie ebenfalls ihr Fähnlein nach dem Wind hängt, sobald sie dadurch einen Fetzen Macht ergreifen kann. Ansonsten gibt es echten freiheitlichen Geist nur auf dem Niveau von Kleinstparteien. Was ist nur mit diesem Land los.

  7. Sollte noch ein neuer Name für die FDP gesucht werden, könnte man den Vorschlag meines Juniors berücksichtigen: GL = Get Lost.

  8. FDP – Selbstmord aus Angst vor dem Tod

    FDP IST SCHON TOT.

    Sie wurde von „Eliten“ abgeschrieben (zu unverschämt, zu dumm, leicht durchschaubar) und bereits durch FDP 2.0 (AfD) ersetzt.
    Deshalb ist Auferstehung unwahrscheinlich.

    Es sieht nach VERJÜNGUNGSKUR für die zu blöd gewordene deutsche politische Klasse.

    Die nächsten sind wahrscheinlich die völlig pervertierten Grünen.
    Der erste Versuch, sie zu ersetzen (Piraten), ist zwar gescheitert (Ersatz noch blöder als das Original), aber der nächste Versuch kommt bestimmt.

  9. Und wenn gar nix mehr hilft, dann werden einfach Drogen legalisiert, vielleicht macht dann im Rausch der eine oder andere wieder sein Kreuz aus Versehen bei der FDP oder FIU5P oder VÜP oder wie auch immer sich dieser erbärmliche Haufen in Zukunft nennt…. 😉

    http://julis-hh.de/presse/uebersicht/pressemitteilungen/einzelansicht.html?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2024&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d72ad5742040eb9a01c17398c639fc88

  10. #6 Altenburg (06. Jul 2014 14:04)

    Wer aber meint, daß die AfD ein Ersatz für die FDP sei, der irrt ganz gewaltig. Die Parteivorsitzende Petry kann sich eine Zusammenarbeit mit Grünen und knallroten Linken vorstellen.

    Man muss verstehen, dass es um verschiedene Flügel eine System-Einheitspartei (CDUSPDFDPGRÜNE…) geht.
    Jeder Flügel kann mit jedem anderen kooperieren, denn alle arbeiten für das bunte System.

    Sobald DIE LINKE in diese Einheitspartei integriert ist (zurzeit ist die Integration noch nicht beendet), kann FDP 2.0 (AfD) mit ihr sehr wohl kooperieren.

    Mir „neuen Rechten“ wird aber AfD niemals zusammenarbeiten, weil es keine Systemparteien sind.

  11. Hätte auch einen neuen Namen für diese Vögel!

    NAG – Narzistisches arrogantes Gezummsel

    Und wenn die AfD nicht aufpaßt und meint, eine neue Partei der Anbiederung zu werden, dann soll sie es sagen!

    Hier im Saarland scheinen sie jedoch, noch nicht so verblödet zu sein, und mit den etablierten Parteiaasgeiern zu kungeln!

    Wer sich mit GrünInnen und Linksfaschisten ins Bett legt, der wacht mit Wanzen und Eiterbeulen der SA-Antifa auf!

    Auch wenn ich mir jetzt hier einige zum Feind mache, doch eines muß ich dazu sagen:

    Die Republikaner und die Freiheit, sind als Partei, leider Gottes, in der Bedeutungslosigkeit an zu siedeln!

    Ob es die beiden in fünf Jahren noch geben wird, ist mehr als offen!

    P.S.: Ich bin KEIN AfD Mitglied!!!!!!

  12. Wer solche Typen, wie Bubi Rösler, als Führungskraft geriert, gehört abgemeiert, auf ewig.

  13. fdp ist mitlerweile unwählbar
    wer die beschneidungspropanda der FDP gehört hat bzw gegen die AFD und für den euro-einheitsstaat

    und alles andere unterschrieben

    unfähig für ihrgendwas es gibt genug linkspartein da muß die fdp nicht länger existieren da könnte man gleich die grünen wählen

  14. Vor vielen Jahren hatte ich die Hoffnung, die FDP könne wieder etwas mehr Freiheit für uns Bürger erkämpfen. Heute glaube ich das war naiv. Wie konnte ich erwarten, dass die FDPler Teil der Verwaltungsbürokratie werden und dann eben diese Verwaltung verkleinern, Beamte entlassen, Gesetze außer Kraft setzen, Vorschriften streichen, Steuersätze verringern? Ein Machtapparat strebt natürlich zuallererst danach, sich selbst zu erhalten, ja seine Macht auszubauen. Wie sollte die kleine FDP diesen Naturgesetzen trotzen?

    Ich halte der FDP zugute, daß es kaum jemanden gibt, der sich von absoluter Macht nicht korrumpieren lässt. Nahezu beliebige Gesetzgebungskompetenz, übersprudelnde Rekord-Steuertöpfe, fast beliebig ausdehnbare Verschuldensgrenzen und quasi selbst bestimmbare Schuldzinsen. Wer wird da nicht schwach? Dieser monströse Leviathan ist nicht steuerbar, er steuert offenbar auch die Parteien, auch die FDP. Wir Wähler haben nur scheinbar Macht. Wir können die Kühlerfigur auf dem 40-Tonnen-Laster wählen, der auf dem Weg in den Abgrund auf uns zu donnert. Ich frage mich, was hab ich von der Kühlerfigur?

  15. …es gibt aber auch herausragende Beispiele in denen Unternehmen durch (mehrfache) Umbenennung und einem Eigentümerwechsel… wiederum mit Namenswechsel… das negative Image der Vergangenheit abgelegt hat… man könnte auch sagen bestimmte „Amerikaner“ haben ihre dt. Bank immer dann umbenannt wenn die Anzahl der betrogenen Kartoffeln zu groß wurde…

    Konkret: TARGO Bank (Targobank)!

    Wenn ich über die Eigentümer der Vergangenheit und deren in Buntland vertriebenen amerikanischen Finanzprodukte jedoch schreibe… werde ich wieder gesperrt… es kann sich ja gerne jeder selbst informieren…

  16. Mit diesem Namen muss die Frau ja so einen Stuss fabrizieren! Sie wird nie begreifen, warum die FDP auf dem Müllhaufen der Geschichte geworfen wurde, nicht wegen dem Namen, sondern darum, weil sie nicht mehr nach dem Namen gearbeitet hat. Sie war die Partei der Beliebigkeit geworden und hat jeden Blödsinn mitgemacht und bekam die Rechnung, denn am Schluss war nur nur das „P“ übrig von FDP!
    Der CDU/CSU wird es auch bald so gehen, da sie ihr „C“ inzwischen verleugnet und das „D“ auch schon schwer errodiert wirkt. Wenn dann nur noch das „U“ übrig bleibt und sie unter 5% haben, dann werden sie sich auch fragen wie das passieren konnte.

  17. @#15 AbsurdistanSiktirlan (06. Jul 2014 14:46)
    Das ist schon lange Programmpunkt der Julis auf Bundesebene.
    Als ich deren Programm das erste Mal durchblätterte, hab ich nochmal vorn nachgeschaut, ob es nicht das Programm der Grünen Jugend ist. Da waren mehrere solcher Schnapsideen.

  18. Dieses Land braucht dringend eine Partei, die mit einer solch tiefen Überzeugung für die Freiheit steht. Durch eine Namensänderung der FDP wird eine solche Partei nicht entstehen.

    Wenn das so ist, warum hat dann die kleine Libertäre PDV dieses Frühjahr die unterschriften für die Europawahl nicht erhalten ?!

    Wer in einer echten Libertären Partei einen Sinn siht kann dieser Partei ja bei dern unterschriften zur Landtagswahl in Sachsen behilflich sein.

    Irgendwie habe ich aber den eindruck das wir alle nur den Glück Versprechern hinterher laufen.

  19. Liberal ist im liberalen Sinne nicht nur liberal … in der Tat haben es dezidiert liberale Parteien in D eher schwer einfach weil die anderen Parteien zu liberal sind. Starke Liberale gibt es vor allem in Monarchien und in Ländern mit traditionell starker Bindung zwische Staat und Kirche (da hier die Liberalen traditionell diejenigen sind welche für eine Beschneidung des Einflusses von Königshaus bzw. Kirche eintreten und somit mit den Konservativen seriös im Clinch liegen anstelle sich ihnen als Juniorpartner anzubiedern). Ein politisches Rebranding kann allerdings Erfolg haben, in anderen Ländern wurde das vorgeführt. Z.B. Flandern, hier geriet die Volksunie in eine schwere Sinnkrise und drohte an der 5%-Hürde zu scheitern. Sie spaltete sich schließlich 2001. Eines der beiden „Spaltprodukte“, die N-VA, ist jetzt Flanderns und Belgiens stärkste Partei (und gehört zur selben Europaparlamentsfraktion wie die AfD). Auch in der FDP gab es schon mal ein zunächst erfolgreiches Rebranding (ohne Namenswechsel), Stichwort Jürgen Möllemann und Werkstatt 8 bzw. Projekt 18.

  20. Peter Schmidt ist für mich eine Witzfigur. Philosophie studiert, einen Verband gegründet, der die deutsche Sprache schändet (Deutscher Arbeitgeber Verband…was?) und Joachim Gauck auf seiner Seite zitiert. Der darf auch die jetzige FDP wählen, das ist ok…

  21. Viele Kommentatoren haben darauf schon mit Bezug auf die Neupositionierung der Marke Raider – umbenannt 1991 in Twix – reagiert*.

    *Der Claim zur Markteinführung von Raider lautete übrigens “Knusprig im Biß – lang im Genuß”. Das hört sich so gar nicht nach FDP an.

    Der Slogan auf den sich das bezogen hat war auch mit absoluter Sicherheit: „Aus Raider wird jetzt Twix sonst ändert sich NIX“
    Das macht nämlich dann in diesem Kontext auch plötzlich Sinn.

  22. Die FDP hat sich selbst über Jahrzehnte in’s Abseits manöveriert. Solang man im Windschatten von Stacheldraht und Mauer die Liberalität zelebrieren konnte dazu mit gut gefüllten Scheckheft hat’s funktioniert.
    Das ist vorbei,EU und Euro sind genau das Gegenteil davon.

  23. Der FDP gings immer nur darum lukrative Posten abzustauben. Überzeugung von irgendwas konnte ich solange ich mich erinnere nie erkennen.
    Es mag bis Mitte der sechziger aber anders gewesen sein.

  24. #15 AbsurdistanSiktirlan (06. Jul 2014 14:46)

    Und wenn gar nix mehr hilft, dann werden einfach Drogen legalisiert ..

    Was hab ich davon wenn jemand anders kifft, Tagesschau guckt, Klippen springt oder nicht? Von mir aus darf sich jeder Erwachsene selber schädigen.

    Ich bin aber auch gegen die Legalisierung von allen Drogen, weil ich befürchten muss, die dann frei werdenden Polizeikräfte werden in die Ausspionierung von uns Bürgern und die Steuerfahndung gesteckt.

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