Jörg Lau von der ZEIT hatte mal wieder eine super Idee in Sachen Islam. Diesmal kann man in seinem Blog ein „Streitgespräch“ zwischen der lautesten Islam-Talkstimme des deutschen Fernsehens – Lamya Kaddor – und einem verfolgten (!) Salafisten lesen. Der Ärmste muss seinen wahren Namen geheim halten, da er seinen Glaubensgenossen nicht salafistisch genug ist. Man erfährt noch nicht einmal seine Nationalität. Nur dass er Student und Anfang 20 ist. Und auf so ein verfolgtes Bürschlein lässt Jörg Lau die mit Haaren auf den Zähnen gesegnete Lamya Kaddor los! Als „liberalen“ Gegenpol…

(Von Eurakel)

Dass der Salafist ein Fake ist, merkt man spätestens bei einer Passage, wo er die Gesetze Deutschlands rühmt, weil hier „die Muslime ihre Religion frei ausleben können“. Er spricht davon, dass die Frauen hier Kopftuch tragen dürfen. Kopftuch?!? In welchen vom Glauben abgefallenen Kreisen verkehrt dieser Jüngling? Salafistinnen tragen selbstverständlich Niqab. Für sein nächstes ZEIT-Interview muss der Möchtegern-Salafist aber noch etwas üben.

Lamya Kaddor als „liberal“ zu verkaufen, ist natürlich auch ein prima Scherz. Sie hat zwar einen Verein gegründet, der das Wort „liberal“ im Namen trägt, aber wenn es um den Islam geht, dann hört bei Kaddor die Liberalität auf. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie die historisch-kritische Methode, die die übliche wissenschaftliche Grundlage an theologischen Fakultäten darstellt, nicht auf den Islam angewandt sehen möchte. Sie stellte sich als Assistentin nicht hinter Professor Kalisch als dieser die Ergebnisse historischer Forschung in die Lehre aufnehmen wollte (Münzforschung, vergleichende Sprachforschung, außerislamische Quellen). Dies birgt nämlich die Gefahr, dass man am Ende vor den Islam-Studenten steht und ihnen eröffnen muss, dass die islamische Überlieferung derartig fehler- und lückenhaft ist, dass man sie leider unter den gegebenen Umständen als Fälschung betrachten und noch einmal ganz neu aufrollen muss. Lamya Kaddor aber hält sich weder an die überlieferte Version, noch an die moderne Forschung, sondern verteidigt lieber mit Inbrunst den Islam-wie-sie-ihn-sieht und spielt Prototypin eines frei erfundenen Euro-Islam in Talkshows und auf Islamkonferenzen.

Im Prinzip trafen also zwei Islam-Fakes bei dem tollen „Streitgespräch“ in einem Duisburger Hotel aufeinander. Beide nicht Fleisch und nicht Fisch. Gerne hätte man ein Streitgespräch zwischen einer echten Liberalen und einem echten Salafisten gelesen. Necla Kelek gegen Pierre Vogel wäre ein Klassiker geworden.

So aber endete das „Streitgespräch“ zwischen den zwei Chimären dort, wo es hingehört: Im Reich der Phantasie:

Kaddor: Ja, eben. Und da sollten wir uns zusammentun. Wir leben in einer modernen Gesellschaft, die Globalisierung schreitet voran – und wir träumen uns eine kleine, muslimische Welt zusammen, die es so gar nicht gibt und nie gegeben hat.

Malik: Dem kann ich mich klar anschließen.

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26 KOMMENTARE

  1. Malik: Wenn Positionen vertreten werden, die mit dem islamischen Recht nicht kompatibel sind, ist die Sache klar. Beispielsweise wenn homosexueller Geschlechtsverkehr legitimiert wird, ohne jede theologische Begründung.

    Hier gebe ich dem Salafisten recht. Als die Kaddor in der Stuttgarter Bibliothek redete, da sagte sie viel „liberales“ ohne jegliche religiöse islamische Begründung aus dem Koran. Das ist ein absoluter Schwachpunkt der Kaddor.

    Deswegen wehre ich mich immer dagegen, wenn gesagt wird, in Deutschland gebe es eine Islamhetze. Die Muslime können ihre Religion frei ausleben, wir können hier unsere Moscheen bauen, Frauen können Kopf-tücher tragen, auch wenn es gewisse Repres-sionen im Alltag gibt. Aber wir können hier -wesentlich besser und freier leben als in vielen muslimischen Staaten.

    Der Salafist hat es erfasst mit Islamhetze, Moscheen und Kopftücher. Ich stimme dem Salafisten für diese Tatsachenfeststellung voll zu. Ich selbst sprach über eine Stunde bei der Koranverteilaktion mit Salafisten. Die sind absolut ehrlich und lügen einem nicht an – im Gegensatz zu Alboga und Mazyek.

  2. #1 GrundGesetzWatch (08. Jun 2012 11:17)

    Ich selbst sprach über eine Stunde bei der Koranverteilaktion mit Salafisten. Die sind absolut ehrlich und lügen einem nicht an…

    An den Taten und nicht an den Worten werdet ihr sie erkennen… Soviel ich weiß, wollen die wie im 7./8. Jahrhundert (unserer Zeitrechnung) leben! Aber Handys, Strom, Autos, Internet u.s.w. nutzen sie trotzdem, das halte ich für extrem-verlogen! Da finde ich aber die Amische z.B. wesentlich ehrlicher…

  3. Soviel ich weiß, wollen die wie im 7./8. Jahrhundert (unserer Zeitrechnung) leben!

    Ja, also im Sinne der ersten drei rechtgeleiteten Kalifen. Wer von den späteren rechtgeleitet ist, darüber streiten sich die Sunniten und Schiiten.

    Betreff Handy etc. Ich denke man sollte dies nicht in einen Topf werfen.

  4. Die fragwürdige Vorzeige-Islam-Liberale Lamya Kaddor ist hier gut charakterisiert worden.
    Ich habe sie selber vor einiger Zeit bei einer Podiumsdiskussion erlebt und kann das voll bestätigen.
    Tatsächlich hat sie in Deutschlands Islam-Kreisen null Anerkennung und versucht sich durch das beschriebene Verhalten bei den Islam-Wortführern anzubiedern.
    Ihre Bedeutung wird von Lau u. Co. völlig überbewertet, weil man in ihr gerne die Vertreterin eines „modernen“ Islam sehen möchte.

  5. Ein aufsehenerregendes Interview gab gestern auch BKA-Präsident Jörg Ziercke dem WDR (Auszug):

    Frage:
    Von Seiten des Islams heißt es häufig: „Das sind Einzelfälle“, „Das hat mit unserer Religion nichts zu tun“… Warum bieten der Islam eine solche Attraktivität für ein spezielles Publikum?

    Ziercke:
    Das liegt einfach daran, dass bestimmte Rituale dort stärker ausgelebt werden können – und das Gewaltritual ist ja eines, das in diesen Salafistenvereinigungen immanent ist. Bruderschaftsrituale zum Beispiel, Männlichkeitsrituale, die dort stärker ausgeprägt sind. […] Wenn das aber eine Mischung erfährt mit krimineller Aktivität, die bei einzelnen Mitgliedern aber so stark ausgeprägt ist, dass der ganze Islam davon umfasst ist – und das ist ja genau das, was wir zu beweisen versuchen, was wir auch bewiesen haben in den Fällen, wo bereits Verbote erfolgt sind – dann glaube ich, ist das Maß überschritten, wo der Staat weiter zusehen darf, sondern er muss diese Dinge ganz konsequent verfolgen.

    http://www.wdr.de/tv/aks/sendungsbeitraege/2012/kw23/0607/ziercke_interview.jsp

    (letzte Frage und Antwort)
    Ähhh, sorry, ich habe das Zitat leicht verfälscht. Aber nur ganz wenige Wörter. Denn das Stichwort Einzelfälle™ hatte mich dazu gereizt…

  6. #3 WahrerSozialDemokrat (08. Jun 2012 11:42)

    Soviel ich weiß, wollen die wie im 7./8. Jahrhundert (unserer Zeitrechnung) leben! Aber Handys, Strom, Autos, Internet u.s.w. nutzen sie trotzdem,

    Geht es um die Grünen?

    das halte ich für extrem-verlogen!

    Ja! Beim Barte des Propheten.

  7. Gerne hätte man ein Streitgespräch zwischen einer echten Liberalen und einem echten Salafisten gelesen. Necla Kelek gegen Pierre Vogel wäre ein Klassiker geworden.

    Ich denke nicht. Die wären sich doch bestimmt in allen wesentlichen Punkten einig gewesen (also in der Frage, was korrekter Islam bedeutet). Lamya Kaddor gegen Pierre Vogel, das wäre interessant.

  8. Islam ist nicht vom Koran zu trennen, auch wenn Fr. Kaddor und alle anderen Koran-Laien uns das noch so intensiv glauben machen wollen . Auch wenn sie und andere Islam-Vertreter und Islam-Sprecher die Leute erfolgreich täuschen können, weil Sie sich täuschen lassen.

  9. @ #8 Eurakel

    Diese drei rechtgeleiteten Kalifen hat es doch nie gegeben. Das sind nachträgliche Erfindungen.

    Ist mir bekannt. Nur ist dazu meine persönliche Meinung absolut belanglos. Entscheidend ist das was andere glauben.

  10. Nachtrag:

    Die orientalische fehlende Unterscheidung zwischen Fakt und Fiktion ist das Problem > Märchen von 1001 Nacht.

  11. @ #13 IslamAbschaffen

    Nicht vergessen bei dem Artikel dass Kolat mit 900.000 Euro Fördergelder gekauft ist dass er immer so von Diskriminiertun jammert.

  12. OT OT

    Liebe PI-ler,

    am Donnerstag und Freitag 14.-15.6. findet in der Universität Innsbruck (Theologie) eine Internationale Islam-konferenz statt. (infos: http://www.uibk.ac.at/events/2012/06/14/islam-and-international-law )

    Wir von PI Innsbruck sind auch selber dabei und wir planen auch einen Info-Stand und eine Demo. Wer kann uns mit Plakaten u.ä. aushelfen. Ich lade auch alle PI Gruppen aus Süddeutschland ein, hier mit zu machen und mit zu demonstrieren.

    E-mail an: pi-innsbruck@gmx.at

  13. Necla Kelek gegen Pierre Vogel wäre ein Klassiker geworden

    Keineswegs – so wenig, wie ein Streitgespräch zwischen einem Veganer und einem Starkoch. Das wäre allenfalls exotisch. Es müssen schon Zweie sein, die um die gleiche Sache streiten: nicht um den Islam, sondern um die Frage, ob und wie dieser in eine säkulare Gesellschaft hineinpasst. Schon den letztgenannten Begriff würde Vogel für sich als irrelevant weil nur bekämpfbar ablehnen. Eine Hineinnahme als einen Teil (und nicht mehr) in eine plurale Gesellschaft ist für ihn kein Thema. Da wäre das Gespräch mit Necla K. schnell zuende, noch ehe ein „Klassiker“ überhaupt entstehen könnte.

  14. Necla Kelek gegen Pierre Vogel wäre ein Klassiker geworden

    Der Klassiker, der uns aus gutem Grunde ewig verwehrt bleibt, wäre Vogel Pierre vs. Kaiman Mazyeck!

    Falls jetzt jemand meint… Moment mal, neulich gabs doch bei Maischberger die Paarung Mazyeck & Nachthemd… EBEN NICHT!

    Mazyeck hat sich bewusst nur zuschalten lassen, um nur die abgesprochenen Scheinfragen mit seinen stets gleichen Friedlichkeitssprüchlein zu beantworten!

    Niemals würde er es zulassen, sich mit einem Nachthemd 45 min. gemeinsam auf die Couch zu setzen, weil dann allergrösste Gefahr bestünde, dass der Michel bemerken könnte, dass der Vogel-Islam sehr wohl etwas mit dem Mazyeck-Islam zu tun hat, nämlich eigentlich völlig identisch ist, nur mit dem geringfügigen Unterschied, dass der Vogel Pierre den mohammedanischen Gottesstaat SOFORT will, während der Mazyeck Kaiman noch etwas günstigerere demografische Voraussetzungen dafür ABWARTEN möchte – thats all!

  15. #19 Tyra (08. Jun 2012 14:36)

    OT
    Der nächste Nazi-Fauxpas beim DFB: Hansi Flick hat Stahlhelm gesagt..;-)
    ————————————————

    Himmel, schon geht ne Entschuldigungsorgie los.

    Was tragen polnische Soldaten, ne Kochmütze?

  16. @ #7 brazenpriss (08. Jun 2012 12:26)

    #3 WahrerSozialDemokrat (08. Jun 2012 11:42)

    Soviel ich weiß, wollen die wie im 7./8. Jahrhundert (unserer Zeitrechnung) leben! Aber Handys, Strom, Autos, Internet u.s.w. nutzen sie trotzdem,

    Geht es um die Grünen?
    Durchaus, Grün ist die Farbe des Islam. Und wer sind die FührerInnen der „Grünen“ in D? Cem Özdemir und Claudia „Fatima“ Roth.

  17. Seltsame Blüten treibt die Islam-Anbiederung. Ein Salafist, der das Grundgesetz „rühmt“- das kann nur ein Fake sein. Im Fernsehen sollte echt mal ein Duell bzw. Schlagabtausch zwischen einer echten Liberalen und einem Salafisten kommen, wie erwähnt Kelek/ Vogel oder so.
    Da würde einiges klar werden. Und es sollte endlich mal das Thema „Konvertiten – Menschen, die den Islam verließen“ behandelt werden.

  18. Die „Spezialisten“ hier sollten mal eine Art Bücherliste von wichtiger islamkritischer Literatur (auch für die Neuleses des blogs) zusammenstellen. Also z. Oriana Fallaci, Kelek, Kleine-Hartlage etc.
    Ich habe etwas den Überblick verloren.

  19. Kaddor: Ja, eben. Und da sollten wir uns zusammentun. Wir leben in einer modernen Gesellschaft, die Globalisierung schreitet voran – und wir träumen uns eine kleine, muslimische Welt zusammen, die es so gar nicht gibt und nie gegeben hat.

    Na also. Geht doch. Der nächste Schritt wäre es, die „kleine, muslimische Welt“ so zu beschreiben, wie sie wirklich ist. Aber soweit sind die Moslem_innen wohl noch nicht.

  20. @24 johann
    Bücherliste- gute Idee! PI könnte ne eigene Bestseller-Liste erstellen. Lasst doch das beste Islam-Aufklärungsbuch von den Lesern küren…

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