Vor ein paar Monaten berichteten wir über Pläne der Marseille-Kliniken in Berlin ein Pflegeheim nur für Moslems zu eröffnen. Mitte Dezember letzten Jahres ist dies nun tatsächlich geschehen. Jetzt machte uns ein Leser auf die Pressemitteilung der taz zur Eröffnung aufmerksam:

Morgen eröffnet das erste türkische Altenheim in Berlin. „Türk Huzur Evi“ – „Haus des Wohlbehagens“ heißt es und bietet Platz für 155 SeniorInnen – Deutsche sind dabei ausdrücklich nicht erwünscht, heißt es seitens des Betreibers, der Marseille-Kliniken. Noch gibt es wenige Pflegedienste, die sich auf die Bedürfnisse der wachsenden Zahl von älteren MigrantInnen einstellen. Doch die Anfragen nehmen zu.

Mit der größten Selbstverständlichkeit und ohne die kleinste kritische Anmerkung wird nebenbei erwähnt, dass Deutsche ausdrücklich nicht erwünscht seien! In ihrem eigenen Land! Mal unabhängig davon, dass das Bedürfnis deutscher Senioren nach Unterbringung in diesem Heim gering sein dürfte, vermag sich jemand das Geschrei derselben Zeitung vorzustellen, sollte ein umgekehrter Fall vorliegen, „Türken ausdrücklich nicht erwünscht“? Es sind nunmehr drei Wochen seit der Eröffnung des rassistischen Seniorenheims vergangen, ohne dass Podiumsdiskussionen stattgefunden hätten oder Claudia Roth tief betroffen über diese Form der Ausgrenzung und Diskriminierung der ethnischen Mehrheit an die Öffentlichkeit getreten wäre.

In der Tat ist es nicht nur so, dass die Diskriminierung „Ungläubiger“ im eigenen Land stillschweigend hingenommen wird, nein, sie ist sogar ausdrücklich erwünscht und wird als etwas besonders Positives herausgestellt. Oder wie sonst darf man die Äußerung der ehemaligen Ausländerbeauftragten Berlins, Barbara John (CDU), verstehen, die

die Einrichtung als Beispiel für gelungene Integration

bezeichnet? Das ist die perfekte Umsetzung von George Orwell ins 21. Jahrhundert!

(Spürnase: A-M-M)

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