Angeregt durch einen merkwürdigen S.P.O.N.-Kommentar, wo mal wieder „rechts“ und „rechtsextrem“ als Mischsalat mit Dummdressing angeboten werden, soll hier die Frage diskutiert werden, woran man „links“ und „rechts“ überhaupt unterscheiden kann. Die Begriffe „links“ und „rechts“ werden in allen möglichen Zusammenhängen gebraucht, so dass sich kaum noch jemand daran erinnert, was sie ursprünglich meinen. Es geht dabei um wirtschaftspolitische Grundüberzeugungen:

Wer wirtschaftspolitisch links steht, ist der Überzeugung, dass der Staat gut mit Geld umgehen kann und deswegen viel Geld bekommen, umverteilen und ausgeben sollte. Der Staat erhält viel von dem in der Volkswirtschaft erwirtschafteten Geld und steckt es in:

– den Staatsapparat
– staatliche Angebote für die Bürger
– Transferleistungen an Bürger
– Subventionen an die Wirtschaft

Wer wirtschaftspolitisch rechts steht, ist der Überzeugung, dass der Staat weniger gut mit Geld umgehen kann und deswegen möglichst viel Geld bei den Bürgern bleiben sollte, die es sinnvoller einsetzen. Der Staat soll aber genügend Geld für seine eigentlichen Aufgaben zur Verfügung haben:

– Verwaltung
– innere Sicherheit und Verteidigung
– Bildung
– Infrastruktur

links und rechts

Zu der jeweiligen wirtschaftspolitischen Ausrichtung tritt eine weitere Komponente. Wer „rechts“ ist und damit der Meinung ist, dass der Staat sich in allererster Linie auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren hat, ist in der Regel auch der Meinung, dass Steuergeld so ausgegeben werden soll, dass es vorrangig nationalen Interessen dient. Wer „links“ ist, ist in der Regel geneigter, „internationale Solidarität“ zu zeigen und damit das in der eigenen Volkswirtschaft erwirtschaftete Geld für die Förderung ausländischer Interessen zur Verfügung zu stellen.

Von der Bundesrepublik Deutschland wird immer behauptet, sie sei eine „soziale Marktwirtschaft“, also wirtschaftspolitisch müsste sie dann eher „rechts“ ausgerichtet sein (Marktwirtschaft!), aber mit „linker Umverteilungskomponente“, um soziale Härten abzumildern. Das Maß dieser Umverteilungskomponente sollten wir eigentlich mit Wahlen bestimmen können. Eigentlich…

Wo ist das festgelegt?

Die Soziale Marktwirtschaft wurde nie namentlich als Wirtschaftssystem Deutschlands im Grundgesetz verankert, weil das Grundgesetz keinen eigenen Abschnitt zur Wirtschaft enthält. (…)  Im Mai 1990 wurde die Soziale Marktwirtschaft im Vertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR rechtlich als gemeinsame Wirtschaftsordnung verankert.

Was ist nun „linksextrem“ und „rechtsextrem“?

„linksextrem“

Laut der wirtschaftspolitischen Definition müssten Linksextreme eine besonders hohe Bereitschaft zum Zahlen von Steuern aufweisen. In Wirklichkeit haben sie vor allen Dingen ein Interesse daran, dass andere möglichst viele Steuern zahlen und sie selber durch die staatliche Umverteilung davon profitieren.  Linksextreme möchten einen politischen Systemwandel, in dem die Marktwirtschaft durch die Planwirtschaft abgelöst wird. Der Staat soll das in der Volkswirtschaft erwirtschaftete Geld „gerecht“ umverteilen: „Reichtum für alle“ – „Staatlich garantiertes Grundeinkommen“. Zudem sollen die Produktionsmittel, die im Kapitalismus im Privatbesitz sind, verstaatlicht werden: „Volkseigene Betriebe“. Da aber das Grundgesetz das Eigentum und das Erbrecht garantieren, streben Linksextreme einen Systemwechsel an. Da sich kein normaler Mensch freiwillig enteigenen lässt, sind hierzu perfide politische Pläne und militante Maßnahmen notwendig. Was die Linksextremen grundsätzlich übersehen ist, dass es nicht mehr viel zu verteilen gibt, wenn einer Gesellschaft durch Planwirtschaft und Verstaatlichung die Leistungsanreize geraubt werden.

„rechtsextrem“

Anhand der genannten Einteilungskritierien müssten Rechtsextreme einen besonders „schlanken Staat“ fordern, Härtefälle hängen lassen, sich gegen jede Umverteilung von Geldern wenden und darauf bestehen, dass deutsche Steuergelder nur für deutsche Interessen ausgegeben werden, wobei Rechtsextreme gerne übersehen, dass Geld auch in ausländischen Projekten gut angelegt sein kann. Sieht man sich allerdings das Paradebeispiel an, das mit Rechtsextremismus gleichgesetzt wird, dann fällt auf, dass dem Staat eine geldverschlingende beherrschende Vormachtstellung eingeräumt wird. Zudem hatte der Nazi-Staat Teile der Wirtschaft gekapert und zur Produktion staatsnützlicher Dinge gezwungen. Das hat aber nichts mehr  „rechts“ zu tun, sondern ist urkommunistisch, also „links“. Hitlers National-Sozialisten waren sicherlich „rechtsextrem“ in ihrem vollkommen übersteigerten Nationalismus. Aber sie waren nicht „rechtsextrem“ im wirtschaftspolitischen Sinne, weswegen sie sich ja auch National-SOZIALISTEN nannten. Ein echter Rechtsextremismus würde kaum Steuern erheben, wenig Soziales anbieten, keine Sozialfälle stützen, Geld ausschließlich für die eigenen Interessen einsetzen, ausländische Gastarbeiter benachteiligen, keine Entwicklungshilfe leisten usw. Typisches Beispiel für einen solchen Staat ist Saudi Arabien.

Wie sieht unsere Parteienlandschaft aus?

Nimmt man die obigen Kriterien, so kann man die Bundestagsparteien wie folgt einteilen:

„links“ „rechts“
hohe Staatquote unpatriotisch niedrige Staatsquote patriotisch
CSU x (x)
FDP x (x)
CDU x x
SPD x x
Grüne x x
Linke x  (x)*

* Die Kreuze in den rechten Spalten sind mit Klammern versehen, da die Parteienhaltung nicht eindeutig ist. Die CSU redet patriotisch, stimmte aber für den ESM. Die FDP verspricht niedrige Staatsquoten, macht aber das Gegenteil. Die Linkspartei wurde unter „patriotisch“ eingetragen, da sie als einzige gegen den ESM klagt.

Wie unschwer zu erkennen ist, gibt es keine einzige „rechte“ Partei im Bundestag.

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95 KOMMENTARE

  1. Man wird doch nicht zum Patrioten (auch zu keinem Patrioten in Klammern) nur weil man gegen den ESM stimmt…

  2. Die Linkspartei wurde unter “patriotisch” eingetragen, da sie als einzige gegen den ESM klagt.

    Ich würde eher sagen da sie die DDR2.0 wieder will, mit ihrer patriotischem „Es war nicht alles schlecht unter Honecker´s DDR“

  3. „Links“ und „Rechts“ sind heute nur noch willkürliche Zuordnungen. Tatsächlich kann niemand mit triftiger Begründung beantworten, weshalb eine bestimmte politische Position „links“ oder „rechts“ sein soll.

    Statt dessen sollte man politische Forderungen danach klassifizieren, wessen Interessen sie dienen, ob sie dem Gemeinwohl dienen, oder ob sie vernünftig oder unvernünftig sind.

  4. #2 und #3

    In Relation (!) zu den übrigen Linksparteien des Bundestages (aber auch nur in dieser Relation!) hat sich die Linkspartei bei den wirklich existentiellen Entscheidungen zur Euro-Rettung als einzige Partei erwiesen, die sich für deutsche Interessen einsetzte. Das ist ja gerade das Bescheuerte!

    Wieso die Linke das tat, steht auf einem anderen Blatt… sicherlich würde sie das so eingesparte Geld nicht an den Steuerzahler zurückgeben, so viel ist ja wohl jedem klar!

  5. Ich hatte mal gehört, daß das ursprünglich mit der Sitzverteilung im Parlament zusammenhing, wo die „Rechten“ und die „Linken“ saßen, vom Parlamentspräsidenten aus gesehen.
    Habe ich aber keine Quelle für und lasse mich gerne eines Besseren belehren.
    Demnach bin ich ein klassischer „Mitte“-Fall, denn ich bin gegen massive Eingriffe des Staates, glaube aber, daß es Bereiche gibt, in denen staatliche Lenkung und Verteilung Sinn macht. So bin ich bis heute gegen die „Liberalisierung“ auf dem Strommarkt.

  6. #2 ISteinerI (12. Aug 2012 21:20)

    Das nicht, aber eine Zustimmung zum ESM kann man ebenfalls nicht als Patriotismus bezeichnen.

    Das Ganze hinkt, wie jeder Vergleich, ein wenig….

    Ich bin z.B. der Meinung, dass diese Regierung schlecht mit meinem Geld umgehen kann, weil sie es in alle Welt umverteilt, anstatt es ihrem Wählerauftrag entsprechend in Deutschland zu verwenden.

    Das macht mich hier zum Rechten.

    Nun bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass man als Bürger genau aus diesem Grund dieser Regierung sein erarbeitetes Geld vorenhalten soll, wo immer es möglich ist.

    Macht mich diese Überlassungsunwilligkeit nun zum Linken? 😉

    Wohl kaum.

  7. #6 Aktivposten: So bin ich bis heute gegen die “Liberalisierung” auf dem Strommarkt.

    —————-

    Liberalisierung funktioniert nur, wenn auch wirklich Konkurrenz da ist. Überall, wo etwas über Netze transportiert werden muss oder millionenschwere Anlagen errichtet werden müssen, kann es mit der Konkurrenz knapp werden…

  8. Wenn man sich Parteiprogramm und wirtschaftspolitische Forderungen der NPD anguckt, wird man feststellen, dass es sich auf diesem Feld ebenfalls um eine linke Partei handelt (z. B. „Mindestlohn“ in Übereinstimmung mit SPD, Grünen und Linken – und Teilen der CDU).

    Woran macht Ihr eigentlich den „übersteigerten Nationalismus“ der Nationalsozialisten fest? Hatten sie denn grundsätzlich was gegen andere Nationen, z. B. Engländer, Franzosen und Italiener? Das wäre mir neu. Verwechselt Ihr das nicht vielleicht mit dem RASSISMUS der Nazis?

  9. #6 Aktivposten (12. Aug 2012 21:32)

    So bin ich bis heute gegen die “Liberalisierung” auf dem Strommarkt.

    Ein guter Ansatz.

    Ich bin der Ansicht, dass die Ressourcen eines Landes ebenso wie das Land das Eigentum des Staatsvolkes ist.

    Die Ressourcen als Eigentum sollten also den Eigentümern gegen kostendeckende Bezahlung -plus Rücklagenbildung für Wartung und Erweiterung- zur Verfügung stehen und vom Staat lediglich verwaltet werden.
    Verkaufen an Privat ist nicht drin, da nicht im Sinne des Staatsvolkes.

    Macht mich das nun zur Soze? 😉

  10. Gleich bei Spiegel-TV:

    Araber-Clans vor Berliner Gerichten.
    Der Vorspann war schon mal interessant und zeigt, was die Bereicherung in unseren Großstädten tatsächlich bedeutet.

  11. Die Antwort ist aus Sicht der Inhaber der Meinungshoheit doch ganz einfach: „Links“ sind die Intelligenten, die Fortschrittlichen, die Leute mit einem sozialen Gewissen. „Rechts“ sind die Dummen, die Ewiggestrigen, die Ausbeuter. So einfach kann die Welt sein!

  12. Georg Diez ist bis auf Weiteres disqualifiziert, seit er aus dem Schweizer Schriftsteller Christian Kracht auf vier viel zu langen „Spiegel“-Seiten einen Nazi mit „rassistischer Weltsicht“ gemacht hat, so dass selbst „Die Zeit“ Kracht zur Seite gesprungen ist. Ist also nicht von Belang, was laut Diez „rechts“ oder „rechtsextrem“ ist.

  13. #10 Helen: Das wäre mir neu. Verwechselt Ihr das nicht vielleicht mit dem RASSISMUS der Nazis?

    Gute Frage! Ich würde sagen, die Nazis haben alles mögliche demagogisch so aneinander gekoppelt, dass es heute noch Verwirrung stiftet. Eigentlich müsste man auch mal die ganzen Begriffe wie „Rassismus“, „Nationalismus“, „Patriotismus“ sauber und neutral auseinanderdividieren und definieren.

  14. Nun ja.

    Man könnte das Bild aber auch ganz anders zeichnen – wenn man den ESM als ein Zielkonstrukt der globalen monopolkapitalistischen Elite betrachtet (deren Vertreter üblicherweise „rechts“ angesiedelt werden).

    Demnach wären fast alle Parteien im Bundestag „rechts“ – mit Ausnahme der „Linken“ und der CSU!

    Wenn man das Themenfeld etwas erweitert, wird es noch lustiger.

    Alles in allem ein Indiz dafür, dass die Sitzverteilung vor mehr als 150 Jahren keine Richtschnur der aktuellen Politik mehr sein kann, sondern eher zur Vernebelung beiträgt.

  15. #17 Stefan Cel Mare

    Wobei das nur die eine Seite der Medaille ist. Die Initiatoren des ESM mögen die „monopolkapitalistischen Elite“ sein, aber die Wirkung für die Volkswirtschaften ist eine sozialistische und somit eindeutig linke.

  16. #7 nicht die mama

    Nun bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass man als Bürger genau aus diesem Grund dieser Regierung sein erarbeitetes Geld vorenhalten soll, wo immer es möglich ist.

    Macht mich diese Überlassungsunwilligkeit nun zum Linken? 😉

    Wohl kaum.

    Interresanter Punkt. Ich bin (noch) der Meinung dass es sich nicht mit Rechtstaat und Demokratie vereinen lässt, wenn man nur den von sich gewählten Regierungen sein Geld überlässt.—>Ich habe solche Leute immer für Opportunisten gehalten.

    Andererseits hat Ihre Argumentation schon was für sich. Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck das Grundgesetz besteht nur noch auf dem Papier.
    Ein Glück, dass ich mir solche Fragen nicht stellen muss, mehr als die Mehrwertsteuer zahle ich bis dato eh nicht.

  17. #20 ISteinerI
    Es fehlt eindeutig eine Edit funktion….
    Der letzte Absatz ist natürlich kein Zitat, sorry.

  18. Ein wesentliches Merkmal des Rechtsextremismus taucht in obiger Tabelle überhaupt nicht auf nämlich der Rassismus hier vor allem der Hass auf Juden der Hass auf Afrikaner, „Neger“ etc wie er bei den Rechten von NPD und den anderen Gruppierungen am rechten Rand Kit und tragendes Element ist. So schliesst es sich antagonistisch aus Mitglied bei der NPD zu sein und gleichzeitig einen jüdischen Freund zu haben oder privat mit Schwarzafrikanern befreundet zu sein.
    Rechts- und Linksextremismus sind nicht die beiden Seiten einer Medaille sondern schliessen sich ebenfalls antagonistisch aus weil sie aus gänzlich anderen historischen und sozialen Zusammenhängen entstanden sind auch wenn sich die Herrschaftsmethoden sich oft nicht unterschieden haben.
    Ich spreche hier nicht von dem Antisemitismus auf der Extremlinken oder dem Antisemitismus der Araber. Ein weiteres Problem daß in einer globalisierten Welt rechts sein oder rechtsextem zu sein in Asien oder Afrika was anderes bedeutet als im arabischen Raum oder in Europa oder in Amerika. Ein schwieriges Feld, nur eins müsste klar sein Rassismus ist keine politische Meinung, die man mal so hat wie blau gestränte Haare. In einer demokratischen Gesellschaft untolerierbar ebenso wie man nicht wie in muslimischen Ländern seine Frau ungestraft verprügeln kann oder Mädchen vom Schulunterricht fernhalten kann.

  19. #19 D.Mark (12. Aug 2012 22:00)

    Das bestätigt doch nur meine These.

    Im übrigen stünde nach dem obigen Diagramm der olle Karl Marx deutlich „rechts“ von der heutigen SPD. Der war nämlich nie ein Verfechter einer hohen Staatsquote – anders als die Lassalleaner und später der Reformist Bernstein.

  20. Guter Artikel!
    Die Begriffsverfälschung findet ihren Höhepunkt, durch die infame Dreistigkeit, mit der die braun-sozialistische NPD als “rechts” deklariert wird. Zur Erinnerung:
    Die NPD ist antiamerikanisch, antikapitalistisch, antiisraelisch, gegen Atomkraftwerke, gegen Gentechnologie, gegen Globalisierung und für die Einführung von Mindestlöhnen.
    Tatsache ist, dass all diese Positionen auch von roten Sozialisten mehrheitlich verfochten werden.
    Die NPD ist somit eine linke Partei!

  21. #20 ISteinerI (12. Aug 2012 22:02)

    Nicht falschverstehen, ich mach das nicht daran fest, ob ich eine Regierung gewählt habe oder nicht.

    weil sie es in alle Welt umverteilt, anstatt es ihrem Wählerauftrag entsprechend in Deutschland zu verwenden.

    Ich mache das nur daran fest, ob die jeweilige Regierung das tut, wozu sie sich ihrem Volk gegenüber verpflichtet hat.

    „Ich schwöre…zum Wohle Deutschlands und der Deutschen“

    Ganz klar, zum Wohle Deutschlands und nicht zum Wohle Timbuktus oder zum Wohle Brüssels, zumal ich sicher nichts dagegen habe, wenn man anderen in Notzeiten mal mit Geld hilft.
    Kein Thema, solange es nicht ausufert und in Deutschland Schäden anrichtet.

    Wenn sich nichtmal die Regierung den eigenen Gesetzen und Eiden entsprechend verhält und ihre Verpflichtungen gegenüber dem Bürger nicht erfüllt, mit welcher Begründung will eine Regierung verlangen, dass der Bürger dann seine Verpflichtungen gegenüber der Regierung noch einhält?

    Eine einseitige Aufkündigung von Vertragserfüllung gibts nicht.

  22. „Die CSU redet patriotisch, stimmte aber für den ESM.“
    —–
    Das machen die „konservativen“ Parteien seit Jahren! Die CSU betreibt das „rechts blinken – links abbiegen“ nur in Perfektion. So stimmten die CSU-Abgeordneten im Bundestag ab:

    91% für den EFSF (29.09.2011)

    88% für die Ausweitung des EFSF (26.10.2011)

    86% für das zweite Rettungspaket für Griechenland (27.02.2012)

    82% für den ESM (29.06.2012)

    93% für den Fiskalpakt (29.06.2012)

    86% für Bankenhilfe für Spanien (19.07.2012)

    http://www.abgeordnetenwatch.de/abstimmungen-991-0.html

    Wer jetzt immer noch glaubt, dass sich diese Partei oder irgendeine andere aus dem Bundestag für die Interessen des deutsches Volkes einsetzt, dem ist nicht mehr zu helfen!

  23. Schön, dass das Thema endlich mal diskutiert wird, zumal ich schon in vielen Postings dazu angeregt hatte.

    Wenn ich bedenke, dass ich hier sehr oft als Links-Grüner bezeichnet werde, und ich mich selbst auch links von der Mitte sehe, passen trotzdem einige der typisch linken Attribute bei mir nicht.
    Ich bin islamkritisch, bin Patriot, aber trotzdem in den meisten Fragen eher links. Unpassend also für jede Schublade…

  24. Die meisten Menschen beschäftigen sich nicht inhaltlich mit Politik, darum ist die Denkweise meist simple und unheimlich dumm.

    Links ist gut
    Rechts ist schlecht.

    Links bedeutet Sozial und Tolerant (und viele andere positiv klingende Wörter die ein ‚gutes Gefühl‘ vermitteln.)

    Rechts hingegen bedeutet A-sozial, Rassistisch, Intolerant etc etc…..

    So sehr hat sich das alles in die kollektive Denkweise der Bevölkerung manifestiert.

    Denn das Wort Rechts wird automatisch immer in verbindung gebracht mit Nazis.

    Aus diesem Grunde benutzen die meisten ‚Rechten‘ den Ausdruck Konservativ, was bei den Linken selbstverständlich auch ein Schimpfwort ist (ausser der konservative ist zufällig Moslim, dann drückt man ein Auge zu)
    aber Konservativ ist ja gerade noch etwas das Durchgehen kann, aber sage niemals ‚ich bin Rechts‘, dann verlierst du deine Freunde, dein soziales Umfeld, deine Existenz 🙁

    Welch absurde Formen dies schon angenommen hat sieht man z.b wenn Aktionen organisiert werden ‚Gegen Rechts‘. (Konzerte z.B Rock gegen Rechts)

    Gegen extrem Rechts kann ich ja noch nachvollziehen, aber nein, man ist ja schon zum Feinde erklärt wenn man dazu steht nicht mehr Links zu sein.

    Nur der Ausländer aus einem Nichtwestlichen Land, der darf ungestört und ungestraft so rechts sein wie er will.

    Muslimische Araber die zu 100% zusammenhalten weil man ’seiner eigenen Bevölkerungsgruppe solidär is, das sollten wir uns mal trauen, wird aber komischerweise dann vom Linksmensch gutgeheissen.

  25. Schade, dass PI nicht über aktuell viel wichtigere Sachen informiert:

    1. Der Beitrag gerade auf SpiegelTV:
    Randale vor Gericht – Libanesische Großfamilie bepöbelt Journalisten; Von Stetten – Seltsames Finanzgebaren eines MdB ;Abgetaucht – Wo ist Bin Ladens Leibwächter?

    -sehr erhellend!

    http://www.spiegel.de/sptv/spiegel-tv-magazin-mit-aktuellen-themen-der-woche-a-848017.html

    Im Übrigen kann man den Machern von SpiegelTV mal eine nette Mail senden (magazin@spiegel-tv.de), schließlich berichten die als einzige über solche Themen.

    2. Der anstehende Al-Quds-Tag 2012

    Infos dazu von einer Antifa-Seite:
    http://no-al-quds-tag.de/index.php?site=artikel1&id1=27

    Aber vielleicht ist es ja doch effektiver darüber zu palavern, wer links und wer rechts ist…

  26. #23 TVLadyMilena: Ein wesentliches Merkmal des Rechtsextremismus taucht in obiger Tabelle überhaupt nicht auf nämlich der Rassismus hier vor allem der Hass auf Juden der Hass auf Afrikaner, “Neger” etc wie er bei den Rechten von NPD und den anderen Gruppierungen am rechten Rand Kit und tragendes Element ist.

    —————

    Genau da ist das Problem: Dadurch, dass Rassismus immer automatisch an den Begriff „rechts“ gekoppelt wird, ist der Begriff „rechts“ negativ belegt worden. Du schreibst ja zum Beispiel selber „die Rechten von NPD“. Deswegen frag ich mal: Warum siehst du die NDP „rechts“?

    Wir haben uns an diesen Automatismus gewöhnt. „Rechts“ ist aber okay, wenn man damit die wirtschaftspolitische Ausrichtung meint.

    Rassismus ist davon meiner Meinung nach gesondert zu betrachten – er kann sowohl bei wirtschaftlich „linker“ als auch „rechter“ Einstellung auftreten. Das Problem ist ganz einfach, dass die Linken es geschafft haben, sich den Begriffs vollkommen zu entledigen, indem uns immer eingetrichtert wurde, Rassismus sei „rechts“. Alleine schon beim Antisemitismus der Linkspartei sieht man aber, dass man damit nicht weit kommt.

  27. Zu der jeweiligen wirtschaftspolitischen Ausrichtung tritt eine weitere Komponente. Wer “rechts” ist und

    Das ist schon mal falsch.

    Es kann nur ein Kriterium geben, anderenfalls ist man gleichzeitig rechts und links unter Umständen, was absurd ist.

  28. #33 ErikZ.

    Wie dreist ist das denn, dass du denkst, andere Leute müssten auf dein kommando abends nach 10 mal eben über was schreiben, was du gerade im Fernsehn gesehen hast? Soweit ich weiß, hat pi einen Postkasten, wo man Texte einschicken kann, die man selber verfasst hat, weil andere noch nicht dazu gekommen sind…

  29. #31 Kodiak (12. Aug 2012 22:33)

    Ich war schon immer finanzpolitisch eher links und wirtschaftspolitisch eher rechts.

    „Eher“ ist dabei wichtig, denn ich denke das mit „links“ und „rechts“ Schublade ist eh nicht wirklich richtig! Auch als damaliges SPD-Mitglied war ich immer der mit der katholischen Fahne dort…

    Irgendwie ist es also auch kein Zufall das ich dieses Logo mir mal für mich bei PI ausgesucht habe:
    http://i4.ytimg.com/i/_F3cirytaH9TOSR6KWFleQ/1.jpg?v=928567

  30. Also der echte Linke ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass er zunächst mal daran glaubt, dass durch staatliche Wirtschaftslenkung und staatliche Kontrolle in allen Bereichen alle Probleme gelöst werden können (utopisches, ersatzreligiöses Denken). Hierin unterscheiden sich die Linken nicht von den Linksextremen. Die Linken sagen es nur nicht so deutlich wie die Extremen. Der Linke vergißt dabei, dass die Kontrolle von Macht der entscheidende Faktor ist. Ein Staat der die totale Kontrolle hat wird diese Macht selbstverständlich mißbrauchen (denn diese Macht wird ja von Menschen ausgeübt). Im Prinzip denkt der Linke aus welchem Grund auch immer an dieser Stelle also nicht nach! Ich habe ja auch einige Zeit so gedacht, intelligente Leute haben mich aber vom Gegenteil überzeugt.

    Was dabei herauskommt, wenn wechselseitige Kontrolle (also die Presse die Politik, das Parlament die Regierung kontrolliert, die Wirtschaft für Wirtschaft zuständig ist und damit auch die Regierung in ihrer Macht begrenzt) funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. Ich würde diese Position der wechselseitigen Kontrolle allerdings nicht als „rechts“, sondern als notwendig für die Gewährleistung von Freiheit, also zur Vermeidung einer Diktatur, halten. Planwirtschaft erfordert quasi eine politische Diktatur. Und Popper hat es sehr schön formuliert: daß die Freiheit wichtiger ist als die Gleichheit; daß der Versuch, Gleichheit zu schaffen, die Freiheit gefährdet, und daß wenn die Freiheit verloren ist, es unter den Unfreien auch keine Gleichheit geben kann.“

    Aber diese Position bietet keine Gewähr für das „Glück auf Erden“. Einzelne linke Positionen kann man natürlich in einer freien Gesellschaft diskutieren. Im Sozialismus ist dagegen keine Diskussion mehr möglich.

  31. Die Begriffe „Rechts – Links“ gehen auf die Sitzordnung der französischen Deputiertenkammer von 1814 zurück: Links saßen die Republikaner (revolutionäre Jakobiner), rechts saßen die konservativen Monarchisten.

    RECHTS saßen die Konservativen, die traditionellen Patrioten, die Reaktionäre, die die alte Ordnung beibehalten wollten, LINKS die Kräfte, die eine Änderung anstrebten, u.U. auf revolutionärem Wege.

  32. #33 ErikZ. (12. Aug 2012 22:47)

    Zu Spiegel TV sei beruhigt!

    Wird aufgezeichnet und wird in den nächsten Tagen was dazu kommen! Der evtl. Inhalt war vorher auch nicht wirklich bekannt, deswegen auch keine Werbung dafür. Dazu soll aber noch ein ergänzender Artikel kommen.

    Von Stetten (2. Bericht) wird auch aufgezeichnet, ohne direkte Verwendungsabsicht.

    Den letzten Bericht haben wir schon:
    Bochum – Abgetaucht – Wo ist Bin Ladens Leibwächter?
    http://livingscoop.com/watch.php?v=MjM3NQ
    Da kommt eh irgendwas noch zum Thema und wird dann eingebaut.

    Wir sind da immer am Ball, manchmal schnell, manchmal träge, freuen uns aber immer über Gastbeiträge…

    Und ja es ist wichtig auch über „rechts“ und „links“ zu palavern…

  33. „Rechts“ und „Links“ sind in der Tat eine überkommene politische Polarität. (Ich bin überzeugt, daß wir Elemente aus beidem brauchen.)

    Wer ist antideutsch oder patriotisch – das finde ich heute das entscheidende Kriterium.

    Ich kann auch als Anhänger der sozialen Marktwirtschaft mit jemandem, der beispielweise Industrie verstaatlichen will, ein kontroverses, vernünftiges Gespräch führen, auch wenn ich vielleicht nicht seiner Meinung bin.

    Ich kann auch als Agnostiker respektvoll zu Menschen sein, die privat einem Glauben anhängen.

    Selbst bei sehr „kritischen“ Themen (z.B Abtreibung, Schwulsein, etc.) kann man mit sich mit Mühe auch bei größter Meinungsverschiedenheit dennoch als Vertreter ein und desselben Volkes und seiner Grundwerte fühlen.

    Mit einem erklärten Antideutschen aber rede ich nicht. Es ist einfach völlig sinnlos – er muss Deutschland als Ganzes abwehren, weil er zu schwach ist, die Mitverantwortung für unser beider nicht gerade unproblematisches Herkunftsland zu übernehmen. Bis er diesen Mut nicht findet, ist jede thematische Auseinandersetzung sinnlos.

  34. #26 nicht die mama

    Zum Wohle Timbuktus, bzw. der historischen Monumente, die zum Weltkulturerbe (eine gute Institution – finde ich) gehören, hätten sich all die vielen guuuuten Menschen mal gern einsetzen dürfen, egal ob rinks oder lechts.

    Es gäbe noch so viel zu erforschen, zu bedenken, zu betrachten! Die Welt ist voller Geheimnisse und Geschichten – und unsere Pseudo-Eliten haben nur vordergründige Interessen (Geld, Macht, Ruhm, Sex). Anderes scheint es für diese Sorte Menschen nicht zu geben. Wie arm!

  35. #28 unrein (12. Aug 2012 22:24)

    Hat jemand gerade zufällig Spiegel-tv gesehen oder vielleicht sogar aufgenommen?

    http://www.tvmovie.de/spiegel-tv-magazin-tv-2575371.html

    die schrecklich nette Grossfamilie aus Herrenmohammedanistan mal wieder…

    D hat sich bereits abgeschafft!


    Weitere Sendetermine von SPIEGEL TV Magazin im TV

    Montag, den 13.08. | NTV | 19:10 Uhr

    #40 WahrerSozialDemokrat (12. Aug 2012 23:09)

    #33 ErikZ. (12. Aug 2012 22:47)

    Zu Spiegel TV sei beruhigt!

    Wird aufgezeichnet und wird in den nächsten Tagen was dazu kommen!

    Interessant! Hast du jetzt auch schon was zu sagen? 😉 😆

  36. @ #34 D.Mark (12. Aug 2012 22:48)

    Rassismus ist davon meiner Meinung nach gesondert zu betrachten – er kann sowohl bei wirtschaftlich “linker” als auch “rechter” Einstellung auftreten. Das Problem ist ganz einfach, dass die Linken es geschafft haben, sich den Begriffs vollkommen zu entledigen, indem uns immer eingetrichtert wurde, Rassismus sei “rechts”. Alleine schon beim Antisemitismus der Linkspartei sieht man aber, dass man damit nicht weit kommt.

    Rassismus kann man leider nicht von diesen Ideologien trennen.
    Ich dachte das auch mal, aber es gibt da diese Doku „Die Sovjet Story“ und die Zitate von Karl Marx und Co, die eben die Systemimmanenz belegen.

    „Die Sovjet Story“
    http://de.gloria.tv/?media=235054

    Minute 16:
    „Unterliegen müssen jene Klassen und Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern. Sie müssen in einem revolutionären Holocaust untergehen.“
    (Zitat von Karl Marx)

    Kommunisten konzentrieren sich auf die Klassenunterschiede und deren Eliminierung und die Nazis konzentrierten sich auf die Rassenunterschiede und deren Eliminierung.
    Beide Ideologien basieren aber auf dem Diktat des Karl Marx bzw des Marxismus.

    In dieser Doku wird auch nachgewiesen, dass sich auch die Nazis anfangs auf den Marxismus beriefen, aber dann ihre Ideologie etwas modifizierten, um mehr Wähler einzusammeln.
    Der Rassismus und das anti-Bürgerliche blieb, aber nach der Wandlung agitierte Hitler auch immer mehr gegen den Marxismus, der später dann in den „jüdischen Bolschewismus“ umgetauft wurde, wo dann auch wieder die Rasse erwähnt wurde und das damalige Unwort Marxismus substituiert wurde.
    Vermutlich ist es deshalb heute so schwierig, die Nazis einzuordnen, weil sie sich eben zwischen Anfang und Ende ein bisschen gewandelt hatten.
    Diese Wandlung war aber im Grunde nur Bauernfängerei, sie wollten nur mehr Wähler haben.
    Die Basis der Nazis bleibt der Marxismus.

    Die heutige Linke sieht sich wohl als internationale Linke und da sind die Nationalen natürlich das Gegenteil (aber eben nur das Gegenteil von „international“, nicht von „links“ und eben das ist deren Denkfehler).

    Die heutige Linke sieht sich wohl als Klassenkämpfer und da sind die als „Rassenkämpfer“ verschrienen Nazis natürlich das Gegenteil. Es ist aber wieder der Denkfehler anzunehmen, das Gegenteil wäre dann „rechts“. Beide Zweige sind bestrebt, „soziologisch minderwertige Menschen“ auszurotten und „den neuen Menschen“ zu erschaffen und eben das ist ur-Links nach Karl Marx‘ Definition.

    Beides sind linke Strömungsrichtungen, wie ja auch das Zitat von Karl Marx belegt (Klassen UND Rassen – Kampf!).

  37. Wirklich, Politidiotie hat in BRD keine Grenzen. Noch ein Kopfloese “gutmensch” will Deutschland loeschen. Will er Szenario wie in ehem. Jugoslawien realisiert wurde?! Muss man richtig fragen – haben Leute mit solche Angebote alle Tassen im Schrank? So wollen sie klein gespaltene Deutschland sichere und stärke machen?! Das ist auch in Richtung “Landverrat” mit andere Souce. Mein Gott, und dieser „polit-Expert“ hat „prominente“ Tribunestatus…

    11.08.12
    Wilfried Scharnagl, CSU-Mann für Bayerns Abspaltung von Deutschland
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article108574266/CSU-Mann-fuer-Bayerns-Abspaltung-von-Deutschland.html

  38. Die Linkspartei wurde unter “patriotisch” eingetragen, da sie als einzige gegen den ESM klagt.

    Jetzt hast Du’s ihnen aber gegeben 😀

    Guter Artikel. Es kommt auch mal zum Ausdruck, dass die Nazis sowohl rechtes als auch linkes an sich hatten. Wirtschaftlich waren sie links, in anderen Dingen aber auch sehr rechts. Deshalb passt das rechts-links-Schema bei den Nazis schon gar nicht. Bei der NPD / Nationalen Sozialisten auch nicht, die sind wirtschaftlich auch eher links. Selbst bei Pro sind wirtschaftlich linke Ansichten vorhanden. Politik ist halt nicht eindimensional.
    Ich halte Linke Thesen / Ideale auch nicht alle für schlecht. Nur Linke neigen zu realitätsfernen Traumtänzereien und wenn das eigene Weltbild mit der Relität in Konflikt gerät, muss an der Realität was falsch sein.
    Ich persönlich bin weder links noch rechts. Ich habe einen gutbezahlten Job, weiss aber auch, wie es ist, nichts zu haben und kaum die Miete zahlen zu können. Ich bin für (ideologie)freies logisches Denken und freie Rede.

    Ich bin ebenfalls für einen schlanken Staat, aber eher durch Steigerung der Effizienz und vermeidung von Verschwendung, als durch Kürzung sinnvoller Dienstleistungen.
    Ich bin FÜR eine sinnvolle Umverteilung, denn die ist nunmal notwendig. Deutschland exportiert mehr, als es importiert, daher müsste es den Deutschen doch gut gehen, alle müssten Plus haben. Aber das funktioniert halt nicht, wenn 1% der Bevölkerung 90% des Geldes besitzen, während der Staat und damit der Durchschnittsbürger völlig verschuldet ist.

    Meiner Meinung müssen 3 Mechanisme da sein:
    1. Arme, Behinderte, Kranke, Menschen die nicht arbeiten können müssen einen finanziellen Schutz haben, auch um Ausbeutung vorzubeugen.
    2. Gewisse Dienstleistungen sollten bein Staat liegen. Dazu gehören Militär, Polizei, teilweise Bildung und Medizin. Letztere, um einen Mindeststandard und nationale Interessen („Volksgesundheit“, Bildungsniveau) zu gewährleisten.
    Meiner Meinung nach gehört auch der technische Betrieb von Kernkraftanlagen dazu, während der Zulieferbetrieb privatwirtschaftlich geregelt sein kann. Dann fällt nämlich der Atomlobbyismus teilweise weg und die wahren Kosten, die durch staatliche Mindestanforderungen bei der Sicherheit und durch Entsorgungskosten entstehen würden den Strompreis bestimmen, was erneuerbaren Energien sogar wirtschaftlich helfen könnte.
    3. Es muss einen Mechanismus geben, der die obigen Punkte vollständig finanziert. Das Aufnehmen von Krediten und das Drucken von Geld können das nicht sein. Es muss also eine sinnvolle Besteuerung geben, die sowohl „gerecht“ ist, als auch so ausgerichtet, dass die Kosten von 1. und 2. möglichst gering bleiben (gesamtwirtschaftliches Interesse). Es muss auch „nachhaltig“ sein, also nicht die Kosten auf die Folgegenerationen umlegen.

    Da wird man nicht umhin kommen, den Reichen mehr wegzunehmen, als den weniger reichen.
    Daher ist eine Grundgesetzlich verankerte „Schuldenbremse“ auf jedenfall notwendig. Diese sollte sogar sehr explizit erfordern, dass eben keine Schulden aufgenommen werden dürfen! Da wäre das Gelddrucken meiner Ansicht nach weniger schädlich, da es sich eben nicht als „Dauerleistung“ in Form von Zinsen akkumuliert.

    Würden wir keine Zinsen zahlen hätten wir super ausgeglichene Haushalte. Und die Kosten dafür wären durch die Inflation bereits beglichen.

  39. Den Konflikt „Klassenkampf“ gegen „Rassenkampf“ sieht man übrigens sehr schön auf einem Plakat von der letzten Demo „Marsch der Patrioten“ in Köln:
    http://pi-news.net/wp/uploads/2012/08/SL701700.jpg?f764e8

    Text:
    „Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern, sondern den Klassen“.

    Das ist Ur-Kommunistische Denkweise.
    Die linken Kommunisten wollen eben den Klassenkampf und die linken Nazis wollen den Rassenkampf.
    Nur weil es da einen Gegensatz gibt, ist das gegenteil von Klassenkampf aber nicht unbedingt „rechts“, sondern einfach nur der andere Fork (Zweig, Gabelung) von „links“.
    Wenn man das mal endlich den linken verklickern könnte, dann hätte man die halbe Miete im Sack.

  40. Wenn Links und Rechts sich so ähnlich sind, sich teilweise nur durch die Begriffe „Klasse“ und „Rasse“ unterscheiden, kann man dann sagen, welche Richtung warum besser oder schlechter ist?

    Nehme ich die genannten Begriffe, dann kann ich da unterscheiden: Aus einer bestimmten Klasse kann jeder nach oben oder nach unten kommen – bei einer Rasse funktioniert das nicht.

    Wer also andere Menschen wegen Dingen verfolgt, für die der Verfolgte nichts kann und die er auch nicht ändern kann, ist der Verfolger dann der Schlechtere?

  41. #48 Bulldozer (12. Aug 2012 23:41)

    “Unterliegen müssen jene Klassen und Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern.

    Gilt das nicht für alle Systeme? Marx war bestimmt nicht der Erste oder der Letzte, der darauf hinwies.

    Sie müssen in einem revolutionären Holocaust untergehen.”
    (Zitat von Karl Marx)

    Keine Ahnung, ob Marx das wirklich so gesagt hat. Aber er definierte den Begriff „Holocaust“ bestimmt nicht so, wie wir ihn durch das Dritte Reich erfahren haben.
    Ihn als „Stammvater des Völkermords“ zu bezeichnen ist etwas sehr weit hergeholt.

    Nazis und Kommunisten haben sich bis auf das Blut bekämpft. Sicherlich findet man einige Gemeinsamkeiten, aber man kann sie doch nicht in einen Topf werfen!

    Kann man einmal solch ein wichtiges Thema behandeln, ohne dass mit irgendwelchen Standarddogmen herumgewedelt wird?

  42. Das eigentlich unredliche der Linken ist, die Nationalen und die Patrioten in den selben Topf zu werfen wie die Nationalsozialisten.
    Damit suggerieren sie die Lüge, dass Nationalisten und Ptrioten zwangsläufig auch Rassisten wären, aber das ist eben falsch, denn der Rassismus kommt aus dem Sozialismus des Karl Marx und der ist kein notwendiger Bestandteil der Nationalen und der Patrioten.

  43. @ #53 Kodiak (13. Aug 2012 00:00)

    Wenn Links und Rechts sich so ähnlich sind, sich teilweise nur durch die Begriffe “Klasse” und “Rasse” unterscheiden, kann man dann sagen, welche Richtung warum besser oder schlechter ist?

    Ja, das kann man.
    Laut der genetischen Forschung gibt es im Grunde keine menschlichen Rassen, sondern nur unterschiedliche Haplotypen.
    Alle Menschen stammen aus dem selben sehr kleinen Genpool von ungefähr 7000-15000 Menschen, die nach der Explosion des indonesischen Supervulkans „Toba“ in Nord-Afrika überlebt haben.

    Beide Ideologien sind schlecht, weil beide auf der Tötung der Andersartigen bestehen und wiel die Nazi-Ideologie auch noch zusätzlich auf einer Falschannahme beruht (menschliche Rassen).

    Also sollte man Marxismus, Kommunismus, Sozialismus, Nationalsozialismus allesamt in die Tonne kloppen.

  44. # 51 mabank: Selbst bei Pro sind wirtschaftlich linke Ansichten vorhanden.

    Das hat mich immer schon mal interessiert! Wie unterscheiden sich eigentlich Pro und Die Freiheit wirtschaftspolitisch?

  45. Das ist so nicht richtig.
    Links und Rechts sind politischen Begriffe und damit selber Teil der Politik. Will man sie verstehen, muß man sie als genau das sehen. Es sind Phantome.
    Es führt in die Irre, ihnen irgendeinen fundamentalen Gehalt zuzuschreiben. In der Praxis findet man alles überall.
    In Wahrheit geht es immer nur um Macht. Die Machtverteilung im Staatsapparat selber und dessen Macht gegenüber dem Bürger. So, wie es zu allen Zeiten und unter allen Staatsformen war.
    Die wirkliche Auseinandersetzung findet, wie zu allen Zeiten, zwischen Gut und Böse statt, so platt sich das auch anhören mag.

  46. Schöner Artikel!

    Trotz der Komplexität des Themas, das man sich nie ganz treffen kann, wird hier das Wesentliche beschrieben.

    Insbesondere der 2. Teil des recht/links-Schemas scheint mir zutreffend:

    „Wer “links” ist, ist in der Regel geneigter, “internationale Solidarität” zu zeigen und damit das in der eigenen Volkswirtschaft erwirtschaftete Geld für die Förderung ausländischer Interessen zur Verfügung zu stellen.“

    Leider gibt es solche Selbstabschaffer tatsächlich. Ich kenne reihenweise Leute, die allen Ernste fordern, Deutschland solle all sein Geld für afrikanische Hilfsprojekte ausgeben.

    Ich frage mich dabei immer: werden die so gepamperten Afrikaner und Araber uns denn auch helfen, sollten Deutschland arm und sie reich sein?

    Die Antwort hierauf liefert die Geschichte der Barabareskenstaaten. Das meint, wenn muslimische Länder stark sind plündern sie christliche Länder gnadenlos aus.

  47. Guter Ansatz der Artikel der den Ker nunserer gesamten, gesellschaftlichen Problematik angeht. Leider bleibt es ein Ansatz, ein Anfang.
    Das muss bei zeitlicher Gelegenheit erweitert und präzisiert werden. Wenn ich das einmal mit mir schaffen würde, wäre das schön.

  48. Könnten sich einige Kommentatoren entweder von der (idiotischen) These verabschieden, dass Linke nicht rassistisch sein können, oder wenigstens eine plausible Erklärung abgeben, inwiefern der Völkermord, den die Kommunisten an den Krim-Tartaren verübten, NICHT rassistisch war?
    Dazu erwarte ich Fakten, kein linksideologosches Geschwätz!

  49. #54 D.Mark (13. Aug 2012 00:33)

    Das hat mich immer schon mal interessiert! Wie unterscheiden sich eigentlich Pro und Die Freiheit wirtschaftspolitisch?

    Entsprechend vereinfachter letzter Grafik würde ich pro und dF wie folgt einteilen:

    pro: (X) bei hoher Staatsquote und X bei patriotisch

    dF: (X) bei niedriger Staatsquote und X bei patriotisch

  50. Was sich viele hier so aufregen?
    Rechts^^ bin ICH, weil ich gegen Einwanderung aus uns diameträr gegenüberstehenden Kulturn bin. Ist das sooooo verwerflich?
    Über jahrtausende haben unsere Herrscher gewusst wie man mit diveersen Typen zu verfahren hat, all das wurde ad Absurdum geführt. Danke dafür liebe 68er ihr habt mein Land kaputt gemacht, ich hasse euch dafür!!

  51. #57 WahrerSozialDemokrat

    Mir fällt gerade ein, dass Pro NRW zum Beispiel staatliche Steinkohlesubventionierung fordert.

    Damit kann man aus wirtschaftspolitischer Sicht auf jeden Fall feststellen, dass Die Freiheit rechts von Pro NRW angesiedelt ist.

  52. Der nationale Gedanke war ursprünglich gar nicht „rechts“, sondern bei den Linken und Liberalen zu finden. Die „bösen“ Rechten waren nicht „nationalbewusst“, sondern „standesbewusst“. Ein rechter Arzt hatte aus seiner Sicht mit einem französischen Arzt hundertmal mehr zu schaffen, als mit einem deutschen Kutscher. Mit der französischen Revolution wurde dann bereits der frühe (linke!) nationale Sozialismus geboren. In Deutschland übernahmen die Rechten den nationalen Gedanken relativ spät und zunächst lediglich aus politischen Vernunftgründen. Bismarck blieb im Herzen bis zu seinem Tode preußischer Monarchist – nicht Deutscher.

    Die Nationalsozialisten hatten mit den Rechten ausschließlich den nationalen Gedanken gemein, welcher also jedoch gar kein rechtes „Mem“ war, sondern ein originär linkes. Es handelt sich, wie ich es schon einmal hier schrieb, bei den Nationalsozialisten um vormarxistische Linke, welcher den internationalen Gedanken von Marx ablehnten. Das macht sie jedoch noch lange nicht zu Rechten, genauso wenig, wie sie es übrigens zu Liberalen macht, nur weil im 19.Jhd. auch viele Liberale nationalgesinnt waren.

  53. Gut das immer mehr erkennen, das Parteien die Verstaatlichung von Schlüsselindustrie,Banken, Mindestlohn etc. keine „rechten“ Parteien sind.

    NPD ist links. Ein alter Slogan war :“Sozial geht nur national“.

    Auch die konservativen Parteigründungen enthalten mehr oder minder starke „sozialistichen Einschlag“. Die Mindetlohnforderung haben fasst alle im Programm.

    Die „rechten“ gab es unter Strauß in der CSU. Heute gibt es sie kaum noch

  54. @#66 norbert.gehrig

    Die CDU jedenfalls hat nichts mehr mit „rechts“ oder „konservativ“ zu tun. Sehen Sie sich aktuell das Elend in Münster an. Die linkskorrekten Bilderstürmer haben allen Ernstes den Hindenburgplatz in Münster umgetauft und jetzt wird die Bürgerinitiative zu Rückumbenennung, welche eine breite Zustimmung in der Bevölkerung erfährt, aufs schäbigste verunglimpft. Allen voran marschiert mit der SED die „israelkritische“ herzjesusozialistische Oberschlaftablette Ruprecht Polenz!

    http://www.facebook.com/#!/Pro.Hindenburgplatz.Muenster

  55. Links = das grösstmögliche Glück für die grösstmögliche Zahl!
    Rechts = das grösstmögliche Glück für die kleinstmögliche Zahl!

  56. Ganz kurz gemacht:
    Für Linke ist die Welt ein Paradies. Grundsätzlich wäre für Alle Genug da.
    Not, Elend, Armut sind nur das Ergebnid von ungerechter Verteilung.
    Rechte halten Mangel für den natürlichen Zustand, aus dem man sich nur durch Fleiß, Geschick, Wagemut, Kleverness und halt Arbeit befreien kann.
    Alle anderen Einstellungen folgen dann aus dieser Grundüberzeugung.

  57. #68 Direkte Demokratie

    „Links = das grösstmögliche Glück für die grösstmögliche Zahl!“

    Ja, das behaupten sie immer, die Linken. Gebracht haben sie, wo immer sie an die Macht kamen, das größtmögliche Unglück für die größtmögliche Zahl.

  58. @#68 Direkte Demokratie

    Links = das grösstmögliche Glück für die grösstmögliche Zahl!
    Rechts = das grösstmögliche Glück für die kleinstmögliche Zahl!

    Sie haben die beiden ökonomischen Prinzipien nicht verstanden. Entweder kann ich mit den Vorhandenen Mitteln den größtmöglichen Nutzen für alle stiften, oder den maximalen Nutzen für einen klar definierten Personenkreis – was Sie hier jedoch so schön aufzeigen, ist der geistige Genickbruch in jedem linken Hirn.

    Zudem begreifen die Linken nicht, dass der Kuchen nicht auf der Straße liegt, sondern zunächst gebacken werden muss und dass die Verteilung des Kuchens durchaus einen Einfluss darauf hat, wie groß der Kuchen morgen ausfällt. Beides bekommt man in linke Hirne einfach nicht rein – mit „bösen“ Rechten kann man über solche Zusammenhänge jedoch reden und diese werden meistens auch begriffen, weshalb der Liberale mit dem Konservativen in Wirtschaftsfragen auch deutlich kompatibler ist, als mit den linken „Freibier-für-alle“-Vollidioten.

  59. @#69 Friedensoffensive „Gute Reise“
    Diese Unterteilung stimmt absolut! In der Tat wäre für jeden genug da! Mangel ist in unserer modernen Welt nichts Natürliches mehr!

    Dazu gefällt mir dieser Satz von Mahatma Gandhi sehr gut:
    „Die Welt bietet genug für jedermanns Bedürfnisse, nicht aber für jedermanns Gier“

  60. @#56 Bulldozer
    Ich stimme da gerne zu. Ein Problem wird es aber dadurch, dass hier für nicht wenige Autoren und Leser Sozialisten und Kommunisten schon bei FDP und CDU beginnen.
    Da brauchen wir aber verdammt viele Tonnen!

  61. #69 Friedensoffensive „Gute Reise“®
    Ganz kurz gemacht:
    Für Linke ist die Welt ein Paradies. Grundsätzlich wäre für Alle Genug da.
    Not, Elend, Armut sind nur das Ergebnis von ungerechter Verteilung…

    Wolf Biermann in einem Interview mit Jyllandsposten:
    „Ich kann nicht mehr Kommunist (linksextrem) sein. Der Kommunismus will den Himmel auf Erden – und schafft die Hölle“

  62. #72 Altenburg

    Wäre es nicht besser jedes Problem mit der Frage “richtig oder falsch” zu behandeln.

    Kein Problem, dann legen Sie mal los:

    1. „Ein Räuber soll mindestens für 5 Jahre in den Knast wandern!“ richtig oder falsch?

    2. „Sicherheit ist wichtiger als Freiheit!“ richtig oder falsch?

    3. „Ergebnisgleichheit ist die, auf welche es ankommt, Gleichheit nur der Spielregeln ist Unrecht!“ richtig oder falsch?

    4. „Es gehört zu den Grundrechten, dass jemand minimalversorgt wird, wenn nötig auf Kosten seines Nachbarn auch gegen dessen Willen!“ richtig oder falsch?

    5. „Menschenrechte können immer nur Abwehrrechte sein – niemals Anspruchsrechte gegen Dritte!“ richtig oder falsch?

    6. „Der Staat muss notfalls die Wirtschaft ankurbeln und Marktversagen verhindern!“ richtig oder falsch?

    Das ließe sich beliebig fortsetzen. Viele politische Fragestellungen lassen sich ohne Ideologie (=Ideenlehre) nicht beantworten, da nur eine Ideologie eine Wertehierarchie definiert und bei nichteindeutiger Informationslage grundsätzliche Verhaltensweisen empfiehlt („Im Zweifel die Freiheit!“ z.B.).

    Leider verstehen viele nicht, dass 1. Ideologien AN SICH nichts Schlechtes sind,- es gibt jedoch viele falsche und dumme oder unvorteilhafte Ideologien. Leider kann man jedoch keine Ideologie durch Nichtideologie bekämpfen.

  63. Links = KOMMUNISMUS

    Rechts = BÜRGERTUM!

    Der „Faschismus“ als sogen. rechte Ideologie wurde erst nach 1945 festgelegt.

  64. es wird bei M.Mannheimer ein neuer Begriff gesucht, der die pol. Ausrichtung beschreibt und ohne links oder rechts auskommt. Einige Vorschläge wurden bereits gemacht.
    Momentan der Favorit:

    kritisch-pluralistische Mitte

  65. Kommunisten und Faschisten haben gleiche soziale Wurzeln,Kleinbürgertum und Lumpenproletariat.Deshalb kann doch niemand verwundern, wie diese zur Staatsmacht stehen.Zum Staat überhaupt,zum Steuerzahler,der sie ernährt und zum Recht.

  66. Meines Erachtens ist der entscheidende Punkt, dass Linke meinen, ein Mensch sei überwiegend von der Umwelt bestimmt, während Rechte meinen, der Mensch sei überwiegend von der Vererbung bestimmt. Alles andere folgt daraus.

    Zum Beispiel glauben die Linken, man müsse einen Kriminellen nur quasi in die Werkstatt zum Überholen bringen, und hinterher sei er wie neu. Patriotismus, also die Zugehörigkeit zu einem Volk, hat auch mit Vererbung zu tun. Nach Auffassung der Linken kann ja auch der Unfähige ja nichts dafür, hat also einen Anspruch darauf, dass die Fähigen für ihn sorgen usw.

  67. #25 Gutartiges Geschwulst (12. Aug 2012 22:13)

    Guter Artikel!
    Die Begriffsverfälschung findet ihren Höhepunkt, durch die infame Dreistigkeit, mit der die braun-sozialistische NPD als “rechts” deklariert wird. Zur Erinnerung:
    Die NPD ist antiamerikanisch, antikapitalistisch, antiisraelisch, gegen Atomkraftwerke, gegen Gentechnologie, gegen Globalisierung und für die Einführung von Mindestlöhnen.
    Tatsache ist, dass all diese Positionen auch von roten Sozialisten mehrheitlich verfochten werden.
    Die NPD ist somit eine linke Partei!

    Puuh, ich bin auch gegen Globalisierung und gegen Gentechnologie. Bin ich jetzt links????

    In Amerika sind die Christen auch gegen die Gentechnologie, aber da werden die Christen allgemein als „Rechte“ definiert, „right-wing-christian“ ist ein feststehender Begriff.

  68. Ein schöner, analytischer Artikel wie ich ihn mir wünsche und der dazu einlädt, wie man hier sehen kann, argumentieren zu müssen.

    Was die Verschmelzung von „rechts“ und „links“ angeht, so sehe ich das immer so, dass es nicht um die Enden zweier Spektren geht, die sich gegenüberstehen, sondern dass es sich um einen Kreis handelt, den man in vier Quadranten unterteilen kann. Ausgehend vom obersten Punkt (Rationalismus?) entfernen sich die Standpunkte erstmal bis auf eine maximale Differenzierung voneinander auf Höhe des Durchmessers des Kreises, um dann wieder aufeinander zuzulaufen und sich letztlich im untersten Punkt (Extremismus) zu begegnen und zu einem einzigen Mischmasch zu verschmelzen.

    So klärt sich dann auch die Debatte, ob die Nazis links waren oder rechts. Sie waren schlicht beides. Deswegen waren sie ja auch so „erfolgreich“. Sie vermieden so einen Lagerwahlkampf und sammelten Zuläufer aus praktisch allen politischen Richtungen.

    Nichts anderes findet auch heute statt mit der Begründung, dass Wahlen „in der Mitte“ gewonnen werden. Um Wahlen zu gewinnen, reicht es in der Regel nicht aus, die eigene klassische Anhängerschaft zu mobilisieren, sondern auch den Gegnern die Klientelgruppen abzusaugen. Kanzlerin Merkel beherrscht dies ausgezeichnet.

  69. @#82 Aktivposten

    OK – welcher originär rechte Grundsatz wird von Nazis im Allgemeinen und von der NPD im Besonderen vertreten?

    Standesbewusstsein vielleicht?

    Die Monarchie als Ideal?

    Den christlichen Glauben?

    Akademisches Elitebewusstsein?

    Oder doch eher der Adel als gesellschaftliche Führungs- und Vorbildkaste?

    Das Duell als legitimes Instrument zur Widerherstellung der Ehre? (wurde dummerweise erstmalig unter Adolf Nazi auch faktisch verboten, schon merkwürdig für einen „Rechten“…)

    Oder dann doch wohl eher die Wertschätzung althergebrachter Institutionen (Wobei unter Anderem sämtliche Studentenverbindungen verboten wurden, zugunsten des NSDSTB, war bestimmt nur ein Versehen)

    Also das sind schon sehr merkwürdige „Extreme“, welche beim Erreichen ihrer Extremposition in fast allen Punkten des vorgeblichen Lagers ins glatte Gegenteil fallen. Viel einfacher wäre in der Tat die Erklärung, dass Hitler, Goebbels & Co. es ernst meinten mit der Behauptung, der Nationalsozialismus sei „links“. Ursprünglich „links“ ist schließlich auch der Nationalismus.

  70. @#83 Picon

    Das sehe ich nicht so. Dass die Nazis „rechts“ seien, war eine Propagandalüge Stalins, welche bis heute geglaubt wird. Extreme berühren sich nicht, sondern sind maximal weit auseinander. Ein echter „Rechtsextremist“ ist ein absolutistischer Monarchist.

  71. Was die wirtschaftspolitische Unterscheidbarkeit angeht, so ist auch dies ein problematisches Thema und, salopp ausgedrückt, kommt es letztlich darauf an, wie etwas angepackt wird.

    Volkswagen ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Unternehmen bestens dastehen kann und der Staat daran beteiligt ist. Volkswagens Erfolg beruht maßgeblich darauf, dass das Land Niedersachsen bis über die Sperrminorität an diesem Unternehmen beteiligt ist. Daher ist Volkswagen weitgehend frei von der Sorge, feindlich übernommen zu werden. die sog. „Heuschrecken“ werden über VW nicht herfallen, da die für die Heuschrecken möglichst profitable Zerschlagung des Unternehmens immer daran scheitern wird, dass Niedersachsen sein Veto einlegt. Mercedes-Benz dagegen muss immer aufpassen, welche Öl-Scheichs daran arbeiten, Aktienpakete auf sich zu vereinen und plötzlich dem Unternehmen ihren Willen aufzwingen zu können.

    Am Beispiel VW sieht man also, dass eine Mischung aus „Links“ und „Rechts“ dem reinen „Links“ und „Rechts“ überlegen ist.

  72. q #85 Pantau (13. Aug 2012 13:22)

    Ein echter “Rechtsextremist” ist ein absolutistischer Monarchist.

    Naja, wenn man die Position und Bedeutung der Figur Hitler betrachtet – worin unterschied er sich denn so sehr davon, wie ein Monarch im Staat platziert ist? Der Monarchist mag dann betrauern, dass Hitler nicht aus einer althergebrachten Herrscherfamilie stammt, wie den Wittelsbachern oder den Hohenzollern aber es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass einem König nachträglich entsprechende Weihen erst angedichtet worden wären und bei Hitler war denn ja auch genügend die Rede von Vorsehung, Schicksal bzw. allgemein einer mythischen Ausersehung parallel zum Sakrosankt der Könige.

  73. #84 Pantau (13. Aug 2012 13:18)
    Kann sein, daß ich noch im Urlaubsmodus bin, aber diesen Beitrag verstehe ich als direkte Ansprache auch nach dem 3. Lesen nicht…

    Mein Punkt war, daß ich, ohne mich selbst als „links“ zu definieren, trotzdem gegen Globalisierung und Gentechnologie bin. Ich halte die NPD nicht für eine „rechte“ Partei im Sinne der oben gebrauchten Definition, mich selber in weiten Teilen schon.
    Würde die Wirtschaft, wie in den Anfängen nach dem Krieg, von patriotischen (und christlichen geprägten) Mittelständlern geführt (die zusätzliche Sozialleistungen eingeführt haben und wußten, daß man die Arbeitskraft pflegen muß, um sie zu erhalten) statt von Geld-ohne-relle-Leistung-geilen Abzockern, bräuchten wir keine Mindestlohndiskussion und kein ergänzendes H4. Die gezahlten Löhne würden dazu führen, daß Otto-Normalarbeitnehmer sich gerne „etwas leistet“, weil er´s kann, und damit Einkommen in verschiedenen Bereichen schafft, die dann nicht einfach untergehen oder aufgekauft werden usw…
    Insofern verstehe ich zwar die Ausführungen unter #82, nicht jedoch die an mich gestellte Eingangsfrage.

  74. @#87 Picon

    worin unterschied er sich denn so sehr davon, wie ein Monarch im Staat platziert ist?

    An der völlig unterschiedlichen Ideologie vielleicht? Der Stellung des Adels? Der „klassenlosen Gesellschaft“ (=Volksgemeinschaft)? Der unterschiedlichen Wertung der Religion? Seiner Legitimation („im Volke geboren erstand uns ein Führer…“ vs. „von Gottes Gnaden“)? Seiner Verachtung von überkommenen Gesetzen (an welche sich auch ein Sonnenkönig hielt)?

    ….

  75. Wer ist nur auf die bescheuerte Idee gekommen, dass man alle Probleme dieser Welt, alle noch so komplexen Fragestellungen politischer Art, auf einer eindimensionalen(!) Strecke verorten kann?

  76. #88 Aktivposten (13. Aug 2012 13:38)

    Mein Punkt war, daß ich, ohne mich selbst als “links” zu definieren, trotzdem gegen Globalisierung und Gentechnologie bin.

    Als Partikularist bin ich natürlich gegen „Globalisierung“ im Sinne über-staatlicher Institutionen und Machtstrukturen.

    Als Futurist bin ich natürlich für Gentechnologie.

    Was hat das jetzt mit „rechts“, „links“ oder „geradeaus“ zu tun?

  77. #88 Aktivposten

    Ich halte die NPD nicht für eine “rechte” Partei im Sinne der oben gebrauchten Definition, mich selber in weiten Teilen schon.

    OK- aus #82 habe ich das anders gelesen.

    Darüber hinaus haben die hohe Staatsquote und Regulierungswut jene Zustände, welche Sie beschreiben, erst geschaffen, BEIDES gab es nach dem Kriege nicht. Jetzt nach „Mindestlohn“ usw. zu rufen versucht, den Brand mit Benzin zu bekämpfen und mündet in einer Interventionsspirale, welche mit Sicherheit in der Armut endet.

  78. #89 Pantau (13. Aug 2012 13:51)
    @#87 Picon

    Irgendwie fällt mir bei dieser Debatte das Stichwort „Nordkorea“ ein…

  79. @ pantau
    Wir sind uns absolut einig. Würde es einen gesunden Wettbewerb zwischen patriotisch gesinnten Unternehmern geben, würde jeder versuchen, die benötigten Fachkräfte selber auszubilden bzw. vorhandene Kenntnisse zu erweitern, um selber davon zu profitieren.
    Selbst eine „Reserve“ würde man sich vorhalten, für Notzeiten und unvorhergesehene Ausfälle. Da alle gut verdienen würden, wäre das kalkulatorisch überhaupt kein Problem.
    Der Mittelstand hat das ja sogar in Krisenzeiten gezeigt, als nicht wahllos entlassen wurde.
    Dann würde auch insgesamt genug übrig bleiben für internationale Solidarität und Entwicklungshilfe.

    @SCM
    Ich wollte mit meinem Beitrag #82 aufzeigen, daß das R/L-Denken in Schubladen führt. Muß ich zukünftig dazuschreiben 🙂

  80. Interessante Gedanken.
    Es wird bei den meisten bekannten politischen Strömungen und Wechselstandpunkten keine eindeutige Zuordnung möglich sein.
    Adolf bezeichnete seine Nazional Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei als eine „linke Arbeiterbewegung“…
    Sozialistisch eher „links“, nazional doch eher „rechts“…Und schon ist die Verwirrung komplett ;-))

  81. @#95 sunsamu

    Genau. Leider wissen die Meisten nicht, dass das nationale Element historisch eben NICHT von Rechts kommt, sondern von Links. Danach ist es etwas schwierig, eine bestimmte Ideologie einem betimmten Flügel zuzuordnen, von dessen originären Werten sie KEINEN EINZIGEN vertritt und dessen Führungsfiguren IMMER WIEDER sagten, dass ihre Ideologie zum GEGENTEILIGEN Flügel gehöre.

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