Auch drei Jahre nach seinem Erscheinen ist Wolfgang Gottschalks „Bauchschmerzen“ die beste literarische Bearbeitung zum Thema türkische Kolonisation. 208 Seiten Dialog zwischen einem deutschen Neonazi und seinem Gefängnispfarrer: Dieses Buch ist nicht nur provokant und konfrontativ, sondern auch ehrlich – und es ist fesselnd geschrieben. Früher oder später wird „Bauchschmerzen“ der Zensur zum Opfer fallen, ein zweites „Bauchschmerzen“ wird wohl nie mehr geschrieben. Vielleicht ist dieses Buch also tatsächlich das literarische Denkmal unserer Zeit.

(Von M. Sattler)

„Bauchschmerzen“ gehört zu den wenigen Büchern, die man auf jeder beliebigen Seite aufschlagen kann und dann nicht mehr aufhört zu lesen. Dies liegt nicht nur am literarisch selten bearbeiteten, von allen anderen deutschen Autoren peinlichst gemiedenen Inhalt – die radikale Einwanderungspolitik unserer Zeit ist das große Thema -, sondern auch an der Wahl wörtlicher Rede als Stilmittel. Der Leser wird zum Teilnehmer einer historischen Debatte: dem in der realen Welt nirgends stattfindenden direkten Dialog zwischen Unterstützern der türkischen Kolonisation und ihren Gegnern. Bekanntlich wird diese Diskussion in der Öffentlichkeit nicht geführt. Niemals würde das Fernsehen eine Talkrunde zur Frage pro oder contra zur türkischen Massenansiedlung ausstrahlen. Über diese Frage wird nicht diskutiert. „Bauchschmerzen“ hat daher etwas ungemein Befreiendes: Hier werden zum ersten Mal tatsächlich Argumente ausgetauscht.

Wer „Bauchschmerzen“ noch nicht gelesen hat, für den seien Handlung und Aufbau kurz skizziert. Der Held des Buches wächst in Frankfurt auf und erlebt dort hautnah das Zusammenleben mit Türken. Aus dem türkischen Schulfreund aus Grundschulzeiten wird ein aggressiver Herumtreiber. Der Held wird Zeuge einer Vergewaltigung im Schwimmbad, er erlebt das übliche Mobbing und die alltägliche türkische Gewalt gegen Deutsche. Von den Repräsentanten der Elite ist er enttäuscht: Er durchschaut die Verlogenheit seines Pfarrers, die Feigheit und Falschheit seiner Lehrer und Professoren. In der aufgeladenen Atmosphäre einer multinationalen Stadt sucht er schließlich nach einer Nische als Deutscher und gelangt zu Überzeugungen, die allgemein als rechtsextrem gelten. Als ihm die Diagnose einer unheilbaren Krankheit gestellt wird, entschließt er sich zu einer gewalttätigen Handlung: Provoziert durch einen türkischen Gernegroß im Hausflur, tötet er dessen ganze Familie und zuletzt auch diesen jugendlichen Türken. In Haft befragt ihn der Gefängnispfarrer nach den Gründen für seine Tat. Das sich daraus ergebende Gespräch zwischen Pfarrer und Verurteiltem, das das gesamte Buch durchzieht, wird an einigen Stellen unterbrochen durch „Aufzeichnungen des Gefangenen“, in denen der Verurteilte seine politischen Ansichten, u.a. zur islamischen Kolonisation, dem sog. „Multikulturalismus“ sowie historischen Themen (Zweiter Weltkrieg, Vertreibung etc.), festhält.

Was das Buch so lesenswert macht, ist nicht nur die Ehrlichkeit und Offenheit, die in unserer heutigen Zeit der geistigen Zwangsjacke erfrischend wirkt, es ist vor allem die Chancengleichheit, die der Autor den beiden Kontrahenten gewährt. Der Pfarrer als Repräsentant unserer politischen Führung tritt dem Neonazi nicht mit der üblichen Arroganz gegenüber, sondern lässt ihn ausreden und hört ihm zu: den Neonazi niederbrüllen, die gängige Methode in Politik und Medien, kann und will er nicht. Als hauptberuflicher Zuhörer und Seelsorger versucht er ihn stattdessen sachlich zu überzeugen. Das ist für einen Angehörigen der Elite unserer „Bunten Republik“ etwas völlig Neues. Sachliche Argumente für die türkische Kolonisation hat man seit Jahren nicht mehr gehört. Genau dieses Bemühen des Pfarrers, Sachlichkeit ins Spiel zu bringen, macht die Ausführungen des Pfarrers spannend zu lesen.

Auf der anderen Seite der Nazi, der den Pfarrer nicht überzeugen, aber von ihm angehört werden will. Genau wie der Pfarrer im Nazi den geistig Verirrten sieht, sieht der Nazi einen Verirrten im Pfarrer: unehrlich zu sich selbst, ein Mann, der das offensichtliche Scheitern sowohl seines Glaubens als auch seiner politischen Überzeugungen in seinem eigenen persönlichen Umfeld nicht wahrhaben will. Durch den Blickwinkel des Neonazis hat Buchautor Gottschalk in diesem Pfarrer eine literarische Symbolfigur geschaffen, eine Symbolfigur für unsere bunte Elite: Menschen, die ständig auf der Flucht sind vor der Realität ihrer eigenen Umgebung.

„Bauchschmerzen“ lässt diese Flucht nicht zu: Der Leser hat keine Möglichkeit, vor dem ganzen Themenkreis der türkisch-islamischen Kolonisation davonzulaufen, er muss sich stellen und Farbe bekennen, Partei ergreifen für den Pfarrer oder den Mörder. Genau diese Schonungslosigkeit gegenüber dem eigenen Leser macht das Buch so wertvoll – und gefährdet. Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit sind der Todfeind unserer buntideologischen Meinungswächter. Früher oder später wird man „Bauchschmerzen“ aus dem Verkehr ziehen. Zu hoffen bleibt jedoch, dass dieses Buch die geistige Verkrampftheit der Bunten Republik in möglichst vielen Bücherschränken überdauert und eines fernen Tages von einer breiteren Öffentlichkeit als das entdeckt wird, was es bereits heute ist: eines der wichtigsten literarischen Zeugnisse für unsere seltsame Zeit.

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28 KOMMENTARE

  1. Die Inhaltsbeschreibug klingt sehr interessant.
    Bauchschmerzen würde ich auch bekommen, wenn es ein PI-Buch gäbe, in dem viele Einzelfälle aufgelistet sind und die anschließenden Urteile im Namen des Volkes zu den Einzelfällen.

    Das würde eine größere Kotzerei geben als bei meiner letzten Geburtstagsfeier.

  2. Die Bürgerbewegung pro Deutschland hat eine bayrische Landesliste aufgestellt. Nun benötigt pro Deutschland 2.000 Unterstützungsunterschriften allein in Bayern, um zur Bundestagswahl zugelassen zu werden.
    Alle die aus Bayern kommen bitte Ausdrucken und Unterschreiben.
    Wenn wir zusammenhelfen, ist das zu schaffen.
    Also Leute los geht`s!!!.

    http://probayern.wordpress.com/

  3. Also ich hatte mir das Büchelchen schon vor Jahren nach einer Rezension auf ef-magazin.de gekauft.
    War allerdings enttäuscht. Zum einen fand ich das Sujet (den Volkstod) nicht wirklich gut eingefangen, zum anderen fand ich den Erzählstil platt.
    In so einem Fall sage ich immer: „ich hätte das anders aufgezogen“.
    Durch Breivik erhält das Buch eine unerwartete Aktualität, denn die Hauptfigur ist ihm sozusagen vorempfunden.

  4. Soeben das letzte zurzeit verfügbare Exemplar beim Amazon-Anbieter bestellt … 🙂 Hoffentlich drucken die nach!

  5. paßt zum Thema:

    1992 !!!! gab es mal einen dt. TV Film, wo ein Vater die Dealer ( Schwarzafrikaner) seiner Tochter niederstreckt, heute völlig undenkbar.Wird wohl auch nie wiederholt werden.

    Amok

    Ein Ex-Fußballprofi erklärt den Kampf gegen Drogendealer zum Privatkrieg. TV-Drama

    Nach dem Ende seiner Fußballerkarriere verpaßt Heimo Körner (Helmut Zierl) den Anschluß ans normale Leben. Erst als seine Stieftochter Daniela (Nicolette Krebitz) in die Drogenszene abrutscht, findet er eine neue Aufgabe: Mit einer Bürgerwehr will er sein Wohnviertel „clean“ halten. Aber das allein reicht ihm nicht. Er will den ganzen Drogensumpf trockenlegen und alle Dealer hinter Gitter bringen. Als er bemerkt, wie machtlos die Polizei ist, dreht der verzweifelte Biedermann durch… Der Film zeigt eindringlich, wie schmal der Grat zwischen Eigeninitiative und blindwütiger Selbstjustiz sein kann.
    http://www.tvspielfilm.de/kino/filmarchiv/film/amok,1332277,ApplicationMovie.html

  6. Ich fürchte, daß ich nach Lektüre des Buches die Bauchschmerzen gar nicht mehr loswerde.

    Ich überlege noch, es zu lesen.

  7. Ist bestellt. Danke für den Tip….

    Passt doch toll zu Weihnachten….

    Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen…

    So, nun hab ich schon Bauchschmerzen, ohne es gelesen zu haben….

  8. Interessanterweise sind mir mehrere (reale) Personen aus Frankfurt bekannt, die massive Probleme mit Türken haben. bzw Türken hassen, ohn aber rechtsradikal oder rassisch motiviert zu sein.
    Sie berichten von regelmäßigen Pöbeleien, Übergriffigkeiten, Provokationen, Gewalt aus sehr geringem Anlass durch Türken.
    In Frankfurt ist ja nun der Türkenanteil sehr viel höher als auf dem Land, es handelt sich also um reale Erfahrungen.

    Laut den Gutmenschen ist jedwede Abneigung gegen Menschen aus anderen Kulturen ja „ein Vorurteil“.
    Was aber wenn solche Abneigung eben gerade aus dem Kontakt mit der Fremdkultur entsteht, also gewissermaßen ein Nachurteil ist?

  9. #### ACHTUNG LIEBES PI-TEAM UND LIEBE LESER ####

    Das Buch ist ein perfider Trojaner! Der Ersteller des Gastbeitrages hat es nicht verstanden.

    Die Freude über die politunkorrekte Darstellung so einiger Wahrheiten in diesem Buch ist unbegründet, denn MAL WIEDER werden diese Fakten relativiert, sollen uns denkenden Bürgern aus dem Hirn verbannt werden. Während dies ansonsten durch Totschweigen, Relativierungen aller Art, mit Hilfe von geschönten/untauglichen Statistiken geschieht bzw. durch das propagandamäßige Dauerwiederholen von Unwahrheiten und Wunschvorstellungen oder auf sonstige (unlautere) Weise, versucht der Autor hier offensichtlich, über eine Art „Konditionierung“ die Taten und die wirren Seiten des Protagonisten mit dem zuvor dargestellten (vernünfigen) Gedankengut zu verknüpfen.

    In einem recht fliessenden Übergang setzt er dabei die absolut vernünftigen Ansichten des Protagonisten mit den im Verlauf immer wirreren (völkischen) Aspekten gleich und schliesslich mit der Tat (mehrfacher Mord).

    Das ist eine besonders perfide Art der Indoktrination und sie hat GENAU die gleiche Stoßrichtung wie die diesbezügliche (mediale) Beeinflussung der wir alle seit Jahr und Tag ausgesetzt sind: Dass nämlich alle dem gesunden Menschenverstand, einem normalen Patriotismus (Eigenliebe, Bevorzugung der eigenen „Sippe“) entspringenden Ansichten, die sich kritisch in Richtung Massenzuwanderung (insb. seitens des islamischen Kulturkreises) äussern, vermeintlich gleichzeitig bedeuten, dass man auch noch ganz andere, übertriebene (völkische) Gedanken hegt und sich auf dem besten Weg zum Mörder befindet.

    Der Leser wird dabei zunächst explizit bei seinen (vernünftigen!!!) Ansichten abholt. Diese werden ihm zunächst sozusagen bestätigt, denn es wird ihm anfänglich nur ein betont unüberzeugender Gegenredner gegenüberstellt. Dies geschieht jedoch nur, um ihm (dem Leser) dies alles dann umso heftiger um die Ohren zu hauen, durch die Verquickung dieser (seiner) Ansichten mit den wirren Teilen der Ansichten des „Helden“ und vor allem mit seiner Tat, die nicht zufällig am Ende und nicht zufällig sehr explizit (emotionalisierend) dargestellt wird. Was beim Leser entstehen soll ist ein Gefühl der Art: „Fast hätte ich ihm geglaubt.“

    Wer sich etwas mit der Funktionsweise des menschlichen Gehirns auskennt, weiss diese auf der emotionalen Ebene stattfindende Konditionierung einzuschätzen. So werden höchst effiziente und dauerhafte Verquickungen geschaffen! Das sind regelrecht geheimdienstliche Methoden!

    Das Buch ist also ein Trojaner mit dem den Lesern ihre vernünftigen Ansichten/Gedanken ausgetrieben werden sollen.

    Unverständlich bleibt, warum dem Vorsteller dieses Buches hier dies alles nicht auffiel. Ansich ist es doch eindeutig von Anfang an. Denn brauchen wir tatsächlich einen mordenden Fürsprecher??? Das ganze Spiel des Autors ist leicht durchschaubar. Weitere Informationseinholung über den Autor bestätigt diese Lesart.

    Das Buch ist also explizit NICHT zu empfehlen, wir nähren damit einen mehr als perfide agierenden politischen Gegenredner!

    Ich denke, dies rechtfertigt einen weiteren beitrag bei PI, denn die Empfehlung dieses Buches hier ist ein kapitaler Fehler. Da lachen sich nun vermutlich einige kaputt.

  10. # 25 ada

    habe das Buch gerade bestellt nebst 3 Büchern von Henrik M. Broder, denn ich habe nichts von diesem genialen Quergeist außer etwas im TV gesehenem.
    Bin außerdem alt genug, beurteilen zu können, ob die Dialoge literarisch wertvoll sind oder nicht.
    Ich stamme aus einer Sozi-Familie, deren Großvater (Gewerkschaftsfunktionär) 2 Wochen inhaftiert war unter Hitler und habe SPD gewählt bis Schröder/Fischer.
    Jeder weiß mittlerweile, dass das Schröder/Blair Papier nur ein Riesenverrat war. Will auch nicht weiter schwafeln ….

    Aber nach der Aufklärung über das 3. Reich, die ich schon in frühester Jugend bekam von Eltern und Großeltern aus 1. Hand – das Buch über den Nürnberger Prozess las ich mit 12 – habe ich keine Lust mehr zuzuschauen, wie Anno 2012 junge deutsche Menschen indoktriniert werden auf eine Linie die da sagt: ihr seid jetzt die Untermenschen im eigenen Land.

    Ja, ada, bald ist der WK2 68 Jahre zuende und Leute wie Sie graben verzweifelt nach Schmutz wie irre Wühlmäuse, die mit dem guten Heute offenbar nichts anzufangen wissen.

    Vielleicht arbeiten Sie aber auch nur in der Integrationsindustrie und sind sonst nichts zu leisten fähig …. ?

  11. @26 rasmus:
    Es ist nicht nachvollziehbar was Sie mir da antworten. Sie müssen da so ziemlich alles komplett falsch verstanden haben.

    Lesen Sie das Buch. Es gehört zur perfidesten „linksgrünen“ Indoktrination die man derzeit kriegen kann.

  12. @ada

    Danke für Ihre Warnung, für mich kam sie leider zu spät, hoffentlich nicht für viele andere Leser des Beitrages. Ich habe das Buch gestern auch umgehend bestellt, habe es heute geliefert bekommen und lese nun zum Autor, daß er Initiator zahlreicher Jugendprojekte für Integration sei.

    Aber vielleicht kann ich mit Hilfe des Buches ja die Taktiken der Meinungsmanipulatoren noch besser kennenlernen, dann wären die 9,90 EUR nicht komplett zum Fenster hinausgeworfen.

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