Was heutige Verfechter der «europäischen Idee» nicht aus den Augen verlieren sollten: Im Januar 1944 veranstaltete die französische Waffen-SS in Paris eine grosse Ausstellung, um neue Mitglieder für ihre Sache zu begeistern: «Die Waffen-SS kämpft für Europa» prangte als Slogan unter dem Reichsadler. Präsentiert wurden Bilder von Waffen-SS-Kämpfern aus ganz Europa. Es ist kein Zufall, sondern es entsprach dem grenzübergreifenden Zuschnitt dieser Militärorganisation, dass eine der letzten Einheiten der Waffen-SS, die im Frühling 1945 den Berliner Reichstag gegen die anstürmenden Russen verteidigten, unter dem Kommando eines Franzosen stand und sich in Anspielung an Karl den Grossen «Division Charlemagne» nannte. Der «Kampf für Europa» war den Standarten der Waffen-SS bis zum bitteren Ende eingeschrieben.

Es war keine Verzweiflungspropaganda im Angesicht des drohenden Untergangs. Der britische Journalist und Buchautor John Laughland hat vor bereits siebzehn Jahren ein her­vorragendes Buch über die «verseuchten Quellen der Europäischen Union» geschrieben. Es ging Laughland nicht um die Gaga-These, heutige Befürworter der EU mit Faschisten oder Nazis gleichzusetzen, aber er arbeitete heraus, dass die Idee eines geeinten Europas, eines Europas ohne Nationalstaaten, eines Europas der angeblichen politischen Harmonie und Grösse auch bereits ein Leit­motiv der Nazis war.

Hitler selber sprach in den frühen dreissiger Jahren von der Notwen­digkeit einer europäischen Einigung gegen die aufstrebenden «asiatischen und atlantischen Mächte». Es gibt dazu ein Büchlein von ihm unter dem Titel «Europa», für das Aussenminister von Ribbentrop das Vorwort schrieb. Laughland hat eine ganze Reihe beunruhigender Zitate führender Nationalsozialisten gefunden, die den Eindruck bestärken, dass die Europa-Ideologie eines kontinentalen Verbunds ohne Nationalstaaten zum Kern der Bestrebungen Hitlers gehörte.

Arthur Seyss-Inquart, Nazikommissar für die besetzten Niederlande, hielt am 26.?Juli 1940 einen Vortrag für die «Auslandsorganisation» der Partei: «Das neue Europa der Solidarität und der Zusammenarbeit unter allen seinen Völkern, ein Europa ohne Arbeitslosigkeit, ohne ökonomische und monetäre Krisen, ein Europa der Planung und der Arbeitsteilung (.?.?.) wird eine gesicherte Grundlage finden und rasch wachsenden Wohlstand erreichen, sobald die wirtschaftlichen Grenzen beseitigt sind.»

Hitler strapazierte in seinen Reden den Begriff «europäische Solidarität», die er durch die Niederschlagung des «Bolschewismus» zu erreichen hoffte. Gar nichts hatte der «Führer» für kleinere Staaten wie die Schweiz übrig, die er verächtlich «Kleinstaatengerümpel» nannte, das es zu «liquidieren» galt. Berühmt wurde der Ausspruch von Hitlers Propagandachef ­Joseph Goebbels, einem ebenfalls glühenden «Europäer»: «Ich bin überzeugt, dass in fünfzig Jahren niemand mehr in der Kategorie von Ländern denken wird.» Der Kampf gegen den unabhängigen Nationalstaat im Namen hochfliegender «Ideale» legitimierte laut Laughland den Angriffskrieg der Nationalsozialisten.

Was bezwecken solche historischen Vergleiche? Will man Brüssel mit Berlin, den mög­lichen EU-Kommissions-Präsidenten Juncker mit dem Massenmörder Hitler auf eine Ebene stellen? Das wäre absurd. Laughland streicht zwei Motive besonders hervor: Erstens will er zeigen, dass nicht jene mit dem Teufel am gleichen Tisch sitzen, die sich gegen die Abschaffung des Nationalstaats in einem geeinten Europa wehren. Eher das Umgekehrte sei der Fall. Zweitens und vor allem will er zeigen, dass hinter den selbstschmeichlerischen Hymnen auf «Europa» und gegen den Nationalstaat auch ­eine antiliberale Tradition unkontrollierter, ja aggressiver Machtansprüche steht. Laughlands Buch hat nichts von seiner Aktualität verloren.

(Aus dem Editorial der aktuellen WELTWOCHE!)

image_pdfimage_print

Anzeige: Wandere aus, solange es noch geht! Finca Bayano in Panama.

Anzeige: www.teebrasil.com - Amazonasheilkräuter und Strophanthin

26 KOMMENTARE

  1. Zum elementaren Wesen jeder Diktatur gehören Großmannssucht, elitärer zenralistischer Machtanspruch, Gleichschaltung der öffentlichen Meinung mittels Propaganda und Medien sowie brutale Unterdrückung und Vernichtung jeder Opposition.
    Jede Menge Parallelen also zwischen Hitler, Stalin, Mao oder Ulbricht bis hin zur aktuellen linken EU- Diktatur!

  2. „Zufällig“ passt die Ideologie „der EU“ genau zu der eines Kameltreibers und „Religionsstifters“ des 7.Jahrhunderts. Auch bekannt als Mohamed.

    Seine weltweiten Kriegszüge und Morde sind heute immer noch ein „beliebtes“ Freizeit“vergnügen“ seiner Nachfolger.

    Kriege anzetteln kann „die EU“ auch. Siehe Balkan, Ukraine.

  3. M.E. beginnt hier die falsche Geschichtsinterpretation: ausser bei den Achsenmächten war bei den anderen, z.B. Frankreich (Kollaborateure), … eben der faschistische Gedanke nicht von starken Mehrheiten getragen, es gab allenfalls kleine Gruppen, die mit den deutschen, italienischen, spanischen, , bedingst auch ungarischen, ukrainischen (und ein paar der anderen) Nazis/Faschisten sympathisierten.

  4. „…ein Europa ohne Arbeitslosigkeit, ohne ökonomische und monetäre Krisen, ein Europa der Planung und der Arbeitsteilung…“

    …wenn es noch eines Beweises bedurft hätte das die Nazis LINKE waren und der damaligen wie heutigen SPD nahestanden, dann…

  5. … und Adenauer und de Gaulle haben die Europaidee nur bei Adolf geklaut!

    Ich lach mich schlapp!

  6. Zum Glück haben die tapferen Sowjetsoldaten diese Faschisten im Frühjahr 1945 wirkungsvoll ausgeschaltet. Es lebe die EU.

    Gruß vom Einödlandwirt

  7. „ein Europa ohne Arbeitslosigkeit, ohne ökonomische und monetäre Krisen“

    Nunja, DAMIT haben EU-Funktionäre und -Befürworter schon eine sehr wirksame Abwehrwaffe gegen den Naziverdacht. Das wollen sie nicht!

  8. #8 Don Quichote (20. Jun 2014 15:50)

    … und Adenauer und de Gaulle haben die Europaidee nur bei Adolf geklaut!

    Naja, die „Soziale Marktwirtschaft“ wurde wohl gegen 1942 erdacht, weil man von einer Niederlage Deutschlands ausging und sich dann schon mal um die „Zeit danach“ Gedanken machen musste.

  9. Die National-Sozialisten wollten Europa von Oben einigen. Dazu war ihnen jedes militärische Mittel gut. Es hat nur nicht geklappt. Nach dem Krieg versuchten es die Internationalen Sozialisten in ihrem Bereich auch wieder. Auch sie schlugen alle Freiheitsbestrebungen nieder. Genützt hat es ihnen auch nichts. Auch sie versanken in der Bedeutungslosigkeit.
    Erst der Rot-Grüne Sozialismus der Gegenwart hat aus den Fehlern seiner Vorgänger gelernt. Nationale und Internationale Sozialisten machten einen entscheidenden Fehler. Sie zerstörten nicht von Anfang an den Nationalstaat, sondern liessen den Nationalstaat in Europa unangetastet. Der Nationalstaat war aber dann im weiteren Verlauf der Kristallisationspunkt für die Freiheitsbewegungen.
    Adenauer und DeGaulle wollten auch ein geeintes Europa, sie wollten eine Einigung in Freiheit unter Erhalt der Nationalstaaten. Erst nach 1968 wandelte sich die Zielsetzung : jetzt ging es nicht mehr um eine Vereinigung der Nationalstaaten, sondern um eine Vereinigung von Oben durch Zerstörung der Nationalstaaten. Wie kann man das schnellstmöglich erreichen ? Man muss die Identität der Menschen zerstören durch Zerstörung der Familien, durch Zerstörung der Städte, durch Zerstörung der Länder. Die Zerstörung erfolgt durch ungehemmte Masseneinwanderung durch Menschen aus einem anderen Kulturkreis. Der andere Kulturkreis ist notwendig um Solidarisierungen zu verhindern. Gleichzeitig durch den Verlust der Identität werden die Menschen psychisch labiler. Um trotzdem den Anforderungen einer modern Gesellschaft zu genügen, müssen sie sich dopen. Ohne Drogen keine Leistung. Ergebnis sind entwurzelte Menschen, die einfach und schnell manipuliert werden können. Die besten Esel für die Eliten. Um ein Nachdenken zu verhindern wird die Gesellschaft sexualisiert und Perversionen in den Normalzustand erhoben.

  10. Nee, nicht schon wieder Hitler….

    Fehlt nur noch, dass es auch Adolfs Einfall war, eine NWO zu schaffen….

    Und das soll nun ausgerechnet von jenseits des grossen Teiches nachgemacht werden?

    Die sogenannten Einigungsbestrebungen sind so alt wie der Kommunismus!
    Weltrevolution, Stalins Pläne bis an den Atlantik usw.

    Alles schon vergessen?

  11. Werden wir nun Einheitsparteivertreter erleben, die sich über Nazi-Sprüche auf EU-Wahlplakaten echauffieren wie weiland bei den Weltsozialamt-Plakaten der AfD?

    Ach nein, die Einheitsparteivertreter wollen ja auch Hitlers „Totales EUropa“.

  12. Das Nazi-Model lehrt uns ja dass eine zentralistische EU wie die jetzige nur durch eine absolut starke Hand durchsetzbar ist, also vollkommen undemokratisch sein muss. Anders geht’s nicht.

  13. # 3 WSD

    Jedes “ Möchtegern-Sozialisten “ muß es heißen. Marx war ein entschiedener Gegner des Islam und wäre heute ganz pöse Naaaziii. Allerdings war der “ Internationalismus “ schon immer ein Kennzeichen des Kommunismus. Somit schließt sich der Kreis bei der EUdSSR wieder.

  14. „Arthur Seyss-Inquart, Nazikommissar für die besetzten Niederlande“ war auch Reichsstatthalter in Österreich. Sein „Kirchenbeitragsgesetz“ aus 1939 wird heute von der österreichischen Bischofskonferenz bis zur letzten Kugel verteidigt.

  15. Die Wahrheit hat ein langes Leben, sie kann warten“ von Artur Schopenhauer(1788-1860), könnte aber auch aus der Neuzeit ein Zitat von Gerd Schultze Rhonhoff sein.

    Das „Geschichtslügenbild“ beginnt zu zerfallen.
    „Wir Deutschen sollten die Wahrheit auch dann ertragen lernen, wenn sie für uns günstig ist.“ Heinrich von Brentano, er war der erste Außenminister 1949 unter Konrad Adenauer, falls es entfallen ist.
    Ja so ist es, historische Wahrheit schmerzt,wenn die Schmerzen zu groß werden, wird sie eben ungelogen, oder der §130StGB die Wissenschaft noch mehr knebelnd, einfach um einen Unterpunkt erweitert.

  16. #19 Mindgre (20. Jun 2014 19:14)

    “Arthur Seyss-Inquart, Nazikommissar für die besetzten Niederlande” war auch Reichsstatthalter in Österreich. Sein “Kirchenbeitragsgesetz” aus 1939 wird heute von der österreichischen Bischofskonferenz bis zur letzten Kugel verteidigt.
    ===========================
    Nach Ihrer Logik,müßte man in Deutschland und Österreich,dann auch das Kindergeld wieder abschaffen,oder?
    Guggeln Sie einmal,wieviele Gesetzte aus der NS-Zeit,nach 1945 in beide Länder übernommen wurden und heute noch gelten.

  17. #21 Bommel „Nach Ihrer Logik,müßte man in Deutschland und Österreich,dann auch das Kindergeld wieder abschaffen,oder?“

    Wieso distanzieren sich Kirche und Politik laufend vom Nationalsozialismus, wenn so viele segensreiche Dinge von ihm ausgegangen sind? In der Ukraine sind Nazis neuerdings wieder in der Regierung. Wann ist es in Deutschland wieder so weit?

  18. #22 Mindgre (20. Jun 2014 19:28)

    #21 Bommel “Nach Ihrer Logik,müßte man in Deutschland und Österreich,dann auch das Kindergeld wieder abschaffen,oder?”

    Wieso distanzieren sich Kirche und Politik laufend vom Nationalsozialismus, wenn so viele segensreiche Dinge von ihm ausgegangen sind? In der Ukraine sind Nazis neuerdings wieder in der Regierung. Wann ist es in Deutschland wieder so weit?
    =========================
    Ihre Frage stellt sich doch gar nicht.
    Es geht um Endscheidungen der Politik, die dem Gesamten dienen.
    Lesen Sie einmal neuere Literatur über die europäische Geschichte, der letzten 120 Jahre( Nicht deutsche Verfasser) und filtern Sie danach, die Siegerjustiz und die Siegergeschichtsschreibung für den Verlierer heraus, dann wird Ihnen einiges klar. Natürlich gibt es auch erstklassige, geschichtswissenschaftlich erarbeitete Literatur aus deutscher Feder, aber die meisten Deutschen, sind der Berieselung der hier volkspädagogisch verbreiteten Geschichtsdarstellung gefolgt, ohne kritisch zu hinterfragen. Oft reicht eine kleine Recherche im Netz, um sich ein eigenes klares Bild von schier unglaublichen Vorgängen zu machen.

  19. Auch wieder so ein alter Trick der Linken,die Nazis nur Nazis zu nennen u den wahren Namen der damaligen Machthabern zu verdrängen. NationalSOZIALISTEN!!Das heisst Sozialisten,also Linke! Nur eben national denkend u lenkend. Eben nur für Deutsche u Deutschland! Nicht wie die Kommunistischen Kräfte die nur international denken. Somit sind die wirklichen Nationalstaaten-Beführworter in Europa die einzigen u eigentlichen Rechten u eher den Kaisertreuen der damaligen Zeit zuzurechnen! Deshalb ist die Theorie u Aussage des Autors schlüssig!! Nur die boshafte mediengestützte Dauerhetze der heutigen Linke wirft alles Andersdenkende in den üblen Nazitopf.Ist ja so einfacher f.die Rotsozialisten heute!

  20. Sehr guter Artikel!
    Grundsätzlich geht es darum, den Nationalsozialismus als das darzustellen was er ist: eine linksfaschistische Ideologie fern von jedem authentischen Patriotismus.
    Die National-Sozialisten waren sozialistisch aber wie National waren sie überhaupt?
    Tatsächlich wollten die National-Sozialisten Deutschland zugunsten einer „größeren Idee“ in solchen Teilen auflösen, welche für die deutsche Nation sinnstiftend waren. Diese größere Idee war auch die Idee des „Germanischen“. So versuchten die National-Sozialisten Herman (Arminius) den Cherusker für sich einzunehmen und somit eben einen geschichtliche Person, die viele Jahrhunderte vor Entstehung und Prägung der „Deutschen“ wirkte. Herman wirkte lange bevor sich in Europa die heutigen Nationen im Ansatz bildeten, und war somit ein Germane und Europäer.
    Prägend für die Deutsche Nation ist auch unsere tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben. Dies zeigt sich unter anderem auch in dem Selbstverständnis vom „Heilige Römisches Reich Deutscher Nation“.
    Die National-Sozialisten planten das Christentum langfristig durch einen Nordisch-Mystischen Götterkult zu ersetzen.
    Deutschland sollte in einem größeren Staat „Germania“ aufgehen.
    Das sind nur drei Aspekte von vielen. Also noch einmal: Wie viel National bleibt bei kritischer Prüfung von dem National-Sozialismus übrig?

Comments are closed.