Kirchenglocke in ElheraidyaDa soll noch mal jemand sagen, die ägyptischen Muslime wüssten mit der neu gewonnenen Freiheit nichts anzufangen. Viele Kopten haben jedenfalls nicht das Gefühl, dass der Fall des Mubarak-Regimes die Lage verbessert hat, vielmehr erhärtet sich der Verdacht, dass sich alles eher zum Schlimmeren wendet.

(Von Kassandra Komplex)

Nach dem Mord an Pater David Boutros (PI berichtete) kam es wieder zu neuen Übergriffen. Als die koptische Gemeinde an der Kirche des Heiligen Georg im Dorf Elheraidya versuchte, die Glocke zu reparieren, rief das einen Mob von über 3000 Muslimen auf den Plan. Da sowohl Bau als auch Renovierung von christlichen Kirchen einer Genehmigung bedarf, die aber in der Regel verweigert wird, umzingelten die Rechtgeleiteten die Kirche in der Absicht, sie zu zerstören. Der koptische Diakon Raafat Rasmy berichtet: „Über 3000 Moslems umzingelten die Kirche, weil wir eine Glocke im Turm hängen wollten. Mit Macheten, Schwertern, Schusswaffen und Knüppeln versuchten sie die Kirche zu zerstören. Seltsamerweise haben sie sich selber vertrieben!“

Glücklicherweise fanden sich etwa 15 Muslime in der Menge, die versuchten, dem Mob von seinem Vorhaben abzubringen. Das sorgte für Tumult zwischen den beiden Lagern, die sich mit Knüppeln und Stöcken gegenseitig attackierten. Von ihrem ursprünglichen Ziel abgelenkt löste sich die Belagerung der Kirche wenig später von selbst auf.

Weniger glimpflich ging es im Kloster des Heiligen Bischoy ab, das von der ägyptischen Armee unter Beschuss genommen und belagert wurde. Mehrere Mönche wurden verletzt und einige in Gewahrsam genommen. Genaue Zahlen liegen derzeit nicht vor. Das Militär gestattete nicht mal, Verletzte ins Krankenhaus zu transportieren. Ein Fahrzeug mit einem Pater und drei Jugendlichen, die im Kloster arbeiten, wurde beschossen und zur Rückkehr ins Kloster gezwungen.

An gleicher Stelle meldet unser Partnerblog Kopten ohne Grenzen von einem zeitgleichen Angriff auf das Kloster des Heiligen Makarius, bei dem sechs Mönche von den Schüssen getroffen wurden. Nach einem Augenzeugenbericht von Pater Abd Elmassih wurde das Kloster von Panzern und LKWs der Armee belagert: „Was uns nicht überrascht hat, riefen die Soldaten Ägyptens und unsere Mitbrüder in dieser Heimat, ‚Allahu Akbar‘, während sie die Mauer auf unserem Eigentum mit den Bulldozern und Panzern dem Erdboden gleich machten. Kurz danach zogen sie sich zurück und hinterließen uns, ohne zu fragen, wie wir unsere sechs Verletzen verarzten können.“

Auch das Kloster des heiligen Paul am roten Meer wurde von einem Mob gestürmt. Es gelang den Mönchen jedoch, die Angreifer wieder zu vertreiben. Es ist kaum nötig zu erwähnen, dass weder Polizei noch Armee zu Hilfe eilen wollten.

In der deutschen Presse findet man solche Meldungen freilich vergebens. Immerhin ist es Spiegel Online eine Meldung wert, dass in Folge der Unruhen Reisen nach Ägypten derzeit zu Schnäppchenpreisen zu haben sind. Das fällt dann wohl eher in die Rubrik Abenteuerurlaub… wobei man sich ja als Urlauber noch relativ sicher fühlen darf, gehört doch der Tourismus zu den Haupteinnahmequellen Ägyptens. Jedenfalls sofern man nicht allzu offen christliche Symbole zur Schau stellt.

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30 KOMMENTARE

  1. .
    Der Krieg der Religionen

    Mit den Führern der großen Weltreligionen
    ist es ungefähr so wie mit einem „christlichen“ Sohn,
    der keine Zeit für seine kleinen Geschwister opfern wollte:

    Es war einmal eine Mutter, die sagte zu ihrem ältesten Sohn: „Gehe in die Stadt und bringe Milch für deine kleinen Geschwister.“ Der Sohn aber wollte keinen Teil seiner Freizeit opfern, deshalb ging er nur auf die Straße und stellte eine Tafel auf mit der Inschrift: „Ich bringe Milch“. Seine Mutter rief zu ihm hinaus, er sollte sich doch beeilen mit der Milch, seine Geschwister hätten Hunger. Da ging er auf ein Feld und baute eine Kirche mit der Aufschrift: „Ich bin der Milchbringer.“ Und die Menschen kamen in seine Kirche und er predigte ihnen vom Milchbringen. Von der Ferne hörte er seine Mutter schreien, wo denn die Milch sei, die Geschwister hätten großen Hunger. Darauf schulte er viele Menschen zu Missionaren, trug ihnen auf, sie sollten in der ganzen Welt Kirchen bauen mit der Aufschrift: „Wir sind die Milchbringer“.

    Und er schmückte sich mit den Federn derer,
    die Mitglieder seiner Kirche wurden
    und trotzdem ihren Geschwistern Milch brachten.

    Und es begab sich, dass der Sohn, der sich inzwischen als „Seine Eminenz, der hochwürdigste und allerheiligste aller Milchmänner“ feiern lies, zwei Gleichgesinnten begegnete, nämlich einem Sohn, der für seine moslemischen Geschwister Milch hätte bringen sollen und einem Sohn, der für seine jüdischen Geschwister Milch hätte bringen sollen. Uneinig darüber, wer denn nun von ihnen der alleinige, von Gott gesandte Milchmann wäre, fingen sie an, sich gegenseitig zu bekämpfen.

    Und es war Abend geworden und der Krieg tobte.

    Da kam der Vater nach Hause und fragte, wo denn seine Kinder wären und die Mutter antwortete ihm: „Ich hatte deinen ältesten Sohn um Milch für die Kinder geschickt. Er ist bis jetzt nicht zurückgekommen, und so siehe, lieber Mann, deine Kinder sind verhungert.“
    Was soll nun der Vater mit seinem hochwürdigen Sohn machen?

    Auszug aus http://www.physik.as
    .

  2. „Das sorgte für Tumult zwischen den beiden Lagern, die sich mit Knüppeln und Stöcken gegenseitig attackierten.“

    Nur zu, nur zu, aber es bleibt die Frage, warum sie nicht auch ihre Macheten und Schwerter verwendet haben, um ihre Meinungsverschiedenheiten untereinander zu klären…
    (So was wird wohl nur für die Ungläubigen gebraucht, untereinander verprügelt man sich wohl nur, oder wie?)

    Eigentlich Schade.

  3. Glücklicherweise fanden sich etwa 15 Muslime in der Menge, die versuchten, den Mob von seinem Vorhaben abzubringen.
    —-
    15 mutige Muslime guten Willens unter einem Mob von 3000, das rechne ich ihnen hoch an.

  4. Noch mal @PI

    Bitte unbedingt einen Thread zu diesem Kommentar gestern in den Tagesthemen machen bzw. Video verlinken:

    1. #38 johannwi (24. Feb 2011 01:41)
    hier isser, zum Nachhören und -sehen
    ARD: Golineh Attai fordert in ihrem Tagesthemen-Kommentar den baldigen Beitritt der Türkei zur EU. Dann wäre die Reaktion der EU auf die Umwälzungen in der arabischen Welt angeblich intelligenter ausgefallen………
    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video865330.html
    —————————————–

    Eine Türkin erklärt uns die Welt. Und warum eine Türkei in der EU die Probleme in der arabischen Welt besser gelöst hätte.
    Wie erklärt sie nicht. Milliardenzahlungen? An Wen? Militärisches Eingreifen? Oder was?
    Etwa die berühmt, berüchtigte „Freundschaft der Türken mit den Arabern“..?
    Eine Unverschämtheit dem GEZ Zahler so etwas vorzusetzen.
    Mir kam fast das Abendessen hoch.

  5. Was die Moslems wo doch so für die Menschenrechte und für die Demokratie auf die Straße gegangen sind greifen christliche Kloster an.

    Das werden unsere Systemmedien wieder mal totschweigen. Das passt nicht in das Weltbild unserer Gutmenschen. Verdammt noch mal, die Moslems müssen jetzt einfach für Demokratie und für Menschenrechte auch für religiöse Minderheiten und für Frauen sein. Oder die ganz Propagandashow unserer Gutmenschen in unseren Massenmedien in den letzten Wochen war für die Katze.

    Ich denke mal die Gutmenschen haben jetzt so oft verlautbaren lassen, dass die Moslem in Ägypten für Demokratie und nicht für die Schria auf die Straße gingen, dass sie es selber glauben müssen.

  6. Mohammedanische Demokratie. Genau dies erwartet uns auch hier. Ich weiß nicht woher die Gutmenschen den Chauvinismus haben, dass Mohammedaner wie sie sind?

  7. Die Menschen können sich nicht im entferntesten vorstellen, wie sehr die Welt im Wandel ist und was das für die Menschen hierzulande bedeutet und wie sie sich schützen können. Und ich habe das aufbegehren der Natur, das man seit ein paar Jahrzehnten beobachten kann noch nicht einmal erwähnt. Wer vor 5 Jahren hier schon geschrieben hat wird demütig der heutigen Entwicklung gegenüber stehen, selbst dann, wenn es geahnt wurde. Es sind Geschehnisse bei denen man nicht gerne Recht haben möchte. Aber selbst auf diesem Block kann man studieren, wie sehr sich Kommentatoren von den Mainstream Medien manipulieren lassen oder geformt werden, mich nicht ausgeschlossen. Friede Freude Eierkuchen, alles wird gut und EIN Mensch ist Schuldig für alles und das legitimiert alle Gewalt. In Libyen wird zur Zeit Gaddafi alles in die Schuhe geschoben, selbst das Plündern, Morden und Brandschatzen. Obwohl es dort geschieht, wo seine „Schergen“ keine Macht mehr haben, wie heimkehrende Touristen verstört berichteten. Was glaubt man, wer die Gewinner in diesen Ländern sein werden?

  8. Muhammad Rifaa al-Tahtawi, früherer Sprecher der angesehensten „Bildungsinstitution“ (habe ich jetzt mal in Gänsefüßchen gesetzt) der islamischen Welt, der Kairoer Al-Azhar-Universität, sieht Chancen für eine baldige Wiederaufnahe des Dialogs zwischen dem Vatikan und seiner Institution. Der Papst solle sich allerdings zuerst bei den Muslimen für die Kreuzzüge entschuldigen, so wie er sich bei den Juden für den Holocaust entschuldigt habe, erklärte Tahtawi am Mittwoch am Rand einer Vortragsveranstaltung in Rom.

    Am 20. Jänner hatte das Al-Azhar-Rektorat, das seit 1998 in einem offiziellen Dialog-Prozess mit dem Vatikan stand, die Gespräche auf Eis gelegt. Die Entscheidung sei von Al-Azhar-Großimam Scheich Ahmed El-Tayeb und den Mitgliedern des universitären Islamischen Forschungszentrums gemeinsam in einem „Emergency Meeting“ erfolgt, hatte es in einem anschließenden Kommunique geheißen. „Die Suspendierungsentscheidung erfolgt wegen der wiederholten Kritik Papst Benedikts am Islam und wegen seiner ungerechtfertigten Behauptung, Kopten würden in Ägypten und Christen im Nahen Osten verfolgt“, hieß es wörtlich.
    —–
    Muhammad, unser Papst sollte Dich eher mit seinem Hirtenstab versohlen.

    http://www.kath.net/detail.php?id=30287

  9. Nur noch mal zur Erinnerung an Kemal Atatürk:
    “Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen, ist eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet…” – Mustafa Kemal Atatürk, zitiert in “Von Allah zum Terror?” (Wiki…)

  10. @ 7Golineh Atai (* 1974 in Teheran) ist eine deutsch-iranische Korrespondentin. Im Alter von fünf Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland und wuchs in Hoffenheim auf. Nach dem Abitur hat sie von 1993 bis 2000 in Heidelberg Romanistik, Politik- und Islamwissenschaften studiert und wurde danach Journalistin und war von April 2006 bis Mai 2008 für das ARD-Fernsehen als Korrespondentin in Kairo tätig. Sie ist derzeit Redakteurin beim ARD-Morgenmagazin.

    2005 Recherchestipendium der Otto-Brenner-Stiftung für kritischen Journalismus für das Projekt: „Auslandsadoptionen im globalen Kindermarkt“
    2007 Nominiert für den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie „Information und Kultur/Spezial“
    2008 Nominiert für den „Reemtsma Liberty Award“

    Deutschland hat mit dem Schah ein Abkommen geschlossen, das die doppelte Staats-bürgerschaft der Iraner erlaubt! Dazu haben wir den Immigranten noch beigebracht, daß sie immer die Opfer sind und immer neue Forderungen stellen. Der Ureinwohner hat mit seinen Steuergeldern somit jene gefördert, die uns islamisieren möchten.

  11. #13 Andre (24. Feb 2011 17:49)

    Haben die Dank erwartet??

    Wer dem sogenannten „Gott“ gefallen will, wird mit dem Gesicht im Staub liegen.

  12. #7 survivor (24. Feb 2011 17:11)
    Diese iranische Reporterin fand ich bisher immer überzeugend auf der Seite der Islamkritik. So kann man sich täuschen. Genauso bin ich enttäuscht von Hamed abdel Samad, als er bei Anne Will zum Thema Ägypten war – auf einmal ein ganz anderer Mensch als vorher. So sind die „moderaten“ Mohammedaner.

  13. Hans-Dietrich Genscher (FDP) Zitat „Viele Europäer denken, dass islamische Völker keinen Freiheitsdrang haben. Jetzt zeigt sich: Alle Menschen auf dieser Welt haben den Willen zur Freiheit.“

    Die FPD will zusammen mit der Presse diese Krawalle als einen heroischen Akt der Moslems verkaufen . Alles was nicht in dieses Schema passt wird da einfach ignoriert . Kirche abgefackelt , wie letztens in Ägypten . Scheiß egal . Oder bei Kewil “Allahu akbar”, schrie der Türke und schnitt dem Bischof von hinten die Kehle durch. http://fact-fiction.net/?p=4382 Scheiß egal , ein Mord der in den BRD Medien fast keinerlei Beachtung fand . Diese Presse ist ein Haufen speichelleckerischer linker Lumpen die allesamt aus Scham wegen jahrzehntelanger Leser Verblödung ihre Presse Ausweise abgeben sollten und sich selber wegen Unfähigkeit und notorischer Lügerei beim Arbeitsamt melden sollten .

  14. Leider habe ich noch nicht vernommen, daß unser Außenminister bei seinen Gesprächen mit der ägyptischen Führung, das Thema Menschenrechte anspricht. Kopten sind auch Menschen, und haben entsprechende Rechte!

  15. das wäre doch mal auch für die ganzen moslemlobbyisten der vielen protestantischen bewegungungen mal die chance , ihr duckmäusertum zu beenden und stellung für aufs übelste schikanierte christen in islamischen ländern zu beziehen, doch sie schweigen weiter, ich schäme mich für solche christen, die ihre brüder in not so ignorieren

  16. Soetwas zu hören und v.a. zu lesen macht mich sehr traurig. In Deutschland bzw sogar in Serbien wäre nach heutigem Stand die Hölle los wen einem Moslemischen „Gotteshaus“ auch nur ein Stein angekratzt wird…
    erinnert mich stark an den kosovo und an die kosovarischen Kulturbereicherer
    http://www.youtube.com/watch?v=AO6p5Jvriew

  17. unser händchenhaltender aussenminister wird bestimmt für die freiheit der kopten, schwulen und allen anderen unterdrückten ägyptern das spendensäckel öffnen und sie mit grosszügiger demokratischer unterstützung am missbrauch sozialer einrichtungen in deutschland hindern. danke.

  18. szmtag 23.02.2011 16:34:00
    „Die Scharia muss weg“
    Ägyptens koptische Christen fühlen sich dennoch bei den geplanten Reformen übergangen

    Unions-Fraktionschef Volker Kauder will sich dafür einsetzen, dass die Christen in Ägypten künftig dieselben Rechte erhalten wie alle Bürger. Nach einem Gespräch mit dem Oberhaupt der Kopten in Deutschland, Bischof Anba Damian, sagte Kauder am Mittwoch in Berlin, die Christen müssten in der neuen Verfassung gleiche Rechte und Pflichten erhalten. Ägyptens koptische Christen fordern derweil ein Verbot der Scharia.

    Damian wertete die Veränderungen in Ägypten als „sehr positiv“. Auch er hob hervor, dass die Christen in der neuen Verfassung „gleichberechtigt“ anerkannt werden wollten und ihnen die volle Religionsfreiheit zugesichert werden müsse. Damian bedankte sich für Kauders Einsatz zugunsten der Religionsfreiheit in dem Land. Zugleich würdigte er das Eintreten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Demonstrationsfreiheit und die Menschenrechte während der jüngsten politischen Veränderungen in Ägypten.

    Kauder sagte, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung werde den koptischen Christen in Ägypten helfen, „sich in der neuen politischen Situation zurechtzufinden“. Zugleich erinnerte er daran, dass weiterhin viele Christen in anderen Ländern des arabischen Raumes „unter schwierigsten Bedingungen leben“.

    „Wir wollen keinen islamischen Staat“
    Ägyptens koptische Christen fühlen sich dennoch bei den geplanten Reformen übergangen. „Im Namen von Millionen Kopten protestieren wir gegen die jetzige Zusammensetzung des Verfassungskomitees und seinen auf einige wenige Artikel begrenzten Reformauftrag“, sagte der Vorsitzende der Union ägyptischer Menschenrechtsgruppen (Euhro) und christliche Rechtsanwalt Naguib Gobraiel am Mittwoch im Interview der in Bonn erscheinenden Zeitschrift „Christ und Welt“, die der Wochenzeitung „Die Zeit“ beiliegt.

    Der Professor für internationales Recht verlangte Religionsfreiheit in Ägypten. Dazu müsse der Artikel 2 der Verfassung gestrichen werden, der den Islam als Staatsreligion und die Scharia als Hauptquelle der Rechtssetzung festschreibe. „Wir wollen keinen islamischen Staat, wir wollen in Ägypten einen zivilen, religiös neutralen Staat“, so der 57-Jährige, der zu den wichtigsten Stimmen der Kopten in Ägypten gehört.

    Gobraiel äußerte die Befürchtung, dass der Verfassungsrat eine Klausel vorschlagen werde, nach der kein Kopte Präsident von Ägypten werden könne. Die Kopten seien als Religionsgruppe politisch bei der Verfassungsreform nicht vertreten, kritisierte er und verwies darauf, dass lediglich ein Mitglied des Verfassungskomitees Christ sei. „Das widerspricht dem Geist der Revolution vom 25. Januar, wo Christen und Muslime Hand in Hand miteinander gekämpft haben. Wir sind 15 Millionen Menschen. Wir haben kein Vertrauen, dass dieses Gremium unsere Interessen berücksichtigt“, so Gobraiel.

    Besorgt zeigte sich der Rechtexperte über die Muslimbrüder. „Wir Christen haben Angst vor den Brüdern. Sie treiben in unseren Augen Spielchen. Ihr eigentliches Ziel ist es, an die Macht zu kommen“, sagte er. Das gelte insbesondere für diejenigen, die in den Verwaltungen säßen. Enttäuscht zeigte sich der Kopte über die Leitung seiner Kirche. „Zu den Protesten im Land hat sie einfach geschwiegen. Papst Schenuda III. hat während der Tage des Aufstands kein einziges Wort der Ermutigung an die Adresse der demonstrierenden Jugend gerichtet“, betonte er. „Er wollte unter allen Umständen den Eindruck vermeiden, die koptische Kirche mische sich politisch ein.“

    Quelle: epd, kna

    URL: http://www.domradio.de/aktuell/71628/die-scharia-muss-weg.html

  19. Wo bleibt der Bericht über die großartige Rede Mannheimers auf der Koptendemo in Stuttgart Anfang dieses Jahres??? Wurde von PI versprochen, aber bislang nicht veröffentlicht. Seltsam…Über jeden Redner wurde berichtet, aber nicht über Mannheimers aufrüttelnde Rede, die seitens der Kopten auf totale Begeisterung stieß.

    Wer mehr über die Christenverfolgung in Ägypten, der Türkei und den sonstigen islamischen Ländern erfahren will, dem empfehle ich die erschütternden Essays von Mannheimer. Wie immer bei Mannheimer: Nichts für schwache Nerven. Lesebefehl für alle, die sie noch nicht kennen!

    „Weltweite Christenverfolgung durch den Islam“

    „Systematische Christenverfolgung in der Türkei“

    „Terrormonat Ramadan“

  20. Jeder Christ verabscheut solche Taten gegen seine Geschwister.
    Jeder Humanist, Atheist, Agnostiker usw. verabscheut solche Taten, weil sie ein Angriff auf die Freiheit des Einzelnen und auf Minderheiten sind.
    Somit hat jeder freiheitsliebende Mensch einen weiteren und zudem noch aktuellen Grund an der Demonstration in Frankfurt/Main am 12.03. teilzunehmen!

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