Kleine-Hartlage: Die liberale Gesellschaft und ihr EndeAm kommenden Dienstag erscheint das neue Buch des Berliner Sozialwissenschaftlers und PI-Autors Manfred Kleine-Hartlage: „Die liberale Gesellschaft und ihr Ende. Über den Selbstmord eines Systems“ (Verlag Antaios, Schnellroda, € 19,–). PI veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages Antaios Auszüge daraus in einer dreiteiligen Serie. Teil I: Über die Dummheit der Intelligenz:

Offensichtlich kann menschliche Gesellschaft von den primitivsten Anfängen an funktionieren, ohne auf Ideologen angewiesen zu sein, die ihr sagen, wie sie zu funktionieren hat. Muß man es da nicht als wahrscheinlich ansehen, daß es in der natürlichen Ausstattung des Menschen etwas gibt, was es ihm erlaubt, stabile Gemeinschaften zu bilden, und zwar ohne in ideologischen Kategorien darüber nachzudenken?

Und wenn dies so ist: Muß es dann nicht als hochgradig unwahrscheinlich gelten, daß eine Ideologie, die das empirisch regelmäßig beobachtbare menschliche Verhalten nicht etwa erklärt, sondern Maßstäbe für „richtiges“ menschliches Verhalten aus einer abstrakten Theorie ableitet, zum nachhaltigen Gedeihen der Gesellschaft beiträgt? Insbesondere wenn sie das, was Menschen tatsächlich normalerweise glauben und tun, und das, woran sie sich orientieren, kritisiert und zum Teil sogar kriminalisiert, ohne der Frage nachzugehen, welche Funktion die kritisierten Einstellungen möglicherweise bei der Aufrechterhaltung der Gesellschaft erfüllen?

Bruce G. Charlton, Professor für Evolutionspsychologie und theoretische Medizin, hat 2009 in einem Aufsatz für die Fachzeitschrift „Medical Hypotheses“ (Bruce G. Charlton, Clever Sillies – Why the high IQ lack common sense, in: Medical Hyptheses, 73, 2009, S. 867–870) diese Fragen von einem evolutionspsychologischen Standpunkt bejaht. Ihm zufolge ist abstrakte analytische Intelligenz das geeignete Mittel zur Bewältigung evolutionär neuer Probleme, während der gesunde Menschenverstand („common sense“), der mehr oder minder allen Menschen, auch den Dummen, eigen ist, die bewährten Lösungen für jene Probleme menschlichen Zusammenlebens repräsentiert, die die Menschheit schon immer gehabt hat und lösen mußte. Menschen mit hohem IQ, also hoher abstrakt-analytischer Intelligenz, tendieren aber dazu, diese Art von Intelligenz auch auf Fragen anzuwenden, die der gesunde Menschenverstand zuverlässiger bearbeitet, und ihre eigene intuitiv bessere Einsicht zu verdrängen:

Wenn die intelligentesten Menschen Systeme der sozialen Intelligenz beiseite schieben und auf allgemeines, abstraktes und systematisches Argumentieren jener Art zurückgreifen, das unter Menschen mit höherem IQ bevorzugt wird, dann ignorieren sie ein Expertensystem zugunsten eines Nichtexpertensystems.

Da diese realitätsblinde Art zu denken bei Menschen mit höherem IQ besonders ausgeprägt ist, kommt es an der Spitze der Gesellschaftspyramide, und speziell dort, wo die sozial verbindliche Wirklichkeitsbeschreibung entsteht, also speziell in den gesellschaftsbezogenen Wissenschaften und den Medien, zu einer Konzentration von Anhängern inadäquater Realitätsbeschreibungen, man könnte auch sagen: verschrobener Ideologien. Im Laufe der Zeit – und insbesondere, wenn das beschriebene Sinndefizit zur Flucht in utopische Sozialexperimente verführt und obendrein durch entsprechende Personalpolitik nachgeholfen wird – können solche Ideologien geradezu ein Monopol in ihren jeweiligen Bereichen erlangen.

Spätestens dann wird die Bejahung dieser (absurden) Ideologien zu dem Merkmal, das die Elite von der Plebs unterscheidet, und wird es möglich, alternative Wirklichkeitsbeschreibungen (die zwangsläufig früher oder später formuliert werden, weil die Wirklichkeit sich nicht ewig ideologisch ausblenden läßt) ohne weitere Begründung als „dumm“, „verrückt“ oder „böse“ abzutun. Man nennt dies auch Political Correctness:

Die Motivation, die dem moralisierenden Gift der Political Correctness [PC] zugrunde liegt, liegt in der Tatsache, daß spontane menschliche Instinkte universeller verbreitet sind und mächtiger empfunden werden als die absurden Abstraktionen der PC; plus die Tatsache, daß der gesunde Menschenverstand normalerweise richtig, die PC dagegen in perverser Weise falsch liegt. Daher muß eine faire Debatte um jeden Preis verhindert werden, wenn der politisch korrekte Konsens aufrechterhalten werden soll. Dies erfordert die Stigmatisierung des gesunden Menschenverstandes zum Zwecke seiner Neutralisierung.

Systeme wie die Wissenschaft und die Medien, die an sich dazu da sind, Wahrheiten hervorzubringen, entwickeln unter solchen Bedingungen systematisch falsche Weltbilder. Die Gesellschaft, die an diesen Systemen ja nicht vorbeikommt, ist dann gezwungen, ihre Probleme auf der Basis einer systematisch und teils grotesk verzerrten Problemanalyse zu lösen, mit dem folgerichtigen Ergebnis, daß die Probleme sich potenzieren, statt einer Lösung näherzukommen.

Der gesunde Menschenverstand ist Teil der natürlichen psychischen Ausstattung des Menschen. Seine Verleugnung ist demgemäß Teil, und zwar ein besonders wichtiger Teil, des ideologischen Paradigmas, das die Natur des Menschen aus Prinzip als nichtexistent behandelt.

Konkrete Beispiele für die fatalen Fehleinschätzungen, die aus dieser geistigen Disposition resultieren, gibt es zuhauf:

Da gibt es zum Beispiel Sozialwissenschaftler, die das Konzept der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ entwickelt haben – damit ist praktisch jede distanzierte, kritische oder ablehnende Haltung gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten und Randgruppen gemeint –, wobei allein schon das pejorative Vokabular („Menschenfeindlichkeit“) erkennen läßt, daß es nicht darum geht, vorgefundene Einstellungen zu erklären, sondern nach rein normativen Maßgaben moralisch zu diskreditieren und ganz nebenbei suggerieren, wer solche Einstellungen hege, sei, da ein „Menschenfeind“, kein Mensch.

Zu diesem Syndrom der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ wird unter anderem das Beharren auf „Etabliertenvorrechten“ gezählt, also zum Beispiel die Forderung, Einwanderer hätten sich an die Normen der einheimischen Gesellschaft anzupassen.

Merkwürdigerweise aber ist dieses Beharren auf „Etabliertenvorrechten“ in jeder nur erdenklichen Art von menschlicher Gemeinschaft universell beobachtbar. Das fängt bei Schulklassen an, in denen der „Neue“, wenn er das große Wort zu führen versucht, sich schnell unbeliebt macht, reicht bis hin zu ganzen Völkern, und ist selbst in linken Organisationen eine alltägliche Erscheinung, also genau dort, wo man sich nicht genug darüber aufregen kann, daß der „Stammtisch“ auf „Etabliertenvorrechten“ beharrt.

Es ist auch leicht zu zeigen, warum das so ist: Wir haben gesehen, daß menschliche Gesellschaft einen Konsens über die Wir-Gruppe und die in ihr geltenden Spielregeln voraussetzt. Wer diese Regeln nicht akzeptiert, gefährdet diesen Konsens, und gefährdet letztlich auch die Wir-Gruppe in ihrer Existenz. Um ihre Stabilität aufrechtzuerhalten, ist die Gruppe gezwungen, den Außenseiter so lange auszugrenzen, also als Nicht-Dazugehörigen zu behandeln und ihm ihre Solidarität zu verweigern, bis er sich anpaßt und eingliedert.

Diese Diskriminierung(1) geschieht nicht deshalb, weil Sozialwissenschaftler es gutheißen, oder weil Wer-auch-immer es vorschreibt, und es geschieht selbst dann, wenn Sozialwissenschaftler es kritisieren. Es geschieht, weil es ein in Jahrtausenden (wahrscheinlich genetisch) verinnerlichtes menschliches Verhaltensprogramm ist. Es handelt sich um eine evolutionär bewährte Lösung des Problems, wie man soziale Regeln, wie man Gesellschaft aufrechterhält. Wäre dem nicht so, dann müßte es mit überwältigender Wahrscheinlichkeit irgendwo auf der Welt eine Gesellschaft geben, die so etwas „Etabliertenvorrechte“ nicht kennt. Eine solche Gesellschaft gibt es nicht.

Dies bedeutet unter anderem, daß die anfängliche Diskriminierung des Nichtetablierten die Voraussetzung für dessen Integration ist. Daß es auch Fälle geben kann, in denen Diskriminierung nicht nur unmoralisch, sondern auch objektiv sozial schädlich ist, steht auf einem anderen Blatt. An dieser Stelle kommt es lediglich darauf an, daß die Leugnung einer natürlichen menschlichen Disposition zugleich bedeutet, ein von der menschlichen Natur bereits gelöstes Problem künstlich wieder auf die Tagesordnung zu setzen und die vorhandene Lösung zu problematisieren, ohne eine bessere anbieten zu können. Die grotesken Widersprüche, in die sich eine Gesellschaft verstrickt, die Fremde zugleich integrieren und nicht diskriminieren will, sind täglich in der Zeitung nachzulesen und sprechen für sich.


(1) Daß das Wort „Diskriminierung“, das lediglich „Unterscheidung“ bedeutet, von kaum jemandem mehr wertneutral aufgefaßt werden kann, sondern regelmäßig als Bezeichnung eines „Unrechts“ interpretiert wird, illustriert, mit welcher Selbstverständlichkeit und Gedankenlosigkeit unsere Gesellschaft den Egalitarismus linker Ideologie bejaht: daß Diskriminierung, also Unterscheidung, per se ein Unrecht sei, kann nämlich nur bejahen, wer prinzipiell ein Recht auf bzw. eine Pflicht zur Nichtunterscheidung postuliert, und zwar auch dann, wenn das Kriterium, nach dem unterschieden wird, das Verhalten des Betroffenen selbst ist.

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49 KOMMENTARE

  1. Ist schon vorbestellt.

    Hoffe nur, daß es in der Analyse so gut wie „Das Dschihadsystem“ ist.
    Es wird aber gewiss sehr schwer, das noch zu übertreffen.

  2. Hier wird eine alte Debatte (Popper, Riedl, Eibl-Eibesfeld, Vester, Watzlawik, Hoimar von Dithfurth etc.) neu geführt: Der Mensch ist ein knorriges Holz und hat per Evolution einen Apparat zur Welterkennung entwickelt. Dazu gehört Fremdenfeindlichkeit ebenso wie Aggression und der Griff zu den Sternen.

    In totalitären Ideologien werden wahlweise bösartige (Islam) oder utopische (Kommunismus) Züge betont. Sie alle schließen das volle Potential des Menschen aus (von Afrika ganz zu schweigen).

    Einzig in der bisherigen, kostbaren, einmaligen freien Welt, die nämlich auch durch die Akzeptanz des „knorrigen“ definiert ist und durch schrecklichen Blutzoll samt <b<Einsicht (was allen anderen fehlt) gegangen ist – hat das ganze Spektrum Platz.

    Und weil andere da frech und aggressiv daherkommen, nutzt die liberale Gesellschaft ihre Möglichkeiten nicht, die sie sich extra für den Fall geschaffen hat, daß die liberale Gesellschaft eines Tages angegriffen wird.

  3. Macht keinen Spaß von Manfred Texte zu lesen, da könnte ich auch mir selber immer Recht geben!

    Ich bewundere halt immer nur, die logische und sachliche Analysen-Gabe die ihm geschenkt wurde und das Können es dann auch noch so treffend formulieren zu können!

    Schön (na ja) ist aber auch bei ihm, wie auch bei mir, das man manche Sätze doch besser zweimal liest! So als Hinweis an #3 Davi55…

  4. OT: Warum wird von (einigen) pi – Autoren das „ß“ eigentlich noch so exzessiv benutzt? „Trotz gegen das böse Sprachdiktat“, „Besinnung auf Tradition“, „einfach mal gegen an sein“ oder völlig anderen Gründen?

    Zum Thema: Netter Auszug, aber auch nicht wirklich was neues. Aber trotzdem gut zu lesen, mal gucken was die nächsten Teile so bieten 🙂

  5. „Common sense“ ist kein wissenschaftlich haltbarer Begriff, und das Problem ist auch nicht „Schuster bleib bei deinen Leisten.“, was uns der hochgelahrte Charlton ja nur mitteilen will.

    Das Problem ist eine ideologische Vergiftung, welche sich der „Westen“ aus einer unglücklichen Verkettung von Umständen zugezogen hat, und welche sich exemplarisch in der Verteufelung des natürlichen menschlichen Verhaltens zeigt.

    Freilich, praktisch gesehen ist das Auspumpen des Magens, vulgo der Übergang zum „common sense“ der einzig gangbare Weg, welcher allerdings nicht aus ideologischer Überzeugung beschritten wird, sondern aus materieller Notwendigkeit.

  6. Wer diese Regeln nicht akzeptiert, gefährdet diesen Konsens, und gefährdet letztlich auch die Wir-Gruppe in ihrer Existenz.

    Mal ein typisch Linkes-Wir-Beispiel:

    Da werden Frauen vergewaltigt und die Linken schweigen, weil sonst das zerbrechliche künstliche „Wir“ zerstört wird!

    Ich bekam langsam mit, dass immer mehr Frauen*, die supporteten, vom Camp weg blieben. Im direktem Umfeld bekam ich einen konkreten Fall von Stalking mit, bei dem sich die Betroffene allerdings nicht wehrte, da sie Sorge hatte, als „weiße“ Supporterin* ihren Aufgabenbereich, nämlich einfach zu unterstützen, zu überschreiten.

    http://de.indymedia.org/2013/05/345257.shtml

    Der Beispiele könnte ich viele nennen, unvergessen Scherer8 (auch auf PI) und Vergewaltigungen von Moslems von naiven deutschen Antifa-Frauen in Norwegen, nach einer Anti-Rechts-Demo…

    Aber auch bei allen linken „Wohn-Besetzungen“ wird jeder sofort rausgeschmissen, der sich nicht dem absoluten „WIR“ (alles inklusive) unterordnet…

  7. #9 Nordischemeinung (19. Jul 2013 20:13)

    Einfach andere Gründe. Ich benutze meine Sprache so, wie ich sie gelernt habe und mag. Mit ß. Ich schreibe auch nicht „Studierende“, Politiker_Innen oder „Radfahrende“. Für mich ist es ein Rätsel (nicht wirklich), warum Redaktionen und Journalisten, für die ja mal ein paar klare Berufsregeln bzgl. Sprache galten, sofort alles mitmachen, was vom staatlichen Sprachpolitbüro angeordnet wird.

  8. #13 Babieca (19. Jul 2013 20:33)

    Nur weil Ästhetik subjektiv ist, heißt das ja nicht, daß man nicht das Recht hätte, das zu tun, was man für schön hält, nicht?

    Insbesondere vor „t“ sieht Doppel-s nicht gut aus:

    fasst, isst, misst, frisst, hasst, passt

    Im Gegensatz zu:

    faßt, ißt, mißt, frißt, haßt, paßt.

  9. Wären Politiker Softwareentwickler oder Naturwissenschaftler und unsere Verfassung mit einem Schuldenverbot und dem Zusatz „Keine Tolleranz der Intolleranz“ ausgestattet wären wir jetzt nicht in dieser ganzen Scheisse.

  10. @ 10 Nordische Erscheinung.

    Warum das ß ?
    Mein Mann liebt mich, unter anderem, meiner Maße wegen.
    Es ist,für mich, keine schöne Vorstellung meiner Masse wegen geliebt zu werden.

  11. #14 Ein Fremder aus Elea (19. Jul 2013 20:43)

    Ein weiteres, ästhetisches Argument. Vor allem angesichts ganz vieler Hobby-Layouter, die – wenn sie selber mit Schriftbild, Lesbarkeit, Durchschüssen, Umbrüchen, Punktgrößen, Zeilenfall, Trennungen, Schriftharmonie etc. konfrontiert werden – ganz schnell auf das verfallen, was mal als „Profi-Typographie“ durch die Welt geisterte. Also nix anderes als Lesbarkeit, Harmonie und Eleganz.

  12. Die Frage ist natürlich, warum der angeblich im Volk existierende gesunde Menschenverstand sich die Absurditäten der PC aufzwingen läßt. Ich habe mich vorgestern mit einem Vermieter und erfolgreich in einem Handwerks-Beruf Stehenden unterhalten und das war kindlich naiv. Komplett Tagesschau. Ich bezweifle also, dass der gemeine Mensch mehr gesunden Menschenverstand hat als der Intellektuelle. Und bei den höheren Chargen muß man unterscheiden. Viele sind m. E. keineswegs sonderlich intelligent. Sie können vielleicht besser Deutsch als ein Metzger, aber das ist es dann auch. Warum man der PC unterliegt, ist mir allerdings nicht klar. Dummheit alleine kann es nicht sein. kalkuliertes Unterliegen, scheint mir aber auch nicht durchzuhalten zu sein. Das ist mysteriös. Gruppendynamik ist meine Erklärung, aber das erklärt nicht die absurden Inhalte und die absurde Motivation der PC.

  13. #19 ingres (19. Jul 2013 20:54)

    Die Motivation ist es, Benachteiligte nicht noch weiter zu benachteiligen, ohne allerdings zu bedenken, daß es bei jeder Handlung das „Für“ und „Wider“ abzuwägen gilt.

    Man läßt das „Wider“ der PC nicht gelten, weil man sich vor den Urteilen, welche damit zusammenhängen fürchtet, vielleicht konkret vor anderen oder auch vor sich selbst, in jedem Falle aber ist es Feigheit, was dahinter steht.

  14. daß Diskriminierung, also Unterscheidung, per se ein Unrecht sei, kann nämlich nur bejahen, wer prinzipiell ein Recht auf bzw. eine Pflicht zur Nichtunterscheidung postuliert

    Soweit ich weiß ist dass die Definition von Rassismus nach Memmi (so heißt der meine ich, ich schlag diese Absurdität jetzt nicht nach). Rassismus ist die Feststellung von Unterschieden (oder die Konstruktion, aber es gibt ja natürliche Unterschide!!). Dabei sind Unterschiede vielleicht realer als die Personen in denen sie präsent sind. Was eine Person physisch und „nicht physisch“ (finde den Ausdruck dafür jetzt nicht) ist, wissen wir nicht wirklich und werden es im absoluten Sinn wohl auch nie wissen. Aber dass die Welt aus unterschiedlichen „Dingen“ besteht, das wissen wir und auch das Menschen unterschiedlich sind. Die Definition von Rassismus durch Memmi ist also ontologisch, logisch bereits absurd.

  15. Immer wieder kann man das Gleiche lesen: realitätsfremde (linke) Spinner beherrschen unsere Gesellschaft.
    Es bleibt aber folgende FRAGE nicht beantwortet: wie können einige Tausend Idioten die ganze Gesellschaft unterwerfen?

    ANTWORT: nicht die Spinner beherrschen eine Gesellschaft, sondern eine herrschende Gruppe, die knallhart und bewusst eigene Interessen verfolgt.
    Sie lässt Spinner und Idioten gewähren, solange sie ihren Interessen dienen.
    Wenn die Spinner den Interessen der herrschenden Klasse nicht mehr dienlich sind, werden sie schnell beseitigt (klassisches Beispiel: Stalins Säuberung der Partei).

    Warum die Politik der europäischen „Eliten“ so kurzsichtig und schädlich (langfristig auch für sie selbst) ist und warum die Mehrheit der Bevölkerung es trotzdem toleriert, ist eine andere Frage.

    Mehr dazu:
    http://www.pi-news.net/2011/11/ist-der-niedergang-europas-noch-zu-stoppen/

  16. Ich halte diese Argumentation – mit Verlaub – für ziemlichen Blödsinn. Das Problem beginnt bereits mit dem ersten Satz:

    Offensichtlich kann menschliche Gesellschaft von den primitivsten Anfängen an funktionieren, ohne auf Ideologen angewiesen zu sein, die ihr sagen, wie sie zu funktionieren hat.

    „Offensichtlich“ ist diese Behauptung für mich keinesfalls. Mir fällt keine menschliche Gesellschaft der letzten 5000 Jahre ein, die ohne Ideologie – häufig als Religion verbrämt – ausgekommen wäre.

    Das „Neue“ besteht darin, dass der Anspruch der Ideologien in den letzten beiden 200 Jahren zunehmend totalitärer geworden ist. Was man allerdings auch auf die zunehmenden Möglichkeiten zurückführen könnte, diese Ansprüche ggf. auch durchsetzen zu können.

    Zur Sache hat Jean Baudrillard alles Wesentliche bereits gesagt:

    Seitdem die Wilden die einzelnen Mitglieder ihres Stammes als „Menschen“ bezeichneten, ist die Definition des „Menschlichen“ beträchtlich erweitert worden: sie ist ein universeller Begriff geworden. (…) Heute sind alle Menschen Menschen. Diese Universalität begründet sich allein durch Tautologie und Verdopplung: eben dadurch gewinnt das „Menschliche“ die Kraft eines moralischen Gesetzes und eines Prinzips der Aussonderung. Denn das „Menschliche“ ist von Anfang an Setzung seines strukturalen Doubles: Setzung des Unmenschlichen. Es selbst ist sogar nichts anderes, und die Fortschritte der Menschheit und der Kultur sind eine einzige Kette von aufeinanderfolgenden Diskriminierungen, welche die „Anderen“ mit dem Charakter von Unmenschlichkeit, also Nichtigkeit, belegen. Für die Wilden, die sich „Menschen“ nennen, sind die Anderen noch etwas anderes. Für uns, unter dem Begriff des Menschlichen als universellem Begriff, sind die Anderen dagegen nichts. (…) WIR beschränken uns auf eine Sonderstellung im Universum und einen allgemeinen abstrakten Wert, dessen Äquivalent die Gattung bildet, durch Ausschliessung alles Übrigen. Auf eine gewisse Weise hat sich also die Definition des Menschlichen im Laufe der Entwicklung der Kultur unerbittlich verengt: jeder „objektive“ Fortschritt der Zivilisation hin zum Universellen entsprach einer immer stärkeren Diskriminierung, bis zu dem Punkt, dass man eine Zeit der endgültigen Universalität des Menschen vorhersehen kann, welche mit der Exkommunikation aller Menschen zusammenfallen wird – in der Leere erstrahlt dann nichts als die Reinheit des Begriffs.

    Jean Baudrillard: Der Tod tanzt aus der Reihe.

  17. Was die Ideologie anbelangt.

    Jede Mensch / menschliche Gruppe / Gesellschaft hat eine IDEOLOGIE, denn sie sagt, WAS ER / SIE WILL (materieller Wohlstand, frommes Leben, Welteroberung usw.) und wie es zu erreichen ist.

    In einer Gesellschaft drückt Ideologie jedoch nicht den Willen der Mehrheit aus, sondern den Willen der herrschenden Gruppe (kann aber den Interessen der Mehrheit mehr oder weniger entsprechen, siehe z.B. soziale Marktwirtschaft).

    Wenn die Ideologie von Interessen der Mehrheit zu sehr abweicht, ist politische Korrektheit notwendig als Mittel der Durchsetzung der herrschenden Ideologie.
    Wenn Spinner / Idioten dabei helfen, dann werden sie von der herrschenden Klasse toleriert und sogar bezahlt (je nach Nützlichkeit).

  18. Wäre dem nicht so, dann müßte es mit überwältigender Wahrscheinlichkeit irgendwo auf der Welt eine Gesellschaft geben, die so etwas „Etabliertenvorrechte“ nicht kennt. Eine solche Gesellschaft gibt es nicht.

    Dass es etwas nicht gibt spielt für den Utopisten und Ideologen (den säkular Religiösen) keine Rolle. Ein abstraktes Ideal ist dann zu verwirklichen, wenn es anderen angeblich nicht schadet. So sollen Schwule sich z.B. schrankenlos ausleben können und auch alle formalen Vorrechte von Eheleuten und Familien haben, weil sie dadurch angeblich niemandem schaden.

    Nun wenn das so wäre, könnte man das ja akzeptieren. Aber der Schaden beginnt ja bereits da, wo andere meinen einen Schaden zu sehen! Konsequenterweise dürfen die dann diesen Schaden nicht sehen und werden als antiquiert, wenn nicht Schlimmeres (also z. B. Rassisten, diffamiert.

    Diejenigen, die diese „anderen nicht schaden-Theorie vertreten, bemerken den Zirkel nicht, mit dem sie ihre Normen und Regeln begründen. Selbst dann nicht, wenn sie z. B. promovierte Astrophysiker sind. Aber man darf trotzdem nicht aufgeben.

  19. #27 Stefan Cel Mare (19. Jul 2013 21:25)

    bis zu dem Punkt, dass man eine Zeit der endgültigen Universalität des Menschen vorhersehen kann, welche mit der Exkommunikation aller Menschen zusammenfallen wird – in der Leere erstrahlt dann nichts als die Reinheit des Begriffs.

    Leider nicht. Wer immer irgendwo das Sagen hat, macht sich selbst zum Vorbild.

  20. Ich freue mich, das Buch gestern bereits bestellt zu haben.

    Die letzten Ausführungen erinnern mich an Joachim Illies, der vom „biologischen Inventar“ schrieb, das evolutionär zu uns gehört und bestimmte Verhaltensweisen vorbahnt. Das Fremde auszugrenzen, sich vom Leib zu halten, ist eben aus gutem Grund von unseren tierischen Vorfahren her in uns angelegt. Ideologie ist deshalb immer auch ein Kampf gegen die Biologie – und kann letztendlich nur verloren werden.

    Nur leider: trotz aller Erkenntnis dieser Zusammenhänge hilft uns machtlosen Wissenden unser Wissen nicht. Wir sind auf der Seite der Verlierer. Traurig aber wahr!

  21. #25 Stekel (19. Jul 2013 21:21)

    Nein, die kannte ich noch nicht. Interessant dazu, was mir spontan auffällt: Alle Film-Hintergründe für „Islam“ sind in den US. Von „Good Old Dixie“ mit den Moosbärten an Bäumen bis Hochhäusern in NY und Seattle. Nix da Wüste.

    Ansonsten erinnert mich diese plumpe Islam-PR an die Mega-Lüge, die ein Islamofuzzi gerade in Dubai anläßlich des Ramadan-Koran-Rezitier-Wettbewerbs losgelassen hat: Mohammel und Mohammelaner ist/sind das arme Opfer (Redundanz im Original):

    Indem er auf die Kämpfe und das Leiden des Propheten (PBUH) und das Leiden hinwies, dem sich der Prophet unterzog, um auf seine Leiden hinzuweisen, denen er sich unterzog, um die Botschaft des Friedens zu unterbreiten, sagte Dr Kafi:

    “Trotz unglaublicher Leiden und Verfolgung, die der Prophet von seinen eigenen Leuten um Allahs Willen erdulden mußte, verfluchte er sie niemals. Statt dessen betete er immer für ihre Rechtleitung. Er wurde niemals wütend oder panisch, es sei denn, Allahs Heiligkeit wurde verletzt. War es dagegen persönlich, war (der Prophet) immer ruhig und geduldig.”

    Hahahahahahahahahahahahahahahahahaha!

    http://gulfnews.com/news/gulf/uae/society/dubai-quran-contest-begins-1.1209746

  22. #32 AtticusFinch (19. Jul 2013 21:40)

    Ne, das stimmt so nicht, Völker entstehen nicht durch stufenweise fortgesetzte Endogenik, sondern durch das Zusammenwachsen von Eroberern und Eroberten.

  23. #31 Ein Fremder aus Elea (19. Jul 2013 21:31)
    #27 Stefan Cel Mare (19. Jul 2013 21:25)

    Und dann kommt was ganz Triviales und pustet all dem das Licht aus…

  24. #33 Babieca (19. Jul 2013 21:42)

    Ja, stimmt, aber Wüste ist angeblich nicht neu und modern für diese sehr merkwürdigen (Euphemismus) „Models“.

    Recht komisch aus dem Gulfnews-Artikel ist auch: „Emphasising the point that the Prophet gave utmost importance to the preciousness of human life, he said: “The Prophet has said that human beings are more sacred in the eyes of Allah than the holy Kaaba and he has said that killing a human being amounts to a graver sin than demolishing the Kaaba.”

    Hoppla, Flaubert!

  25. @ #12 WahrerSozialDemokrat

    Yepp, der Link hat es in sich. Durchlesen – sacken lassen – und verstehen!

    Sturmkind

  26. #35 Babieca (19. Jul 2013 22:02)

    Das will ich doch hoffen…

    Auch wenn ich es im Moment noch nicht sehe.

  27. #38 Stefan Cel Mare (19. Jul 2013 22:12)

    Was heißt schon primitiv?

    Ob etwas Anspruch auf Universalismus erhebt oder nicht, ist nicht unbedingt eine der Frage der Sophistikation.

    Hätte nicht gedacht, daß das auf PI gesagt werden muß.

  28. Massenankunft von Zigeunern in einer kleinen französischen Gemeinde an der Rhone: Aus Protest gegen die Untätigkeit des Innenministers treten der Bürgermeister und alle Gemeinderäte von ihren Ämtern zurück. Über 1000 Zigeuner haben in den letzten Wochen in der Gemeinde Colombier-Saugnieu (2500 Einwohner) ihr Lager aufgeschlagen.

    Gens du voyage : un autre maire démissionne

    À Colombier-Saugnieu, le maire rend son tablier, impuissant face aux arrivées massives de caravanes dans sa petite commune……..

    http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2013/07/19/01016-20130719ARTFIG00441-gens-du-voyage-un-autre-maire-demissionne.php

  29. …in Russland hat man erkannt, dass sich schöne Gedankenkonstrukte nicht mit dem täglichen Leben auf den Strassen in Einklang bringen lassen und fährt deswegen sicherheits- und ordnungsbezogen eine etwas striktere Linie.

  30. Hm, kein sonderlich gut ausgewähltes Kapitel. Denn hier spricht der Sozialwissenschaftler über etwas, wovon er offensichtlich nicht viel Ahnung hat: Intelligenz. Das sollte er Psychologen überlassen und sich auf seine Stärken konzentrieren: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Denn hier hat er bestimmt einiges zu sagen, wie der Abschnitt schon andeutet.

  31. #9 WahrerSozialDemokrat

    Schön (na ja) ist aber auch bei ihm, wie auch bei mir, das man manche Sätze doch besser zweimal liest! So als Hinweis an

    Es wäre meiner Meinung nach besser, nicht jeden Satz zwei lesen zu müssen.

    Die Texte von unserem guten Manfred sind mir ein bisschen zu verschachtelt.
    Der Inhalt ist wie immer grandios.

  32. So grandios, wie MKH analysiert, aber: „Dummheit der Intelligenz“ hat nur auf den ersten Blick etwas. Auf den zweiten Blick ist es eine neue Sterotype und verharmlost die Lage. Es entschuldigt quasi die Verbrecher in Universitäten, Medien und der Politik, indem sie meint, dass sei der höheren Intelligenz geschuldet. I. a. sehe ich dort aber keine Intelligenz. Wie soll ich sie messen? Daran, dass die „Eliten“ das einheimische Volk bewußt ausrotten wollen und damit ihre eigene mit betreiben? An den Phrasen die rund um die Uhr gedroschen werden und deren kretinöse Spitzen Merkel und Westerwelle repräsentieren.
    Nein ich beurteile Intelligenz am Auftreten. Und da überzeugt mich nur Wolfgang Bosbach. Der ist intelligent, das merkt man daran, wie er spricht. Das linkische Lispeln einer Merkel mag nicht dagegen sprechen, dass sie vielleicht gut in Mathe war, aber das wars dann eben auch. Und dass der Mathematiker alles könne, weil es das schwerste sei, wird dann mindestens durch Merkel widerlegt.

  33. #10 Nordischemeinung (19. Jul 2013 20:13)

    OT: Warum wird von (einigen) pi – Autoren das “ß” eigentlich noch so exzessiv benutzt?

    Beim „ß“ bin ich Überzeugungstäter.
    Bei den diversen Rechtschreibreformen ist ja schon viel Unsinn verzapft worden, aber irgendwann reicht es.

    Oft wird argumentiert, man müsse es den Schülern so einfach wie möglich machen, da ja viele Migrationshintergrund haben.
    Was kann denn die ältere Generation für den Bildungsnotstand an Schulen und Gymnasien?

    Unter dem Vorwand von Modernität werden die Feinheiten der deutschen Sprache glattgeschliffen, bis nichts mehr davon bleibt.

    Was kommt denn als Nächstes?
    Ich vermute mal, der Duden wird abgeschafft und wir unterhalten uns nur noch in Kanak Sprak und Pidgin-Englisch.

    Wenigstens behalten wir die Umlaute, wenn demnächst Türkisch als Amtssprache in Deutschland eingeführt wird.

    Zum Thema: MKH hat das alles schon viel besser analysiert.

    Wenn man nur den Artikel liest, könnte man ja böswillig meinen, eine archaische Ideologie wie der Islam, die ja direkt an die Urinstinkte appelliert, wäre das Ideal.

    Wenn er andererseits den Intellektuellen die Fähigkeit abspricht, gesellschaftliche Grundbedürfnisse zu erkennen, stellt er seine eigene Aufklärungsarbeit in Frage.

    In einer Rede zur Dominanz der linken Ideologie in der heutigen Gesellschaft

    https://www.youtube.com/watch?v=idm8JesoRvA

    sagt er z.B. sinngemäß:

    Die Regierenden wissen, daß sie gegen das Volk regieren, das sie gewählt hat.
    Deswegen wird die Mehrheitsmeinung als „Stammtisch“, rechtspopulistisch oder rassistisch diffamiert.

    Der „Stammtisch“ ist aber keineswegs ein Sammelbecken von Provinzlern, geistig Zurückgebliebenen und Chauvinisten.

    Es sind vielmehr diejenigen, die kritisch sind, sich informieren und sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft Deutschlands machen.

  34. Welchen Sinn macht es, die vorgesehenen zukünftigen Eliten eines Landes mit Theorien vollzustopfen, die so sinnvoll sind wie schicke Designerpressen, bei denen kein Saft, aber Blut fließt? Man neutralisiert sie damit in einer Zeit, in der sie idealistisch und rebellisch gesinnt sind. Dekonstruktivismus und Genderismus sind beides postmoderne Hämmer, vor denen sich kein Nagel fürchten muß. Doch sie geben ihren Anhängern das Gefühl, Baumeister einer neuen Welt zu sein, vor allem mächtig oppositionell.

    Da sie sich im Besitz einer höheren, göttlichen Wahrheit glauben, die weit über trivialer Alltagslogik steht, können sie im Namen von Anti-Rassismus und Anti-Sexismus die systematische staatliche Diskriminierung von Deutschen auf Grund von Rasse und Geschlecht fordern, im Kampf für „soziale Gerechtigkeit“ das soziale Netz durch Überforderung immer löchriger machen und schließlich zum Reißen bringen, sich im Gestus des heroischen Partisanen am staatlichen Kampf gegen marginalisierte, offiziell als Staatsfeinde ausgeschriebene Rechte beteiligen.

    Sie vernichten ihre eigenen Lebensgrundlagen, sie leben von morgens bis abends in der Lüge, versichern sich ständig gegenseitig, die Guten zu sein. Das Abtrainieren normaler Instinkte und des gesunden Menschenverstandes kreiert Ungeheuer, zerrissen zwischen dem Gedanken der eigenen Überlegenheit und dem permanenten Gefühl der Versagens – optimale Untertanen, zu jeder Schweinerei bereit.

  35. #49 Keats (20. Jul 2013 12:31)

    Also ich stehe nach wie vor fassungslos vor dem Genderismus. Er ist doch so komplett irrsinnig und so falsch, dass es für mich auch nach diesem Kommentar keine Erklärung gibt. Den Feminimus kann als verrottete skrupellose Kampfideologie nehmen. Aber der Genderismus behauptet ja, dass man im Körper einer hormonell gesunden Frau einen Mann erzeugen kann, durch Erziehung. Etwas wahnwitzigeres hat es nie gegeben. Deshalb ist die heutige Zeit viel kritischer zu sehen als Nazi-Deutschland. Das geistige Verbrechen des Genderismus läßt einen sprach- und ratlos zurück. Wie kann man sich einem solchen abartigen Geistesverbrechen anschließen? Auch weiterhin gibt es für mich keine Erklärung, was beunruhigend ist.

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