hanseDie Geschichte (und Kunstgeschichte) Deutschlands im Schnelldurchlauf! Der zweite Teil der dreiteiligen Serie (hier Teil 1) mit wieder 350 Jahren Deutschland: von der Pest bis zu den Türkenkriegen. Einige Stichworte: Marienburg, Hanse, Luther, Grimmelshausen, Elsass!

(Von Ralf Stenner)

1. Das 14. Jahrhundert

Dass Deutschland niemals ein simpler Obrigkeitsstaat war, wie unseren Kindern heute auf der Schule beigebracht wird, belegen bereits im 14. Jh. die zahlreichen Beispiele weitgreifender bürgerlicher Selbstorganisation. Viele deutsche Städte entschieden über ihre inneren Angelegenheiten autonom, wählten ihren eigenen Stadtrat, hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit und gaben sich ihr eigenes Stadtrecht. Bürgerliches Selbstbewusstsein zeigte sich auch im politischen Verbund der Hansestädte. Schon Mitte des 12. Jh. lag der Ostseehandel fast ausschließlich in den Händen deutscher Kaufleute: Die Deutschen übernahmen auf der Ostsee in etwa die Rolle der Chinesen in Südostasien oder der Griechen auf dem Schwarzen Meer. Die wichtigsten Handelsstädte schlossen sich unter der Führung Lübecks (Abbildung oben) zur Hanse zusammen und übernahmen auf dem Höhepunkt ihrer Macht nach ihrem Sieg über den dänischen König (Frieden von Stralsund 1370) sogar den Handel in vielen Seehäfen Skandinaviens.

Ohne Frage war das 14. Jh. die Glanzzeit des Deutschen Ordens im späteren Ostpreußen. Seit 1237 mit dem Schwertbrüderorden im nördlichen Baltikum vereinigt, beherrschte er im 14. Jh. den gesamten östlichen Ostseeraum bis ins heutige Lettland. Dank vorbildlicher Verwaltung und Wirtschaftsförderung, nicht zuletzt aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der Hanse (der Deutsche Orden war der einzige Flächenstaat, der Mitglied der Hanse war), entwickelte sich der Ordensstaat im 14. Jh. zu einem der modernsten und wohlhabendsten Staaten seiner Zeit.

Die große Katstrophe des 14. Jh. war die Pest. Wie viele Katastrophen der deutschen Geschichte kam auch diese aus dem Osten. Die Mongolen hatten wieder einmal auf der Krim gewütet. Bei der Belagerung von Feodosija (1346), damals eine Handelsenklave der Stadt Genua, warfen sie Pestleichen in die Stadt und infizierten so die Genuesen. Die Belagerten flohen nach Genua und schleppten die Pest in Italien ein, von dort fand sie schnell ihren Weg nach Deutschland (ab 1348). Der Bevölkerungsrückgang infolge der Pest hatte auch ganz erhebliche politische Folgen für den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte: Er bedeutete das Ende der deutschen Ostwanderung.

Kulturgeschichtlich war das 14. Jh. trotz der Pest eine Glanzzeit ersten Ranges. Das Ulmer Münster sei als Stichwort genannt und natürlich die großartigen Bauten im Gebiet des deutschen Ordens: die Marienburg, die Marienkirche in Danzig, der Dom zu Marienwerder, der Dom zu Frauenburg. In Hamburg entsteht mit dem Grabower Altar ein Meisterwerk der deutschen Altarmalerei. Auch die berühmten Glasfenster im Erfurter Dom stammen aus dieser Zeit. Mit dem 14. Jh. geht die Epoche der großen Kirchenbauten allerdings zu Ende – zumindest für die nächsten 300 Jahre. Die Wende zu einer aufgeklärteren Neuzeit markiert die Gründung der ersten deutschen Universität im böhmischen Prag durch Kaiser Karl IV (1348).

2. Das 15. Jahrhundert

Das 15. Jh. beginnt mit einem historischen Paukenschlag: 1410 erleidet der Deutsche Orden in der berühmten Schlacht von Tannenberg eine vernichtende Niederlage gegen ein polnisch-litauisches Heer. Im 1. Thorner Frieden wird der Orden zu hohen Tributzahlungen verpflichtet. In der Folge fordern Städte und Adel, organisiert im „Preußischen Bund“, gegenüber dem Orden mehr Mitsprache und schließen zuletzt ein Bündnis mit dem König von Polen gegen die eigene Regierung – klarer Verrat und vermutlich eine der kurzsichtigsten Entscheidungen der deutschen Geschichte. Kleingeistiger Opportunismus war schon damals eine Stärke deutscher Politik. Im 2. Thorner Frieden (1466) wird das Ordensland geteilt: Der Ostteil verbleibt dem Deutschen Oden, der Westteil mit dem Kulmer Land, dem Ermland und Elbing kommt als weitgehend autonome Region zu Polen. Danzig wird freie Stadt innerhalb des polnischen Königreichs – insgesamt eine territoriale Aufspaltung, die über 300 Jahre bis zur Wiedereingliederung Danzigs und des westlichen Ordenslandes in den deutschen Hoheitsraum durch Friedrich den Großen Bestand hatte.

Als geschichtsbewusster Staatsbürger sollte man auch die Jahreszahl 1438 im Gedächtnis haben: In diesem Jahr bezogen die Habsburger Wien als Residenzstadt. Als Kaiserstadt war Wien 368 Jahre lang (bis 1806) Hauptstadt Deutschlands, länger als jede andere deutsche Stadt. Soweit zum Thema Österreich und Restdeutschland seien kein gemeinsames Land gewesen.

Ansonsten versank das Reich im 15. Jh. in eine chaotische Phase gegenseitiger Feldzüge, begleitet von bäuerlichen Aufständen. Schon damals ging der Nachbarschaftsstreit den Deutschen über alles. Der übrige Verlauf der Weltgeschichte: der Fall Konstantinopels, die Entdeckung Amerikas, die beginnende Seefahrt auf den Ozeanen – für solche Nebensächlichkeiten fand man in Deutschland keine Zeit. 1495 hatte Kaiser Maximilian genug und rief den „Ewigen Landfrieden“ aus, eine Art innerdeutsche UNO samt Fehdeverbot und gesamtdeutschem Reichskammergericht. Wie alle UNOs der Weltgeschichte war auch der „Ewige Landfrieden“ überaus erfolgreich.

Infolge der verworrenen inneren Lage zählt das 15. Jh. in Deutschland nicht gerade zu den bedeutendsten kunstgeschichtlichen Epochen. Einige Meisterwerke der Altarmalerei wie der Dreikönigsaltar (Kölner Dom) oder der Sterzinger Altar bilden eher die Ausnahme als die Regel. Gebaut wurde, sofern überhaupt, vor allem weltlich (Lübecker Holstentor, Rathaus Breslau, Rathaustürme in Köln und Würzburg). Die Frauenkirche in München ist eines der wenigen herausragenden Beispiele für Sakralarchitektur in dieser unruhigen Zeit.

3. Das 16. Jahrhundert

Erstaunlich für eine Nation, die auf der Ostsee eine gut organisierte Seefahrt entwickelt hatte, ist die komplette Abwesenheit deutscher Schiffe auf den Weltmeeren im 16. Jahrhundert. Portugiesen, Spanier, Franzosen, Engländer, Holländer – alle tummelten sich zwischen Amerika, Australien, Afrika und China herum, nur die deutschen Koggen brachten es gerade mal von Hamburg bis nach Riga. So blutrünstig und welteroberisch, wie wir laut Schulbuch unserer Kinder angeblich schon immer waren, scheinen wir wohl doch nicht gewesen zu sein.

Statt ferne Länder zu erkunden, ging man im Deutschland des 16. Jh wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Man hielt geistige Nabelschau und erkundete sein inneres Wesen. Konkret: Man zerfleischte sich gegenseitig um den rechten Glauben. In dieser Hinsicht waren wir schon immer ganz große Klasse. 1517 schlug Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg, 1521 wurde er dafür mit der Reichsacht bestraft. Jedem, der heute 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenbach schlagen würde (z.B. zum heiklen Thema „Evangelische Kirche und Islam“), würde es genauso ergehen (wetten?). 1531 gründeten die Protestanten den Schmalkaldischen Bund, der 1547 von Kaiser Karl V besiegt wurde. Zum Glück für uns hatte Kaiser Karl schon kurz vorher (1529) die Türken vor Wien besiegt, sonst hätten sich die Protestanten ganz bestimmt schon damals mit den Türken verbündet.

1555 wurde Deutschland im Augsburger Religionsfrieden in verschiedene Glaubensterritorien aufgeteilt („cuius regio, eius religio“). Wem die neue Religion nicht gefiel, musste in ein anderes deutsches Land auswandern. Diese „Friedenslösung“ wird man dereinst unseren Kindern wieder präsentieren, wenn Deutschland in einigen Jahren in christliche und islamische Regionen aufgeteilt wird und unsere Kinder aus ihrer eigenen Stadt auswandern müssen, weil die ja dann islamisch ist. Die Lobreden auf diese Lösung („Schon der Augsburger Religionsfrieden schuf eine solch salomonische interkulturelle Konfliktlösung…“) sind bereits geschrieben.

Kunstgeschichtlich gilt der Anfang des 16. Jh. als die klassische Dürerzeit. Die Kunst löst sich von ihrer rein religiösen Ausrichtung und entwickelt größere bildliche Selbständigkeit. Der Einfluss der Renaissance, die in antiker Tradition wieder den Menschen statt irgendeinen Gott in den Mittelpunkt rückt, ist unverkennbar. Albrecht Dürer, Lucas Cranach der Ältere und der Jüngere, Albrecht Altdorfer, Hans Holbein der Jüngere – jetzt entstehen die ganz großen Meisterwerke der deutschen Malerei. Ein kunstgeschichtlicher Höhepunkt aus dieser Epoche ist der Isenheimer Altar im Elsass. Auch die deutsche Literatur erwacht nach vielen Jahrhunderten Dornröschenschlaf allmählich wieder zum Leben: Der Nürnberger Meistersinger Hans Sachs setzt mit seinen Gedichten („Schlaraffenland“) einen frühen poetischen Glanzpunkt. In der Baukunst zeigt sich die Renaissance vor allem im Profanbau, hervorgehoben seien das Rathaus in Rothenburg o.d.T. und das Rechtstädtische Rathaus in Danzig. Ansonsten baute man, den Umständen entsprechend, wehrhaft: Einige der bekanntesten deutschen Burgen (Festung Würzburg, Festung Kufstein) stammen nicht aus dem Mittelalter, sondern dem 16. Jahrhundert.

4. Das 17. Jahrhundert

Wie nachhaltig friedensstiftend der Augsburger Religionsfrieden war, kann man leicht daran ablesen, dass schon wenige Jahre nach dieser angeblich salomonischen Konfliktlösung der alte Glaubensstreit von neuem ausbrach, diesmal allerdings deutlich heftiger. 1608 gründete sich die Protestantische Union, 1609 die Katholische Liga. Damit waren die Fronten klar, der Augsburger Religionsfrieden endgültig gefloppt.

Der 30jährige Krieg entwickelte sich vom innerdeutschen Religionskrieg zum ersten gesamteuropäischen Weltkrieg, in den schließlich jede europäische Macht von Rang und Namen verwickelt war: das Reich, Frankreich, Schweden, Dänemark, Polen. Als ein am Ende nahezu frontenloses Jeder gegen Jeden nimmt der 30jährige Krieg den künftigen multikulturellen Binnenkrieg vorweg, den unsere heutigen realitätsblinden Führer unseren Kindern und Enkeln als politische Hinterlassenschaft vererben werden. Wer sich mit den unmenschlichen Grausamkeiten einer zügellosen Soldateska „junger Männer“ während des 30jährigen Krieges näher beschäftigen möchte, findet im Internet jede Menge abscheulicher Einzelheiten.

Der totale gesellschaftliche Zusammenbruch und die massive Schwächung des Deutschen Reiches nach dem 30jährigen Krieg wurden durch Frankreich und die Türkei, beide angeblich schon immer unsere besten Freunde, schamlos ausgenutzt. Frankreich annektierte schrittweise das Elsass und feierte diesen eindeutigen Landraub als „Wiedervereinigung“ (Reunion). Die Türken nutzten die Gelegenheit zu einem Angriff auf Österreich, wurden aber 1664 bei Mogersdorf geschlagen. 1683 führten sie ihren nächsten Angriffskrieg gegen das Reich und belagerten Wien. Besiegt wurden die Türken dank der Hilfeleistung eines polnischen Heeres. Um es noch einmal ausdrücklich hervorzuheben: Es waren Deutsche und Polen, die gemeinsam Europa vor der Türkenherrschaft gerettet haben – was eine solche Herrschaft bedeutet hätte, erleben wir inzwischen tagtäglich in Berlin-Neukölln. Unsere französischen Freunde hingegen nutzten die ungeschützte Flanke an der deutschen Westgrenze und plünderten die Pfalz. Schönen Dank noch an unser friedliches westliches Nachbarland für die Niederbrennung des Heidelberger Schlosses!

Übrigens hat sich die Türkei bis heute nicht für ihre ständigen Angriffskriege gegen Deutschland entschuldigt.

Kunstgeschichtlich steht das 17. Jh. für den Übergang von der Renaissance zum Barock und das große künstlerische Nichts während des 30jährigen Krieges. Für die Renaissance und die Zeit vor 1618 seien beispielhaft die Rathäuser in Augsburg und Bremen (Weserrenaissance) hervorgehoben und natürlich das Aschaffenburger Schloss. Nach 1648 findet man auch bei uns allmählich zum Barock, vor allem in Süddeutschland (Salzburger Dom, Kloster Banz). Mit der Friedenskirche im schlesischen Jauer entsteht der wohl eindrucksvollste Fachwerkbau in der Geschichte der deutschen Architektur. Besonders bezeichnend ist die völlige Abwesenheit deutscher Malerei in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Als die Alten Meister in Westeuropa nie wieder erreichte Bildwerke schufen, wurden die deutschen Rembrandts und Vermeers von hungrigen Soldatenbanden totgefoltert. Mit seinem „Simplicissimus Teutsch“ schrieb Grimmelshausen nicht nur den ersten großen Roman der deutschen Literatur, sondern auch eine erschütternde Darstellung des bislang längsten und – von 1944/45 abgesehen – bis auf weiteres wohl auch schrecklichsten Krieges auf deutschem Boden.

Fortsetzung folgt!

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58 KOMMENTARE

  1. Zum Glück für uns hatte Kaiser Karl schon kurz vorher (1529) die Türken vor Wien besiegt, sonst hätten sich die Protestanten ganz bestimmt schon damals mit den Türken verbündet.

    Falsch! Die damaligen Protestanten haben – zumindest in den meisten Punkten – treu zur klaren Lehre der Bibel gehalten, im Gegensatz zu den heutigen „Evangelischen“ Landeskirchen, die sich fälschlicherweise als Erben der Reformation selbst beweihräuchern. Luther würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sähe, was sich heutzutage alles „evangelisch“ nennt.

  2. Und diese Geschichte soll nun ein schmachvolles, islamisch bestimmtes Ende finden,nur weil skrupellose,dekadente, unterwürfige und gewissenlose Politiker meinen,sich dem Zeitgeist unterordnen zu müssen.

  3. schönes essay.

    ein paar kleine anmerkungen:

    der thesenanschlag ist nie erfolgt. er ist ein schönes bild, aber ahistorisch.

    natürlich waren deutsche (türkenlouis) und polen an der 2. wiener türkenbelagerung als entsatzheer beteiligt, aber die wiener ja auch 🙂

    und das aus wiki:

    Seit der Schlacht bei Mühldorf 1322 war das Erzbistum mit dem Mutterland Bayern verfeindet. In der Folge wurde Salzburg zum selbstständigen Staat im römisch-deutschen Reich.

    also nicht süddeutschland, sondern selbständiges erzbistum. mozart war sozusagen ausländer in österreich.

    es stimmt schon, dass die habsburger die kaiser des heiligen römischen reiches deutscher nation waren, aber österreich hat sich nicht als teil deutschlands verstanden. und ab 1806 sowieso nicht mehr.

  4. Interessant, aber was hat das mit PI zu tun? Vllt. sollte man mal nen PI-off-topic Bereich für off-topic Beiträge und off-topic Kommentare einführen, damit der Kern PI / gegen Islamisierung / für Freundschaft mit USA und Israel erhalten bleibt.
    Ich finde Beiträge zu Deutschland allgemein, Europa, Euro-Krise, etc. interessant; diese sollten aber nicht immmer mit den Kernbeiträgen vermischt werden.

  5. 5 Maja (23. Nov 2012 18:23)
    Interessant, aber was hat das mit PI zu tun?
    —————

    Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart (eventuell) verstehen und die Zukunft (mit)gestalten….

    Ich für meinen Teil finde den Ausflug in die Geschichte ausserordentlich interessant und lehrreich . An der Anzahl der Kommentare laesst sich ableiten,dass hier ein sehr grosser Bedarf besteht!!!
    Das geschichtliche Wissen einiger Kommentatoren macht bei mir jedenfalls Lust auf mehr!!!
    Weiter so!!!

  6. #5 Maja (23. Nov 2012 18:23)
    Interessant, aber was hat das mit PI zu tun? Vllt. sollte man mal nen PI-off-topic Bereich für off-topic Beiträge und off-topic Kommentare einführen, damit der Kern PI / gegen Islamisierung / für Freundschaft mit USA und Israel erhalten bleibt.
    Ich finde Beiträge zu Deutschland allgemein, Europa, Euro-Krise, etc. interessant; diese sollten aber nicht immmer mit den Kernbeiträgen vermischt werden.

    Einfach mal aufmerksam durchlesen, und schon wissen Sie was das mit PI zu tun hat. Was kann mehr PI sein, als die heutigen Lügen im Geschichtsunterricht aufzuzeigen?

  7. 5 Maja

    Solche dussligen Kommentare finde ich völlig daneben.
    Da gibt sich jemand ganz viel Mühe und bringt einen überaus interessanten Beitrag, und prompt wird genögelt.

  8. #2 Q (23. Nov 2012 17:57)

    Wer dagegen eher ein Kandidat für ein Bündnis mit den Türken gewesen wäre war das zwar streng katholische, aber eben auch immer separatistische Bayern. Es waren z.B. gemischte bayrisch-türkische Söldnerheere, die die Macht des Herzogtums Burgund zerschlugen – aus Gründen des finanziellen Vorteils heraus.

  9. #7 felixhenn (23. Nov 2012 18:53)

    Genau, im 15.Jh. Tilman Riemensnider und Veit Stoß

    Veit Stoß (auch: Stoss, polnisch Wit Stwosz; * um 1447 in Horb am Neckar; † 1533 in Nürnberg), war einer der bedeutendsten Bildhauer und -schnitzer der Spätgotik. Er war vor allem in Krakau und Nürnberg tätig.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Sto%C3%9F

    Im 16.Jh. fehlt der Name Matthias Grünwald zum Isenheimer Altar!!!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Gr%C3%BCnewald

    Und Hans Sachs hat ein tolles Antitürken-Lied geschrieben mit 25 Strophen…

    Hans Sachs, der Nürnberger Schuhmacher und Poet in seinem Lied von 1532: „Wider den blutdürstigen Türken“ (wir bringen 3 der 35 Strophen – Anm.: ich konnte nur 25 ergoogeln)) läßt er sich also vernehmen:

    Herr got in deinem reiche,
    im allerhöchsten tron,
    Schau an, wir grausamleiche
    der türk facht wider on,
    Verfolgt die cristenheite
    mit gfennus, mort und brant
    ietzung in dieser zeite
    durch das ganz Ungarlant.

    Wach auf, du heiligs reiche,
    und schau den jamer on,

    Wie der Türk grausamleiche
    verwüst die ungrisch kron!
    Sei einig unzuteilet,
    greif tapfer zu der wer,
    e du werst übereilet
    von dem türkischen her.

    Ir cristen auserkoren,
    ruft einmütig zu got,
    daß er ablaß sein zoren,
    helf uns aus aller not,
    Verzeich uns sünt und schulde,
    die der plag ursach sen,
    geb uns genad und hulde.
    nun sprecht alle amen!
    http://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1958/hjb1958.38.htm

    Hier alle Strophen, meiner Meinung nach aber nicht immer ganz korrekt transkripiert, sondern glattfrisiert:
    http://gutenberg.spiegel.de/buch/5219/7

    Hier bessere Transkription, dafür muß man sich bißle durchklicken, bißle suchen, weil der Direktlink nicht funzt:
    http://www.zeno.org/Literatur/M/Sachs,+Hans/Gedichte/Geistliche+und+weltliche+Lieder

    Was es damals so alles gab:
    Türkenmadonnen, Türkenläuten, Türkenkriege, Türkenpfennig, Gebete, Maria vom Siege, Rosenkranz, Lied wider den Türken…

  10. @ #4 wien1529

    Österreich war bis 1806 nichts weiter als ein Erzherzogtum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, und hatte sich nicht nur selbst als Teil Deutschlands verstanden, sondern wurde so auch von Ausland gesehen und beschrieben: In der Literatur, in Sachbüchern und in Reiseberichten. Der jeweilige Kaiser des Hauses Habsburg war „gewählter römischer Kaiser“ (Imperator Romanorum electus), und „König in Teutschland“ (Rex Germaniae). Es waren auch die Habsburger, die den Zusatz „deutscher Nation“ eingeführt hatten, und den förmlichen lat. Titel des deutschen Königtums 1508 in „Rex Germaniae“ änderten.

    Das Kaiserreich Österreich, das erst nach dem Ende des HRRDN entstand, war Mitglied im Deutschen Bund. Die Österreicher sahen sich bis zum Ende des 2. WK als Deutsche, und hatten eine deutsche Identität. Daher traten sie auch begeistert und freiwillig dem 3. Reich bei. 1871 wurden sie von Bismarck allerdings ausgeschlossen, aus der Neugründung des Deutschen Reiches. Nach dem Ende des 2. WK wollten die Österreicher dann keine Deutschen mehr sein, und inszenierten sich sogar als das „erste Opfer“ der Nazis.

    Erste deutsche Übersetzung der Präambel des „Friedens von Westphalen“ von 1648

    „Kund und zu wissen sey allen und ieden/ denen daran gelegen/ oder einigerley weise daran gelegen seyn kann oder möchte. Demnach die von langen Jahren hero im Heiligen Römischen Reiche entstandene Mißhelligkeiten und innerliche Kriegsempörungen dermaßen überhand genommen/ daß sie nicht allein gantz Teutschland/ sondern auch etzlich benachbarte Königreiche/ insonderheit aber Franckreich/ all so mit eingewickelt/ daß darauß ein langwieriger und hefftiger Krieg entstanden/ anfänglich zwar zwischen dem Allerdurchläuchtigsten/ Großmächtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Ferdinand dem II. erwehlten Römischen Kayser/ allezeit Mehrer deß Reichs/ König in Teutschland /Hungarn/ Böhmen/ Dalmatien/ Croatien/ Schlavonien/Ertzhertzogen zu Oesterreich/ Hertzogen zu Burgundien/ Braband/ Steyr/ Kärnten/ Cräin/ Marggraffen in Mähren/ Hertzogen zu Lützelburg/ Ober= und Nieder=Schlesien/ Würtenberg und Teck/ Fürsten in Schwaben/ Graffen zu Habsburg/ Tyrol/ Kyburg und Goritz/Marggraffen deß Heiligen Römischen Reiches in Burgaw/Ober= und Nieder=Laußnitz Herrn der Wendischen Marck/ Herrn zu Naon und Salin/ hoch= und lobseligsten Andenckens/und dessen Alliirten und Verwandten an einem: Und dann dem Durchläuchtigsten/ Großmächtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Ludwjgen dem XIII. Allerchristlichsten Könige zu Franckreich und Navarra/ hochselbigen Gedechtniß/ und dessen Bundsverwandten und Adhaerenten andern Theils. (…)“

  11. @ #2 Q (23. Nov 2012 17:57)

    Da muß ich Ihnen widersprechen, Luther mußte lange vom protestantischen Adel, der schon in Rüstung stand, gedrängt werden, endlich gegen die Türkeneinfälle zu wettern.

    Luther sah nämlich in den Türken die verdiente Geißel Gottes wider das sündige Christentum.

    Auch konnten die Heere des Papstes nicht so gegen die Protestanten vorgehen, wie eigentlich gewünscht, da die kath. Kräfte durch die dauernden Türkeneinfälle gebunden waren.

    Die Protestanten können sich also für ihren Sieg sehr wohl bei den Türken bedanken. Ich glaube die heutigen protestantischen Theologen wissen das sehr wohl, schließlich sind sie studiert und daher buhlen sie mit den Moslems!

  12. #13 Schweinsbraten (23. Nov 2012 21:38)

    Korrigiere mich,

    falsch: „Luther sah nämlich in den Türken die verdiente Geißel Gottes wider das sündige Christentum.“

    besser: Luther sah nämlich in den Türken die verdiente Geißel Gottes wider die sündige Christenheit.

  13. Schöne Artikelserie ! Bin schon auf die Fortsetzung und das Ende gespannt, denn real hat Deutschland 1945 aufgehört zu existieren. Es ist heute ein nationalmasochistischer Vasallenstaat. Einen Großteil des ständig steigenden Steueraufkommens wird an internationale Organisationen transferiert und an weitere Mächte verteilt, denen man zu Willen sein will.

  14. @ #12 Schweinsbraten

    Können Sie Ihre Behauptung bzgl. Luther belegen? In den mit bekannten Schriften von Luther kann ich diese Äußerungen nicht finden.

  15. @ #15 Dr. med. Wurst

    Witzigerweise hatte Luther so ziemlich genau das Gleiche dem deutschen Kaiser vorgeworfen, nämlich, dass er sich zum Schaden „deutscher Nation“ ausbeuten lässt, und zwar in Bezug auf den Papst und dessen vermeintliche Oberhoheit über das Kaisertum, die dt. Ländereien, und die gewaltigen Summen, die an die Kirche für Rom abgeführt werden mussten, und das ohne jedes geltende Recht. (In der Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“).

  16. Mir gefällt diese kleine Geschichtskunde gut, man kann ja als staatsungebildeter Deutscher seine geschichtlichen Defizite nicht dadurch ausgleichen, dass man mangels Anhaltspunkten wahllos in den Bibliotheken rumkramt.

    Das wäre übrigens mal was zur unterstützenden Sozialisation unserer „Neubürger“: Verpflichtender deutscher Geschichtsunterricht, etwas Kultur hat noch niemandem geschadet. 😀

    Tja, die Realität über unsere Geschichte passt so garnicht in das geschmierte Bild des „aggressiven Deutschen“.
    Im Gegenteil, unsere „Freunde“ in Europa hielten sich, eigentlich genau wie heute, regelmässig an Deutschland und an unseren Vorfahren schadlos und die sind es eigentlich, die „eingehegt, ausgedünnt und von der Landkarte verschwinden“ müssten, um bekannte „Grüne“ und Rote sinngemäss zu zitieren.

    Nicht, dass ich sowas befürworten würde, ich bin ja kein roter oder „grüner“ Barbar. 😀

  17. #11 Kaventsmann (23. Nov 2012 21:12) …

    Der erste diplomatische Erfolg der Österreicher nach dem zweiten Weltkrieg war, der Welt glaubhaft zu versichern, dass Hitler ein Deutsche und Beethoven ein Österreicher war.

    Dass Österreich nicht bei Bismarcks Reichsgründung dabei war, lag auch daran, dass die Habsburger durch ihre Heiratspolitik mit allen verwandt waren, besonders mit Napoleon.

  18. #18 nicht die mama (23. Nov 2012 23:23) …

    Man kann sich auch mal die Germanen näher anschauen. So ein thumbes Volk wie die oft hingestellt werden, waren die gar nicht. Die waren nur insofern blöd, dass sie oft römischen Versprechungen glaubten die nachher von den Römern gebrochen wurden und die Germanen bitter bezahlen mussten. Schon vor Cäsar hätten die Germanen zweimal Rom erobern können, wollten aber nur Siedlungsraum und haben den Römern geglaubt als die ihnen Spanien zuwiesen. Das mussten die dann mit vielen Toten bezahlen. Die Germanen haben aufgehört nachdem sie einen Sieg errungen haben, die Römer und andere haben dann erst richtig angefangen. Kommt einem irgendwie bekannt vor, gelle?

  19. Glückwunsch zum Artikel!
    Dieses Mal war’s besser. Wer den locker -flockigen Stil mag: Das hat durchaus funktioniert. Es wäre schön, wenn wenn Teil 1 so überarbeitet würde(inklusive Fehlerberichtigung).

  20. @ #17 Kaventsmann (23. Nov 2012 22:34)

    ANTWORT I

    Ich habe mal in einem Kommentar, unter einem Artikel von Michael Mannheimer, was dazu geschrieben aus einer ev. Zeitung online, kann es aber derzeit nicht finden. Bei MM habe ich einen anderen Nick 😉

    Aber auch hier steht was:
    In den Türkenkriegen (1521–1543) benutzte Luther die Gefahr der osmanischen Expansion zunächst für seine kirchenpolitischen Zwecke. Er erklärte, dass es zunächst gelte, den „inneren Türken“, also den Papst zu besiegen, bevor man sich daran machen könne, gegen den Großtürken von Istanbul loszuschlagen, die er beide für Inkarnationen des Antichristen hielt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther#Sp.C3.A4tzeit
    (Luther ist für mich einer der widerlichsten Charaktere: sexistisch, antisemitisch, versoffen, die es je gab!)

    Martin Luther:
    „“…Wir müssen heutiges Tages mit dem Türken(Anm.: wie mit den Juden) auch so tun. Unrecht meinen wir, weil er Ärger denn ein Heide ist, daß er solch einen großen Sieg gegen uns Christen haben soll. Aber laßt uns nicht sehen, wer der Türke ist, sondern wer wir gegen Gott sind; so finden wir, daß uns nicht Unrecht geschieht…““
    http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:l:luther:p:luther-mat._22_15-22

  21. @ #17 Kaventsmann (23. Nov 2012 22:34)

    ANTWORT II

    Hier habe ich andere Links zum Thema Luther und die Türken, die meinen Äußerungen nahen kommen, (jene guten Links von vor Monaten finde ich nimmer):

    http://books.google.de/books?id=DUjsM-AYvmkC&pg=PA30&lpg=PA30&dq=luther+t%C3%BCrken+gei%C3%9Fel+gottes&source=bl&ots=YhdtVfo0VK&sig=_E8TFxEVFsBtnrYe1XIGfCVFkds&hl=de&sa=X&ei=4gqwULDHF6rf4QSau4HgDQ&ved=0CDYQ6AEwAQ#v=onepage&q=luther%20t%C3%BCrken%20gei%C3%9Fel%20gottes&f=false

    „“Seit dem Thesenanschlag in Wittenberg ist auf alle Fälle klar, dass ein einheitlich christlich motivierter Kreuzzug gegen die Türken nicht mehr geben kann. Luther geht sogar so weit, dass die Teilnahme an den Türkenkriegen vermieden werden sollte, solang der Name des Papstes noch soviel Ansehen und Macht besitzt. Diese Meinung stieß auf vehementen Wiederstand,…““
    http://franzzobl.twoday.net/stories/4568440/
    Wie man sieht, versucht man aus der schrecklichen Person Martin Luther trotz alledem noch einen Helden zu stricken!

  22. #21 felixhenn (23. Nov 2012 23:28)

    Die Geschichte von den „thumben Barbaren“ ist schon längst abgehakt.
    Zumindest bei denen, die sich dafür interessieren und sich informieren.

    Kunst und Kultur hatten bei den alten Germanen einen ebenso hohen Stellenwert wie das Handwerk, was eigentlich erstaunlich ist, mussten die Germanen doch einen grossen Teil ihrer Zeit mit dem Erwerb des Lebensunterhaltes im, laut Tacitus, „dunklen Wald inmitten Europas“ aufwenden.

    Viel Zeit zum Saufen und Raufen blieb da nicht. 😉

  23. Man hätte im Artikel vielleicht noch dringend die „Heilige Liga“ erwähnen müssen, einen Verbund von katholischen Reichen und Staaten, die gemeinsam und mehrmals höchst erfolgreich gegen Türkenheere und andere Feinde zu Felde gezogen sind.

    Alle entscheidenden Schlachten und Siege gegen außereuropäische Invasoren (inkl. alle Aggressionenvon islamischen Ländern) wurden in den Jahrhunderten – und auch danach – von katholischen Heeren und Allianzen eingefahren.

    Es gibt keine einzige Schlacht, bei der Protestanten maßgeblich an einem Sieg gegen eine muslimische/osmanische Angriffsarmee beteiligt gewesen wären.

    Stattdessen hat die katholische „Heilige Liga“ mit den Osmanen mehrmals den Boden aufgewischt und Europa befreit – sei es der Sieg vor Wien durch Fürst Starhemberg, Jan Sobieski und andere Streiter aus der Allianz von Bayern, Alemannen, Habsburgern, Polen, Litauern, Veneziern und die danachfolgende schrittweise Befreiung des Balkans bis hinunter nach Griechenland und Bulgarien durch Feldheeren wie Prinz Eugen, oder die legendäre und entscheidende Seeschlacht von Lepanto, bei der die „Hl. Liga“ unter Don Juan D’Austria (übrigens auch ein Deutschstämmiger) die maritimen Fähigkeiten der Türken für immer zerschmettert hat.

    In der gleichen Zeit haben die protestantischen Niederländer bereits lukrative Handelsverträge und „Allianzen“ mit dem osmanischen Reich geschmiedet…

    Kein Vorwurf an die Protestanten von heute, aber geschichtlich betrachtet geht ihr Anteil an der Reinhaltung Europas vom islamisch-osmanischen Einfluß fast gegen 0.

  24. @ #21 felixhenn (23. Nov 2012 23:28)

    Also die alten Germanen lebten in Stammesverbänden mit Stammesfürsten und Häuptlingen, mit Blutrache und Ehrenmorde, die Messer saßen locker, wenn sie von Met und Bier besoffen waren, da zoffte sich der Mann wegen geringsten angeblichen Beleidigungen, sie hingen der Vielgötterei an.
    Wenn jmd. ermordet worden war, konnt man sich bei der geschädigten Sippe freikaufen, die Summe legte der Stamemsrat oder -ältestenrat fest. Das ist bei den orientalischen Stämmen in Afghanistan oder Arabien usw. nicht anders.

  25. #25 Schweinsbraten (24. Nov 2012 00:57)

    Hmmm… Luther argumentiert hinsichtlich der Türken ähnlich wie Eva Herrmann hinsichtlich der „Love Parade“-Tragödie.

  26. #21 felixhenn (23. Nov 2012 23:28)

    Interessant ist zum Beispiel die Geschichte um die Irminsul.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Irminsul

    Eine Sage behauptet, dass Karl der Grosse drei Tage brauchte, um das Bauwerk abzureissen.
    Wenn das so richtig ist, muss dieses Bauwerk für damalige Verhältnisse gross gewesen sein.
    „Thumbe Barbaren“ und grosse Bauwerke aus Stein passen aber nicht zusammen.

    Auch interessant, zumindest um Stichworte zu erhalten:
    http://www.wissen.de/lexikon/germanische-kunst

  27. #28 Schweinsbraten (24. Nov 2012 01:55)

    Naja, abgesehen davon, dass man nicht alles ungeprüft übernehmen soll…ein paar Jährchen liegen da aber schon zwischen Alt-Germanien und Neu-Afghanistan… 😉

    Besonders beim Frauenbild können sich bestimmte Kulturen ein Stück abschneiden.

    Beachtenswert ist die Stellung der Frau bei den Germanen. Sie ist nicht Dienerin, sondern Gefährtin des Mannes in allen Lebenslagen, und wenn auch in der Form der Mitgift der bei den indogermanischen Völkern übliche Kauf der Frau in abgewandter Form noch in Erscheinung tritt, so ist die Mitgift selbst etwas bezeichnend Germanisches. Der Mann bringt ihr Kinder, ein gezäumtes Ross, ein Schild mit Speer und Schwert, die Frau schenkt ihm ein Waffenstück. Diese Gaben sollen sinnbildlich die unlösbare Verbundenheit von Mann und Frau im Frieden und im Krieg dartun, und auch die Frau soll sich am Tage der Eheschließung bewusst sein, dass sie die Gefahren ebenso mit ihrem Manne teilen muss wie die glücklichen Zeiten. Diese Stellung der Frau drückt sich auch in der Einrichtung aus, dass die Sippe der Frau ihre Ehre und ihr Ansehen, ihre Geltung und ihr Recht selbst dem Ehemann gegenüber zu vertreten hatte, so dass die Frau also keineswegs schutzlos war.

    Wer weiss? Vielleicht wurde auch die Demokratie nicht in Griechenland erfunden? 😉

    Auf der
    Volksversammlung wurden Beschlüsse gefasst, die das Zusammenleben regeln
    sollten.

    http://www.b.shuttle.de/b/planck-gym/latein/die_germanen.htm

  28. @ #27 Bayernstolz (24. Nov 2012 01:54)

    …und Frankreich mit dem Sonnenkönig buhlte auch mit den Osmanen:
    Molière, der Sonnenkönig und die Türken
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43064164.html

    „“Die wichtigsten Gegner der Osmanen waren dabei anfangs die Republik Venedig, das habsburgische Österreich und Polen-Litauen, ab dem späten 17. Jahrhundert kam als Gegner dann zunehmend das Russische Reich hinzu.

    Zeitweilig verbündet mit den Osmanen waren Mächte wie Frankreich, Schweden und Preußen…““
    http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkenkriege

  29. @ #32 nicht die mama (24. Nov 2012 02:10)

    Habe nicht gesagt, daß wir uns für die alten Germanen schämen sollten.

    Aber Fakt ist auch, daß sie ständig Bruderkriege führten mit anderen Stämmen, daß viele Stämme durch – mindestens – „Germanien“ zogen, seßhafte bäuerliche Germanen überfielen, ausraubten und ermordeten.

    Als Badenerin bin ich eine Alemannin. Alemannen verdrängten kriegerisch die Kelten und andere Ureinwohner auf ihrem Zug von der Elbe zum Ober- und Hochrhein.

    Alamannen/Alemannen heißt übrigens alle Männer, womit alle Menschen gemeint waren, Frauen nicht extra erwähnt. Zu den Alemannen gehörten viele verschiedene Menschen, vielleicht sogar auch Skythen, sie waren also multikulti, wer mitzog gehörte dazu.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alamannen

    Mit der Varusschlacht jedenfalls entschieden sich die Germanen gegen Fußbodenheizung, Römerbad, Wasserklosett und gemauerte Häuser…

    In der Geburtsfamilie meiner Mutter gibt es Blonde, Rothaarige, Brünette und Schwarzhaarige, ihre 8 Geschwister, alle ziemlich klein mit großen Nasen. Väterlicherseits haben wir Hugenotten dabei, u.a. meine Oma war eine geborene…, accent aigu nur weggelassen, aber so betont, als wäre es noch da…

    So, jetzt bin ich wiedermal über mehrere Jahrhunderte gesprungen 😉

  30. #35 Schweinsbraten (24. Nov 2012 02:43)

    Habe nicht gesagt, daß wir uns für die alten Germanen schämen sollten.

    Das habe ich Dir auch nicht unterstellt, falls das so rübergekommen ist, tuts mir leid.

    Das müssen damals wilde Zeiten mit rauhen Sitten gewesen sein, unsere Vorfahren waren bestimmt keine Heiligen. 😉

    Aber so schlimm, wie Germanen, Kelten und die anderen Stämme lange Zeit dargestellt wurden, waren sie nicht.
    Barbaren sind anders. 😉

    Mit der Varusschlacht jedenfalls entschieden sich die Germanen gegen Fußbodenheizung, Römerbad, Wasserklosett und gemauerte Häuser…

    …und gleichzeitig für die Freiheit, die Unabhängigkeit und für die Möglichkeit, ihr Land und ihr Leben selbst zu gestalten und das alles selbst einzuführen, es teilweise besser zu machen und das alles länger zu behalten als die Römer. 😀

    Ich finde es jammerschade, dass meine Familie keine Familienchronik geführt hat.
    Soweit ich es zurückverfolgen kann, waren die Familien beider Elternteile „immer schon“ in Bayern heimisch.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bajuwaren#Ethnogenese

    Aber wenn ich mir die Familie väterlicherseits so anschaue, hat da offensichtlich mal ein typischer Nordmann mitgemischt, Blonde und Stämmige mit rötlichen Bärten sind in diesem Zweig die Regel.

  31. (Luther ist für mich einer der widerlichsten Charaktere: sexistisch, antisemitisch, versoffen, die es je gab!)

    Daß Luthers Ansichten, Einstellungen und Überzeugungen nicht unbedingt mit dem übereinstimmen, was man im immer noch beginnenden 21. Jahrhunderts so für das seeligmachende Wissen hält, hat wohl einfach damit zu tun, daß seit seiner Zeit einige Jahrhunderte ins Land gegangen sind. Und daß sich das, was Sie Lutherschen Sexismus nennen, von der Einstellung seiner Zeitgenossen unterschieden haben soll (wie Sie ja zumindest nahelegen), hätte ich ganz gerne mit ein paar Beispielen unterlegt. Das hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pornokratie

    war zu Luthers Zeit natürlich auch schon wieder Jahrhunderte her … aber hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums

    findet sich – wie immer man Deschner ansonsten als Mensch und Autor bewerten mag – sicher genügend Material, um Luthers Einstellung zur Katholischen Kirche nachvollziehen zu können; weshalb man sie natürlich noch nicht teilen muß.

    Und was Luthers Antisemitismus betrifft … – ich weiß auch nicht genau, wo er den her hat. Allerdings habe ich noch so im Hinterkopf, daß er wohl irgendwann mal mit dem Talmud in Berührung gekommen ist, und daß das was er da so mitbekommen hat wohl für einen diesbezüglichen Meinungsumschwung gesorgt hat. Aber das ist jetzt auch nur so eine ‚Sekundärinformation‘, die man so im Kopf hat, von der man aber nicht mehr weiß, wo man es irgendwann mal gehört oder gelesen hat.

    Es gibt allerdings einige Talmud-Zitate, die mir diesen Meinungsumschwung – wenn er denn darauf zurückzuführen gewesen sein soll – … nun ja, sagen wir mal ‚verständlich‘ machen – beispielsweise hier:

    http://www.hansbolte.net/Talmudzitate/

    Wie gesagt, ICH weiß jetzt nicht in welchem Gesamtzusammenhang das gesehen werden muß oder sollte, ich kenne nur solche Zitate. Aber wirklich freundlich sind sie ja nun nicht gerade. Und vor einem immerhin halben Jahrtausend mag sich die Begegnung mit solchen Texten oder Textstellen auf das Bewußtsein eines christlichen Kirchenmannes schon noch anders ausgewirkt haben als heute…

  32. Ferrari,

    Du hast Recht: heute ist die größte Katastrophe die grüne Pest.

    Leider findet sie sich in allen etablierten Parteien. Es ist wie eine Krankheit. Eine Seuche – Pest halt.

  33. 330 Jahre Türkenbelagerung Wiens ist nächstes Jahr angesagt zu gedenken.
    Was Bürgermeister Dr.Helmut Zilk noch zustande brachte, zu diesen Ereignissen, großartige Ausstellungen in Wien zu gebn, ist dem heutigen roten Häupl ein Dorn im Auge und er würde gerne diese Geschichte umschreiben, denn als Türkenmichl
    sagt bereits sein Skip, wohin er tentiert.
    Aber privat wird der Wiener dieses Gedenken feiern und entlang der Donau, wo einst diese Türkenbanden ihr Lager hatten, ist dazu genug Platz um die Grillfeuer brennen zu lassen!

  34. es stimmt schon, dass die habsburger die kaiser des heiligen römischen reiches deutscher nation waren, aber österreich hat sich nicht als teil deutschlands verstanden. und ab 1806 sowieso nicht mehr.

    So einen Unsinn kann man nur schreiben, wenn man von Geschichte nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung hat. Natürlich hat sich Österreich stets als ein deutsches Land bezeichnet und gefühlt, zumal es als Grenzland „Schild und Wehr des Reiches“ war.

  35. @ #37 animaltorture (24. Nov 2012 05:29)

    Da haben Sie wohl schlicht und einfach vergessen, daß schon immer und überall in Deutschland Juden lebten, wenn sie nicht gerade mal wieder verfolgt wurden. Luther kann also tagtäglich welchen über den Weg gelaufen sein, wenn er nicht wieder paranoide Anfälle hatte und mit Gott und dem Teufel rang…

    Übrigens segnete Luther in einigen Fällen adlige Bigamie ab und sollte von seinen Kumpanen sogar zum wiedergekehrten Messias ausgerufen werden. Da gab es dann doch noch genug Evangelen, die dagegen waren. Den Hahn, als Sinnbild Jesu holten die Evangelen von den Kirchtürmen, die sie okkupiert hatten und setzten einen Schwan drauf, für Luther, den „Schwan von Wittenberg“, heute noch auf vielen Kirchen Norddeutschlands zu sehen.

    Lthersprüche:

    Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.“

    „Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“

    „Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“
    (Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)…““

    Die letzten Jahre seines Lebens war ihm die Judenvernichtung ein zentrales Anliegen:

    „“ „Wie es unmöglich ist, dass die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen lässt, die Schlange ihr Stechen: so wenig lässt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“
    (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd. 62, S. 375)

    „Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“
    (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

    „Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, dass Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“
    (Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 182)

    „Ich will meinen treuen Rat geben.
    Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich..
    Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“
    (Luther: Handbuch der Judenfrage, S. 233-238)

    „Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“
    (Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd. 32. S. 244)

    „Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler… die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen…es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“
    (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16)

    „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (1923). Die Reichskristallnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition. Hitler sagte: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“…““
    http://www.projektwerkstatt.de/religion/luther/luther_zitate.html

    http://www.ursulahomann.de/MartinLutherUndDieJuden/komplett.html

    Übrigens hat Luther nie was an eine Kirchentür genagelt. Das ist fromme evangelische Legende!

  36. Martin LUTHER(Luder/Lothar), der Säufer und Fresser – woran er vermutlich starb:

    „“…„Wir essen uns zu tot, wir trinken uns zu tot, wir schlafen uns zu tot, wir farzen und scheußen uns zu tot.“(Tischreden fol. 45 b, 54 a.)

    Der Zeitgenosse Luthers, Kanonikus Johannes Cochläus († 1552), berichtet über Luthers Reise nach Worms im Jahr 1521 unter Begleitung von hundert Rittern:

    Aus Eisenach schrieb er am 2. Juli 1540 seiner Frau, die er „Käthi“ nannte: „Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher, das sei Gott gedankt“.

    Von Eisleben berichtete er am 6. Februar 1546: „Wir haben zu fressen und saufen genug.“

    „Unterwegs sei es in den Wirtshäusern toll zugegangen mit Fressen, Saufen, Tanzen.

    Luther in seiner Mönchskutte habe unter lustigem Possenreißen unterschiedliche Gassenhauer auf der Laute gespielt.

    In Worms habe sich Luther aufgrund seiner Unmäßigkeit Beschwerden zugezogen.“

    Das Gesagte bestätigt Graf Hoyer VI. von Mansfeld († 1540) in seinem Schreiben an Ulrich von Helfenstein im Jahr 1522 so:

    „Er sei hievor und zu Worms gut lutherisch gewesen, habe aber befunden, daß Luther ein lauter Bube sei, denn er saufe sich voll, wie der Mansfeldischen Gewohnheit, habe gern schöne Frauen bei sich, schlage auf der Laute und führe ein leichtfertiges Leben, deshalb sei er ganz abfällig geworden.“ (De Wette I. 49.)

    Der „magere Augustiner“ ist bereits ein „wohlgenährter Mönch“ geworden, bei dem man den Hang zum Trinken beobachtete, und er schien ganz ausgelassen und dämonisch. (Hergenröther-Hefele, Konziliengeschichte, IX. 231.)

    11:31:06 | Freitag, 30. Dezember 2011
    Protestantismus
    Martin Luther: Sieben Liter Wein pro Tag
    „Wir essen uns zu tot, wir trinken uns zu tot, wir schlafen uns zu tot, wir farzen und scheußen uns zu tot.“
    Martin Luther auf einem Gemälde von 1529
    Martin Luther auf einem Gemälde von 1529
    (kreuz.net) Wandelt im Geiste, vollbringet nicht Werke des Fleisches, als da sind Trunkenheit, Schwelgerei.

    So mahnte Sankt Paulus die Christen schriftlich.

    Er selber beobachtete das Enthaltungsgelübde des jüdischen Nasiräats, aß kein Fleisch und trank keinen Wein.

    Er fastete viel: „Ich züchtige meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.“

    Ein verkommener Säufer

    Und Luther? Er war entgegengesetzter Meinung und Handlungsweise.

    Das gepriesene „Rüstzeug des heiligen Geistes, der Gottesmann von Wittenberg, der dritte Elias, der andere Paulus, Mund Christi und Gottes Notar“ – wie er von Protestanten genannt wurde – erweist sich als habitueller Schlemmer und Vollsäufer durch dreißig Jahre – angefangen von seinem Abfall bis zum letzten Tage seines Lebens.

    Der evangelische Pastor May bestreitet letzteres vergeblich.

    Luther war kein Tugendmuster der Mäßigkeit und Nüchternheit, sondern ein verkommener Säufer, der sich seines Lasters gar nicht schämte, sondern rühmte.

    Fressen, Saufen und Tanzen

    Der Zeitgenosse Luthers, Kanonikus Johannes Cochläus († 1552), berichtet über Luthers Reise nach Worms im Jahr 1521 unter Begleitung von hundert Rittern:

    „Unterwegs sei es in den Wirtshäusern toll zugegangen mit Fressen, Saufen, Tanzen.

    Luther in seiner Mönchskutte habe unter lustigem Possenreißen unterschiedliche Gassenhauer auf der Laute gespielt.

    In Worms habe sich Luther aufgrund seiner Unmäßigkeit Beschwerden zugezogen.“

    Ein leichtfertiges Leben

    Das Gesagte bestätigt Graf Hoyer VI. von Mansfeld († 1540) in seinem Schreiben an Ulrich von Helfenstein im Jahr 1522 so:

    „Er sei hievor und zu Worms gut lutherisch gewesen, habe aber befunden, daß Luther ein lauter Bube sei, denn er saufe sich voll, wie der Mansfeldischen Gewohnheit, habe gern schöne Frauen bei sich, schlage auf der Laute und führe ein leichtfertiges Leben, deshalb sei er ganz abfällig geworden.“ (De Wette I. 49.)

    Der „magere Augustiner“ ist bereits ein „wohlgenährter Mönch“ geworden, bei dem man den Hang zum Trinken beobachtete, und er schien ganz ausgelassen und dämonisch. (Hergenröther-Hefele, Konziliengeschichte, IX. 231.)

    Das Werk eines besoffenen Deutschen?

    Von der Wartburg schreib Luther an den Altenburger Reformatoren Georg Spalatin († 1545), daß er „müssig und trunken den ganzen Tag da sitze“ (Köstlin, I. 471.).

    Seit 1530 finden wir ihn dauernd unmäßig.

    Im Jahr 1535 fragte er den Nuntius und späteren Reformatoren Pietro Paolo Bergerius († 1565), ob es wahr sei, daß man in Rom glaube, die Reformation sei das Werk eines „besoffenen Deutschen“.

    Der „Civis Mansfeldensis“ – der Apotheker Johann Landau in Eisleben – berichtet, daß der „Gottesmann“ dort sogleich nach der Predigt ein Frühstück von mehreren Gängen bekam, und daß er bei jeder Mahlzeit einen Sextarius allein exotischen Weines getrunken habe.

    Außerdem bemerkt Luther selber in seinen Briefen, daß er noch guten Landwein und verschiedene Sorten Biere trinke, die ihm „des Morgens drey Stuele in dreyen Stunden“ machten.

    Der lutherische Theologe Andreas Musculus († 1581) berichtet:

    „Nach dem Abendessen bei Luther gingen wir in das Haus des Lukas Cranach und tranken wieder. Als wir dasselbe verlassen, haben wir Luther nach Hause gebracht und hier wurde wieder auf sächsische Weise weiter getrunken.“ (Evers V. 147.)

    Philipp Melanchton († 1560), intimer Freund Luthers, erzählt, daß der „Gottesmann“ bei einer Kindstaufe anwesend war und sich dergestalt übernommen, daß er sich erbrochen und sogleich ins Bett legen mußte.

    Luther hatte eine stets reichlich ausgestattete Küche in Wittenberg und Überfluß an süßen und ausländischen Weinen.(Anm.: Vor seinem vorratskeller hing ein Schloß gegen Diebstahl, wie man jüngst bei Ausgrabungen und Forschungen bestätigt fand. Studenten die mit ihm tafeln und diskutieren wollten mußten Eintritt zahlen.)

    Jeden Mittag und Abend pflegte er einen Sexter süßen, ausländischen Weines auszutrinken, also zusammen zirka sieben Liter.

    Diesem Brauche huldigte er wacker noch am Vorabende seines Todes, am 17. Februar 1546…““
    http://www.kreuz.net/article.14435.html

  37. „“Und was Luthers Antisemitismus betrifft … – ich weiß auch nicht genau, wo er den her hat““
    (#37 animaltorture, 24. Nov 2012 05:29)

    ANTWORT:

    „“Luther blieb Juden gegenüber unversöhnlich bis in den Tod

    Bis in seine Todesstunde hinein hat Luther es nicht verkraftet, dass die Juden die Messianität Jesu ablehnten. Am 1.Februar 1546, achtzehn Tage vor seinem Tod, schrieb er aus Eisleben seiner Frau Katharina in Wittenberg: „Ich bin gar schwach gewesen auf dem Weg hart vor Eisleben, das war meine Schuld.
    Aber wenn du da gewesen wärest, so hättest du gesagt, es wäre der Juden oder ihres Gottes, des Teufels, Schuld gewesen. Denn wir mussten durch ein Dorf hart vor Eisleben, darinnen viele Juden wohnen, vielleicht haben sie mich so hart angeblasen.“
    In seiner letzten Predigt, drei Tage bevor er starb, hat er in seiner Geburtsstadt Eisleben die Christen noch einmal aufgefordert, die Juden zu vertreiben, falls sie sich nicht bekehren ließen.
    Wir wollen sie dann, so sagte Luther wörtlich, „bei uns nicht dulden noch leiden.“…““
    http://www.ursulahomann.de/MartinLutherUndDieJuden/komplett.html

  38. Ist ja mal richtig Geschichtsunterricht hier. Also seltsam finde ich, dass wir in der Schule (jedenfalls bei mir damals in den 90 igern) gar nichts von den Türken vor Wien erfahren haben ! Das wurde gar nicht thematisiert. Stattdessen wurde zigmal der zweite Weltkrieg behandelt. Das ist das einzige, was ich noch in Erinnerung habe.

  39. @ #5 Maja (23. Nov 2012 18:23)

    Interessant, aber was hat das mit PI zu tun?

    Widerspruch, verehrte Biene!
    Wenn wir Wenigen hier in Europa und damit auch in Deutschland uns gegen eine nur noch verhalten kaschierte Islamisierung der kulturellen Welt des „alten“ Europas zur Wehr setzen, dann ist es allemal sinnvoll und sogar notwendig, daß wir uns unserer kulturellen Wurzeln bewußt sind.
    Bitte nicht vergessen: Hier lesen nicht nur Menschen mit, die das Glück hatten, in sogenannten ‚gebildeten‘ Kreisen sozialisiert worden zu sein.
    Ich paraphrasiere mal einen leeren Spruch der Claudia F. Roth-Fraktion:
    „Wir müssen auch die durch eigene oder fremde Schuld Ungebildeten dort abholen, wo sie stehen geblieben sind, oder wo sie stehen gelassen wurden.“ (Die Schuldfrag‘ reiche ich gleich mal an die verantwortlichen und noch denkfähigen gymnasialen 68er-Geschichtsschwätzer weiter…)

    Don Andres (fast hätte ich geschrieben: Willy… 😉 )

  40. #40 good4you

    So kann man’s sagen!
    Es ist ein Krebsgeschwür, das auch vor den etablierten Parteien nicht halt macht.

    Bekämpfen muß man es am Hauptinfektionsherd: Den Schulen!

  41. # schweinsbraten

    Ja, mit Luther werden Sie in diesem Leben wohl nicht mehr warm. 😆 Aber danke für die umfangreichen Infos. Nur: Seine Leistung, für die er in Erinnerung geblieben ist, ist doch wohl die Bibelübersetzung gewesen (ob er das alles richtig übersetzt hat, kann ich nicht sagen), d.h. er hat denen, die kein Latein konnten – also nicht verstehen konnten, vom Schreiben will ich gar nicht reden – die Möglichkeit gegeben die Bibel in deutscher Sprache hören. Und wer der Schriftsprache mächtig war, konnte sie nach der Durchsetzung des Buchdrucks auch (selber!) lesen. Das war und bleibt – bezogen auf die damaligen Verhältnisse – ein gigantischer Befreiungsschritt.

    Und ob seine Bibelübersetzung besser geworden wäre, wenn er ein Asket gewesen wäre … ? Und wenn Sie Paulus zum Vergleich heranziehen – der lebte weit über tausend Jahre vor Luther und in einer ganz anderen Kultur; das Mansfeld hat eben einen anderen Typen hervorgebracht. UND: Luther hatte – astrologisch gesehen – eine Skorpion-Sonne; und Skorpione sind … nun ja, sie sind in dem was sie tun gerne 120prozentig. Heißt: In dem was sie tun, gehen sie gerne nicht nur an die Grenze … sondern darüber hinaus. Das gehört zu ihrem Wesen.

    Und was sein Verhältnis zu den Juden betrifft: Ja, natürlich hat es Pogrome gegen Juden gegeben – aber die gab es nicht erst seit oder durch Luther. Und dann kann ich nur noch mal darauf verweisen, daß Sie doch nicht ernstlich die geläufigen Vorstellungen der damaligen Zeit mit der heutigen Elle messen können. UND: Wenn man sagt „Ja, es hat Pogrome gegen Juden gegeben‘, dann muß man eben auch sehen, daß Deutsche in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auch umgebracht wurden … und in wesentlich größerer Zahl – da waren es dann halt die Söldnerhaufen irgendwelcher Fürsten, Könige, Kaiser.

    Wer ist denn im Dreißigjährigen Krieg oder in den Bauernkriegen umgebracht worden? Juden waren das nicht. Was verlangen Sie also von der Geschichte? Daß alle anderen umgebracht werden, aber Juden durch die Zeiten in diesen Zeiten immer ungeschoren bleiben soll(t)en? Und, wenn diese Anmerkung noch erlaubt ist, es ist ja nicht so, daß irgendjemand die Juden gezwungen hätte im damaligen Deutschland zu bleiben, oder. Rom gab es nicht mehr – es hätte ihnen doch freigestanden nach Israel zurückzukehren, oder? Sie sind aber geblieben, oder sehe ich das falsch? Und wenn sie also geblieben sind, dann müssen sie ja wohl einen triftigen Grund gehabt haben – jedenfalls scheint mir offensichtlich, daß in ihrer Eigenbewertung Pogrome oder Bedrohungen halt in dieser Zeit zum Leben dazugehörten. Allein die Körperstrafen der damaligen Zeit, die als völlig normal empfunden wurden (Rädern, Vierteilen …) – es waren eben keine Zeiten, deren Wertvorstellungen von sozialdemokratischen Ethikkommissionen gebildet wurden. Andere Zeiten – andere Sitten … und vergleichen sollte man nur Vergleichbares. Aber dennoch Dank für die umfangreichen Infos.

  42. Trotz allem gab es erst im 20. Jahrhundert in der Weimarer Republik „Deutsche“ bis dahim gab es keine Deutschen, nur deutschsprachige.

  43. @ #49 spielmann

    Unsinn. Natürlich gab es bereits im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation Deutsche, und zwar ab dem Zeitpunkt, als sich die Bezeichnung von den „teutschen Landen“ verbreitet hatte, das war zur Zeit der Salier. „Teutsche“ wurden die Bewohner der deutschsprachigen Regionen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation genannt, und bezeichnete die Angehörigen einer Kulturnation. Was Sie verbreiten ist linke Geschichtsklitterung der 68er nebst Nachhut.

    Der Deutsche Nationalstaat wurde übrigens bereits 1871 gegründet, und nicht erst mit der Weimarer Republik.

    In vielen Sprachen der Welt heißen Deutsche heute noch Germanen, und Deutschland „Germania“. Es gibt eine historische Kontinuität der deutschen Geschichte von Land, Leuten, Sprache und Kultur vom 9. Jhd. bis in die heutige Zeit hinein. Thailand hieß früher Siam, und Ihrer „Logik“ nach hätte Thailand nichts mit Siam zu tun.

  44. @ #43 Schweinsbraten

    Die Juden kamen erstmals im 10. Jhd. nach Deutschland, und Luther hatte keinem einzigen von ihnen etwas zuleide getan.

  45. @ #51 Kaventsmann (24. Nov 2012 19:18)

    Gell, es tut weh, wenn eine Ikone plötzlich vom Sockel gezerrt wird!

    Wenn Sie die Links und Zitate, die ich oben einstellte, mit Luthers schrecklichen Hetzreden, -predigten und -schriften gegen Juden, Aufrufe zur Judenvertreibung und -ermordung als „Luther hat keinem Juden was getan“ betrachten wollen – ich sehe das vollkommen anders!!!

    Sie müssen schon mal gründlich lesen, bevor Sie sich weiter an einen veermeintlichen Helden Luther klammern, hier noch ein Link:
    http://www.theologe.de/martin_luther_juden.htm

  46. @ #52 Schweinsbraten

    Danke, für ich Nachweise bzgl. der Türken und Luther, ich hätte Ihnen noch geantwortet. Was Luther gegen die Juden schrieb, war mir bekannt. Ich halte Luther nach wie vor für großartig, und für eine der bedeutendsten Personen der Geschichte. Auch seine Kritik am Papst und der röm.-kath. Kirche war sachlich korrekt.

    Was die Türkenkriege betrifft, so war Luther sehr dafür, dass die Deutschen gegen sie kämpfen, aber er war zurecht verärgert, dass der Papst vorgab, Geld für den Kampf gegen die Türken zu sammeln, es aber größtenteils in die eigene Tasche steckte, und das gesammelter Geld zweckentfremdete

    PS: Die Päpste hatten sicher nicht weniger gesoffen, als Luther, und im Vergleich zu ihm ein Lotterleben geführt.

  47. Martin Luther, der Papst und die Türkenkriege (was das Ausnahmen Deutschlands betrifft, so könnte man heute „Papst“ durch „EU“ ersetzten):

    (…) Wozu ist das Volk nütze in der Chri­stenheit, das da heißet die Kardinäl? Das will ich dir sagen. Welsch- und Deutschland haben viel reiche Klö­ster, Stifte, Lehen und Pfarren, die hat man nicht ge­wußt, besser gen Rom zu bringen, denn daß man Kar­dinäle macht und denselben die Bistümer, Klöster, Prä­laturen zu eigen gebe und Gottes Dienst also zu Boden stieße. Drum sieht man jetzt, daß Welschland ganz wüst ist, Klöster zerstört, Bistümer verzehrt, Prälaturen und aller Kirchen Zinsen gen Rom gezogen, Städte verfallen, Land und Leute verdorben, wo kein Gottesdienst noch Predigt mehr vor sich geht. Warum? Die Kardinäle müs­sen die Güter haben, kein Türk hätte Welschland so können verderben und Gottes Dienst niederlegen. (…)
    Wie kommen wir Deutschen dazu, daß wir solch Räuberei, Schinderei un­serer Güter von dem Papst leiden müssen? Hat das Kö­nigreich zu Frankreich sich dessen erwehret, warum las­sen wir Deutschen uns so narren und äffen? (…)
    Es haben vorzeiten deutsche Kaiser und Fürsten dem
    Papst bewilligt, die Annaten auf alle Lehen deutscher Nation einzunehmen, das ist die Hälfte der Zinsen des ersten Jahres auf einem jeglichen Lehen: die Bewilligung
    aber ist so geschehen, auf daß der Papst durch solch gro­ßes Geld sollte sammeln einen Schatz, zu streiten wider die Türken und Ungläubigen, die Christenheit zu schüt­zen, auf daß dem Adel nicht zu schwer würde, allein zu streiten, sondern die Priesterschaft auch etwas dazu täte.(…)
    Solchen guten, einfältigen, frommen Eifer der deutschen Nation haben die Päpste dazu gebraucht, daß sie bisher mehr den hundert Jahre solch Geld eingenommen und nun einen schuldigen, pflichtmäßigen Zins und Auflage draus gemacht und nicht allein nichts gesammelt haben, sondern darauf gestiftet viel Stände und Ämter zu Rom, die damit jährlich als aus einem Erbzins zu besol­den sind. Wenn man nun wider die Türken zu streiten vorgibt, so senden sie heraus Botschaft, Geld zu sam­meln, vielmals wird auch Ablaß herausgeschickt eben mit derselben Farbe, wider den Türken zu streiten, meinend, die tollen Deutschen sollen ewig Todstocknarren bleiben, nur immer Geld geben, ihrem unaussprechlichen Geiz genug zu tun, obgleich wir öffentlich sehen, daß weder von Annaten noch Ablaßgeld, noch allem anderen ein Heller wider den Türken kommt, sondern allzumal in den Sack, bei dem der Boden heraus ist. Sie lügen und trügen, setzen und machen mit uns Bündnisse, deren sie nicht ein Haar breit zu halten gedenken. Das muß dar­nach der heilige Name Christi und Sankt Petri alles getan haben. (…)
    Auch wenn man je
    wider die Türken wollte einen solchen Schatz sammeln, sollten wir billig dermaleinst gewitzigt sein und merken, daß die deutsche Nation denselben besser bewah­ren könnte denn der Papst, sintemal deutsche Nation selbst Volk genug hat zum Streit, wenn Geld vorhanden (…)
    ist.
    Martin Luther, „An den chrislichen Adel deutscher Nation“

  48. Woran liegt es nur, daß wir trotz unserer millionenhaften Bereicherung aus den begnadeten Halalgefilden die Welt nicht mehr mit neuen kulturellen und wissenschaftlichen Glanzleistungen beglücken?

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