SyrienSatellitenbilder, die gestern vom Washingtoner „Institute for Science and International Security“ veröffentlicht wurden, offenbaren einen Atomreaktor in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Das Gelände wurde 2007 von den Israelis bombardiert. Der gegenwärtige Status der Anlage ist unklar, zumal die Betreiber die Anlage nach der Bombardierung schnell räumten, um Spuren zu verbergen. Eine Untersuchung durch die IAEA wird von Syrien verweigert.

Damaskus ist bislang der Bitte von IAEA-Chef Yukia Amano nicht nachgekommen, die Kontrolleure erneut auf das Gelände zu lassen. Amano hatte deswegen Mitte November 2010 eigens einen Brief an den syrischen Außenminister Walid al-Muallim geschrieben, ein einmaliger Vorgang. Doch haben die Syrer immer noch „nichts Konkretes“ zugesagt, wie es aus Diplomatenkreisen in Wien heißt. Nur allgemein ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit hätten sie bekundet. Ganz und gar unwahrscheinlich erscheint es daher, dass Syrien den Kontrolleuren etwa erlauben würde, mit einer Bohrung unter dem neuen Gebäude nach Hinweisen zu suchen, wie es Geheimdienstler für nötig halten. …

Mehr Glück könnten die Atomdetektive dagegen in Marj as-Sultan haben, 15 Kilometer östlich von Damaskus. Dort befindet sich ein Komplex mit zwei Hauptgebäuden, der an einen Militärstützpunkt grenzt. Genau das führt Syrien als Begründung an, warum es eine Inspektion nicht zulassen könne. In der Umgebung wohnen offenbar betuchte Syrer, Villen lassen sich auf den Satellitenfotos erkennen, Swimmingpools in fast jedem Garten. Und anders als in al-Kibar stehen die verdächtigen Gebäude hier noch, die zumindest in früheren Jahren von einer Mauer umgeben waren.

Der SZ liegen Fotos vor, die aus dem Inneren der beiden Bauten stammen sollen. Es ist nicht bekannt, wann genau sie aufgenommen wurden. Zusammen mit anderen Informationen aber lassen sie erstmals die begründete Vermutung zu, dass Syrien dabei war, dort eine Anlage zur sogenannten Urankonversion zu errichten – eine Vorstufe zur Produktion von Brennstäben, wie sie für den mutmaßlichen Reaktor geeignet gewesen wären. In einem chemischen Prozess wird dabei Uran-Konzentrat – auch Yellow Cake genannt – in metallisches Uran umgewandelt, das dann zu Brennelementen weiterverarbeitet werden kann. Dies könnte ein wichtiges Teil in dem verwirrenden Puzzle sein, das die IAEA-Inspektoren seit bald drei Jahren zusammenzusetzen versuchen. …

Die Bilder aus dem kleineren Gebäude zeigen chemische Apparaturen dem Anschein nach aus Edelstahl, wie man sie nach Aussage eines westlichen Geheimdienstmitarbeiters „in einer Urankonversionsanlage erwarten würde“. Ein unabhängiger Experte bewertete die Informationen über die Ausrüstung ähnlich. Die Fotos zeigen etwa eine säulenförmige Apparatur, gut eineinhalb Stockwerke hoch, mit der vermutlich Verunreinigungen aus dem Uran entfernt werden sollten. Ähnliche Technik gibt es in der iranischen Konversionsanlage Isfahan. …

Es kann sich auch um einen Zufall handeln. Zumindest aber verlangten die Inspektoren eine „Erklärung für diese Aktivitäten“ – bis heute vergebens.

Video-Bericht über den ursprünglichen Reaktor:

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38 KOMMENTARE

  1. Aus dem Polizeibericht Mannheim vom 24.02.2011 (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/14915/1771894/polizei_mannheim , ziemlich am Ende der Auflistung)

    „Schüler in Straßenbahn geschlagen

    Weil er der willkürlichen Aufforderung, von seinem Sitzplatz aufzustehen, nicht nachkam, wurde am vergangenen Wochenende ein 14-jähriger in einer Straßenbahn auf der Rheinau von drei Jugendlichen auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen. Der Schüler erlitt dabei leichte Verletzungen, die in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Schläger stiegen an der nächsten Haltestelle wieder aus und konnten unerkannt entkommen“

    Naaaaaa, nach wem sieht dass wohl aus ????

  2. es wird wohl Zeit, auch die Bundeswehr nuklear zu bewaffnen

    Zwei dutzend Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen sind schon genug! Mehr brauchts gar nicht – aber weniger wäre Selbstmord

  3. Endlich eine Anlage zur Produktion von Massenvernichtungswaffen,
    sofort einmarschieren, ach ne, Busch jr. ist leider im Urlaub.
    😀

  4. Da braucht man nicht einmarschieren. Vielmehr ist es wohl wieder Zeit für eine schneidige Luftattacke der IAF.
    Die Erklärung der sozialistischen Militärdiktatur Syriens, bei dem damaligen Angriff seien u.a. mehrere „nordkoreanische Touristen“ ums Leben gekommen, hatte allerdings Comical-Ali-Qualitäten.

  5. OT:

    Westerwelle will „Partnerschaft auf Augenhöhe“

    Außenminister Westerwelle bietet den Ägyptern bei seinem Besuch die Hilfe Deutschlands an. Eine besondere Rolle soll der europäischen Wirtschaft zukommen –
    […]
    Westerwelle betonte immer wieder, dass die deutsche Hilfe nur ein Angebot sei. „Die Ägypter sind ein stolzes Volk. Wir sind nicht hier, um es zu bevormunden.“ Deutschland sei aber zu einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“ bereit.
    […]
    Die deutsche Wirtschaft sei zum Beispiel auf dem Energiesektor stark an Investitionen interessiert –
    […]
    Knapp zwei Wochen nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak gehörte Westerwelle zu den ersten westlichen Politikern, die nach Kairo kamen. Seither ist dort eine Übergangsregierung unter Führung des Militärs an der Macht.
    […]

    http://www.focus.de/politik/ausland/kairo-westerwelle-will-partnerschaft-auf-augenhoehe_aid_603104.html

    Aha – jetzt ist die Katze aus dem Sack:

    Die Geldströme werden neu verteilt bzw. das Fell des erlegten Bären wird verteilt;

  6. OT
    Wertekongress: Kauder statt zu Guttenberg
    Nürnberg (idea) – Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, wird anstelle von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf dem Kongress christlicher Führungskräfte sprechen.
    Zu Guttenberg hatte seinen für den 25. Februar vorgesehenen Auftritt auf dem Kongress unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ kurzfristig abgesagt. Als Grund gab er am Abend des 23. Februar die Trauerfeier für die in Afghanistan getöteten deutschen Bundeswehrsoldaten in Regen an. Im Anschluss an die Trauerfeier wolle er sich Zeit nehmen, um mit den Familien der getöteten Soldaten zu sprechen. Zum 7. Kongress christlicher Führungskräfte, der vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg stattfindet, werden 3.500 Teilnehmer erwartet. Der Kongress wird von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit der Firma „tempus Akademie & Consulting“ (Giengen bei Ulm) verantwortet.

  7. #6 Roland (24. Feb 2011 15:25)

    Aber doch nicht wegen eines Bildchens von 2008. Die SZ schreibt
    „vermutet“ und „Hätte-Wäre-Wenn“, das ist nicht gerade ein Angriffsgrund.

  8. #2 Denker (24. Feb 2011 15:13)
    Sind wir hier bei “ Wünsch Dir Was“ ?
    Eine atomare Bewaffnung Deutschlands wird es nie geben. Es reicht völlig, wenn Nuklearwaffen, zur Abschreckung auf deutschen Boden, durch die westlichen Schutzmächte, stationiert sind.

    Für Syrien sehe ich eher schwarz. Die gegenwärtige Lage im nahen Osten und Nordafrika laßt es nicht zu, dass sich Schurkenstaaten mit Atomwaffen eindecken. Das ist und so wird es wohl auch geschehen, ein Fall für die Zahal.

  9. #12 BenDavid (24. Feb 2011 16:08)
    Eine atomare Bewaffnung Deutschlands wird es nie geben.
    Es reicht völlig, wenn Nuklearwaffen, zur Abschreckung auf deutschen Boden, durch die westlichen Schutzmächte, stationiert sind.

    Satz 1: nicht ganz korrekt, zwischen nie und geben fehlt ein WIEDER

    Satz 2: ich stimme voll zu!

    zu Satz 1 empfehle ich die lektüre von

    http://www.amazon.de/Hitlers-letzter-Trumpf-2-Bde/dp/387847251X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1298561661&sr=8-1

    Es gibt aber noch sehr viel mehr aufschlussreiche Lieteratur zu dem Thema….

  10. #12 BenDavid (24. Feb 2011 16:08)
    Eine atomare Bewaffnung Deutschlands wird es nie geben.
    Es reicht völlig, wenn Nuklearwaffen, zur Abschreckung auf deutschen Boden, durch die westlichen Schutzmächte, stationiert sind.

    Satz 1: nicht ganz korrekt, zwischen nie und geben fehlt ein WIEDER

    Satz 2: ich stimme voll zu!

    zu Satz 1 empfehle ich die lektüre von

    http://www.amazon.de/Hitlers-letzter-Trumpf-2-Bde/dp/387847251X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1298561661&sr=8-1

    Es gibt aber noch sehr viel mehr aufschlussreiche Literatur zu dem Thema….

  11. @Jaette
    Was die SZ schreibt, ist mir herzlich egal – und den Israelis auch.
    Sie haben schon die Atombombe für Saddam verhindert, den Syrern schon ihre Nuklearmachtträume weggebombt und werden sich hoffentlich auch in Zukunft gegen die sie umgebende Übermacht bewähren können.

    Im übrigen trinke ich Champagner, wenn die SZ endlich, endlich Pleite macht.

  12. #19 Roland (24. Feb 2011 16:49)

    Die J-Post bezieht sich ausschließlich auf den Artikel in der SZ. Prost und :mrgreen:

  13. #14 Eurabier

    Vermute mal, wenn das (… küssen & umarmen …) SchwesterWelles Ehemann liest, dürfte er ganz schön eifersüchtig werden.

  14. #26 Jaette:

    Ja, jetzt sehe ich es auch. Die sind ja völlig unzureichend als Olivenbäume getarnt 🙂

  15. #26 Jaette:

    Und erst einmal links diese Mini-Atom-U-Boote. Das kann einem ja Angst und Bange werden. 🙁

  16. #28 SokratesII (24. Feb 2011 18:50)

    Kann man nichts machen, es geht doch nichts
    über einen gut recherchierten Artikel.
    Sicher zaubert noch einer eine Betonkuppel
    in die Bilder, dann geht es los. :mrgreen:

  17. @Jaette

    Jaja, und die Fotos stammen auch vom SZ-eigenen Satelliten. Da die Süddeutsche einige massive Entlassungswellen hinter sich hat, bezweifele ich das irgendwie ziemlich.

    Und zur Sache selbst gibt es noch genügend andere Hinweise, da gewisse Kreise ja wikileaks immer goutieren, extra mal die als Quelle:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-12/wikileaks-syrien-atomreaktor

    Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA entdeckten Mitte 2008 bei Untersuchungen in Syrien Uranpartikel auf dem Gelände des zerstörten Gebäudes. Aus Damaskus hieß es jedoch, diese könnten von israelischen Raketen stammen, die darauf abgefeuert wurden. Dies wurde jedoch von der IAEA stark in Zweifel gezogen.

  18. #31 Roland (24. Feb 2011 19:41)

    Richtig, und dann wurden die Reste nach Marj as Sultan gebeamt und dort
    im Wohngebiet materialisiert. Das ist eine naheliegende Lösung. 😀
    Uranmunition gibt es natürlich auch keine… Die „SZ“ nicht mögen, aber
    „Die Zeit“ verlinken, das Leben ist schon seltsam, wenn man es durch die
    Champagnerflasche betrachtet.:wink:
    Und was lernen wir daraus? Wikileaks behauptet, es scheint und
    es wäre möglich. Wie Roswell, da
    wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch etwas
    an Alientechnik zu finden, mit der
    im kalten Krieg die Kommunisten bekämpft worden sind.

  19. Nicht doch- die ZEIT gefällt dir auch nicht ? Soll ich etwa noch beim Neuen Deutschland oder der Jungle World gucken ? Da bin ich dir doch schon so entgegen gekommen….

    Aber es ist natürlich viel wahrscheinlicher, dass Israel einen geheimen und hochriskanten Luftangriff geflogen hat, um ein „normales Militärgelände“ in Syrien zu bombardieren, woraufhin die Syrer sich nichtmal bei der UN beschweren, sondern sofort alle verfügbaren Baufahrzeuge der Gegend zusammengezogen haben, um die Trümmer zu beseitigen. Völlig normale Reaktion, das würde ja jeder so machen…

    Jaja, du hast schon den Durchblick. 😀

  20. #33 Roland (24. Feb 2011 20:23)

    Und da wären wir , wo wir hin wollten. Es sagt Du und holt die „Linkenkeule“ aus der Ecke. Noch drei Sätze: Nicht alles, was man sofort wegräumt, ist eine Atomanlage. Steht natürlich nicht in der Zeitung, da bedarf es zum Verständnis etwas mehr Einblick, den
    Scheuklappen aber unterbinden. Und
    manches explodiert auch ohne Bomben,
    einfach einmal darüber nachdenken,
    Sie wackerer Profiler. 😀

  21. Merkwürdige Zufälle: Der Iran entsendet Schiffe ins Mittelmeer, die nächste Gaza-Flotte ist geplant, alle Verrückten streben nach Atomwaffen.
    Was machen wir? Abrüsten, beschwichtigen, umarmen. Und der größte Knaller ist die Aufregung über ein paar kopierte Seiten.
    Wir sollten den Russen und Amerikanern die eigentlich zur Verschrottung vorgesehenen Atomsprengköpfe abkaufen. Bei uns sind sie in guten Händen. Außerdem könnte man Wikileaks die Info zuspielen, die Bundeswehr schaffe Gerät an, mit dem sich Öl in verstrahlten Gebieten automatisiert fördern lässt.
    Da würden ein paar Leute ganz schön doof schauen.

  22. @Jaette

    Nicht doch- um da ein „Profil“ zu erstellen, braucht man nicht wacker zu sein. Viel zu einfach….

    Aber für Einblick ohne Scheuklappen bin ich natürlich immer zu haben. Nur her mit dem Geheimwissen, ich erzähls auch keinem weiter 😀

  23. #36 Roland (24. Feb 2011 21:24)

    Also, psssst: der „Spielgel“ lügt,
    aber nicht weitersagen. :mrgreen:
    Schönen Abend! 😉

  24. Der Iran und Syrien arbeiten an Nuklearwaffen, nur ein Idiot würde dies heute noch verleugnen. Die weltweite Verbreitung von Atomwaffen muss gestoppt werden. By any means necessary.

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