Schadenfreude ist wirklich nicht unsere Art. Aber wenn Sie nur zwei Tage nach Ihrem Beitrag über Ralf Jägers „Ohnmacht“ (PI berichtete) die deutschen Muslime in der WELT für ihre „selbstkritische Debattierfreudigkeit“ loben, obwohl muslimische Funktionäre schon vor Monaten zugegeben haben, dass die Debatte, auf die Sie sich dabei beziehen, nur eine Show für leichtgläubige „Kuffar“ ist, dann verstehen wir das nicht mehr. Warum haben Sie sich diese peinliche Blamage nicht einfach mit entsprechender Recherche erspart?

(Von Peter H., Mönchengladbach)

„Noch eine dritte Einsicht förderte der islamische Barmherzigkeitsstreit zutage: Der deutsche Islam wird debattierfähig. Lange galt islamkritischer Diskurs als Privileg professioneller Islamkritiker, die entweder keine praktizierenden oder gar keine Muslime sind. Damit ist Schluss. In sozialen Medien, Blogs und türkischen Zeitungen, quer durch die Verbände und bis hinein in Moscheegemeinden ist nun unter gläubigen Muslimen eine substanzielle theologische Kontroverse entbrannt – mit allem, was dazugehört: mit Spielregeln, Selbstkritik und Erkenntnisfortschritten.“

Herr Stoldt, da haben Sie am Sonntag in der WELT aber wirklich markige Zeilen aufs Papier gebracht: Gläubige Muslime debattieren selbstkritisch, gar mit Erkenntnisfortschritten! Das Monopol professioneller Islam-Kritiker ist gebrochen! Und das alles dank eines „Barmherzigkeitsstreites“, den der Münsteraner „Religionspädagoge“ Mouhanad Khorchide vom Zaun gebrochen hat. Wofür Sie ihn – sinnigerweise mit Hilfe eines Zitates von Martin Walser zum Paulskirchenstreit – als denjenigen lobpreisen, der „den Kopf hinhält und Beulen nicht scheut“.

Zugegeben: Würden gläubige Muslime tatsächlich selbstkritisch und mit Erkenntnisfortschritten debattieren, dann würde das halbe Land erleichtert aufatmen. Mindestens. Und Sie wären derjenige gewesen, der der deutschen Bevölkerung diese frohe Botschaft überbracht hätte. Weswegen es uns auch nicht leicht fällt, Ihnen sagen zu müssen, dass an dieser Geschichte nichts dran ist. Aber leider müssen wir Ihnen das sagen. Bitte lesen Sie, was Avni Altiner, Vorsitzender der „Schura Niedersachsen e.V.“, am 31. Dezember 2012 in einem Interview der „Islamischen Zeitung“ gesagt hat:

„Diese so ­genannte „Barmherzigkeitsheologie“ von Herrn Khorchide ist tatsächlich meilenweit von der Basis entfernt. Jeder in der muslimi­schen Community weiß, dass er damit die Residenzgesellschaft bedient. Klar ist und bleibt: Diese Thesen mögen auf Kirchentagen und in der deutschen Öffentlichkeit bejubelt werden, sie haben jedoch keinerlei Rückkoppelung in den Moscheegemeinden. Im Grunde genommen ist das nichts anderes als eine einseitige und selektive Lesart der islami­schen Quellen. Das Gewünschte wird in die Quellen hinein projiziert. Entweder tut er dies bewusst oder unwissentlich, suchen Sie sich die bessere Alternative aus.“

Gestatten Sie uns, Avni Altiners Ausführungen über die „Bedienung der Residenzgesellschaft“ in ein etwas schlichteres Vokabular zu übersetzen: die „Barmherzigkeitsdebatte“ des Mouhanad Khorchide war eine Show! Eine Show, sozusagen ein Märchen aus 1001 Nacht für leichtgläubige „Kuffar“, von denen die Muslime längst wissen, dass diese entzückt lauschen und es natürlich auch sofort glauben, wenn der Islam mit Begriffen wie „Frieden“ oder „Barmherzigkeit“ in Verbindung gebracht wird. Eine Show, vorgetragen in der Hoffnung, dass irgendwelche leichtgläubigen Journalisten das schon schlucken und – wie Altiner so schön sagt – entsprechend „bejubeln“ werden. Und genau das haben Sie jetzt gemacht.

Herr Stoldt, bitte glauben Sie uns: Der gute, alte journalistische Grundsatz „erst recherchieren, dann schreiben“ hat schon seinen Sinn. Aber da Schadenfreude, wie bereits erwähnt, nicht unsere Art ist, möchten wir uns darüber nicht weiter auslassen. Nur eines verstehen wir auch drei Tage nach Ihrem Beitrag noch immer nicht: Warum haben Sie vor dem Verfassen Ihres Artikels nicht einfach selber kurz darüber nachgedacht, wie glaubhaft es ist, wenn islamische Funktionäre, denen zu jedem Terror-Attentat im Namen Allahs nichts Besseres als die Feststellung einfällt, das habe nichts mit dem Islam zu tun, plötzlich darüber debattieren, ob auch „Kuffar“ ins Paradies dürfen? Warum haben Sie nicht einfach selber kurz darüber nachgedacht, wie realitätsbezogen es ist, die Begriffe „Islam“ und „Barmherzigkeit“ miteinander in Verbindung zu bringen?

Und wenn Ihnen das immer noch zu anstrengend gewesen wäre, so hätten Sie einfach nur Ihre Nachbarn, Kollegen oder Verwandten befragen müssen, ob diese „Islam“ und „Barmherzigkeit“ miteinander in Verbindung bringen können. Das laute Lachen, mit dem man Ihre Frage beantwortet hätte, wäre der entscheidende Hinweis gewesen, mit dem Sie sich diese peinliche Blamage auch ohne Recherchen, ja selbst ohne eigenes Nachdenken hätten ersparen können!

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16 KOMMENTARE

  1. #1 unverified__5m69km02 (19. Jun 2013 12:52)

    <<Nicht nur die Moslems lachen sich krumm, wenn ihnen eine “selbstkritische Debattierfreudigkeit” attestiert wird.<<
    ………………………………………..
    Das stimmt. Aber sie verdummen uns weiter.

    Am sonntag in ARD-Prsseclub ging es wieder um die Türkei. Da war eine Türkin dabei, Canan Topçu.

    Die klagte weinerllich, dass doch die so friedliebenden türkischen Moslems des friedliebendes Islams nicht auf die Strasse gehen, um gegen die Polizeigewalt zu demonstrieren.

    Ja, gute Frage. Wenn man einen Gottesstaat will, dann darf die Polizei alles.

  2. Wieder was neues gelernt: Residenzgesellschaft, das sind wir also.
    endlich kann ich dieses blöde „Bio-Deutsche“ ersetzen. Denn „Deutsche“ alleine tut es ja nicht, wegen der immer zahlreicher werdenden Passdeutschen. Aborigins wollte ich uns dann auch nicht nennen. Irgendwie sind wir dann doch zu hübsch dazu.

    Residenzgesellschaft! Das sind also diese Blässlinge, welche hier leider immer noch rumhängen und glauben, dass sie irgendwelche ominösen Rechte dazu besitzen. Leute beruhigt euch, es gab immer schon Völkerwanderungen. Denkt an die Kelten, die Goten, die Burgunder, die Langobarden, die Hunnen, die Normannen, die Juden, die Mongolen.
    Alles halb so schlimm, wenn die Reservate für die überlebende „Residenzgesellschaft“ in landschaftlich reizvoller Gegend liegen und die paar Übriggebliebenen leidlich ernähren.

  3. Das einzige was mich an der Sache mit Khorchide imteressieren würde ist: welches Risiko geht Khorchide ein? Hat der das tatsächlich mit allen Ebenen abgesprochen, denn im Prinzip hat er ja Apostasie begangen. Und die komplett Bekloppten Islam-Fanatiker stehen doch möglicherweise unter keiner institutionellen Kontrolle. Ich könnte jetzt präziser werden, aber an dieser Stelle pflege ich immer aufzuhören.

  4. Trotz grünlinksgutmenschlicher Umerziehungsversuche, der Islam wird irgendwann mal da enden wo auch Nationalsozialismus und Kommunismus verendet sind. Auf dem Müllhaufen der Geschichte.

    Diese gutmenschlich-progressive Multikulti Ideologie maßt sich gewissermaßen an einen Löwen so umerziehen zu können dass er nur noch von Gras und nicht mehr von Gnus und Zebras lebt. Und wenn der Löwe dann verreckt ist weil das mit dem Gras nicht funktioniert, dann wird eben der nächste Löwe genommen, so lange bis alle Löwen verreckt sind. Selbstverständlich ist der Löwe dann Schuld an seiner Ausrottung, nicht die Ideologie, niemals !

    Der ein oder andere Grüne wird – vielleicht – auf den Gedanken kommen dass der Löwe in der freien Natur sehr wohl eine Funktion hat, aber dann ist es zu spät. Das ganze System kippt. Der Schaden irreparabel.

    Ob die Gutmenschen verstehen was ich meine mit meiner Löwengeschichte ?

  5. Der Islam ist so friedvoll und tolerant! Nur 100.000 Christen werden jährlich von seinen Jüngern umgebracht. Und wer das laut sagt, ist ein „Rechtsrassist“ und geht demnächst in den Knast! Hoffentlich besuchen mich dann da alle, die bisher schweigen! Bitte bringt Schokobananen mit, die esse ich besonders gerne.

  6. Die Moral der Geschichte:

    die Menschen sind nun mal so so wie sie sind und daran wird sich niemals und durch nichts etwas ändern. Ideologie stört da nur !

  7. OT
    @ ujott

    Sonntag, 12 Uhr, Rathaus Bonn
    Am Sonntag findet in Bonn eine Anti-Erdogan-Demo mit 700 bis 1000 Teilnehmern statt. Es dürfte dann am Rathaus etwas lebhaft zugehen. Macht Ihnen aber hoffentlich nichts aus.

  8. http://www.islamische-zeitung.de/?id=16886
    –18.06.2013 Paris: Schwangere Muslimin verliert ihr Baby nach einem anti-muslimischen Überfall–

    Ein muslimischer Kollege in der Arbeit hat mich darauf angesprochen. Er nervt mich schon den ganzen Tag damit. Was soll ich antworten? Bitte um Antwortmöglichkeiten. Danke

  9. #6 Jeremia
    Ich wuerde erst mal abwarten – es waere nicht das erste Mal, dass Angriffe von „Rechtsradikalen“ oder „Rassisten“ vorgetaeuscht werden, um als Opfer dazustehen. Wurden denn die Taeter ueberhaupt identifiziert/festgenommen?

  10. #6 Jeremia (19. Jun 2013 15:02)

    Das war dieses Verbrechen, im Gegensatz zu Mohammedanergewalt ein tatsächlicher Einzelfall.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2341113/Frances-burkha-ban-sparks-violence-Paris-police-try-arrest-woman-wearing-veil-pregnant-woman-attacked-covering-face.html

    Ich würde dem Herrn Mohammedaner sagen, dass die Franzosen ebenso wie wir und andere europäischen Staaten ihre Verbrecher einsperren, wenn sie Andersgläubige angreifen und verletzten.

    Im Islam hingegen ist das Verletzen und Ermorden Andersgläubiger Bestandteil des Islam, da im Koran gefordert.

  11. Zur erwähnten „Residenzgesellschaft“ oder „Wirtsgesellschaft“ ein paar (leicht abgeänderte) Informationen aus der wunderbaren Welt der Ameisen:
    „Sozialparasiten sind außerordentlich spezialisierte Arten, denen es typischerweise gelingt, durch Mimikry oder andere Formen der Tarnung die reichhaltigen, aber stark bewachten Ressourcen einer Kolonie eusozialer Lebewesen auszubeuten.
    Der Sozialparasit nutzt das Wirtsnest nur zur Koloniegründung. Er findet eine Wirtskolonie und stellt die „Adoption“ sicher, entweder durch Unterwerfung oder durch Formen der Besänftigung. Der ursprüngliche Wirt wird dann durch den Eindringling getötet. Nach und nach verwandelt sich das Nest in eine Mischkolonie, bis es schließlich, durch das Aussterben der letzten Wirte, gänzlich zu einer Kolonie der Parasiten und ihres Nachwuchses wird. “
    Quelle:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialparasitismus

  12. Woher wollen Sie wissen, ob das alles Lügner sind? Sie machen es sich ziemlich einfach,
    Moslem = Lügner, etwas ähnliches hatten wir doch schon einmal mit einer anderen Gruppe 😀
    Man kann auf der einen Seite keine Debatte fordern, so wie es hier 100 mal am Tag gemacht wird, aber bei jeder Gelegenheit die andere Seite einfach als Lügner verunglimpfen. Manche hier sind schlimmer als die Gutmenschen, aber genauso verlogen.

  13. Dass Till-R. Stoldt so naiv ist, dass er wirklich davon überzeugt ist, was er da bezüglich der Bedeutung der Barmherzigkeitsdebatte schreibt, mag ich nicht annehmen – es ist viel schlimmer! In bester heutiger Journalistentradition versucht er nicht zu berichten, was geschieht, sondern etwas herbeizuschreiben, was ihm wünschenswert erscheint.

  14. #2 Religion ist ein Gendefekt

    Ist “Residenzgesellschaft” der neue Euphemismus für “Leitkultur”?

    Nein, sondern für „Wirtsvolk“.

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