hassoun-poettering.jpgDer niederländische Parlamentarier Geert Wilders kündigt für den 25. Januar die Veröffentlichung eines islamkritischen Films an, der schon im Vorfeld hohe Wellen schlägt. Die Welt fragt sich, ob da einer die Lehren aus dem Mord an Theo van Gogh nicht begriffen habe und das EU-Parlament verfälscht die Drohrede des syrischen Großmuftis gegen die Niederlande zur Friedenspredigt.

Man fragt sich, was der größere Skandal ist: Dass sich eine angesehene konservative Zeitung aus dem Konsens der freiheitlich demokratischen Grundordnung verabschiedet, und den Verzicht auf die Wahrnehmung der freien Meinungsäußerung fordert, wenn diese terroristischen Mördern nicht genehm ist? Oder dass das europäische Parlament auf seiner offiziellen Homepage die Rede des Großmuftis des syrischen Terrorstaates zur Friedensbotschaft umdichtet und die eindeutigen Drohungen des Redners gegen die Niederlande den Bürgern schlichtweg unterschlägt? Dort liest man:

In seiner heutigen Rede vor dem EP betonte der Großmufti von Syrien, Sheikh Ahmad Badr Al-Din Hassoun, er glaube nicht an den „heiligen Krieg“. Niemand dürfe die Religion missbrauchen, um zu töten. Vielmehr müsse jeder das Leben unterstützen. Zudem unterstrich er, dass „die Frau von den Menschen und nicht von der Religion unterdrückt“ werde. Der Besuch fand im Rahmen des „Europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs“ statt, zu dem das EP bedeutende Persönlichkeiten einladen wird.

„Ich bin tief überzeugt, und viele mit mir, dass ein friedliches Zusammenleben von Kulturen und Religionen sowohl in der Europäischen Union als auch mit den Völkern in allen Regionen der Welt, insbesondere jenseits des Mittelmeers, im Nahen Osten, zugleich möglich und nötig ist“, so EP-Präsident Hans-Gert Pöttering zu Beginn der feierlichen Sitzung.

Seine Unkenntnis über die Verhältnisse im Nahen Osten hatte der deutsche Präsident des europäischen Parlaments Pöttering (Rechts im Bild mit Großmufti Scheich Hassoun) bereits in einer skandalösen Rede vor der Knesset offenbart, die ihm eine diplomatisch einzigartige Rüge des israelischen Parlamentspräsidenten einbrachte.

Im folgenden Bericht wird der islamische Gastredner als Friedensbotschafter in den schönsten Farben gemalt. Fortgelassen wird dabei aber die folgende Drohung gegen die Niederlande, die sich auf die geplante Veröffentlichung eines islamkritischen Films in der Tradition Theo van Goghs durch den Politiker Geert Wilders bezieht, und die von niederländischen Bloggern im Originaltext der Rede entdeckt wurde:

Wenn es zu Aufständen, Blutvergießen und Gewalt nach der Veröffentlichung des Koranfilms des PVV-Führers Geert Wilders kommt, dann ist Wilders dafür verantwortlich. Wenn Widers in seinem Film den Koran zerreisst oder verbrennt, dann zettelt er damit Krieg und Blutvergießen an. Es liegt in der Verantwortung des niederländischen Volkes, Wilders zu stoppen.

Bekannt ist dieses Zitat auch der Welt, die sich ausdrücklich auf die Drohung des syrischen Geistlichen bezieht. Wer anders als eine konservative Tageszeitung wäre berufen, in aller Schärfe die Presse- und Meinungsfreiheit als elementares Grundrecht gegen terroristische Drohungen zu verteidigen? Bedauerlicherweise knickt das Blatt in beschämender Weise ein. Unter der Überschrift „Rechtspopulist will Muslime provozieren“ verabschiedet sich die Welt von den Errungenschaften der aufgeklärten Zivilisation:

Will er der nächste Theo van Gogh werden? Trotz aller Warnungen will der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders im Januar einen Film zeigen, der als erneute Beleidigung des Islam verstanden werden könnte. Die ersten Warnungen sind deutlich: „Es wird Dutzende Tote geben.“

Niemand kann behaupten, Geert Wilders sei nicht gewarnt gewesen. Der niederländische Rechtspopulist weiß um das tragische Ende des Filmemacher Theo van Gogh, der im November 2004 von einem muslimischen Fundamentalisten am helllichten Tag bestialisch ermordet wurde. Van Gogh hatte den Kurzfilm ,,Submission“ gedreht, der den Islam scharf kritisiert. Das eigentliche Ziel des Anschlags, dass das einst so liberale Nachbarland nachhaltig verändert hat, galt der islamkritischen Politikerin Ayaan Hirsi Ali. Die weltberühmte Niederländerin somalischer Herkunft muss sich bis heute verstecken und täglich um ihr Leben bangen.

All das weiß Wilders. Und doch will der Politiker am 25.Januar einen zehnminütigen Film zeigen, der als erneute Beleidigung des Islam verstanden werden könnte. Wilders hat niemandem die Handlung verraten, und so gibt es nur Mutmaßungen. Aber es geht um den Koran, und der Beitrag orientiert sich offenbar am Vorbild „Submission“.

Fernsehsender in Holland haben die Ausstrahlung schon verweigert. Wilders versuchte daraufhin, den Streifen in der Sendezeit der politischen Parteien unterzubringen. Auch das klappte nicht. Nun will das Enfant Terrible aus der Provinzstadt Venlo sein Anti-Islam-Pamphlet bei YouTube zeigen. Die Macher der amerikanischen Videoplattform äußerten bislang keinerlei Bedenken.

Sie haben richtig gelesen: Die vormals konservative deutsche Tageszeitung Die Welt bezeichnet den Mord an Theo van Gogh durch einen muslimischen Terroristen als eine Warnung, die es in Zukunft zu berücksichtigen gilt, wenn europäische Bürger, Journalisten oder Parlamentarier sich zum Islam in einer Weise zu äußern beabsichtigen, die von Terroristen „als Beleidigung des Islam verstanden werden könnte„.

1933 mussten die Nationalsozialisten die freie Presse in Deutschland noch gleichschalten. Mit den feigen Enkeln der damaligen Journalisten wird man nicht soviel Mühe haben. Die hätten schon die Hakenkreuzfahne gehisst, als in den 20er Jahren die ersten Braunhemden auf Deutschlands Straßen marschierten. Man kann sich nur noch schämen.

(Spürnasen: Jutta, Kowski)

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