"Zeitung für Deutschland" hätschelt Ex-SED

Ramelows Fan, Höckes Feind: FAZ-Locke

Von WOLFGANG HÜBNER | Es gibt den primitiven, leicht durchschaubaren  Kampfjournalismus in den konformen Medien der Merkel-Ära, aber auch denjenigen im seriösen Gewand. Und welches Gewand könnte seröser wirken als die Zeitung für Deutschland aus Frankfurt mit dem Namen in Frakturschrift? Trotz empfindlicher Auflagenverluste ist die FAZ ja noch immer eine bevorzugte Informationsquelle derer, die sich als Elite verstehen bzw. wähnen. Deshalb ist es nach wie vor nicht unwichtig, die Berichterstattung der FAZ kritisch zu verfolgen. Das mag vielen, die diesen Text lesen, überflüssig erscheinen, weil sie längst genug haben von dieser ebenfalls nach links gerutschten Zeitung.

An der Notwendigkeit der analytischen Beobachtung der Berichterstattung und Kommentare in diesem Leitmedium ändert das gleichwohl nichts. Deshalb soll die Rede sein von dem FAZ-Journalisten Stefan Locke, zuständiger Korrespondent für Thüringen und Sachsen. Locke ist in der Print-Ausgabe vom 19. Februar 2020 gleich mit mehreren Texten vertreten, darunter sogar dem Leitkommentar auf der ersten Seite mit der Überschrift „Der Coup von Erfurt“. Auf Seite 2 berichtet er ausführlich über die Entwicklung in Thüringen mit der Überschrift „Ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst“.

Und fleißig geht es auf Seite 4 weiter mit einem ebenfalls langen Bericht über die große Pegida-Veranstaltung am Montag mit der Schlagzeile „Höckes Angst vor Merz“. Schließlich ist auf Seite 8 noch das Porträt eines Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten aus Lockes Feder abgedruckt. Was dem gebürtigen Bautzener folglich niemand absprechen kann, ist Fleiß. Das ist unter Journalisten schließlich keine selbstverständliche Tugend. Im konkreten Fall hat dieser Fleiß allerdings eine Schattenseite: Locke ist ein eingeschworener AfD-Feind und Höcke-Hasser, zugleich aber ein gar nicht so heimlicher Fan des Linken-Politikers Bodo Ramelow.

Beide Aspekte sind keine guten Voraussetzungen für anständigen, halbwegs  ausgewogenen Journalismus. Wer Lockes Artikel in der FAZ über einen längeren Zeitraum verfolgt, weiß um diese politische Schlagseite seiner Schreibe. Wer es noch nicht weiß, kann das in der Zeitungsausgabe mit gleich vier Texten des Journalisten im Schnellverfahren lernen. Denn Locke gibt sich redlich Mühe, Ramelows inzwischen schon wieder gescheiterten „Coup von Erfurt“ mit dem hochtoxischen Angebot der Blockflöte Lieberknecht zur Wegbereiterin für die Rückkehr ins Amt zu loben. Locke bezeichnet dieses Angebot als „Ausweg“ und „clever“. Zudem ermuntert er alle Beteiligten am „Erfurter Dilemma“ auch „neue Wege und Koalitionen zu wagen.“

Dass allerdings „neue Koalitionen“ aus Lockes Sicht nicht mit der AfD in Frage kommen, ist für ihn selbstverständlich. Bleibt also nur die Linkspartei, die der FAZ-Schreiber im Sinn haben kann. Doch soweit ist seine Zeitung derzeit noch nicht, sowas offen auf Seite 1 zu propagieren, leicht verschlüsselt aber schon. Locke hat übrigens vor einigen Tagen ein völlig unkritisches Porträt der streng kommunistischen Blumenwegschmeißerin Susanne Hennig-Wellsow problemlos in der Zeitung untergebracht. Wenn es mit der weiteren Karriere in der FAZ nicht klappen sollte, hält er sich offensichtlich noch alle Chancen auf einen Job als Pressesprecher der Linkspartei offen.

Zu wirklich guter Form findet Locke stets dann, wenn es darum geht, die AfD, Pegida und insbesondere Björn Höcke kampfjournalistisch abzuwatschen. Der Bericht „Höckes Angst vor Merz“ ist ein Musterbeispiel der verzerrten Darstellung eines Ereignisses, das die Teilnehmer der Pegida-Demo ganz anders, nämlich mit Freude und Begeisterung, wahrgenommen haben. Locke, der vor Ort war, scheut sich nicht, von „rund 4.000“  Demonstranten zu reden – eine Zahl, die von Teilnehmern glaubwürdig als viel zu niedrig  bestritten und auch von Bildern der Kundgebung dementiert wird.

Angst vor Merz soll Höcke auch nicht gezeigt haben, als er warnte, der CDU-Politiker habe „mit konservativen Kräften nichts am Hut“. Lockes Angst-Vermutung ist übrigens schon deshalb unangebracht, weil Höcke zu dem AfD-Flügel gehört, der viel weniger von der möglichen Wirkung eines Kanzlers Merz in Mitleidenschaft geraten könnte als der wertkonservativ-liberale Teil der AfD. Doch mit logischem Denken wird es immer dann schwer, wenn Abneigung und Hass den Blick vernebeln. Gleichwohl ist Lockes Blick derjenige, den die einflussreichste deutsche Zeitung im In- und Ausland verbreitet.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.