Denkmal für die toten ArmenierDer Toten von Kriegen und Gemetzeln zu gedenken gehört vermutlich in allen Kulturkreisen zu den Selbstverständlichkeiten. Man errichtet Denkmäler für sie und erinnert sich an Gedenktagen durchaus der eigenen Kriegsschuld, macht sich ihrer bewusst in der Hoffnung, dass so etwas nicht wieder geschehen möge.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising)

Von deutschen Alt- und Neo-Nazis vermuten wir allerdings, dass sie die Erinnerung an die Ursache des Zweiten Weltkriegs gern ausblenden, also an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 nur ungern erinnert werden wollen, oder die historischen Fakten in den Worten des Gröfaz Adolf Hitler verdrehen: „Ab heute wird zurückgeschossen!“. Welch ein Irrsinn, welch eine Vernebelung.

So auch in der Türkei. Dort soll auf „Wunsch“ des amtierenden Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan ein Denkmal für die toten Armenier, die dem Genozid der Türken im frühen 20. Jahrhundert zum Opfer fielen, abgerissen werden (PI berichtete Ende Januar schon darüber) – und das ganze möglicherweise im Zuge der Völkerverständigung sowie der Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU.

Der österreichisch-jüdische Komponist Gustav Mahler schrieb einst die „Kindertotenlieder“ nach Gedichten des Sprachgenies Friedrich Rückert, nachdem seine Tochter im Alter von gerade mal vier Jahren verstorben war, und komponierte seine Zweite Symphonie, die „Auferstehungssymphonie“, deren Schlusssatz jeden Christen / Katholiken, aber auch manchen „Ungläubigen“ emotional berühren kann.

Eckhardt KiwittZum Autor: Eckhardt Kiwitt ist Angestellter in einem Verlag, Mitglied der Bürgerbewegung Pax-Europa und Autor des Aufsatzes „Das Islam-Prinzip“ sowie Gestalter des PI-Kalenders 2011. Laut LMU-Dozent Stefan Jakob Wimmer gehört er in die Riege der „prominenten Islamkritiker“.


(Hinweis: Gastbeiträge geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Wenn Sie selber einen Artikel beisteuern wollen, schreiben Sie uns: info@blue-wonder.org)

Like
Beitrag teilen:
Anzeige: Wandere aus, solange es noch geht - Finca Bayano, Panama.
Jetzt den PI-NEWS-Telegram Kanal abonnieren!

35 KOMMENTARE

  1. Das Sahnehäubchen wäre, wenn die EU die ‚Ehrenrettung des Türkentums‘ noch mit EU Geldern unterstützen würde. Ich meine zusätzlich zu dem, was sie sowieso schon zahlt.

  2. Vor Gott sind wir alle Menschen, vor den neuen Herrenmenschen sind wir Opfa alda, die nach dem Willen eines Mondgötzen es nicht verdienen zu leben…

  3. „In allen Kulturkreisen“ Mit Ausnahme von….
    – Göbbels soll mal gesagt haben: „Wenn ich das Wort „Kultur“ höre, ziehe ich meinen Revolver“ – Der Anlass: Als man ihm sagte, dass das Berufsverbot von jüdischen Künstlern den deutschen Kulturbetrieb unmöglich machen würde.

  4. Mal eine kleine Klarstellung: die Ursache des II WK war nicht der Einmarsch in Polen, das war der Beginn. Die Ursachen reichen bis in den I WK zurück, das Diktat von Versailles, die freie Reichsstadt Danzig sowie die deutsche Minderheit in Polen. Auch das Ausscheiden des Reiches aus dem Dollar und noch so einige andere Fakten sind Ursachen des Krieges gewesen.
    Nicht immer hechelnd der offiziellen Darstellung nachrennen, sondern bewußt und kritisch das bekannte Wissen anwenden, vervollständigen und vor allem: keine Lügen verbreiten!

  5. Mit der Zerstörung von Denkmälern stellt Erdogan sich in eine Reihe mit den Buddha-Statuen sprengenden Taliban, während er sich mit dem Leugnen des türkischen Völkermords an bis zu 1, 5 Millionen Armeniern den Nationalsozialisten und Holocaustleugnern die Hände reichen kann. Beides, der radikale Islam und die Verbrechen des Nationalsozialismus passen schon traditionell gut zusammen; „Lideri“ und „GröFaZ“ werden damit ideologisch austauschbar.

    Wird die Türkei je in der Moderne ankommen? Nicht, solange sie nicht bereit ist, sich kritisch mit der eigenen Geschichte zu befassen und diese aufzuarbeiten. Dazu aber muß die osmanische Edel-Herrenmenschen-Mentalität radikalislamisch-nationalistischer Prägung fallen. Gegenwärtig bewegt man sich in die entgegengesetzte Richtung. Der Abriß gerade dieses Denkmals ist ein klares Zeichen dafür.

  6. Hallo,
    ich habe darüber schon einen Bericht in der Zeitung gelesen. Was soll man darüber denken?
    Damit will wohl ein großer Teil der heutigen Bevölkerung leben! Andern falls gäbe es entsprechende Aktionen. Der Untergang der europäischen Idee ist nur eine Frage der Zeit.
    Wer ständig Feinde aus dem rechten „Lager“ ausfindig machen muss ist eben voll beschäftigt.
    Wie steht es so schön in der Bibel. Die Geschichte mit dem Splitter im Auge des Gegenüber und dem Balken im eigenem Auge!

  7. o t

    Gedanken zum Karfreitag von Klaus Lelek

    Die Passion – das ewige Lehrstück

    „Ein Mann, der gestern noch unter großem Jubel in eine Stadt einzog, dessen deutliche Worte gegen Gewalt, Unrecht, Ausbeutung, Unterdrückung, doppelte Moral, Frömmelei und sogar Kinderschändung die Menschen begeisterte, ist plötzlich allein. Nur wenige sind noch bei ihm, aber auch dessen Freundschaft und Treue gleicht einem Blatt im Wind. Plötzlich schlägt diesem Mann Haß und vor allem Undank entgegen. Das Gift der Intrige entzweit seinen Anhang. Feigheit und Verrat in Verbindung mit Geldgier und Geltungssucht schleicht sich gleich einem heimtückischen Geschwür in die Tafelrunde ein.
    Jener Wort gewaltige Mann, der oftmals nur Gesten brauchte, um die Menschen zu beeindrucken und für seine Mission mit Mut und Feuereifer stritt, ohne dabei seine Menschlichkeit und sein Mitgefühl zu verlieren, steht hilflos der infamen Bosheit eines einzelnen, dem Wankelmut seiner Freunde und dem infernalischen Hass seiner Feinde gegenüber. In dieser Situation gibt es nur zwei Möglichkeiten: Fliehen oder Standhalten, das heißt im Endeffekt STERBEN.
    Die Passionsgeschichte, Höhepunkt im Leben Jesu, verbindet die Tragik griechischer antiker Dramen mit der Weisheit und Tiefe jüdischer Prophetie. Die jüdische Prophetentradition, in die Jesus, wie auch Johannes, als unbequemer Mahner und Reformer, wie kein anderer vor ihm hineinpasst, verbindet sich in der Passionsgeschichte mit dem was Dramatiker wie Sophokles und Aischylos als „Katharsis“ in ihren Theaterstücken heraus gearbeitet haben. Die Botschaft der Dramen lautet: Das Leiden hat einen höheren Sinn. Auch wenn am Ende der Tod steht. Das Leiden ist nur der Weg zu einer höheren Erkenntnisstufe. Es bewirkt eine Reinigung…“

    http://quotenqueen.wordpress.com/2011/04/22/die-passion-das-ewige-lehrstuck/

    Trotz aller weltlichen Unbill, wünsche ich allerseits ein gesegnetes Osterfest.

    Frohe Ostern !

    Chag Pessach sameach !

  8. Ist den „Christen“ doch auch egal!!! 🙁

    Karfreitag eine kath. Kirchengemeinde in Köln – Fürbitten von drei Frauen vorgetragen im Angesichts des Todes Jesu-Christe (war mal der Grundgedanke):

    – Für Atomopfer von Fukushima (nix Erdbeben/ Tsunamie-Opfer)
    – Für Flüchtlinge (nix verfolgte Christen)
    – Für „Licht und Auto aus“ (nix Zukunft)

    Waren nur 3 bzw. 4 die rein politisch waren und überhaupt nicht passend waren!!! Aber mir reicht das schon…

    Deren Kreuz trage ich nicht mehr.

  9. Ich habe mir vorhin den Dokumentarfilm „Aghet – Ein Völkermord“ angeschaut. Es war sehr beeindruckend.
    Mir war nicht bewusst, wie grausam diese Pogrome damals abgelaufen sind.

    Erschreckend ist die Tatsache, dass Deutschland diesen Völkermord hätte stoppen können.
    Aber Bündnisse sind ja wichtiger. Genau so wie heutzutage. Erdogan kann weiterhin leugnen, und alle hören weg.

  10. #10 Pitbull (22. Apr 2011 21:18)

    Mal eine kleine Klarstellung: die Ursache des II WK war nicht der Einmarsch in Polen, das war der Beginn.

    Wer würde denn an dieser Feststellung zweifeln?

    Die anderen Behauptungen lasse ich heute mal unangetastet.

  11. „Ab heute wird zurückgeschossen!“.
    Die Ursache des 2. Weltkrieges ist sicherlich nicht in einem bewaffneten Angriff polnischer Truppen zu suchen.
    Das heißt aber noch lange nicht, daß Polen unschuldig ist an diesem Konflikt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug

    Komischerweise werden in der deutschen Geschichtsforschung (Schulunterricht, Dokumentationen, etc.) ganz gerne die polnischen Aggressionen vor dem Krieg unter den Tisch gekehrt. Passt wohl besser ins Weltbild.

  12. wie die „neuen osmanen“ darauf reagieren wenn man ihnen den genozid an armeniern vorwirft wird jeden der sich bei youtoube oder sonstwo einmal die mühe gemacht hat darauf hin zu weisen bekannt sein. es wird geleugnet, diffamiert und schlicht alles abgestritten.
    der propaganda erfolg ist schon lange da, jetzt werden nur die letzten erinnerungen ausradiert, damit sich niemand fragen muss warum es denkmäler gibt für etwas das nie geschah… nochmal der AGHET link http://www.youtube.com/user/1915AGHET

    und zum ende eines hoffentlich besinnlichen karfreitags gibts dann noch etwas zur beruhigung 🙂

    http://www.youtube.com/watch?v=AcekLCkaP0A&feature=channel_video_title

  13. Danke für diesen Beitrag, Herr Kiwitt.

    Dem Erdogan kann man eh nicht mehr helfen, aber die Tage lief auf arte der Film „Aghet – Ein Völkermord“. Den Film kannte ich zwar schon, jedoch sollten ihn ruhig mal die Grünen sehen. Und nicht nur den Film, sondern überhaupt mal (hin-)sehen – und nicht immer weg gucken!!!

    Die EU hatte eigentlich die Anerkennung des Genozids als Voraussetzung angesehen – möglicherweise hat sie das schon vergessen. In der Schweiz zum Beispiel, darf er nicht geleugnet werden; so auch in Frankreich. Und die sind Mitglied der EU.

  14. Die Welt geht sogar so weit, Erdogan einen „Nationalislamisten“ zu nennen. 😀

  15. #22 PeterSchniedpiekel (22. Apr 2011 23:00)
    DIE WELT ist ja noch halbwegs ordentlich – im Gegensatz zu DIE ZEIT oder die taz… Diese Drecksblätter werden von Linken unterjocht, das gibt es gar nicht.

    DIE WELT ist da schon ehrlicher und sicherlich auch wesentlich konservativer. Sie verdingen sich nicht in Geschichtsfälschung oder Negieren der Realität. Dort gibt es noch Fakten. Eines der besten Blätter, PI bleibt aber meine Nummer Eins 😉

  16. #23 marooned84; Dann musst du ne andere Welt meinen. Die ist schon lange genauso sozialistisch wie die anderen von dir genannten Blätter. Lediglich ab und an mal darf ein konservatives Feigenblatt was schreiben. Sobalds aber an die Kommentare geht, wird gelöscht, was das Zeug hält.
    „Wegen Verstössen…“

  17. Wooooooooo bleibt der Aufscherei der Politiker, Guuutmenschen, Islamversteher, Intelektuellen,
    der Künstler in Deutschland, Europa und der Welt.
    Gegen die Zerstörung des Denkmahls für die Ermordung der Armenia durch die Türken ?????
    Verlogenes, verbrecheriches Pack………..
    Politiker sind verbrecher……………

  18. # 10 Pitbull – stimme Dir voll zu, wuerde aber noch unseren Menschenfreund Churchill nicht unerwaehnt lassen. Dank seiner Politik wurde aus einem lokalen Konflikt eine weltumspannende Aktion.

  19. Hier kommt das nächste Beweisstück dafür, dass für die Türkei <bkein Platz in einem europäischen Staatenbündnis ist! Das Mosaik betreffs Türkei fügt sich zusammen.
    Daraus folgt: Sofortiger Stopp aller EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei!!!

  20. #10
    Ausbruch des 2. Weltkriegs:
    auch nicht ganz richtig. Japan als Achsenmacht 1937- begann den chinesischer Krieg.
    Auch das Ende des II. Weltkrieges war die Kapitulation Japans im August 1945.
    Es ist doch aber viel einfacher, die Daten an Deutschland zu fixieren und Japan am Ende des Krieges als bedauernswertes Opfer darzustellen.

  21. Das Monument ist in der Tat „monströs“, da hat Erdogan ausnahmsweise recht, 35 Meter hoch und 1500 Tonnen schwer erhebt es sich über der ärmlichen Stadt Kars, man gucke sich die trostlose Gegend nurmal auf dem „Welt“-Foto an. Und wird abends auch noch per Laserlicht beleuchtet.

    Die Kontroverse um dieses „Denkmal der Menschlichkeit“ ist allerdings nicht neu, wie die „taz“ letzten Oktober ausführlich beschrieb, der Künstler, Mehmet Aksoy, „Humanist und Kommunist“ (taz), hat übrigens fast zwanzig Jahre lang im Berliner Exil gelebt, wo er u.a. die neunteilige Marmorskulptur „Arbeitsemigranten“ hinterlassen hat.

    Was hat eigentlich der „österreichisch-jüdische“ Komponist Gustav Mahler (superkorrekt!!) mit Aksoys monumentalem Monument zu tun? Wie wär’s in dem Zusammenhang mit dem Requiem des österreichisch-katholischen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart? Mahler komponierte die „Kindertotenlieder“ nicht, „nachdem seine Tochter im Alter von gerade mal vier Jahren verstorben war“, sondern zwischen 1901 und 1904, seine Tochter Maria-Anna starb drei Jahre später, 1907.

  22. Es ist geschichtswissenschaftlich hinreichend bewiesen, dass der Angriff der Wehrmacht auf Polen, als eine längst überfällige Reaktion auf die ständigen Grenzverletzungen und mörderischen Übergriffe polnischer Milizen, seit Mai 1939, auf Deutsches Territorium in Ostpreußen, erfolgt sind.
    Wer diese historische Tatsache ausblendet, sollte sich zu diesem Thema neu informieren.

Comments are closed.