Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910) war Journalist und Schriftsteller in der Kaiserzeit. Im Jahre 1909 erschien „Yankeedoodle-Fahrt“, ein Reisebericht über eine Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer, wo er unter anderem Kairo, Jerusalem und Konstantinopel besichtigte. Bierbaums Reise-Beobachtungen bereiten heute noch Vergnügen und geben viele Einblicke in die damalige Zeit. Bierbaum war auch in der Hagia Sophia, die heute Museum ist, (wobei manche Islamisten sie als Moschee wieder reaktivieren möchten).

Hier der Agia-Sophia-Besuch 1909 bei Projekt Gutenberg:

Enttäuschung. Ich hatte Eindrücke à la Ravenna erwartet: Byzanz in seiner Pracht. Aber diese scheußlichen Reformierten des Ostens haben ja die Mosaiken übertüncht. Dafür hängen riesige Schilde mit Sprüchen herum: Blechschilde. Mohammed war ein rationalistischer Blechschmied; seine Phantasie ging nicht über das Geschlechtliche hinaus (der Himmel als Harem). Vielleicht hat er die Abbildung menschlicher Figuren verboten, weil er sich, wie unsere Mucker und Moralstänker, vor weiblichen Akten fürchtete. Möglich, daß er im Sinne seiner Rasse vernünftig gehandelt hat. Diese Leute hier scheinen allerdings keine sinnliche Kunst vertragen zu können: sie sind zu geil.

Ich hörte, daß Türken einander beglückwünschen, wenn ihre Söhne (je früher, je erwünschter) »Frühlings Erwachen« betätigen. (Die Töchter dagegen dürfen das beileibe nicht. Sie haben das Warten zu lernen. Der Sinn der Vielweiberei ist, viele Warterinnen bereit zu haben.)

Der Sultan soll in puncto puncti ein sehr echter Türke sein. Alle seine Tücken führt man darauf zurück, daß er sich nach dem Status quo ante zurücksehnt. Die Engländer sagen, seine Deutschenfreundlichkeit führe sich auf den deutschen Professor zurück, der ihn wenigstens etwas reaktiviert habe. (Das kann mehr als ein Witz sein. In früheren Zeiten haben auch manchmal Kanthariden eine Rolle in der Politik gespielt. Die Politik ist die Kunst, Machtfaktoren zu lenken. Warum sollte das nicht auch mit medikomechanisch applizierter Elektrizität geschehen?)

– Eine Türe dieser Moschee soll vermauert sein, weil von ihr die Sage geht, durch sie werde ein christlicher Kaiser in die Agia Sophia einreiten. Diese Türe ist ziemlich nieder. Aber ein Kosakenpferd könnte gerade noch durchkommen.

– An der Pforte dieser, wie aller hiesigen Moscheen, steht ein Kodakspitzel, der das Amt hat, photographische Apparate zu erluchsen und abzunehmen. (Man darf hier überhaupt nicht photographieren. Und das ist gut so.)

Beim Kaiser durfte man das noch schreiben, in der jetzigen „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ undenkbar. Hier die Gesammelten Werke von Bierbaum bei Gutenberg. Auch im Amazon-Kindle können die Texte kostenlos geladen werden. Bierbaum machte auf dieser Reise noch zwei prophetische Beobachtungen zum Islam, die wir irgendwann nachreichen.

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11 KOMMENTARE

  1. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

    Dieses Zitat stammt von dem deutschen Schriftsteller Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

  2. JaJa, anstatt viel vom Weib zu halten tun sich da manche lieber viele Weiber halten. Mir ist ja eines schon manchmal zuviel 🙂

  3. Otto Julius Bierbaums „Eine empfindsame Reise im Automobil“ ist auch sehr interessant. Mit einem 8 PS Automobil fuhr er 1903 mit seiner Frau und einem Chauffeur von Berlin nach Sorrent (südlich von Neapel) und zurück. Hin über den Brenner, zurück über den St. Gotthard. Bei den Pässen mussten sie manchmal neben dem Auto laufen, sonst wären sie nicht hochgekommen. Gibt es sowohl als E-Book als auch als Hörbuch bei http://www.archive.org , wie auch andere Werke von Bierbaum.

    Mehr zum Thema passt aber Michel de Montaigne: „Tagebuch der Reise nach Italien, über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581“, welches ich gerade durchgelesen habe. Dieser französische Adelige beschreibt seine Reise von Paris nach Rom. In Ostia (Hafenstadt von Rom) standen damals noch Wehrtürme am Ufer, um sich eindringende osmanische Plünderer zu erwehren. Bei Pisa hört er, dass einen Tag vorher osmanische Piraten ein Fischerdorf überfallen hatten und deren Bewohner in die Sklaverei verschleppt hatten. Das Buch ist in ein modernes Deutsch übersetzt worden.

  4. Und da, bei Bierbaum, ist das Wort „geil“ an seinem richtigen Platz. Georg Stefan Troller, der neulich bei Phoenix im Gespräch war, hatte einschlägige Erlebnisse in Äthiopien, als er auf Rimbauds Spuren wandelte:

    „Gegen Mitternacht ein weiteres Auto. Vollgepfropft mit Mohammedanern, die erst mal Kasse sehen wollen. Wir zahlen und werden nach einer knappen halben Stunde von einem anderen Wagen überholt, der sich quietschend vor uns querstellt. Wie sich erweist, sitzen wir in einem gestohlenen Fahrzeug. Nach längerem Palaver Rückfahrt in demselben. Mit einemmal legt der dicht neben mir sitzende Moslem seine Hand auf meine Knie: ,You German?‘ Ich bejahe. ,You sure you German? You don’t look German.‘ Diese Diskussion hat mir grade noch gefehlt. Trotzdem wandert seine Hand zärtlich meinen Schenkel hoch. Ich denke an Oberst Lawrence und dessen Erfahrungen als Gefangener eines türkischen Paschas…“

    Troller, „Personenbeschreibung“, 1990.

  5. Ein Onkel erzälte von der englischen Kriegsgefangenschaft des Afrikakorps. Er war damals 19 Jahre
    Draussen vor dem Lagerzaun stünden gierige Moslems,
    die sich die bleiche Jungen ansahen und dabei masturbierten. Moslems seien eben oft schwul…Ich hielt das für wüste Wüstenphantasien.

  6. Na da dürfte Herr Birnbaum ja dann den türkischen Staatsbürger und Ziehvater der NSDAP Rudolf von Seebottendorf, ja, die DAP, aus der die NSDAP erwuchs ist von einem Türken gegründet worden, auch wenn es vilen nicht paßt… http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_von_Sebottendorf getroffen haben;

    Der zeitweise sehr vermögende Sebottendorf war im Umfeld der Völkischen Bewegung, der Zerschlagung der Münchner Räterepublik, der Freikorps und antisemitischen Geheimbünde sowie als Verleger des Völkischen Beobachters aktiv. Um 1918 versammelte er Gesinnungsgenossen, so in der Thule-Gesellschaft, von denen etliche zum späteren Führungspersonal der NSDAP gehörten….
    Von 1901 bis 1914 hielt er sich wiederholt in der Türkei auf. In Bursa machte er 1901 die Bekanntschaft eines griechischen Juden namens Termudi, der ihn in eine Freimaurerloge eingeführt haben soll. Der britische Esoterik-Forscher Nicholas Goodrick-Clarke vermutet, dass die Loge in Bursa mit französischen Logen des Memphis-Ritus in Verbindung stand. Darüber hinaus sei sie eine Tarnorganisation des jungtürkischen Komitees für Einheit und Fortschritt gewesen, einer illegalen Oppositionsbewegung gegen das absolutistische Regime von Sultan Abdülhamid II.. Von Termudi erbte Sebottendorf auch dessen Bibliothek okkultistischer Bücher.[2]

    Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der islamischen Mystik, dem Sufismus, der Theosophie Helena Blavatskys sowie dem ariosophischen Ableger der „Theozoologie“ des Lanz von Liebenfels. In seinem 1924 erschienenen Werk beschreibt Glauer Begegnungen mit dem Sufismus, insbesondere der Bektaschi-Derwisch-Orden, die er als „alte türkischer Freimaurerei“ tituliert. In deren Praktiken, die zur feinstofflichen Umwandlung des Körpers dienten, glaubte er rosenkreuzerische Traditionen zu erblicken.[3][4] Mit seinem Werk lieferte er durch die Überlagerung der Derwisch-Praxis mit den Buchstabenübungen J. B. Kernings und Karl Kolbs der Buchstabenmagie neue Impulse.[5]

    1910 soll er eine mystische Loge in Istanbul gegründet haben.[6]

    Im Orient wurde Glauer nach eigenen Angaben von einem Baron Heinrich von Sebottendorf adoptiert und nannte sich seitdem Rudolf Freiherr von Sebottendorf. Eine erste Ehe hielt nur einige Monate. Er erwarb die türkische Staatsbürgerschaft und nahm als Soldat der osmanischen Armee am Zweiten Balkankrieg von 1913 teil. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich erst in Berlin, dann in Kleinzschachwitz nieder, einem Dresdener Villenvorort, wo er für 50.000 Reichsmark ein großes Anwesen erstand. Wegen seiner türkischen Staatsangehörigkeit wurde er im Ersten Weltkrieg nicht zum Militär einberufen.
    Er trat dem völkischen Germanenorden bei und erhielt den Auftrag, einen bayerischen Ableger des Ordens aufzubauen. Diesen gründete er 1918 mit der radikal-antisemitischen Thule-Gesellschaft in München. Die Mitglieder der Thule-Gesellschaft begannen im Januar, noch während des Krieges, mit rabiater, antisemitisch geprägter Propagandatätigkeit, mit der sie die Entwicklung des völkischen Radikalismus förderte.[8] Im Juli 1918 kaufte Sebottendorf mit dem Vermögen seiner Frau den „Münchner Beobachter“ von der Franz Eher Nachfolger Verlags GmbH. Das Boulevardblatt wurde unter Sebottendorfs Chefredaktion zum Zentralorgan der Thule-Gesellschaft. Im August 1918 wurde die Zeitung in „Völkischer Beobachter“ umbenannt. Nachdem im November 1918 die Münchner Räterepublik ausgerufen worden war, hetzte Sebottendorf in seiner Zeitung gegen eine „jüdischen Weltverschwörung“, die angeblich hinter dem Rätesystem und der Novemberrevolution stecken würde.[9] Zu dieser Zeit zählte die Thule-Gesellschaft ungefähr 250 Mitglieder, darunter mehrere Personen, die später auch in der NSDAP eine wichtige Rolle spielten. So zum Beispiel Dietrich Eckart, Gottfried Feder, Rudolf Heß und Alfred Rosenberg, der 1919 mit seiner Schrift „Die Spur des Juden im Wandel der Zeiten“ ganz ähnliche antisemitische Verschwörungstheorien verbreitete. Hitler trat 1920 mit der Thule-Gesellschaft in Kontakt. Zwar fehlen für eine reguläre Mitgliedschaft Hitlers eindeutige Belege, er war aber zu mehreren Vorträgen als Gast der Thule-Gesellschaft im Hotel Vier Jahreszeiten anwesend.

    Sebottendorf gründete aus dem Kreis der Mitglieder einen „Kampfbund“, der Waffen beschaffte und aus dem das Freikorps Oberland hervorging, das unter anderem bei der Niederschlagung der kommunistischen Münchner Räterepublik und des Ruhraufstands 1920 beteiligt war. Der Mörder des Bayrischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner war der kurz zuvor wegen seiner jüdischen Mutter aus der Thule-Gesellschaft ausgeschlossene Anton Graf von Arco auf Valley. Im Januar 1919 leistete Sebottendorfs Thule-Gesellschaft Geburtshilfe bei der Gründung der Deutschen Arbeiterpartei, aus der dreizehn Monate später die NSDAP hervorging.

  7. Interessanter Twist in den Kommentaren, wie man von Darstellung von Frauen auf Homoerotik kommt, muss das Reizwort verpasst haben ^^

  8. Eine Türe dieser Moschee soll vermauert sein, weil von ihr die Sage geht, durch sie werde ein christlicher Kaiser in die Agia Sophia einreiten. Diese Türe ist ziemlich nieder. Aber ein Kosakenpferd könnte gerade noch durchkommen.

    Der Otto Julius scheint wirklich ein Prophet gewesen zu sein: Von uns im Westen mit unserer ausufernden Gerechtigkeit bis zur Selbstaufgabe kann die Rettung nicht mehr kommen, aber
    vielleicht aus dem Osten:

    Du türkischer Teufel, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifers Sekretär! Was für ein Ritter bist du zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel töten kannst? Was der Teufel scheißt, frisst dein Heer. Du wirst keine Christensöhne unter dir haben. Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen, gefickt sei deine Mutter!

  9. #6 Bernhard von Clairveaux (01. Mai 2012 18:04)

    Ja, immer wieder mal wichtig, diesen Umstand zu erwähnen.

  10. Sehr aufschlußrich und empfehlenswert auch die Reisebeschreibung des Freiherrn von Maltzahn (m. E.n. Mitte 19Jhd.) über seine Inkognito- Wallfahrt nach Mekka. Online lesbar- bitte googeln! Von den tw. langatmigen Landschaftsbeschreibungen etc. nicht abschrecken lassen!
    Vor Lektüre bitte Pillen gegen Reisekrankheit einnehmen!

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