ScheidepunkteNachdem mein letztes Posting zum Editorial von Alfredo Tucci auf so viel positive Resonanz gestoßen ist, wurde ich gebeten, den PI-Lesern mehr von diesem hervorragenden Autor verfügbar zu machen. Freundlicherweise war Tucci bereit, uns Auszüge aus seinen Büchern „Scheidepunkte – Krieger des XXI. Jahrhunderts“ und „Der Samurai in dir“ zur Verfügung zu stellen.

Die Auszüge aus dem erstgenannten Buch, auf das ich mich hier beziehe, zeigen Tuccis Gedanken bezüglich der Gefahren, insbesondere der terroristischen Gefahren, die auf unsere Gesellschaften lauern. In seinem Werk spürt man das Entsetzen über die verheerenden und unmenschlich brutalen Anschläge vom 11.03.2004 in Madrid, als muslimische Terroristen die Madrider Vorstadtzüge in die Luft sprengten. Seine Frage: “Wie kann man dieses verhindern?“

Dabei setzt Tucci in seinem Buch nicht allein auf die staatlichen Organe. Nein, jeder muss seine Sinne schärfen und bei Möglichkeit auch sein kämpferisches Können. Denn wenn der Angriff im vollen Gange ist, kann man nicht auf Hilfe warten. Dazu richtet sich sein Appell auch an die Gemeinde der Kampfkünstler, ihr Wissen und Können nicht nur in ihren Schulen und auf Tournieren zu zeigen, sondern auch im alltäglichen Kampf um Sicherheit ihrer Mitmenschen.

Kernaussage des Buches bleibt aber: Alle müssen mitmachen, denn alle sind betroffen.

Das neue Konzept der Selbstverteidigung beinhaltet ungewohntes Wissen, ebenso für einen klassischen Kampfkünstler wie für einen Durchschnittsbürger, was vorher Eigentum einiger weniger Experten, Wachtpersonal und Sicherheitsbeamten war. Wissen und Konzepte, die wir nur aus Händen erfahrener Spezialisten annehmen können, so wie diejenigen, die wir für diese Ausgabe eingeladen haben, auch wenn sie häufig Artikel und Kolumnen in diesem Medium veröffentlichen und oftmals mit Videos bzw. DVD’s komplettieren. Deren Bereitschaft und Mitarbeit für dieses Projekt kam unverzüglich. Diese Menschen wissen, was für die Gesellschaft wichtig ist, das Bewußtmachen und das Vorbereiten bzw. Ausbilden der größtmöglichen Anzahl von Menschen, um vor der jetzigen und zukünftigen Herausforderung des Terrorismus positiv reagieren zu können. Dies ist eine Schlacht, bei der die „bürgerliche Mitarbeit“ zu etwas mehr werden muß, zu einer Art „ziviler Militanz“.

Jeder kann sich nun die Frage stellen, wie sehr er/sie sich bereit fühlt für die Herausforderungen, die auf uns zukommen können – und wenn es schlimm kommt – auch kommen werden. Weiter beschwört Alfredo Tucci die Kampfkunstfamillie und dabei in erster Linie die Lehrer und Ausbilder, besonders bei der Ausbildung von Sicherheitskräften vorn dabei zu sein, denn diese bekommen die Einschläge als erste ab. Ich glaube, wir können das in Deutschland bereits sehr deutlich erkennen.

Die Selbstverteidigung der neuen Ära verpflichtet uns Kampfkünstler, unser Wissen in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Glauben Sie mir: Das sagen sie selbst! Derzeit sind es noch zu wenige Beamte und meist nicht ausreichend ausgebildet. Aus unserer Erfahrung für den Kampf mit und ohne Waffen, steuern wir (und tun dies jeden Tag mehr!) Formeln für das Training und die psychophysische Ausbildung bei, für jene Menschen, die unter großem Druck arbeiten und noch dazu schlecht bezahlt sind, dafür aber in der ersten Schlachtreihe stehen. Ein Paradebeispiel für diese neue Linie kann in jeder Straße, jedem Flugzeug, Zug, Metro oder Bus im Okzident entstehen. Daher sollten wir uns positive Handlungsweisen erstellen, um direkt einzugreifen, wie beispielsweise durch das Lehren unserer Schüler, wie diese sich dieser neuen Herausforderungen zu stellen haben, denn die Kraft sind wir alle, in Anbetracht der Geschichte, sind wir Soldaten in dieser Schlacht. Dies bedeutet einen zusätzlichen Kraftakt der Ausbildung durch die Meister. Eine Anstrengung, die, das seien Sie sich sicher, jeden Tag mehr von den Schülern anerkannt wird, egal welchen Stil man betreiben mag. Zu guter Letzt, auch wenn es niemandem gefallen mag, so ist sich darüber doch alle Welt bewußt, und wer immer noch schläft, dem ist nicht mehr zu helfen – so häßlich ist die Sache, Freunde!

Alfredo Tucci beschäftigt sich aber nicht nur mit den eigenen Leuten, sondern auch mit dem Feind. Er stellt die Vorgehensweise des Terrorismus dar, die ganz und gar nicht so wirr und planlos ist wie viele denken mögen, sondern einer sehr einfachen Logik folgen.

Die Taktik des Terrorismus war schon immer der Verschleiß. Kann man einen überlegenen Gegner nicht besiegen, greift man ihn nicht frontal an. Die einzige Möglichkeit ist das unterminieren seiner Moral, man greift dort an, wo es ihm am meisten schmerzt, um ihn möglicherweise zum Nachgeben zu zwingen, um strategische Ziele zu verhandeln, normalerweise territoriale. Doch es scheint so, daß diese neue Form des globalen Terrorismus keinerlei Territorien beansprucht – aber auf lange Sicht tut sie das doch! Vor allem verficht man ein neues Paradigma, das sich auf eine eigenartige Auslegung der heiligen Schriften des Korans stützt und deren Feind der „Ungläubige“ ist, das heißt, um es nicht komplizierter zu machen als es ist: Alle, die nicht mit jener Weltsicht übereinstimmen.

Der Begriff „fanatisch“ stammt vom Lateinischen „fanaticus“ und dessen Wurzel von „fanum“, was Tempel bedeutet. Kein Zweifel: Die weisen Väter unserer Kultur hatten bereits diese existente, intrinsische Beziehung zwischen beiden Dingen erkannt, und es liegt auf der Hand, daß der Mensch, trotz all seiner Technologie, sich gar nicht so sehr verändert hat.

Natürlich durfte auch sein obligatorischer Seitenhieb auf die „Gutmenschen“ nicht fehlen. Mittlerweile hat er sich dadurch international einen Namen gemacht.

Die Optimisten glauben, daß man die Gesellschaft „reparieren“ und „die Ungerechtigkeiten“ eliminieren könne, damit wir alle gleich seien. Einige Einflußreiche solcher „guten Absichten“ haben einen enormen Holocaust gelassen. Die Natur verabscheut die Gleichheit. Die Natur ist und wird sein was sie ist, Hierarchie, und die Pyramide mit der Zahl Pi ist nicht zufällig das Symbol der Perfektion unseres Planes. Von den Ägyptern bis hin zum Geldschein des Dollars, von Tenochtitlan bis zu den sozialen Darstellungen, sendet die Pyramide eine leise und uralte, unvergängliche Nachricht aus. Hören Sie sie?

Die „fanaticus“ sind aus ihrem „fanum“ gekommen, um der Welt ihre Sichtweise aufzuzwingen. Wir können uns nach der unsrigen fragen, oder sonstwas tun, und vor allem, wie weit wir gehen, und ob und wann wir die unsrige verteidigen. Wir können uns gar fragen, ob wir sie verteidigen wollen oder nicht! Doch während all dem sollte man nicht hoffen, daß jene mit ihrer tödlichen und fanatischen Handlung von alleine aufhören werden.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, diese Auszüge zu lesen. Auch wenn das Buch „Scheidepunkte-Krieger des XXI. Jahrhunderts“ ein sehr philosophisch geprägtes Buch ist und sich in erster Linie an aktive Kampfkünstler richtet, stellt sie dennoch eine interessante Quelle für Jedermann dar. Besonders im Hinblick auf mögliche Maßnahmen zur Abwehr der Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind. Denn wir alle müssen uns Gedanken machen, welche Sicherheitskonzepte erforderlich und umsetzbar sind. Denn leider gelingt es der Polizei mittlerweile oft nicht mehr, die Sicherheit und Souveränität der Bundesrepublik Deutschland auf ihrem ganzen Gebiet zu gewährleisten. Wir werden am 1. Mai 2009 wieder eine Kostprobe davon bekommen – LEIDER!

» Email an Alfredo Tucci: budo@budointernational.com (bitte auf Englisch oder Spanisch)

(Gastbeitrag von Polarstern)

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27 KOMMENTARE

  1. Wenn man die Fähigkeit zur Selbstverteidigung und die Ehre aufgibt hat man unehrenhaft verloren. Am „Bushido“ des japanischen Denkens ist viel dran.

    Europa gibt seine Werte auf, lässt unwerte Gesellschaftsysteme ins Land.Die links-grüne Politik ist schauerhaft.

    Europa hat den 2WK verloren und die Zukunft.

    Japan hat den 2WK verloren. Seine Identität und Ehre behalten.

    Toranaga, früher als Samurai in der Forenwelt unterwegs.

  2. Alfredo Tucci – den Namen höre ich hier zum ersten mal.

    Erster Eindruck: der Typ ist ein gewiefter Kampftaktiker, der sich nicht versklaven lassen will.

    Das Buch kommt schon mal auf meine Lese-Liste!

  3. @ #3 Zeus (29. Apr 2009 12:20)

    Gilt dieses EU-Urteil auch für Schlesier und Ostpreussen?
    Oder gibts hier mal wieder „Sonder“-Behandlung?

  4. Und wie wehren wir uns gegen die fiktive Klimakatastrophe, die unsere Staatshierarchie nicht nur zum Abkassieren bei uns allen benutzt, sondern auch, um durch einen kalten Staatsstreich Deutschland von einer sogenannten Demokratie wieder zurück in eine Diktatur zu befördern? Beschlüsse darüber, zumindest die Möglichkeiten dazu werden im Juni in Essen vom Sprachrohr der Kanzlerin, dem PIK (Potzdam Institut für Klima)vorbereitet.
    Mehr? Dann:
    http://www.klima-ueberraschung.de

  5. Genau das hier sind die Beiträge weswegen ich mehrmals am Tag http://www.pi-news.net besuche.

    Bitte mehr davon …und auf diesen Boulevardkram (Musel beisst Hund) im Stile von Frauke Ludowig/RTL verzichten !!

  6. Interessante Auszüge.

    Das „Mindset“, d.h. die Einstellung muß erstmal da sein – der Rest findet sich dann.
    The final weapon is the brain
    Viel mehr wird man im zwangspazifisierten Europa als Normalbürger bald auch nicht mehr haben dürfen… 🙁

  7. Toronager hat recht, Japan hat es geschafft seine Kulturelleidentität zu wahren, weil es Wiederstand leistete. Dieser Wiederstand mag heute in Europa noch dünn gesäht sein, doch er wird hoffentlich bald früchte tragen!

  8. an Toronaga:

    Bei aller Sympathie der gemeinsamen Sache wegen solltest Du trotzdem nicht gerade die Japaner als Blaupause für den Ehrbegriff hernehmen: die Japaner haben ungeheure Blutbäder in China angerichtet, geradezu sadistisch-lustvolle Tötungsorgien veranstaltet. Sie haben nicht mit einer einzigen Silbe später ihr Bedauern bekundet. Es ist ein riesiger Unterschied, Ehre für sich zu beanspruchen und tatsächlich welche zu haben. Da verhält es sich wie mit dem lieben Geld: wer am meisten drüber redet, hat am wenigsten davon. Und hier – bei aller überzogenen Selbstzerfleischung vor allem der Deutschen – können sich die Japaner von uns eine Scheibe abschneiden. Denn, wer nicht zu seinen Fehlern steht, ist nichts als ein charakterlicher Schmierlappen. Aus mit Ehre!

  9. In einem bin ich mit den Japanern konform: die haben sich aufgrund ihrer eigenen demografischen Probleme angeschaut, wie wir das in Deutschland machen und sich angesichts des Mottos „wir brauchen Einwanderer“ mit Grausen abgewandt. Jetzt setzen sie auf Automatisation und Robotertechnik.

  10. @seit99keingutmenschmehr:

    Und das mit Erfolg! Würd ja auch nix gegen qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt für die BRD sprechen aber deutschland zieht nunmal leider nciht die arbeits- und integrationswilligen an, erst recht nciht die Fachkräfte, die wandernn meist aus ihren Ländern gar nicht aus, eher die Sozialversager der dortigen Bevölkerung und noch mehr davon braucht man in der BRD nun echt nicht!

  11. richtig, Sheldon:

    Ich habe keine Lust, mir Ausländerfeindlichkeit anhängen zulassen,nur,weil ich gegen die nachgewiesenermassen deutschfeindlichen Rassisten und Parasiten etwas habe. Es gibt nun mal „gute“ und „schlechte“ Ausländer – so einfach ist das.

  12. #5 queensland (29. Apr 2009 12:42)

    Darauf habe ich eh schon gewartet! Was passiert eigentlich mit einem Mohammedaner, der von der Schweinegrippe dahingerafft wird? Bekommt der eine Sonderfahrkarte in die Hölle wegen unislamischen Ablebens?

  13. Freien gesetzestreuen Bürgern muß wieder das Recht zugestanden werden,zur Selbstverteidigung eine Schußwaffe zu führen. Kampfsport ist ja gut und schön zur allgemeinen Wehrhaftigkeit. In einer Situation wie in Bombay- und so wird die Zukunft des Terrorismus vermutlich aussehen- ist Kampfsport alleine das ungeeignete Mittel.
    Außerdem taugen alle Kampf-„Sportarten“ nix, dort trainiert man fair zu kämpfen, nicht nachzutreten wenn der Gegner am Boden liegt – bei einem Angriff auf Gesundheit oder Leben eher hinderlich.
    Daher: Waffen für verantwortungsbewußte gesetzestreue Bürger. Gleichzeitig so wie in USA harte Strafen für nicht gerechtfertigten Waffengebrauch oder illegalen Waffenbesitz.

  14. Völlig unabhängig von diesen Text (der zweifelsfrei interessant ist!), denke ich schon einige Zeit darüber nach einen Waffenschein zu machen und vielleicht auch in einen Schützenverein einzutreten, damit ich den Umgang mit der Waffe erlerne.
    Leider war ich nämlich so dumm, und habe Zivildienst gemacht und micht nicht beim Bund an der Waffe ausbilden lassen – nicht dass ich wirklich für diese Regierung hätte kämpfen wollen, aber die Ausbildung ist, denke ich, schon wichtig und gut. Gerade in Anbetracht der fortschreitenden Islamisierung, mit der u.U. Kämpfe einhergehen werden.

    Kampfsport ist sicherlich auch wichtig, aber noch wichtiger sind Schusswaffen, da sie in ihrer lethalen Wirkung doch dem menschlichen Körper überlegen sind – zumindest in den meisten Situationen.

  15. Einen Waffenschein bekommt man nicht als Zivilist! Du kannst eine Waffenbesitzkarte beantragen, wenn Du 1 Jahr lang regelmässig als Gast geschossen hast gewesen bist.

    Willste mehr Infos -> mildot@front.ru

    .

  16. Dieses Jim Wagner-System hört sich ja ganz gut an, aber es ist doch lächerlich bei den referenzen „Israelische Spezialeinheiten“ anzugeben.. ich würde ziemlich viel darauf wetten, dass diese doch eher Krav Maga erlernen und benutzen.
    Aber im Prinzip eine gute Sache. Irgendwann wird uns auch nicht mehr viel übrig bleiben, als uns zu wehren und wenn es soweit ist, sollte jeder dafür bereit sein.
    Die Lektüre werde ich mir die Tage bestellen.

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