Das soeben erschienene neue Buch von Alain de Benoist, "Gegen den Liberalismus – Die Gesellschaft ist kein Markt", darf man als Grundlagen- und Standardwerk begreifen.

Der Franzose Alain de Benoist gilt als der Vordenker der europäischen „Neuen Rechten“. Sein eben erschienenes neues Buch „Gegen den Liberalismus – Die Gesellschaft ist kein Markt“ darf man als Grundlagen- und Standardwerk begreifen. Im konservativen Bücherschrank sollte es unter die Klassiker eingereiht werden.

De Benoist nimmt hier die Grundlagen des umfassenden Liberalismus auseinander. Gemeint ist damit nur am Rande die entsprechende Wirtschaftsform.

Seine Philippika gegen den Liberalismus als Krebsgeschwür der westlichen Welt richtet sich nicht gegen vordergründig liberale Ideen: Er hat selbstverständlich nichts gegen Freiheitlichkeit im Sinne von freier Forschung, Aufgeschlossenheit und vorurteilsloser Prüfung. Vor allem seziert er das Menschenbild eines Homo oeconomicus, eine Vorstellung, die auf frei wucherndem Individualismus (gepaart mit Egozentrik) und auf ökonomistischem Danken fußt. Unter einer liberalen Gesellschaft versteht de Benoist vor allem die Umwandlung des Planeten in einen einzigen Markt, wo alles verhandelbar ist – nicht bloß die Waren – erst recht sämtliche Werte.

Sprich: Du kannst tun und lassen, was Du willst – solange Du auch alle anderen tun und lassen wirst, was sie je wollen. Dies natürlich ist das Ende jeder Gemeinschaft und jeden Gemeinwohls. Es ist die wohl zynischste Herrschaftsform.

„Der Liberalismus ist ebenso wenig mit Freiheit gleichbedeutend wie der Kommunismus mit Gemeinwohl“, schreibt de Benoist. Das Gemeinwesen nämlich habe mit sozialer Bindung zu tun, und nicht mit „Connections“. De Benoist erweckt den Begriff des „Gemeinwohls“ zu neuem Leben – und zwar wohlgemerkt aus nichtsozialistischer Sicht.

Die alte Rechts-Links-Trennung erweist sich dabei als überholt. Die »Lifestyle-Linke« hat sich der Marktgesellschaft verschrieben – sogar bis in die Impf-Propaganda hinein. Und die bieder-konservative Rechte will nicht begreifen, dass der liberale Kapitalismus systematisch all das zerstört, was sie doch zu bewahren trachtet.

Dieses Buch ist Appell und Analyse zugleich. Wer es liest, absolviert zugleich ein ganzes Seminar an Gemeinschaftskunde – verwechseln wir es bitte nicht mit seinem liberalen Vetter, der (gleichsam hochaufgelösten) Gesellschaftskunde. Es sind genau diese Unterschiede, auf die es ankommt!

Bestellmöglichkeit:

» Alain de Benoist: Gegen den Liberalismus – hier bestellen

Like
Beitrag teilen:
Anzeige: Wandere aus, solange es noch geht - Finca Bayano, Panama.
Jetzt den PI-NEWS-Telegram Kanal abonnieren!

13 KOMMENTARE

  1. rechts – links

    „Weder rechts-, noch linksextrem: Der Verfassungsschutz sieht einen Teil der Demonstranten gegen die Corona-Politik als neues Phänomen. Es gehe um die Abspaltung einer kleinen radikalisierten Minderheit, so Experten. Und um Verachtung des Rechtsstaats.

    Auf den Straßen rufen Demonstranten bei sogenannten Spaziergängen „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“. In Telegram-Gruppen kritisieren Nutzer den „sächsischen Despoten Michael Kretschmer“ oder sorgen sich, dass ihre Kinder zur Impfung gedrängt werden.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus236327453/Corona-Proteste-Fuer-den-Verfassungsschutz-sind-sie-eine-neue-Kategorie-von-Staatsfeinden.html

  2. wenn man spazieren geht ist man jetzt ein staatsfeind, nix mehr rechts oder querd.

    zu viel ehre….

  3. da sieht man von wem man „regiert“ werden soll.

    „Auf Twitter hat sich Innenministerin Nancy Faeser (SPD) an die Menschen gewandt, die gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gehen. Seine Meinung kundtun könne man auch, ohne sich zu versammeln. Dafür erhielt sie viel Kritik, die Aussage sei ein Angriff auf das Grundgesetz.“

    spd ist das eine krankheit?

  4. „Brüssel als Exekutor der gesellschaftlichen Liberalisierung
    Die EU der von der Leyens und Macrons – es ist eine EU, die sich von Brüssel aus anmaßt, Gesundheitsentscheidungen für mehr als 400 Millionen Menschen zu treffen, Löhne einheitlich festzulegen und eine historisch vermeintlich notwendige gesellschaftspolitische Liberalisierung in sämtlichen Mitgliedsländer zu exekutieren.“

    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2022/diese-eu-kann-einem-angst-machen/

  5. Es ist doch längst alles viel weiter vorangeschritten, als man glaubt. Zuerst muss es heißen, der Mensch, als solcher, ist weder Markt, noch Kapital. Nur, dass kommt auch zu spät. Gesetze, oder deren Entwürfe, die nicht klar zu verstehen sind, sind Auslegware. Auslegware für internationale Interessengruppen, die anderes im Sinn haben, als deutsches Wohlergehen.

  6. Benoist gehört oder gehörte der „Nouvelle Droite“ an. Als Neurechter ist er nicht nur in Frankreich tabu. Seine Bücher und Essays sind keine leichte Kost. Er thematisiert tabulos Einwanderung, das liberale Wirtschaftssysten und den Nationalstaat. Er setzt sich für in geeintes Europa und eine europäische Identität ein. Gerade die beiden letzen Punkte dürften hier einigen nicht gefallen.
    Mehr in diesem Buch: Benoist, Alain de, Die Religion der Menschenrechte, in: „Krebs, Pierre, Mut zur Identität, Alternativen zum Prinzip der Gleichheit, 1988.“

  7. Wenn Du keinen Liberalismus willst, geh‘ zu Scholz und Habeck.

    Vom Liberalismus haben die Linken jetzt schon kaum noch was übrig gelassen, da braucht man nicht auch noch Angriffe darauf von rechts.

  8. Ohne feste Regeln ist eion friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft nicht möglich. Rechte sind immer auch mit Pflichten verbunden. Wichtig ist jedoch, dass alle Rechte und Pflichten demokratisch legimitiert sind. Die Alternative zum Liberalismus darf nie Diktatur sein.

  9. Unter Niveau. Benoist war mal ein Schüler des französischen Rechtsliberalen Louis Rougier und müsste es besser wissen.
    Liberalismus schließt die Bildung von Gemeinschaften nicht aus – es müssen allerdings Gemeinschaften auf freiwilliger Basis sein. Da liegt der entscheidende Unterschied zu den Etatisten.
    Wenn jemand mehr Gemeinschaft haben möchte, sollte er selbst dafür sorgen und nicht erwarten, dass der Staat ihm eine bietet.

  10. Und seien wir uns klar: Wir leiden nicht unter einer Gesellschaft, die uns keine Werte anbietet. Wir leiden unter einem Staat, der uns eine „Tyrannei der Werte“ aufzwingt (Carl Schmitt, Eberhard Straub)

  11. Das ist mir zu grundsätzlich und undifferenzierend. Es gibt sehr unterschiedliche Ausformungen des liberalen Grundgedankens. Und ein Vorschreiber erwähnte es schon: Die Linken haben vom Markt (Wettbewerb, auch und vor allem Inovationswettbewerb) kaum etwas übriggelassen.
    Wenn jetzt auch noch die „Rechten“ anfangen, Begriffe wie Kapitalismus und Marktwirtschaft wild durcheinander zu werfen – Nee, muss nicht sein!

Comments are closed.