Verkehrte Welt: Früher waren es Konservative, die für die Beibehaltung der Kirchensteuer plädierten und progressive Säkularisten, die sie abgeschafft sehen wollten. Nachdem Papst Benedikt auf seinem Deutschlandbesuch zum Entsetzen des deutschen Staatskirchentums und der Berufskatholiken eine Entweltlichung der Kirche anmahnte, sind es jetzt die in den Medien als „Traditionalisten“, „Fundamentalisten“ und „Reaktionäre“ verschrienen Katholiken, die die päpstliche Anregung freudig aufnehmen, während Staat, Linkskatholiken und der deutsche Beamtenepiskopat das Thema möglichst nicht hochkommen lassen wollen.

Wenn der verhasste „unzeitgemäße“ Ratzinger dergleichen fordert, muss wohl etwas faul sein an dieser früher einmal recht fortschrittlichen Idee!

Dem Staat, namentlich je weiter der politische Konsens nach links rutscht, ist eine Kirche, die am Tropf hängt und kontrolliert werden kann, lieber als eine solche, die mit Bekennermut durch Einlassungen zu brisanten Themen des „gesellschaftlichen Diskurses“ unangenehm auffallen könnte.

Innerkirchlich wiederum sind es gerade die von den Hauptstrommedien geförderten und gehätschelten, linkskatholischen „Reformer“ auf Käßmann-Kurs, die sich im Staatskirchenapparat eingenistet und dort ihre Operationsbasis eingerichtet haben. Kein Wunder also, dass es von dieser Seite, wo man doch sonst so sehr auf „Transparenz“ und „Selbstbestimmung“ bedacht ist, keinerlei Bestrebungen gibt, sich von der Staatsmacht loszusagen.

Den richtigen Riecher hat wieder einmal S.E. Kardinal Erzbischof Marx, der diese brisante Materie jetzt beschwichtigend aufgreift. Hierzu gibt es jüngst von „papsttreuer“ Seite eine Presseerklärung, die die vorgenannten Zusammenhänge widerspiegeln.

Darin heißt es:

Entweltlichung jetzt!

Die Katholische Nachrichtenagentur KNA meldet am 1. Februar 2012, daß laut einer Stellungnahme des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx die katholische Kirche in Deutschland auch ohne Kirchensteuer existieren könne. Dies mutet wie eine mentale Umsetzung der Aufforderung des Papstes nach „Entweltlichung“ an und wäre insofern zu begrüßen. Kardinal Marx wird von KNA mit der Aussage zititert, „… es wäre abenteuerlich zu meinen, die Kirche würde ohne Kirchensteuer untergehen“. Dieser Gedanke wird noch überhöht: „Dann müsste die Weltkirche ja längst untergegangen sein.“ Dieser Feststellung stimmen wir in jeder Hinsicht zu.

Es ist aber ein typischer Denkfehler eines Hierarchen der deutschen Amtskirche, wieder darauf zu rekurrieren, dass die Kirche dann diverse „Aufgaben für das Gemeinwesen“ nicht mehr erfüllen könne. Hier spielt ein Stereotyp eine unheilvolle Rolle, dass soziale Leistungen der Kirche ohne Kirchensteuer abgebaut werden müssten. Als Anschauungsbeispiel muss wieder einmal die Betreibung von Kindergärten durch die Kirche herhalten. Mit dieser emotionalen Masche will man bei den Menschen Zustimmung erreichen. Leider „vergisst“ Kardinal Marx darauf hinzuweisen, dass die Kirche hier wie auch bei den kirchlichen Schulen nur zu einem geringen Prozentsatz an den Kosten beteiligt ist, nämlich 4 -7%. Der Staat nimmt also die „Hilfe“ der Kirche als Träger gerne an, übernimmt aber seinerseits den Löwenanteil der Kosten für Personal und Unterhaltung.

Es wäre sehr zu wünschen, wenn Kardinal Marx einmal auf die immensen Kosten verweisen würde, die sich die deutsche katholische Kirche leistet, indem sie aufgeblähte Verwaltungen finanziert, deren Tätigkeit kein Bischof mehr kontrollieren kann. Diese innerkirchlichen Verwaltungen wurden nach dem 2. Weltkrieg personell um ein Vielfaches aufgestockt, so dass einzelne Generalvikariate deutscher Diözesen z.T. 30 – 50% mehr Personal haben als die gesamte Kurie in Rom. Die Gehälter aller Referenten, Sekretärinnen usw. werden von den Kirchensteuerzahlern finanziert.

Christus hat keinerlei kirchliche Verwaltungen ins Leben gerufen. Seine Jünger sollten „nichts mitnehmen auf den Weg … kein Geld im Gürtel“ (Mk 6,8). Unter den heutigen Verhältnissen wird man der Kirche ein gewisses finanzielles Engagement nicht absprechen können. Doch dem Bistum Essen gehören z.B. 53% Anteile an der Aachener Wohnungsbaugenossenschaft, die jetzt immer auf den Grundstücken baut, wo vorher Kirchen in der Diözese Essen standen. Dies entspricht sicher nicht dem Auftrag Jesu. Der Appell des Papstes zur „Entweltlichung“ knüpft also an die Aufforderung Christi an und ist so eine dringende Aufgabe der Bischöfe, die Verwendung der Kirchensteuergelder verantwortlich zu regeln. Marx erklärt, die Bischöfe seien ganz sicher nicht der Meinung, sie hätten da nichts zu ändern.

Bonn, 04.02.2012

V.i.S.d.P.
Reinhard Dörner, Vorsitzender

Siehe auch:

» PI: Münchner Kardinal Marx warnt vor Ausgrenzung
» PI: Kirche gegen Rassismus & Fremdenfeindlichkeit

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56 KOMMENTARE

  1. Etwas Besseres als die Abschaffung der Kirchensteuer kann den großen Kirchen garnicht passieren, denn dann MÜSSEN sie wieder Rückgrat zeigen, MÜSSEN Position beziehen, MÜSSEN missionieren usw.

    Eine durch die Kirchensteuer vom Staat gekaufte Kirche hat weder Profil noch göttliche Vollmacht, das haben wir nun lange genug gesehen…

  2. Solange wie es eine Nachfrage nach sozialen Engagement gibt werden auch so Gelder zusammen kommen. Auch diese komischen Landeskirchen müssen lernen wie ein Unternehmen zu handeln. Es fehlt aber ein Anreiz wenn man sich dauerhaft auf Steuereinnahmen verlassen kann. Übrigens eine Ursache die für viele weitere Sachen ebenfalls verantwortlich ist.

    KAPITALISMUS IST EINE CHRISTLICHE WAHRHEIT, also auch so HANDELN !

    http://www.westdemokraten.net.tc

  3. >Staatskirchenapparat
    —-
    „Stell dir ein Krankenhaus vor. Die Patienten sterben wie Fliegen. Die Behandlung wird geändert, mal auf die eine, mal auf die andere Weise: nichts hilft. Woran mag es liegen? Es liegt am Gebäude, das ganze Gebäude ist vergiftet“ (Kierkegaard).

  4. Mit der Abschaffung der Kirchensteuer hätten die Katholiken dann zum ersten mal wieder einen Vorteil zum Islam. Denn im Islam gibt es den Zakat: „Zur Zahlung der Zakat ist derjenige verpflichtet, der frei, volljährig, geistig gesund und ein Muslim ist. Daneben kann man auch freiwillig spenden (Sadaqa), dies wird auch gefördert.
    Die fünf Säulen des Islams sind: Das Zeugnis, dass es keinen Gott außer Gott gibt und dass Muhammed der Gesandte Gottes ist, das Verrichten des Gebets, die Abgabe der Zakat, das Fasten im Ramadan und die Hadsch zum Hause Gottes, wenn man dazu in der Lage ist.

    Zumindest sollten mit einem Erlass der Kirchensteuer die Austritte minimiert werden. Ob das nun viele Menschen wieder dazu bewegt öfter in die Kirche zu gehen, bezweifel ich.

    Hier noch zwei OT

    Grundschulen sehen sich mit Roma-Kindern überfordert

    http://www.diefreiheit-nds.de/pw/?p=3344

    Moscheenbau in Hameln Niedersachsen vorerst gestoppt

    http://www.diefreiheit-nds.de/pw/?p=3327

  5. Der Staat muss neutral sein und darf seine Bürger nicht zu Zwangsabgaben für religiöse Einrichtungen zwingen. Eine Ausnahme mache ich da aber bei Friedhöfen und Baudenkmälern (Kölner Dom und sowas…), darüberhinaus sollte sich jede religiöse Gemeinschaft durch freiwillige Abgaben selbst finanzieren.

  6. Jesus sagt: gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und gebt Gott was Gottes ist. Allerdings hat Jesus ja auch Händler und Geldwechsler aus dem Tempel geworfen und die sind alle wieder drin. Um diese Behauptung zu überprüfen, schlage ich einen Besuch in Rom (Peterskirche), Assisi (Kathedralen Sao Francesco, Dona Chiara), Florenz (Duomo), Paris (Notre Dame), Straßburg (Münster) usw. vor. Die ähneln mehr Spielhöllen denn Gotteshäusern.

  7. Wäre ja auch ne Herausforderung für Messen, gute Predigten viel Geld zur Wohlgestalt, schlechte Predigten, nun ja die müssen halt nach GEZ-Art zwangs-finanziert werden… 😉

    Natürlich muss man auch Realist dabei sein, mindestens 2/3 der Kirchengebäuden selber wären nicht mehr zu finanzieren. Macht aber nix, denn leere Kirchen und hohle Predigten sind nicht gerade begeisternd…

    Somit wäre eine Reduktion aus christlichem Sinn besonders in Deutschland erstrebenswert. Bestitzstandswahrer die sich trotz säkularen Glaubens eingenistet haben und wie Krebszellen wuchern, würde der Nährstoff entzogen…

  8. Die Kirchensteuer ist keine Zwangabgabe. Jeder kann aus der Kirche austreten und zahlt sie dann nicht. Die Finanzverwaltung hat nur eine Inkassofunktion, für welche sie von der Kirche eine Inkassoprovision erhält.

    Der Skandal ist, dass die gezahlte Kirchensteuer gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG als Sonderausgabe vom Gesamtbetrag der Einkünfte abziehbar ist. Das Bundesministerium der Finanzen hat die dadurch verursachten Steuermindereinnahmen für das Jahr 2008 mit 3,05 Mrd. Euro prognostiziert.

    Beispiel: Ein Steuerpflichtiger zahlt € 1.000 Kirchensteuer.Seine Einkommensteuerersparnis beträgt z.B. € 350. Er zahlt also letztlich nur € 650. Die Kirche erhält aber die vollen €1.000.
    Die Differenz von €350 zahlt der Steuerzahler, also auch diejenigen, welche aus der Kirche ausgetreten sind oder nichtchristlichen Religionsgemeinschaften angehören.

  9. Aktueller Stand bei dialog über deutschland:

    Offene Diskussion über den Islam
    10630 Stimmen

    Stand: 15:04

  10. Ich wüßte nicht, dass in USA die katholische Kirche am Hungertuch nagt – der Staat gewährt allerdings für anerkannte, also sich nicht in die Politik einmischende Kirchen Steuerfreiheit. Auch Spenden für sie sind voll absetzbar. Die Kirchen unterhalten damit Alten und Kindertagesstätten, Mitglieder werden betreut und auch durch Hausbesuche aktiviert. Abtreibungsbefürworter können schon mal exkommuniziert werden – nicht zahlende nicht!

  11. Der sich nach und nach abzeichnende „sanfte“ faschistische europäische Zentralstaat, kann von ihm unabhängige geistig/ moralische Institutionen und Sammelpunkte nicht dulden, weshlb ein regelrechter Kulturkampf gegen alles katholische losgetreten wird.

    Die Verstaatlichung der Kirchen in Deutschland begann vor Hitler mit der Enteignung von Kircheneigentum und der Verfolgung der Katholiken und setzte sich unter Hitler fort.Die deutsche Katholische Kirche musste für ihre im Vergleich zu den Protestanten größere Staatsferne und ihre zum Teil mutige Opposition, teuer bezahlen.

    Wo der deutsche Protestantismus die Unterwerfung unter den Staat zum Glaubensinhalt erklärte, machte er, wie man an der Biografie Dietrich Bonhöfers sieht, den Weg in Widerstand zu einer Glaubensprüfung, während Katholiken sich im Einklang mit ihrem Glauben sehen konnten.

    Wenn die Kirche das christliche Menschenbild und den in ihm verwurzelten Freiheitsgedanken nicht aufgeben will, muss sie sich außerhalb des Staates bewegen.
    Ein schlimmes Vorbild geben die deutschen Protestanten ab, die Gott durch die jeweiligen Inhalte der „Staatsreligion“ ersetzt haben und damit die individuelle Freiheit aus ihrem Programm gestrichen haben.

    Auf diesem abschüssigen Weg befindet sich nun auch der deutsche katholische Klerus.

    Ob die Warnungen des Papstes zu spät kamen und die Katholiken vom Staatsglauben zu Gott zurück kehren können, ohne dass die deutsche Kirche sich spaltet, wird sich zeigen.

    Die Abschaffung der Kirchensteuer wäre jedenfalls der erste Schritt zu Wiedergewinnung der Glaubensfreiheit.

  12. Ich bin auch für eine striktere Trennung zwischen Kirche und Staat. Es ist nicht Aufgabe des Staates für die Kirche „Steuern = Mitgliedsbeiträge“ einzusammeln. Deshalb würde ich eine solche Reform begrüßen, obgleich ich sie nicht für dringend erachte.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass ich gegen eine „Diskriminierung“ des Islam bin. Eine unterschiedliche Behandlung (=Diskriminierung) von Islam und Kirche ist zulässig, wenn sie durch die Unterschiede zwischen Islam und Kirche gerechtfertigt sind.

    Der orthodoxe Islam ist verfassungsfeindlich ist, die katholische und evangelischen Kirchen sind es nicht. Die Trennung zwischen Kirche und Staat, die Menschenwürde und der demokratische Rechtsstaat sind alles Dinge, die von den Kirchen – im Gegensatz zum Islam – anerkannt werden.

    Deshalb muss der Staat den Islam und das Christentum unterschiedlich behandeln. Die Kirchenvertreter müssen genau diesen Unterschied in öffentlichen Debatten herausarbeiten.

  13. Wären Kirchen wie fast überall auf der Welt als e.V. statt als Körperschaft organisiert, würden manche Zornesausbrüche, die sich gegen den Machtapparat Kirche richten, sich auf einen Schlag erledigen. Die Art der Finanzierung ändert doch nichts an der Verkündigung. Allerdings könnte diese, der Sattheit beraubt, endlich wieder effektiver werden.

  14. Ich glaube nicht, dass die Kst abgeschafft wird, schliesslich zahlt die Kirche einen gewissen Teil (10%?) der Kst an den Staat, weil dieser die eintreibt.

    #10 liberalissimo; Genauso kannst du es als Skandal ansehen, dass man die KV und Haftpflicht als Sonderausgabe absetzen kann anprangern. Noch schlimmer finde ich den Anpauschbetrag, den man auch kriegt, wenn man zu Fuss in die Arbeit gehen kann. Den zahlen auch alle anderen und sogar Nichtarbeitnehmer mit, obwohl sie diesen nicht kriegen.

  15. #16 WSD:

    Damit riskierst du aber, dass sich auch Moslems den Vorteil der Körperschaft sichern über kurz oder lang. Ob du auch dann meinem Vorschlag nicht mehr zustimmst?

  16. Das Problem der Kirche ist nicht ein Zuwenig an Mammon, Baudenkmälern, Planstellen oder politischer Durchschlagskraft.

    Nur der Geist macht lebendig.
    Und Geist ist etwas anderes als Geld und Titel, Pferd und Wagen, Fackelzug und Hurraruf. Wo der Geist nicht weht, da weht er auch nicht 🙂

    „Die Probe ist ganz einfach:
    Die gesamte Verkündigung des Christentums zur privaten Praxis machen“ (Kierkegaard).

  17. #21 WSD:

    Als Körperschaft wäre ihr Einfluss aber noch durchdringender. Denke an die Präsenz in Ethikkommissionen, Fernsehräten und v.a.m.

    Das schafft man als Verein eben nicht so ohne weiteres.

    Das siehst du allein schon daran, dass alle Bemühungen, der humanistischen Ethik mehr Gehör zu verschaffen, mangels Körperschaftlichkeit (nicht, dass wir die anstreben, Mensch behüte) ein Riegel vorgeschoben ist.

  18. Christus ist nicht gekommen, um die Endlichkeit mit Zucker zu pudern.

    „Das Land ist in seinem Untergang begriffen; alles ist Politik bis zur Verzweiflung.

    Und nun, gerade jetzt, in diesem Augenblick auszudrücken, und so furchtbar entscheidend auszudrücken, dass er nichts, nichts mit Politik zu schaffen habe, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei! …

    Also, das war ja, menschlich, wie ein Verrat an der Zeit, am Volke, an der Sache des Volkes“ (Kierkegaard).

    „Der Begriff, um den sich alles im Christentum dreht, dasjenige, was alles neu macht, ist die Fülle der Zeit, aber die Zeitenfülle ist der Augenblick als das Ewige, und doch ist dieses Ewige zugleich das Zukünftige und das Vergangene“ (Kierkegaard, Der Begriff Angst).

  19. Wir ärgern uns schon lange, daß unsere Kirchensteuergelder unter anderem auch für Leute wie Pfarrer Meurer verwendet werden, der regelmäßig mit den Antifanten tanzt, und für die Deutsche Bischofs-Konferenz, die nach links abdriftet, ganz im Geist der Zeit. Die regelmäßigen PI-Leser werden wissen, was ich meine.

  20. #22 fritzberger78 (05. Feb 2012 15:41)

    Der Hinweis ist ja nicht falsch! Jetzt mag ich mich irren, aber bei einem Verein ist die DITIB bzw. ähnliche fremdstaatlich beaufsichtigte Organisationen kein Problem, bei einer Körperschaft hingegen schon ein grundsätzliches…??? Abgesehen mal von der Struktur des Islams als solches schon…

    Ausserdem würden dann aber die „islamischen Interessen“ auch von den „Richtigen“ vertreten und nicht wie jetzt von den „Falschen“! Das könnte ein interessantes Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel abgegeben… ??? 😉 Ist doch blöd für Gender-Feministinnen die islamischen Frauenkleidervorschrift zu verteidigen…

  21. Was ist die Alternative zur Kirchensteuer?

    Dass der Dorfmillionär von seinen Spenden abhängig macht, was gepredigt wird?

    …oder wer Pfarrer wird?

    Dass die Pfarreien (mit ihren paar letzten dort noch wohnenden armen Rentnern) im Gebiet von Kreuzberg, Neukölln, Köln-Ehrenfeld, Duisburg-Marxloh oder ähnlichen Ghettos am Hungertuch nagen, während Pfarreien in Luxusvororten im Geld schwimmen?

  22. #27 parcival:

    Das ist doch die falsche Fragestellung. Die Art des Einzugs (Kirchensteuer oder Mitgliedsbeitrag) ändert doch Null und Nichts an der bisherigen Zuteilung. Fragen Sie mal die Freikirchler, wie die das anpacken. Da gibt es wohl kaum Probleme.

  23. #27 parcival (05. Feb 2012 16:12)

    Was ist die Alternative zur Kirchensteuer?

    Dass der Dorfmillionär von seinen Spenden abhängig macht, was gepredigt wird?

    …oder wer Pfarrer wird?

    Dass die Pfarreien (mit ihren paar letzten dort noch wohnenden armen Rentnern) im Gebiet von Kreuzberg, Neukölln, Köln-Ehrenfeld, Duisburg-Marxloh oder ähnlichen Ghettos am Hungertuch nagen, während Pfarreien in Luxusvororten im Geld schwimmen?

    Quatsch! Die Kirchensteuer, die es in Deutschland gibt ist weltweit einzigartig. In allen anderen Ländern funktioniert die Kirche ohne die Effekte, die Du hier aufführst.

    ICh denke für den Glauben an sich ist es gut, wenn die Kirche unabhängig vom Staate ist

  24. #27 parcival
    >Was ist die Alternative zur Kirchensteuer?

    Glaube!

    Geht und verkündet: Das Reich der Himmel ist nahe herbei gekommen. Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch. (Mt 10,7f; vgl. Lk 9,1f)

  25. Wer zahlt denn noch Kirchensteuer. Auf zum Amtsgericht, Austritt erklären und 5 min später 1000sende EUROS gespart.

  26. Dann müsste man aber auch das von Hitler inspirierte Konkordat abschaffen und die Popen ständen ohne ihre Bezahlung nach A13 – A15 da. Wer soll sie bezahlen? Kosten in Deutschland gut 1 Milliarde €.

  27. #35 harro
    > Wer soll sie bezahlen?

    „Pfarrer gibt es genug, weit mehr, als befördert werden können“ (Anti-Climacus, Krankheit zum Tode).

  28. Als (wohlwollender) Atheist habe ich die gleiche Meinung wie die meisten Gläubigen hier.

    Den Kirchen nimmt man immer und immer weniger die Religion ab, den Wunsch, ihren Glauben zu verkünden, man nimmt sie immer mehr als „GEZ-ähnliche“ Truppe wahr, die (wie diese) die vom „Führer“ eingeführte Lizenz zum Geld einnehmen mit Zähnen und Klauen ausübt und „verteidigt“.

    Und wie oben schon gesagt wurde, würden die Kirchen ohne Steuerpflicht zu Zweckspenden aufrufen, würde selbst ich für den Erhalt unseres Kirchengebäudes (nicht aber für das Priestergehalt) spenden, so einfach ist das.

  29. Glauben sollte Privatsache sein. Mit Jesus Christus habe ich keine Probleme, nur mit seinem Bodenpersonal.
    Wer gerne auf hartem Chorgestühle niederknien möchte. Bitte! – Baudenkmäler
    gehören zur Kultur, dafür gibt es den Staat.-Nie habe ich begriffen, was denn der Unterschied zwischen einem katholischen und einem konfessionsfreien Blinddarm ist? Auch bei Krankenhäusern erdreistet sich die Kirche nur Ihre Leute einzustellen. Hat also ein Glaubensmonopol.
    Und Keiner kann was dagegen unternehmen.

  30. #39 PeterT.
    >Glauben sollte Privatsache sein.

    Wie Eigentum und Vertrag.
    Kein Zwangsglaube, keine Zwangswirtschaft.

    Aber nicht so:
    >Auch bei Krankenhäusern erdreistet sich die Kirche …

  31. Bevor man über die Kirchensteuer herzieht, sollte man vielleicht erst mal fragen warum diese überhaupt erhoben wird!
    Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es diese nicht, da die Kirchen genug Ländereien und andere Einnahmequellen hatten, um ihren Unterhalt einschließlich Caritas, Seelsorge und anderes zu bestreiten.
    Um nach dem Frieden mit Frankreich von 1801 den Fürsten, die ihre linksrheinischen Gebiete verloren hatten, diese zu entschädigen, wurden ihnen die rechtsrheinischen kirchlichen Besitztümer übereignet. Damit die Kirchen weiterhin ihre caritativen und seelsorgerischen Aufgaben wahrnehmen konnten, benötigten sie und bekamen die Unterstützung des Staates in Form der Kirchensteuer.
    Bei all der Diskussion über Glauben und Kirche sollte nicht vergessen werden, welche riesigen Aufgaben in Richtung Caritas, Behindertenbetreuung, Krankenpflege, etc. für jedermann von den Kirchen geleistet werden. Ohne diese würde jeder von uns, ob gläubig oder nicht, an diesen Aufgaben noch mehr beteiligt.
    Die eventuelle Gleichstellung mit dem Islam dürfte, nein müsste (!) ins Leere laufen, da auf Deutschem Gebiet nie muslimisches Eigentum enteignet wurde und die Frage nach Pflege, Heilung etc. der nichtmuslimischen Bevölkerung erübrigt sich wohl von selbst.

  32. @ #39 PeterT.

    Auch bei Krankenhäusern erdreistet sich die Kirche …

    Oh böse, böse Kirchen.
    Ja ist das denn die Möglichkeit.
    Wußten Sie, dass die böse christlichen Kirche die Krankenhäuser erst in die Welt gebracht haben?
    Auch Universiäten, die wissenschaft und das wissenschaftliche Arbeiten.
    Keine Institution auf der Welt unterhält soviele Schulen, Alten- und Waisenheime wie diese bösen Kirchen.

    Und dann erdreisten sich die Kirchen…

  33. wie in Frankreich kann der Staat die Unterhaltskosten für die Gebäude übernehmen, alles andere ist Sache der Gläubigen. Es sei denn, die Dome und Münster etc sind überflüssig und können abgerissen werden oder an die Saudis zur Umwidmung abgetreten.

  34. #41 Feierabend

    Das ist historisch falsch!

    Bitte informieren Sie sich doch erst einmal über den Reichsdeputationhauptschluss und anschliessend über das Konkordat mit Hitler.

    Dan wissen Sie was der Staat wofür bezahlt.

  35. @ #42 schmibrn (05. Feb 2012 18:38)

    Oh böse, böse Kirchen.
    Ja ist das denn die Möglichkeit.
    Wußten Sie, dass die böse christlichen Kirche die Krankenhäuser erst in die Welt gebracht haben?
    Auch Universiäten, die wissenschaft und das wissenschaftliche Arbeiten.
    Keine Institution auf der Welt unterhält soviele Schulen, Alten- und Waisenheime wie diese bösen Kirchen.

    Ihre Polemik ist völlig unangebracht. Von der Diakonie zahlt die Kirche 2% und der Staat zahlt die restlichen 98%. Bei Schulen und Unis in Deutschland verhält es sich ähnlich. 90% gehen für Gehälter von Käßmann und KonsortInnen drauf. Mit 19 Mrd. € unterstützt der Steuerzahler die „Amts“kirchen jedes Jahr und Sie wollen den Kirchen auch noch zugestehen die Leute, die wir de fakto bezahlen nach Gesinnungsprüfung auszuwählen. Na gehts noch?

    Und dann erdreisten sich die Kirchen…

  36. Ich bin kein Christ sondern Kind Iranische Juden
    dennoch erlaube ich mir da eine Meinung zu haben.
    Jesus verbietet den Aposteln etwas zu verlangen.
    Er sagt eure Röcke sollen keine Taschen haben, Sorget euch nicht für Morgen….. Diese Spatzen haben nicht gesät und mein Vater ernährt sie doch.
    Paulus sagt, jeder gebe Freiwillig, denn Gott liebt fröhliche Geber……etc….
    Steuerbescheide zu verschicken ist verrat an Christus.
    egal welche „Argumente“ man erfinden mag.
    Ein Pfarrer Schuh aus Weiden sagte zu mir :
    “ dies ist die Orientalisch Mittelaltrige Mentalität von Jesus. Für uns Westeuropär ist dieses Konzept unbrauchbar“.

  37. @ #41 Feierabend (05. Feb 2012 18:22)

    Um nach dem Frieden mit Frankreich von 1801 den Fürsten, die ihre linksrheinischen Gebiete verloren hatten, diese zu entschädigen, wurden ihnen die rechtsrheinischen kirchlichen Besitztümer übereignet. Damit die Kirchen weiterhin ihre caritativen und seelsorgerischen Aufgaben wahrnehmen konnten, benötigten sie und bekamen die Unterstützung des Staates in Form der Kirchensteuer.

    Lächerlich! In Wirklichkeit waren die Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier, Salzburg und Konsorten weltliche Kleinkönige in ihrem Bistum. Ihre Herrschaft wae eine Schande für jeden prieserlichen Nachfolger Christi! Ihre Lehen sind 1803 vom Reich wieder eingezogen worden, welches die Herrschaft ja auch verLIEHEN hat.

    Die bis heute geleisten Zahlungen sind Ersatzleistungen für entzogene WELTLICHE Herrschaftsrechte, die die Kirche nie hätte annehmen dürfen. Im Übrigen bekommen auch die Evangelischen Zahlungen, obwohl diese vom Reichsdeputationshauptschluss gar nicht betroffen waren. Die Kohle fließt zu 90% in Personalausgaben und wahrscheinlich zu 90% an PersonInnen die die Beamtenärschigkeit erst in himmlische Sphären gehoben haben.

  38. #44 fritzberger78

    Wikipedia:
    Von einer Kirchensteuer im heutigen Verständnis kann ansatzweise erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts gesprochen werden. Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde den weltlichen Fürsten des Reiches eine Entschädigung für die im Frieden mit Frankreich (Luneville 1801) besiegelte Abtretung ihrer linksrheinischen Gebiete (an Frankreich) zugesichert. Im Zug dieser Entschädigung wurden fast alle rechtsrheinischen reichsunmittelbaren geistlichen Gebiete auf die zu entschädigenden Territorialherren aufgeteilt (Ausnahme unter anderem das Bistum Regensburg). Ferner wurde diesen zugestanden, auch die Güter der in ihren Ländern gelegenen fundierten Stifte, Abteien und Klöster einzuziehen. Davon machten alle außer den Habsburgern Gebrauch….

    Ich wollte keine Geschichtsabhandlung machen, sondern nur darstellen, dass es nicht die Gier der Kirchen ist, sondern dass es dafür handfeste Gründe gibt, dass noch immer vom Staat diese Dienstleistung erbracht wird. Dieser lässt sie sich zwischen 2 und 4,5% (in der Regel 3%)honorieren, was bei den Summen, um die es geht, eine willkommene Nebeneinnahme ist.
    Ich habe viel mit caritativen Einrichtungen zu tun und möchte nicht, dass Kirche nur mit der Sonntagsandacht in Verbindung gebracht wird, wenn es um das Thema Kirchensteuer geht.

  39. #32 Multi_Kulti_Nein_Danke; Um 1000e €zu sparen musst aber schon wenigstens 25.000€ Est zahlen.
    Das dürften nicht so grossartig viele sein.

    #39 PeterT.; Das ist ganz einfach, wer zahlt, schafft an.

  40. Ab dem Tag, an dem die katholische Kirche (meine Kirche) auf die staatlich eingetriebene Kirschensteuer verzichtet, wird sie wieder unabhängig sein und ausschließlich verantwortlich ihrem Gründer und ihrem Fundament, Jesus Christus. Ab dann darf und wird wieder Klartext gesprochen werden.
    Und ich werde meinen Kirchenobulus (1.205,– € in 2010) freudig bezahlen und gern noch etwas drauf legen, denn die Freiheit im Denken und im Glauben ist mir etwas wert!

    Don Andres

  41. „Und wie oben schon gesagt wurde, würden die Kirchen ohne Steuerpflicht zu Zweckspenden aufrufen, würde selbst ich für den Erhalt unseres Kirchengebäudes (nicht aber für das Priestergehalt) spenden, so einfach ist das.“
    Nur eine Kirche zu kaufen mit einem minimalen Anteil genügt nicht.
    Das Angebot an Kirchen wird groß sein. Da reichen großmäulige Kleinspender wie du nicht aus.
    Außerdem musst du einen neuen Verwendungszweck dafür finden. Nicht jeder wird tragbar sein.
    Da ist das Abtragen des Gebäudes, wenn das nicht mehr kostet als das Grundstück wert ist, die bessere Lösung.
    Davor muss das Gebäude durch eine kirchliche Handlung entweiht werden.
    Das steht dann als Zeichen für den Verrat an Tradition und Geschichte und am ererbten Glauben.
    Man sieht dann wenigstens noch die Moscheen, in die die Leute gehen, um angepasst zu sein und dem Druck und Benachteiligung nicht zu unterliegen.

  42. Wenn die Kirche auf den Staat verzichtet, muss der Staat auf diec Kirche verzichten, ganz einfach.

    Dann muss sich der Staat selbst um Ersatz für derzeitig kirchliche Suppenküchen, Konfessionsschulen, Konfessionskindergärten, Kliniken, Altenheime, Hospize und dergleichen kümmern oder der Kirche zugestehen, dass sie diese Einrichtungen ohne Einmischung des Staates und nach eigenen Teil- und Aufnahmekriterien betreibt.

    Hat was, aber nicht für jeden, darüber muss man sich im Klaren sein.

    Zum Beispiel wird es das grüne Elter_Innenpaar dann sehr schwer haben, ihre Kinder auf eine Konfessionsschule zu geben, damit Björn-Thorben und Lea-Sophie auf der Stadtteilschule ohne Rassismus nicht mohammedanergemobbt werden.
    Das geht dann nur für bekennende und zahlende Christen.

    Und der Staat hat es schwerer, dem Bürger die staatliche Finanzierung von Moscheen und anderen Einrichtigen für Mohammedaner plausibel zu erklären.

    Interessant wird es noch, wenn die Sprache auf die Grundstücke und Immobilien kommt, die der Staat damals der Kirche als Gegenleistung dafür nahm, die Kirchensteuer erheben zu dürfen.

  43. Weshalb gibt es die Kirchensteuer ?
    Der Grund dafür entstammt der Nachkriegszeit und dem Verlust vieler Grundstücke, wenn ich das recht in Erinnerung habe.

  44. Zitat pibob Nr.52: „… Verrat an Tradition und Geschichte und am ererbten Glauben.“

    Na Huch, ich dachte immer, die Gläubigen müssen durch „Christenlehre“ usw. sich ihre Abhängigkeit selbst einbrocken (erarbeiten), nun ist es doch eine Erbkrankheit, seid Ihr Euch da noch nicht ganz einig?

    Meinetwegen kann jeder glauben, was er will, als genetisches Problem kannte ich das noch nicht, ist in der Wissenschaft so auch nicht beschrieben.

  45. Es ist nicht nur Frau Käßmann. Die evengelische Kirche hat auch ein anderes, grünlinkes, kommunistisches U-Boot ganz oben in der Hierarchie: Katrin Göring-Eckardt

    Ich dachte immer, Kommunisten wollen alle Religionen abschaffen (Religion ist Opium für’s Volk).

    Ach so, sie arbeitet genau daran. Der Name (Göring) ist Programm. 🙂

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