Ernst NolteZum neunzigsten Geburtstag des Historikers Ernst Nolte erschienen ein paar wenige Artikel. Das Besondere an Ernst Nolte und das Ärgernis, das er für viele verkörpert, besteht darin, daß er die nationalgeschichtliche Deutung des Nationalsozialismus mit einer universalgeschichtlichen verknüpft und in ihr aufhebt. Schon in seinem ersten grundlegenden Werk über den „Faschismus in seiner Epoche“ untersuchte er neben der Hitler-Bewegung die faschistischen Strömungen in Italien und Frankreich. (JF) Vielleicht erinnern sich noch manche an den Historikerstreit? 

» FAZ: Ernst Nolte zum Neunzigsten!
» JF: Der Unberührbare!
» Tagesspiegel: Der Eigensinnige!
» Mittelbayrische: Meisterdenker des Weltbürgerkriegs!

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31 KOMMENTARE

  1. „Das Besondere an Ernst Nolte und das Ärgernis, das er für viele verkörpert-…“

    DAS, genau DAS ist es, was Wissenschaftler heute adelt.

    Ernst Nolte ist für mich ein Vorbild. Ein Wissenschaftler, wie er sein sollte. Voller Forschungsdrang und ohne ideologische Scheuklappen, lediglich der Wahrheit verpflichtet, wie IMMER die auch aussehen mag.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  2. Aus dem FAZ-Artikel:
    „Als der Anarchokommunist Johann Most im späten neunzehnten Jahrhundert über die „Kapitalistenbrut“ nachdachte, kam er zu dem Schluss, nur fünf Prozent der Bevölkerung seien nach der Revolution zu vernichten: „Man möge sie übrigens – um kein übel angebrachtes Mitleid zu erwecken – möglichst human wissenschaftlich, etwa vermittelst Elektrizität abtun! Wir empfehlen keine Grausamkeiten, sondern nur Notwendiges.“

    Wie stellt sich nun der Bambi-Preisträger und Bundestags-Praktikant Mohammed Anus Ferchichi alias „Bushido“ die Auslöschung der israelischen Juden vor, die für ein judenfreies Palästina durchgeführt werden müsste, um die von ihm propagierte Einstaatenlösung zu verwirklichen?
    Auf seinem Twitter-Account veröffentlicht er die Landkarte eines Palästina ohne Israel, vom Jordan bis zum Meer.

    http://web.de/magazine/nachrichten/deutschland/17011046-bushido-israel-skandal-twitter.html#.A1000311

  3. Aus der JF
    Man kann eine falsche oder fehlerhafte Vorgehensweise nur korrigieren, wenn man den Fehler erkannt und analysiert hat. Zweifelsfrei war Hitlers Vorgehensweise gegen die Juden und andere Bevölkerungsgruppen, nicht nur aus humanistischen Aspekten, falsch. Hätte man aus der Geschichte gelernt, könnte man davon ausgehen, dass sich ein solcher Vorgang nicht wiederholt. In diesem Zusammenhang hätte ein Mann wie Ernst Nolte sehr viel dazu beitragen können, die Geschehnisse aufzuarbeiten um wirkliche Änderungen zu erreichen. Offensichtlich wollte man dies aber gar nicht, sondern Menschen wie er wurden und werden aus der Öffentlichkeit entfernt. Mit Schuldzuweisungen ist leichter umzugehen, insbesondere wenn das eigene Verhalten Angriffspunkte lässt. Das jüdische Volk hat sich einen Bärendienst erwiesen indem es in den Jahrzehnten nach dem Krieg in blinder Wut auf die „bösen Deutschen“ einschlug, ohne jegliche Reflektion der eigenen Rolle im Weltgeschehen. Wenn es heute akzeptabel erscheint Generationen von jungen Deutschen, die lange schon nichts mehr mit dem Krieg zu tun haben, als „Tätervolk“ zu bezeichnen, so ist das kaum als Erfolg zu werten. Geschichtsfälschung statt Aufarbeitung mag als kurzfristige Maßnahme eine Situation ruhig stellen. Mehr aber auch nicht. Da wir bis heute nicht wirklich wissen, wie die damalige Situation so dramatisch eskalieren konnte, können wir bis heute eben auch nicht ausschließen, dass sie sich ebenso wiederholt. Es hilft nicht Bücher zu verbieten und bis heute ist jedes noch so filigran gespanntes Lügengebilde am Ende doch noch immer zusammengebrochen. Mit was außer der Wahrheit hätte man Hitlers Thesen ins Reich der Lügen verbannen können. Stattdessen wurde sein Buch verboten und auf seine Rassentheorien reduziert. Seine bereits damals ausführlich formulierte Angst vor einer weltumspannenden Macht der Finanzindustrie-internationalisiertes Finanzkapital-und seine daraus befürchteten Auswirkungen auf die Struktur der gesamten westlichen Welt, würden bei einem Vergleich mit den Verhältnissen die sich tatsächlich eingestellt haben sicherlich so manches Staunen hervorrufen. Und genau hier liegt das Problem. Man kann einem Kind den Umgang mit dem Feuer verbieten weil es gefährlich sein kann. Das trägt aber nie zum erlernen des Umgangs bei. Und irgendwann kommt es doch in ungelernte Hände. Ist feuer deshalb schädlich? Der Weg Noltes ist der einzig gangbare. Analysieren und Aufklären. Natürlich läuft dann auch die Gegenseite Gefahr, „etwas abzubekommen“, sich nicht so korrekt verhalten zu haben wie man es immer darzustellen pflegt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, es gibt keinen Grund der Hitlers Vorgehensweise rechtfertigt, aber wir müssen verstehen was geschehen ist um eine Wiederholung verhindern zu können. Wer wirklich aufklären will darf nicht tabuisieren, es gibt niemals nur eine Sicht der Dinge, auch wenn das oftmals unbequem ist. Nur wer unterdrückt wird möchte aufbegehren, zufriedene Menschen planen keine Revolution. Aber wer beispielsweise 15 jährige Menschen als Tätervolk bezeichnet, hat den nächsten Krieg bereits im Visier.

  4. Selbstverständlich erinnere ich mich daran.
    Hätte aber gerne DEINEN Kommentar dazu gehabt, lieber kewil. „Wer A sagt, muss auch B sagen“… hier nur auf die Sezession (die ich ohnehin im Newsfeed habe) etc. zu verweisen ist ein bisschen faul, nicht?

  5. Ernst Nolte ist wichtig, weil er die irrationalen Dogmen der Nachkriegszeit angreift. Ein zentrales Dogma der Selbstgeißelung und des Selbsthasses ist die Unvergleichbarkeit des Holocaust.

    Vergleichen darf man alles und einzigartig ist jedes historisches Ereignis, weil es jeweils nur an einem Ort und zu einem Zeitpunkt stattfindet. Das Dogma ist schlicht Unsinn. Man braucht man kein Historiker zu sein, um das zu verstehen. Entweder das Dogma ist trivial oder es ist falsch.

    Der Historikerstreit entlarvt die Intoleranz und Irrationalität der westdeutschen Gesellschaft. Autoren, die selber denken, werden zwar nicht getötet; sie werden jedoch stigmatisiert und isoliert. Herr Nolte war das prominenteste Opfer dieser verlogenen Gutmenschen.

  6. Habermas gegen Nolte? Hirnwasser gegen Hirn? Ein nicht lohnenswerter Vergleich.
    Habermas ist das nicht der “ ewige Sitzenbleiber“ der Frankfurter Schule, um Adorno, Horkheimer und CO. herum?
    Der Schüler, der jede Klasse dieser Schule mehrfach wiederholen musste, um anschließend dort selbst zu lehrten , aber bis heute noch keinen geistigen Abschluss der schulinternen Philosophie vorweisen kann, aber trotzdem tausenden von angehenden Lehrern ins Gehirn scheißen durfte, dieser von H. versprühte Ideologische Mist ist in den Schulen, Gymnasien, Universitäten und letztendlich in großen Teilen der Gesellschaft gelandet und wirkt dort. Das gewünschte Endprodukt war und ist der nicht selbstständig denkende linke Gutmensch. Das Experiment scheint nicht ganz gelungen, aber auch nicht fehlgeschlagen zu sein, man wird weiterhin genau beobachten müssen, wie die Gesellschaft auf diesen Versuch reagiert und gegebenenfalls, je nach Trend, nachsteuern.

  7. 1. #6 kantilene (12. Jan 2013 12:00)
    Ernst Nolte ist wichtig, weil
    ======================
    Auch Prof. Stürmer, der während des Historikerstreites erst an der Seite Noltes stand, ist eines der von Ihnen beschriebenes „Opfer“. Stürmer hatte bis dahin noch eine Karriere vor sich und hat, aus menschlich verständlichen Gründen, auf massiven linken Druck hin, den „Barsch“ eingezogen und ist eine Zeitlang in die 4. oder 5. Reihe zurück getreten worden.

  8. Wieviel Heuchelei hier im Spiel ist, illustriert besonders grell die Argumentationsfigur, „1945“ sei eben die Folge von „1933“. Das soll erklärtermaßen die Verbrechen der Sieger vom Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung bis zu den Massenvergewaltigungen und der ethnischen Säuberung ganzer Provinzen als Folge der Verbrechen der Besiegten erscheinen lassen. Mit deutscher Schuld wird also die Schuld der Alliierten buchstäblich zugedeckt, bis kein Mensch mehr daran zu rühren wagt. Wenn das kein Musterfall von kaltschnäuziger Aufrechnung ist. Die Untaten der Sieger werden auf diese Weise historisiert und damit relativiert (nämlich in einen Relationszusammenhang eingeordnet.) Hier geschieht genau das, was mit Blick auf die deutschen Untaten als Tabu gilt (Historikerstreit/Nolte). Allerdings ist solche Historisierung geschichtlicher Vorgänge ganz unvermeidlich, nur darf sie nicht nach subjektivem Belieben, sondern muss auf den Geschichtsverlauf im Ganzen angewendet werden. Auch „1933“ ist ja nicht wie ein Urknall vom Himmel gefallen, sondern steht in einem geschichtlichen Wirkungszusammenhang. Mit solcher Feststellung wird deutsche Schuld nicht im geringsten herabgemindert. Es ist ein Denkfehler, historische und ethische Aspekte zu vermischen. Keine Schuld, ungeachtet ihrer sie ermöglichenden Bedingungsfaktoren, ist historisch dekonstruierbar. Schuld ist immer „unmittelbar zu Gott“ (Ranke). Aber das gilt grundsätzlich und nicht nach politischem Geschmack. Auch die Schuld der Sieger wird nicht dadurch gemindert, dass man sie historisch als Reaktion auf vorangegangene deutsche Schuld erklären kann.

  9. Hatte um 2004 Texte von Nolte als Primärquelle für meine Geschichtsklausur vorliegen. Meiner Meinung nach hat der Mann Schwachsinn verzappft.

    Zum Glück hat uns unsere Geschichtslehrer (übrigens SPD Mitglied, bis zur kurzen Affäre mit der Linken – dann wars auch ihm zuviel) noch Leute wie Sebastian Haffner gezeigt.

  10. Hut ab vor der Mittelbayerischen!
    Da sieht man, wie außerhalb der Großstädte noch ein klarer Blick vorhanden ist.
    Nachdem der Nichthistoriker Habermas der Hauptvertreter der einen Seite ist, sollte man einen neuen Begriff wählen, anstelle des „Historiker-Streits“. Auch ging es nicht um verschiedene Meinungen innerhalb der historischen Zunft, sondern um die Verhinderung historischen Forschens und Denkens in Bezug auf einen historischen Sachverhalt an sich.
    Besser passte also z.B. „Historiker-Verteufelung“ oder „Verabsolutierungs-Kampagne“.

  11. Der Artikel in der JF scheint mir unter allen „Würdigungen“ noch die zu sein, die wenigstens versucht, dem Historiker gerecht zu werden:

    „Wo immer über die NS-Herrschaft gedacht und geschrieben wird, sitzt Ernst Nolte als steinerner Gast mit am Tisch.“

    Ich bin kein ausgewiesener Historiker, wiewohl mich die Zeitgeschichte studienbedingt beschäftigt hat, dennnoch erscheint es mir plausibel, dass in bürgerlichen Kreisen die nationalsozialistische Bewegegung als Antwort auf die kommunistische Bedrohung und Enteignung durchaus willkommen war; insofern besteht ganz sicher ein Zusammenhang zwischen NS und KS, bei dem der KS dem NS vorausging und diesen gewissermaßen begünstigt hat.

  12. ich sehe keinen Grund Nolte zu ehren. Er ist kein Wissenschaftler, sondern Ideologe, gleich seinem Widersacher HJ-Habermas, der Nolte mit seinem Geschrei nur aufgewertet hat.

    Es besteht kein Bedarf an auf hunderten Seiten aufgeblasener Trivialitäten a la Nolte, die man auf wenige Zeilen zusammenfassen kann.

  13. Bedrohung durch den Kommunismus meint hier: Moralische Entwurzelung, Verteufelung von Tradition und Religion, physische Vernichtung des politischen Gegners.

    Also Phänomene, die uns aus der gegenwärtigen Islam- und Europadebatte zumindest teilweise vertraut sein dürften.

    All das ist dem NS durch den KS in der Tat vorausgegangen – und wurde wohl völlig nachvollziehbar als Bedrohung wahrgenommen.

    Die Mittelbayerische Zeitung (vgl. Link oben) bringt es auf den Punkt, wie es geschehen konnte, dass einer, der vernünftige Thesen vertritt, zum Ausgestoßenen werden konnte:
    „Der Bruch kam, als Nolte, jedenfalls in der vereinfachten Rezeption, dem bolschewistischen Terror im Gulag das „logische und faktische Prius“ vor Auschwitz zuerkannte. Das wurde zuweilen so gelesen, als seien vor allem Lenin und Stalin die Schuldigen an den Massenmorden, als hätten Hitler, Goebbels und Co. auf sie als „Vorbild“ und „Schreckbild“ reagiert, sich gewissermaßen nur gewehrt. Das hatte Nolte freilich so nicht behauptet. Vor allem hatte er nie die Einzigartigkeit („Singularität“) der Shoah bestritten. Aber wo Pathos und politische Korrektheit regieren, bleibt kein Raum für Differenz und Differenzierung.“

  14. Ich habe jetzt alle verlinkten Artikel durchgelesen. Mein Fazit:

    Es ist mir unbegreiflich, wie man mit so etwas seine Zeit verschwenden kann. Haben die alle nichts zu tun? Seite um Seite Herumdeutungen an historischen Geschehnissen, wer, was, wann, wo, wie gesagt und gemeint haben könnte, welche politischen Gründe auch hinter der kleinsten Nebensächlichkeit stehen könnten…

    dem ganzen Quatsch ist gemeinsam, dass nichts davon beweisbar ist. Blödsinn um Blödsinn.

    Jede politische Richtung hat ihre Quaksalber und Laberköpfe. Bei den Linken sind es die Sozialpädagogen, bei den Liberalen die Ökonomen und bei den Rechten sind es die Historiker.

    Schwachsinn, alles zusammen.

  15. ich weiß weiß von ernst nolte nicht viel, aber aus dem historikerstreit habe ich eines behalten – geschichte besteht aus aktion und reaktion.

  16. Nolte gilt nicht umsonst als der „Philosoph unter den Historikern“, aslo derjenige, der die Dinge klar auf den Begriff bringt.
    Er hat ganz richtig zwischen vier möglichen Betrachtungsweisen der zeitgeschichte unterschieden: negativ-germanozentrisch,positiv-judäozentrisch, strukturelle Totalitarismustheorie, genetische Totalitarismustheorie.Ebenso klar hat er im Historikerstreit gesagt, dass der Holocaust keine erlebte Gegenwart bleiben kann; er muss entweder als Teil der Geschichte oder ahistorisch als ewige Gegenwart (Mythos) weiterleben.
    Ich finde, auch Noltes Verächter sollten einsehen, dass sie selbst irgendwo in diesen Unterscheidungen wiederzufinden sind.

  17. Vielleicht sollten Historiker das Philosophieren jemand anderem überlassen. Ich finde es zwar nicht richtig, dass man den Historikerstreit damit beendet hat, Nolte als Verfemten auszuschließen, aber die These von Nolte (verkürzt gesagt: Der Nationalsozialismus hätte ohne den Bolschewismus nicht entstehen können) sind so banal und unbelegbar wie wenn man behauptet, eine schlechte Kinderstube produziere notwendig einen verbrecherischen Menschen.
    Ich frage mich auch, was so eine wolkige These dem Lernen aus der Geschichte helfen soll.
    Entscheidender sind da m. E. doch ganz andere Lehren, nämlich die Verteidigung von Strukturen wie Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, die es verhindern, dass sich ein Staat zur Dikatatur entwickeln kann.

  18. Herzlichen Glückwunsch an Ernst Nolte!

    Seine Thesen zur Zeitgeschichte sind im wesentlichen absolut richtig.

    Ohne die radikale Kampfansage der Kommunisten an den Rest der Welt, ihrem permanenten Massenmord an Unschuldigen sowie ihrem lächerlichen Wirtschaftssystem, dass zur dauerhaften Verelendung besonders der unteren Gesellschaftsschichten führt, wäre der Faschismus nie so stark geworden. Wer will das ernsthaft bestreiten? Zumal dann auch noch, der Faschismus sehr viele der schlechten Prinzipien, die traditionell die politische Linke vertritt, übernommen hat. Wie z. B., Abschaffung der Meinungsfreiheit, Diktatur mit Führerprinzip, sozialistische Tendenzen in der Wirtschaftspolitik (nicht umsonst hießen die Faschisten in Deutschland ja NationalSOZIALISTEN) und natürlich Massenmord an Unschuldigen (bei den einen aufgrund der Gesellschaftsklasse, bei den anderen aufgrund der Ethnie). Das über solche Offensichtlichkeiten damals überhaupt „gestritten“ werden konnte, kann man eigentlich gar nicht nachvollziehen.

  19. Da ich es zur Zeit sehr mit Sloterdijk habe, interessierte mich dessen Position im Fall Nolte, und siehe da, alles andere wäre auch verwunderlich gewesen:

    Er hat … gegen ein linksliberales Kartell verstoßen. Wer überhaupt einen Sinn für die Funktion eines intellektuellen Feldes besitzt, der muß mit Bestürzung beobachten, daß man gegenüber einer Person wie Nolte nicht argumentative, sondern exorzistische Methoden anwendet.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-sagen-sie-mal-peter-sloterdijk–_aid_168730.html

    Habermas ist ein intriganter Lump. Niemand Geringerer als Egon Flaig, der auch schon einige Male mit ausgezeichneten Artikeln auf PI vertreten war, sagte über Habermas` Methoden im Historikerstreit: „Und er fälschte Zitate“ und sprach von „Tricks, die sonst dem Lumpenjournalismus vorbehalten waren“:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/historikerstreit-die-habermas-methode-13568.html

    Ebenso intrigant und hinterhältig hat sich Habermas auch 1999 gegenüber Sloterdijk anläßlich dessen Vortrags „Regeln für den Menschenpark“ verhalten. – Merke: Was Habermas bekämpft, muß gut sein.

  20. Das ist die deutsche Tragik, und die Tragödie begann vor 99 Jahren.

    Deutschlands Lage war bis 1945 insofern ebenfalls singulär, als es eine Zwischengröße darstellte. Einerseits war es im europäischen Maßstab das größte und dynamischste Land, jedoch nicht mächtig genug, um ebenfalls die globalen Gesetze mitzubestimmen.

    Es verfügte allerdings über das Potential, um als natürlicher Nukleus eines europäischen Machtblocks zu agieren, indem es das Prinzip des nationalen Partikularismus sowohl gegen die russisch-bolschewistische wie die angelsächsisch-westliche Vereinheitlichung – im heutigen Sprachgebrauch: Globalisierung – verteidigte.

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M580e47d2512.0.html

    Weshalb wohl waren die USA so scharf darauf, in den Ersten Weltkrieg einzutreten?

  21. ich weigere mich zu beten –
    ich glaube an die unschuld der engländer
    ich glaube an die unschuld der franzosen
    ich glaube an die unschuld der amerikaner
    ich glaube an die schuld der deutschen

  22. #9 Herodotchen (12. Jan 2013 13:09)

    „wird deutsche Schuld“
    ————————————

    Vergessen Sie den Blödsinn von der „deutschen Schuld“. Es gibt keine „deutsche“ Schuld.

  23. # pidding

    ich weigere mich zu beten –
    ich glaube an die unschuld der engländer
    ich glaube an die unschuld der franzosen
    ich glaube an die unschuld der amerikaner
    ich glaube an die schuld der deutschen

    Ich nicht – Amen.

  24. Interessant auch der Vergleich der Opferbilanzen der Vorkriegszeit der sowjetischen und der deutschen Diktatur, der in einem früheren Artikel zu Nolte auf der SiN erschien:

    So will Timothy Snyder, Professor an der Yale University, in seinem 2011 in deutscher Übersetzung publizierten Buch Bloodlands. Eu­ropa zwischen Hitler und Stalin sich der grauenhaftesten geographischen Konzentration von Menschenvernichtungen durch Massenmorde zuwenden, die es während des Zweiten Weltkriegs und dessen Vorgeschichte in der Welt gegeben habe, nämlich in dem ostmitteleuropäischen Raum von Weißrußland, der Ukraine und den baltischen Staaten bis zur Westgrenze Polens, wo »mitten in Europa das NS- und das Sowjetregime vierzehn Millionen Zivilisten und Kriegsgefangene ermordeten«. Aber bald danach formuliert er den überraschend klingenden Satz: »In den dreißiger Jahren war die Sowjetunion das einzige Land in Europa gewesen, das politische Massenmorde durchführte … in den sechseinhalb Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg ermordete das NS-Regime nicht mehr als etwa 10000 Menschen. Stalins Regime hatte 1939 bereits Millionen verhungern lassen und fast eine Million Menschen erschossen.« Noch greller klingt der folgende Satz in den Ohren der Leser: »Bis Ende 1938 hatten die Sowjets etwa tausendmal so viele Menschen ermordet wie die Nationalsozialisten … Nicht einmal Hitler schien begriffen zu haben, daß Massenerschießungen dieser Art möglich waren«. (S. 9, 12 und 127) Anscheinend kommt dem Verfasser der naheliegende Gedanke nicht, daß das eine mit dem anderen zu tun haben könnte, nämlich daß ein so ungeheures, aus sämtlichen bisherigen Realitäten und Vorstellungen herausfallendes Geschehen bestimmte Konsequenzen in einem großen Nachbarlande nach sich ziehen könnte, etwa die Entschlossenheit, etwas Vergleichbares im eigenen Lande zu verhindern, und sei es auf präventive Weise. Aber offenbar ist für ihn und viele andere Historiker der Eindruck der seit 1941 gegen die Juden in Gang gesetzten und Millionen von Opfern fordernden Vernichtungsaktionen des »Holocaust« so stark, daß die deutschen Zahlen den sowjetischen gleichkommen und diese sogar übertreffen müßten. Das gelingt ihm jedoch nur partiell, da er keine Unterscheidungen innerhalb der Kategorie »Opfer« vornimmt. Von den sowjetischen Zeiten vor Stalin, also von den Vorgängen der Revolution und des »Roten Terrors«, ist kaum auch nur andeutungsweise die Rede. Aber daß mindestens das Phänomen des »Stalinismus« in der Ungeheuerlichkeit seiner Vernichtungsmaßnahmen älter war als der Nationalsozialismus, kann keinem Leser des Buches im geringsten zweifelhaft sein.

    Quelle: http://tinyurl.com/aaaclqq

  25. Nelson

    … aber die These von Nolte (verkürzt gesagt: Der Nationalsozialismus hätte ohne den Bolschewismus nicht entstehen können) sind so banal und unbelegbar wie wenn man behauptet, eine schlechte Kinderstube produziere notwendig einen verbrecherischen Menschen.

    Wie erklären Sie die Entstehung der NATO? Hatte das irgendetwas mit der Sowjetunion und ihrer Politik zu tun? War es vielleicht sogar ein … Reaktion darauf?? Oder ist ein solcher Gedanke einfach nur ‚banal und unbelegbar‘?

  26. Historiker sind, zumindest bis zur Verrentung, direkt oder indirekt von öffentlichen Geldern abhängig. Zudem sind es meist wenig mit technisch/praktischem Verständnis ausgestattete Zeitgenossen. Damit sind ihre Arbeiten immer unter dem Aspekt des aktuellen politischen Rahmens zu sehen bzw. werden bei Verstößen gegen diesen schnell blockiert. Dieses und ihr mangelndes praktisches Verständnis zegte sich in der Vergangenheit sehr deutlich beim Bestreiten des Hitler-Stalin-Paktes. Obwohl ein Blick auf Karten und Truppenbewegungen bereits ohne weitere Informationen mir schon als Schüler offenbarte, dass ein Abkommen vorgelegen haben musste. Zum vorstehend angerissenen Thematik des Ausgangspunktes des Nationalsozialismus nur Stichpunkte, Näheres muss jeder Interessierte selbst eruieren, denn dazu gibt es politisch korrekt keine kurzen Zusammenfassungen: 1917 gelang mit den von Deutschland geförderten Revolutionen in Rußland die Beendigung des Zweifrontenkrieges. Allerdings wurde, um mit Marx und Lenin zu sprechen, dadurch die Idee des Kommunismus zur materiellen Gewalt. Diese Sprengkraft wurde zunächst nicht erkannt. Gleichzeitig verschlechterte sich durch den Kriegseintritt nach anfänglichen deutschen Erfolgen und Auflösungserscheinungen der französischen Armee dramatisch die Kriegslage im Westen. In der Folge führte die von den Sozialdemokraten herbeigeführte Novemberrevolution zum Ende des Kaiserreiches und damit des Krieges. Dadurch konnte die 1918 im Osten in aller Stille bereits angelaufene Großoffensive gegen die Bolschewiki nicht zu Ende geführt werden. Die dann ab 1920 von den Westmächten und Japan betriebene Intervention im russischen Bürgerkrieg scheiterte infolge ausgewiesener Dämlichkeit kläglich. 1919 spaltete sich von der SPD die USPD/KPD ab. Letztere erwiesen sich schnell als Lenins Handlanger erster Güte. Dies gipfelte im ersten und zugleich letzten unmittelbar von Moskau aus gelenkten Aufstand, dem Hamburger Aufstand 1923. Spätestens mit diesem wurde für politische Insider klar, dass Moskau aktiv auf die Abschaffung des kapitalistischen Systems in Deutschland hin arbeitete. Der Aufstand wurde mangels Erfolgsaussicht auf Grund der absehbaren wirtschaftlichen Erholung abgebrochen. Die Gründung der NSDAP ist abseits aller Polemik aus der für die Existenz des Kapitals bedrohlichen Konstellation KPD-Sowjetunion heraus zu sehen. Weitläufige politische Relevanz erhielt diese Konstellation erst ab 1929 mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise. Die NSDAP profilierte sich in dieser nicht vorrangig als Interessenvertreter des Kapitals, sondern des bürgerlichen Privateigentums gegenüber der KPD. Die Konstellation insgesamt, nämlich die innere Bedrohung durch die KPD in Kombination mit der äußeren durch die Sowjetunion blieb hier weitgehend im Verborgenen. Dies war für die NSDAP unumgänglich, da die Sowjetunion auch außerhalb der KPD, also in weiten Teilen der SPD, der Gewerkschaften und auch des Bürgertums große Sympathien genoss. Die heutige verbrämte Sicht auf Sozialismus/Kommunisimus/Sowjetunion/ff ist entsprechend bereits damals ähnlich vorhanden gewesen.

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