Wie dumm und unwissend Presse und Politik in Finanzdingen sind, sieht man auch an der Diskussion über die angeblich mörderischen Zinsen, die Spanien und andere Pleitekandidaten bezahlen müssen, und dann kommt die Horrorzahl 7%! So etwa bei Plasberg vor zwei Tagen. Und dann schütteln alle den Kopf und sind tief betrübt über diese einmalige Frechheit der Kapitalmärkte. Man stelle sich vor: 7%! So was! 

Im obigen Diagramm sehen Sie die Zinsen, welche die AAA-Bundesrepublik Deutschland in den letzten 40 Jahren für zehnjährige Anleihen bezahlen mußte. Leicht erkennbar waren das 1972 über 11% und um 1980 herum über 10%. Wir haben das überlebt, und kein Mensch redete von Bankrott oder Mörderzinsen. Die unabhängige Bundesbank und die führende US-Notenbank haben damals gemacht, was ihre ureigenste Aufgabe ist, nämlich die Inflation bekämpft – und zwar mit Erfolg.

Wie man im Diagramm auch sieht, gingen die Zinsen ab 1999 mit der Einführung des Euros immer tiefer. Es gab keine führende Bundesbank zur Überwachung der Inflation mehr, die EZB setzte den Zinssatz herunter, so daß sich alle Euro-Staaten nach Herzenslust bis über die Halskrause billig verschulden konnten, und ein Staatsbankrott kam niemand in den Sinn und war unvorstellbar. Jetzt sind alle furchtbar überschuldet und ein Zins von 7%, der jahrzehntelang als normal galt, bedeutet bereits das Aus.

Darum will man nun Ratingagenturen ausschalten und Banken unter die EU-Fuchtel kriegen. Das Ziel ist ein humaner Zins von 0% und endlose Verschuldung, um die endlose soziale Gerechtigkeit und andere Hobbys des Staates zu finanzieren mit selbstgedrucktem Papier, das sich Geld nennt. Warum sind eigentlich die Länder nicht schon früher auf diese einfache Methode gekommen?  Einfach Papier mit Zahlen bedrucken und Euro draufschreiben, selber Schulden machen, andere zahlen lassen. Geht doch. Oder etwa nicht?

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37 KOMMENTARE

  1. In diesen hohen Zinsen sind die hohen Inflationserwartungen schon eigepriced. Bei hoher Inflation relativiert sich das ganze wieder. Wir haben eine Zeit der tiefen Inflationen durch, darum gab es auch diese tiefen Zinsen für Staatsanleihen.

  2. Du bringst es auf den Punkt, Kewil. Zu Ende gedacht, werden wir von Räubern regiert…

  3. #1 RDX

    Es geht hier nicht um Inflation. Wenn du keine hohen Schulden hast, bringt dich der Zins nicht um. Deutschland könnte auch nicht mehr 10% zahlen.

  4. Na siehste, was in der Physik nicht möglich ist, in der „Finanzwirtschaft“ geht’s: das monetäre Perpetuum Mobile.

  5. #1 RDX

    Wir haben zur Zeit offiziell (!) 2,7 % Inflation. Das ist nicht niedrig. Laut EU-Verträgen darf sie nicht höher als 2% sein. Ab 5% Inflation beginnt der Ruin einer Volkswirtschaft.

  6. …eine Schweinerei von Lebensversicherten
    ihr Eingezahltes mit Gewinn, oder eigentlich sogar überaupt wieder zurück zu fordern. Was wir jetzt „bräuchten“ (ich weiss, das Wort ist nicht ganz astrein aber bringt die Verkürzung von „brauchen würden“ gut rüber.) ist ein Kapitalbeauftragter, der rumginge und sich bei jedem Kunden der Allianz und Hamburg-Mannheimer in ein intimes Gespräch einbrächte um die Vorzüge der Kulturen-Werkstätten-Pöstchen und der Ministerialdirigenten-Gehälter und Renten bei ARD und GEZ alternativlos anzupreisen. Und auch, warum Hartz4 gefütterte (Geburten)-Jihadisten zu Deutschland gehören. …äh…, ja alles natürlich von dem Geld des Versicherten. Das es leider nicht mehr zurück geben kann, weil die Allianz langfristige Staatsanleihen von dem Eingezahlten einkaufte.
    Aber es war doch auch eine schöne Zeit während des Einzahlens und der Hoffnung auf unverdient gewonnenes Geld (pfui !)…

    Und es ist doch immer noch eine schöne Zeit … Und überhaupt : Eigentum ist doch sowieso Diebstahl, wenn man es nicht als Beamter verdient hat. Jeder Lebensversicherte kann sich freuen, dass er nicht zur Umerziehungen auf´s Land verbracht wurde.
    Denn : „wir können auch anders !“

  7. Die einfachen Leute mussten vor gar nicht langer Zeit über 10% Bauzinsen bezahlen, haben ihren Kredit abbezahlt bis zur Rente und haben’s auch überlebt. Aber die feinen Eurokraten wollen ihren Kredit natürlich gratis, wäre ja sonst auch voll kapitalistisch!

  8. Einfach Papier mit Zahlen bedrucken und Euro draufschreiben, selber Schulden machen, andere zahlen lassen. Geht doch.

    Das versuchen die EU-Sozen ständig!
    Geht aber leider nicht!

    Die dümmlichen Sozen glauben immer, dass Geld nicht erabeitet sondern nur gedruckt oder von anderen bereit gestellt werden muss.

  9. #3 kewil
    Es geht hier nicht um Inflation. Wenn du keine hohen Schulden hast, bringt dich der Zins nicht um

    Sie schreiben doch selbst von Inflation:

    Die unabhängige Bundesbank und die führende US-Notenbank haben damals gemacht, was ihre ureigenste Aufgabe ist, nämlich die Inflation bekämpft – und zwar mit Erfolg.

    Ihre Aussage ist nur zum Teil richtig. Die Inflation war damals wirklich sehr hoch. Deshalb auch die hohen Zinsen. Helmut Schmidt sagte damals: „Lieber 10% Inflation als 10% Arbeitslosigkeit.“ Am Ende hatte er beides.

    Das war damals die Keynesche Theorie, die heute wieder schwer in Mode kommt. (Im Grunde war sie nie tot).

    Der Punkt ist, dass RDX Recht hat und dass die typisch deutsche Angst vor Inflation aktuell nicht viel Sinn ergibt.

    Europas Problem ist der Euro an sich, an dem aus unverständlichen Gründen mit allen Mitteln festgehalten wird. Ich denke soweit kann man sich einigen.

  10. Hätte ich die Beiträge, die ich seit Anfang der 80er in eine Kapitallebensversicherung einzahlte, dazu verwendet, mir monatlich dafür Gold zu kaufen, ich wäre heute ein gemachter Mann.

    Stattdessen hat man mich mit der EUR-Einführung um 50 % enteignet (DM-Preise von damals sind EUR-Preise von heute) und die jetzt anlaufende Inflation, nur ein Dummkopf glaubt an die offiziell knapp 2.5 oder 3 %, wird den Rest vollends hinrichten.

    Mein Fehler: Ich habe mir die letzten 50 Jahre von Politik, Banken und Versicherungen das Hirn waschen lassen. Aber jetzt ist Schluß!

  11. Bargeld ohne Auflagen: Italien hofft auf Anleihekäufe durch den Euro-Rettungsfonds.

    Auch Frankreichs Präsident Hollande begrüßt den Trick.
    ———————————————-

    Ist nicht genau dies, was man als Griechenlands Eurobeitritt 2 bezeichnen kann?

    Über letzteres empören sich doch alle, und sagen, niemals hätte dies geschehen dürfen.

  12. Gefällt mir sehr gut, daß PI hier auch etwas für die Aufklärung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge tut!

    @Eurakel

    Zitat:

    „Schäuble hat sich natürlich riesig gefreut als er neulich deutsche Staatsanleihen mit 0% Zinsen auf den Markt warf.“

    Nicht nur das!
    Der Herr Bundesfinanzminister, den ich, wegen seiner Aussage: „Deutschland profitiert vom Euro!“, seit einiger Zeit auch gerne „Comical Ali“ nenne, wagt es sogar deutsche Staatsanleihen mit einem Zinssatz von 1,5 % auf den Markt zu werfen und bei nächster Gelegenheit einer Inflation von 3% das Wort zu reden. D.h. im Klartext, der Verlust ist beim Kauf dieser Schrottpapiere schon eingeplant und eingepreist. Eine dreiste Unverschämtheit ist das!
    Soweit sind wir schon gekommen und ich bin mir sicher, es wird noch weiter gehen. Mehr Inflation, mehr Vermögensverlust, mehr Armut etc. etc. Und das alles mit voller Absicht.
    Vlt., um im Bilde zu bleiben, wird man Schäuble & Co dereinst aus irgendeinem Erdloch oder einer Röhre ziehen und für Ihren Hochverat zur Rechenschaft ziehen.

  13. Geht vielleicht wirklich, kewil.

    Aber nur, wenn man den Handel total kontrolliert, also so in der Art, daß niemand mehr kaufen oder verkaufen kann, ohne daß er das Zeichen des… äh… Tiers…

  14. http://www.markt-daten.de/charts/zinsen/staatsanleihen-eu.htm
    Bitte mal die Renditen der griechischen Staatsanleihen über 10 Jahre anschauen und immer bedenken, dass der Euro seit 1999 Buchgeld ist…da ging die Verschuldung richtig ab…
    Griechenland kam 1993 von 25 % !!!, dann gab es
    pan 10 Jahre die Kohle für ca. 5 %
    Jeder Club Med Staat hat da richtig zugelangt, absolut klar.
    Das marktwirtschaftliche Prinzip, dass der Kreditzins nach dem Ausfallrisiko ergo Leistungsfähigkeit berechnet wird, wurde per Politik abgeschafft.
    Geldsozialismus halt

    Geldsozialismus halt.

  15. Wie dumm und unwissend Presse und Politik in Finanzdingen sind, sieht man auch an der Diskussion über die angeblich mörderischen Zinsen …

    Allerdings. Und einer der dümmsten Ignoranten ist Monsieur Olonde.

    Es sei inakzeptabel, dass einige EU-Länder für Staatsschulden mehr als sechs Prozent Zinsen zahlen müssten, während andere bei Sätzen nahe Null seien, sagte Frankreichs neuer Präsident Hollande am Rande des gestrigen EU-Gipfels. Wenn der Zusammenhang zwischen Zins und Risiko dem Staatschef tatsächlich fremd ist, dann Gute Nacht, Grande Nation.

    http://www.ortneronline.at/?p=17310

    Nebenbei: einer der klügsten Kenner ist Christian Ortner.
    http://www.ortneronline.at/
    Sehr starkes Blog.

  16. Ob Zinsen bezahlt werden können, hängt davon ab, wie hoch die Schulden sind, welches Wirtschaftswachstum erwartet oder erzielt wird und wie hoch die Inflation ist bzw. wie hoch diese für die Zukunft geschätzt wird. Die Eurozone hat aktuell eine sehr niedrige Inflationsrate, ein tiefes Wirtschaftswachstum und eine gemessen am Steuereinkommen und am BIP sehr hohe Verschuldung. Der hohe Zins bildet nicht die Inflationserwartung ab, sondern, erstmals in der zentraleuropäischen neueren Wirtschaftsgeschichte, das Insolvenzrisiko.

    Die Eurostaaten haben keine eigene Notenbank als Lender of the last Resort mehr, oder noch nicht wieder. Nun wollen die schwachen Südländer inkl. Frankreich wieder wie früher billiges Geld drucken, die Preise ankurbeln und so die Schulden weginflationieren. Die stabilen Nordländer inkl. Deutschland (zumindest die Bundesbank) wollen das nicht.

    So hat die EZB die Staaten halt indirekt finanziert: Sie geben den Banken Geld zu null Zinsen und diese kaufen dafür Staatsanleihen von den maroden Südstaaten zu eben sechs oder sieben Prozent Zinsen. (Besonders Pervers: Italien muss über den Rettungsschirm Spanien echt mit Geld versorgen zu 3%, das sie sich bei den Banken zuvor zu 7% geliehen haben)
    Dieses System wurde gewählt, weil die EZB den Staaten nicht direkt Geld geben darf.

    In Spanien hat man das umgekehrt gemacht, weil man den Banken auch nicht zur Sanierung direkt Geld geben kann wurde der Umweg über den spanischen Staat gewählt. Alles klar? Also, wenn Staaten gerettet werden müssen, laufen die Gelder über die Banken, wenn Banken gerettet werden müssen laufen die Gelder über den Staat!

    Es ist nicht der Euro, der schwach ist, sondern es sind die Mehrzahl der Euroländer, die in die Insolvenz zu fallen drohen. Griechenland ist schon lange Bankrott, Irland möglicherweise auf dem Weg zur Besserung und Spanien und Italien gebe ich auch nicht mehr lange. Die einzigen Staaten, die noch bezahlen können, sind Deutschland, die Niederlande und Finnland. So lieber Michel, rechne, hole deine Euros, kaufe Gold und Schweizer Franken oder Dollar oder Yen oder Rupien oder Schnaps, da gibts die meisten Prozente…….:-)

  17. Habe gerade Sarazzins Buch über den Euro fertig gelesen. Ich habe mir Jacke und Pullover sowie warme Unterwäsche bereit gelegt……

  18. #20 Makepiece (20. Jun 2012 18:24)

    Habe gerade Sarazzins Buch über den Euro fertig gelesen. Ich habe mir Jacke und Pullover sowie warme Unterwäsche bereit gelegt……
    —————————————–

    Gut. Ich habe dies bereits lange vor dem Buch getan. Und nicht nur Klamotten. 😉

  19. #22 LupusLotarius (20. Jun 2012 18:37)

    OT

    Rassistischer Sportschuh
    ———————————————–

    Krank.

    Für einen BodenseeApfel lassen sie jede afrikanische Bannane „links“ liegen.

    Ich schlimmer 😉

  20. Focus:

    „10. Was ist das Grundproblem des Euro?

    „Mit seiner Einführung schafften die Regierungen den Wettbewerb zwischen den Währungen ab. Stattdessen gibt es falsche Zinsen und falsche Wechselkurse. Denn die 17 Euro-Länder sind wirtschaftlich komplett unterschiedlich und lassen sich nicht auf einen Nenner bringen. Noch vor der Euro-Einführung in den Jahren 1998 und 1999 sanken mit ihrer Ankündigung die Zinsen für Staatsanleihen von Griechenland (18 Prozent), Spanien (18 Prozent) oder Italien (14 Prozent) ruckartig auf sechs bis sieben Prozent. Das entsprach dem Niveau deutscher Papiere. Die Staaten bekamen einen Blankoscheck für das Schuldenmachen in die Hand. Folge: Es wurde auf Pump investiert, statt maßvoll zu haushalten. Nur harte Marktgesetze, sprich risikogerechte Zinsen für Staatsanleihen oder der Druck, die Euro-Gruppe verlassen zu müssen, könnten Haushaltsdisziplin sichern.“
    ——————————————-
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-26216/fuenf-experten-reden-klartext-die-wahrheit-ueber-den-euro-crash-inflation-und-schneeballsysteme_aid_769487.html

  21. #1 RDX

    Wir haben zur Zeit offiziell (!) 2,7 % Inflation. Das ist nicht niedrig. Laut EU-Verträgen darf sie nicht höher als 2% sein. Ab 5% Inflation beginnt der Ruin einer Volkswirtschaft.

    ——————–

    Erzähl das mal den Chinesen, Indern und den Brasilianern. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie dabei sind sich zu ruinieren.

    Vielleicht sollten die Volkswirte bevor sie Entscheidungen treffen unseren Experten Kewil fragen. Wie kommen die nur auf die Idee, ohne Kewil Entscheidungen zu treffen.

  22. #20 Makepiece,

    sie haben den Wahnsinn wunderbar erläutert.

    Genau aus diesen Gründen wird das europäische Kartenhaus zusammenfallen, da die PolitikerINnen glauben, die beherrschten den Raum und die Zeit.

    Die sind einfach nur noch albern – reif für die Anstalt.

  23. 0 % Zinsen ? Dann haben wir bereits das islamische Zinsverbot erreicht.
    Mit scheint es wichtiger, darüber nachzudenken, wie wir jemals diese Schulden wieder zurück bezahlen wollen, denn auch bei Null Prozent fällt Tilgung an.
    Es scheint, daß jeder nur daran denkt, wie man neue Kohle billig aufreissen kann. Oder hat uns jemals ein Politiker erklärt, wie und wann die Rückzahlung erfolgt ?
    Wenn Deutschland ab heute keine neuen Schulden aufnehmen würde, aber jährlich 20 Mrd. Euro zurückbezahlen würde, wären wir in hundert Jahren schuldenfrei. Das sind zwei Generationen.

  24. #28 fraktur

    “ Oder hat uns jemals ein Politiker erklärt, wie und wann die Rückzahlung erfolgt ?“
    ——————————————–

    Das ist auch gar nicht eingeplant. Aus diesem Grund muss es ja auch irgendwann eine Währungsreform geben.

  25. #31 survivor
    Dieser Verdacht drängt sich auf. Seit langer Zeit haben wir ein System, das früher Revolvingsystem hieß, erfunden vom Finanzmakler Münneman. Es bedeutet, Schuldentilgung mit neuen Schulden zu bezahlen, als zu revolvieren. Man könnte es auch Wechselreiterei nenne.
    Das System kann man solange fortführen, wie die Finanzmärkte mitspielen, ein Damaklosschwert.
    Bei Münneman ging es schief, er war am Ende bankrott.

  26. Leicht erkennbar waren das 1972 über 11% und um 1980 herum über 10%. Wir haben das überlebt, und kein Mensch redete von Bankrott oder Mörderzinsen.

    Man muss aber berücksichtigen, dass damals auch das Zinsniveau und die Inflation wesentlich höher als heute waren.

    http://de.global-rates.com/wirtschaftsstatistiken/inflation/1972.aspx
    http://de.global-rates.com/wirtschaftsstatistiken/inflation/1980.aspx

    Deshalb bedeuteten 11 / 10 % Zinsen im Jahr 1972 / 1980 keinen Risikoaufschlag.

    Beim heutigen Zinsniveau 1% bedeuten 7% Zinsen einen erheblichen Risikoaufschlag (der auch gerechtfertigt ist).

    Das alles rechtfertigt den Euro natürlich nicht, aber falsche Ausführungen tun nichts zur Sache.

  27. #11 Hayek (20. Jun 2012 17:40)

    Europas Problem ist der Euro an sich, an dem aus unverständlichen Gründen mit allen Mitteln festgehalten wird. Ich denke soweit kann man sich einigen.

    Stimmt, bis auf das „aus unverständlichen Gründen“.

    Wie auch sollte Merkel den Deutschen einen plötzlichen Wechsel von „Alternativlosigkeit“ hin zur Abschaffung des Euro verkaufen?

    Die an sich lobenswerten Ambitionen Kohls, ein wiedervereinigtes Deutschland zu hinterlassen, waren, so Olaf Henkel, wegen französischen Drucks nur für den Euro als Gegenleistung zu haben.

    Die geradezu tragikomische Wendung des Euro als Ausdruck von Frieden und Steigerung der europäischen Wirtschaftskraft hin zum genauen Gegenteil, nämlich Spalter eigentlich befreundeter europäischer Nationen zu werden, ist Folge der Einsichtsverweigerung, daß man eine Währungsunion erst nach einer politischen Union errichten kann.

    Und niemals wird das von diesen nach Wiederwahl lechzenden Politikern eingesehen oder gar öffentlich eingeräumt werden.

    Also:

    Euro – auf Biegen und Brechen.

  28. #35 Kartoffelstaerke

    #11 Hayek (20. Jun 2012 17:40)

    Europas Problem ist der Euro an sich, an dem aus unverständlichen Gründen mit allen Mitteln festgehalten wird. Ich denke soweit kann man sich einigen.

    Stimmt, bis auf das “aus unverständlichen Gründen”.
    —————————————

    So von einer Kartoffel zur anderen, besser festkochend ( Brat – Salzkartoffel), statt Kartoffelbrei. Sie haben recht.

    Im übrigen hat man nichts gegen die Kartoffel schlechthin, sondern gegen den armen Käfer.

    Meinen Vetter hat man schon vertrieben….ich aber wehre mich gegen folgendes:

    http://www.youtube.com/watch?v=euWqCKR5eGo

    😉

  29. Habe auch Sarrazins Buch gelesen, darin spricht er von einem „Todeszins“, das ist der Zins, bei der ein Land bei gegebener Verschuldung seine Zinsen nicht mehr tragen kann; dieser beträgt für Griechenland nur 5%, für Italien 9%, für Deutschland 12%, für Portugal immerhin 10,5%.

    => Griechenland = Pleite, da höhere Zinsen oder
    Griechenland = Fass ohne Boden, immer abhängig von Transferzahlungen, wie der Mezzogiorno Italiens, ist ca. 40% zu teuer, müßte seine Währung abwerten, also raus aus dem Euro, dies sagen alle Ökonomen, nur kein Politiker will dies wahr haben.
    Außerdem: Es wäre die 6. Staatspleite in Griechenland seit 180 Jahren!

  30. @kewil stimmt

    anbei:

    ziel von nationalbanken muss sein, die preisstabilität zu wahren und den zahlungsverkehr am laufen zu halten.

    in der wirtschaftspolitik hat sie nichts zu suchen.

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