Stellen Sie sich vor, wir hätten keinen Staat, keine Regierung, keine Gesetze, keine Verwaltung, keine Wohnung, kein Geld, einfach nichts! Unvorstellbar – aber wir hätten trotzdem einen Markt! Wir Herumirrenden bräuchten schließlich dringendst das eine oder andere, was ein anderer Herumirrender übrig hätte. Käufer und Verkäufer würden sich treffen – auf einem Markt, und handeln und verkaufen und kaufen. Was sonst?

Die Zahlungs- und Tauschmittel würden sich finden. Das zeigt die Lächerlichkeit der ganzen trübseligen sozialistischen Diskussion über unfairen Kapitalismus, über Staatseingriffe, “Fairtrade”, Eurobonds und was weiß ich. Alles Humbug! Der Markt regiert, und wer sich dagegen stemmt, was temporär möglich ist, wird irgendwann zermalmt.

Ein schönes Beispiel ist das Ende des letzten Krieges, als in Deutschland zwar nicht alles, aber ziemlich viel kaputt war und fehlte. In Nullkommanichts hatten wir einen Schwarzmarkt. Hans-Ulrich Wehler berichtet:

.. Als unentbehrlich erwies sich da der überall florierende Schwarzmarkt. Dort waren alle knappen, alle vermißten Güter zu finden: entweder zu abstrus hohen Preisen oder im anachronistischen Warentausch, wobei die begehrten Zigaretten der Alliierten oft als neue Währungseinheit fungierten. Selbst überraschende Razzien der Orts- oder der Militärpolizei konnten diesen Verteilungsmarkt nicht beseitigen. Erfolgreiche Schwarzhändler stiegen in die parasitäre Schicht neureicher Existenzen auf, deren Geldvermögen freilich einem kräftigen Inflationssog ausgesetzt war. «Otto Normalverbraucher» dagegen konnte höchstens einmal im Notfall Ererbtes gegen Lebensmittel tauschen, da die Preise für ihn unerschwinglich blieben. Anfang 1947 kostete z. B. auf den schwarzen Märkten der Westzonen ein kg Butter 230 M., das entsprach genau einem monatlichen Facharbeiterlohn, ein Drei-Pfund-Brot kostete 100, ein kg Zucker 90, ein kg Fleisch 80 M. Wer, wie die Mehrheit, Schwarzmarktpreise nur im Ausnahmefall zahlen oder dort keine Tauschangebote machen konnte, versuchte, auf «Hamsterfahrten» in die ländliche Umgebung bei den Bauern Nahrungsmittel gegen Haushaltsgegenstände (silberne Eßbestecke, Tischdecken, Bettwäsche, Uhren) zu tauschen… (Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte)

Dies war nicht der einzige Schwarzmarkt. Die ganzen kommunistischen Systeme mit ihren verkorksten Mangelwirtschaften generierten später Polen- und Vietnamesenmärkte etc. etc. Und dies ist weltweit gleich. Ökonomen schätzen beispielsweise, daß 90% der Ökonomie in Zimbabwe derzeit aus dem Schwarzen Markt besteht, welcher vielen ein Überleben sichert. Der Staat oder Mugabe oder Entwicklungshilfeminister Niebel doch nicht!

Für die EUdSSR ist aber der Markt der Feind. Sie will bestimmen und festlegen, wie hoch die Zinsen für Deutschland und für Griechenland sind. Die Ignoranten, die hier am Werke sind, wissen vermutlich nicht einmal mehr, daß die Bundesrepublik zu DM-Zeiten einst sogar selber über 10% Zinsen für zehnjährige Papiere zahlen mußte. Schauen Sie sich mal das Jahr 1980 in dieser Zeitreihe der Bundesbank an! Missis Merkel und die EU-Kamarilla scheinen echt zu glauben, sie hätten das Naturrecht, in alle Zukunft höchstens noch zwei Prozent zu zahlen, mehr nicht.

Zu diesem Behuf bekämpft die EU die Ratingagenturen und will sie möglichst verbieten. Italien startete kürzlich  Hausdurchsuchungen, um Schrecken zu verbreiten, und Brüssel will eine eigene EU-Ratingagentur, wo Sarkozy und Rompuy hintelefonieren können und den Befehl durchgeben, Griechenland hat AAAAA+ und die EU zehnfach A und zwanzig Pluszeichen. Dann wird ein neues Schuldpapier – oder gleich eine Zwangsanleihe – emittiert, und wer das kauft, muss noch 10% Strafsteuer zahlen. So stellt sich dieses Sozialistengemüse in Brüssel die Welt vor.

Und da die Börse auch ein Markt ist und nichts anderes, soll jetzt eine neue Transaktionssteuer den Handel weiter zum Erliegen bringen, der freie Bürger wird als Käufer und Verkäufer nicht gewünscht, das Wort „Aktionär“ ist ein Schimpfwort mit der Folge, daß die großen deutschen Unternehmen und der ganze DAX fest in ausländischer Hand sind. Alles eine Folge der konfiskatorischen Aktien-Besteuerung, die im Laufe der Jahre immer schlimmer geworden ist. Aber auch wenn es die Politik schafft, uns immer ärmer zu machen, den Euro wird sie so nicht retten, am Ende bestimmt der Markt den Euro-Kurs und die Frage, ob Deutschland und Brüssel pleite sind oder nicht – und nicht Frau Merkel! (Gerhard Bökenkamp hat in einem super Artikel im ef-Magazin einst geschrieben, auch nach der Apokalypse gebe es noch einen Markt!)

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77 KOMMENTARE

  1. Schön und gut und soweit richtig. Mir stellt sich dabei aber die Frage, ob wir uns auf Dauer einen Markt leisten können, der mit „Nichts“ handelt. Dann haben wir nämlich möglicherweise am Ende das, was so unvorstellbar klingt: nichts.

  2. Ein bisschen undifferenziert und was die FInanztransaktionssteuer angeht, bockfalsch. Die FInanztransaktionssteuer ist das einzige probate Mittel, um das automatisierte High-Frequency-Trading (HFT) einzudämmen. HFT hat gerade an den Rohstoffmärkten Angebot und Nachfrage komplett entkoppelt und die Volatilität enorm gesteigert. Die Tradingautomaten der Hedgefonds setzten im Millisekundenrhythmus gewaltige Summen um und handeln stur nach bestimmten Tradingalgoritmen. Die virtuellen Umsätze sind so riesig, dass die reale Preisfindung nach chtem Angebot/Nachfrage ausgehebelt ist. Die Finanztransaktionssteuer würde das HFT unwirtschaftlich machen und die Märkte entzerren.
    IMHO

  3. Ohne Staat und Gesetze würde nicht gehandelt sondern geraubt. Für einen funktionierenden Markt sind also sehr Wohl Rahmenbedingungen erforderlich, die vor allem die Schwachen schützen.

  4. Mir war so als ob der unregulierte Markt gerade meine Kinder um ihre Zukunft bringt.
    Ein bisschen regulieren oder noch besser extrem harte Strafen für Zocker oder wer hat Griechenland beim frisieren seiner Bilanzen geholfen – genau der böse Sozialkapitalist.

    mfg abs

  5. #4 AufrechterDemokrat

    Stimme zu, die Finanztransaktionssteuer wird übrigens auch von Prof. Max Otte empfohlen, der nun wirklich kein Dummkopf ist und diese Krise schon 2006 vorausgesagt hat, der Rest („Wirtschaftsregierung“) ist Unsinn!

  6. #4 AufrechterDemokrat

    Schon der Börsensturz 1987 kam durch Computer zustande, man hat damals andere Wege gefunden als Steuern. Die Finanztransaktionssteuer in FFM stört Händler und Computer in New York oder London nicht, weil sie dort nie eingeführt wird, aber sie stört uns. Die Welt richtet sich eben nicht nach Merkel und Sarkozy! Das ist doch genau der Größenwahn, den die haben!

  7. Aber auch wenn es die Politik schafft, uns immer ärmer zu machen, den Euro wird sie so nicht retten, am Ende bestimmt der Markt den Euro-Kurs und die Frage, ob Deutschland und Brüssel pleite sind oder nicht und nicht Frau Merkel!

    Sehr richtige Schlußfolgerung. Anzumerken wäre noch, dass IM Erika vieles daran setzt, Deutschland in den Bankrott zu treiben, statt ihn zu bekämpfen.

  8. #4 AufrechterDemokrat (18. Aug 2011 14:19)

    Dies wurde „nur“ die Anforderungen an Tradingalgorithmen modifizieren und somit bislang im Einsatz befindliche Algorithmen durch solche ersetzen, die diese Steuern „eingepreist“ haben.

  9. Die Finanztransaktionssteuer bringt überhaupt nichts. Wie schon einer vor mir schrieb: Das wird eingepreist und gut. Das trifft nur die privaten Trader wirklich ernsthaft.

    Wenn man wirklich reale Werte an den Papierbörsen will… eigentlich ist es sogar nur digitales Papier… Dann muss man das gehebelte Handeln abschaffen. Und jeder Future muss mit mit der zugrundeliegenden Ware gedeckt sein. Mich würde mal interessieren wie schnell die Comex dann implodiert.

    Aber die dadurch entstehenden Seiteneffekte dürften auch ziemlich heftig werden. Denn den wahren Wert der Rohstoffe kennt heute niemand mehr. Denn niemand durchblickt den Fiat-Geld Dschungel noch. Es ist einfach auch kein Maßstab mehr für „Wert“.

  10. P.S. Off-topic:

    Der Tagesspiegel verbreitet natürlich weiterhin Hetzartikel gegen Deutsche, indem unter dem besagten Artikel „Mehr zum Thema“ folgendes steht:

    Unterschwellig rechts

    Die deutsche Angst vor Migranten

    Wer (berechtigte) Angst vor Immigranten, gemeint sich Mohammedaner, hat, ist somit bereits ein Rechter (= Nazi = jemand, den man ohne Angst zusammenschlagen darf).

  11. Europa auf der Grundlage von Lissabon ist ökonomisch und einwanderungs technisch gescheitert, alle wissen es aber keiner sagt es.

    Durch das Aushebeln und das rechtswiedrige Unterlaufen nationaler Verfassungen reissen sich die EUDSSR Erbauer selber die Maske vom Gesicht.

    Alle Massnahmen zum weitern Ausbau der EUDSSR werden durch das Wählerverhalten in vielen europäischen Nachbarstaaten mittelfristig rückängig gemacht. EUDSSR freundliche Regierungen werden über kurz oder lang vom Wähler abgestraft und zerbrechen. Auf Grund des Wählerverhaltens und sozialen Unruhen werden die ersten Länder ihren Ausstieg aus der EUDSSR erklären.

    Nach dem Zusammenbruch beginnt die Aufarbeitung und die Rolle der Medien, Parlamentarier und der Verfassungserichte wird aufgearbeitet werden müssen.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/197946/umfrage/stimmenanteil-rechtspopulistischer-parteien/

  12. Leute, wir sollten überlegen und nachdenken, ob wir die Politiker, ihre Parteien, die Ministerien usw. überhaupt brauchen.
    Wenn ich das ganze Gezerre um Griechenland, Irland, Portugal, Italien Spanien und Frankreich betrachte, habe ich den Eindruck, daß diese Länder ihre Probleme ohne die EUdSSR viel pragmatischer und einfacher lösen könnten. Denn dann müssten die Kreditgeber, um ihr Geld überhaupt noch zu bekommen, bei allem mitmachen. So können die Kreditgeber die Arme verschränken und mit dem klopfenden Fuß abwarten, daß die EUdSSR ihre – der Kreditgeber – Kastanien aus dem Feuer holt.
    Das billigste ist, wir lösen alle Institutionen, die mit der EUdSSR zusammenhängen, auf. Damit hätten wir uns der drohenden Genforce entledigt. Übrigens, es wäre wichtig zu wissen, auf wen die Genforce vereidigt ist und/oder wird.
    Die ganzen einheitlichen Vorschriften und Gesetzesempfehlungen für den Europa sind ja reichlich vorhanden. Dieses Paket müsste auf „simplify-Art“ auf brauchbares „ent-rümpelt und -müllt“ werden.
    Damit sind die gewachsenen Staaten wieder souverän, außer Belgien, Wallonien an Frankreich, die Flamen zur Niederlande und Eupen-Malmedy und Limburg zu Deutschland oder Luxemburg.
    Die einzigen, die das Nachsehen hätten wären die Kreditinstitute und Versicherungen. Aber die haben sich ja am wenigsten um die das Recht geschert.
    Und ich bin mir sicher jeder Staat bewältigt die Krise viel besser als die EUdSSR.
    Wenn dann nochmals was von Europa gefaselt wird, dann im Zusammenhang mit Europa nichts mehr ohne Volksabstimmung in den souveränen Staaten. Vor allem keine irgendwie geartete Kampfgruppe wie die Genforce. Wir haben die NATO und das reicht.
    Und nicht mehr ins Bochshorn jagen lassen, von sowas wie, wir geraten global ins Hintertreffen. Dagegen hilft die EUdSSR in keiner Weise. Im Gegenteil, die EUdSSR behindert uns – und das ist systemimmanent – in dieser Hinsicht in jeder Weise.

  13. „Stellen Sie sich vor, wir hätten keinen Staat, keine Regierung, keine Gesetze, keine Verwaltung, keine Wohnung, kein Geld, einfach nichts! Unvorstellbar – aber wir hätten trotzdem einen Markt!“

    Das ist allerdings unvorstellbar, denn ein funktionierender Markt setzt einen funktionierenden Staat voraus. Wer Geschäfte abschließen will, der braucht Rechtssicherheit, also Polizei und Gerichte. Zur Finanzierung dessen müssen Steuern erhoben werden. Da haben wir schon den Staat.

    A Propos Schwarzmarkt: Da herrscht das Recht des Stärkeren. Also Schutzgelderpressung, Korruption und Raub werden die Regel und nicht die Ausnahme sein. Ein funktionierender Markt sieht anders aus.

    Die Marktwirtschaft bedarf eines Staates damit sie funktioniert.

    LG

    Bhigr

  14. Auch @Kewil:
    Wer gerne etwas mehr über den „Freien Markt“ bzw. die „Marktwirtschaft“ und deren Funktionsmechanismen erfahren möchte, dem kann ich nur empfehlen, einmal in die Website der Partei der Vernunft (PVD) zu schauen: http://www.parteidervernunft.de

  15. sehr guter artikel. ich ksnn nichts hinzufügen und nichts bemäckeln, einfach nur wahr… und für die die es nicht wissen: Nicht die bösen Spekulanten sind das Problem, sie richten sich nur immer nach der jetztigen und erwarteten späteren Situation aus, sondern die Politiker (oder die Unternehmen, je nach dem, wo wieder die „bösen Heuschrecken“ zuschlagen)

  16. #18 Bhigr (18. Aug 2011 14:49)

    So isses, der Staat wird gebraucht, um sicherzustellen, dass ein Markt auch ein Markt bleibt, aber ansonsten soll er die Finger von Dingen lassen, von denen er nichts versteht.

    Auch wennes langweilt, die letzte Finanzkrise hatte ihren Ursprung in Clintons Superidee von sozialer Gerechtigkeit die Banken dazu zu zwingen, Hauskredite an jeden zu vergeben.

    Wer kann ihnen verübeln, dass sie aus diesem Markteingriff das für sie beste gemacht haben. Das ist ihre Aufgabe.

  17. #20 Vergeltung (18. Aug 2011 14:51)

    Nach Explosion in Mockauer Bäckerei

    Umstrittener Imam trauert um seinen Cousin

    (..) Hassan Dabbagh hatte in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft München hatte den Imam der Al-Rahman-Moschee 2009 wegen Volksverhetzung sogar angezeigt. Das Verfahren wurde 2010 wegen Mangels an Beweisen eingestellt.

    Kein Problem, einer mehr im Allahs-Paradies, wieso also trauern. Oh, ich vergass: Kein Märtyrertod! Der war nur zu blöd, seinen Gasofen warten zu lassen :mrgreen:

  18. #3 HaGanah (18. Aug 2011 14:18)

    Schön, dass Du immer wieder Nachrichten aus Israel hier einfügst. Mach bitte weiter so.

    Shalom

    Antonio

  19. (..) Hassan Dabbagh hatte in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit der Justiz.

    Das ist der schräge Imam mit weißem Häkelmützchen, der Sabine Christiansen nicht die Hand geben wollte.

    Klar, Frauen sind unrein und sind seelenlose Wesen mit niederem Verstand. Schade dass nicht genug Beweise für eine Verurteilung dieses Halunken vorlagen.

  20. @ #19 Wilhelmine (18. Aug 2011 14:51)
    T-Online Artikel

    Komischerweise stellt T-Online die Kommentarfunktion immer schnell ab, wenn ich (keine linken) Kommentare schreibe. Würde mich schon interessieren welche Gesinnungsgenossen dort die Artikel betreuen.

    Beim Thema Israel
    ist die Kommentarfunktion zuerst immer für Hetze offen, bei Artikeln zum Thema Islam, Türkei und Co. so gut wie nie.

  21. #24 brazenpriss (18. Aug 2011 15:02)

    O.K. dann sind wir uns einig, dass ein Markt Regeln braucht, damit er funktioniert. Fraglich ist allein, welche Regeln notwendig sind.

    Wenn jemand also von einem „Markteingriff“ spricht, dann meint er eine staatliche Regelung, die schlecht für den Markt ist.

    Diese Idee der Staat müsse sich vollkommen aus dem Markt zurückziehen führt halt ad Absurdum. Das führte nämlich zur Anarchie. Deswegen sollte man sich statt dessen fragen, was man vom Markt erwartet und welche Regeln diese Erwartung befördern.

    Das ist wie beim Fußballspiel. Wer viele Tore im Spiel haben will, der sollte vielleicht ein größeres Tor erfordern oder den Torwart abschaffen. Man könnte aber auch die Spieldauer verlängern, den Ball schneller machen, die Abseitsregel verändern usw…

    Aber dieser vermeintliche Gegensatz: Hier der gute Markt und dort der böse Staat; so einfach ist es nicht.

    LG

    Bhigr

  22. „Der Markt hat logisch und daher auch historisch Priorität vor dem Staat

    Die Entstehung und das Bewahren eines Staates setzt bereits eine soziale Ordnung voraus…

    Eine Gesellschaft, ganz abgesehen von einem Staat, kann entweder die Eigentumsrechte sichern, das heißt die Ausschließungskosten (exclusion costs) aufbringen, oder sie kann es nicht. Wenn sie es kann, dann braucht sie keinen Staat. Wenn sie es nicht kann, dann hat sie gar nicht die sozioökonomische Struktur, die notwendig wäre, um einen Staat zu etablieren und zu tragen.

    Der Staat ist also entweder überflüssig oder unmöglich“ (Radnitzky, Das verdammt 20. Jahrhundert, S. 83).

  23. „Um einen beliebten Einwand der Sozialisten, einschließlich der Communitariens zuvorzukommen, möchte ich eine kurze Digression einschieben.

    Es wird behauptet, das erfolgreiche Individuum verdanke seinen Erfolg zum Teil dem sozialen Rahmen, der ‚Gesellschaft‘. Ohne diesen Rahmen hätte er sein Resultat nicht erreichen können.

    … Dem Argument liegt ein Denkfehler zugrunde (fallacy of composition). Analysiert man die Denkfigur, so stellt man fest, dass es gar nicht um die Frage des Eigentums geht, sondern um Übereinkommen, um Verträge.

    Die verschiedenen Beteiligten sowie das handelnde Individuum haben jeweils das geliefert und empfangen, worüber die eine _Übereinkunft geschlossen haben; sie sind quitt.

    Es handelt sich dabei um echte _Verträge und nicht, wie bei den leider so beliebten Sozialvertragstheorien, um fiktive, hypothetische (kontra-faktuelle) Verträge“ (Radnitzky, Das verfluchte 20.Jahrhundert, S. 332).

  24. Kewil

    Der Artikel des jungen Gerard Bökenkamp ist gut, auch wenn er nicht zu neuen Erkenntnissen führt, sondern „nur“ nüchtern und emotionslos unbestreitbare Fakten beschreibt. Gerade aus diesem Grunde wäre er bestens geeignet in das Fach der Oberstufe „Wirtschaft und Recht“ der Gymnasien aufgenommen zu werden. Dies ist keine Abwertung, im Gegenteil gibt zu wenige wissenschaftsnebelfreie, leicht verständliche Beschreibungen von den fundamentalen wirtschaftlichen Zusammenhängen.
    Vielleicht hätten wir dann in der nächsten Generation ein paar linke Weltverbesserungs-Deppen mit Abitur weniger.

    Die folgende Feststellung von kewil
    kapiere ich aber partout nicht:

    Schauen Sie sich mal das Jahr 1980 in dieser Zeitreihe der Bundesbank an! Missis Merkel und die EU-Kamarilla scheinen echt zu glauben, sie hätten das Naturrecht, in alle Zukunft höchstens noch zwei Prozent zu zahlen, mehr nicht

    Nun das ist eben auch, allerdings derzeit eher gegen drei gehend, der Markt und nicht Frau Merkel, welcher das bestimmt. Der Markt honoriert damit die im Vergleich zu den noch übleren Schuldenmachern maßvollere Fiskal-Politik Deutschlands, auch dann, wenn sie für uns (und auch für Schäuble) eigentlich unakzeptabel bleibt.
    Wie sich das „für alle Zukunft“ entwickeln wird, wird sich zeigen. Der Einäugige unter den Blinden zu sein, kann jedenfalls nicht befriedigen.

  25. >auch nach der Apokalypse gebe es noch einen Markt!)

    Klar, ist schließlich ein Geschenk Gottes, der Markt.

  26. Eigentum gebiert Ordnung – und nicht umgekehrt.

    „Eigentum an knappen Ressourcen – das Recht der ausschließlichen Kontrolle über knappe Ressourcen (Privateigentum) – wird durch die Handlung ursprünglicher Aneignung erworben (wodurch Ressourcen aus einem natürlichen Zustand in einen zivilisatorischen Zustand übertragen werden).

    Wenn dem nicht so wäre, könnte niemand jemals anfangen zu handeln (irgend etwas vorschlagen oder tun);

    daher ist jedes andere Prinzip praxeologisch unmöglich (und argumentativ nicht zu verteidigen).“ (vergl. Hoppe, Demokratie, S. 375ff)

  27. Wir haben Jahrzehnte gebraucht um mit der Philosophie von Ludwig Erhard „Die D-Mark bleibt hart“ unsere gute DM zur Ersatzwährung in Europa aufzubauen mit allen Vorteilen die damit verbunden sind.

    Wir haben weniger als ein Jahrzehnt gebraucht um alle Maastricht-Kriterien auszuhebeln und aus einem starken Euro eine Weichwährung zu machen, mit allen Nachteilen die damit verbunden sind.

    Das kommt eben dabei heraus wenn Leute über ein Währung bestimmen die davon keine Ahnung haben, bzw. lediglich ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Frankreich hat zu Franc-Zeiten einmal den alten Franc 100:1 durch neuen Franc ersetzt und diesen dann auch bis zu 3 Franc = 1 DM abgewertet. Jetzt bestimmen die die Politik der EZB und der französische EZB Präsident Trichet ist, entgegen aller Beteuerungen, den Politikern hörig. Das hatte kein Bundesbankpräsident zu DM-Zeiten je gebracht, die waren immer unabhängig.

    Und wie sieht unsere Zukunft aus? Der nächste „Experte“ kommt aus Italien. Wir erinnern uns: Die italienische Lire hat zusammen mit dem alten Franc, der DM, dem Schweizer Franken einmal 1:1 angefangen. Bevor es den Euro gab, hat man für eine DM mehr als 1.000 Lire bekommen.

    Was für eine Zukunft lässt uns das erwarten?

    Und jetzt die oberste deutsche „Währungshüterin“ Frau Merkel. Sie ist mit der Ostmark groß geworden, mit der man auch in der DDR kaum was kaufen konnte. Frei konvertierbar war die auch nicht. Aber die Leute hatten immer genug davon, eben weil man die, mangels Waren, nicht ausgeben konnte.

    Und wer sitzt im deutschen Finanzministerium? Der Mann, der schon als Innenminister versagt hat. Die Engländer würden sagen: „From worse to worst“.

    Erinnern wir uns an Ludwig Erhard: „Die DM bleibt hart“. Franz Josef Strauß hat einmal über die sozialliberale Koalition gesagt: „Man müuss diesen Staat in den Staatsbankrott treiben (um ihn zu beerben)“. Irgendwie hat das die Frau Merkel falsch verstanden, die bewerkstelligt das jetzt selbst.

  28. Sorry ihr anatolischen Analphabeten, lernt gefälligst erstmal anständiges Deutsch!

    by unrein on Aug 18, 2011 at 15:14

    Lol das steht da ja wirklich! Musste erstmal zoomen mit das Ei Fon
    :mrgreen:

  29. #36 Eichsfelder (18. Aug 2011 15:34) >auch nach der Apokalypse gebe es noch einen Markt!)

    Klar, ist schließlich ein Geschenk Gottes, der Markt.

    Nein, selbst Gott kann den Markt nicht kontrollieren. Das Angebot der Schlange in Genesis 3 hat trotz seines versuchten Markteingriffes Nachfrager gefunden.

  30. Ein kinderloser Single, der 100.000 Euro brutto als Arbeitseinkommen im Jahr hat (17,5% aller Steuerpflichtigen haben ein Gesamteinkommen, das darüberliegt), der bezahlt über 32.000 Euro an Steuern und noch zusätzlich 11.750 Euro an Sozialabgaben. Zusammen gehen also schon ca. 44% im Vorhinein weg.

    Wer Kapitaleinnahmen hat, der zahlt pauschal 25% Steuern. Um eine vergleichbare Quote bei Steuern und Sozialabgaben zu haben, darf man nicht mehr als ein schrumpeliges Jahresbrutto von 16.000 Euro haben. Kapitaleinkommen wird Arbeitseinkommen gegenüber massiv bevorzugt. Und genau das ist der Grund warum Otto-Normal-Verdiener keine Aktien hat: denn der gesunde Menschenverstand allein gebietet, dass man nur mit Geld spekuliert, das einem selbst gehört und das man nicht kurz- oder mittelfristig brauchen könnte. Da bleibt nach Steuern und Sozialabgaben, den monatlichen Fixkosten und dem was die Mehrwertsteuer frist nicht mehr viel übrig um es an der Börse anzulegen.

  31. Wenn die beiden SchwarzafikanerInnen von 6 Deutschen verpotsdamt worden wären, gäbe es nun Nazi-Alarm, aber es gibt gar keine Antifa-Empörung, warum nur?

    http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/Mysterioeser-Ueberfall-auf-zwei-Maenner-in-Gelsenkirchen-Rotthausen-id4974301.html

    Gelsenkirchen. Einen mysteriösen Überfall in Rotthausen hat die Gelsenkirchener Polizei derzeit aufzuklären. Dort hatten sechs Männer zwei Schwarzafrikaner mit Fäusten und Baseballschläger verprügelt. Die beiden wollten sich in einer Firma Baumaschinen ansehen.

  32. Unregulierter Markt mag zwar global „funktionieren“, ist aber völlig unsozial.
    Wer viel hat, kann das Angebot kontrollieren und so den Markt ad absurdum führen.
    Bestimmte Dinge haben außerdem eine geringe Nachfrage, sind dafür für den einzelnen aber Lebenswichtig. Wer produziert z.B. auf dem freien Markt Medikamente für seltene Krankheiten zu niedrigen Preisen? Niemand.
    Und Kredit-Zinsen sind sowieso eine Krankheit. Damit können Banken nämlich Geld aus nichts produzieren. Immer mehr und mehr. Aus dem Nichts entsteht eine Zahl diese Zahl wächst und wächst und irgendwann wird diese Zahl in Realwerte umgesetzt. Für diese erworbenen Realwerte gibt es aber keinerlei Gegenwert mehr.
    Der unkontrollierte Markt ist auch ein Mekka für Spekulanten, die gerne mal gemeinsam ein paar Blasen aufpumpen und dann Reise nach Jerusalem spielen, bis die Blase platzt.
    Und über eines kann man sich am Ende sicher sein: zahlen tut der Michel. Oder Juan oder Claude oder James oder …

    Kannst ja die FDP wählen, wenn du so ein Anhänger des Wirtschaftsliberalismus bist.
    Ach ne, selbst die fahren die Schiene ja nicht mehr.

  33. Leider wagen es nur wenige Menschen, dem BRD-Lügenregime (und dessen Handlangern, z.B. in den Medien und den Universitäten) offen zu widersprechen

    Zitat:

    Die Länder Nordafrikas waren schon ein halbes Jahrtausend christlich geprägt, bevor im 7. Jahrhundert der neue Islam dort das Christentum grausam zu verdrängen begann. Tausende christlicher Kirchen wurden zerstört oder islamisiert. Und die wenigen noch vorhandenen Christen wurden unterjocht. Die Moslems haben die den Christen heiligen Orte, wie Bethlehem und Jerusalem, blutig erobert. (…) Dagegen haben später die Kreuzritter niemals eine den Moslems heilige Stadt wie Medina oder Mekka betreten. Sie wollten vor allem ihren bedrängten Glaubensbrüdern zu Hilfe kommen und die heiligen Stätten zurückerobern. Die Moslems haben etwa ein Jahrtausend lang Europa bedroht. (…) 1453 haben die Moslems Konstantinopel blutig erobert, 1683 standen sie vor Wien. Auf dem eroberten Balkan führten sie die Bubenlese durch d.h. jede christliche Familie musste einen Sohn für die türkischen Janitscharen abliefern. Das gab in den Familien oft herzzerreißende Szenen.

    Wer die Kreuzzüge als dunkles Kapitel in der Geschichte des Abendlandes bezeichnet, kennt die wahren Zusammenhänge nicht.

    Der Verfasser Dr. Eduard Werner ist Historiker

    http://www.kath.net/detail.php?id=32725

    Zur Zeit läuft ja wieder eine massive Propaganda-Offensive im ZDF, ein vom Regime direkt gesteuerter und kontrollierter Fernsehsender.

    Kernbotschaft der staatlichen Lügen-Propaganda: „Islam gut, Christentum schlecht“

    Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

    Wann endlich kommt der demokratische Widerstand gegen das Lügenregime?

  34. Das war ein Artikel der Art, der Markt regelt alles.
    Der Markt regelt aber nicht alles.
    Die richtigen Rahmenbedingungen müssen schon gegeben sein, damit ein Markt richtig funktioniert.
    Das rechtfertigt natürlich nicht die Eingriffe in die Märkte, wie sie seit 2008 im gesamten Westen zum Schaden der Bürger dieser Nationen stattfinden.

    Die gute alte soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards ist das Vorbild einer funktionierenden und trotzdem mit den richtigen Rahmenbedingungen versehenen Marktwirtschaft.

  35. aktuelle Meldung:

    Bei mehreren Anschlägen im Süden Israels sind insgesamt mindestens 7 Menschen um das Leben gekommen.

    Terrorserie im Süden Israels
    Angreifer beschießen Reisebusse

    Mindestens sieben Israelis kommen bei mehreren koordinierten Anschlägen nördlich des Badeortes Eilat am Roten Meer ums Leben. Dutzende werden verletzt. Spezialkräfte der Polizei verfolgen die Terroristen und erschießen sie. Der Schock in der Urlauberhochburg Eilat sitzt tief. Ulrich W. Sahm berichtet aus Israel.
    (. . . . . .)

  36. Nahe Eilath haben offenbar aus dem neuen, demokratischen Ägypten stammende Friedensaktivisten mit automatischen Waffen und Panzerabwehrraketen zwei Israelische Busse beschossen.

    Wie bereits mehrfach bewiesen, kann die neue Regierung in Ägypten die Ordnung im Land nicht aufrechterhalten und Minderheiten nicht schützen.

    Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass die Armee dies gar nicht will, hieße dies doch, sich mit den wahrscheinlichen Siegern der kommenden Wahlen anzulegen.

  37. Weiter oben hat jemand eine Fußballanalogie benutzt. Ich möchte die Idee fortführen und zeigen, wie Markt und „Staat“ sich zueinander verhalten.
    Die Verbände (Staat/Legislative) setzen die Regeln und engagieren Schiedsrichter (Executive), die die Einhaltung überwachen.
    Nun würden sich glaube ich alle wundern, wenn Forderungen aufkommen würden, man möge doch bitte auch Verbandfunktionäre mit den Profis spielen lassen. Denn DIE wissen schließlich, was gut für das Spiel ist.
    Wissen sie doch, oder? Wieso sonst dürfen sie die Regeln aufstellen.
    Der Markt (auch beliebt: die „Wirtschaft“) ist für die meisten Menschen irgendwas, was da ist, jedoch NICHTS mit ihnen zu tun hat.
    Der „Markt“, das sind die anderen . Und die anderen, die gehen mich nichts an…

  38. #41 brazenpriss

    Einen freien Markt wird es immer geben. Wenn der nicht erlaubt wird, spielt sich das eben im Schwarzmarkt ab. Und nur wenn man einen starken freien Markt hat, kann dieser Markt auch sozial sein. Das wusste schon weiland Ludwig Erhard der ganz bestimmt kein Sozialist war wie man sich heutzutage Sozialisten vorstellt. Jedoch war er weit sozialer eingestellt als die heutige Linke zusammengenommen. Der wusste nämlich noch, dass man die DM die man verteilen will, erst einmal auf dem freien Markt erwirtschaften muss. Deshalb „Freie- und soziale Marktwirtschaft“.

    Und um auf die Genesis zurückzukommen: Gott wollte ja nicht in den Markt eingreifen, Er hat ja nur gewarnt: „Sollt nicht davon essen“. Und da es Angebot und Nachfrage gab und der Preis annehmbar war, kam es zum Austausch und Dienstleistungen. Was Adam dafür bekommen hat, dass er sich zum Apfelessen überreden ließ, ist leider nicht überliefert. Ich gehe jedoch davon aus, dass Eva ihn etwa so überredet hat: „Adam, wenn Du jetzt nicht in den Apfel beißt, bekomme ich sicher für drei Tage Migräne. Und Du weißt was das bedeutet“. Und bei Eva gehe ich davon aus, dass man die gar nicht dazu überreden musste, allein der Gedanke, dass sie nach dem ersten Biss in den Apfel der Erkenntnis Verlangen nach Klamotten hatte, dürfte ausgereicht haben.

  39. Drei Dinge genügen, um dem “Sozialen” wirklich gerecht zu werden:

    „Erstens: Die Reichtumsmaschine freie Märkte und eigenverantwortliche Anstrengungen, die fast alle Bürger mit sich trägt und nur ganz wenige zurückläßt.

    Zweitens: Der in jeder echten Versicherung [zB auch in der KFZ-Haftpflicht] enthaltene Solidaranteil.

    Drittes: Die private Caritas, wenn man sie lebendig läßt, also nicht finanziell aushungert und durch erzwungene Kollekltiveinrichtungen demotiviert” (Baader, Freiheitsfunken, S. 56)


    „Niemand ist so schnell zu Mitleid geneigt wie der Neidische“ (Kierkegaard).

  40. “Die Gewissheit, jederzeit schnell und problemlos einen neuen Arbeitsplatz finden zu können, wenn der alte gekündigt ist, ist die beste Beschäftigungspolitik und zugleich die beste Sozial- und Arbeitnehmerschutzpolitik.

    Zu diesem Zweck gibt es nur ein Mittel: Der Anstellungsvertrag muß von einem Hochrisikofaktor für Unternehmer wieder zu einem normalen, kalkulierbaren Geschäft werden.” (Baader, Freiheitsfunken).

  41. WER ist es denn, der menschlichen Mildtätigkeit gegen „Brandbeschädigte“ misstraut?

    Man erzählt, dass ein Bauer umherging und wegen Brandentschädigungen bettelte. Er kam dabei auch zu einem Mann, der ihn teilnehmend fragte: “Wie war denn das, Gevatter, wie geschah denn das Unglück, dass euer Haus abbrannte?” Der erwiderte: “Ja, sehn Sie, abgebrannt ist es ja noch nicht, aber es wird bald”.

    Der Bauer ist wahscheinlich nicht ganz sicher gewesen, dass es die beste Welt sei, in der wir leben, er hat der menschlichen Mildtätigkeit gegen Brandbeschädigte etwas mißtraut: deshalb wollte er vermutlich zuerst sich vergewissern, wieviel hereinkommen könnte, ehe ER den Platz abbrannte (Kierkegaard).

  42. Sahm – Mehrere Terroranschläge bei Eilat

    von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. August 2011

    „Für mich war es eine Routinefahrt. Ich fuhr auf der Straße nahe der Grenze in Richtung eines ägyptischen Postens. Da stehen immer Soldaten, aber dieses Mal eröffneten sie das Feuer auf meinen Bus.“ Das erzählte Busfahrer Benni Bilawski, 60. In den Mittagsstunden wurde ein Bus der Linie 392 auf der Strecke von Beer Schewa nach Eilat beschossen. Dieser erste Zwischenfall einer ganzen Serie von Terroranschlägen rund 28 Kilometer nördlich von Eilat hatte einen Toten, sieben Verletzte und zwanzig Schockverletzte zur Folge.
    Eine ähnliche Aussage machte Sarah aus Lod. Sie war im Auto mit ihren Kindern auf dem Weg nach Eilat. „Ich sah ägyptische Soldaten in ihren typischen Uniformen, wie sie das Feuer auf uns eröffneten.“ Zwei ihrer Kinder wurden verletzt. „Obwohl sie angeschnallt waren, schrie ich sie an, dass sie sich auf den Boden werfen sollte. Eine Kugel schlug wenige Zentimeter vom Kopf meiner Tochter ein.“
    Israelische wie ägyptische Sprecher dementierten jedoch, dass die ägyptische Armee in „irgend einer Weise involviert“ war, als weitere Anschläge und Feuergefechte noch vonstatten gingen.
    In schneller Abfolge kamen Berichte über weitere Anschläge. Ein zweiter Bus wurde 26 Kilometer vor Eilat von einer Panzerfaust getroffen und brannte aus. Sondereinheiten der Polizei lieferten sich mit einer Terrorzelle ein Feuergefecht. Kampfhubschrauber flogen zu der Stelle. Nach etwa einer Stunde wurde gemeldet, dass „zwei oder vier“ Terroristen getötet worden seien. Wenig später hieß es, dass in der gleichen Gegend eine Straßenbombe explodiert sei. Ein Militärfahrzeug wurde angeblich getroffen. Es war die Rede von fünf Toten. Das wurde jedoch nicht bestätigt, da erst die Familienangehörigen informiert werden müssen, „falls es Tote gab“, wie Militärsprecher Joav Mordechai sagte. Bei einer Straßensperre auf der Hauptstraße vom Norden nach Eilat sahen Reporter vier Privatwagen mit Einschusslöchern. In einem Auto seien vier Menschen getötet worden, in einem anderen eine weitere Person.
    Den Angaben, wonach ägyptische Soldaten zuerst geschossen hätten widersprachen andere Zeugen. Drei schwerbewaffnete Männer seien aus einem blauen Auto am Straßenrand ausgestiegen hätten auf vorbeifahrende Autos und Busse geschossen.
    Unklar ist, wo diese Männer hergekommen sind und ob sie tatsächlich ein Auto zur Verfügung hatten. Gemäß militärischen Quellen seien die Terroristen über die offene und nicht richtig befestigte Grenze von Ägypten nach Israel gekommen. Da mehrere Sprengsätze explodierten, Mörsergranaten abgeschossen wurden, ein Bus von einer Panzerfaust getroffen wurde und zudem Fahrzeuge beschossen wurden, müssen die Angreifer bestens ausgerüstet gewesen sein. Bis zum Nachmittag hatte keine Organisation die Verantwortung für die Anschlagsserie übernommen. Am frühen Nachmittag wurde aus dem Gazastreifen berichtet, dass Kämpfer der Hamas in Erwartung eines israelischen Angriffs ihre Stellungen geräumt hätten.
    Die Überfälle etwa 28 Kilometer von der südisraelischen Stadt Eilat am Roten Meer entfernt zeugen davon, dass die ägyptischen Streitkräfte zunehmend die Kontrolle über die entmilitarisierte Sinaihalbinsel verloren haben. Um Ägypten zu helfen, die Ordnung wieder herzustellen, hatte Israel kürzlich die Verlegung von rund tausend ägyptischen Soldaten mitsamt Panzerwagen in den Sinai genehmigt. Grundsätzlich darf Ägypten gemäß dem Friedensvertrag mit Israel im Sinai nur Polizei einsetzen und keine Militärs.
    Die ägyptischen Soldaten seien vor allem im Norden der Sinaihalbinsel damit beschäftigt, die mehrfach angegriffenen und gesprengten Erdgasleitungen und Pumpstationen zu bewachen. Ägypten liefert Erdgas an Syrien, Jordanien und Israel.
    Israelische Militärsprecher betonten, „ständigen Kontakt“ mit ägyptischen Verbindungsoffizieren zu halten. Bislang ist nichts bekannt über die Zahl oder die Identität der Angreifer, wobei die israelischen Militärs eine Beteiligung von Ägyptern offenbar ausschließen. Der Terrorexperte Eli Carmon sagte im Rundfunk, dass sich etwa 500 El-Kaeda Kämpfer, aus ägyptischen Gefängnissen entkommene Gefangene und andere islamische Extremisten im Sinai aufhielten und Angriffe auf Israel und ägyptische Streitkräfte planten.
    Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte: „Das war ein schwerer Terroranschlag an mehreren Orten. Es zeigt, dass Ägypten die Kontrolle über den Sinai verliert und dass dort terroristische Elemente zunehmen.“ Weiter sagte Barak, dass „dieser Terrorangriff vom Gazastreifen ausging. Wir werden alle verfügbaren Maßnahmen gegen die Terroristen einsetzen.“
    Insgesamt habe es gemäß vorläufigen Angaben sieben israelische Tote, darunter zwei Frauen, und 29 Verletzte gegeben.
     (C) Ulrich W. Sahm

  43. Über den nach 9/11 einsetzenden Finanz-Jihad, der gekennzeichnet ist durch:

    – immer niedrigere Kreditzinsen, die gegen Null tendieren
    – Inflationsraten, die sich immer weiter an die gefährliche 5%-Marke annähern

    Die Wirkung:
    – sinkende Reallöhne
    – Rentenzuwächse unter Inflationsniveau
    – steigende Inflation
    – Kapitalflucht
    – Zusammenbrechen der Kapitalmärkte
    – sinkende Sicherheit von Investitionen
    – Firmenpleiten

    Warum das alles? Weil die Politik den Notenbanken ins Handwerk fuscht, um sich auf Kosten von Steuerzahlern und Wirtschaft von ihren Schuldverpflichtungen zu befreien.

    Das alles begann exakt in der Woche nach 9/11:

    http://www.zukunftskinder.org/?p=8691

  44. #62 Cedrick Winkleburger (18. Aug 2011 17:26)

    “…Das war ein schwerer Terroranschlag an mehreren Orten. Es zeigt, dass Ägypten die Kontrolle über den Sinai verliert und dass dort terroristische Elemente zunehmen…“

    ———————————————————-

    Das war‘ s mit der ägyptischen Jasmin- „Demokratie“…

    Ägyptistan ein weiterer „failed State“.

  45. #52 ueberblicker (18. Aug 2011 16:55)

    Ja und Nein.

    Erhard hatte nämlich EIN Problem nicht, das alle modernen Länder heute haben: das Problem, dass es für Niedrig- bis Unqualifizierte heute kaum noch Arbeit gibt. Damals gab es eine funktionierende Stahl- und Kohleindustrie und vieles mehr.

    Die gleiche Problematik betrifft das Bildungssystem und vieles mehr. Es ist nicht unlösbar, aber im nationalen Rahmen kaum noch anzugehen.

  46. vielen Dank für diesen absolut lesenswerten und wahren Artikel! Die Ideen Hayeks und der Österreichischen Schule der Ökonomie verbreiten sich erfreulicherweise immer schneller.

    @ alle Marktzweifler und Staatsgläubigen in diesem Forum:

    einfach mal den Link auf den Artikel von Gerard Bökenkamp drücken und generell öfter mal EF-Magazin lesen! Die Marktgesetze lassen sich nicht außer Kraft setzen, da könnt Ihr noch so sehr auf die Banker schimpfen. Die sind nämlich auch nicht die Schuldigen an der Finanzkrise, sondern unser staatssozialistisches Monopolgeld namens Euro und Dollar!

  47. Auch hier trifft der urdemokratische Satz Junckers zu, der schon einmal auf PI zitiert wurde
    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
    – Jean-Claude Juncker
    Quelle: DER SPIEGEL 52/1999

  48. Der Markt regiert, und wer sich dagegen stemmt, was temporär möglich ist, wird irgendwann zermalmt.

    Das beste Beispiel war doch die „DDR“.
    Obwohl es immer wieder zu Versorgungsengpässen kam, konnte man für „blaue Kacheln“ (das Synonym für DM in den Verkaufsanzeigen) so ziemlich alles bekommen.

  49. Tet ta Tet in Paris “ oh Angie, isch muss nur genug meine Augen rausdrehen und mit den ‚Änden rumfuchteln und schon ‚ab isch disch…“

    Transaktionssteuer schnell einführen. Wo? Am besten in Brüssel-Wolkenkuckucksheim. Leider gehört der Rest der Welt noch nicht zum Euro-Großreich. Schon blöd.
    Wars halt mal wieder ein Teuro-Rettungsstrohfeuer um das Volk dumm und ruhig zu halten.

  50. Warum keine Finanztransaktionssteuer? Von jedem Euro Guthabenzinsen, den mein Gehaltskonto abwirft, wird von der Bank automatisch 25% Kapitalertragsteuer ans Finanzamt abgeführt. Beim Dispominus kann ich allerdings beim Finanzamt keine Verlustabschreibung machen…
    Und bei der Finanztransaktionssteuer geht es um 0,01% oder weniger!!!

    Andre1

  51. Die Gleichmacherei in der EU (DSSR) hat Ausmaße angenommen, der so nicht mehr hingenommen werden kann. Wir sollen alle für die Fehler defizitäre Staaten wie Griechenland oder Italien blechen. Rückzahlung von Krediten ? Das schaffen die nie. Nun schmeißt man einfach marktwirtschaftliche Grundsätze über den Haufen, verstösst aber auch gegen bestehende EU-Regeln. Die EU ist zu einem Monsterkonstrukt geworden, welches das Ziel hat, die Souveränität einzelner Staaten kaputt zu machen. Alles soll gleichgeschaltet werden, alles soll Brüssel gehorchen. Haben die einen Knall ?

  52. Für die EUdSSR ist aber der Markt der Feind.

    …und für Linke ist die EU ein „neoliberales Ungeheuer“, dass den Märkten huldigt – man muss sich jetzt schon mal entschieden, was sie ist.

    Wird sie von Links und Rechts gleichzeitig attackiert bedeutet dies aber sehr wahrscheinlich, dass sie vieles richtig macht!

  53. ….meinte natürlich „entscheiden“.

    Die Märkte wurden doch von denen ignoriert, die glaubten eine Währung ohne „Wirtschaftsregierung“ einführen zu können – also fiskalisch national rumwurschteln, aber gleichzeitig einen supranationalen Markt,Währung und Bank einführen zu wollen.

    Natürlich klingt das wie ein typischer Kompromiss zwischen Nationalstaaten und EU – aber in der Wirtschaft gibt es keine Kompromisse, kein „halb-halb“.

    Insofern stimme ich Teilen des Artikels zu – ich würde forumlieren, dass nicht nur diejenigen, die sich gegen den Markt stemmen, hinweggefegt werden, sondern auch diejenigen, die sich gegen Logik und die Realität stemmen. Und in der globalisierten Welt, in der „Wirtschaftskriege“ keine Seltenheit sind (sie werden nur nicht von der Masse wahrgenommen), kann es langfristig keine nationalen Alleingänge geben. Entweder Europa überlebt als Einheit, oder überhaupt nicht. Entweder die Europäer lernen zu schwimmen, oder sie werden wie kleine Steine untergehen. Das ist die Realität: die politische, wirtschaftliche und militärische Realität.

  54. Es scheint, Merkel hat endgültig das Gespür verloren, was sie darf und was nicht.
    Sie beschließt im Ausland hinter geschlossenen Türen eine „Wirtschaftsregierung“, die das Parlament und das Volk entmachtet und das Grundgesetz verletzt.

    „Denn das, was dort bestimmt wurde, ist nichts anderes als ein Putsch.“
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/8367-der-putsch-von-paris

    Der Verlust des politischen Gespürs passiert bei vielen Politikern, die länger an der Macht sind. So war das z.B. bei Edmund Steuber, der am Ende seiner Karriere nicht mehr spürte, was er seinen Wählern nicht zumuten darf (Verzicht auf den Posten des Wirtschaftsministers).
    Bei Merkel ist dieser Verlust aber viel schneller eingetreten.

    HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL.

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