"Dieser Vorwurf gegen den Antisemitismus-Beauftragten ist ein Fehler", schreibt Alan Posener in der WELT.

Er ist einer der wenigen Israel-Unterstützer in Deutschland: Alan Posener, der früher mal für die Achse des Guten geschrieben hat, bis sie ihm zu „rechts“ wurde, attackiert den linksmuslimischen Mainstream oft und zurecht, wenn es um Israel geht. Zugleich ist er aber ängstlich bestrebt, es sich mit dem Mainstream nicht allzu sehr zu verderben und distanziert sich daher regelmäßig von der AfD und anderen konservativen Kräften. Diesmal geschah das unter Aufwendung von gleich mehreren eindeutigen Lügen: Zeit für einen Fakten-Check.

Als Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, vom unabhängigen amerikanisch-jüdischen Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles als Antisemit eingestuft wurde (wir berichteten am Mittwoch), war die Empörung in Deutschland groß: gleich mehrere berufsjüdische, staatsfinanzierte Organisationen, darunter der Zentralrat der Juden, beeilten sich, Blume zu verteidigen und das Simon-Wiesenthal-Center als rechts zu diffamieren. In diese Phalanx der Empörten reihte sich auch Alan Posener mit einem Artikel in der „Welt“ ein.

Wie eingehend Posener den Fall Blume recherchiert hatte, wird schon im ersten Absatz deutlich: Er behauptet, dass Blume in der Antisemitenrangliste des SWC auf Platz acht gesetzt worden sei. Tatsächlich rangiert Blume auf Platz sieben. Auch wenn das nichts am Sachverhalt ändert, gibt das schon mal einen Vorgeschmack auf die fake news, die sich sonst noch in Poseners Artikel finden.

Das wichtigste Argument von Posener dafür, dass Blume ein guter Typ sei, ist folgendes: BDS, die linksradikale Boykottbewegung gegen Israel, sehe Blume als Feind an und habe seine Einstufung als Antisemit abgefeiert. Als einzigen Beleg für diesen Umstand führt Posener einen BDS-Aktivisten namens „Mohammed AbuH“ (sic) an, der auf twitter seine Freude über die Kritik an Blume kundgetan habe. Das Problem: ein solcher Account auf Twitter ist nirgends zu finden. Hat Posener etwa einfach Quellen erfunden und erlogen, um seine steile These zu stützen? Das wäre für einen Journalisten weit mehr als ein Kavaliersdelikt.

Zweitens: Posener stimmt in das Lügenpresse-Orchester mit ein und suggeriert, genau wie schon vor ihm die dpa, dass die Vorwürfe gegen Michael Blume erfunden seien. Konkret schreibt Posener, es handle sich um „ein[en] Vorwurf, der nicht belegt wird“. Tatsächlich hat das Simon-Wiesenthal-Center keinen link eingefügt in das Dokument, mit dem es die Einstufung Blumes als Antisemit begründete. Allerdings kann man von einem Journalisten schon ein wenig Recherchearbeit verlangen. Und schon eine einfache google-Suche fördert den Beleg zutage, denn sowohl die Achse des Guten als auch internationale Medien wie die Jerusalem Post berichteten über die Vorwürfe gegen Blume.

Konkret wird ihm vor allem vorgeworfen, dass er 2019 ein Posting geliked hat, das „Zionisten“ (also Freunde Israels) mit Nazis gleichsetzte. Auch die Bundesvereinigung Juden in der AfD tweetete diese Woche wieder den screenshot von Blumes like zur Erinnerung:

Ein solches Verhalten ist sehr typisch für linke Israelfeinde. Und jemand, der ein solches Verhalten an den Tag legt, ist nun wirklich besser geeignet für andere Berufe als den eines Antisemitismusbeauftragten.

Schließlich konnte Posener natürlich auch nicht anders, als eine Lüge über die AfD einzubauen. So behauptet er in seinem Artikel, Jürgen Braun, der menschenrechtspolitische Sprecher der AfD, der zu den ersten gehört hat, die Blumes Absetzung forderten, leugne die Existenz von rechtem Antisemitismus. Konkret heißt es bei Posener: „Jürgen Braun, der die antisemitische Kampagne gegen George Soros unterstützt und behauptet, der Antisemitismus heute komme nur von islamischer und linker Seite, fordert Blumes Entlassung.“

Sehen wir einmal davon ab, dass die sogenannte ‚Kampagne’ gegen den linken Milliardär Soros, einen erklärten Feind Israels, keineswegs antisemitisch ist. Dann bleibt aber trotzdem noch die Behauptung Poseners, dass Jürgen Braun „nur“ linken und muslimischen Antisemitismus als heute existent betrachte.

Dabei hätte eine einfache Recherche zu Brauns Arbeit gezeigt, dass dieser sich schon seit Jahren auch gegen rechten Antisemitismus ausspricht, und zwar mitunter direkt im Plenum des Bundestags, wie zuletzt vor einem halben Jahr. Er sagte damals explizit, dass die AfD „unmissverständlich gegen jede Form des Judenhasses vorgeht, sei er rechts, sei er links, sei er islamisch.“

Man sieht: ein Fakten-Check zu den Erzeugnissen des etablierten Journalismus tut manchmal auch ganz gut. Vielleicht sollten die ARD „Faktenchecker“ unsere GEZ-Gebühren endlich mal für etwas Sinnvolles verwenden.

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17 KOMMENTARE

  1. So ist nun nicht mehr BLUME der Antisemit, sondern die AFD übernimmt Blumes Schuld, und Posner ist sicher wegen der Juden Journalist geworden!

    Es ist alles nur noch ein Journalistenzirkus!

  2. Man sollte sich verinnerlichen, dass das Geflecht aus Medien, Politik und Wirtschaft in Form von Stiftungen und Netzwerken ein Relikt aus dem Kalten Krieg ist und sich nach 1990, als dieser Filz eigentlich obsolet wurde und man hätte erwarten sollen, dass die Arbeiten eingestellt wurden.
    Stattdessen wurde daraus eine diabolische Hydra und wer es schaffte, in diesem Netzwerk unterzukommen, hat nach wie vor ausgesorgt und innerhalb dieser Kreise hackt keine Krähe der anderen ein Auge aus.

  3. Natürlich – alles das, was den Herrschaften in der von ihnen – so meinen sie – dominierten Linksbunten Republik nicht paßt, wird als „rechts“ eingestuft, wobei „rechts“ ihnen als Synonym eines per Definition unanständigen Extremismus dient, der an sich schon ausgemerzt gehörte, und nicht als Bestandteil einer in demokratischen Parlamenten üblichen Sitzordnung. Vorbei sind offenbar die Zeiten, auch in der vor Jahren noch als einigermaßen „konservativ“ gehandelten WELT, die sich zu einem der üblichen Agitprop-Plattformen mauserte, nachdem sie Leuten wie einen gewissen Yüzel, der ihm mißliebige Menschen schon mal als „zuckende, lispelnde „Menschenkarikaturen“ zu bezeichnen pflegte, eine Heimat geboten hatte.

    So ist es offenbar auch der benannte Posener, der sich weit nach „links“ bewegt hat, während Broders „Achse“ nicht etwa „rechter“ geworden ist, sondern dort geblieben ist, wo sie immer schon war. So darf natürlich nicht sein, was nicht sein darf. Es paßt ihnen nicht, daß es wieder einmal einen der ihren trifft, die hier Betroffenheit mit toten Juden heucheln, während sie mit denen gemeinsame Sache machen, deren Ableger auf deutschen Straßen „Juden ins Gas“ brüllen.

    „Wer Antisemit ist, das bestimme ich!“ Auch der ZdJ mit den üblichen Verdächtigen an der Spitze, die ständig gegen Andersdenkende hetzen, stößt letztlich ins selbe Horn und beweist damit letztlich, daß er nicht etwa die Interessen des jüdischen Volkes und insonderheit die der jüdischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland vertritt, sondern ebenfalls die übliche Nomenklatura, denen der Begriff des Antisemiten vor allem als Totschlaginstrument gegen die bösen „Rechten“ und natürlich auch die AfD willkommen ist, wozu das Judentum vorgeschoben wird, um sich selbst als sakrosankt darzustellen.

    Ignaz Bubis etwa, der stets auf Ausgleich und Versöhnung aus gewesen ist, statt auf Anklagen und Hetze, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er mitansehen müßte, was aus „seinem“ Zentralrat geworden ist. Und nein, es sind nicht „die Juden“ oder deren „stille Mehrheit“ , um die es hier geht – die sondern es geht um das Fehlverhalten einiger sich stets sehr laut Artikulierender an der Spitze, denen ihre wahrscheinlich schon zu lange bestehende Machtfülle zu Kopfe gestiegen zu sein scheint.

    Üblicherweise kritisieren wir auch einen Herrn Soros; ob er Jude ist oder nicht, ist dabei nicht von Belang und auch nicht von Interesse noch war es je. Das unterscheidet uns von denen, um die es hier geht. Wer aber Kritik an solchen Leuten mit Antisemitismus gleichsetzt, weil sie Juden sind oder auch nicht, erweist sich damit als derselbe Rassist, der zu sein er seinen Haßgegnern, wie den Mitgliedern und Wählern der AfD, ständig unterstellt. Wer dazu noch Antisemiten verteidigt, noch dazu unter Mithilfe frei erfundener bzw. konstruierter Lügengeschichten, macht sich damit mit ihnen gemein – und wird am Ende selbst zu einem.

  4. Eine noch traurigere Figur als Poserer gibt bei der WELT nur noch Matthias Kamann ab, der nur zu dem einzigen Zweck dort beschäftigt wird, um gegen die AfD zu hetzen.
    Ein anderes Thema hat der Typ nicht.

  5. Alle Mainstream-Journalisten und Die noch ihren
    Dreck darin veröffentlichen dürfen, sind versch…. ,
    opportunistische Mitläufer !
    Sie machen einfach die Lüge zur Wahrheit und die
    Wahrheit zur Lüge. Ohne irgendeinen Beweis oder
    irgendwelche Fakten !
    Relotius-Fakten sind ihr Beweis !

  6. Was sagen denn die grünen Kinderfi…. äh freunde von Bürgerkrieg90/Dagegen zu den Antisemitismusvorwürfen gegen den Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg Michael Blume?

    Der »wachsende Antisemitismus« der Grünen

    https://haolam.de/artikel/Deutschland/45875/Der-wachsende-Antisemitismus-der-Gruenen-.html

    Während die Grünen für eine mögliche Regierungsbeteiligung in Frage kommen, machen sich viele Juden Sorgen um Antisemitismus und Anti-Israel-Politik der Grünen, deren Gründer seit 50 Jahren Kontakte zu israelfeindlichen Terroristen pflegen.

  7. Wobei man sagen muss, das WO bei manchen Themen Kontroverse Artikel bringt, oder aber
    Sehr kritische Leser Kommentare zulässt, ganz aktuell beim Thema Grundrechte, speziell bei den “ Spaziergängen von München“, wo die Polizei einen Lautsprecher wagen aufgestellt hatte, wo pausenlos ein Band lief und die möglichen „Strafen“ für die Spaziergänger“ bekannt gab.
    90 Prozent der Kommentare PI mäßig.

  8. Posener ist Merkelkriecher und AfD-Hetzer vom merkelschen Agitropblättchen „Die Welt“. Biegsames Rückgrat wie Knetgummi.

  9. @ bona fide 1. Januar 2022 at 17:47

    Posener ist Merkelkriecher und AfD-Hetzer vom merkelschen Agitropblättchen „Die Welt“. Biegsames Rückgrat wie Knetgummi.

    ———————–

    So ist es – mehr ist zu diesem widerlichen linksextremen Wurm auch nicht zu sagen. Linksfundamentalisten passen eben bestens zum (de facto) CDU-Blatt WELT.

    Aber noch was zur BLÖD, die ja manche hier zu lieben scheinen. Habe gerade bei Dushan Wegner gelesen, dass diese Scheißhauspostille allen Ernstes …. ach, lest es selber:

    „Wenn Sie riskieren wollen, sich das Frühstück ein zweites Mal durch den Kopf gehen zu lassen, verweise ich auf die »Große BILD-Aktion fürs Kanzleramt – Malen Sie Merkel!« (bild.de, 29.12.2021). Das ist »Journalismus« im Propagandastaat Deutschland.“

    Ich wüsste schon, nach welcher Vorlage ich diesen verfetteten Satan malen würde:

    https://www.fr.de/bilder/2021/12/08/91165949/27657709-angela-merkel-im-bundestag-2OJBBnIgouec.jpg

    (Ehre, wem Ehre gebührt: Fundstück von Maria-Bernhardine).

  10. @ zarizyn 1. Januar 2022 at 17:42

    Wobei man sagen muss, das WO bei manchen Themen Kontroverse Artikel bringt, oder aber
    Sehr kritische Leser Kommentare zulässt, ganz aktuell beim Thema Grundrechte, speziell bei den “ Spaziergängen von München“, wo die Polizei einen Lautsprecher wagen aufgestellt hatte, wo pausenlos ein Band lief und die möglichen „Strafen“ für die Spaziergänger“ bekannt gab.
    90 Prozent der Kommentare PI mäßig.

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    Alles Ablenkungsmanöver. Und das wenige Lesenswerte ist fast immer hinter der Bezahlschranke verborgen. Ich lese gar nichts mehr in Mainstreamblättern oder auf Mainstreamportalen und will von denen mit ihrem postfaktischen, den gesunden Menschenverstand negierenden Geschwurbel einfach nur verschont bleiben.

    Fakt ist für mich: Ohne die pausenlose Lobpreisung durch die WELT hätte Merkel niemals die Gelegenheit erhalten, 16 Jahre dieses Land zugrunde zu richten und seine Werte zu schrotten.

  11. @ Wuehlmaus 1. Januar 2022 at 20:59

    Merkel wurde von allen Medien gelubhudelt. Ich fands so ekelhaft. Erinnerte schon an Nordkorea mit dem Personenkult.

  12. Bereits seit Jahren lese ich die Welt. Akteure wie insbesondre Herr Posener waren ausschlaggebend, mein Abo zu kündigen. Er steht für manipulativen „Journalismus“ und das Attribut „naiver Überzeugungtäter“ kann zumindest ich ihm nicht mehr zugestehen. Dass die Welt eine weitere Spielart sich links(radikal) gebender Zeitungen ist, wird zunehmend deutlich. Man holt seine Leser dort ab, wo diese sich befinden oder wähnen. Während zum Beispiel das dumpfe Hetzblatt Hamburger Morgenpost billigste Progagandaslogans entäußert, agiert die Welt verständlicherweise auf eine subtilere Art. Beiden (und nahezu allen bekannten) Zeitungen gemein ist der Versuch, Menschen für globalistische Ziele gefügig zu machen.

  13. @ Blaumann 2. Januar 2022 at 10:21

    Man holt seine Leser dort ab, wo diese sich befinden oder wähnen. Während zum Beispiel das dumpfe Hetzblatt Hamburger Morgenpost billigste Progagandaslogans entäußert, agiert die Welt verständlicherweise auf eine subtilere Art. Beiden (und nahezu allen bekannten) Zeitungen gemein ist der Versuch, Menschen für globalistische Ziele gefügig zu machen.

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    Gut analysiert!

  14. Sein Gesichtsausdruck spiegelt perfekt seine gutmenschenlnde Einfältigkeit wieder. Das so jemand bei solcher Naivität überhaupt so alt werden konnte. Das wäre in Drittweltländern nicht passiert.

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