Wir haben im Vorfeld des vor zwei Tagen bundesweit gefeierten Israel-Tags auf die Pro-Israel-Initiative in Siegen hingewiesen. Initiator Roger Bückert schickte uns jetzt diesen Kurzfilm:

» Interview mit Roger Bückert zum Israel-Tag in Siegen

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11 KOMMENTARE

  1. Naja, „Wir lieben Israel“ macht einen eher schon wieder skeptisch.Es ist absolut ok, in dem Konflikt Partei zu ergreifen für die einzige Demokratie in der ganzen Gegend, und es ist schön, wenn das noch mehr Leute tun würden, aber Philosemiten, die ihre „Liebe“ wie eine Monstranz vor sich hertragen sind mir als Deutscher und wahrscheinlich auch vielen Israelis eher suspekt. Wenn man also das typisch Deutsche Pathos runterfahren könnte, und den Fakten mehr Raum geben würde, wäre das eine wesentlich bessere Betriebstemperatur.

  2. Naja, „Wir lieben Israel“ macht einen eher schon wieder skeptisch.Es ist absolut ok, in dem Konflikt Partei zu ergreifen für die einzige Demokratie in der ganzen Gegend, und es ist schön, wenn das noch mehr Leute tun würden, aber Philosemiten, die ihre „Liebe“ wie eine Monstranz vor sich hertragen sind mir als Deutscher und wahrscheinlich auch vielen Israelis eher suspekt. Wenn man also das typisch Deutsche Pathos runterfahren könnte, und den Fakten mehr Raum geben würde, wäre das eine wesentlich bessere Betriebstemperatur.

  3. @ #2 Moderater_Taliban

    hat vielleicht etwas mit dem kühleren (vielleicht auch unterkühlten) europäischem Temperament zu tun. McDonalds bewirbt seine Produkte ja auch mit „Ich liebe es“ oder „I love it“, was im Deutschen irgendwie komisch wirkt.
    Aber ja, ich mag Israel.

    Außerdem muss man dem Typen (hab ich auch schon im Forum gesagt) Recht geben, wenn er sagt, dass Deutschland so eine Promotion nicht braucht. Es geht ja keineswegs um hochpatriotisches Weihrauchschwenken, sondern um die Suche nach Freunden und Verbündeten im Geiste. Vielleicht gibt es ja doch mal einen Stimmungsumschwung in Europa und man macht endlich Schluss mit der ewig-grünen „Gewaltspirale“ und dem „beide-sind-im-gleichen-Maße-schuld-an-dem-Konflikt“-Gelabere, weil es eben keineswegs so ist. Europäer können heutzutage nicht mehr klar Stellung beziehen und das, das macht mich tatsächlich traurig – und übrigens ist diese Haltung auch sont im hohen Grade selbstgefährdend!

    Hans-Christian Ströbele: „Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels.“ – über den Golfkrieg des Jahres 1991, taz, 20. Februar 1991

  4. @ #2 M_T
    Bei allem Verständnis für Vorbehalte gegen das (oftmals viel zu schnell und leichtfertig gesprochene) „I like“, mal eine Frage an den schlauen Kommentator:
    Wenn meine israelischen Freunde durch die Bank gegenüber uns die Worte verwenden: „I like you, I love you, miss you“, sollen wir da bei einer Geburtstagsparty für Israel so antworten, dass wir rein sachlich „Fakten raumgeben“?

    Ob es den Leuten passt oder nicht, unsere Beziehung zu Israel ist mehr als unser Beitrag im gesellschaftlichen Diskurs zu Antisemitismus und Nahostkonflikt, ist mehr als ein paar halbstarke pflaumenweiche Bekundungen der Solidarität, wie sie rituell von vielen gesellschaftlichen und politischen Instanzen in meinem deutschen Vaterland serviert werden.

    Unsere Beziehung zu Israel hat mit Philosemitismus, den ich schon aus dem Grund ablehne, da er (geschichtliche betrachtet) zu oft in Antisemitismus umschlug, weil „die Juden eben nicht so waren, wie man sie gerne haben wollte, REIN GAR NICHTS ZU TUN.
    Ebensowenig ist die Bemerkung, dass es sich um ein „typisch deutsches Pathos“ handelt mehr als unzutreffend.

    Ich habe Verständnis dafür, dass man als „moderater Taliban“ evtl. seine Probleme damit haben kann, wenn Solidarität zu Israel öffentlich und in einem für einen Geburtstag angemessenen Rahmen auch gezeigt (monstrare) wird.
    Dieser Vorbehalt entspricht allerdings genau der Philosophie, dass wenn man schon Solidarität zu Israel nicht verhindern kann, man zumindest wünscht, dass diese formal, nach innen gerichtet oder „politisch korrekt“ (d. h. unkonkret) bleibt.

    Ich hätte allerdings erwartet, dass man dann zumindest den Versuch unternimmt, rationale Argumente ins Feld zu führen, und nicht einfach mit ein paar aufgelesenen Begriffen wie Philosemitismus um sich herschleudert.

    Ich jedenfalls werde meine Solidarität zu Israel NICHT verstecken und nicht auf einem saft- und herzlosen Niveau fahren, damit dann jemand, der „als Deutscher“ spricht, auch ja mit der Betriebstemperatur klarkommt.
    In diesem Sinne
    AM ISRAEL CHAI!!!
    I love Israel

  5. Man könnte ja auch mal einen Schweiztag abhalten.
    Ein schönes, auch kleines Land ohne Kriege im Herzen Europas.

    Oder einen Tschechientag, oder einen Polentag…

    Feiert man in Israel eigentlich irgendwo den Deutschlandtag?

    Ich finde diese Sache ein wenig übertrieben.

    Man kann Israel auch tatkräftig lieben ohne sich in irgendwelchen Fußgängerzonen lächerlich machen zu müssen.

    Und wehe, man hat was dagegen, dann könnte man ja ein Antisemit sein. Und dann ist Schluss mit der Karriere hierzulande.

  6. Man könnte ja auch mal einen Schweiztag abhalten.
    Ein schönes, auch kleines Land ohne Kriege im Herzen Europas.

    Oder einen Tschechientag, oder einen Polentag…

    Feiert man in Israel eigentlich irgendwo den Deutschlandtag?

    Ich finde diese Sache ein wenig übertrieben.

    Man kann Israel auch tatkräftig lieben ohne sich in irgendwelchen Fußgängerzonen lächerlich machen zu müssen.

    Und wehe, man hat was dagegen, dann könnte man ja ein Antisemit sein. Und dann ist Schluss mit der Karriere hierzulande.

  7. @ #6 McEgger
    Auch ein Doppelposting macht aus einer Zusammenfügung von Wörtern und Bierzeltsprüchen aus der Mottenkiste noch keine ernsthafte Aussage.
    Deshalb ist es nur möglich auf gelieferte Argumentfetzen einzugehen.

    „Man könnte ja auch mal einen Schweiztag abhalten.“

    Wer hindert Dich daran. Nicht sagen, tun!!!!!!

    „Ein schönes, auch kleines Land ohne Kriege im Herzen Europas.“
    ..und nicht zu vergessen die Kumpanei (Waffenlieferungen, Einwanderungsbeschränkungen für Untermenschen etc) mit einigen wackeren Deutschen, die große Leistungen in Sachen „Bankgeheimnis“, was Leuten, die es „ernst, offen und aufrichtig meinen“ von jeher eine große Hilfe gewesen ist und die „sichere geheime Aufbewahrung“ jüdischen Vermögens.

    Einen Tchechientag sollte man unbedingt abhalten. Die Benes-Dekrete sind quasi ein Meilensteil in der Entwicklung auf ein modernes Europa hin, oder? Auch hier, nicht sagen, tun!!!

    Polen, finde ich auch nicht schlecht. Ich schlage eine Erinnerungsfeier vor, in der man noch einmal ins Gedächnis ruft, dass man Ende der 50er Jahre in Polen alle Juden weghaben wollte, in einer Zeit also, in der der Antisemitismus in Deutschland ein bissel geschwächelt hat.
    Also, ein Polentag, das wär’s doch mal!!!

    „Feiert man in Israel eigentlich irgendwo den Deutschlandtag?“

    Ich könnte mir vorstellen, dass man am Holocaustgedenktag ganz besonders auch unserer Breiten hier gedenkt.

    „Ich finde diese Sache ein wenig übertrieben.“

    Nur ein wenig? Wahrscheinlich brauch es in unserem Lande Leute, die mit Forenkommentaren die Feinjustierung in Sachen Israelsolidarität vornehmen.
    Bewerbung bitte richten an „Deutschland sucht den Feinjustierer“!

    „Man kann Israel auch tatkräftig lieben ohne sich in irgendwelchen Fußgängerzonen lächerlich machen zu müssen.“

    Stimmt, manche Leute können das als „Schreiberlinge“ besser.

    „Und wehe, man hat was dagegen, dann könnte man ja ein Antisemit sein. Und dann ist Schluss mit der Karriere hierzulande.“

    Ahh, ich vergas: Alle Antisemiten (von denen es im Grunde ja in Deutschland gar keine gab) waren gezwungen seit 1945 nur noch Posten bei der städtischen Müllabfuhr zu bekleiden. Nazis (die gab es eigenlich ja auch nicht in Deutschland) erlebten flächendeckend einen Bruch ihrer Karriere.
    In Forschung, Lehre und Politik saßen nur noch Leute, die ein völlig weißes Hemd ohne braune Flecken hatten.
    Ja, und wer heutzutage nur gegen einen Jud was sagt, der kann gleich seine Koffer packen, um bei Achmadinejad um politisches Asyl bitten.
    Der Jud zieht nämlich insgeheim an den Strippen der Finanzpolitik (und wenns brenzlig wird, schlägt der Mossad zu), wie die „Protokolle der Weisen aus Zion“ schon zu sagen wissen, gelle…!

  8. @ #6 McEgger

    ein Israeltag ist in einer Zeit, in der Juden an verschiedensten Orten in Europa wegen der Existenz des Staates Israels angegriffen werden – seien die Täter oder deren Unterstützer und Beschwichtigungsstrategen links, rechts oder islamisch motiviert – mehr als nötig.

  9. Ich halte den Israeltag für eine tolle Sache. Ich wüßte auch nicht, weshalb er irgendjemandem, zumal in Israel, „suspekt“ sein sollte.

    Angesichts des Israeltages einen „Schweiztag“ für angebracht zu halten, ist meines Erachtens einfach nur lächerlich. Mir ist nicht bekannt, dass die Gründung der Eidgenossenschaft als Zuflucht für die weltweit verstreuten Schweizer nach der Ermordung von 6 Mio. Schweizern durch einen deutschen Staat stattgefunden hätte. Den Linken sind die toten Juden lieb, weil sie meinen, hiermit ihr „Deutschland verrecke!“ begründen zu können. Dass aus dem Holocaust und der Tatsache, dass Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten ist, auch eine besondere Beistandspflicht Deutschlands gegenüber dem Staat Israel folgt, übersehen sie aber gerne. Unfaßbar finde ich, dass manche Linken soweit gehen, zu äußern, „die Juden haben aus dem Holocaust nichts gelernt“ , sprich sie würden die Palästinenser so behandeln, wie die Nazis die Juden.
    Dass sich die jüdischen Bürger Israels heute gleichsam in einem Fort umzingelt von Feinden, die ihnen den Tod wünschen, wiederfinden und sich massiv verteidigen müssen, beruht kausal auf dem Holocaust. Aus diesem haben die Juden gelernt, dass sie sich kein zweites Mal abschlachten lassen. Wer meint, die Juden seien das Problem im Nahen Osten, müßte es meines Erachtens als gerecht ansehen, wenn ein Teil des deutschen Staatsgebiets dem jüdischen Volk für einen eigenen Staat zur Verfügung gestellt worden wäre.

  10. Europäer können heutzutage nicht mehr klar Stellung beziehen

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, feuervogel. Es grassiert eine regelrechte Angst davor, als „einseitig“ oder „nicht ausgewogen“ dazustehen. Europäer möchten Oberster-Gerichtshof spielen, indem sie weit abgehoben von Konflikten Gott spielen, der alle Geschöpfe gleichermaßen liebt.

    Und weil das im Nahost-Konflikt mit rationaler Betrachtung unmöglich ist, da nun mal tatsächlich eine Seite erstens sachlich im Unrecht ist und sich zweitens auch noch methodisch abslolut bösartig benimmt, führt diese zwanghafte Gier nach Ausgewogenheit dazu, dass bei Israel mit der Lupe nach den kleinsten Fehlern gesucht wird und diese dann maßlos aufgebauscht werden.

    Gerechtigkeit wird nicht mehr verstanden, dass man zwei Seiten mit dem gleichen Maß misst, sondern dass man sie mit so unterschiedlichen Maßen misst, dass gleiche Messergebnisse rauskommen.

    Aufgrund dieser Haltung, die uns schon im Kindergarten und danach auch immer und überall eingehämmert wird, klingt es selbst für Unterstützer Israels ohne jeglichen Anflug antisemitischer Gefühle schon fast obszön, ganz unverkrampft und emotional „Ich liebe Israel“ zu sagen.

    Es muss ja auch nicht sein, dass man das sagt. Aber es darf sein.

  11. Das Doppelposting kam zu Stande, weil mein Browser langsamer war, als der PI-Server.

    @neveragain06:

    Wenn in einem islamofaschistischen Land ein Israel-Tag abgehalten würde, das wäre was.

    Aber hier in Deutschland ist das völlig überflüssig.

    Es ist nicht so, dass die Israelis sich jetzt alle vor Freude um den Hals fallen, dass es in unserem Land einen Israel-Tag gab.

    Ich glaube viel mehr, dass die Initiatoren eigentlich mit irgendwas provozieren wollen, weil sie den Staat der Boshaftigkeit verdächtigen, aber weil sie eigntlich ängstlich sind, wählen sie ein moralisch unangreifbares Thema.
    (Aber allen, die glauben, Geschichte bestünde nur aus 12 Jahren:) Deutschland ist wirklich nicht anti-israelisch heutzutage.
    Das hat die deutsche Politik der letzten 50 Jahre bewiesen.
    (Außer denen, die jetzt vielleicht lieber Moslems in Lager stecken würden (und Schlimmeres), statt Juden.)

    Einigen Kommentatoren (hier) zufolge scheinen die Nazis ja lediglich die Falschen ermordet zu haben. Derlei Einstellung ist weit schlimmer als Gleichgültigkeit.

    Ich hoffe für alle Israel-Tag-Teilnehmer, dass sie nicht zu sehr enttäuscht sind, wenn sie von Israel aus nicht mit „Schulterklopfen“ und Ehrenbürgerschaft 😉 belohnt werden, sondern mit (angebrachter) Skepsis.

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