FFP2-Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln

Ab Montag in Bayern: Planet der Affen

Von DER ANALYST | Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, oder zum Einkaufen geht, muss ab kommenden Montag in Bayern eine partikelfiltrierende Halbmaske der Güteklasse 2, vulgo: „FFP2-Maske“, tragen. Diese soll etwa 94 Prozent der sehr feinen Flüssigkeitspartikel aus der Luft herausfiltern. FFP2-Masken unterscheiden sich von der einfachen Mund-Nasen-Bedeckung dadurch, dass sie wesentlich enger am Gesicht anliegen und der Atemwiderstand deutlich höher ist.

„Alltagsmasken“ taugen plötzlich nichts mehr

Medial vorbereitet wurde die neue Regelung damit, den „einfachen“ Mund-Nasen-Bedeckungen plötzlich ihre Wirkung abzusprechen. Der erstaunte Leser erfuhr aus der Tagesschau, dass nach Angaben der Gesellschaft für Aerosolforschung die „Alltagsmasken“ kleinere Partikel nicht so gut abhalten und demnach für den Selbstschutz kaum geeignet sind.

Da stellt sich jetzt schon die Frage, warum die Bevölkerung dann seit dem 29. April 2020 durchgehend von der Regierung damit drangsaliert wurde.

Freiwillige Verpflichtung des Handels?

Obwohl im Handel die FFP2-Maskenpflicht nur für die Kunden gelten wird, nicht jedoch für die Beschäftigten, ist zu beobachten, dass in manchen Drogeriemärkten und bei einigen Lebensmittel-Discountern das Personal bereits auf FFP2-Masken „umgerüstet“ wird. Ob die Mitarbeiter von der Geschäftsleitung dazu verpflichtet wurden, bleibt weiteren Recherchen vorbehalten.

Auch im öffentlichen Raum sieht man immer mehr Menschen, die eine FFP2-Maske anstelle der sogenannten „Alltagsmaske“ tragen. Die Vermutung, dass es sich bei diesem Personenkreis um die Opfer der von Politik und Medien bei Teilen der Bevölkerung entfachten „Corona-Phobie“ handelt, dürfte nicht weit hergeholt sein.

Bedenkliches vom Robert Koch-Institut

FFP2-Masken sind gesundheitlich nicht unbedenklich, wie man auf der Internetseite des Robert Koch-Institutes (RKI) nachlesen kann. Hier einige Auszüge:

  • „Beim bestimmungsgemäßen Einsatz von FFP2-Masken muss eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung im Voraus angeboten werden, um durch den erhöhten Atemwiderstad entstehende Risiken für den individuellen Anwender medizinisch zu bewerten.“
  • „In den „Empfehlungen der BAuA und des ad-Hoc AK „Covid-19“ des ABAS zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2“ werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.“
  • „Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, i.d.R. 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause), um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren.“
  • „Bei Gesundheitspersonal sind Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben. Beim Einsatz bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen.“
  • „Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um über die Handhabung und Risiken aufzuklären, einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten, die für den Träger vertretbare Tragedauer unter Berücksichtigung der Herstellerangaben individuell festzulegen und gesundheitliche Risiken/Folgen zu minimieren.“

(Hervorhebungen durch den Autor)

Aus diesen Informationen des RKI muss gefolgert werden, dass es bei den FFP2-Masken noch deutlich öfter zu Unverträglichkeiten kommen wird, als das bei den „Alltagsmasken“ der Fall war.

Zudem gibt es Zweifel, ob die FFP2-Tragepflicht viel bringt. Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

„Ich glaube nicht, dass das einen großen Unterschied macht. Im schlimmsten Fall kann sich die Lage sogar verschlechtern, weil sich die Leute geschützter fühlen und weniger vorsichtig sind.“

Ein nachträglicher Gedanke

Abschließend soll noch auf einen trivialen Aspekt der FFP2-Masken eingegangen werden: Durch ihre spezielle Form führen sie beim Tragen zu einer Auswölbung der Silhouette der unteren Gesichtspartie, was den Trägern in der Folge eine „affenartige“ Kopfform verleiht. Fast ist man versucht, die FFP2-Maske als „Affenmaske“ zu bezeichnen.

Würde man jemanden aus dem Jahr 2019 mit einer Zeitmaschine in das Bayern des Jahres 2021 schicken, würde er vermutlich glauben, auf dem Planet der Affen gelandet zu sein. Vielleicht hätte er damit sogar Recht.