KlimaschwindelDie größte überregionale Tageszeitung Deutschlands, die Süddeutsche, fühlt sich angesichts der RTL-Dokumentation scheinbar dazu genötigt, noch einmal alle Lügenregister auffahren zu lassen und bringt eine „Widerlegung“ der Doku. Vielleicht hat der eine oder andere PI-Leser Lust, dem Autor Christopher Schrader zu schreiben: wissen-online@sueddeutsche.de

Zum Thema Klimaschwindel hat Mimus Vitae im übrigen einen hervorragenden Artikel des emeritierten Professors John Brignell von der University of Southampton übersetzt. Hier ist er:

Globale Erwärmung als Religion – nicht als Wissenschaft

Es war Michael Crichton, der den Ökologismus als erster öffentlich als Religion bezeichnete. Das war in einer Rede, die er 2003 hielt, aber seit dem hat die Erde sich kräftig weiter gedreht, und die Anhänger des Glaubensbekenntnisses haben mittlerweile die gesamte Welt im Griff.

„Globale Erwärmung“ ist zum zentralen Glauben einer Öko-Theologie geworden. Der Begriff wird benutzt als Kürzel für eine menschengemachte – anthropogene – globale Erwärmung. Er ist eng mit anderen modernen Glaubenssystemen verbunden, wie z.B. der Politischen Korrektheit, Chemophobie und zahlreichen anderen Formen der Panikmache, aber er repräsentiert die Speerspitze des Angriffs auf den wissenschaftlichen Menschen.

Die Aktivisten bevorzugen mittlerweile die Bezeichnung „Klimawandel“. Das verschafft ihnen zwei Vorteile:

Es erlaubt Ihnen, das unvermeidbare Auftreten sowohl von ungewöhnlich kalten wie auch warmen Wetterereignissen als Beweis in Anspruch zu nehmen.

Das Klima ändert sich ständig, also müssen sie recht haben.

Nur die relativ Älteren unter uns können sich noch an die zynische Hast erinnern, mit der die Panikmacher die „kommende Eiszeit“ verkündeten und exakt die gegenteilige Vorhersage predigten, dabei allerdings auf den selben schuldigen zielten: die Industrie. Es geschah in Großbritannien, wo die Wiege des neuen Glaubens stand, und war eine Reaktion auf den Spott, der durch den verregneten, kalten Sommer im Jahr 1976 hervorgerufen wurde. Der Vater der neuen Religion war Sir Crispin Tickell, und da er beim Premierminister, Margareth Thatcher, ein offenes Ohr fand, die sich in einem Kampf mit Kohle- Kumpeln und Ölscheichs befand, wurde sie in die internationale Politik mit der Authorität des einzigen großen politischen Führers eingebracht, der einen wissenschaftlichen Abschluß besaß. Die Einführung war zeitgerecht und auch ironisch, weil sich im Kielwasser der weltweiten politischen Unruhen eine starke neue Gruppierung linker Interessen um die Umweltthemen sammelte. Das Ergebnis war eine neue Form einer gottlosen Religion. Der Kult der Globalen Erwärmung hat diese Charakteristiken einer Religion (und nicht die der Wissenschaft), und zwar aus den folgenden Gründen:

Glaube und Skepsis

Glaube ist das Vertreten einer Überzeugung ohne Beweise. Die wissenschaftliche Methode, eine lockere Sammlung von Vorgehensweisen großer Vielfalt, basiert auf dem exakt gegenteiligen Konzept, beschrieben in den berühmten Worten Thomas Henry Huxleys:

Der Verbesserer des natürlichen Wissens weigert sich absolut, Autorität als solche anzuerkennen. Für ihn ist die Skepsis die höchste aller Pflichten, blinder Glaube eine unverzeihliche Sünde.

Huxley war einer in der langen Tradition britischer skeptischer Philosophen. Von den Bacons, über solche wie Locke, Hume und Russell, hin zum großartigen Höhepunkt von Poppers Aussage über das Prinzip der Falsifizierung, etablierte sich die wissenschaftliche Methode auf schmerzhafte Weise, nur um in einigen kurzen Jahrzehnten wieder aufgegeben zu werden. Es ist eine der großen Ironien der modernen Geschichte, daß die Nation, die die Wiege der wissenschaftliche Methode war, den Prozeß ihrer Aufgabe anführt. Der große Unterschied ist nun, daß Religion Glaube einfordert, während die Wissenschaft Unglaube erfodert. Atheismus ist ebenso ein Glaube wie Theismus. In beiden Fällen gibt es keinen Beweis. Es gibt keinen fundamentalen Zusammenprall zwischen Glaube und Wissenschaft – sie kreuzen sich nicht. Die Schwierigkeiten fangen allerdings da an, wo die eine behauptet, die andere zu sein.

Die Royal Society, ein Hauptakteur in der Blütezeit der Tradition, wurde auf der Basis des Skeptizismus gegründet. Ihr Motto: “On the word of no one” war eine starke Bekräftigung. Jetzt plötzlich, als Folge ihres erfolgreichen Coups, haben die Grünen dieses jahrhundertealte Motto geändert; in eines, daß es schafft, gleichermaßen banal wie böse zu sein: „Respektiere die Fakten“. Wenn jemand anfängt, über Fakten zu reden, dann ist es Zeit, sich nach den Fiktionen umzusehen. Wahre Wissenschaft spricht nicht über Fakten; sie spricht über Beobachtungen, die sich als unzutreffend oder gar unerheblich herausstellen können.

Die globalen Erwärmer gefallen sich darin, im Namen der Wissenschaft zu handeln, aber sie mögen deren Methoden nicht. Sie verbreiten solche Slogans wie: „die Wissenschaft ist sich einig“, obwohl echte Wissenschaftler wissen, daß die Wissenschaft sich niemals einig ist. Alleridngs waren sie nicht immer so weise. Im Jahre 1900, zum Beispiel, sprach der große Lord Kelvin die berühmten Worte: „Es gibt nichts Neues mehr in der Physik zu entdecken. Alles was bleibt, ist stetig präziser werdendes Messen.“ Innerhalb weniger Jahre wurde die klassische Physik durch Einstein und Konsorten über den Haufen geworfen. Seitdem ist in der Wissenschaft die Debatte nie zu Ende.

Die Erde könnte sich (oder könnte sich nicht) um den Bruchteil eines Grades erwärmt haben. Dies könnte (oder könnte nicht) völlig (oder teilweise) an menschlichen Aktivitäten liegen. Das hängt alles von der Qualität der Beobachtungen und der Gültigkeit diverser Hypothesen ab. Die Wissenschaft nimmt diese Situation leicht. Sie akzeptiert vielfältige Theorien, wie zum Beispiel die Schwerkraft oder die Evolution, als die am wenigsten schlechten verfügbaren und am praktischsten anwendbaren, aber sie glaubt nicht. Religion ist da sehr unterschiedlich.

Sünde und Vergebung

Es liegt in der Natur einer Religion, autoritär und vorschreibend zu sein. Essentieller Gedanke hierin ist das Konzept der Sünde: Eine Überschreitung theologischer Prinzipien in Wort oder Tat.

Die Erbsünde der alten Religionen entstand durch eine der Quellen des Lebens: Sex. Die neue Religion geht sogar noch weiter zurück, zur Basis allen Lebens: Kohlenstoff. Vielleicht ist die fundamentale menschliche Angst die Angst vor dem Leben selbst. Der erstaunliche Hang des Kohlenstoffs, Verbindungen von unbegrenzter Komplexität zu bilden, machte die Existenz des Lebens erst möglich, wobei sein Dioxid das Grundnahrungsmittel ist, der Anfang der Nahrungskette. Jede Art von Nahrung, die sie konsumieren, begann als atmosphärisches Kohlendioxid. Daher ist es der ideale Kandidat für die Erbsünde, da niemand der Abhängigkeit von ihm entkommen kann. Dieses Manna, welches uns das Leben gab, wird in den Medien nun durchweg als „Verschmutzung“ und „giftig“ gebrandmarkt – mit Sicherheit einer der perversesten Dysphemismen in der Geschichte der Sprache.

Das Korrektiv zur Sünde in der Religion ist die Absolution, die Vergebung, und die Kraft der meisten Religionen entsteht durch den Anspruch, das Monopol zur Absolution zu besitzen. Und so ist es mit der neuen gottlosen Religion. Weiterhin liegt es in der Natur der Religion, falsche Märkte zu schaffen. In Chaucers Zeiten verkaufte der Ablaßprediger päpstliche Ablässe, welche die Wohlhabenden von den Konsequenzen der Sünde befreite. Vergleichbar hiermit verkaufen die neuen Ablaßprediger CO2-Zertifikate – „Verschmutzungsrechte“ (!!). Und sowohl in den antiken als auch in den modernen Gesellschaften trennen diese Aktivitäten die Anstrengung von der Schaffung des Reichtums und wirken dadurch als eine Hemmung der Wirtschaft. Sie garantieren auch den Reichen einen Komfort, der für die Armen unerschwinglich ist – ein sicherer Weg zum Erfolg.

Bekehrte und Evangelisten

Die meisten Religionen versuchen, durch Bekehrung zu wachsen. Wissenschaft sucht und braucht keine Konvertiten. Es lehrt diejenigen, die bereit sind, zu lernen, aber sie zwingt sich nicht denjenigen auf, die ihr gegenüber gleichgültig sind. Religionen (wenigstens die erfolgreichen) haben einen anderen Imperativ. Eine wachsende Gemeinde von Gläubigen stärkt den Glauben ihrer Anhänger und hilft durch die Beteiligung an der Suche nach Konvertiten, die unvermeidbaren Zweifel in jenen zu beschwichtigen. Erfolgreiche Religionen sind so strukturiert, daß sie diesen expansionären Mechanismus herbeiführen und verfolgen. Jene, die andere für die Sache gewinnen können, genießen daher hohes Ansehen.

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