In Indonesien ist Facebook noch vor Google und Yahoo die am meisten aufgerufene Internet-Adresse. Der Boom des Online-Netzwerks hat die Religionsführer des bevölkerungs- reichsten muslimischen Landes der Welt jetzt veranlasst, Regeln für dessen Nutzung zu erstellen.

Die Netzeitung berichtet:

Rund 700 muslimische Geistliche in Indonesien haben Internet-Communities wie Facebook jetzt grundsätzlich ihren Segen erteilt. Solange die Dienste nicht als Plattform für Lügen, Geschwätz und Flirten herhielten, dürften sie von gläubigen Muslimen genutzt werden, hieß es am Freitag nach einer zweitägigen Konferenz zu dem Thema im Entwurf der Abschlusserklärung.

Nutzer dürften keine allzu intimen Fragen stellen oder «vulgäres Handeln» unterstützen. Das sei auch in den Online-Communities verboten. Die Imame wiesen darauf hin, dass Facebook und andere «neue» Kommunikationsformen wie Mobiltelefone, Textnachrichten oder Videokonferenzen viele Vorteile böten. Ein Organisator der Konferenz in der Stadt Kediri auf der Insel Java, Narbil Haroen, hatte am Donnerstag erklärt: «Es ist notwendig, ein Edikt für virtuelle Netze zu erlassen, weil diese Online-Beziehungen sexuelle Begierden wecken könnten, was im Islam verboten ist.»

Die Imame riefen Facebook und andere Netzwerke wie Friendster auf, «unzüchtiges und pornografisches» Material zu löschen. Andernfalls wollten sie darauf hinwirken, dass die Internetseiten ganz blockiert werden, warnte die Nahdlatul Ulama, die größte muslimische Organisation Indonesiens, am Freitag.

645 Prozent Zuwachs

Facebook nahm am Freitag zunächst nicht Stellung zur Haltung der Geistlichen. Das Unternehmen hat aber bereits vorher erklärt, dass die Nutzer über die Plattform vor allem mit Freunden und Familie Kontakt hielten oder sich über aktuelle Ereignisse austauschten. Indonesien ist nach Angaben von Facebook das Land mit dem höchsten Mitgliederzuwachs in Südostasien: Die Steigerung um 645 Prozent auf 831.000 Mitglieder war größer als in China oder Indien.

Dabei haben im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt bislang weniger als ein halbes Prozent der 235 Millionen Einwohner eine Internetverbindung. Facebook ist in Indonesien inzwischen die am meisten aufgerufene Internet-Adresse – noch vor Google und Yahoo.

Ein Edikt der Imame hat zunächst keine rechtliche Wirkung. Eine Übernahme durch den einflussreichen Ulema-Rat würde aber für die Mehrheit der – vergleichsweise liberalen – Muslime in Indonesien verpflichtend sein. Ein Verstoß gegen dessen Vorgaben wird als Sünde betrachtet.

Es ist doch immer wieder schön, kein Moslem zu sein…

Like
Beitrag teilen:
 

14 KOMMENTARE

  1. „Solange die Dienste nicht als Plattform für [b]Lügen, Geschwätz und Flirten[/b] herhielten, dürften sie von gläubigen Muslimen genutzt werden.“

    Wenn Mohammedaner nicht lügen dürften, wäre der Koran nicht entstanden, Pierre Vogel hätte immer noch keine Frau abgekriegt, und in der Fußgängerzone Frankfurts wäre es angenehm still.

  2. Mal schauen, wann man in Deutschland derartige Tätigkeiten aus Respekt vor unseren muslimischen Freunden ebenfalls unter Strafe zu unterlassen hat.

  3. #1 nordkap

    Na, Mensch, schreib denen das mal.
    Vielleicht überlegen die sich das noch. 😉

    Abgesehen davon halte ich sowieso nichts von diesen Laber-Communities.
    Hier gab es auch schon etliche Beiträge, die sich über Zensur auf solchen Seiten beschwerten. Da die Musel wahrscheinlich neben unendlich viel Zeit ebensoviel Kommunikationsbedürfnis haben, werden die auch Facebook mit ihren Sonderwünschen übernehmen.
    Studivz ist wohl sowieso schon in deren Hand.

  4. Kann mir mal einer erklären, was an Facebook so cool ist? Minimalistische Funktionen, und Profile kann man sich nur von Freunden ansehen?

  5. Die verlangen von jeden Menschen wie ein Priester zu leben. Also gar nicht, gleich lieber in den Himmel als unter so einer Religion zu leben.

  6. Wie auch P2P-Dienste stellt Facebook private Netzwerke zwischen wildfremden Personen her und vermischt damit was vorher getrennte Sphären waren. Das hilft Leuten, die mal schnell eine Gemeinschaft bilden, um sich durch Brechen von Spielregeln (Urheberrecht, Radarfalle, eheliche Treue, politische Korrektheit) einen Vorteil zu verschaffen. Sofern es sich um legitime Regeln handelt, wird wohl jede Ethik dies als problematisch ansehen, und wenn nicht, werden die Mächtigen es ungern sehen. In jedem Fall ist es normal, dass sich Imame der Sache annehmen. Moslems erwarten von ihren Rechtsgelehrten praktische Anweisungen, ähnlich wie sie gute Katholiken früher von einem Katechismus erwarteten oder vielleicht heute noch erwarten.

  7. Erwähnenswert ist vielleicht auch in diesem Zusammenhang, dass die islamischen Parteien in Indonesien, ähnlich wie in Irak, Kuweit, Bahrein und anderswo, in letzter Zeit an Rückhalt in der Bevölkerung verloren haben und bei Wahlen eingebrochen sind. Vielleicht trägt das dazu bei, dass die Imame es diesmal in der Facebook-Frage bei moderaten Empfehlungen belassen haben.

  8. 700 „Manager“, 2-tägige Konferenz = 1400 Manntage!

    Wenn ich mir ausmale, was man da alles schaffen könnte – wenn man könnte…

  9. Und trotzdem gibt es aus islamischen Ländern den höchsten Zugriff zur Kinderpronografie! Gestern habe ich einen Türken angezeigt der frech seinen Sperrmüll abgeladen hat. Hoffe die Strafe wird hoch für ihn.

  10. Fuer solche Faelle ist der Koran der beste Ratgeber und der islam stellt sich sein eigenes Bein:

    „Und habt ihr eine List, so übt sie.“ (Sure 77, Vers 39)

  11. Solange die Dienste nicht als Plattform für Lügen (und) Geschwätz (…) herhielten, dürften sie von gläubigen Muslimen genutzt werden.

    Aber offenkundig nicht von Imamen, Mullahs und wie sie sich sonst noch nennen.

  12. #13 Israel_Hands

    Geil.

    Do sogi auf guad Boarisch: Suppa, Madl, Du bist a Vorbuid!

    Wer so eine Bundesjustizzypresse hat, der braucht keine Verbrecher mehr…

Comments are closed.